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Full text of "Das Gesäng der einsamen und verlassenen Turtel-Taube nemlich der christlichen Kirche. Oder Geistliche u. erfahrungs-volle Leidens u. Liebes-Gethöne, : als darinnen beydes die Vorkost der neuen Welt als auch die darzwischen vorkommende Creutzes- und Leidens-Wege nach ihrer Würde dargestellt, und in geistliche Reimen gebracht von einem friedsamen und nach der stillen Ewigkeit wallenden Pilger. : Und nun zum Gebrauch der Einsamen und Verlassenen zu Zion gesammlet und ans Licht gegeben[.]; Ein Angenehmer Geruch der Rosen und Lilien Die im Thal der Demuth unter den Dornen hervor gewachsen. Alles aus der Brüderlichen Gesellschafft in Bethania.; Ein Angenehmer Geruch der Rosen und Lilien Die im Thal der Demuth unter den Dornen hervor gewachsen. Alles aus der Schwesterlichen Gesellchafft in Saron; Nachklang Zum Gesäng der einsamen Turtel Taube : Enthaltend eine neue Sammlung Geistlicher Lieder."

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Jurtel⸗Jaube 


Nemlich der Chriſtlichen 


Nirche. 


Se gal u. Erfahrungs wolle Leidens u. engen 
Als darinnen beydes die Vorkoſt der neuen Welt als 
auch die darzwiſchen vorkommende Creutzes⸗ und Leidens = 
Wege nach ihrer Wurde dargeſtellt, und in 

Reiſtliche Reimen gebracht 


10 einem Friedſaman und nach der 


ſtillen Ewigkeit wallenden 


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5 


Und nun 
1 800 Gebrauch ber Einſamen und Verlaſſenen zu Zion 
8 geſammlet und ans Licht gegeben 
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— 


HALLELUIAH. 
Es freue ſich das Heer 
Der Heiligen im Himmel und auf Erden, 
Das Hertz derer, die durch das Blut des 
LAM MS erkauffet iind. _ 
Es freue ſich, und huͤpfe auf die Zahl 
der Erſtlingen / die dem Lamm nachfolgen, 
wo Es hingehet. 

Es gehe in dem allerreineſten Braut⸗ 
Schmuck einher die Schaar der Jungfrauen, 
die da ſind u. gehen auf der Weide der 

reinen Lammer ⸗Heerd. 
Ol wie neiget ſich der Himel herunter 
vor ſeinen Heiligen, die GOTT 
angenehm iind, 
Nun muß die Hoffnung von dem 
zukuͤnfftigen Gluͤck vergeſſen machen alle ir⸗ 
diſche Sorgen dieſes Lebens; dann die hin 
liſche Schönheit übertrifft alles; was in 
dieſer Welt lieblich u. ſchoͤn iſt. 


SEXEIER ! EIEREREIZS 
BESSER 2 SUSE LES 


Borbericht. 


— 


2 
ES 


* 


Menſchen: Es iſt ein Damm gebrochen in dem Goͤttlichen Meer durch 
die Offenbarung der Gemeinſchafft, welche von Ewigkeit her in GOtt als 
zwiſchen Vater und Sohn verborgen geweſen; aber in der Fuͤlle der Zeit 
ſich unter den Menſchen geoffenbaret, und nun an dem Ende der Tagen ſich 
aufs neue blicken laſſen, auf daß das Ende ſeinem Anfang gleich ſeye. 
Aller maaßen nun dieſe H. Gemeinſchafft durch die H. Taube, die ſich 
in erſtern Zeiten uͤber unſer Oberhaupt Chriſtum bey feiner Taufe her nie⸗ 
der gelaſſen, ſich geoffenbaret, und je und je Seelen an ſich gezogen, die 
da unter ihrer H. Obhut den Lauf ihrer Pilger» Fahrt in Heiligkeit vollen⸗ 
det: fo erkennen wir, daß die Gemeinſchafft ſeye Gottes H. Gegenwurff, 
ja ſein H. Weib, und daß alles, was durch die Propheten und Apoftel 
zuvor verkuͤndiget, daß es geſchehen ſoll in denen zukuͤnfftigen Ewigkeiten, 
ſeinen Urſprung in der Gemeinſchafft nehme, als in welcher alle Wunder 
und Kraͤffte der zukuͤnfftigen Herrlichkeit verborgen liegen. Wer nun die 
Bemeinfcbaffe verehret / der verehret GOTT/ dann GOTT 
et der Gemeinſchafft: und wer in der Gemeinſchafft bleibet / 
er bleibet in GOTT, und hat feine Freyſtadt / da er bewah⸗ 
ret iſt vor dem hoͤlliſchen Blut⸗Naͤcher. 
Gleich wie aber der hochgelobte GOTT alle feine Geheimnuͤſſe bis in 
igkeit an der Gemeinſchafft off enbaret: alſo hat Er auch fein Lob und 
die Verherrlichung feines Namens bis ins Ewige hinein hinwiederum aus 
der Gemeinſchafft zu erwarten. Dieſemnach hat es dem Geiſt der Ge⸗ 
meinſchafft, oder der reinen Taube alſo gefallen, die Gabe des Singens 
der Gemeinſchafft mit ein zu verleiben, als wordurch das Lob Gottes bis 
ins Unendliche hinein ſolte ausgebreitet werden, welches ſich zu allererſt 
. R r 1 bey 


Ss ſtehet geſchrieben: Siehe da eine Huͤtte Gottes unter den 


8 Vorbericht. 


bey den H. Eng eln geaͤuſert, als ſie bey der Menſchwerdung deſſen, der 
das Hertz der Gemeinſchafft war, die Gemeinſchafft beruͤhret, und durch 
Singen ſeine Ankunfft ins Fleiſch beehret. 8 * 

Und weilen dann uns, die wir an den Zaͤunen lagen, die Goͤttliche 
Regierung ergriffen, und an die Gemeinſchafft gebracht, auf daß wir er⸗ 
erben das Looß der Heiligen durch die Reinigung im Blut Chriſtt, wel⸗ 
cher da iſt das Hertz der GE MEJN SCH A8 N d „in welcher 
Gemeinſchafft bishero wir auch den Zuſat gefunden iu unſerer Reis 
nigung; fo erkennen wir uns Schuldner an dieſelbe zu ſeyn mit allem, 
was wir ſind und haben. Dann fie iſt bis hero in allen Verlaſſen⸗ 
ſchafften unſere Geiſtliche Mutter / in Troſtloßigkeiten unſers 
Saͤug⸗ Amme in Kalte unſer Gewand / in Hitze unſere H. Be⸗ 
ſchattung in der Schmach unſere Kron, in Verluſt unfer Ge 
winn und im Mangel unſer Ueberfluß geweſen: ja ſie hat ſich 
mit ihren Sittigen als eine Gluckhenne über uns ausgebreitet / 
und uns vor den hoͤlliſchen KRaub⸗Voͤgeln bewahret. Es hat 
ſich aber gleich anfaͤnglich bey dem Eintritt in die Gemeinſchafft eine wich⸗ 
tige Ungleichheit hervor gethan, welche eine Urſache zu einer trefflichen 
Reinigungs: Schule geweſen. Dann, wle oben gemeldet, 0 wolte 
ſich GOTT aus der Gemeinſchafft fein Lob bereiten, worzu nicht allein 
menſchliche Stimmen, ſondern auch ein geiſtlicher Vorrath erfordert wurde. 
Nun aber war nach Art Goͤttlicher Eigenſchafft die Gemeinſchafſt gebend 
mittheilend und ausflieſend: und im Gegentheil die Beſchaffenheit unſers 
Seyns brachte es ſo mit ſich, daß das Gute, welches aus der Gemein⸗ 
ſchafft ausfloß, beſtaͤndig in unſerer Selbheit verzehret wurde. Woraus 
der Gemeinſchafft haͤtte ein ſolcher Verluſt koͤnnen zuſtoſen, wordurch die 
Urquelle des Guten waͤre erſchoͤpfft worden, wann nicht Urſachen waͤ⸗ 
ren noch zuruͤck geweſen im Geheimnuß der Gemeinſchafft, wordurch der 
Schade konte erſetzet werden. 

Nachdeme aber ſolcher Geiſtliche Vorrath des Lobs Gottes nicht zu ſu⸗ 
chen war in unſerm Selb⸗Vermoͤgen oder denen Kraͤfften der Natur 
(dañ an unſerer Natur ſchlieſet ſich der Himmel beſtaͤndig zu) 
ſondern in dem Bermoͤgen, welches GOTT darreichete: ſo war ein be⸗ 

ſtaͤndiger Zufan der Leldenſchafft und Kraͤnckung unſerer Natur Ne 
ſolte 


* 


Vorbericht. | 


folte anders der Himmel an unſerer Menſchheit wieder aufgeſchloſſen, und 
Gottes Lob daheraus geholet werden. So viel nun als wir mit unſerer 
Glaubens ⸗Magia uns der Gemeinſchafft zunaheten um die Gabe des 
Singens zu erlangen: fo viel ward die Natur in wichtige und nachtruͤck⸗ 
liche Leidenſchafft geſetzt. Alſo hat die Gemeinſchafft ſich unſerer 
bemaͤchtiget / und uns allen Schmuck / Zierrath / Reichthum und 
Schoͤnheit benommen / mithin uns in die Geiſtliche Armuth 
und Entbloͤſung geſetzt / worinnen allein das Lob Gottes aus: 
gebohren wird. Dann die Gemeinſchafft laͤſſet uus nichts übrig von 
dem Unſern: und wer in all ſeinem Thun der Gemeinſchafft iſt heim ge⸗ 
fallen, derſelbe iſt wol recht der Aermſte unter allen Menſchen: Und im 
Gegentheil fo viel als der Troſt der Creaturen noch wird zu Hertzen ge⸗ 
nommen, ſo viel verlieret man die Gemeinſchafft, der Geiſt des Sin⸗ 
gens, als die reine Taube entziehet ſich, und das Lob Gottes wird nicht 
mehr gehoͤret. Darum iſt es eine uͤber alle maaſen wichtige Sache, ſtets 
Gemeinſchafft zu pflegen, iſt auch nicht wol zu ſagen / welch einen 
bedachtſamen Wandel / Nuͤchternheit des Gemůts / Reinigkeit 


des Hertzens und ſaubere Verpflegung des Leibes es erfordert / 


a anderſt in dieſer Goͤttlichen Schule etwas Profiti« 
ren ſoll. i 5 

In dieſer Schule wird erlernet das beſtaͤndige Abkommen von ſich 
ſelbſten / welches allerdings noͤthig iſt, ſoll anderſt eine woleingerichtete 
Harmonie und Eintracht der Geiſter ausgeboren werden. Dahero, wei⸗ 
len dieſes alles in der Gemeinſchafft gefunden wird: ſo koͤnnen wir wol ver⸗ 
ſichern, daß in der Gemeinſchafft die Leiden ſich ohne Ende und Ziel befin⸗ 
den, wordurch unſere Menſchheit muͤrbe und geſchlacht gemacht wird, auf 
daß das Lob Gottes beſtaͤndig aus dem Hertzen ausquille. Und ſo haben 
wir ebenmaͤßig in der Gemeinſchafft ein richtiges Ausſehen in Anſehung der 


Seligkeit, welche ſoll durch die Gemeinſchafft offenbar werden an allen de⸗ 


nen, welche denen Leidenſchafften nicht aus dem Weg gegangen, ſondern 
haben ſich dem H. mit ſich Machen laſſen ergeben. Da es dann 
freylich geſchehen, daß da wir lang ſtumm geblieben, endlich unſere Hertzen 
unter der Preſſe aufgewachet, in ein H. Nachdencken gerathen, und GOtt 
die Ehre gegeben, der uns zu einem ra Werck berufen, welches Br 
It liber 


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Wr. 


uͤber unſern Begriff scher. . i 1 
Ss iſt und bleibet demnach die Gemelnſchaff hoch geprieſen. Dann 


fie iſts, die uns hat Feſſeln Bande und Hals⸗Eiſen angeleget, und 


uns unter ihre Zucht gefangen genommen, daß wir ohne ihre Bewilligung 
keinen Fuß verſetzen doͤrffen; welches, gleich wie es wichtige Leidenſchafften 
über die Natur brachte, alſo hat es auch ſolchen Segen eines geiſtlichen Li⸗ 
der⸗Vorrats heraus gepreſſet, und zwar hauptſaͤchlich an denen Orten, wo 
zu erſt das Eiß iſt gebrochen worden ii 

Was nun überhaupt betrifft die Sammlung dieſer geiſtlichen Gedichte 
und Lieder: fo find fie zu achten als Roſen, welche unter den rauhen Creu⸗ 
#8: Dornen hervor gewachſen, und um des willen nicht ohne Anmuth bey⸗ 
des in Farbe und Geruch ſind. Zwar was den wichtigſten Theil dieſes 
geiſtlichen Vorrats betrifft, fo find ſolche Lieder ans Licht gebracht worden 
in einer wichtigen Creutzes Schule von vielen Jahren, und zwar an ſolchen 
Orten und Enden, wo das Aufſehen in der Schule geweſen. Und 
weilen der Geiſt der Gemeinſchafft in unſerer Creutzes⸗ und deidens⸗ Schule 
uns alſo unterrichtet, nach unſerm beſten Vermögen die Fruͤchte 
der Heiligen zu beehren / welche ſich in ihrer Ceidenſchafft un? 
ter dem Creutz ausgebohren / und um der Salbung willen / wel⸗ 
che darinnen iſt, dieſelbe als Kleinodien zu verwahren: ſo haben 
wir auch allhier gethan, und beydes in der Sammlung als auch in dem 
Druck dieſer geiſtlichen Arbeit unſern beſten Fleiß angewandt, auf daß kein 
Mangel entſtehe, darauß Urſachen koͤnten genommen werden unſere Schul 
gering zu achten, aller maaßen es geſchrieben ſtehet: wer nicht recht thut / 
iſt nicht von BOTEN. Um aber noch etwas zu melden von der Sam 
lung dieſer geiſtlichen Arbeit, ſo iſt diefelbige ein geiſtliches Blumen⸗ Feld, 
darinnen Blumen von mancherley Farben und Geruch hervor gemachfen 


> fo wie dieſelbe aus dem Myſterio Gottes durch den Geiſt der Gemein ſcha 


ſind gewuͤrckt worden. In etlichen hat ſich der Geiſt der Weiſſagung empor 
geſchtwungen uͤber alle Creutzes⸗ Berge, hat feinen Feinden Hohn geſprochen, 
und die zukuͤnfftige Herrlichkeit der Kirche Gottes als gegenwaͤrtig darge⸗ 
ſtellt. In andern iſt der Geiſt in den innern Chor getreten, und 8 
ſeine Stimme in dem Allerheiligſten erhoben. Wiederum andere haben 
einen anmutigen Roſen⸗Geruch, andere im Gegentheil ſind auf den Myrr⸗ 
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hen» Bergen entſprungen. Wie nun fi) die Gemeinſchafft hat weiter 
aus gebreitet, fo find auch der Stimmen mehr worden in unſerer geiſtli⸗ 
chen Schule, darinnen unſre Hertzen zum Lob des groſen Gottes zu berei⸗ 
tet wurden. Und kan es ein Erfahrner, der in dieſer unſerer geiſtlichen 
Schule auch nur ein wenig bewandert iſt, leicht mercken, daß in dieſem 
ganzen Werck nichts gefunden wird, das nach einem eigenen Gewuͤrck 
oder einer loßgelaſſenen Phantaſie ſchmecket, ſondern daß in allen Ausdruͤ⸗ 
cken der Woͤrter dieſes zu bemercken, daß gemeldte geiſtliche Gedichte aus vie⸗ 
len und mancherley Leidenſchafften entſprungen. 

Nun waͤren wir mit dem Vorbericht ans Ende gekommen, wann nicht 
noch etwas Wichtiges uͤbrig waͤre. Dann nach deme ſich ein ſolcher reicher 
Vorrath hervor gethan zum Lob unſers Gottes, fo war noch eine Classe 
übrig in unſerer geiſtlichen Schule, nemlich, wie unſere Stimmen zu 

einem geiſtlichen Geſang zubereitet wuͤrden, dahero ohnumgaͤnglich noͤthig 
war ein ſolches geiſtliches Exercitium, darinnen auch die Stimmen 
tn eine geiſtliche Harmonie gebracht würden, und unſer Lob⸗Opffer auch 
vor der geſunden Vernunfft nieht anſtoͤſig ſeyn möge. Dieſem nach 
wollen wir nun auch den Vorbericht Aber die Sing⸗Arbeit mittheilen, 
welches wir allerdings zur Erganzung des ganzen Wercks 


noͤthig iu ſeyn erachtet haben. 


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Vorbericht. 17 


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| Hefhreibung 
die ſich dieſes hohe und wichtige 
Werck dieſer unſerer geistlichen 
Bing⸗Orbeit 
Erboren , und was der Nutzen von der 
den Gantzen Sach ſey. 


9 bes Gegeben ite 
Von einem Friedſamen und nach 
15 Der ſtillen Ewigkeit wallenden Pilger. 


— — 


SS wird durch dieſe kleine Beſchrelbung ein Bericht ertheilet von ei⸗ 
nem nicht geringen Preiß beydes der Weißheit und Guͤte unſers 
Gottes „ wie nemlich felbe uns entſieglet das Geheimnus des Creu⸗ 
ges, wodurch das in Ott verlohrne Gut wieder gefunden, da die ewige Weißheit 
des Vatters als der Sohn Gottes feinen Trohn⸗ Ste verlaſſen, und aus ſeiner 
Kammer zu uns heraus in dieſe Welt ging, und die Bottſchafft des Sries 
dens an uns gebracht, und die Erloͤſung durch ſich ſelbſt am Creutz entſieglet 
und offenbaret, und nach ausgefuͤhrtem Procefs, wiederum zum Vatter gekehret, 
und in feine Kammer eingegangen , und fein beruffnes Belek „Kirche, 
oder Gemeine, mit derſelbigen Hoffnung und Vertroͤſtung das Er wieder kom⸗ 
men , und ſie zu fich nehmen wolle (zuruͤck in dieſer ſtreitbaren Welt gelaſſen) 
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Vorrede über die Sing ⸗Arbeit. 


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dabey den Goͤttlichen Brief der Bottſchafft des Friedens mit dem Siegel des 
Creutzes, Leidens u. Sterbens in ihren Haͤnden gelaſſen, mit dem Befehl, ſolche 
Bottſchafft aus zu tragen biß an die Ende der Erden, doch ſo, daß fie ſolten 
warten „ biß fie angethan wuͤrden mit Krafft aus der Höhe, welches alles er⸗ 
fuͤllet u. geſchehen, daß der Aufgang aus der Hoͤhe von da an ſich uͤber die gan⸗ 
Be Erde ausgebreitet, und die Bottſchafft des Friedens mit GOtt faſt allen 
Voͤlckern kund worden, ſamt dem Geheimniß des Creutzes, worauf 
der Friedens ⸗ Contract beruhete. Dahero es auch auf eine gar wunderbare 
Weiß bald au ein ſeltſames Wuͤrgen und Schlachten ging, zu wel⸗ 
cher Zeit ſich der Saame von dem Wort des Lebens und des Creutzes ge⸗ 
ſaͤet, auch fort gewachſen und bis auf uns kommen. Und weilen er gar 
nachdruͤcklich mit derſelbigen Hoffnung verknuͤpfft: ſo hat ſichs auch zu⸗ 
getragen, daß wir neben denen muͤhſamen Creutzes⸗ und Leidens⸗Staͤn⸗ 
den, womit wir beladen, als das Wort des Lebens und des Creutzes an 
uns kam, auch fo gleich mit demſelbigen Hoffnungs⸗Kleid begabet 
wurden, und ward uns ſo gleich im heiligen Schauen gegeben, den Tag der 
voͤlligen Erloͤſung mit vollen Augen des Geiſtes ein zu ſehen. Und ob 
wir wol neben dem in den aller ſchmertzhaffteſten und bitterſten Leidens⸗ Proben 
ſtunden: ſo zog uns doch N cet g. immer dort hinein, wo auf 
den Tag der Erloͤſung die Kroͤnung mit vollen Freuden folgen wird, 
welches dann viele Urſachen an die Hand gab, daß Geiſter offt angezogen 
wurden mit Krafft aus der Hoͤhe; alſo daß wir offt neben unſern unablaͤſi⸗ 
gen Leidenſchafften in Gleichheit der Engliſchen und Himmliſchen Chören auf⸗ 
gezogen wurden, welches uns nicht allein bey dem freudigen Auf⸗ und Abs 
Reigen der Geiſter nicht konte laſſen ſtille ſeyn, ohn daß wir nicht haͤtten ſollen 
in Worten aus brechen, um die Wunder unſers Gottes zu verherrlichen; 
ſondern wurden ſo gleich nach Art der Engliſchen Choͤren und Thronen 
Herrſchafften und Gewalten angetrieben, den Allmächtigen mit Aeb⸗ und 
Lobes⸗Geſangen zu verehren. Und ob zwar wol zu Zeiten die Englts 
ſchen Choͤre ihre Lieder mit uns anſtimmeten: ſo wurden wir doch gewahr, daß 
unſere Stimmen die wenigſte Zeiten mit ihnen ein traffen, wegen der 
annoch an uns tragenden Grobheit in der noch nicht gaͤntzlich gecreutzigten 
Natur, welches bey uns ein genaues Aufmercken verurſachete. Neben 
dem allem verlieſen unſere e uns niche, ſondern 0 


n 


Vorrede 


— — —— — — ——— 


den mehr gehaͤuffet, weilen wir eine Untuͤchtigkeit bey uns ſpuͤreten, daß 
wir SOT nicht konten nach dem vollen Eindruck des Geiſtes verherrli⸗ 
chen. Wiewol wir erkennen, daß die Natur nicht gantz unter dem Creuß 
aufgerieben und vernichtet ſondern unter demſelben geheiliget und in eine 
Engliſche Klarheit aufgeloͤſet muͤſſte werden. Neben dem dachten wir: iſt 
unſere Natur nicht einmal: bequaͤm einen deutlichen Thon zu einem Engli⸗ 
ſchen Geſang von ſich zu geben: wie wollen wir dann tuͤchtig ſeyn zu wich⸗ 
tigern und höheren. Dingen, nemlich wo man Gott im Geiſt ohn Unterlaß 
Tagund Nacht dienet in ſeinem heiligen Tempel. Daneben ſollen unſe⸗ 
re Leiber und Geiſter ſeyn Tempel und Wohnungen des heiligen Geiſtes: 
dann der heilige Geiſt nicht wohnet in einem unreinen Gefaͤſe , ſondern 
nur in ſaubern Geiſtern Herzen und Naturen. 5 N 
Dieſes hat uns Ulrſach gegeben GOTT auch von auſen auf die aller⸗ 
ſauberſte Weiſe zu dienen: weilen wir wuſten, daß Er keinen Gefal⸗ 
len an dem Geplärr der Boͤcke und Gefchrey- der wilden Tiere; aber wol 
an dem Lob ſeiner Heiligen hat. Und weilen wir dann merckten, daß der 
Geiſt des Singens ſo gar ſaͤuberlich will bedienet ſeyn: ſo gab 
es uns mehr Urſach mit demſelben in Freundſchafft uns einzulaſſen, als zu 
gedencken, daß etwas bey der Sach zu verlieren wäre „wie wir es auch erfah⸗ 
ren. Dann ſo bald wir uns einlieſen: ſo fanden wir nicht allein keine 
Urſach zur leichtſinnigen Freude und Luſt, ſondern wurden ſo gleich mit 
der allerbitterſten und wehmuͤtigſten Leidenſchafft beladen, daß 
auch unſere ganze Menſchheit daran gecreutziget war. Und, weilen man 
nicht geſinnet war denen Leidenſchafften aus dem Wege zu gehen; ſondern 
blieb ſtehen, und hielt an am Werck: ſo iſts geſchehen, daß unſere gan⸗ 
ze Menſchheit nach eben demſelben Grad der Leiden in eine 
gewiſſe Geſchlacht machung und Dinnheit gebracht / wordurch 
allerdings der reine und ſaubere Geiſt der Goͤttlichen Weißheit, als der ein 
Meiſter dieſer hohen und Goͤttlichen Kunſt iſt, eine offene Tuͤhr gefunden, 
und uns nach allen und jeden Graden der Leiden dieſe Engliſche Sing 
Kunſt aufgeſiegelt, welches ſich endlich fo weit ausgebreitet daß aller⸗ 
dings weder Maas noch Ziel mehr darinnen zu finden war Wes we⸗ 
gen man auch genoͤchiget war, dieſes hoch there Geſchenck nicht für ſich al 
lein zu behalten / ſondern auch anderen Liebhabern des Goͤttlichen und Ache 
193 i N N ö en 


Ns 


Ueber die Sing; Arbeit. 

liſchen Luſtſpiels mit zu beguͤnſtigen, und die Sach ſo an Tag zu legen, wis 
ie gegeben, und unter viel Gedult und Langmuth nacheinander auf geſie⸗ 
gelt. Und ob wir auch ſolten von denen Meiſtern und Kuͤnſtlern der 
irdiſchen und unteren Weißheit getadelt werden, weilen wir annoch 
mit dieſer unſerer edlen Gabe in dieſem untern Theil der Welt zur Herber⸗ 
ge find, und doch nicht nach derſelben Gleichheit mit unſrer hohen Gabe 
nuftreten: fo vergeringert ſolches unſern edlen Schatz nicht allein nicht, 
ſondern bewahret uns mit demſelben, daß ſich nicht etwas Fremdes allzu ſehr 
in uns verliebe. Dann fo wir mit dieſer hohen Gabe nicht anderſt er⸗ 
ſcheinen koͤnten als nach Art der Kuͤnſtler dieſer ſichtbaren Welt ⸗Weißheit: 
ſo waͤre ja kein Unterſcheid zu ſehen, ob dieſe unſere Sach von unten her, 
dder ob fie von oben her, ob fie aus dieſer Welt, oder von jener Welt Weiße 
heit entſtanden; doch wollen wir uns nicht laͤnger mit dieſer Sach aufs 
halten; ſondern weiter fortfahren. Und wiewol wir allerdings mit dieſer 
unſerer Vorſtellung am End find: ſo iſt uns doch das noͤthigſte und nuͤtzlich⸗ 
ſte noch übrig, worinnen beſchrieben ſoll werden, was zu allererſt noͤthig 
bey einem recht artigen Lehr⸗Meiſter zu oblerviren bey denen anfahenden 
Lehr⸗Juͤngern dieſer hohen Kunſt, und was hernach die Sach in ihrem 
Weſen und Adel ſeye, wann nemlich bey der Sach geblieben, und ſie nicht 
mit fremder Materie vermenget wird. Hernach ſoll auch ſelbſt denen ge⸗ 
uͤbten Schuͤlern in unſerer Schul ein gruͤndlicher Bericht von dem Geheim⸗ 
nuß der gantzen Sache ertheilet werden: wie zu erſt alle Arten der Melodi⸗ 
en in ſich ſelbſt ihre eigene Manier und Art haben: wie und auf was Wei⸗ 
ſe die andern Stimmen zu paſſen, und was vor Buchſtaben auf eine jede 
Weiſe nach ihrer Art eintreffen, daß fie nicht disharmoniren, und einan⸗ 
der entgegen lauffen. Und das wollen wir thun ſo wie gegeben. 

Der Himmel / der ſich ſchon vor langen Zeiten auf uns her⸗ 
nieder gelaſſen / bleibe auf uns beruhen mit der Heiligen Tau⸗ 
be die bishero unſere Vorſteherin und Rathgeberin geweſen 
in allen unſern Wegen / da ſie uns dann unter viel Gedult und 
Leidenſchafft kein Geheimuuß der Liebe unſers Gottes vers. 
helet / ſondern die Pforten der heimlichen und verborgenen 
Weißheit aufgeſiegelt / und zu uns heraus getreten / uns im 
Vorblick das Geheimnuß 185 N geoͤffnet / und ſo gleich 

K 72. im 


Vorrede 


4 rr 
3 — —— — — — ³ —————— — r 


im F. Schauen uns angereitzet / um mit dergleichen Sachen 
beſchaͤfftigt zu ſeyn / welche alldorten in jener Welt werden 
vorkommen / von dem reden wir. | 


ANN wir ſolten beſchreiben den Nutzen, fo wir bey 
Gelegenheit dieſer Sache erfahren: ſo ſolten wir uns wol 
ins Unendliche aus breiten muͤſſen, weilen wir in Erfin⸗ 
dung dieſer hohen Gabe gar ungemeine hohe Studienerler⸗ 
net. Da wir dann nicht allein unſern Gewinn aus dem 

Nutzen der Sache ſelbſt holeten: ſondern wurden da⸗ 
neben des gantzen Menſchen Abfall von Gott kundig / wie 
nemlich demſelben ſo gar nichts Coͤrp erliches uͤber geblieben 
von dem wahren Guten / oder auch nur eine blinde Geſtalt, daß nur 
ein Bild koͤnte von dem wahren Weſen dargeſtellet werden; ſondern ein 
pures und lediges Nichts⸗ſeyn, das weder Geſtalt noch Farben von etwas 
Wahrhafftiges darzuſtellen vermag, welches alles uns ſehr klein und ge⸗ 
ring in unſern eigenen Augen machte. Dabey wir alſo demnach in dieſen 
unſern Schulen mehr Erfahrungen erlernet, als zuvor in vielen und lang⸗ 
Jaͤhrigen Leidens⸗ und Glaubens⸗Wegen, weilen uns dieſe hohe Schule 
allen unſern gehabten Reichthum und Schoͤnheit hinweg nahm, alſo daß 
wir nun zum voraus gar kuͤhnlich ſagen doͤrffen, wie auch allerdings noͤ⸗ 
thig zu wiſſen, ſonderlich in Anſehung dieſer hohen Goͤttlichen Gabe und 
Schule, daß wir gefunden, welches wir allerdings wollen an die Spitze 
geſtellt haben; wie daß nemlich kein einiger Menſch von Adam 
u. Eva geboren vermoͤge einen deutlichen Thon von ſich zu ge⸗ 
ben / der in dieſer Schule zu paſſen waͤre / noch weniger einen 
rechtartigen Geſang helffen zu zieren. Wobey ſich am meiſten zu 
verwundern, daß ſich der Fehl des Thons allemal darinnen 
findet / nemlich daß er die rechtartige Hoͤhe nicht erreichet / 
die in dem Geſang dieſer hohen Kunſt vorkom̃t / woraus zu mercken, 
daß der natuͤrliche Menſch von unten her u. von der Erden, dieſe hohe Kunſt 
aber von oben her und vom Himmel. Dahero auch das befländige Sin⸗ 


cken 


Ueber die Sing: Arbeit. 
cken und Fallen im Singen vorkommt, da in allen Umſtaͤnden niema⸗ 
len ſich einiger Fehl zeiget, der im hohen Aufſteigen uͤber den rechtar⸗ 
tigen Thon vorkommt, welches wir alles in vielem und wichtigem Nach⸗ 
dencken behertziget, was nemlich der abgefallene Menſch ſeye, und wie um 
ruͤchtigſ er ſey zu Goͤttlichen Sachen, wes wegen wir allerdings an dieſem 

Ort wollen den Anfang machen, weil ſolches zu allererſt vorkommt. Doch 
ehe wir weiter ſchreiten, wollen wir einen Schritt zuruͤck gehen, und zu 
erſt noch ein wenig betrachten, was neben dem allem zu dieſer hohen 
Kunſt gehoͤre, die weil unſer Sinn nicht darauf aus iſt, dieſer hohen Gabe 
der von Gott hoch⸗gradirten Sing⸗Kunſt viel Schmuck und Ehre in 
Worten anzulegen, weilen ſie ſchon zuvor alles deſſen voll, und genugſam 
iſt, ſich ſelber anzupreiſen. Darum wir uns auch nicht viel mit dergleichen 
Sachen wollen aufhalten, ſondern zur Sach ſelbſt ſchreiten; doch ein We⸗ 
niges im Vorbeygehen melden, welches dieſes hohen Geiſtes Art und 
Weſen ſeye, und durch was Mittel wir uns bey Ihm koͤnnen beliebt ma⸗ 
chen, daß wir in feine Gleichheit kommen. 

Die Weißheit von oben / die bishero unſere geheime Rath; 
geberin / Fuͤhrerin und H. Unterricht geweſen in allen unſern 
Wegen / und uns dieſes hochtheure Geſchenck entſiegelt und 
aufgeloͤſet; die gebe fernerhin einem jeglichen / daß er in feinem 
Thun Gott gefaͤllig und den Menſchen werth / ſo wird ſich 

auch wol die Gabe / ſo zu dieſer Kunſt gehoͤret / mit finden. 

Ob zwar wol bey vielen Unwiſſenden viele unbedaͤchtliche Urtheile gefaͤllet 
werden, gleich als ob man mit dieſer von GOtt hochgeadelten und gradir- 
ten Kunſt mit dem Geiſte dieſer Welt in Gleichheit ſtuͤnde; ſo koͤnnẽ wir doch 
ſolches gantz und gar nicht geſtehen; ſondern vielmehr das Gegentheil zu 
erweiſen haben, weilen wir zu dieſer wichtigen Sache weder fremde Farben 
noch grauſe Haar gebraucht; ſondern blieben alleine bey den menſchlichen 
Stimmen, als die durch das Bewegen der Hertzen und Geiſter angetrie⸗ 
ben zu Lob und Ehre dem Allmaͤchtigen. Denn ſo die geheime und 
verborgene Weißheit nicht waͤre zu uns heraus aus ihrer Kammer ge⸗ 
treten; es ſolte uns wol dieſe Goͤttliche Kunſt ein geheimes Raͤtzel und ver⸗ 
ſiegelter Brief geblieben ſeyn. Sintemal wir geſtehen ſchlechter dings dem 
Seiſt dieſer Welt keine Kunſt zu, die zum Gebrauch himmliſcher Dinge noͤ⸗ 

* (773) thig 


Vorrede. 


ſthig; ſondern wir legen vielmehr ihren Urſtand dem Paradies bey; aber doch 
fo, daß es in denſelben erſtorben, wie auch der Menſch am Himmel⸗ 
reich erſtorben, und doch, wann er durch den rechten Geiſt erwecket wird, 
wieder nichtig wird ins Himmelreich ein zugehen. Alſo iſt auch in dieſer Sa⸗ 
che zu verſtehen, wenn fie durch den rechten Geiſt erwecket wird: ſo gehet 
fie wieder mit ins Paradies ein, weilen daſelbſt ihr rechter Urſtand und 
Heimat iſt. 5 
Wir 0 0 nun den Anfang machen, und zur Sach ſchreiten, und 
ſo viel moͤglich in Kuͤrtze Meldung thun, durch was Mittel und Gelegenheit 
wir fo wol geiſt⸗ als leiblich beguaͤm gemacht werden zu dieſer hoch⸗gradir- 
ten Kunſt zu kommen, und hernach weiter gehen, wie es die Umſtaͤnde de⸗ 
rer Sachen erfordern. Vors erſte ſo dienet zur Nachricht, daß die Tu⸗ 
gend Gottes im hoͤchſten Grad auf dem Gipffel der Vollkom⸗ 
menheit muß beaͤuget werden / und an der Spitze ſtehen zſo man 
nach rechter Art gedencket ein Schüler und hernach Meiſter 
zu werden in dieſer hohen und Goͤttlichen Kunſt. Ferner dien et 
ſo wol Meiſter als Schuͤler zu wiſſen, wie neben allen andern Um⸗ 
ſtaͤnden noͤthig, daß man ſich zu allerley Gelegenheiten bey dem Geiſt dieſer 
hohen und Goͤttlichen Tugend ſuche beliebt angenehm und gefaͤllig zu ma⸗ 
chen, weilen Er nach unſerer Erfahrung und Erkaͤntnuß den allerſauberſten 
und reineſten Geiſt der ewigen und himmliſchen Jungfrauſchafft in ſich haͤlt. 
Welches allerdings einen Fleiß von einem engliſchen und himm⸗ 
liſchen Leben erfordert: da dann inzwiſchen die Wartung des 
Leibes auf das aller genauſte ein zuſchraͤncken und in acht zu 
nehmen / damit die Stimm engliſch / himmliſch / ſauber und 
rein / vnd nicht durch die Grobheit der Speiſe auch ſtreng und 
herb und alſo folglich untůchtig gemacht werde / den rechten 
Thon von ſich zu geben / und an ſtatt eines rechtartigen Ge⸗ 
ſangs ein unmanierliches Krechzen und Kaͤuchen gehoͤret wer⸗ 
de. Dabey dann ſonderlich zu wiſſen noͤthig, welche Arten der Koſt 
den Geiſt bis und die Stimm lubtil und dinn machen; hergegen was ihn 
grob / trag / faul und ſchwer machet; gleich wie dann gewiß, daß al⸗ 
te Sleiſch⸗Speiſen / wie fie auch einen Namen haben, uns allerdings 
gantz unbequaͤm machen, und thun ſchlacht hin einem nach der 175 
n 


Uber die Sing ⸗ Arbeit. 
len Ewigkeit wallenden Pilger ohne diß und das nicht gerin⸗ 
gen Abtrag Worzu inzwiſchen noch kommen die Tractawenten, die wir 
von dem Vieh mit viel Unrecht an uns bringen, als da iſt: Milch macht 
ſchwer und eng: Kaͤß macht feurig und hitzig und begierig zu 
noch andern und unerlaubten Dingen: Butter macht fam und 
ſchwer / und dabey allzu ſatt und wol / daß man weder Sin⸗ 
gens noch Baͤttens bedarf: Eyer erwecken viele und mancherley 
wunderliche Luͤſte: Honig machet helle Augen und dabey einen 
muntern Geiſt; aber keine helle Stimme. Von Brod und Koch⸗ 
Speiſen iſt dieſes zu bemercken, daß vor des Geiſtes Munterkeit und der 
Natur Leichtigkeit nichts beſſers als Weitzen und dann Buch⸗weitzen / 
welches zwar von auſen ungleich, aber im Anlegen des Gebrauchs allerdings 
einerley Tugend hat, es ſey oder werde zu Brod oder Koch: Speifen ange⸗ 
wandt. Was ſonſt andere einfaͤltige Erdgewaͤchſs angehet, fo iſt wol 
nichts zu traͤglicher als die einfaͤltige Erd⸗ Aepfel Rüben und andere 
Wurtzeln. Bonen tragen eine Laſt mit ſich / und machen all⸗ 
zuſatt / erwecken auch wol unreine Luft. Vor allen Dingen iſt da⸗ 
bey an zu mercken, daß der Geiſt dieſer hohen Kunſt, wle er ein reiner ſau⸗ 
berer und jungfraͤulicher Geiſt iſt: ſo leidet er keine unreine / befleckte 
und ſuͤndhaffte Weiber ⸗Liebe / welches bey jungen Hertzen die 
Blut⸗Geiſter ſo feurig macht / und durch einander jaget / daß 
ſie allerdings gantz untuͤchtig und unbequaͤm an Sinnen / Hertz / 
Stimm und Geiſt werden: bey denen Aeltern aber erwecket es 
die grimmen⸗Eſsentz nach der fuͤnſtern Welt Eigenſchafft / und 
ſchlieſet folglich dieſem reinen und ſaubern Geiſt feinen Himmel 
an Hertz / Sinnen und Stimmen zu. | 
Was ſonſten das Trincken angehet, fo iſt ſchon lang ausgemacht, 
daß den geraden Weg nichts iſt, ſo mehr Richtigkeit hat als das unſchuldi⸗ 
ge helle Waſſer, und zwar ſo, wie es vom Brunnen kommt; doch auch ſo, 
wo es zu einer gantz dinnen Supp mit ein wenig Brod gemenget gebraucht 
wird. Sonſten iſt alles Gekoͤch zu trincken, woſelbſt man dem Waller 
ſeine geſunde Natur in eine widerſinnliche Art der Leckerey ver⸗ 
wandelt / fündlich eitel und mißbraͤuchlich zu achten / gleich 
wie die Eß⸗Speiſen / welche wir hier nicht werth . . 
wi Bi uͤhren ! 


Vorrede | | 


füyren/ die durch die viele und mancherley Luͤſte wider ihre 
rechte Art der unſchuldigen Natur in eine andere⸗ als in Lecke⸗ 
rey / verwandelt werden. Und auf der andern Seiten der unmanir⸗ 
lichen Bauchfuͤlle auch nicht zu gedencken, zumalen unſer Sinn nur auf 
digenigen gehet, die in allen Dingen ſchon Regel und Geſetz⸗maͤßig im geiſt⸗ 
lichen Kampff ſtehen. Wir haben demnach folglich mit keinen unordene⸗ 
chen und Schräncken⸗loſen Menſchen eiwas zu hun. Darneben ſo ha⸗ 
hey wir freylich die Krafft zur Tugend Gottes nicht in Erwaͤhlung dieſer oder 
tener Speiße zu ſuchen, da wir dann frey wuͤnſchen, wo es ſeyn koͤnte, der⸗ 
ſelben gantz entuͤbrigt zu ſeyn, und ein Enochianiſches / übernatürlis 
ches und überfinnliches Leben führen zu koͤnnen: fo wuͤrde ſich von ſelbſt 
der Himmliſche Wunder⸗Geſang auf loͤſen ohne einigen Zufag derer Din⸗ 
gen, die doch alle mit der Zeit vergehen, und die Ewigkeit nicht erreichen. 
Neben dem allem, fo iſt unſer Sinn nicht uns in dieſer Sach allzulang auf 
zu halten, ſondern fert zu fahren, und zu unſerem Zweck zu ſchreiten. Aber 
dieſes wollen wir noch erſt melden, daß nemlich, wo wir uns ſolten unterwin⸗ 
den, alles ſo vollkommen aus zu wickeln, wie es in der gantzen Sache vor ⸗ 
kommt, wir weder Ziel noch End finden würden. Doch wollen wir keinen 
„Fleiß ſparen, die Sach nach beſtem Vermoͤgen an Tag zulegen; wollen abek 
doch darauf bedacht ſeyn, daß wir den Verſtaͤndigen und Geuͤbten noch etwas 
zum Nach forſchen und Nach ſinnen übrig laſſen, und wollen fo kurtz gehen ⸗ 
als wir immer koͤnnen. 1 
Das aller noͤthigſte wie auch nuͤtlichſte iſt zu aller erſt einem Melſter bey 
anfangenden Schülern zu wiſſen, daß man fie nicht nur fo oben hin 
lehre das A. B. C., oder die ſieben Buchſtaben fingen, und hernach fo gleich 
mit ihnen zu den Tertzen und Sprüngen fort ſetze, ehe fie eines jeden Buche 
ſtabens Art und Eigenſchafft haben erkennen lernen, oder auch gar nicht ein⸗ 
mal wiſſen, was ſie gelernet, da dann mit gar ſonderbahrem Fleiß darauf 
muß zugelegt werden, daß eines jeden Buchſtaben Art und Thon ins beſonder 
heraus gehohlt werde, welches einen ſolchen Fleiß fordert, der hier nicht 
zu beſchreiben, weilen es gar viel Muͤh koſtet, daß einer koͤnne den recht artte 
gen Thon von ſich geben. Dann entweder kommen die Stimmen allzuhare 
und ungebrochen heraus, oder der Thon kommt verkehrt und falſch 5 
ohne die rechtartige Hoͤhe zu erꝛeichen, da dann nicht muß nachgelaſſen weten 


| Ueber die Sing+ Arbeit. 
bis man mercket und ficher , wie weit es einer dem Duͤncken nach zubringen 
hat. Scheinet etwa eine gaͤntzliche Unfaͤhigkeit zu ſeyn, ſo gebe man es ei⸗ 
ne Zeitlang mit ſolchem auf, damit man ſein Gemuͤt nicht gar verſtuͤrtzt ma⸗ 
che. Wann aber eines jeden Buchſtabens Art heraus gebracht iſt: ſo muß 
hernach aller Fleiß angewandt werden, daß man die Stimme lerne brechen, 
und was eines jeden Buchſtabens Art ſeye, anweiſe, auf daß er fie lerne verſte 
hen, damit, wann hernach fol weiter gegangen werden, man ſich bey Feh⸗ 
lern und Mißſchlaͤgen zu helffen wiſſe. Dann es kan allerdings an dieſem 
Platz alles geholet werden, was hernach in der gantzen Sache noͤthig, und 
kan auch ſo viel verſehen werden, daß es hernach kaum in viel Jahr kan her⸗ 
um geholet werden. Das iſt nun dieſes: Nun werden wir an dieſem Pfo⸗ 
ſten nicht weiter gehen, ſondern wollen den graden Weg darlegen, was el⸗ 
nen 4. Stimmigen Geſang ausmachet, und was bey allen und jeden Wels 
ſen nach threr Art vor Buchſtaben in einer jeden Stimm auf den Choral paſ⸗ 
fen, wie auch den Schluͤſſel einer jeden Weiß in 4. Stimmen auf einer Ta⸗ 
ſel ſehen laſſen, und wann ein Geſang gefallen, wie er wieder zu he⸗ 
ben, daß er nicht auſer ſeiner Art und Manier geſetzt werde 
Es iſt zu wiſſen, daß nicht mehr als 3. Buchſtaben ſeyn koͤnnen, ſo die 
4. Stimmen aus machen, weswegen die 4 te Stimm allemal mit der Octav 
geſchieden wird, welche 3. Buchſtaben dann allemal bey einer jeden Melo⸗ 
die gleich von Anfang aufgetreten kommen, daß fie uns die 4. Stimmen ges 
ben, wobey dann zu mercken, daß dieſe 3. Buchſtaben, die im Anfang vor⸗ 
kommen, die Meiſter und Herrn ſind, wo alles von Anfang bis zu Ende muß 
auf beruhen bleiben, weilen der Geſang allemal am End wieder mit eben den⸗ 
ſelben 3. Buchſtaben aushalten muß, womit er angefangen. Iſt es eine 
C- Weiß, fo iſt und folget fein Anderer, als der e. und machet den Schluͤſ⸗ 
ſel zu dem Barrir, der g. iſt fein. Dritter, da dann der obere den Tœner yu. 
der untere Choral g. den Baſs anfaͤngt; doch kans kommen, daß ſie verwech⸗ 
ſelt werden, wenn nemlich der Choral nicht juſt mit dem C. anfaͤngt, doch 
bleiben fie beyfammen ‚fangen den Choral an, und endigen ihn auch. Was 
noch ſonſten die anderen 4. Buchſtaben, die wir hier Knechte nennen, an⸗ 
langt, als f. a. h. d. ſo ſoll einem jeden von ſelbigen ſein Mitknecht bemerket 
werden, wie ſie nemlich zuſamen ſtimmen. Und ob wir zwar wol am En⸗ 
de alles auf Tafeln wollen ſehen 12 5 ſo wollen wir doch daneben den Sr 
) thun 
Der Barrie iß nach der el Redens⸗Art der Tenor, der Toner abet der Als 


Vorrede. 


: 1 — — — m — — — 
thun, u. eines jeden Buchſtaben ins beſonder ſeine 2. Mitgeſellen ſerklaͤren und 
darthun. Kommt der f. im Choral vor, fo dienet ihm im Barrir und Baſs 
der d. und in Tœner der a. Der a, machet im Barrir und Bals den d. und im 
Tœner den a. zu Zeiten auch im Bals. Der h. machet dem Barrir d. dem Tœner 
und Baſs den g. Der d. machet im Barrir h. und im Tœner und Bals g: auf die⸗ 
fe Manier fan eine C- Weiß ordentlich in 4. Stimmen gebracht werden. 
Nun wollen wir Meldung thun, wann ein Geſang gefallen, wie man ihn 
gar fuͤglich wieder heben kan, ohn daß der Geſang auſer ſeiner Ordnung 
geſetzt werde, da dann zu wiſſen, daß es allemal bey dem Buchſtaben zu 
holen, der in der Melodie das Ruder fuͤhret. Alſo muß es nun allhier bey 
dem c. geholet werden, da ich dann auf andere Weiſe einen . mache, und 
ſage c. d. dis, fo bald man den rechtartigen Thon von dent dis hat, fo ges 
het man zuruͤck, nennet ihn c. und ſetzet feinen Geſang fort, die Prob iſt 


richtig. Nun wollen wir von den C- auf die Ar Weiſen ſchreiten, da dann 


auch zu erſt 3. Hern find, fo die 4. Stimmen anfangen und endigen, und 
hernach die uͤbrig gebliebene J. Knechte auch zuſammen geſellen, und ei⸗ 
nem jeden ſeine Arbeit geben. Wie dann allhier der a. im Choral der erſte 
Herz iſt „fo folget ihm im Barrir der c. (bey Gefall auch im Bals) der Tœ⸗ 
ner und Bals haben e. Diß iſt nun der 4. Stimmen Schluͤſſel in den A⸗Wei⸗ 
ſen, die übrige 4. Knechte, die darzwiſchen ihre Dinſte thun, find t. g. h. 
d, da der f. im Barrir den h. im Tœner und Baſs den d. machet. Der g. mas 
chet im Barrir und Bals e. und im Tœner e. Der h. machet im Barrir gis und 
im Tœner und Baſs e. Der d. machet im Barrir h. im Tœner und Bafs g. Iſt 
der Geſang gefallen, fo iſt dieſes der Weg: ich muß meinen c. den ich has 
be a. nennen, und aufſteigen, daß ich einen anderen c. kriege, und ſo bald 
ich meinen c. wieder habe, ſo gehe ich wieder zuruͤck, und mache meinen a. 


recht artig lauten, und ſetze meinen Geſang wieder mit dem a. fort. So iſt 
nun hier auch ein gruͤndlicher Bericht, wie die A. Weiſen in 4. Stimmen 


zu bringen, und wie der Geſang zu heben, wann er gefallen. 

Nun kommen wir von den As auf diez⸗Weiſen, und wollen derer Art 
und Manier beſchreiben: allhier iſt b. d. f. Primas, Herr und Meiſter, der b. 
beherꝛſchet den Choral, der d. den Barrir, und der f. den Teener und baſs 
wiewol doch allerdings im Baſs der b. ſelbſten Oberſter und Meiſter bleibet, 
die 4. Bediente und Knechte find g. a. c. dis, davon dem Choral g. dem Bar- 


Lix 


Ueber die Sing: Arbeit. 


— — — — 


rir und Baſs aber Der c. zugeſellt, ( wiewol der obere g. g. dem Bafs füglecher 
den dis machet:) Der Toner machet unumgänglich dis. Der a. machet dem 
Barrir c. dem Tœner und Baſs f. Der c. machet dem Barrir a. dem Tœner und 
Baſs f. Der dis machet dem Barrir und Baß c. dem Tœner g. Iſt der Geſang 
gefallen, ſo nenne ich meinen b. g. und feige nach Ordnung auf, und ma⸗ 
che einen andern b. und ſetze hernach meinen Geſang fort. i 
Wie nun in dieſen Weiſen der b. Oberſter und Meiſter und den t. 

— b. zu ſeinen Gegen wuͤrffen hat: alſo wollen wir nun hier die Weiſen 
beſehen, wo der g. Primas und der b. und d. ſeine Andere ſind. Allhier 
dreher ſich das Spiel gantz wunderlich herum, und werden in denen 3. Ne⸗ 
ben⸗Stimmen gantz andere Buchſtaben, als ſonſten in andern Weiſen „zu 
Bedienden; doch wollen wir mit denen 3. Heren den Anfang machen. In 
dieſen Weiſen nun fangen die Stimmen an mit g. b. d. Hier iſt zu wiſſen, 
daß allemal die 3. Buchſtaben unzertrennlich beyſammen bleiben und das 
Led in 4. Stimmen anfangen, und allemal, wie oben ſchon gemeldet, die 
Octav die vierte Stimm aus machet, und daß ſolches keinen Unterſcheid 
machet, welcher von dieſen 3. Buchſtaben das Lied anfaͤngt. Daß wir aber 
in unſerer Beſchreibung allemal die Sach mit dem Buchſtaben anſetzen, der 


— 


im Choral das Ruder fuͤhret, geſchiehet um der Richtigkeit 


willen. Das iſt dann nun die Urſach, weswegen wir auch in unſerem Be⸗ 
richt es ſo vorſtellen, als ob alle Weiſen mit denſelben Buchſtaben 
anfingen, der die oberſte Stelle im Choral vertritt, welches doch nicht ſeyn 
kan. Wir bleiben dann mit unſerer Beſchreibung in der Ordnung, daß 
wir unſere Sache allemal nach des Chorals ſeiner Meiſter⸗ und Herꝛſchafft 
wollen vorſtellen. So iſt dann nun dieſes die Art, welche vorkommt 
in den G⸗ Weiſen, die den b. machen. Der g. im Choral machet im Barrir b. 
im Tœner und Baſs d. Dieſes dann ft der Schluͤſſel, und bleiben beyeinan⸗ 
der durch das gantze Lied, nur daß der Barrir allemal, wo im Choral der 
g. anshaͤlt, derſelbe ſtatt des b. mit dem h. aushaͤlt, welches bey den A- Weir 
ſen ebenfals vorkommt, alſo daß wo der Choral a. aushaͤlt, ſo haͤlt der Bar⸗ 
rir cis aus, und in dieſer Weiß ſind die uͤbrigen 4. Buchſtaben als f. a. c. 
dis Knechte, der f. machet im Barrir und Bafs b. im Tœner d. Der a. machet 
im Toner und Baſs d. und im Barrir fis. Der c. machet im Barrir a. und 
im Toener und Baſs f. Der dis machet im Barrir g. im Toner und Baſs e. 
ö eff. den 


Vorrede. 


, VP!!! ˙ . ˙ . ²˙ EEE 
den Geſang zu heben, wann er gefallen, kan man zuruͤck auf die B⸗Weiſen 
ſehen, es iſt einerley. a 

Nun kommen wir auf die G⸗Weiſen, die den h. u. fis. haben, da dann g. 
h. d. miteinander ein und anſtimmen, und die 4. Stimmen aus machen 
der 4. übrigen als fis. a. c. e. Ordnung iſt dieſe. Der fis. machet dem Barrir h. 
auch bisweilen dem Bals, dem Tœner u. Baſs d. Der a. machet dem Barrir 
und Baſs d. und dem Toener fis. Der c. machet dem Barrir den obern e. und 
dem Toner und Baſs a. Der e. machet dem Barrir und Ba ſs c. und dem 
Taner a. Wie es zu heben, wann der Geſang gefallen, ſolches kan oben 
aus den B⸗Weiſen geholt werden. 

Nun find uns die Fr Weiſen noch uͤbrig, allwo f. a. c. den Schluͤſſel zu den 
4. Stimmen ausmachen, die übrigen 4. Bedienten, als g. b. d. e. haben ſol⸗ 
che Ordnung, der g. machst dem Barrir und Bals den c. und dem Tœner 
den e. Der b. machet dem Barrir den d. und dem Tœner u. Baſs den g. Der 
d. machet dem Barrir und Baſs den b. und dem Toener den g. Der e. machts 
dem Barrir und Bafs c. dem Tœner a. auch zuweilen g. Wann der Geſang 
gefallen, ſo wird gethan, wie oben ſchon gemeldet, nemlich ich mache einen 
andern f. welches dann durch f. g. as geſchaffet wird, da ich meinen f. neh⸗ 
me und aufſteige, und wenn ich den as. habe, fo nenne ich ihn f. und fene 
meinen Geſang fort, die Prob iſt richtig. 


Nun haben wir das Geheimnuß unſerer geiſtlichen Sing⸗Arbeit nach Ver⸗ 
moͤgen mitgetheilet. Dann ob wir wol in gegenwaͤrtiger Arbeit es mehr mit 
Liedern als Melodten zu thun haben, daß uns alſo ein Verſtaͤndiger koͤnte fra⸗ 
gen: warum wir hier der Noten⸗Arbeit gedaͤchten, da doch dergleichen in die⸗ 
ſem Werck nicht vorkommt? fo haben wir doch nicht gegen die Billigkeit erach⸗ 
tet zu ſeyn, ſolche Arbeit vorher gehen zu laſſen, einen Theils weil aus derſel⸗ 
bigen die Lieder, in dieſem Werck verfaſſet, ihren Schmuck und Zierrath her⸗ 
genommen, andern Theils weil einem Liebhaber dieſer edlen u. Paradiſiſchen 
Kunſt hiermit Anlaß gegeben wird, dem Geheimnuß weiter nach zu forſchen. 
Solte aber nun jemand unſern Fleiß in dieſer Arbeit wollen vor uͤber⸗ 
ßig achten: deme dient zur Nachricht, daß man auch dergleichen Ver⸗ 
ſuchungen nicht wenig hat durchgehen muͤſſen, aflermaafen unter befläns 
digen Gegen fprüchen der Vernunfft das ganze Werck ſich ausgebore 10 
— 8 na 


r 


Ueber die Sing» Arbeit. 


Bon — —— 2 
Nachdeme es ſich aber in der Probe erwieſen, daß durch dieſe geiſtliche 
Sing» Arbeit eine nicht geringe Leidenſchafft uͤber unſere Natur verhaͤngt: 
fo haben wir uns auch nicht entziehen koͤnnen, ſondern um GOttes und 
des Gewiſſens willen muͤſſen mit ins Spiel ſetzen, aus Beyſorge, es moͤg⸗ 
te anders das Gewiſſen Schaden leiden. Was es aber vor Leidenſchafft ver⸗ 
urſachet als dieſe Schule ſich zuerſt eroͤffnet, ſonderlich da, wo zuerſt der 
Weg iſt gebahnt worden, ſolches iſt nicht wol zubeſchreiben. Weilen man 
Aber allerſeits nach Vermoͤgen in der Probe aushilte, und bey Verluſt des 
geiſtlichen Lebens nicht durffte feine Schule vorbey gehen: ſo iſt es geſche⸗ 
hen, daß allerdings eine gewiſſe Fähigkeit in dieſer Schule iſt erhalten wor⸗ 
den; dabey man aber in dieſer Parad iſiſchen Kunſt eine 
unerforſchliche Tiefe angetroffen / welche allen menſchlichen 
Begriff uͤberſteiget. f 
Und ob nun iemand uns wolte anders berichten, nemlich: es ſeye die⸗ 


fe Arbeit weder nuͤtzlich noch GOT gefällig, dem können wir allerdings 
einen andern Bericht abſtatten, nemlich: daß wir in unſerer Schule ande⸗ 
ke Lectiones erlernet, und uns nicht unterwinden ein Iudicium uͤber ine 
Sache zu faͤllen, ehe wir ſie durch forſchet haben, ob nicht etwas darinnen 
enthalten, deſſen ſich die Weißheit bedienen moͤgte zu unſerer Herumſchmel⸗ 
sung. Und weilen wir dergleichen in unſerer geiſtlichen Sing⸗Schu⸗ 
le in reicher Maaß erfahren, maßen ſich der Nußen davon über unſere gan⸗ 
tze Menſchheit ausgebreitet, gleichwie in der Vorrede des Singens gemel⸗ 
det wird: ſo haben wir uns allerdings nicht doͤrffen unterwinden unſere 
Vernunfft durch ein unzulaͤngliches Urtheil die Meiſterſchafft ſpielen zu laſſen. 
Und ob uns jemand hierinnen wolte beurtheilen: fo find wir ſchon zu⸗ 
voren eines andern berichtet. Darum beruffen wir uns auf unſere Schu⸗ 
le, und wollen ſolche dahin einladen, nemlich S chul⸗Kecht zu thun / 
gleich wie wir gethan haben, ſo wird ſich am Ende und Ausgang der Schu⸗ 
le ein guͤtigers Urtheil Aber dieſe gantze Arbeit hervorthun, mit welchem wir 
Hann auch die gantze Arbeit wollen ſchlieſen, und dem Leſer dieſes alles viel 
Gutes aus der reichen Fuͤlle⸗ GOTTES und feiner 
Gnade anwuͤnſchen. 


Weine Gaube in den gefstöchern, 
In den Steinritzen, 
Zeige mir deine Geſtalt, 

Qaß mich hören deine Stimme; 
Denn deine Stimme iſt ſuͤſe, und Beine 
Geſtalt iſt lieblich. 


. Ham . Ad. Mal; . 5 3 


1 © 
12 Der 


Geistliche Braut⸗Schmuck 
Der heiligen 


Jungfrauen And Glieder⸗ „Zahl 
gi an m 8.8 


— — — 
— —. —!. T —— ———̃ ( (Ä S 
* — 


9 6 H Gott! wie man⸗ eee doch iſt ſo vi ler 
her bittrer Schmertz Drang dabey, als ob er zu⸗ 
durchdringet meinen geſchloſſen ſey. | 
Geiſt und Hertz, hier in dem F. Wie klein und niedrig wird 
Leib der Sterblichkett, auf mei⸗ der Sinn, der auf denſſelben 
nem Weg zur Seeligkeit. gehet hin! Wie rein und ſau⸗ 
2. Ich leide zwar in viel Ge⸗ ber wird der Geiſt, der dieſen 
dult: eil Gottes Gnade Guͤt Bet: gu Gott hinreißt. | 
und Huld fich breitet da unend⸗ 12 nt; ertoͤdet die Na⸗ 
lich aus, wo man getreu in al⸗ 00 da findet man erſt dieſe 
lem Strauß. Spuhr zum Himmelreich: da 

3. Doch iſt diß gar ein bittrer Fefus Chriſt durchs leiden 
| Tod: wann in dem groͤſten eingegangen iſt. 

Schmertz und Noth dabey 7. Diß kan erfahren wol ein 
noch iſt des Treibers Grim, Mann, ſo einmal gehet dieſe 
mit feiner Wuth und Unge⸗ ae weil nichts ſo niedrig 
ſtuͤmm. je kan ſeyn, 75 nicht die en⸗ 

4. Der enge Weg iſt zwar 4 Thuͤr zu klein. 
gebahnt, woͤrzu uns IEſus 8. Ein Get, der rein 8 70 
f 0 


han 7 WE 


2. 


Gold 5 „ we ng bis auf den Tod hin 
GOtt zugekehrt, erftorben ale wagen. ie 
lem Ich ze Mein, der geht 3. Die Krone iſt 9 a 
zur engen Pforte ein. durch ſeine Huld erworben, da 
9. Dann da bleibt keine an⸗ Er für mich geſchlacht und an 
dre Haab, als die gekommen dem Creutz d 1 
aus dem Grab; was nicht weil in feiner Treu ich ale Full 
vom Tod e rein, das gefunden; fo bleibe ich Ihm 
kan zu GOtt nicht gehen ein. auch auf ewig hin verbunden. 
10. ae ka: Aue 3. RE 
muͤder Geiſt, der du bift aus RAR | 
dir ſelbſt gereißt: wel dert D Ta 4b fen N 
wird werden offenbar, was hier ſchon ausbreiten, wir 
inan verborgen war. ſechn die Erndte blühn in Gei⸗ 
| ee ſtes Fruchtbarkeiten: die Trau⸗ 
10 | er⸗Zeit ift hin, der viele Drang 
B In ich ſchon Lebens ſatt, vergeſſen, wir ſehn ein andre 
wenn meine Zeit will al⸗ Welt, weil wir in GOTT 
ten ; fo laßt die Liebe doch geneſen. So gluͤcket uns die 
mich nimmermehr erkalten: ahrt auf Gottes Wunder⸗ 
De a Fürd undEc- Wegen: well ſich thut alle 
11 55 5 ich werd verherr⸗ W nun gantz | 
icht werden. 2. Was Freud und füfer 
2. Verd ich ſchon oͤffters hier Troſt * im Geiſt auf⸗ 
mit Bitterkeit getraͤncket, wird ſteigen: wann in vereinter 
fo viel Suͤſſes doch daneben ein⸗ Krafft wir uns zu Ihm hin 
geſchencket. Das ſanffte JE neigen! Die Suſſigkeit, die 


us⸗Joch macht alles leicht zu t ent⸗ 
tragen: drum will ichs auch Huld, aus Gottes 4 


ſprungen: hat uns in fich er⸗ 


hoͤht, daß unſtem Fuß gelun⸗ 
gen. Des Tempels Heilig⸗ 
thum, wo GO TT thut Sel⸗ 
ber thronen: hat ſich nun auf⸗ 
gethan, daß wir darinnen 
wohnen. | 

3. Wir gehen da hinein in 
unſre Ruhe⸗Cammer: alwo 
wir gantz befreyt von allein 
Leid und Jammer. Der har⸗ 
te Zwang und Draug, wo wir 
in warn geſeſſen: eilt nun zu 
ſeinem End, wo Alles gantz 
vergeſſen. So gehen wir da⸗ 
hin, beſitzen Gottes Frieden, 
von Menſchen, Ehr und 
Ruhm, und aller Welt, ge⸗ 
ſchieden. 

4. O ſeliger Gewinn, der 
uns in GOTT erworben! da 
bey ſo viel Gedraͤng wir ſchei⸗ 
nen faſt erſtorben. Nun bluͤ⸗ 
het uns die Ruh im ſtillen 
een: wir find deſ⸗ 
ſelben froh, nach Gottes Wol⸗ 
gefallen. Die Muͤh und Ta⸗ 
ae ae wir Ae 0 

‚ur nun vergeſſen gant 
ſanit aller Noth und Klagen. 


| 3. 


5. Nun muß uns der Genuß, 
von Gottes Guͤte wegen, aus 
dem ſo langen Drang nur lau⸗ 
ter Heil zulegen. GOTT 
iſt nun unſer Ruhm: wir tra⸗ 
gen Seine Laͤſten wie es al⸗ 
hier gezieuit den fremden 
Mander- Gäften Wir 
gehen dann dahin, vergeſſen 
allen Jammer: bis daß wir 
kommen heim in unfie Ruhe⸗ 
Cammer. 

6. So find wir dann gecroͤnt, 
mit lauter Huld umgeben: die 
Gottes Langmuth heißt. O 
angenehmes Leben! O ſichre 
Friedens⸗Burg! Wer deine 
Hoͤh beſtiegen: dem muͤſſen al⸗ 
le Feind zuletzt zu Boden lie⸗ 
gen. Wol dann du ſuͤſe Ruh, 
die wir nunmehr genieſen! du 
thuſt all unſer Leid ohn Zeit 
und End verfüfen. 

4. 

Er tiefe Fried aus Got⸗ 
D tes reinem Weſen, nim̃t 
unſer Hertz und gantze Sin⸗ 
nen ein Und weil wir al⸗ 
ſo ſind in GO T geneſen: ſo 


2 werden wir auch ewig bey Ihin 


kon, 


4. 


ſeyn. 
uns dort wird zum Erbe wer⸗ 
den, genieſen ſchon im Vor⸗ 
ſchinact hier, auf Erden 

2. Ob unſer Leben ſchon in 
GOTT, verborgen; ſo iſt doch 
unſer Wandel offenbar: wir 
haben auch ſonſt keine andre 
Sorgen, als Ihm zu ſeyn er⸗ 
geben gantz und gar. Wir ha⸗ 
ben doch das beſte Theil darin 
gefunden: weil wir Ihm ſo in 
Treu und Lieb verbunden. 

3. Und weil wir dann kein 
ander Gut genieſen, als was 
uns kommt aus ſeiner Fuͤlle 
her: thut Es uns alle Bitter⸗ 
keit verſuͤſen, und machet leicht, 
was ſonſten ſaur und ſchwehr. 
Der lautre Sinn nach Gottes 

Lieb und reinem Weſen macht 
Hertz und Geiſt und Seel in 
GO T geneſen. 

4. Wir leben dann, wie uns 
wird eingemeſſen aus Gottes 
reicher Guͤte und Genad: und 
wird daneben gantz und gar 
vergeſſen, was nicht aus ſei⸗ 
nem weiſen guten Rath. Es 
iſt nns wol, weil wir ins Heil⸗ 


gen. ei 
5. Und weil uns dann ein ſol⸗ 
ches Theil iſt worden, das wird 
zu keinen Zeiten mehr vergehn, 
ſo thun wur auch deſſelben ſte⸗ 
tig warten: wann wir vor 
Gott im Heiligthum auflehn. 
Und, weil in Allem wir kein 
beſſer Gut zu hoffen: ſo haben 
wir das rechte Ziel getroffen. 


5 | 

Ne Bluͤht iſt aus, die 
D Blume iſt nun abgefal⸗ 
len, nun kan der Geiſt ges 
troſt zur andern Welt hin⸗ 


wallen. O wol! wer hier bey 


Zeit der eitlen Welt abſaget, 
der wird alldorten nicht vom 
andern Tod genaget. 


2. Haͤtt ich mein Gluck all 


15 in dieſer Welt erloffen, 5 
aͤtt ich dorten nicht das wah⸗ 
re Gut zu hoffen: nun aber mei⸗ 
ne Fahrt ſo fruͤh iſt angelaͤndet, 
iſt alles mit dahin, was ſonſt 


ſo leicht verſchwindet. 


3. Mein beſtes Theil muß 
mir 


. 
mir dann nun alldort zu kom⸗ Lauf auf Erden: weil wir 
men, weil ich vereinet bin mit durchs Lammes Blut dort mit 
denen wahren Frommen: die erhaben werden. i 
dort ihr Erb und Theil, ſo 4. Was wird uns ſcheiden 
IEſus uns erworben. Wer mehr? Wir tragen feine Laͤ⸗ 
dieſes Ziel erreicht, iſt nicht zu ſten, die Es auf uns gelegt, 
Früh geſtorben. als feine Wander⸗Gaͤſten, 

8. weil Es in dieſer Welt ſo hart 
| | von GO TT geſchlagen, da un⸗ 
D Je Hoffnung ſteht dort⸗ fer Sunden⸗Burd' auf feinem 
hin, nach jenen Zions⸗ Mücken lagen. | 
Auen: was wir in Nidrigkeit 5. Da Es war ſtumm und 
alhier, im Geiſte, ſchauen, ſtill, ohn einiges Erroͤthen vor 
Da ſehen wir das Lamm die ſeinem Wuͤrger, der Es ſchlach⸗ 
edlen Schaaren weiden am ten wolt, und tödten. Die 
reinen Lebens⸗Strom mit vie⸗ Bahn iſt uns gemacht, wir 
len tauſend Freuden. lernen ſeine Sitten, und folgen 
2. Die Liebe croͤnet uns, daß feinem Gang und reinen Lie⸗ 
wir vereinigt werden: und zie⸗ bes⸗Tritten. 
ret unſern Gang mit himmli⸗ 6. Sind wir mit Ihm vereint 
ſchen Geberden. So wallen in feinen Creutzes⸗ Wegen: ſo 
wir dahin, und gehn dem wird Es uns auch dort mit 
Lamm entgegen: und tragen Himmels ⸗Freud belegen. Die 
ſeine Schmach, bis Es uns Gleichheit einet uns, und weil 
wird anlegen. j wir ſo auf Erden: ſo werden 
3. Das reine weiſſe Kleid, wir auch dort mit Ihm ver⸗ 
und wir dorthin erhaben: da herrlicht werden. { 
Es am Lebens⸗Strom uns 7. Der Troſt iſt uns ſo tief in 
wird zugleich mit laben. Diß unſer Hertz geſprochen: daß er 
iſt damm unſer Troſt in wust in Ewigkeit wird mimmermehr 
. 4 2. ge⸗ 


a De; 2 . 7. 
gen ſehn, und reine Hertzen N | 
faſſen, laßt weder hier noch dort Doe Liebe iſt mein Looß 
noch in dem Tod erblaſſen. und Erbtheil worden, 
8. Diß iſt nun unſer Lohn, und ſetzet meine Hoffnung dort⸗ 
da wir ſind eingetreten, wo hinaus: wo ich zu den verklaͤr⸗ 
wir dem Lamm vereint in ſei⸗ ten Hümmels⸗ Pforten werd 
nen Creutzes⸗Noͤthen: das gehen ein in meines Gottes 
nun von GOTT erhoͤht, und Haus. Wer alſo gantz mit 
mit ſo vielen Freuden die gan⸗ Ott und ſeiner Lieb unge 
tze Ereutzes⸗Schagr am Le⸗ ben, hat ſchon die wahre Ruh 
beus⸗Strom thut leiten. alhier in dieſem Leben. 
9. Deß ſind wir Freuden⸗voll, 2. Ich trag Zar meine Laͤ⸗ 
weil wir ſchon das Verſuͤſen ſten Noch auf Erden, doch nur 
der Bitterkeit afhier auf dieſer ſo, als ein Gaſt und Wan⸗ 
Welt genieſen. Der Vorblick ders⸗Mann: komm ich nach 
zeiget uns das Freudenvoll Er⸗ Haus, es wird ſchon anders 
eben: fo weder Zeit, noch werden, diß it mein Troſt auf 
Jahr, wird nimmermehr ver⸗ meiner Glaubeus⸗Bahn. Dan 
letzen. bier bleibt mir mein Schatz in 
10. Wir leben dann dahin, meinem GOtt verborgen: weil 


und warten mit Verlangen, Er mir leget bey ſein Gutes a 


bis uns die edle Schaar eütge⸗ alle Morgen 


gen kommt gegangen, auf je⸗ 3. Auf dieſer Bahn lernt man 


ner Zions = Au, da ſie mit gantz andere Sachen, als aller 
vielen Freuden GOtt und dem Menſchen Witz und Kunſt ver⸗ 
werthen Lamm ein ewigs Lob fteht, Gott weiß es Selber 
bereiten. Alles fo zu machen: daß ſelbe 

gantz daruber untergeht. Wohl 


nun, es iſt das Gute mir zum 


7 


I» 


m Sn m ne mu 


Erbe worden: die Liebe öffnet 
mir die ſtille Friedens⸗Pforten. 

4. Dann wann mein Hertz 
ermuͤdet auf den Wegen, ſo 
führt mich GOTT in meine 
Kammer ein: und ſpeiſet mich 
mit reichem Troſt und Segen, 
und traͤncket mich mit feiner 
‚Güte Wein. O was ein Theil 
und Erbe wird ſchon hier ge⸗ 
funden, wer alſo iſt mit GOt⸗ 
tes reiner Lieb verbunden. 

5. Drum kan ich wohl in ſei⸗ 
ner Liebe raſten, wie es auch 
fonften mir zu gehen hat: ich 
trage doch ſonſt keine andre La⸗ 
ſten, als die verhaͤngt durch 
ſeinen weiſen Rath. Ich habe 
fo viel Guts aus feiner Full 
genoſſen: daß weder hier noch 
dort mich mehr wird was 
umſtoſſen. 

6. So bluͤhet dann mein 
Gluͤck in denen Wegen, wo 
Gottes Rath mich hat hinein 
gebracht, und thaͤt mir ſeine 
Gnad und Guͤt beylegen: da 
ich 1 allen Dingen gute 

Nacht. Mein Hertz ift Lob⸗ 
und Danckens⸗ voll in GOtt 


geneſen weil Er in allem 

Leid bisher mein Troſt geweſen. 
5 

Je Welt iſt mir ein bitt⸗ 

D rer Tod, und macht mir 

offt viel Schmertz und Wun⸗ 

den: doch wird in dieſer Lei⸗ 

dens⸗Noth zuletzt ein beſſer 
Gut gefunden. f 

2. So bald ich in dem Geiſt 
erblickt, was mir alldorten 
wird erſcheinen: ſo bin ich hin 
zu GO T gerückt, und kan 
vergeſſen alles Weinen. 

3. Drum acht ich weder Freud 
noch Leid, noch einig Ding 
auf dieſer Erden: weil mir in 
jener Ewigkeit ein beſſer Theil 
dafuͤr wird werden. 


RE 9. 

DIR Wunden, die ich in 
dem Hertzen umtrage, 
die ſind mir durch Leiden 
und ieben gemacht: wer wird 
mirs wol glauben, wenn ich 
es ſchon ſage: daß Lieben mich 
in ſo viel Jammer gebracht; 
doch wart ich mit Freuden der 
guͤldenen Zeiten, was e 
3. 


8. 


—— — 


die Er nde mir ſchencken wird 


ein. Die Lie be wird lohnen 
mit guͤldenen Cronen; die Freü⸗ 
de wird waͤhren ohn Wechſel 
und Schein. 

2. Doch kom̃t iir mein Gu⸗ 
tes in Dulten und Hoffe ſchon 
alhier auf Erden mit vollem 
Gewinn: Die leidende Liebe 
hats endlich getroffk, das kran⸗ 

ken und Den chen ift gänklich 
dahin. O Hertzens⸗Ver nuͤ⸗ 
gen! was wird wol beſiegen 
den hohen in GO T Teinge⸗ 
kehreten Geiſt? der in Ihm ge⸗ 
ueſen, ſonſt alles vergei en, und 
alſo iſt auſſer ſich ſelbſten ge⸗ 


reißt. 

3. Wann andere prangen in 
nichtigen Dingen, und brin⸗ 
gen Gedancken vor Weſen her⸗ 
vor: ſo pfleg ich ins Hertze der 
Lieb einzudringen, und ſinge 

Lob⸗Lieder im inneren Chor. 

Das heiſſet zufrieden; von al⸗ 
lem geſchieden, und bin ich zu⸗ 
weilen ſchon toͤdlich verwundt: 
die leidende Liebe hat maͤchti⸗ 
ge Triebe, und machet Hertz 
Geiſte und Seele geſund. 


1 
4. Es muͤſſen ſich freuen die 
hünmmliſchen Choͤre: wann 
Seelen auf Erden in Liebe ver⸗ 
wundt: fo daß fie kein Freude 
noch Leiden verzehre, und alſo 
umtragen den ewigen Bund. 


Wir loben in Freüden, und 


ſieben in Leiden: und leben auf 
Erden in himmliſcher Freud, 


die Liebe uns naͤhret, zur a 
beſcheret ein Leben, das wah⸗ 


ret ohn Ende und Zeit. 
10. 


In lautrer Geiſt iſt gar ein 
reines Weſen, wer den be⸗ 


ſitzt, der iſt in GOTT ge⸗ 


neſen . Der reine Sinn 


bringt ihn dahin: daß er vor 


GOTT rein ohne Mackel als 
eine reine Warheits⸗Fackel. 


2. Wer kan dann wol ein ſol xx 


ches Hertze kennen, wo Got⸗ 
tes Geiſt in reiner Lieb thut 
brennen? Sag! wer iſt wol ſo 
Gnaden⸗ voll: als wer in ſei⸗ 
nem gantzen Leben ſich GOtt, 
mit Leib und Geiſt ergeben? 
3. Das Heiligthum, das 


GOTT ſich hat erbauet, wird 
ſilb⸗ 


9. 


71 da, dne aalen Licht, n 
geſchauet: wo Stel und Geiſt Bl OR 
verrlaͤret heißt. Da muß die Esch der gautze Hauff 
Andacht ſtets aufſteigen nach Teen Tin Bande an 
Gottes Sinn, und tiefstem geſchen / und heben ihre Haup⸗ 
Beugen. 8 ler auſ, um freudig to vor 
4. Wie hoͤret man alda ſo GOTT zu ſtehen, erfüllt mit 
ſchoͤne Weiſe, wo Hertzen GOtt Hein keinen Sinn, nach Got⸗ 
im innern Tempel preisen. kes weiſen Rath und Gaben; 
Der Freuden⸗Hall ſchallt uber⸗ der ihnen Selbſt gegeben hin, 
all, und wird gehoͤrt in ſtillem um ſie in Seiner Full zu Ins 
Sauſen 5 ohn allen Trug und ben; in reiner Heiligkeit zu ſte⸗ 
Schein von aufen. hen ſtets bereit, und bleiben ſo 
5. GOT redet da mit ſtil⸗ in Eins vereinet: weil ſie ſo reich 
len Geiſtes Worten, zum Un⸗ getroͤſt, aus aller Noth erloͤßt, 
terricht dem reine Prieſter⸗Or⸗ Und alſo Keines weiter weinet. 
den, die allzeit ſtehn vor Iöm 2. Was iſt dann diß vor ein 
zu flehn: damit Er mög in Geſchlecht, das ſo in Fried bey⸗ 
Guͤte walten, u. fie in Krafft ſauumen wohnet? Sag! ob fie 
und Starck erhalten. nicht das Erbe⸗Recht woch Ott 
6. Wir find dann wohl mit mit lauter Güte lohnet e Ach 
unſers Gottes Thaten, wie Er ja! ſie ſind das 1 um, 
uns ſelbſt von Innen thut be⸗ das GO TT ſich Selber hat er⸗ 
rathen. Sein reiner Sinn bracht kohren, um auszubreiten ſeinen 
uns dahin! ſo , daß wir in Ruhm, da fie doch vor auch 
Deſſelben Weſen ſind kommen warn verlohren. Sie ſind das 
zum wahren Geneſen. Erb des Herrn; ein jedes folget 
| gern, zu erben das, was GOtt 
8 wird geben den n, die Er auser⸗ 
waͤhlt in jener neuen Welt, da 
Alle in die Laͤnge leben. 

| 8 3 Drum 
— er E a 


10. i 
3. Drum bleibt diß unſer ſte⸗ zieren. | 
ter Ruhm (wann unſte Geiſter 1 


find erhoben in ſeines Tempels ER 
Heiligthum) daß wir Ihn oh⸗ Ec iſt geſchehn, wir konnen 
ne Ende loben. Es Fan uns gehn nut Freuden fort auf 
doch kein andre Tracht zu un⸗ den geheimen Wegen dorthin 
ſerin Theil und Erbe werden, zu GOTT, da alle Noth und 
ale, GOTT zu dienen Tagu. Jammer ſich wird endlich gantz 
Nacht, weil wir alihier auf darnieder legen. | 
dieſer Erden. So iſt es dann 2. Was iſt es dann, das uns 
bestellt, wir thun was Ihm ge⸗ die Bahn init jo viel Freud u. 
fällt, und warten fein in Dul⸗ reiner Lieb verſüſet? es heiſſet 
ten, Hoffen, bis Alles gang er⸗ Krafft, die Leben ſchafft, 10 
neut, von aller Laſt befreyt, u. man aus GOTT und ſeiner 
uns das rechte Ziel getroffen, reichen Full, genieſet. | 
4. So find wir dann mit 3. Wir find nun ſatt aus 
GOTT verſehn in der fo ſelge GOttes Rath: und werden 
Fahrt auf Erden, und warten, alſo keinen Mangel leiden 
bis wir dort eingehn, da wir Wir find erloͤßt, von GOT 
mit Ihm verherrlicht werden. getroͤſt, zu bleiben Ihm getreu 
Wohl nun! Es bluͤhet unſer nun, und zu allen Zeiten. 
Troſt, es kommt entgegen uns 4. Die Lauterkeit hilfft aus 
gegangen das Gluͤck, worinnẽ dein Streit, und aus ſo viel u. 
wir erloͤßt, wir warten Sein manchen harten Proben. Die 
mit viel Verlangen. Diß foͤr⸗ Ereutzes⸗Noth erwirbet SO, 
dert unſern Lauff; wir mercke daß man zuletzt Ihn kan ohn 
| eben drauf: damit wir Nichts Zeit und Ende loben 
| von dem verlieren, was uns 5. Wer Langmuth uͤbt wan 
dart zubereit in jener Ewigkeit, er betrubt, und in Gedult die 
da EOtt uns wird mit ane Hoffnung nicht laͤßt fahre ißt 
6 a im⸗ 


1 


8 = 11. 
Himmel⸗ Brod in Leidens = muß mein Hertz bewegen: daß 
Noth, kann ſich zuletzt mit ich wurtzle unter ſich, oben iſt 
Gott und ſeiner Liebe paaren. der Dornen⸗Stich. a 
6. So find wir dann auf unſ⸗ 5. Waun die Sonne ſchei⸗ 
rer Bahn mit ſo viel Troſt u. net, ſo wird gautz verneinet: 
reicher Lieb begabet. Wir ſind was mich hat gemacht ſo kalt 
ſein Theil, Er unſer Heyl: finſter, grob und ungeſtalt. 
wann Er uns fo aus feiner rei⸗ 6. Ihre Schoͤnheit giebet, 
chen Fuͤlle labet. was mein Hertze liebet: der 
7. Der lautre Sinn bracht Genuß von ihrem Schein 
uns dahin, allwo das ein ge macht mich froh und fre dig 
wahre Gut gefunden: die wah⸗ ſeyn. ; i 
re Ruh blüht immer zu; drum 7. Thut ſie höher ſteigen, muß 
bleiben wir Ihm auch auf es mir anzeigen: daß die rau⸗ 
Ewig hin verbunden. 8 zeit dahin, wo ich in geſeſ⸗ 
| en bin. | 
13. f a 
28 a 8. Sie thut meiner warten, 
* Ch bin eine Rose, Niemand daß in GOttes Garten mein 
ſich auſtoſe: wann darbey Gewaͤchß ſich ſchoͤn ausbreit 
der Dornen Stich, daß er nicht in des Geiſtes Niedrigkeit. 
geh hinder fich. 9. Bleibt ihr Glantz verbor⸗ 
. Mein Geruch muß geben gen, ſchlaf ich bis an Morgen: 
Sa en 12 886 — ſo ge t auf ein neuer Schein, 
r d 1 0 ea i 1 i 791 a nichts kan ſchoͤners 
3. Ju den Winter⸗Tagen ro. Will mich was erſchre⸗ 
nun ich es ertragen: daß ich cken, thut ihr Gang iR de⸗ 
Mr e gantz verſteckt, und mit cken: daß ich froh in ihrem Licht 
Kalt und Froſt bedeckt. und bleib ſtehen aufgericht. 
7. Dunckelheit und Rege = 11. Wandle ich um Kühlen un⸗ 


12. 


ter den Geſpiel en, muß ihr So bin ich un ein Bain 
Schatten mir ein Schein vol⸗ mit Früchten, Blattern, Zwei⸗ 
ler Süſigkeiten ſeyn gen, die in dem Aufgungs⸗ 
12. Bleib ich ihr gepaaret, Licht die Frühlings = Zeit au: 
bleibt mein Hertz bewahret: zeigen. 1 A 
daß kein falſcher Glantz noch 3. Die rauhe Winters⸗Zeit 
Schein kan daſſelbe nehmen hat ihre Macht verloren, wo 
einn 9 mein Gewachſe ſehien vor Kalt 
13. Ob ich ſchon mit Dornen, und Froſt erftoren. Die lauge 
hinden und von vornen, bin Nacht, der Zwang, wo ich 
umgeben: es kan nicht ſchaden in war geſeſſen, hat ihre Zeit 
mir ein Dornen⸗Stich: erreicht, und iſt nunmehr verz, 
14. Weil ich eine Roſen, die geſſen. ene 
alda entſproſſen: wo die Dorn 4, Und ſtunde mein Gewaͤchs 
mir ſchencken ein, daß ich kan ſchon oft in viel Beſchwerden: 
fo ſchoͤne ſeyn. ſo konte ſolches doch nicht un⸗ 
| Pre a terdrucket werden. Der Lebens⸗ 
ch bin ein grüner Zweig Saft, 0 N 8 Wale 
ne Hertz entſprungen, gab meiner 
aus duͤrrem Reiß entſproſ⸗ e 1 
rg aus Wurtzel Krafft, daß dem Ge⸗ 

fen, der Lebens⸗Strom aus waͤchs gelungen. 
Gott hat meinen Geiſt durch⸗ M a se 
SE 5. So ſtiminet dann zuletzt 

floſſen. Ich bin gepflantzet ielem Wind und Re 

f nach vielem Wind und Regen 

nun, und ſteh in GOttes Gar⸗ „ in ol ien in e 
ine Frucht der Geiſt ſein Lob⸗Lied an von 

ten, und trage meine Frucht Gottes Wunder⸗ Wegen 

von viel und manchen Arten. Tr due? Weigel 
2. Die Stel Meines . „<> .E 
Saffts die müſſen ewig gru⸗ Lob, Ehr u Herrlichkeit ſey 
nen, und ihrer Schönheit Zierd mm dem groſen GOTT, u. 
dur Steud und Wonne dienen, auch dem Lamm, von unt ge⸗ 


Pi 
hr: 


ſungen, dieweil durch feine erworben: wer dieſen geht vor⸗ 
groſe Macht es uns annoch ſo bey, heißt hier und dort ver⸗ 
wunderbar bißher gelungen. dorben. Drum iſt diß meine 
2. Wir freuen uns, und ruͤh⸗Luſt und Freude hier auf Er⸗ 
men das, was mim zur Zeit den, weil ich durchs Leiden 
an uns geſchehen, dieweil wir dort werd eins verherꝛlicht 
ohne Maaß die Wunder⸗Huͤlff werden. 
aus GOtt mit unſern Augen 16. 
ſehen. g . 5 11 
en Ch bin ſehr gering und klein, 
Amen Hallelufah. Iweil ich nichtig auf der Er⸗ 
101 den doch ich dring in GOT T 
Nh bin in GO T erfreut, hinein, da kan ich erhoͤhet wer⸗ 
2 weiß keine andre Sachen, den. Iſt es aus mit meinem 
als was deſſelben Lieb will Thun, ſo kan GO TT mich 
Gutes aus mir machen: will wohl berathen, drum wil ich 
mich ſchon oftermal der Kum⸗ in Ihm beruhn, weil es nichts 
mer zeitlich plagen, kan ich mit meinen Thaten. 
ihn doch gar bald mit Gottes 2. Weiß ich nicht mehr fort zu 
Huld verjagen. gehn auf den Leid⸗ und Ster⸗ 
2. Wann Gottes Freundlich⸗ bens⸗Wegen, thu ich GOTT 
keit mein Hertz zur Liebe len⸗ um Gnad anflehn, und mich 
cket, faͤllt aller Schmertzen Ihm zun Fuͤſſen legen: ſo werd 
weg, ohn, daß man ſein ges ich in Ihm erfreut, und vergeſ⸗ 
dencket: und wann ich Trau⸗ fe allen Jammer: daß in Gei⸗ 
reus⸗ voll mit Finſternuß um⸗ ſtes Niedrigkeit ich kan ruhn in 
geben, fo ſchenckt mir Gottes meiner Kaminer. 5 
Huld das Liebſte in dem Leben 3. Was alda geſchencket ein, 
3. Diß heißt der Leidens ⸗ wird kein fleiſchlich Hertz er⸗ 
Weg, wordurch uns GOTT meſſe, es wird nebſt dem Mr 15 
ICH" | en 


. 


7 


Ba, 


a 


14. 


hen⸗Wein fo viel Gutes ein⸗ genefet. 12 
gemeſſen: daß auch ſelbſten der 7. Und ſo bin ich heymge⸗ 
Verſtand ſich darinen muß ver⸗ bracht, weil ich meine Hoheit 
gehen: weil er dieſe hohe Hand funden in des Geiſtes Nieder⸗ 
nicht kan faſſen noch verſtehen. tracht, wo man wird mit GOtt 
4. So die reinen Seelen fuͤhrt, verbunden. Alſo lebe ich dahin, 
die alſo hineinwaͤrts gehen: wo wie mir taͤglich eingemeſſen: 
ſich alles gantz verliehrt, was weil diß eintzig mein Gewinn, 
nicht kan in GO TT beſtehen: daß ich bin in GOTT geneſen. 
denn Be iſt 18 555 > 7. 8 | 
die Thuͤr zu GOTT gefunden, i 
und der ſchmale Himtels⸗Steg, 7 Th bin verlobet nun des 
wo wird alles überwunden. 3 höchften Königs Sohn, der 
5. Alle Sorge Müh und Laſt mir wird ſetzen auf die rechte 
muß ſich auf einmal verliehren: Ehren⸗Kron: die ich alldorten 
und der Seelen ſuͤſe Raſt laßt werd in jener Welt erlangen. 
in dieſem Grund ſich ſpuͤhren. wo die vereinte Schaar wird 
Gottes Segen wird nicht ewig umen prangen. 
muß, chut die Seel unendlich 2. Hier ſind wir fo vereint, 
laben mit fo voller Gnad und wie es ziemt Wauder⸗Gaſten, 
Güt, und ſehr reichen Himels⸗ und tragen auf der Fahrt noch 
Gaben. | viele ſchwere Laͤſten: doch weñ 
6. Deſſen bin ich innig wohl wir kommen heim, wird uns 
weil ich dieſe Kleinheit funden: das Lamm verfügen des Le⸗ 
wo mein Hertze Freuden⸗voll bens Bitterkeit, und laſſen 
iſt mit GOttes Lieb verbun⸗ uns genieſen fie 
den. Meine Kleinheit ift mein 3. Was wir geſuchet hier in 
Grab, da der alte Menſch ver⸗ dieſer eitlen Welt, da wir in 
weſet; und des Geiſtes reiche heiſer Lieb uns feine Schmach 
Haab: da die Seel in GOT erwaͤhlt: das iſt nun Thal 


Theil, wir tragen die auf Er⸗ 
den, bis wir alldort mit Ihm 
werden verherꝛlicht werden. 


18. 


Ch gehe hin, und wandle 
03 fort auf jener Zions Straa⸗ 
ſen: bis ich geh ein zur Sa⸗ 
lems⸗Pfort, da wird ſich nie⸗ 
derlaſſen mein viele Muh und 
groſes Leid, wo ich oft in ge⸗ 
weſen, und bey fo vielem har⸗ 
ten Sreit oft traurig bin ge⸗ 


genen. | 
2. Nun lebe ich, und bin gantz 
ſtill, und warte meiner Sa⸗ 
chen, wie GOTT es ſchickt 
und haben wil: Er weiß es 
wol zu machen. Ich geb mich 
fein gelaſſen hin in ſeines Wil⸗ 
lens Schrancken, ſo bleib ich 
in Ihin, wie ich bin, ohn hin 
und wieder Wancken. 
3. Mein Leben iſt zwar aus⸗ 
ey von Bildern und von 
eiſen; doch iſt mein Her 0 
zu GOTT gern, laͤßt fi 
von nichts abreiſſen. Er wird 
es alles machen wol, und mich 
zu Ehren bringen, daß ich 1 55 
f 8 


mit viel Freuden ⸗ voll ewig 


15 


— — 


werd Lieder fingen. 


5 5 19. 

Ich liebe gantz umſonſt; 
Ri) doch weil ich bin gezaͤhlet 
zur keuſchen Jungfraun⸗Zahl, 
die ſich dem Lamm vermahlet: 
da geh ich mit vorher, und 
folg mit hinden nach, daß ich 
dem keuſchen Lamm helff tra⸗ 
gen ſeine Schmach. 

2. Die es alldorten trug, als 
es ein Opfer worden, und an 
des Creutzes⸗Stamm geſtiff⸗ 
tet dieſen Orden: Es iſt von 
GOTT erhoͤht, wir werden 
mit zugleich erhoͤhet werden 
dort in ſeines Vatters Reich. 

3. Diß iſt nun unſte Kron, 
die wir auf Erden tragen, wañ 
wir in Leiden ſtehn in unſern 
Truͤbſals⸗Tagen: wir freuen 
uns, weil wir alldorten mit 
erhöht in ſolcher Herzlichkeit, 
die nimmermehr vergeht. 

20. 


ICh lebe zwar ſo hin, bin ſe⸗ 
Ilg in dem Hoffen! doch iſt 
mein rechtes Ziel dabey nich 
3. | n 


26. 
nicht getroffen: ich liebe zwar Hand, ich hab es Ihm ergeben: 
ein Gut, das ohne Maaß zu die Hoffnung iſt mein Gegen⸗ 
ſchaͤtzen, doch will der bloͤde Pfand auf jenes Frenden⸗ 
Siun gar oft den Muth ver⸗ Leben. \ | 
letzen. | Ob ich hier wohl viel enge 
2. Was iſt dann wol mein Weg und Steige muß durch⸗ 
Glück, das GOTT mir wird gehen: und leiden viel geheime 
beſcheiden ? die Hoffnung ſaget Schlag, ich achte nicht der 
mir: es ſeynd die frohe Zeiten, Wehen. Ah 
die dort in jener Welt ich werd 6. Die Schmertzen, die ich lei⸗ 
mit Augen ſehen, da ich werd de hier: machen mich rein im 
mim̃ermehr aus GOttes Ten Weſen, und find mein Schmuck 
pel gehen. i und Jungfraun⸗Zier, den ich 
a Wit DR erleſen. 0 
eh raſefertnach jener elt nn din n helle Se 
A wel ven mare ine kn; doch mir Daneben zuge= 
a g eulic ie Sry 85 7 
vor mich haͤlt, thut mich mit he daß ich zu ae Yan 


Fluͤgeln decken. 8. Werd daucken in der neuen 


2. Er leitet mich nach feinem Welt für fo viel Bunder⸗Pro⸗ 
Math, und . 1 ed für Gottes Thron 
hat hie Er es ſelbſt beſehloſſen geſtellt, Ihn ohne End zu lo⸗ 

at, laͤßt mich in keiner Enge. 7 et 

3. Jin Frieden kan ich wallen fe | 
hin, ſo wie Er es beſchloſſen: wer 157. ih 
und weil ich gantz Sein eigen Ch wil trage meine Schmer⸗ 
bin, bleib ichs auch unverdroſ⸗ Jen, leiden Gottes ſchwe⸗ 
. re Hand: was mich guaͤlet in 
4. Mein Leben iſt aus meiner dem Hertzen, iſt am ee 


* 


8 17. 


— —— 2 — — — — — — 


dem Elend rathen, laſſen ſeine 3. Sonſt muͤßt der Himmel 
ulfte ſehn. ſelbſt durch Liebe Abgang lei⸗ 
3. Dort ſind die Erquickungs⸗ den, wann er ſich ſolte ſchlecht 
Zeiten, hier der harte Zwang in unſte Lieb einkleiden. Die 
und Drang. Gottes Troſt ver⸗ Liebe, die nur ſchlaft; doch 


ſuͤßt das Leiden, wann die Zeit reinen Hunger hat: wird in 


will werden lang. Gelaſſenheit aus ihrer Fuͤlle 
4. Solte auch mein Schmer⸗ ſatt. l 
N währen gar biß in das Grab 4. Und ſolte ſte fuͤr Noth auch 


inein: wird er endlich doch auf⸗ gar im Tod erblaſſen: koͤnt ſie 


dren, wan ich geh zum Him⸗ doch nimmermehr was anders 


mel ein in ſich faſſen. Die Liebe, die 


nicht haͤlt den bittern Todes ⸗ 


he Strauß: fällt endlich gar da⸗ 


TEN GOTT verliebet ſeyn hin, weñ ihre Zeit iſt aus. 

J beißt ſaufft und ſuͤſe ſchla⸗ 5. Wer mit Gelaſſenheit in 
fen. O wol! wer ſonſten nichts Liebe Willen⸗loß, der hat das 
in dieſer Welt zu ſchaffen. Das ſchoͤne Kind bereits in ſeinem 


Lieblichſte aus GO TT und ſei⸗ Schoos: ſo die Verborgenheit 


ner Fuͤlle her iſt, wenn Er ſtil⸗ der Weißheit ſelbſten traͤncket, 


Gſhbr und gibt uns kein und ihm aus ihrer Bruſt viel 
ehör. 


reichen Troſt einſchencket. 


2. Wañ wir in heiſer Brunſt 6. So ſchlafe dann nur hin 
Ihn wolten nimmer laſſen, in deinem ſanfften Schlummer, 
ſo haͤlt Er ſich zurück, und lag mein Hertz, und laſſe fahrn 
ſet ſich nicht faſſen. Die Liebe den viel gehabten * 


er 


BE | 


18. 
Wer durch Gelaſſenheit iſt ner Ewi keit: wo mein aͤngſt⸗ 
Kind und Mutter worden, der liches Bemühen endet ſich in 
hat bereits erlangt den reinſten lauter Freud. 
Jungfraun⸗Orden. 4. O wol dann! ſo ſey mein 
| 24. 6901 7 ar auch 
3 1 85 bela⸗ fruͤh und ſpat gantz auf ewig 
J Sr mein £cben bon bela⸗ übergeben, der is fo befchloffen 
den mit viel Leid u. Trau⸗ hat: daß durch Leiden, Dul⸗ 
rigkeit, wird mir doch die Hoff⸗ den, Hoffen man ererb die 
nung rathen dort in jener Ewig⸗ Seligkeit, wo das rechte Ziel 
keit. Allhier trag ich meine ctroffen, und zu Ende alles 
Laſten, als ein Gaſt u. Wan⸗ Leid 4 
ders⸗Maunn. Dorten werdich “"" 


fiber raſten, wo zu Ende al⸗ 25. f 
ler Bann. Ken das Verlangen ſchon 
2. Iſt mein Leben ſchon ver⸗ M meta Hertz in GOtt erfreuͤ⸗ 


borgen, ſcheint die Hoffnung en, was wirds erſt ſeyn, wann 
aus zu ſeyn, gehet mir doch Er mich einſt wird gar verneu⸗ 
alle Morge auf ein neuer Gna⸗ en? ich gehe zwar fo hin in mei⸗ 
den = Schein. Gottes Lieb, nen Leidens⸗Tagen; doch mer⸗ 
darum ich leide, richtet mich cke ich dabey die Liebe Gottes 
in Hoffnung auf, ſchencket ſagen: | 
mir viel tauſend Freude in dem 2. Daß ich mit hin gezählt zur 
muͤden Lebens= Lauf. reinen Laͤmmer⸗Heerden, die 
3. Fahr nur fort, O meine ſich das werthe Lalnm erkaufft 
Seele! trag dein Creutz in allhier auf Erden; da geh ich 
Hoffnun hin: du entgehſt der dann mit an, und folge treu⸗ 
Trauer⸗Hoͤle endlich noch mit lich nach, u. trage auf der Welt 
viel Gewinn. Ich ſeh ſchon mit ihnen feine Schmach. 
die Krone blühen dort in je⸗ 3, Was Freude gehet auf? h 
e 


I9. 
ſeh nach langem Jammer die worben durch viele Müh und 
Thuͤr ſich öffnen mir zur ſtil⸗ harten Streit, da Er fuͤr mich 
len Ruhe⸗Kamer: wo ich werd am Creutz geſtorben. 
gehen ein, um ſicher da zu ra⸗ 3. Demi will ich folgen treu⸗ 
ſten, allwo ich gantz befreyt von lich nach, ſo laug ich leb allhier 
ſo viel Muͤh nud Laſten. auf Erden: fo werd ich ohne 
4. Ich lebe dann getroſt, bin alle Klag alldort mit Ihin ver⸗ 
frölich in dem Hoffen, weil mir herꝛlicht werden. a 
5 en ragt das Ziel iſt nun 27. 

etroffen. So ruhe dann mein : . 
Hertz in deiner fille Kammer, M öhab 1 11 1 DE 
vergißdein langes Leid und viel in jener Welt erſcheinen: und 


ehabten Jammer. f J 
95 Die groſe Seligkeit, die wenn es meinem GOTT ges 


dorten wird erfeheinen, iſt mei⸗ 1 endigt ſich das lauge 
s Geiſt kan alles Lei Br 7 
a : 9 5 e 2. Die lang und ſchwere Pil⸗ 
ihr Ziel die viele Geiſtes⸗ nn 8 noch 5 Zeit 
Wehen, werd ich alldorten mit ſich un enden, und wenn 
in groſer Freud eingehen der Kummer uͤberjahrt, wird 
a eee ſich der Schmertz auf einmal 
FFV wenden. - 
Me Hertz weiß keine beſſ⸗ 3. Die Liebe hat mir zu ge⸗ 
re Tracht zu nehmen an dacht viel Leiden hier auf dieſer 
allhier auf Erden: als nur al⸗ Erden; doch wenn mein Lauf 
lein ſeyn drauf bedacht, was zum End gebracht, ſo wird es 
mir in jener Welt wird wer⸗ alles anders werden. 
1 4. Leid ich ſchon manchen 
2. Dort bluͤhet meine Selig⸗ Druck und Drang, und trage 
keit, die JEſus mir allhier 6 und ſchwere Laſten: > 


20. 


ich dort nach dem mnden Gang ohne Ende nach ihr brennen: 
ſehr ſaufft in ſüſer Ruhe raſten. bis daß ihre treue Gunſt mich 
5. Wann die Gedult den wird gantz ihr eigen neunen. 
x gr 7 un das Ver⸗ 29. 
een EWIGEN: Mx Ein lieb⸗verliebter Sinn 
bin ich zur andern Melt ae. M wills mit FE An 
9909 Be iſt mir dort u. hier und gern und willig Ihim ſein 
nge 1 5 und! n 
N 11 oa, Creutze hier nachtragen: dan 
1 wird das Glück die ches kan Liebers ſeyn, nichts 
8 ger hne mit vieler Schoͤners wird gefunden, als 
Freud belohnen: und wer dem Me 


an wann ein Hertze gantz mit 
ſanfften Lamm nachart, wird Gottes Lieb verbunden. 


dort in Gottes Huͤtten wohnen. 2. Und weil das keuſche Lam 
| Fest! ſch hat zur Braut erſehen die 
M Ein in GOtt verliebter Seelen, die allein nur feinem 

Sinn weiß von keinen an⸗ Fuß nachgehen: drum geb ich 
dern Schmertzen, als nur, daß alles hin, was ſonſt erfreut auf 
ich nicht ſo bin, wie ich wuͤnſch Erden, damit ich Gottes Braut 
in meinem Hertzen. und Liebſte möge werden. 
2. Haͤtt ich mein erwuͤnſchtes 3. Diß iſt die hoͤchſte Luſt, 
Loos und der Weißheit Schatz die meinen Geiſt bewogen, daß 

unden: waͤr ich aller Sorgen ich die Welt verſchmaͤht, und 
oß, und mein langer Schmertz jener nachgezogen. Und weil 
verſchwunden. ich bin vereint des reinen Lais 
3. Und fo muß ſich meine Luft Jungfrauen: werd ich mit ih⸗ 
When Er 155 an O TT ohne Ende 
weil ich ihrer ſuͤſen Bruſt muß ſchauen. . 
ſo lang und del 9 „ 
3 Doch ſoll meine heiſſe Brunſſtt * Se 


IRF — 


21. 


i | 5 ibet feine Gnad allezeit 
Mee neee ie anden nee 
und Ziel: weil zu End das lan⸗ 6. Und weil auch mein Theil 
ge Hoffen, und ich mit viel Se⸗ wird werden mir in jener neuen 
gens⸗Fuͤll werd von innen an: Welt: darum willich hier auf 
gel wodurch aller Schmertz Fl u de 5775 ches 
2. O was wird da eingemef; Hoffen wird das rechte Ziel 
fen! wer erwartet feine Zeit: bis Fal 
& En 10 lee genen, und 31. 

n aller eyt, lang ge⸗ ir auf 

fehl HE DO verſe ertzt, 9 Niem 1 1 
38 Hi lee ri 5 N auf unſerm Lauff allhier 
breitet ſich unendlich aus: 85 well ie 11805 
getreu an Gott geblieben in genomen 1 17 9 95 
dem allerhaͤrtſten Strauß. macht Age biens ed. 
Wer darinn iſt rein bewaͤhrt, Wir un Got 5 255 wo 
bleibt GOtt ewig zugekehrt volle Gnad und 4 Balls 
4. Nun mein Herb! erſenck dich bringt zu n bolt end . 
nieder, lobe deinen guten GOtt: Ziel, und werden wir auch oft 
finge neue Liebes⸗Lieder, ſey ge⸗ des vielen Dranges müde: ſo 
treu bis in den Tod, und geden⸗ labet doch zuletzt die reiche Enns 
Pe 2 0 was Er dir vor Dr den müden Geift, und 
5. Seine Güte hat kein Ende chu ahn n rg fe 
feine Langınuth hat kein Ziel: Lieb umarmen. de e 
ſeine treue Liebes⸗Haͤnde Mr 2. Wir lauffen zwar, u. doch 


2 


22, 


mit eng⸗und kleinen Schritten Bruſt. ind weil hier unſer 
auf unſerm Weg dorthin zur Glück blüht in Beſchwerden, 
frohen Ewigkeit: doch, wenn ſo werden wir auch dort, nach 
auf dieſer Bahn genug wird dem verherꝛlicht werden. 
ſeyn gelitten, ſo wird derſelben i 
End uns lohnen mit viel Freud. . | 
Wann der Genuß, fo wird dar⸗ Eht die edle Schaaren 
zwiſchen eingeſcheucket, uns — weiden, ſeht die reinen 
5 macht auf der muͤhſam⸗ Geiſter gehn, und das Lamm, 
und rauhen Bahn, was wirds das ſie thut leiten, auf dem 
erſt ſeyn: wann man auch des Berge Zion ſtehn. Hoͤret, wie 
nicht mehr gedeuket, was Weh⸗ fie in dein Gehen Gottes Wun⸗ 
muth heißt, oder uns ſonſten der⸗Macht erhoͤhen, und mit 
ſchaden kan. Drum find wir vielen ſchoͤnen Weiſen Ihn ohn 
wol in unſern Tages⸗Laſten, Zeit und Ende preiſen 
weil wir alldorten einſt in Ruhe 2. Sonſt wird kein Geſchren 
werden raſten. | gehöret, auch kein Schmertzen 
3. O wol uns nun! wir tra⸗ mehr geſehn. Ihre Hoheit wird 
gen dann mit vielen Freuden, verinehret, fo oft fie gebeuget 
wie GOttes weiſer Rath uns ſtehn vor GOtt und des Lam⸗ 
taͤglich G ein: weil unſer mes Throne: der hell leuchtet, 
rechtes Looß in jenen Ewigkei⸗ wie die Sonne. Alles Wei⸗ 
ten 15 De verdecket war) erſt nen iſt vergeſſen: wo fie vor 
offenbahr wird ſeyn. Die Freü⸗ find in geſeſſen. 
de, die wir ſchon allhier im Hof⸗ 9 wie kan ſo ſicher raſten 
fen haben, die ſpeiſet uns ſehr allda das erwaͤhlt Geſchlecht! 
oft mit ſuſer Himmels ⸗Luſt: weil fie, ohn alle Laſten, haben 
ſo, daß wir uns dabey an Got: Stadt⸗ und Burger⸗Recht. 
tes Güte laben, und trinken oh⸗ Weiſe Kleider, goͤldne Cronen 
ne Maaß an feiner Liebes⸗ traͤgt man da, wo 9 


| RR | 23. 
thronen: dis iſt dort der Lohn Selbſt thut leiten. 
der Frommen, die aus groſem 7. Und ſie traͤncket aus dem 
Truͤbſahl kommen. Brunnen, der vom Stul des 
4. Freuet euch, Ihr lieben Lebens fleußt, und fü haben fie 
Hertzen! Freuet euch nun all⸗ gewonnen, weil ſie nun dahin 
zugleich! die ihr traget Creutz gereißt: wo die Baͤume ewig 
und Schmertzen, werdet weder grünen, und die Blätter muͤſſen 
traͤg noch weich: dann das Lam dienen zum Geneſen aller Hei⸗ 
fo überwunden, hat den Sieg den, die das Lamm noch letzt 
am Creutz gefunden, wodurch wird weiden. 
Es ſo hoch erhoͤhet, auf dem g. Unſte Hoffnung muß uns 
gl Zion ftehet. kroͤnen ſchon hie in der Sterb⸗ 
5. Mit ſo groſem Sieges⸗ lichkeit, weil wir auch gr 
Prangen vor der gantzen Creu⸗ zu denen, die das Lamm ſich 
tzes⸗Schaar: die Ihm hier ſind zubereit: daß ſie dorten vor 
nachgegangen in ſo mancher⸗ Ihm ſtehen, und mit an dem 
ley Gefahr. Wann die Feinde Reihen gehen, mit der Schaar, 
fo erhitzet, daß fie mit Ihm die GOtt erheben, und Ihm 
Blut geſchwitzet: und, wann Preiß und Ehre geben. 
ſie geſchienen traͤge, truncken ſie 9. Unſer Creutz, das wir hier 
vom Bach am Wege. tragen, traͤget uns zu Gott 
6. Dieſes hat ſie mit erhoben dahin: darum ſind die Truͤb⸗ 
zu des Lammes Herꝛlichkeit, ſahls⸗Tagen lauter Seegen u. 
da ſie GOtt ohn Ende loben Gewinn. Wann wir hier ans 
mit ſo groſer Sieges⸗Freud, u. Ziel gekommen, werden wir 
nach vielen Schmertz und We⸗ mit allen Frommen erben, was 
hen thun ſie ſo am Reihen ge⸗ uns Gott wird geben dort, in 
en, auf den angenehmen jenem Freuden⸗Leben. 
Weiden, da das Lamm x 


* | So 


24 
33. ſo viel Erbarmen. = 
O können wir dann nun 3. Und weil wir nun den bes 
DD im Segen wallen dort⸗ ſten Schatz gefunden: daß unſer 
hin, nach jener ſchoͤnen neuen Hertz fo reichlich iſt getroͤſt: ſo 
Welt: weil GOtt, nach ſei⸗ bleiben wir auch ewig Ihm 
ner Gut und Wohlgefallen, uns verbunden, weil wir durch ſei⸗ 
hat geliebt und Ihme guser⸗ ne Wunder⸗Macht erloͤßt. Wir 
waͤhlt. Wir freuen uns, und eſſen nun aus Gottes reinem 
rühmen feinen Namen, und Weſen, und trinken aus dem 
preiſen feine Guͤt und Wunder⸗ reinen Wolluſt⸗Meer: die Liebe 
Macht: weil Er, durch ſeines machet uns in GOtt geneſen, 
Geiſtes Feuer⸗Flammen, uns wer wird uns von derſelben 
hat in ſolche heiſſegieb gebracht: ſcheiden mehr? diß wird wol 
daß wir zu jederzeit feinLob ver⸗ bleiben unſer Theil auf Erden, 
mehren, und Ihme Herzlichkeit bis daß wir dorten einſt verherꝛ⸗ 
und Ehre geben. licht werden. 1 
2. Wir haben nun das rechte 4. So iſt uns un er Theil ſchon 
Ziel getroffen: weil Gottes hier beſchieden, o See | 
Guͤt u. Liebe unſer Theil. Wol dem Leib der Sterblichkeit: 
uns! es ſtehet uns der Himmel ben daß wir wohnen in dem⸗ 
offen, und haben nun an Chris ſelben Frieden, der bey uns blei⸗ 
ſti Erbe Theil. Die Herzliche ben wird in Ewi keit. Wir tra⸗ 
keit, die dorten wird erſcheinen, gen zwar noch aſten hier auf 
wird alles Leiden von uns neh⸗ Erden, doch ſehen wir mit Gei⸗ 
men hin, u. wird vergeſſen ma⸗ ſtes⸗Augen hin, allwo wir einſt 
chen alles Weinen, mit reichem davon befreyet werden: erlan⸗ 
Seegen und mit viel Gewinn. gen unſern Lohn mit viel Ge⸗ 
Drum ruhen wir in ſeiner Liebe winn. Der Nutzen von deu 
Armen, die uns umgeben mit u. Trauer⸗Leben wird dor 


25. 
ew'ge Freud und Ruhe geben. 2. Wie ſelig iſt der Tag, da⸗ 
5. Drum ſind wir auch ſo wol rinn ich eingenommen zu dieſer 
in unſerm Ballen, weil wir mit reine Schaar der wahren Got⸗ 
fo viel Freud und Troſt erfüllt: tes⸗Fromen, die als die Lamer 
und weil wir alſo unſerm Gott gehn vereint auf ſuſen Weiden, 
gefallen, iſt aller Zorn und Ha⸗ allwo das keuſche Lamm fie 
der gantz geſtillt. Und weil wir tuht unendlich leiten. O ſeliger 
dann mit ſo viel Guͤt umgeben, Gewinn! wer da iſt eingegaͤn⸗ 
und unſer Gang mit GOttes gen, weil fie mit Heiligkeit im 
Huld verſehn: ſo werden wir innern Tempel prangen. 
auch in die Laͤnge leben, wann 3. Wie ſtill kan nicht ein Hertz 
ſonſten alles andre wird ver⸗ daſeibſt von inen werden, weil 
gehn. So lohnt uns dann die gantz vergeſſen find die Sorgen 
Hoffnung mit den Freuden, die dieſer Erden: nun iſt mein Hertz 
Gott in jener Welt uns wird vergnuͤgt, weil ich da eingenom⸗ 
bereiten. men, wo mein verliebter Sinn 
. 34. Ba au 11 N 10 1 Re 

0 D in dann! das ſuͤſe Gluck wird mir 
Se e en 1 denen mein Theil eetverben, daß ich 
Scharen, die hier die Jung⸗ in Ewigkeit werd nim̃ermehr 


f f verderben. 
frauſchafft auf dieſer Welt bes 4. Fahr hin, O ſuͤſe Welti mit 


den rann Land nachgehen Den den mich ft 
in keuſcher Ciebes⸗Zucht U. bit⸗ MM nümmermehr nach deinem 
tern Leidens⸗Wehen. Wol Aue 0 . 1 
daun du liebe, Geſchlecht, ich ſigkeiten, wodurch du dir zu 


komine euch entgegen, tuh Eh⸗ 9 urch du dir zuletzt 
re, Sama or wirſt tauſend Weh bereiten 


| nd Kron euch zu Wann du aufs Höchfte komſt, 
den Füſen legen. wird dich der Wind ker 


26. 


und ich werd nimermehr aus wie es um uns bewandt. 
Gottes Tempel gehen. Wañ das ſehnende Verlangen 
Die Rirche, flehet feine Vatters⸗ Treu, fo 
5. Willkom̃ du werthe Braut! konunt feine Hulff gegangen, 
wir ſtunmen allzuſammen, u. u. ſteht unſrer Schwachheit bey. 
5 unſer Ja in Lieb⸗verlibten 2. Wo wir alhier ſind beladen 
Flammen: der Weißheit Liebe⸗ mit fo manchem Drang und 
Brun muß num unendlich flie⸗ Leid, thut Er felbit dem Elend 
fen, und alle Bitterkeit durch rathen, u. hilfft uns zur rech⸗ 
Gottes Huld verfüfen. So ten Zeit. Seine Treu laßt 
find wir nun gepaart im Geiſt nimmer wancken waͤhrt der 
11 Taube, trotz wer uns a: ar er 
unfte Kron u. Jungfrauſcha in Schrancken, 
beraube. N gfrauſchafft und erloͤßt aus aller Noth. 
6. Die Welt iſt uns ein Born, 3. Darum bluͤhen unſte Cro⸗ 
der bittres Waſſer quillet, wer nen hier im Thal der 3 
daraus wird getraͤnckt, wird keit: die uns dorten werden loh⸗ 
mit dem Tod umhuͤllet. Wie nen in der füllen. Ewigkeit. 
rein iſt unſte Quell, ſo aus dein DIE iſt Freude die wir haben, 
Hertzen flieſet, das IEſus Lie⸗ wann wir auch ſonſt traurig 
be heißt, und unfer Leid verſü⸗ Gaben ſind unſte Opffer⸗ 
ſet. So find wir dan getraͤnckt Gaben, die wir bringen, wañ 
mit Gnade Huld und Liebe, u. wir flfenn. 
unſte Quelle wird in Ewigkeit + Und, weil wir find einge⸗ 
truͤbe. gangen, wo der reinen Laͤmer 


Richt 

nich e Schaar in 1 Be Tempel 
| . prangen, und GOTT dienen 
1% Leben iſt verborgen, Mind werden wir ohn End 


unſer Wandel Z Ott bekant; erfreut in des Lammes Nie ⸗ 
der weiß alle unſte Sorgen, u. drigkeit, und Hertz, Seel und 


‚ze . 


27. 
Geiſt erneuet: daß vergeſſen al⸗ 3. Diß iſt unſte Hoff auf 
les Leid. Erden, diß iſt unfrer Hoffnung 
5. So bluͤht unfer Leben wie⸗ Lauf: weil GOtt bey ſo viel 
der, das in GOTT verborgen Beſchwerden in den muͤden 
heißt: u. wir ſingen neue Lieder, Lebens⸗Lauff, unſte Geiſter 
wann uns Himmels ⸗Mannag oft eutzucket, daß ſie werden 
ſpeißt. Wohl dann weil uns hingeruͤcket, und im Schauen 
Gott erleſen Ihm zu Eigen in a ein, was dort offenbar 
der Zeit, koͤnnen wir in Ihm wird ſeyn. | | 
geneſen hier u. dort inEwigreit. 4. Welches nie ein Aug geſe⸗ 
1 35 1 0 PH 15 lan Hertz 
| Se verſteht, wird auch bleiben ewig 
U Nire Hoffnung muß uns ſtehen, wann ſonſt Alles unters 
Welt: weil wir ſind gezehlt zu Hoffen weil du dieſes Ziel gez 
denen, die Sich GOtt hat aus⸗ troffen: wo dein Schmat u. 
len Freuden, ſich in reiner Wol⸗ aufer Freud. b N 
luſt weiden, und Gott, ohne 5. Darum wallen wir mit 
End und Zeit, loben in die Freuden hin zur frohen Ewig⸗ 
Ewigkeit. f keit: u. vergeſſen alles Leiden, 
2. Dann wird man mit Au⸗ weil GOtt unſer Hertz erfreut. 
gen ſehen, was uus hier ſo klein Allhier, fremd und Unbekante, 
emacht: da wir unter ſo viel dorten Gottes Anverwandte: 
ehen wurden gantz gerung hier verworffen auf der Welt, 
gemacht. Wann das Leben dorten von Gott auserwahlt. 
wird erſcheinen, das fo unter 6. Wohl dann nun! weil wir 
langem Weinen tief in GOtt beleget mit fo reichem Ueber⸗ 
verborgen war, wirds recht fluß: den uns Gottes Güt zus 
werden offenbar. | 53 mit viel Segen und 15 
Mor auf 


28. 
nuß. Wann uns ſeine Liebe 3. Die eitele Dinge ſind nich 
trancket, u. vie Hummels⸗Moſt tige Sachen, drum hümmli⸗ 
einſchencket, ſind wir auf der ſche Seelen diß alles verlachen: 
rechten Bahn, wo uns nichts die eigene Liebe in Suͤnden er⸗ 
mehr ſchaden kan. boren wird gaͤntzlich zernichtet 
7, Und, weil wir des Freude und ewig verloren. 
haben, (wie uns auch wird ein⸗ 4. O Hertzens⸗erwuͤnſchete 
geſchenckt) ob Er uns mit Him⸗ ſelige Stunden! wir haben 
mels⸗Gaben, oder Bitterkeiten, das wahre Vergnuͤgen gefun⸗ 
traͤnckt. Wird uns auch noch den: wir leben geſchieden von 
Schmertz noch Leiden mehr allem auf Erden; drum muß 
von Seiner Liebe ſcheiden: obs uns die hummliſche Glorie dort 
auch waͤr des Todes Pein, werden. s 
dorten wirds ſchon anders ſeyn. 5. Der heilige Wandel in 
37. . kan in bah 
| as wahre Vergnügen gebaͤh⸗ 
aan alles zu Pulver und ren: wir allen — Bleiben 
Aſchen e Ren dem, wo wir ergeben, um 
werden die Goͤttliche Wege da nach feinen Gefallen 
zu leben. 


en 1 Din d e | 
macht richtig den Handel, ver⸗ 9% Die vi RER 
klaͤret die Hertzen zum Göttl⸗ 1 Wehen 115 nuch Sachen 
chen Wandel. d Sinnen die müſſen vergehen: wir has 
. Wo Hertzen und Sinnen ben nun alle ein Beſſers ge⸗ 
en be dan unn funden, weil wir find mit @ötte 
leben: das wahre Vergnuͤgen licher Liebe Varneden, 
wird ninuner gefunden, wo 8. | 
Seelen an etwas auf Erden I ann ein Beift iſt in Gott 
verbunden. verliebt, ſo kan fein Na 


geneſen: daß Ihn kein Leiden 
mehr betruͤbt, wo er ſonſt in 
geſeſſen. Wohl dann, dieweil 
wir ſolchen Sinn, der Alles 
Andre nimmt dahin! drum 
wird uns weder Schmertz, 
noch Leid beruͤhren mehr in 


8 7 

2. Die eitle Welt, mit ihrem 
Schein, iſt ewig hin vergeſſen: 
weil uns viel reiner Liebes⸗ 
Wein von GOTT wird einge⸗ 
meſſen. Wol uns! wir find 
nun kommen hoch, dieweil wir 


tragen Chriſti Joch: u. ſeines 


Geiſtes Niedrigkeit iſt unſer 
Troſt in Traurigkeit. a 
3. Wir preiſen Gottes Guͤt 
und Gnad, und wollen ſtets 
erheben: was Er an uns erwie⸗ 
ſen hat in unſerm gantzen Leben. 
Weil Er uns hat durch feine 
Huld getragen in ſo viel Ge⸗ 
dult: und uns von Sind und 
Tod befreyt, alhier, und dort, 
in Ewigkeit. 
4. Was Freud und Wonne 
muß aufgehn in Lieb⸗ verliebten 
ro „wann Gott geheilet 
ihre Wehn und Lieb⸗ verliebten 


29. 


Schmertzen. Da wird ſonſt 
kein Geſchrey gehoͤrt, als nur 
was Gottes Liebe naͤhrt: und, 
weil wir damit angefüllt, iſt 
aller Zorn und Haß geſtillt. 

5. Das Erbtheil iſt uns bey⸗ 
gelegt in viel Gedult und Hof⸗ 
fen, wen Gottes Huld u. Lang⸗ 
muth traͤgt, da iſt das Ziel ge⸗ 
troffen. So ſind wir dann 
damit geſpeißt, bis unſte Hoff⸗ 
nung Sachen : da ſteter Fried 
und Sicherheit u. Ruh wird 
ſeyn in Ewigkeit. 

39. 

Ann meine Seel in GOtt 
erfreut, ſo kan ich leben oh⸗ 
ne Kum̃er, und iſt mir alle Bit⸗ 
terkeit gleich einem ſanfft⸗ und 
ſuͤſen Schlummer: des groſen 
Gottes Wunder⸗Macht hat 
mich der eitlen Welt entnom⸗ 
men, und mir dagegen zuge⸗ 
dacht mein Theil mit allen 
wahren Frommen. 

2. Mein Gluͤck, das ich mir 
hab erwaͤhlt, wird dort in je⸗ 
ner Welt erſcheinen: und wenn 
es meinem GOtt gefaͤllt, ſo en⸗ 
2. digt 


30. 


digt ſich das lange Weinen. Gut zu hoffen, das in jener 
Die lang⸗ und ſchwere Pilger⸗ Welt beſteht: allhier will i 
Fahrt wird endlich ſchoͤn zur dulten, leiden, weil das Eitle 
Zeit ſich enden, und wenn der dieſer Zeiten ploͤtzlich wie ein 
Kummer überjahrt, wird ſich Rauch vergeht. 
der Schmertz auf einmal wen⸗ 2. Bin ich einſam und verlaſ⸗ 
den. fen, u. weiß keinen Troſt zu faſ⸗ 
3. Die Liebe hat mir zugedacht ſen, ruh ich in der Liebe Schooß: 
viel Leiden hier auf dieſer Er⸗ die mein Hertze hat bewogen, 
den; doch wenn mein Lauf zum daß ich wurd dahin gezogen, 
Ziel gebracht, ſo wirds guf ein⸗ wo man aller Sorgen loß. 
mal anders werden. Leid ich 3. Wann mein Hertz in Lieb 
ſchon manchen Druck u. Drang, zerfloſſen, wird ein ſolches Gut 
und trage viel und ſchwere La= genoſſen, das die Sinnen uͤber⸗ 
ſten, werd ich doch nach dem ſteigt: alles Elend wird ver⸗ 
muͤden Gang um ſo viel mehr geſſen; wo ich ſonſt betruͤbt 
und füfer raſten. | geſeſſen, ſich ein ander Leben 
4. Wann die Gedult den Glau⸗ zeigt. 
ben ſpeißt, und das Verlangen 4. Haben Andre vielen Jam⸗ 
Gott bezwungen: bin ich zur mer, ruh ich ſanfft in meiner 
andern Welt gereißt, und iſt Kammer, und vergeſſe Welt 
die Fahrt im Sieg gelungen. und Zeit. Bin ich ſtill und ab⸗ 
Drum will in Geiſtes⸗Niedrig⸗ Alben et fuͤhret mich derſelbe 
keit demamm nachgehen ſchoͤn Frieden ein zur ſtillen Ewigkeit. 
am Reihen: ſo werd ich mich 5. Wann diß ſanfft⸗ und ſuͤſe 
in Ewigkeit mit Gottes Aus⸗Sauſſen thut in meinem Her⸗ 
erwaͤhlten freuen. | sen brauſen, ſpuͤr ich Lufft der 
95 Ba a che che 
„ radieſes⸗Sonne gehet auf ini 
Ann mein Ziel iſt recht | 
Wagrnoffen, babe ich Hi win kan 81 


| | 31. 
Gott gefällt. und wieder Dencken, ſo muß 
6. Wann die Blumen vieler der Himmel ſelbſt mir tauſend 
Arten gehen auf in Gottes Gutes ſchencken. 
Garten, eß ich Brod der Se 3. Wan mir die Hoffnung 
ligkeit; kan ich Welt und Zeit ſcheuckt, was die Gedult erlof⸗ 
vergeſſen, wird mein Hertz in fen, ſo hat mein bloͤder Sinn 
Gott geneſen, und erfreut in ſein rechtes Ziel getroffen. Hier 
. waͤchſt der Glaubens⸗Baum 
7. Drum bin ich ſehr wol be⸗ auf unter vielem Leiden, dort 
rathen, weil an Welt u. Men⸗ eß ich feine Frucht mit vielen 
ſchen⸗Thaten ich bin ſtill und tauſend Freuden. | 
heim Ne 7 muß es 42. a 
mir gelingen, ich kan meine N al | 


Ä auf dieſer Welt zu finden 
nen Tag und Nacht. als fich deu keuſchen GD tt in 
41. reiner Lieb verbinden: Ich 


DIV Ann ſich das Glück der leid, ich lieb, ich dult, bin freu⸗ 
Zeit mir treff lich will an⸗ dig in dem Hoffen; doch iſt 
preiſen, flieh ich davon, und thu bey dieſem all das Ziel noch 

zur andern Welt hin reiſen: nicht getroffen. 
und tuht der Kummer ſchon 2. Wo Langmut keine Pein 
mich oftmal Eye plagen, und Hoffnung kein Verdruß, 
d muß des Todes Pein im da fließt der Segen aus mit 
Hertzen umher tragen: reichem Ueberfluß. Wo an⸗ 
2. So ſagt die Hoffnung doch, dre ihre Freud an Schein und 
dort iſt ein ander Leben, das Bildern haben, kan ſich ein 
dir der gute GOTT nach ſo Hertz in GOtt und feiner Lie⸗ 

viel Leid wird geben. Bin ich be laben. 

ſchon oft beſchwert durch 5 3. Wie ſuͤß iſt der Geſchmar⸗ 
| 3. | er 


32. 
der aus dem Hertzen fliefet der ten an j | 
Liebe, die mir mein fo re auch 00 pic 5 99 09 15 
Leid verſüſet: fo bald ich kom⸗ 3. Die Tage gehen hin, die 
men heim in meiner Mutter Zeit kan mir nicht geben was 
Stadt, die keuſche Liebe heißt, mich vergnügen kan aldort in 
macht ihre Full mich ſatt. jener Welt: und konte ich auch 
4. Bin ich ſchon noch ſo bloͤd ſchon hier in die Länge leben 
in meinem langen Hoffen: ſo ſo finde ich doch nicht was 
wird doch endlich noch das rech⸗ meinem Geiſt gefaͤllt f 
te Ziel getroffen. Wann die 4. Ich habe zwar allhier ſonſt 
vereinte Krafft aus GOtt mich keine andre Freude, als die mir 
gantz durchdrungen: ſing ich Gottes Geiſt in keiner Liebe 
das neue Lied: Gott Lobles ſchenckt: doch iſt mir diß d 
iſt gelungen. bey noch eine groͤſre ? er 
bey noch eine groͤſre Beute, 
43. wenn mein verliebter Sin aus 
Ar: j N 3 
DIR As iſt doch liebers wol JEſu Hertz getrauckt. 
auf dieser Welt zu nenen e 5. Die Liebe hat mich ſchon 
als wann ein Here ſtets dem dein. Deen einverleibet, fo m 
Himmel zugethan; diß iſt die der Weißheit dicht als Wun⸗ 
Brunſt, die mir thut in dem der wird eraunt und mim 
Herten brennen, u. mich ſtets don eine Deifährunie fein une 
treibet fort auf meiner Glan Meute treibt ſo wird 1e Seel 
bens⸗Bahn. erhoͤht und ihrem GOTT vers 
2. Drum ſuch ichs hoͤchſte 5 > 
Gut, ob zwar noch nicht gefun⸗ 6. Die holde Mutter Tren 
den, was mich in meinem Sin wird ſchon ihr Hertz aufſchlie⸗ 
in ſelche Brunſt gebracht: doch Fir, u. in ſich nehmen ein den 
lang- verliebten Sinn: und 


bin mit Geiſt und Hertz in au. i 
treuer ich verbunden zu war⸗ mein gehabte Müh u. langes 
| 1 | Leid 


| 33: 
Leid oerfüfen, da ich noch frein⸗ Erden, als mein Heil in jener 
de war, und nun ihr eigen bin. Welt: drum muß mir mein 
7. Wol daun! du ſuͤſes Gluͤck, Gluck noch werden, wann es 
das mir alldort muß blühen, meinen Gott gefallt. Muß 
wann dieſe eitle Welt wird fal⸗ ich ſchon verlaſſen ſtehen, aller 
len und vergehn: ſo wird kein Freud vergeſſend ſeyn, wird 
Fleiſch vor GOtt u. dein Ge⸗ mir doch nach vielen Wehen 
richt entfliehen, und ich werd mein GOtt anders ſcheuckẽ ein. 
mit viel Freud die Wunder Got⸗ 3. Hätte ich mein Glück ges 
tes ſehn. | funden, wo mein Hertz vergnuͤ⸗ 
8. Wie Er zu einem mal das get heißt: ich waͤr ewig GOtt 
Kleine wird erhöhen, das Ho⸗ verbunden, hin zur andern 
he ſetzen ab und treten in den Welt gereißt. Aber nun muß 
Koht: dann werd ich nimer⸗ ich umſchweben oft in mancher⸗ 
mehr aus Gottes Haufe ge⸗ ley Gefahr, u. in ſteten Sorgen 
hen, weil komen an ihr Ziel leben, daß oft Zeiten Tag und 

die viele Leidens⸗Noth. Jahr. 
4 4. Mir zu eng und lang auf 


ie Liel Erden, weil mein Gluͤck noch 
Wind ee de en Len nicht e wo mir wird 
trinckt, wird vom hoͤchſten Gut mein@rbf 775 werden 155 ER 
ernähret; O was wird da ein⸗ anger Schmert, geſchweigt. 
eſchenckt! Ob ſich ſchon mein Doch ich 8 ee 75 
6m da ung deren h ic at Lehe 
mein Berlangen währt wird zreiße 9255 Gores Hud. 
fie mir doch noch einſchencken, x a 
was mein langer Wunſch b:. _. | 
gehrt. DIN Je bin ich doch allhier ſo 
2, Ich ſuch nichts auf dieſer W gantz und gar Bra 


34: | 
auf meiner Glaubens⸗Bahn vielem Weh u. Leiden, bis ich 
und engen Leidens⸗Straaſen: alldorten werd am Lebens⸗ 
das Glaubens⸗Fuͤncklein zuͤndt Strom mich weiden mit der 
zwar oft den Eiffer au; doch erwaͤhlten Schaar, die hier auf 
ſinctt der ſchwache Muth oft dieſer Erden dem Lame gingen 
nieder auf der Bahn. nach in himliſchen Gebaͤrden. 
2. Allein ſeh ich dorthin, wo 6. Diß iſt dan nun mein Looß, 
mit viel Freuden prangen, die diß hab ich mir erwaͤhlet, daß 
hier in dieſer Welt den ſchina⸗ ich des Lammes Schaar als 
len Weg gegangen: ſo faͤngt Jungfrau zugezaͤhlet: drum 
mein Hertze an fuͤr Freuden auf⸗ geh ich ſo dahin, u. trage mei⸗ 
zuſpringen, daß ich in meinem nen Jammer, bis ich werd ge⸗ 
7 kan Hoffnungs⸗Lieder hen ein zur ſtille Ruhe⸗Kam̃er. 
ingen. f * | 
3. Trag ich ſchon manches a 4055 
Leid allhier auf dieſer Erden, MI fein ſiehts aus? der 
ſo wird mir doch alldort ein W harte Strauß iſt nun zu 
Beſſers dafuͤr werden: wann ſeinem End gekommen. O edle 
einſt die Erndte wird die Tre Kron! mein Gnaden⸗ Lohn 
er⸗Saat erfreuen, und GOTT wird mir nun mit der Schaar 
in jener Welt wird alles gar der Frommen. da 
erneuen. 2. Ich bin erneut, von GOtt 
4. Und ob mein Leid auch erfreut, mein Glück hat ſchon 
waͤr dem beſten Freund ver⸗ fein Ziel getroffen: in jener 
borgen: ſo weiß ich doch, es thut Welt, wenns Alte fällt, hab ich 
die treue Liebe ſorgen. Wann das wahre Gut zu hoffen. 
meine vebens⸗Kraft verſchwun⸗ 3. Der Weißheit Schein geht 
den ſcheint zu ſeyn: ſo ſchenckt tiefer ein, macht leicht der reinen 
dieſelbe mir viel füfe Freude ein. Tugend Spiegel: ich trinck 
5. So gehets auf und ab bey mit Luft aus ihrer Nn N 


mir druckt ein das volle Siegel. 
4. Daß mir mein Recht bey 
dem Geſchlecht, ſo wird der 
Jungfraun⸗Chor genennet. O 
groſe Freud! in Ewigkeit werd 
ich nicht mehr davon getreüet. 

5. Diß iſt mein Looß, in die⸗ 
fan Schooß werd ich wol ohne 
Ende raſten. Die ſuͤſe Ruh 

blüht imer zu, weil ich befreyt 
von allen Laſten. 

47. 

Je innig kan ein Hertz in 
W Gottes Biche raſten, ſo 
einmal gantz befreyt von Welt 
und Tages⸗Laſten: der Friede 
muß ſich da gleich einem Meer 
ergieſen, und die gehabte Muͤh 
und vieles Leid verſuͤſen. 

2. Diß wird wol kein Gedicht 
noch Meuſchen⸗Rath ermeſſen, 
was da in ſüſer Still vor Gu⸗ 
tes eingemeſſen: holdſelig iſt der 
Ort, wo ſolches Hertz in woh⸗ 
net, weil Gottes reine Lieb da⸗ 
rinnen ſelbſten trohnet. 
Ay angenehme Koſt! in fo 
viel Leid erworben, da oͤfters 
meine Krafft von Schmertzen 


* 


i 37. 
gar erſtorben. O theure Got⸗ 
tes⸗Huld! unendlich hoch zu lo⸗ 
ben, die mich erhalten hat in 
ſo viel ſchweren Proben. 

e 480 
Wde kan doch:: ein Hertze 
nicht loben den lieblichen 
Herrſcher den Koͤnig von oben: 
das alles Vergnuͤgen in Ihme 
efunden u. bleibet Ihm zeit⸗ 
ch und ewig verbunden. 
2. Kom̃t alle:, Ihr liebende 
Seelen, wir wollen zuſammen 
die Wunder erzehlen des, der 
uns gibt Segen u. ſtetigs Ge⸗ 
deyen, daß Hertze und Geiſte 
und Seele IM freuen. 805 
3. Kein Zaͤgen :,: werd imer 
gefunden, dieweil wir mit Goͤtt⸗ 
licher Liebe verbunden. Das 
Wehen des Geiſtes haͤlt alle zu 
ſammen, dieweil wir vereinet 
in liebenden Flammen. f 
4. Wie lieblich: ſind unſere 
Gaͤnge, wann die ſich erweiten 


4 


mach vielem Gedraͤuge! wo 


zeitlich⸗vergnuͤgende Freude ver⸗ 

ſchwunden, da werden die him⸗ 

liſche Schaͤtze gefunden. 
Drum 


E. 5 


36; . — — — { 
5. Drum koͤnnen: : wir alles Seelen ſtille Ruh wird nach u 


vergeſſen, wo wir auch in toͤd⸗ nach gefunden. Wie werd ich 


lichen Schmertzen geſeſſen: die⸗ ſeyn ſo froh, wann alles gantz 
weil wir die ſelige Fruͤchte ges vergeſſen: wo meine Seel zu⸗ 


nieſen, die unſere bittere Leiden 
verſuͤſen. fe 
6. Nichts kan uns:: den Him⸗ 
mel verſagen, dieweil wir das 
Treutze im Hertzen nintragen: 
O ſelige Wegfahrt! wer damit 
verſehen, wird dorten mit Freu⸗ 
den zum Himmel eingehen. 

7. Drum hoffen:, wir alle 
zuſammen, wir werden alldor⸗ 
ten den Segen 1688 Das 
lange Erwarten in Schmertzen 
und Jamer macht endlich ein⸗ 
gehen zur ſtillen Ruh⸗Kam̃er. 


49. 
kan mein Hertze nun 


Inge 
3 ſanfft in Ruhe raſten: 
weil GO TT mich hat befreyt 
von ſo viel ſchweren Laſten. 
Ich gehe zwar dahin in Leiden, 
Dulten, Hoffen; doch wird zu⸗ 
letzt noch wol das rechte Ziel 
getroffen. 

2. Dann meine Zeit iſt hin, 


die eitle Luft verſchwunden: der veralten. 


vor in fo viel Leid geſeſſen. 
3. Diß iſt nun meine Freud, 
die mir Geneſung giebet, weil 
meine Seele wird von meinem 
Gott geliebet. O reicher Troſt! 
was Huld, die mich bringt zum 
Geneſen, wo ich zuvoren war 
in fo viel Leid geſeſſen. 
4. So ruhe dann, mein Hertz 
in deiner ſtillen Kammer: weil 
dich dein Gott befreyt von al⸗ 
lem Leid und Jammer: dann 
innig eingekehrt, fein ſtill, und 
abgeſchieden bringt alle Voͤlle 
ein, und den erwuͤnſchten 
Frieden. ke 
40. 150 
Je lange ſoll mein Hertz 
W̃᷑ in dem 1 bremen, 
bis mein fo treuer Hirt mich 
wird ſein eigen nennen? die Lie⸗ 
be laͤſſet mich zwar nimmer⸗ 


mehr erkalten; doch will der⸗ 
ſelben Krafft oft vor der Zeit 


2, Ich 


3 
r nenn 
N ge zwar ohn End men auf die Bahn, wo täglich 
heit an dem ! 3 neue Lieder ſchallen, und Jedes 
ee in ſich erhöht, und hei⸗ Be thut 1 an. Es muͤſſe 
let meinen Schmertzen: * 5 75 eine Weiſe, daß wir ſo 
iſt mirs nicht genug, daß ich loben unſern GOtt, auf der 
kan dieſes wiſſen, ich moͤgte . — Himmels⸗Reiſe ges 
gern das Liebſt, den Braͤut⸗ treu zu bleiben bis in Tod. 
gam ſelber, kuͤſſen. 3. Die Liebe wird uns wol 
5 Und a. e ere. noch lohnen in iener ſchoͤnen 
mir ſo ins Hertz gefallen, daß neuen Welt, wo GO Ott wird 
Er mir bleibe der Liebſt 5 — Selber innen 5 und je⸗ 
ſend andern allen: ſo wirds noch des thun, was Ihm all 
wol geſchehn, per wird Wir gehen hin, beſitzen Frieden, 
umfaͤſſen, drum will ich Ihn den alle War a t geben er 
auch nun und ewig ninuner und wallen ſo gantz ab ahn 
N den die ſtille Eh und San 
7 r fad erquicket in 
RE Wei ian in dem Se ertzen, weil wir durch Bien 
ten Kinder⸗Sin wer an das ind befreyt von allem alten 
wol ee Eis ri ahine uns hat von Gott: ien, So 
Birk ben wol und find bera⸗ iſt uns dann das Zie a 
chen aus GOtt und feiner Fül- en gen die rechte B Die 
fe her, trotz was uns fonften © een A 0 Theil zu hof⸗ 
En a weil Liebe unſer m ver Hi: Cangan. 
Bru 
. koͤunen wir im Frie⸗ Wing ſind Ar mm ſo innig 
. wallen: weil wir . wohl in Gottes Salbe 
bey⸗ 


38. 


beyſammen: weil unſre Hertzen ja alles Guten voll: weil GOtt 
Freuden⸗voll in heiſſen Ein⸗ Selbſt unfre Sachen in allem 
trachts⸗Flammen. Die Liebe laßt gerathen wohl, und thuts 
macht uns Engel⸗rein, u. hei⸗ aufs Beſte machen. 
lig an Gebaͤhrden; damit wir, 5. Wohl dann! Wir leben ſo 
ohne Trug und Schein, mit dahin nach unſers Gottes Wil⸗ 
Ihm vereinigt werden. len, der lohnet uns mit viel 
2, Sag! Wer hat wohl ein Gewinn, thut alle Schmertzen 
beſſer Theil in dieſer Welt ge⸗ ſtillen. Und, weil wir dann 
funden: als ſo, mit Gottes Lie⸗ ſein Erb und Theil allhier, auf 
bes⸗Seil, zuſammen ſeyn ge⸗ dieſer Erden: ſo wird das al⸗ 


bunden. Wir wiſſen doch kein fergröfte Heil uns dort, nach 5 


ander Gut, das uns hat dort dieſem, werden. | 
u werden: als in fo reiner Lies 6. Lind weil wir dann ſo wol 
es⸗Gluth vereinigt ſeyn auf verſehn mit Gottes Guad und 
Erden. Gute: ſo wird auch unſer Thun 
3. Gott hat uns angenehm beſtehn, ohn daß wir werden 
une durch ſeine Gunſt u. müde. Wir bleiben dann dem 
Guade: weil Er uns ſo zuſam⸗ fue wo Ott uns Selbſt 


men bracht, daß Er dem Elend hinlencket: auch gibt, was un⸗ 


rathe. Es iſt uns wohl bey ſer Hertz begehrt, und Freuden⸗ 


diefein Sinn, wir werden nim⸗ Wein einft encket. 
mer ſterben. Die Liebe lohnt 53 — 
mit viel Gewin, u. laͤßt nicht en eee | 
mehr verderben. | DT Je find wir nun ſo wohl, 
4. So iſt dann unſte Freund W durch Engel⸗ſüſe d tebe von 
vereint mit GOT und Him⸗ Oben angefüllt, unt Ott ber: 
mels-Trieben Wohl uns! weil eintem Triebe. Die Eintracht 
wir deſſelben Freund: wird uns iſt die Flamm, daß unſte Brunſt 
kein Leid betruͤben. Wir find vermehret: wir ſind in Vd 


1 eee 39. 
Huld, drum macht uns Nichts durch reine Gottheits⸗Triebe. 
mehr truͤbe. 6. Drum muß der Lebens⸗ 
2. Was wird uns ſcheiden Lauf dorthin gerichtet ſeyn nach 
mehr von dem vereinten Band, jener Freuden⸗Welt, die ſich 
das uns gefangen Halt in Lieb⸗ alsdann wird zeigen, wan wir 
verliebten Weiſen. Wir ſind zum Ziel gebracht, und gantz 
en 2 151 5 4 Eh und Ihn in 
f reinen Liebes⸗ Ewigkeit beſingẽ ohne Schwei⸗ 
8 ohn Trug und falſches en. | 5 3 4 
Gleiſen. 42 5 2 | N 
3. So ſind wir dann daheim n 
u. haben den Genuß aus Got⸗ II thut die Lieb ſo wol, 
tes reiner Huld und füfer Lieb W ſie machet Freuden voll: 
erworben. Wir trincken reinen ſie ſchmnecket Himels⸗ſuß, bringt 
Wein, u. eſſen Gottes Brod, uns ins Paradieß 
das uns das Lamın erheiſcht, 2. Sie iſt der Gottheit Krafft, 
da Es fuͤr uns geſtorben. die neues Leben ſchafft: gibt ei⸗ 
4. Die angenehme Huld aus nen Kinder⸗Sinn nümmt alles 
Gunſt von Oben her, nimmt Alte hin 
unſre Sinnen ein, und ſchaffet 3. Die Lieb iſt unſte Cron, fie 
ſteten Frieden. Wir leben, wie heiſſet Gottes Sohn, auch Ehr 
es GST durch Seine Gunſt und Schmuck dabey: ſag! Ob 
. u. uns mit Liebe naͤhrt was beſſer ſey?. | 
n Jammer⸗Thal hiemeden. 4. Sie gibet Kraft im Kampf, 
5. So find wir dann begabt vertreibt der Suͤnden⸗Dampf: 
aus Gottes reiner Guͤt, die uns gibt einen Helden⸗Muth, zu 
an ſich gebracht durch die ver⸗ ſtreiten bis aufs Blut. 
einte Liebe. Wir leben dann 5. Sie iſt die Kraft im Lauff 
dahin, wie feine Gunſt zutheilt: fie muntert freudig auf: wait 
weil wir nun ſind ehe es an Rath gebricht, ſo gal, ſie 
Ez. 14 


40. 
Unterricht. a pe 
75 Seid a Bahn Sen f weil mie den Ort gefunden: wo 
macht uns Engel⸗rein: wer ihr Gott a | Rast 85 
bleibt zugekehrt, wird wie das nicht mehr hinar iſt ge⸗ 
Gold zerahet hehe: doit babe tt ur 
7. Wir. find ihr e fie eint, und vor Ihm ſtehen ei 
hat uns auserwaͤhlt: in ſieben⸗ 4. GOtt iſt dun unſer 4 
facher Prob bereit zu Gottes u. ei nun unfer Lohn 
Bob, 3 Erbtheil worden: weil 
8. Wir ſind nicht mehr wie ee g e 
vor, dann ſie hat Hertz u. Ohr Gottes⸗Dienſt ohn Ende waͤh⸗ 
mit ſolchem Sinn erfüllt, der ren: den weder Zeit noch Jahr 
aus der Liebe quillt. mehr wird verzehren. 
i 1 LIE e. iſt — worden wol, 
eben gantz vergnügt vir den Schatz gefunden: 
Win aller Sorg ent aden: wo wär auf eivig hin bieiben 
wir haben GOtt zum Freund, ut Gott verbunden. Diß iſt 
trotz, was uns könne schaden! das beſte Theil, dae uns Font 
der Kumer iſt dahin, und gantz werden: drum wird vergeffen 
vergeſſen: weil wir ſind Freu⸗ gantz die Freud der Erden. 
den⸗voll in GOtt geneſen. 6. Da ſoll es bleiben bey, es 
2. Wir ſind zuſammen ein ins wird nicht mehr gebrochen, 
Hal getreten, um da was Gott uns zugefagt, und 
vor G Ott zu ſtehn mit heiligen elbſt wit Eyd verſprochen. 
Gebaͤten. Da muß der reine Was wird uns dann hinfort 
Sinn zu GStt aufſteigen vor mehr koͤnnen ſcheiden? weil Er 
dei Genaden⸗Stuhl in kiefſtem uns hat beglücht mit fo viel 
Beugen. | Funden Wan 
3. Wir ſind nun komen heim 5 7» Iſt uns dann unſer Looß 


ie 1 
— 


41. 
von Gott nun ſelbſten worden, nicht zuletzt bringt Wonne, und 
daß wir Ihm bleiben treu in ſeinen vollen Lohne. 
feinem heil gen Orden: fo hof: 4. Drum bleibet unſer beſter 
fen wir noch das, was dort Troſt uns hier im Ereutz ver⸗ 
wird werden: wann wir erlo⸗ borgen: wir warten, bis uns 
ſet ſind von dieſer Erden. Gðtt erloͤßt von aller Muͤh u. 

56. ee m ar 1 5 klein, 
0 Fun U es muß fo ſeyn, ſo lang wir 
DEF" leben in viel Herzens hier auf Erden: dort wirds 
Freud weil GOtt uns ſo ſchon beſſer werden. 
begluͤcket: und in des Geiſtes 5. Drum iſt der Schluß bey 
Niedrigkeit ſo manchen Troſt na gemacht, zu tragen unſte 
zuſchteket. Es iſt der Sinn ge⸗ gaſten: wenn wir zuln rechten 
nuch borthin, mach duenwaß⸗ Jil gehracht, werden wir fie 
ren Freuden, die GOTT uns cher kasten. Die Trauer⸗Zeit 
FF bringt lauter Freud, in jener 
2. Ob wir zwar wol ein ar. Melt dort oben, da wir Gott 
mer Hauff, veracht, gehaßt ewig loben 
verſchoben: ſo wird doch unſer ; 
Glaubens-Lauff, nach ſo viel 57. 
harten Proben, uns bringen Walen wol und find voll 
in zu dem Gewinn: da ewig anck und Loben, weil 
in vergeſſen, wo wir einſam wir errettet find aus fo viel Pro⸗ 
n ben: durch Gottes Macht und 
3. Sind wir gleich elend, arm ſtarcke Wunder⸗Hand, wo⸗ 
und bloß, von Jederman ver⸗ durch Er uns bisher gethan 
laſſen: GOTT ſcheuckt uns Beyſtand. en 
Troſt vons Hinunels Schooß, 2. Sein Gnad und Guͤte wer⸗ 
wann wir es koͤnen faſſen. Es de hoch gepriefen, die Er zu je⸗ 
iſt kein Leid in dieſer Zeit, das der zeit an uns erwieſen: gi 


6. Von Kind zu 


4. 


ſeine Gnad und treue Gottes⸗ 


Huld, uns hat getragen mit 
ſo viel Gedult. | 

3. Wañ unſer Leben nah war 
an der Hoͤllen, thaͤt Er bald 
allen Schmertz und Jammer 
ſtillen: und hat geholffen aus 
ſo viel Gefahr, durch ſeine rei⸗ 
che Guͤt ſehr wunderbahr. 

4. Wann wir geſchienen gantz 
und gar verlaſſen, ſo that Er 


uns mit reicher Guͤt umfaſſen: 


und halff uns aus dem hart⸗ 


und ſchwehren Streit, damit 


vergeſſen wuͤrde alles Leid. 

5. Drum koͤnen wir auch Sei⸗ 
ner nicht vergeſſen, weil Er uns 
ſo viel Gutes eingemeſſen. Wir 
ſagens nach, und ruͤhmen ſeine 
Macht, die uns ſo wunderbar 


urecht gebracht. 
eh Kindes⸗Kind 


wird man Ihn preiſen, Ihm 
geben Lob und Ehr mit ſchoͤ⸗ 
nen Weiſen. Wir freuen uns, 
find froh in unſerm GOtt, der 
uns zuletzt noch hifft aus aller 
Noth. | we 


u . AA. 


reu kennen, und geben Lob Ehre 
mit innigem Beugen, wann ie | 
| h 


Fa EL. 
DIT IR fißen nun in tiefer 
Still bey der ſo reichen 
Gnaden⸗Fuͤll, die GOtt uns 
eingemeſſen. Wir haben einen 
neuen Sinn, weil GOtt den 
alten nahm dahin, daß wir in 
Ihm geneſen. O wohl uns! 
wir haben gefunden hienieden 
den inneren heimlich verborge⸗ 
nen Frieden. 
2. Wir ſind gantz anders als 
uvor, dieweil wir in den in⸗ 
nern Chor des Heiligthums eine 
gangen: alwo man reine Opf⸗ 
fer bringt, und ſtetig neue Lie⸗ 
der ſingt, vor GOtt in ſtillein 
Prangen. Das ſeelige Den⸗ 
cken in heiliger Stille bringt 
wahres Vergnügen in Goͤttli⸗ 


cher Fualie. 
3. Die Andacht ſteiget ſtetig 


auf vor GOtt, in dieſem Geiz 
ſtes⸗Lauff, in reinem Liebe⸗ 
Brennen. Der reine Orden 


geht einher, geziert mit Heilige 


eit und Ehr die all den HEer⸗ 


3 43. 
fo die Andacht der Hertzen an⸗ das GOtt wird zu ewigen Zei⸗ 
zeigen ten erheben. 


4. Da findet man des Glau⸗ fi 
bens Gold, welches des Prie⸗ i > FR 
ſter⸗Ordens Sold, wo Gott Med die vereinte Krafft der 
fie mit begabet: dabey das W Geiſter dringt zuſammen, 
reiche Salbungs⸗Oehl, wovon wird aller Wahn verzehrt, wie 
erquickt der Krancken Seel, u. Stoppeli in den Flamen. Die 
Geiſt und Hertze labet. Wer Einheit iſt die Krafft, wo Zwey⸗ 
damit begoſſen, iſt ſeligſt ges heit dran verſchwindet, u. das 
neſen, und von GOtt zum Ei⸗ verdoppelt Ein, ſo GOtt und 
genthum innigſt erleſen. Menſch verbindet, | 
J. Da fliefet auch der lautre 2. Beſieget alle Hoͤh, Geſtal⸗ 
Strom auf die, ſo heilig, keuſch ten, Form u. Weiſen, gehn in 
und fromm, und da feynd ein⸗ ihr Weſen ein, und 11 den 
nn gruͤnt des Geiſtes Schöpfer preiſen: weil nichtes 
Fruchtbarkeit, die ſich daſelb⸗ ſo gering und klein auf dieſer 
ſten ſchoͤn ausbreit, wann fie Erden, wo nicht des Schoͤpfers 
den Her anbaͤten, erzeigen Macht font dran verherꝛlicht 
Ihm Ehre in reinen Gebaͤrden: werden | | 
bis daß fie dort mit Ihm, ver⸗ 3. Die Viel⸗ und Zweyheit iſts, 
herrlichet werden. ſo alle Ding verkleinet, u. durch 
6. Drum find wir auch innig SGetheiltheit fo des Schoͤpfers 
ſo ſtill, weil mit ſo reicher Macht verneinet: weil nichts 
Gnaden⸗Fuͤll wir ſind von ohn Urſprung iſt, was kan ge⸗ 
Gott begabet: in Seines Tem⸗ ſehen werden. Von GOTT 
pels Heiligthum, wo ſteter Frie⸗ kommt alles her, was auf der 
de um und um, und Hertz und gantzen Erden. 
Geiſt ſich labet. O wohl uns! A. Wann auch das Boͤſe ſelbſt 
wir haben gefunden das e feheinet zu verlieren, 90 
5. eine 


4 | 


— —Uä—H———— —— —— — — — u 
feine Urſach doch mich zu dem 2. Thut ſchon der Schmertzen 
Schöpfer führen: drum wol oft durch Geiſt u. Seele drin⸗ 
mir! wañ ich hab die Eintracht gen, fo daß der ſchwache Muth 
wieder funden, dann iſt der will ſincken auf der Bahn: 
muͤde Geiſt mit GOttes Lieb wird doch der Hoffnungs⸗ 
verbunden. Ä Baum noch feine Früchte brin⸗ 
60. gen, wann der Gedeyen gibt, 
Z letz muß werden gut, ders Beſte geben Fan. 
wenn alles Leid zu Ende, 3. So Oe ich dahin in mau⸗ 
ich ſehe ſchon im Geiſt die Hoff⸗ cherley Veſchwerden, die GOtt 
nungs⸗Baͤume blühn: zuletzt nur zugedacht allhier auf dieſer 
ſiehts anders aus, da ruhn die Welt alldorten wird es ſchon 
Ba era: die fich hier auf Hl a a a 
b viel und manche Weiß be⸗ ich werd gehen ein ins frohe 


E —T—bPVTX—X—X—ÄM— 
r — 


a8 
KJ RREN 
Der einſamen und verlaſſenen 


Jurtel⸗Jauben. 


Die Choͤre des Himmels ſtimmen mit an, und die 
Geiſter, die vor GOT gehen, ſchallen mit hernieder. 


Seel 


Bu 
1. 1 


Les, was wir allhier vergehn. 
ſehen auf der Erden uͤ⸗ 3. Zion zchlet ihre Gaͤnge, eylt 
berall, das wird fallen und jagt dem Ende zu, ſieht 
und vergehen: wann da komen erweitet ihre Enge: wo bereit 
wird ihr Fall. Aber Zions die wahre Ruh, u. das rechte 
Stadt bleibt ſtehen, auf den Ziel getroffen in der ſchoͤnen 
Bergen ſchoͤn erbaut, u. wird neuen Welt. O du ſeligs Dul⸗ 
nimmermehr vergehen, daß ſie ten, 2— 16 derer, die GOT 

Jederman anſchaͤut. zugezehl 

2. Mit Verwunderung zu ſa⸗ 4. Danndie Ruthe iſt zerbro⸗ 
gen, werden ſie beſtuͤrtzet ſtehn: chen, und des Treibers böfer 
wann die Suͤnder mit viel Za⸗ Grimm: GO TT hat . 
gen werden fallen u. vergehn: cen Wer e durch der ſtar⸗ 
id Zion mit groſen Freuden ck chter Stimm. Die 
wird aus 7 Kercker gehn, erthoͤnen und erſchallen, zeigen 
Gottes Wunder Macht aus⸗ Babels Sünden an: wann die 
kiten: die wird 3: wird zu Boden fallen, rn. | 


* 2, Sa 


N 


ER 
— 4 N 


_ 


fich öffnen Cangan. 

5. Drum muß Freud u. Won 
aufgehen der ſo kleinen Zions⸗ 
Heerd: weil ſich enden ihre We⸗ 
hen, u. die Caſt in Luft verkehrt. 
Nun ſteht man fie wieder kom⸗ 
men in viel Frieden nach dem 
Streit, und auf ewig hiuge⸗ 


ſehen der Gedult und Cedigkeit 


im Entſagen aller Dingen, 
und im Hoffen, rein bewaͤhrt. 
Wohl nun! ſo muß es gelingen 
der ſo kleinen Zions⸗Heerd. 
9. Ich bin froh in meinem 
ertzen, freue mich der Gottes⸗ 
ren, die mir heilet meinen 


nommen ihr ſo vieles Weh u. Schmertzen, und mir ſo thut 
Leid. ſtehen bey: fuͤhrt mich ein zur 
6. Da ſie ſonſten oft geſeſſen in ſtillen Kammer, und erweitert 
ſehr vielem Zwang und Drang, meine Eng, daß vergeſſen aller 
u. ihr wurde eingemeſſen Leid Jammer, und das viele Noth⸗ 
u. Jammer fuͤr Geſang: weil Gedraͤng. | 
in ihrem Trauer⸗Stande, fie zo. O du reines Liebe⸗Leben 
als Fremd und Unbekannt, u. derer Seelen, die ſich GOtt ſo 
ein Gaſt in fremdem Lande, in Allem übergeben! weichen 
auf dem Weg zum Vatter land. auch in keiner Noth. Ihr Ge⸗ 
7. Freuet euch, Ihr lieben neſen in dem Hertzen aus der 
Hertzen, die ihr treu geblieben reinen Liebes⸗Bruſt macht ver⸗ 
ſeyd in ſo vielem Leid und geſſen allen Schmertzen, und 
Schmertzen, und ſo manchem genieſen Himmels⸗Luſt. 


ſchwerem Streit. Nun muß 11. O du heiligs GOtt⸗Erge⸗ 


euch die Sonn aufgehen nach ben! O du füfes Himels⸗Brod: 
der truͤb⸗ und duncklen Zeit, u. wer in feinem gantzen Leben 


wird nimmer untergehen: bis wird geſpeißt init Schmertz u. 
ihr gantz und gar verneut. Noth: Freud u. Wonne wird 


8 O was Freude thut auf⸗ gegeben in die Seelen in der 
Jak: hier ſchon, in der Lebens⸗ Still, fangen an ein himmliſch 


. 


eit? wo man kan die Fruͤchte Leben aus der reichen er | 


47% 
Sul. | vertraut: mit zu dulten und zu 
12. O du Thron⸗Sitz reiner tragen ſeine Schmach auf die⸗ 
Liebe! O du heiligs Boͤlckeleinn ſer Welt, drum wird, nach 
das durch keine Leidens⸗Trie⸗ den Truͤbſahls⸗Tagen, fie gehn 
be, noch durch Schmertzen, ein ins Hümmels⸗Jelt. 
Noth und Pein, weichet von 16. O du Freuden⸗volles Le⸗ 
den reinen Schrancken der Ge⸗ ben, das alsdann wird offen⸗ 
dult in Leidens⸗Zeit: im Er⸗ bahr! wer ſolt ſich nicht gantz 
warten, ohne Wancken, anf hingeben, mit der lieben from⸗ 
GOtt, der Erquickungs⸗Zeit. men Schaar feine Saat, hier 
13. O ihr reinen Seelen alle, auszuſpreiten mit viel Schmer⸗ 
die ihr Zion zugenamt, freuet tzen, Angſt und Pein: weil in 
euch mit frohem Schalle, die jenen Ewigkeiten Alles wird zu 
Ihr mit von GOtt herſtamt: Freuden⸗Wein. 
und zu ſeiner Luſt erkohren, als 17. So dann, lieb u. werthe 
ſein werthes Ei re und Seelen, freuet euch der guͤld⸗ 
aus ſeinem Gei 155 ohren, zu nen Zeit: laßt uns Gottes Lob 
erzehlen ſeinen Ruhm. erzehlen hier ſchon, in der Sterb⸗ 
14. Tretet freudig mit zuſam⸗ lichkeit. Keines laſſe ſich ver⸗ 
men, ſtimmet eure Lieder an! weilen, einzugehen in die Stadt, 
brennt in Lichter⸗lohen Flam⸗ weil nun balde kom̃t mit Eilen, 
men! laufft mit Freuden fort was Gott lang beſchloſſen hat. 
die Bahn zu dem frohen Freu⸗ 18. Kommt, wir wollen nun 
den⸗Leben, das mit Eilen bricht erheben unſers groſen Gottes 
herein, fliehet alles Widerſtre⸗Macht! Herꝛlichkeit und Ehr 
en! dringet ſo ub gan ein. Ihm geben, Der uns bis hieher 
15. Denn da ſind die guͤldnen gebracht. Annen! Nun kom̃en 
3 der vermaͤhlten Jeſus⸗ die Zeiten: da die from̃e werthe 
Braut offen in dem Bundes⸗ Schaar, in die Laͤng der Ewig⸗ 
Orden, weil ſie ſich mit Jus keiten Ihn wird loben A ; 
5 . 3» g se 


48. 


2, 
aa Er Glaube fiegt dur 
D IEſum Chriſt, Der al 
Macht bezwungen der Feinde, 
die zu jeder Friſt guf meine Seel 
gedrungen: Er herꝛſchet nun 
durch feine Kraft in mir, daß ich 
werd tugendhafft. 2 

2. Ehdeſſen ging ich groß ein⸗ 
her in meinen eignen Wegen: 
gedachte wunder, wer ih war, 
Font viele Ding auslegen. Gab 
von mir vielen Glantz und 
Schein, u. war doch nicht, wie 
ich ſolt ſeyn. f 

3. Das rechte Klein⸗ſeyn fehl⸗ 
te mir, ich war no 
beuget. Ob ich ſchon Wunder⸗ 
Dinge hier den Menſchen an⸗ 
gezeiget: ſo war es meiſtens 
doch nur Schein, es muſten an⸗ 
dre Sachen ſeyn. 

4. Als die uns blaſen nur voll 
Wind, und doch das rechte Les 
ben nicht geben, wo man uͤber⸗ 
windt die Art vom Widerſtre⸗ 
ben: da man auch in dem be⸗ 
ſten Schein oft Ott thut gantz 
zuwider ſeyn. 


FC 


Ob man auch hin und her ſchon 
lieff vom Abend bis an N 


ch nicht ge⸗ gefu 
uͤberwunden. 


5. Die Wege Gottes ſind ſehr 
tief vor unſerm Aug verborgen. 


or⸗ 
gen: ſo findet man doch insge⸗ 
mein nur Sachen, die nicht 
Gottes ſeyn. 

6. Dieweil des Menſchen Hertz 
verkehrt, u. ſchwehr herum zu 
wenden: drum werden ihr fo 
viel bethoͤrt, daß ſie den Weg 
nicht finden. Man ſucht ihn in 
der Hoͤh und Breit, und er iſt 
in der Niedrigkeit. 

7. Nicht uͤber Lufft, im Ster⸗ 
nen⸗Zelt, wird GOttes Weg 
funden: wer da ihn ſucht, 
wird bald gefällt, vom Teuffel 
nden. Ja auf der 
Welt, in weitem Raum, da 


wirſt du ihn auch finden kaum. 
8 


3. Wo Jeſus erſt gebohren 
war, da thut je Weg anfan⸗ 
en: im Stall, 4 

Zierrath war, da fing Er an zu 
prangen mit ſeinem heimeli⸗ 
chen Pet und ſo die Welt 
zu nicht gemacht, 

9. Mit ihrem Glantz e 


wo gantz kein | 


| 49. 
lichkeit, und falſchen Trug und treuer Mann, und wird nicht 
Weſen. Und was fie ſonſt in überwunden; ob Sünde Teuf: 
dieſer Zeit zu ihrem Theil erle⸗ fel und die Welt ſich gegen ihn 
fen: das wurd zernichtet gantz ſchon hart anſtellt. | 
und gar, als JIEſus nur geboh⸗ 14. Der Glaube ziehet IE⸗ 
ren war. ſum an mit gar geheimen Kraͤf⸗ 
10. Der weißt den Weg zum ten: ſo daß man in Ihm ſiegen 
Vatterland, wo man die Ruh kann wider die viel Geſchaͤff⸗ 
kan finden: wer hier der Welt ten, die Satan, Welt, in Fleiſch 
wird unbekannt, laͤßt ihre Luft: und Blut, in uns ſehr oft er⸗ 
dahinden, der hat gefunden die⸗ regen thut. | 
ſe Bahn, wo man auch nim⸗ 15. HErꝛ IJEſu! du mein eine: 
mer irꝛen kan. eine Theil, dir hab ich mich er⸗ 
11. Wer da gedencket treu zu geben: Du Du biſt meiner See⸗ 
ban, der ſeh dann auf fein Le⸗ len Heil, in meinem gantzen Le⸗ 
en, wie diß war bis ins Grab ben. Ach! bleibe ftefig doch bey 
nein, und wie Ers hin gege⸗ mir, daß ich kan treulich folgen 
en, daß es zu einem Vorbild dir. 
werd den ſeinen, hier auf dieſer 3. 


Erd. | a 4 
12. Und wer ſich daun in al⸗ N Er Tag von Freuden voll / 
lem Thun diß Vorbild laͤßt ge⸗ D worauf ich lang thaͤt war⸗ 
allen: der wird ſehr ſauft im ten, hat nun eröffnet ſich in 
2 ruhn, u. ficher können meinem Hertzens⸗Garten: vor 
wallen. Dann dieſer Weg iſt meiner Thür. hat oft gewar⸗ 
voll Beſcheid, voll Demuth u. tet mit Verlangen das treue 
en 19 mich brünſtig 
13. Wohl mir, ich habe dieſe zu umpfangen. . 
Bed in Demuthe- Thal ge : Da ih in wieer gun mit 
funden: wer drauf geht, iſt ein Unruh und EN 5 


firchte hie und da gelabt, er⸗ 
quickt zu werden: wie muͤde 
wurd ich oft, daß ich kont 
ſchwerlich tragen die Laſten 
vieler Buͤrd in ſo viel Truͤbſals⸗ 
Tagen. | 

3. Nun aber ich erblickt in 
meiner Hertzens⸗Kammer das 
treue Mutter⸗Hertz, vergeß ich 
allen Jamer, der ehmals plag⸗ 
te mich in vielerley Gefahren, 
die mich betretten hier in mei⸗ 
nen Creutzes⸗Jahren. 
4. O Thorheit! daß ich ſucht 
den Schatz, in mir verborgen, 
in aͤuſerein Gewerb, und vie⸗ 
ler Muͤh und Sorgen: Nun 
aber, da ich hab ſo nah vor 
meiner Thuͤr gehoͤrt die holde 
Stümm, die ruft: kommt her 
zu mir. 

5. Und folget meiner Lehr, die 
tuch mit Himmels⸗Gaben er⸗ 
quicken wird, daß ſich die Seel 
und Geiſt kan laben. Drum 
folg ich ihrer Stimm, der in⸗ 
nern Himmels⸗Lehren, verach⸗ 
te, was auch ſey, thu mich an 

nichts nicht kehren. 


4. 8 
D Je heilige Einheit vermeh⸗ 
ret die Reinheit, verdop⸗ 
pelt die Wege zur inigen Klein⸗ 
heit. Wann Hohes und Tiefes 
in Eines zerfloſſen, kan Sünde 
noch Hölle es nimer umſtoſſen. 
2. Wann heilige Seelen zu⸗ 
ſammen verbunden mit bins 
liſcher Liebe, da werden gefun⸗ 
den die ewige Schaͤtze in wah⸗ 
rem Vergnuͤgen: da Alles ſonſt 
Andre zu Boden muß liegen. 
3. Wenn Sinnen u. Dencken 
von 1 Sachen die 
Hertzen von Freuden und Liebe 
voll machen: ſo muͤſſen ver⸗ 
ſchwinden die eitelen Sinnen, 
und alle getheilete Bilder zer⸗ 
rinnen. 

4. Wo Hertzen ſind ſtetig hin⸗ 
einwaͤrts gekehret: da werden 
die himmliſche Schaͤtze ver⸗ 
mehret. Die Freude der Erden 
iſt ewig verſchwunde, dieweil ſie 
mit Goͤttlicher Liebe verbunden. 

5. O heilige Eintracht! O in⸗ 
niges Weſen, wo Stelen Zus 
ſammen in Liebe geneſen! “en 

bes. 


5 


beſſere Haabe wird jemals ge- uns halten, und nimmermehr 


funden: als wo man iſt alſo 
zuſammen verbunden. 
6. Vergnuͤgende Wolluſt u. 
inniges Schweigen bringt hei⸗ 
lige Eintracht u. tiefeſtes Beu⸗ 
en Vereinigte Hertzen erhe⸗ 
en zuſammen den Hoͤchſten zu 
Zion, in liebenden Flammen. 
7. Es muͤſſen Gedancken u. 
Sinnen ſelbſt ſchweigen von 
Goͤttlichen Sachen, wo GOtt 
Sich thut zeigen bey innigen 
Seelen, die alſo vereinet, u. ale 
le getheilete Vielheit verneinet. 
8. Es muͤſſen ſich freuen die 
Engliſche Schaaren, wenn 
Seelen ſich alſo in Liebe thun 
paaren: ſo daß ſie Nichts An⸗ 
ders mehr ſuchen auf Erden, 
als daß ſie im Lieben, vereini⸗ 
get werden. | 
9. Der Himmel u. Erde die 
muͤſſen ſich freuen, wenn alſo 
vereinet die Lieben Getreuen 
im HeErzen, u. Ihme zu Eigen 
ergeben, um gaͤntzlich nach ſei⸗ 
nem Gefallen zu leben. 
1 O. du Liebſten! Wir 


wollen zuſammen 
G 


laſſen im Lieben erkalten. Es 
muͤſſe nun Alles ſonſt Andre 
vergehen, was nicht in verei⸗ 
nender Liebe kann ſtehen. 

11. Es werde zernichtet, von 
Gott ſelbſt gerochen das, was 
uns bishero die Liebe zerbro⸗ 
chen, und alſo gezweyet ohn 
wahres Geneſen, wozu uns 
doch ſelber GOtt Ihme erleſen. 

12. Es müfle nun ſchweigen 
und ewig vergehen das, was 
nicht in ſeinem Gerichte kañ ſte⸗ 
hen. Es werde nun Alles zu⸗ 
ſammen zerſtreuet das, was 
uns bishero die Eintracht ge⸗ 
zweyet! | 

13. So werden wir nimmer 
im Lieben ermuͤden, wañ wir 
uns von aller Getheiltheit ge⸗ 
ſchieden. Wir werden, als gruͤ⸗ 
nende Zweige, da ſtehen, an 
welchen die Wunder des Her⸗ 
ren zu ſehen. 

14. Die Treue, die Er uns 
von Innen an werd von 
uns zu ewigen Zeiten geprie⸗ 
ſen: und ſonderlich, weil wir 
auch jetzo beyſam̃en, die vn 

U. 


52... | 
zu reißen in liebenden Flamen. Göttliche Seelen, die» täglich, 
15. Erzeigen Jh Ehre, in mit reineſtem Wandel, erzeh⸗ 
reinen Geberden, als Erſtling len die Wunder des Herzen an 
der Liebe, ſchon hier auf der Sinn und Geberden, erkaufft 
Erden: die Er Sich erkauffet von Geſchlechtern u. Voͤlckern 
zum reineſten Leben, als Jung⸗ der Erden. a | 
fraun, die Ihme ſich eintzig er⸗ 20. Er lehret ung täglich viel 
geben. heilige Sitten: daß alle die 
16. Zu leben gantz heilig, in Menge der Feinde beſtritten: 
Engliſcher Klarheit, und blei⸗ wenn wir Ihn verehren nach 
ben zuſammen verbunden in ſeinem Gefallen, ſo koͤnnen wir 


Warheit: ein ewiges Jubel freudig im Segen fort wallen 


muß innig erſchallen, dieweil 21. Die Wege, worinnen wir 
wir nun leben nach Seinem werden erlangen die Crouen des 


Gefallen. Lebens mit ewigem Prangen: 


17. Wir werden nun bleiben kein Zeichen vom Weichen 
und ewig beſtehen, wann Al⸗ muß nunmehr geſchehen, fo koͤn⸗ 
les ſonſt Andre zu Grunde wird nen wir alle zuſammen beſtehẽ. 
gehen: wir wollen Ihn ruͤhmen 22. Dann, was Er erbauet, 
mit Engliſchen Weiſen: daß kann nimmer zerbrechen, noch 
Hertzen u. Munde Ihm Ehre Zeiten, noch Tage, noch Jah⸗ 
erweiſen. ke, es ſchwaͤchen: und ſolt es 

| 8 Je Engliſche Choͤ⸗ auch kommen zum zeitlichen 

Dre die werden mit Sterben, fo kann es doch nim⸗ 
ſtimmen, wan wir ſo die wil⸗ mer im Todte verderben. 


lige Opfer darbringen in reinen 23. Dann, bey Ihm iſt keine 
Geberden u. himliſchem Lichte, Verwechslung der Zeiten. 


da Alles ſonſt Andre muß wer⸗ wohl uns! die wir uns ſo laſſen 
den zu Nichte. bereiten: ſo daß wir erbaut, als 


19. Wir ſinnd nun erbauet als lebendige Steine, zum Hauſt j 
a . Jeho⸗ 


— 


N. 
—— — ——— 
Jehovah, als eine Gemeine. von tungen Seelen, die ſich 
24. Gantz ſauber und reine, mit dem ya: des Himmels 
ohn 9 ackel, hell leuch⸗ vermahlen! O ſelige Eintracht, 
tend in Klarheit, als brennende wer fo iſt verbunden! dann da 
Jackel, in reiner Gemeinſchafft, wird die ewige Freyheit gefundk. 
geſchieden von Allen, die nicht 29. Wir lieben, wir leiden, 
md gerichtet nach feinem Ge⸗ wir dulden, wir hoffen, wir ha⸗ 
fallen. ben, in Allem, das Ziele getrof⸗ 
2 De heilige Salb⸗ fen: mit Reden u. Schweigen 
5 + Oel iſt auf uns thun wir es auzeigen: wañ un⸗ 
getroffen: vereinet die Geiſter fere Hertz vor Ihine ſich beuge, 
zum Dulden und Hoffen; er⸗ 30. Wann Andre fich mühen 
or die innere fehinachtende in eitelen Dingen, thun wir 
Sinnen, und machet erneuerte Ihm die Opfer der Lippen dar⸗ 
Kraͤfte gewinnen. bringen: u. kommen zuſam̃en 
26. Wir wachſen und grünen iu heiliger Stille, mit Segen 
zur Goͤttlichen Blüte am Bau: eſchmuͤcket aus Goͤttlicher 
me des Lebens mit Hertz und Fulle | 
Gemuͤthe: die Kräfte des Gei⸗ I DIR Ir werden er⸗ 
ſtes, die in uns einflieſen, die 3 * freuet, und inigſt 
müſſen die toͤdliche Leiden ver⸗ erquicket: wenn unſere Geiſter 
ſuͤſen. > in Liebe entzuͤcket: wann alles 
27. Wir find nun verbunden, zuſammen in Schlaf iſt erſun⸗ 
uns nimmer zu laſſen; viel⸗ cken, fo find wir im Waſſer der 
mehro uns tiefer zuſammen zu Liebe ertruncken. 
faſſen: als Zeugen der Wahr⸗ 32. Die feurige Flammen er⸗ 
heit vom Goͤttlichen Leben, das wecken uns wieder, u. machen 
Er uns hat ſelber von Innen uns ſingen viel liebliche Lieder: 
gegeben. e die heilige Eintracht erquicket 
283. O werthe es die Geiſter, zu geben 15 
BE 2. * re. 


54. 

ch e ä —— — — — —ę— —e— N | ln 
Ehre dem freudigen Meiſter. erwaͤget die Sachen: was end⸗ 
33. Es werde die heilige Ein⸗ lich der himmliſche Koͤnig wird 
heit Früchte worinn wir die machen mit ſeinen Geſpielen 
ſelige Fruͤchte genieſen: die in und reinen Gefährten, die r 
uns erboren im Wachſen und Sich erkauft und erkohren auf 

Gruͤnen, in innigſter Kleinheit, Erden. | 
zum vollen Berfühnen. 38. Seyd einig und innig in 
34. Das werde geſchrieben, liebenden Flamen, dieweil wir 
und ewig behalten, daß wir uns vom hümmliſchen Samen her⸗ 
von nichtes mehr laſſen erkal⸗ ſtaunnen: gezeugt und erboren 
ten: dieweil wir erwachet und zum Eis Leben, als eine 
früh aufgeſtanden, geflohen von geheiligte Jungfrau, daneben ‘ 
Sodom und fündlichen Ban: 39. Als Mutter der Kinder 
den. unzaͤhlicher Schaaren, die alle 
35. Drum wird uus die reine den reineſten Braut⸗Schmuck 
Zucht ewig bewahren, dieweil bewahren u. leben gantz heilig, 
wir ſind frey von den ſuͤndlichen als en Geiſter, zu ch 
Schaaren: und wañ wir zu rei⸗ ren dem oberſten Koͤnig und 
nen Jungfrauen bereitet, ſo Meiſter. | 2 
ſtehn wir in güldenen Stuͤcken 0 reineſte Kirche, die 
gekleidet. 4 „ alſo erbauet mit 
36. Mit reineſtem Braut⸗ heiligen Seelen, die JEſu ver⸗ 
Schmuck von innen gezieret, trauet! O ſeligs und heiliges 
dem, der uns auch endlich zur Kinder⸗Gebaͤhren, wo ſich thut 
Hochzeit einführet, und mit ſich der Goͤttliche Same vermehren. 
vermaͤhlet, in praͤchtigem 41. Die Eintzle, ſo lange vom 
Scheinen, Sich mit uns, als Manne verſtoſſen, thut nun⸗ 
zeineften Jungfrauen vereinen. mehr zur Rechten u. Lincken 
1 ausſproſſen: ob Voͤlcker und 
37. Ihr Jungfrauen⸗Kinder, Schaaren ſchon ſolches vernei⸗ 
BR 5 | . nen: 


ne ausgruͤnen durch unſers Im⸗ 


nen: ſo wird es doch balde 
noch vollig e 0 3 5 | 

42. Daß alle verdorꝛte Gebei⸗ Dde hümmliſche Liebe die 

S hat mich durchdrungen: 

manuels anildes Verſühnen: mein auſſers und inneres Le⸗ 
was lauge erſtorbẽ, wird wach ben bezwungen. Ich werde 
fen zum Leben, wann GOtt wohl bleiben an GOtt ſtets be⸗ 
wird den Geiſte des Lebens hangen, bis daß ich dort ewig 
drein geben. im Triumph werd prangen. 
43. Weil Sara nunmehro 2. Hier will ich treu bleiben 
den Sohn hat gebohren im im Leiden und Dulden, auch 
Alter der Zeiten, die GOtt hat helfen ertragen, was andre ver⸗ 
geſchworen: ſo iſts auch geſche⸗ ſchulden: mein Hertze ſoll num⸗ 
Den, Gott laͤßt ſichs nicht reu⸗ mer im Lieben ermuͤden, drum 
en, ihr Same wird bleiben u. wird mir nichts rauben den 
ewig "one Goͤttlichen Frieden 
44. Drum freuet euch alle ihr 3. Die viele Getheiltheit in 
Kinder zuſammen, die aus dein mancherley Waaren, die Fön 
verheiſſenen Samen herſtam⸗ nen mit denen ſich nim̃ermehr 
men: das Erb⸗Theil wird end⸗ pagren: fo einmal verlaſſen das 
lich gewißlich noch werden, eitle Getuͤmmel, und wohnen 
dann werden verſchwinden die mit JEſu, im inneren Himmel. 
Laͤſte der Erden. a 4. Das viele Bedencken und 
45. Wir wollen indeſſen in hin und her Wancken laͤßt nim⸗ 
Hoffnung uns freuen, im Vor⸗ mer geneſen in Goͤttlichen 
ſchmack erwarten als ſeine Ge⸗ Schrancken: wo Hertzen und 
treuen: bis daß wir das Hof⸗ Sinnen diß alles verlaſſen, da 
fende ſelber erlangen, und end⸗ werden gefunden die richtige 
lich im Triumph dort ewig⸗ Straaſen. 


lich prangen. | 5. Was Sinn und e 


G3. 


56. 


auch koͤnnen errathen, iſt eitel 
und nichtig, weils menſchliche 
Thaten: der wahre ſelbſtandige 
Der wird funden, wo Sets 
en zuſammen mit IeEſu ver⸗ 
bunden. 

6. Da bluͤhet die Treue, die 
keinen laͤßt wancken, und ma⸗ 
chet ſelbſtaͤndig in Goͤttlichen 
Schrancken: die Sinnen ver⸗ 
gehen in vielerley Sachen, wo 
Andre viel Wunderns und 
Ruͤhmens von machen. 

7. Wann JeEſus die Hertzen 
A verbindet, ſo daß ſich 

ein fremde Verbildung mehr 
findet: fo iſt in derſelbigen Lie⸗ 
be getroffen, worinnen das 
himmliſche Erbe zu hoffen. 

8. O weiſeſter Meiſter! Du 
Lehrer der Heiden! wie thuſt 
Du die Deinen ſo ſicher fort⸗ 
leiten: wann Andre bemuͤhet, 
wie daß Du zu finden, thuſt Du 
Dich mit denen in Liebe verbin⸗ 
den. 

9. Die Dir ſind ergeben ohn ei⸗ 
genes Dichten, nach deinem 
Gefallen, font Alles zernichten: 
die Menge der vielen und man⸗ 


hen. Daun was ſie belebet ohn 


cherleh Weisen, wo Sundre fich 


mühen iu truglichem deinen 
10. O Einheit! O Kleinheit! 
du bift es alleine, womit wir 
erbauet, als deine Gemeine: du 
haſt uns die richtige Wege ge⸗ 
lehret, daß Jedes zu folgen 
von Hertzen begehret. 
11. Mein Hertze iſt innig in 
Liebe zerfloſſen: dieweil ich der⸗ 
ſelbigen Voͤlle genoſſen. Ich 
kañ es nicht rahten, nicht meſ⸗ 
ſen, noch dencken, was mir die 
eindringende viebe thut ſchenckẽ. 
12. Sie wircket inwendig mit 
maͤchtigem Triebe, damit ich 
auf ewig ihr eigen verbliebe: 
fie hat mich gemeiſtert, und in 
mich gedrungen, daß alles ver⸗ 
derbliche Leben bezwungen. 
13. Sie leitet mich richtig die 
Goͤttliche wege: kein Zagẽ, noch 
Klagen, kann machen mich traͤ⸗ 
ge. Ih hohes, Ihr tiefes und 
innigs Vereinen kann alle die 
nichtige Bilder verneinen. 
14. Die vielerley Sache in Lei⸗ 
den und Wehen: macht himm⸗ 
liſche Liebe zu Grunde verge⸗ 


eige⸗ 


enn LES OR UERSRLSO SR ST: 
eigenes Wancken, wird ſtetig er⸗ inniges Weſen, dieweil wir 
halten in Göttlichen Schraucke. aun lle im Geben geneſen! O 
15. Hochtheure Gebietherin wares Vergnuͤgen, O Göttliche 
helliger Sachen! wirſt du es Fulle; dann da ift die ewigan⸗ 
von Innen und Auſſen ſo ma⸗ wendige Stille. 
che: daß unſerediebe wirdnim cho: 
mer gebrochen, ſo wird mir, | A, Ä 
was ich Dir mit Eide verſpro⸗ 20. Nun ruhe, mein Liebſte, 
chen. ich will dich umfaſſen, u. will 
16. Und hab ich erlanget mein dich in Ewigkeit nimmermehr 
langes Begehren, wann Du laſſen: ich will dir vergnuͤgen 
mich wirſt ſelber darinnen ge⸗ dein innigs Verlangen, eh daß 
währen. Mein Glück iſt ge⸗ du biſt gaͤntzlich von Liebe zer⸗ 
troffen, ich habe ein Leben, das gangen. 
5 kann zu ewigen Zeiten er⸗ Gegen⸗Hall. 
eben. 5 21. Ja amen! es komen die 
17. Ach liebſte Geſpielin in⸗ ſelige Stunden, worinnen w ir 
wendiger Seelen, die Dir ſieh, ewig zuſammen verbunden. O 
Pi Geiſte und Leibe, vermaͤh⸗ selig!“ wir ruhen im liebenden 
len! gib Tuche Eintracht, mit Leben, und bleiben demſelbigen 
innigen Trieben, worzu wir ewig ergeben. 
Dir alle auf ewig verſchrieben. g 
13. So werden wir nimmer Rt, Sa 
von deiner Bruunſt ſchweigen, Doe Liebe wirckt und treibt 
dieſelbe im Geiſte und Weſen in mir ohn alle Maſen, gibt 
anzeigen: und werden Dich hal⸗ wahren Unterricht im Weg der 
ten, da nieder zu laſſen, wo Sin⸗ Weißheit⸗Straaſen: die hohe 
nen, noch Dencken, noch Wor⸗ Gottheits⸗Kraft kann immer 
te, Dich faſſen. ſtille ſeyn, daß ſie nicht neues 
159. O ſeligs Vereinen und ſchafft, u, ſchenckt Ihr Weſen 
FON ein. 


ein. 6. Die Seele, die ſich gantz in 
2. Wie fü und angenehm iſt Ihre Lieb verpflichtet u. Sin 
Ihr Geſchmack zu nennen, ein und Hertz und Muth nach Ih⸗ 
uͤbertreffend Gut muß es ſeyn rem Sinn gerichtet: die treibt 
zu bekennen: wer Ihre Gunſt und reget ſie im neuen Weſen 
geneußt, und davon angefüllt. fort, und macht fie gehen ein 
Es iſt daſſelbe Gut, das allen zur ſtillen Friedens⸗Pfort. 
Hader ſtillt. | 7. Kein Mund kañ reden aus, 

Genug, wer dieſes Gut was da wird eingemeſſen: wer 
ohn alle Maaß genieſet, iſt al⸗ in dem Friedens⸗Haus einmal 
les Segens voll, der ſtets von in GOtt geneſen. Die Liebe 
Oben flieſet. Kein Sinn, noch treibet ihn zur ſteten Frucht⸗ 
Mund⸗Gedicht, kann es gnug bahrkeit, und voller Segens⸗ 
ſprechen aus, was da vor ein Kraft, dem HErꝛn zu ſeyn bes 
Genuß und Segen kommt reit: | | | 
nach Haus. | 8. In Seinem Haus und 
4. Wer alſo gangen ein zur Stadt, u. der erwaͤhlten G mei⸗ 
ſtillen Ruhe⸗Kammer: da wird ne, die Er ſich zubereit gantz 
nicht mehr gehoͤrt Schmertzen, ſauber, heilig, reine: deß freu 
Geſchrey, noch Jammer. Ein ſich Hertz und Sinn, daß es 
eintzigs Liebes⸗Wort aus Zot⸗ gegangen ein, und koͤnne ewig: 
tes Unterꝛicht bringt alle Voͤl⸗ da in ſeiner Ruhe ſeyn. 
le ein, worzu man iſt verpflicht. | 

5. Sie ift der Weyſen Rath, Rz, ve 
des Schwachen Kraft u. Staͤr⸗ Der reine Jungfrauſchaft, 
cke, des Blöden Unterricht, der = die vor fo lang verloren, 
Kleinen Wunder⸗Wercke. Sie bricht wiederum herfuͤr, in 
richtet Alles auf, was gantz zu GOttes reinem Licht. Der 
Boden ligt: Sie iſt der Ihren Weißheit reine Schaar wird 
Kraft, und heil ger Unterzicht, nun aus GOTT geboren: fo 


* 


wird 


wird die 
aufgericht. Das Priſterlich 
Geſchlecht, ſo GOtt im Geiſte 
dienet, geht in dem reinen 
Schmuck der Heiligkeit einher: 
da iſt der Sunden⸗Sinſt durchs 
Lammes Blut verſuͤhnet; Ge⸗ 
rechtigkeit und Licht zeigt von 
des Schoͤpfers Ehr. | 
2. Das Licht, der reine Geiſt, 
aus Gottes Hertz entſproſſen, 
bricht taͤglich mehr herfuͤr, theilt 
ſeine Kraͤfte aus: ſo wird der 
gantze Leib mit reinem Oel be⸗ 
goſſen, und ſteht die Kirche da 
als wie ein Gottes⸗Haus. Der 
reine Huͤtten⸗Dinſt wird da im 
Geiſt gepfleget, da iſt kein an⸗ 
dre Tracht, als was GOtt ſelb⸗ 
ſten lehrt: ſo oft deſſelben 
Geiſt, Hertz, Ohr und Mund 
beweget, ſo werden Wunder⸗ 
erte aus deſſen Mund ge⸗ 
oͤrt. 


3. Und weil das Priſterthum, 


reine Kirche wieder 


FI 


ſelbſt vermaͤhlet und vertraut. 
O welch ein Wunder Ding! | 
was vor ſo lang verloren, ſteht 
nunmehr wieder da, wie man 
im Geiſte ſieht, und iſt durch 
Gottes Raht aufs neue ausge⸗ 
boren, daß beydes ſtehet da in 
ſeiner vollen Bluͤt. 
4. Dis iſt der reine Schmuck, 
ſo Gottes Kirche zieret, wo 
man das Priſterthum in GOtt 
erhoͤhet ſieht; und ſo die reine 
Braut deinſelben zugefuͤhret, 
ſo ſtehet wieder da ein Goͤttli⸗ 
ches Gebluͤt. Dis iſt der goͤld⸗ 
ne Stand, den Adam hat ver⸗ 
ſchwendet, da er das Priſter⸗ 
thum und Jungfrauſchaft ver⸗ 
lorn: der uns vom Hünmel 
kam, hat alles umgewendet, 
durch ſeinen reinen Geiſt von 
oben neugeborn. 
5. Das falſche Weib, die Luſt, 
hat ihren Schmuck verloren, 
dieweil ein Andre min ſtatt Ihr 


das vor fo lang verdorben, nun⸗ getreten ein, die ewige Jung⸗ 


mehr in voller Kraft im Geiſte 


auſchuft, die vor fo lang ver⸗ 


wird geſchaut: ſo iſt die Jung⸗ loren, ſteht da im ſchoͤnſten 


frauſchaft auch wiederum er⸗ 
worben, die nun dem Priſter 


Glantz u. hellen Lichtes Schein. 


> moͤrderiſch Gebluͤt der 


Staͤm⸗ 


60, . 


Stämmen und Geſthlechten 2. Ich trug mein Creutz mit 
der falſchen Priſterſchaft iſt todt viel Geduld auf Erden, was mir 
und abgethan; in unſers Got⸗ vor Leids auch angethan kont 
tes Haus ſieht man die Liebe werden, war mir mein Brod. 
rechten, wodurch iſt ausgeſoͤhnt Die viele Noth, die ich allhier 
der lange Fluch und Bann. umher getragen, wird nie ein 
6. Des freue ſich die Schaar, Mund, noch Feder, koͤnnen ſa⸗ 
die GOtt dazu erſehen, daß ſie gen. 
im reinen Glantz der Heiligkeit 3. Doch bin ich wohl, (weil 
da ſtehn: im wahren Priſter⸗ Gott es hat gewendet, wie es 
Schmuck vor GOtt ſo einher ſeyn ſoll,) daͤß ich den Lauff 
gehen, und alſo nimmermehr vollendet. Die Ewigkeit wird 
aus Gottes Tempel gehn. So all mein Leid vergeſſen machen 
iſt die Jungfrauſchaft, die ſelbſt und verſchwinden, ſo daß nichts 
von Gott erwaͤhlet, nunmehr mehr wird ſeyn davon zu fine 
(ſoͤhnet aus durchs Hohen den. 
an 515 Ae Er ſie 9. Ber 
erkaufft, daß fie Ihm werd ver⸗ . — 
maͤhlet, fo ſtehet wieder da das Ede e en & 
lang verlorne Gut. ner Plage, es rühmet feine 
N 8. ö Wunder⸗That, u. fuͤhret keine 
Der Zeit iſt aus, mein Lei⸗ Klage: ob es ſchon hat des Lei⸗ 
DD den iſt geendet: ich geh dens viel, es leidet alles in der 
nach Haus, GOtt hat es um⸗ Still, und ruͤhmet Gottes Guͤt 
gewendet. Die Ehren⸗Cron und Gnad, die alles jo verord⸗ 
wird wohl mein Lohn alldor⸗ net hat. 13 
ten ſeyn, wenn ich eingangen: 2. Wer eingegangen iſt in 
wo ich in Ewigkeit werd inne Gott, dem iſt fein theil geworde : 
prangen. er weiß von keiner e RE ö 
ö f ih, 


61, 


Noth, weil ſich die Frledens⸗ Lich und nad. Wir wollen 
Pforten Heoffürt zu ber stin loben, die wir ſeyn fein vorce⸗ 
Seit, mare Die wahre Selig⸗ wahltes Hauffelein. 
eit ſich ſelbſten gibet, und dar⸗ 6, Darlchrjch ſey unſtruich Ott 
beut iu lang gehoͤftarwünſch⸗ in der Geuein geſungen, die er 
ter Freud. . durchs Ereutz bewaͤhret hat: 
3. Die frohe Mund wird Lo⸗ ſo daß es ihr gelungen zu ſte⸗ 
hens⸗ vou und tan es doch nicht hen in der Warte hier, wo 
jagen, wie Gottes Gnad ihm man Ihim dienet fur u. für. Es 
thut jo wohl; doch thut er et⸗ ſey und ble. be allezeit ſein vob 
was wagen: er ſingt, er ruͤhnit, bey uns in Ewigkeit. 
er ſchweiget ſtill, er trifft in je⸗ . 
dein Ding ſein Ziel, er kehr ſich a | 
hin, er kehr ſich her, fo iſt er der, Eden Hertz, das ſich GOTT 
und bleibet der. hat ergeben, u. ſeiner Huld 
4. Kein Mund kann dieſes re⸗ und Freundlichkeit allhier, in 
den aus, noch jemands Ohr ſeinem gantzen Leben, u. bleibt 
vernehmen, was da vor Segen auf jeden Winck bereit: hat 
flieſet aus, wo GOtt ſelbſt kan ſchon allhie, auch ohne Muͤh, 
bezaͤhmen des Menſchen Bild, was es nur wünſchet und be⸗ 
und ſein Geſtalt, und allem ſel⸗ gehrt, u. wird ſtets ſeiner Bitt 
ber thut Einhalt: es iſt ein Le⸗ gewährt. 
ben ohne Tod, und hilft zur 2. Man kañũ nicht ſagen, was 
Letze aus der Noth. ein Leben daſelbſt wird endlich 
5. Deß dancken GOtt mit offenbar, wo man mit allem 
dertz u. Mund, die ſeines Theils ſich ergeben: um SOtt zu die⸗ 
find worden, und ruͤhmen Ihn nen imimerdar im Heiligthum, 
zu jeder Stund in der Gefell- wo man gibt Ruhm u. Preis 
ſchaft Orden: die GOtt darzu Ihm, als dem groſen SOtt, 
berordnet hat durch feine 15 der endlich hilft aus e 
| | 2. 3. 


1. 


3. Wer ſolte ſonſt was anders 
lieben? als Ihm allein getreu 
zu 1 0 wenn Suͤnde Teu⸗ 
fel, Welt, uns ſieben, ſo ſchenckt 
Er doch daneben ein viel ſuͤſen 
Moſt, daß man getroſt kann 
halten aus in allen Streit, bis 
datz man uͤberwindet weit. 

4. So wird der Friede ausge⸗ 
boren, wenn man mit Gottes 
Hertz vereint, ſo wird gefunden, 
was verloren: wann man hat 
lang genug geweint. Es thut 


mir wol, ich bin nun voll, von geh 


ſeiner Huld u. Guͤtigkeit, die 
mir Hertz, Seel und Geiſt er⸗ 


freut. 
5. Ich bin bereit nach Gottes 


Willen zu ruͤhmen feine Gut 


und Gnad, die mir thut meinen 
Schmerken ſtillen, der mich fo 
oft beklemmet hat. Nun iſts 


ethan, ich geh die Bahn, mit 


Freuden hin nach jener Wel 


elt: 
a einzugehn ins Himmels E 


elt. 
6. So lebet dann ein 


vergnüget, das alle Luſt der 
u. in dem Glau⸗ 


ben die beſieget: 


Hertz mit Geduld, 


* 


Sr en EEE EEE 
dlenen Tag und Nacht. Der 


Ueberfluß, von dem Genuß, 
aus GOtt und feiner Fulle her, 
macht leicht, was ſonſten ſaur 
und ſchwehr. 

7. Was wird dann wol all⸗ 
dort erſcheinen, wañ einſt wird 
werden offenbar; was hier ver⸗ 
deckt durch langes Weinen in 
ſo viel Moͤthen u. Gefahr? es 

iſt die Freud und Seligkeit: die 
nie ein menſchlich Aug geſehn, 
und wird auch nimermehr ver⸗ 


ehn. | 

8. So wird der Gang der reis 
nen Seelen belohnet, die hier 
keuſch und rein, und thaͤten ſich 
dem Lamm vermaͤlen: ſo daß 
fie treu geblieben feyn. Ich 
freue mich, gantz iniglich, auf 
die erwuͤnſchte Freuden⸗Zeit, 
die waͤhret in die Ewigkeit. 


ur, | 
In Laͤm̃lein geht und träge 
die Schuld, und leidet Alles 
was du doch ſelbſt 
verbrochen: Es leidet fich, und 
ſchweiget ſtill, weil Gottes vor⸗ 


um GSOtt zu bedachter Will, das Urtheil ſo 
EN | geſpr 


geſprochen. 

2. Der Tod verlohr da ſeine 
Macht, als dieſes Laͤmmlein 
wurd geſchlacht: die Sund iſt 
nun gerochen. Die Bitterkeit 
des Tods verfügt: weil dieſes 
Lamm am Creutz gebuͤßt, was 
fie an GOtt verbrochen. 

3. Der Weg iſt ſchlecht und 


ſehr gering, den Es alſo zum 


Creutz hinging: wer folget, 
wird mit leben. Wer ſeinen 
Tritten gehet nach, und traͤget 
mit Ihm ſeine Schmach, wird 
Es mit Sich erheben. 

4. Das Gute, ſo diß Lamm 
erwarb, da es vor uns am Creu⸗ 
tze ſtarb: iſt ohne Maaß zu ſchaͤ⸗ 
sn. Wer Ihimn nachfolget bis 
dorthin: erwirbt ſein Theil mit 
viel Gewinn, und Freuden⸗voll 
Ergetzen. 


rr 


62, a 
erwirbt, in Ewigkeit nicht mehr 
verdirbt: weil Es iſt vorgegan⸗ 
gen mit Licht u. Recht in Got⸗ 
tes Reich, und fo gebahnt den 
Himmels⸗Steig um ewig da 
zu prangen. 8 
7. Wer einen kleinen Kinder⸗ 
Sinn, u. folget bis zum Creutz 
mit hin, wo Es iſt an geſtor⸗ 
ben: der kann vergieſen Lames⸗ 
Blut, durch welches wird das 
höchſteczut erbeutet u. erworbẽ 
8. O Lam̃es Unſchulds⸗volle 
Beut! wer in dir wahre Selig⸗ 
keit erworben u. eriaget. Wir 
folgen willig deinem Gang, ob 
gleich noch mancher Trang u. 
wang uns in dem Hertzen 
naget. 1 
9. Wir haben uns diß Theil 
erwaͤhlt, wo man in GOTT 
wird auserwaͤhlt: dieweil wir 


F. Viel Cronen ſind zuwegen hier auf Erden, in Creutz und 
bracht, da dieſes Lamm am Schmertzen, Angſt und Noth, 
Creutz geſchlacht. Die Sieger getreu zu bleiben bis in Tod, 
werden prangen, weil in Ge⸗ dort wirds ſchon beſſer werden. 
duld und Leidſamkeit, in vieler 10. Sind wir mit Liebe an⸗ 
Muͤh u. hartem Streit ſie Ihm gethan, ſo ſchadet uns kein Fluch 
N bee Ades dag Noch Bann; wir gehn in Lam⸗ 

6. Wer dieſes Laͤmleins Huld mes⸗Sitten: weil wir in allem 

. 23 Schmertz 


Schzuiertz und Leid, nur Liebe anzeigen ein andre Haab, ſo als 
und Barmhertzigkell finden in das gedik Heil diu werden wird 
feinen Tritten. als ann zu deinen Theil. 

11. So find wir dann dem 3. Durch Demuth Hoffen u. 
Exit vereint, u. werden, wann Geduld konumt man zu jenem 
genug geweint, mit Ihm den Theil und Erbe, und wird (is 
Sieg erlangen, u in viel groſer worben Gottes Huld, daß auch 
Hertzens⸗Frcud dort in die Lang kein Fall noch Noth verderbe. 
der Ewigkeit im Triumph mir O treue Lieb! die vor uns Sorge 
Ihm prangen. trägt, wann uns der Feind im 

12. Das Lamm ſey hoch ges Hertzen nieder ſchlagt. a 
benedeyt, das uns am Creutz 4. Wie lange Zeiten, Tag u. 
die Seligkeit, durch ſüͤſe Lieb, Jahr muß G; Ott uns in den 

errungen: und uns erloͤßt aus Handen haben, bis uns befant 


N 


4 


aller Moth, daß Sünden, Teu⸗ und offenbar: daß Er mit d 


fel, Hoͤll und Tod, auf ewig viel Gut thut laben das arm 


in, verſchlungen. Geſchlecht, das nach Ihm iſt 
hin, 9 genannt, und hier der Walt iſt 
12. worden unbekannt. 


Ednet dich in deinen Ott, F. O theure Seelen, die ihr 


Straaſe, vernichte alle ſterbene⸗ genommen, daß ihr von She 
noth, die dir zuftögt ohn alle ine zubereit, als feine Lieb⸗ 
Maaſe: dan GOtt, Der dich 1 From̃en! Seyd Liebe⸗ 
a e ed e 
„werft euch in Demuth Ihm zun 

2. Die uͤber dich beſchloſſen len bin ! | f 
ſeyn, zu gehen fort auf deinen 6. So wird die hohe Gott⸗ 
Steigen, bis daß du dorten ges heits⸗Kraft euch konnen aus 
heſt ein: allwo das Ende wird dem Staub erheben, bewahre 
| | r ewaͤhr⸗ 


und gehe freudig fort die ſeyd von GOtt nun darzu 2 | 


| 


en 


bewährte Leidenſchaft auflö- näher bey: uns einen tiefern 
ſen zu dem wahren Leben, wo Weg zu führen, daß wir auch 
die Geduld mit Gottes Gut ge⸗ von dein werden freh: was wir 
ſpeißt, durch welche man Ihm ſonſt kaum im Hertzen ſpuͤhren. 
Danck und Ruhm erweißt. Die tiefe Liebe, die von Ihm 
7. Halt t an mit Flehen und ausfleußt, ſich nun mit reichem 
Gebet, daß Er euch möge bald Maaß in uns ergeußt. 
erretten von der ſo harten La⸗ 11. Das treue Gottes Va⸗ 
gerſtaͤtt, des alten. Menſchen ter⸗Hertz thut über uns ſich nun 
Suͤnden⸗Ketten, die feine Huld ausbreiten, u. nimmt uns weg 
und Langmuth an euch traͤgt: den alten Schmertz, der auf uns 
wann der Gewiſſens⸗Geiſt das lag vor denen Zeiten. Es faͤngt 
Hertze ſchlaͤgt. in uns ein neues Leben an, u. 
8. Habt einen treuen Kinder⸗ leitet uns ein ganke andre 
Sinn, und opfert Ihm Hertz Bahn: % 
u. Gemuͤthe, ergebt euch Ihm 12. Als uns, vor Zeiten, of⸗ 
zu Eigen hin: ſo wird euch fenbar: da ſeine Langmuth 
laben Gottes Guͤte, und Euch uns getragen in vielen Noͤthen 
mit ſeiner Freundlichkeit und und Gefahr der rauhen Wind 
Gunſt begnaden und erfreuen und Trübfahls- Tagen; nun 
gantz umſonſt. aber, weil eintritt ein hoͤhre 
9. Wann wir bedencken, wie Zeit, ſtehen wir da zu ſeinem 
daß Er mit feiner Langmuth Dinſt bereit. 
uns getragen, bey ſo viel Wan⸗ 12 Oe belebe uns 
cken hin u her: da wir nicht 3 + deñ nun, u. zeuch 
thaͤten Alles wagen nach ſei⸗ uns an mit Kraft und Staͤrcke: 
nein Sinn, ob wirs ſchon mein⸗ daß wir vom eignen Willen 
ten nicht, ſo mercken wir doch ruhn, beleben deine Wunder⸗ 
nun ein hoͤhre Pflicht. Werrcke. Schenck ſelbſten, was 
10. Dieweil uns GO TTtritt zu thun, nach deinem 2 


66. 


ſo wird ſonſt Alles andre fallen bis daß wir alle völlig zubereit. 
hin: 1ᷣ39. Zu leben heilig, rein vor 

14. Was- nicht gericht nach Dir, wie es Dir ſelbſten 
deinem Rath, laß bald mit wohlgefallig, als deine reinſte 
Eins in uns vergehen: ſo wird ſchoͤnſte Zier, die uns gemacht 
der vollen Wercke That uns in Dir einhellig. Wir wol⸗ 
machen koͤnnen vor Dir ſtehen len deinen Namen früh u. ſpath 
in reiner voller Geiſtes Nie⸗ ausberiten durch dein groſe Gut 
drigkeit, wodurch man wird zu und Guad. | 
deinem Dinſt bereit. 19. Es wird zu aller Stund 

15. O Vater aller Lichter dun und Zeit an uns durch deines 
fo ſchenck dann ſelbſten, was zu Geiſtes Staͤrcke dein Lob und 
geben! damit wir ſo zur wah⸗ Wunder aus gebreit, die wir 
ren Ruh gelangen, noch in die⸗ ſind deiner Finger Wercke. Wir 
fen Leben: damit wir werden wollen nun zu deinem Dinſte 
völlig 17 zu deinem Dinſt ſtehn, wie es gefaͤllig Dir an 
ſchon hier in dieſer Zeit. uns zu ſehn. 

16. So wollen wir, dein Ei⸗ 20. Nun Amen! Es muß wer⸗ 
gauche, Dich ohne Unterlaß den wahr, was deine Gut u. 
verehren, und alſo ſtetig deinen Treu beſchloſſen, weil wir ſind 


Ruhm in uns, zu aller Zeit, die erkaufte Schaar: wird 


vermehren. Wir wollen dei⸗ nichts uns koͤnnen mehr une 


ne Treu⸗Ergedne ſeyn, bis daß ſtoſen. Wir gehen nun nicht 
wir dort zuſamen gangen ein. mehr von Innen aus, weil wir 


17. Da deine groſe Wunder⸗ find worden ſelbſt dein Tem⸗ 
Macht in Ewigkeit wird hoch pel⸗ Haus. | 
aa e gr 05 13. ; 
| bracht, und ohne End, vor z O Tr. wir komen Dir ent⸗ 

Dit ſich beugen. Wir feinen Gagen zeigen unſte Frucht 

mit ſchon in der Sterblichkeit, der Saat, die wir, unter dei⸗ 
» | | nem 


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67, 
nem Segen, ausgeſaͤt durch dei⸗ 6. Gottes Kirch find reine Ste= 
ne Gnad. Hier ſind wir, und len, die im Blut gewaſchen 
zeigen an, was Du an uns haft ſeyn, und ſich init deim Lamm 
gethan. vermahlen, ſo ins Heil ge gan⸗ 

2. Unſre Gänge find gezieret gen ein: wo ſein Blut cebeutet 
HErꝛ in deiner Weisheit Licht, hat feiner Kirchen Ruheſtatt. 
die uns bisher hat geführet un⸗ 7. Und weil wir auch einge⸗ 
ter deiner Bundes⸗Pflicht, die gangen in das wahre Heilig⸗ 
uns hat gezeiget an, wo die thum, koͤuen wir auch mit Ihim 
wahre Lebens⸗Bahn. prangen als ſein werthes Ei⸗ 

3. Unſer Thun iſt zwar gerin⸗ genthum, aus zu breiten früh 
ge, klein und niedrig unſre Hoͤh, und ſpat feine Guͤt und feine 
doch es zeigets jedes Dinge, Gnad. N 
daß auch nimmermehr vergeh, 8. Heilig, Heilig wird geſun⸗ 


was einmal durch deine Hand 
iſt gebaut und Dr ch Stand. 

4. Wir find ein grün Zweig⸗ 
lein worden an dem Stamm⸗ 
Baum JeEſu Chriſt, daß in ſei⸗ 
nem reinen Orden unſer Gang 
a iſt. Bleiben wir in 

f ba bewährt, ſo iſt unſre Bitt 
erhoͤrt. 

5. Wo wir ſingen, wo wir 
baͤten, wo wir ſeinen Ruhm 


en da im innern Heiligthum. 
ol uns! es iſt uns gelungen, 
daß wir ſeinen groſen Ruhm 
da ausbreitẽ in der Still, durch 
die reiche Gnaden⸗Fuͤll. 

9. So daſelbſt zuſamen flieſet 
auf die et Seelen bin, u. 
man feine Gunſt genieſet mit 
viel Segen und Gewinn. O 
was Segen und Genuß! bey 
dem reichen Ueberfluß. 


erhoͤhn, thut ſein Geiſt uns ſelbſt ro. Unſre Saat muß herꝛlich 
vertreten, und zu unſrer Seiten gruͤnen, und ſehr ſchoͤn ſich brei⸗ 
ſtehn, reichet dar den reinen ken aus, daß es muß zum Se⸗ 
Saft aus der reinen Gottheits⸗ gen dienen, und viel Freud in 
Kraft. 1 Gottes Haus, wo man neue 

| . | Lieder 


68. 


Lieder ſingt, und Ihim reine zeigen, die im Geiſte offenbar, 
Opfer bringt. thuͤt das Rauchwerck init aufs 
„. O wie unbekant iſt wor⸗ ſteigen auf dein guͤldenen Al⸗ 
den allhier das erwaͤhlt Ge⸗ tar, welche wir nach ſeinem 
ſchlecht! das in dieſem hohen Sinn bringen Ihm zum Op⸗ 
Orden hat erlanget dieſes Recht, fer hin. f 8 
wo das ſel ge Erb und Theil, 16. Und weil Er nun hat ge⸗ 
und das allergroͤſte Heil. geben uns das Loos in unſern 
12. Ob wir zwar der Welt Schoos, daß wir Ihm zu Eh⸗ 
verborgen, bleibet Er doch un⸗ ren leben, und von allen Sor⸗ 
ſer Licht, und gibt Naht auf gen loß, bleibet es ein ewig 
jeden Morgen, dabey ſteten Un⸗ Recht, daß wir Gottes Erb⸗ 
terꝛicht auf den Wegen, die wir Geſchlecht. 
geht wann wir ſeine Macht 
erhoͤhn. r 
13. Drum wol uns! es muß Ertz der Liebe! reine Triebe 
uns bleiben G0 TT das aller⸗ „ gieb in unſte Hertzen: rei⸗ 
groͤſte Heil: Er wird uns Sich ne Flammen ſchlagt zuſamen, 
ſelbſt zufehreiben, als ſein eigen brennt als Eich LEE | 
Erb und Theil. Drum bleibt wir an Dir leiben; laß uns 
Segen, Freud und Luſt uns zu nichts abtreiben, ſtetig Dir zu 
jeder Zeit bewußt. leben, bleibend ſeyn ergeben. 
14. Und weil it auf uns ge⸗ 2. Gib Gedancken ohne Wan⸗ 
troffen von des Hoͤchſten Sal⸗ cken, tief hinein zu dringen: wo 
bungs⸗Kraft, daß zu End das man heilig u. jungfrau ich Dir 
lange Hoffen, und das Leiden thut Opfer bringen. Gantz ohn 
weg gerafft: bleiben wir ohn alles Klagen Dir dein Ereut 
End und Zeit Ihm zu ſeinem nachtragen: u. mit groſen Freu⸗ 
Dinſt bereit. den uns von allem febeiden. 
15. Wann wir unſte Gaben 3. Gib uns allen, daß wir . 


14. 


Wi] 


gantz zerꝛinen eure eigne Kraͤf⸗ 


69. 


len ſtets in deinen Schrancken: hellig: laßt die Liebe walten. 
gib uns Weiſen, dich zu preiſen Werdet Männer, Lichts⸗Be⸗ 
ohne alles Wancken. Daß wir kenner, laßt euch nichts erkal⸗ 
ohn Ermuͤden loben Dich hie⸗ ten. Singet um einander, ſtrei⸗ 
mieden mit Hertzen und Munde tet vor einander: daß uns kei⸗ 
alle Zeit und Stunde. ne Leiden von einander ſcheiden. 
4. Schenck uns Kraͤfte zum e 
Geſehafte, worzu wir verbun⸗ 3. Schweſtern holde, weñ ich 
den: daß wir alle ohne Galle, wolte, koͤnte ich was ſagen: 
in den Prüͤfungs⸗Stunden: doch die Liebe bringet Triebe, 
wann wir ſollen leiden, vor ein⸗ daß ich es kann wagen. Leber 
ander streiten, um die Wette zuͤchtig, heilig, werdet gantz 
ringen, in die Lieb eindringen. jungfraͤulich: daß ihr koͤnt vor 
3. Laß uns kampfen, daß wir allen eurem Freund gefallen. 

dampfen alle bittre Flammen: 4. Hertz, Schmertze, Schmer⸗ 
die da brennen zum Zertrenen, tzen, Hertzen, laſſet gleich gefal⸗ 
halte uns beyſamen. Daß wir len. Er, der Holde, wenn Er 
uns beſtreben, Dir zu Ehren le⸗ wolte, koͤnte wohl vorlallen: 


ben: bis wir Dich dort oben oh⸗ wie die treue Liebe brunget ſol⸗ 


ne Ende loben. che Triebe, daß die bittre beiden 
a 1 gleich den ſuͤſen . 

0 Ertzens⸗Bruͤder, die Ihr 5. Kommt, wir wollen, wie 
7 nn 9755 5 wir ſollen, allzuſamen Sie 
be: ich neigen, 1 tief uns neigen, tief un | 
beugen, als ein keuſches Weibe. vol nrg neigen, bier uns beugen 


„dert vor dem Thron mit Baͤten. 
Wendet Seraphinen: laſet Daß des Herren Klarheit uns 


a erfuͤll mit Wahrheit: | 
i, eure Manus⸗Geſchaͤfte. “ul mir Wahrheit und fein 


2. Seyd einhellig, ſtreit t ein⸗ T 


Licht im Segen ſey auf unsern 
egen. A 
J 2. 16. Ich 


70. 


16. 


Nh bin daheim und ruh 
) in meiner Kaminer, genieſe 
nun der edlen ſuͤſen Frucht, die 
ich ſo lang mit vieler Muh ge⸗ 
ſucht: wie wird nicht gantz ver⸗ 
geſſen aller Jammer? der eh⸗ 
mals plagte meinẽ bloͤden Sin, 
nun iſt derſelbe gantz genom⸗ 
men hin. | 
2. Die Mutter⸗Treu iſt mir 
zum Erbe worden, weil ich mit 
ihrer Gunſt ſo reich begabt, daß 
ſie mich mit ſo reicher Fuͤlle 
Labt: fo daß ich ruhen kañ in ih⸗ 
rem Orden. Was rechte Lieb⸗ 
linge u. Kinder ſeyn, die gehen 
in die ſtille Kammer ein. 
3. Der bloͤde Sinn, der ſonſten 


Haab, die niemand ſagen kan, 
es iſt das üͤberſinnlich Canaan: 
wer will dann ſolches Hertz von 
dem abtrennen? was ihm ſelbſt 
worden iſt zu ſeinem Theil, der 
hat erlangt das allergroͤſte Heil. 

5. Drum bleib daheim, mein 
Hertz, in deiner Kammer, und 
diene deinem GOtt ohn Unter⸗ 
laß, Der ſo viel Gutes ſchenckt 
ohn alle Maaß: u. weggenom⸗ 
men allen deinen Jamer, der 


ſonſten dich ſo lang und oft ge⸗ 
kraͤnckt, u. dir nun alles Gute 


voll einſchenckt. 

6. Die ſuͤſe Lieb aus Gottes 
reicher Güte, und der Genuß 
aus feiner Freundlichkeit, die 
macht das Hertze voller Geiſtes⸗ 
Freud: da kann ſich laben ein 


nichts Font wagen, der hat ge⸗ geſetzt Gemuͤthe in der ſo reichen 
fundẽ nun vor ſeiner Thuͤr das, Gottes Segens⸗Luſt, ſo flieſet 
was Vergnügen bringet dort aus der reinen Liebe Bruſt. 
und hier: O was kann doch ein 7. So ruhe dann, mein Hertz, 
ſolches Hertz nicht tragen! das in deiner Kammer, und weiche 
kommen heim in ſeine Mutter⸗ nimmermehr von deiner Staͤtt, 
Statt, allwo es nun die reiche bleib da in deinem fanften Ru⸗ 
Fuͤlle hat. he⸗Bett: ſo bleibeſt du befreyt 
4. Gedancken⸗loß von Sorgen von allem Jammer, und Se⸗ 
frey zu nennen, bringt ſoſche gens⸗voll vergnuͤgt 2 1 


A 


7% 


Deer 


Streit, gegangen ein zur ſtillen 18. 
Ewigkeit. en ; it ich 
| CH bleib daheim, damit ich 
| 17. | nicht verſaͤum mein groſes 
Ch bin ein ſehr beſchwerter Heil, das mir von GO zu 
. Menſch, wer wird mir hel⸗ Theil erworben durch die Macht 
fen rahten, was mir zu thun der reinen Liebe: O daß ich ewig 
in meinem Stand, wo ich bin drinnen treu verbliebe! 
mit beladen? Ich gehe hin, ich 2. Kein eitler Schein kommt 
ehe her, ſo trag ich meinen mehr in mich hinein, ich achte 
Jammer. Ach GOtt! wenn nicht, wie mir auch ſonſt ges 
werd ich gehen ein in meine ſchicht: bin ich mit GOtt und 
Ruhe⸗Kammer. ſeiner Lieb verbunden, ſo hab ich 
2. Der Schmertzen, der mich meinen beſten Schatz gefunden. 
dringt und treibt, iſt mir oft 3. Dann Gott iſt mir die al⸗ 
ſelbſt verborgen: diß iſts, was Terfchönfte Zier: es iſt Gewinn, 
mir ſo enge macht und ſo viel wer ſich Ihm gantz gibt hin, 
ſchwere Sorgen. So wird und laͤſſet feine Huld und Lang⸗ 
mein Leben in viel Schmertz muth walten, der wird durch 
und bitterm Leid verzehret:weil feine Gunſt u. Treu erhalten. 
ich nicht ſehen kann dis Ziel, 4. Ich geb nicht mehr der eit⸗ 
wo mir die Ruh beſcheret. “» len Welt Gehoͤr, was fie auch 
3. Jetzt trag ich meine Leiden ſpricht: mein Hertz iſt hingericht 
zwar ſo hin und her auf Erden; zu dem, was mir in jener Welt 
doch werd ich dort in jener Welt wird werden, drum acht ich kei⸗ 
dafür verherzlicht werden. Und nes Dinges mehr auf Erden. 
weil die Hoffnung iſt mein 5. Kein andre Luft ift mir 
Stab, wenn ich geh hart ge⸗ nunmehr bewuſt, als nur allein 
drungen:ſo werd ich ſingen noch bey meinem GOTT zu ſeyn. 
diß Lied: GOtt Lob! es iſt ge⸗ So halt ich es in meinem Thun 
lungen. | 3 u, Leben; 


72. i f 
u. Leben, damit ich bleibe ewig ſcheint: wann ich genug ge⸗ 
Ihm ergeben. weint, dann wird fc ſchon 
6. So iſts beftellt, ſo hab 10 die rechte Heimat finden, drum 
mirs erwaͤhlt: mein Theil iſt laſſe ich hier Alles gern dahin⸗ 
GOtt, der mich aus aller Noth den. 4 
zur letze noch wird endlich her⸗ 11. Iſts dann gethan auf mei⸗ 
aus reiſſen, und allen Jamer ner Glaubens⸗Bahn, ſo geh ich 
von mir gehen heiſſen. ein, ewig bey EOtt zu ſeyn: 
7. So bleibt mein Tuhn in ſo hat es dann ein End mit den 
meinem GoOtt beruhn, bis ich Beſchwerden, die ich getragen 
erlang nach meinem Ereutzes⸗ hier auf dieſer Erden. 
Gang mein volles Loos in je⸗ 12. O ſuͤſts Lamm! das von 
ner Freud dort oben, da ich dem Himmel kam, ſey du mein 
Gott ohne Zeit u. End werd Gang, wann es geht krumm 
loben. 905 und lang: du biſt mir doch die 
g. So traͤgt mich dann auf Eintracht meiner Seelen, drum 
meiner Creutzes⸗ Bahn die thu ich hier fo. gern dein Lob 
Hoffnung fort, bis zu des Le⸗ erzehlen. 
bens Pfort ich werd eingehn 1 
mit Freuden ohne Sterben, u. 3 
ſo mein Heil und Seligkeit er⸗ D hab mir die erige 
en. 0 Schaͤtze erwaͤhlet, u. ob ich 
9. Diß iſt mein Loos, diß werd zeitlich daruber entſcelet, 
bringt mir in den Schoos viel das bringt mich nur näher zum 
tauſend Freud ſchon hier in die⸗ Ende hin zu. Was allhier ver 
fer Zeit; ob ich ſchon trage viele dirbet, aum Lreutze erſtuͤrbet, 
ſchweredaͤſten: es geht nicht an⸗ erlanget alldorten die ewige 
derſt fremden Wander⸗Gaͤſten. Ruh. 1 5 
10. Ich geh ſo hin, frag nichts 1. Und ob mir gleich Geiſte 
nach dem Gewinn, fo hier er⸗ und Hertze ee 


73. 


Engeln u. Menſchen ein Schau⸗ ee Du: 
Spiel geachtet: ſo bleib ich doch 5 1 
eben derſelbe wie vor. Hier C lebe vergnügt, werd 
zeitlich vergehen heißt ewig Be⸗ „nimmer belegt krotz Ten⸗ 
ſtehen; diß iſt mir geſchrieben fel und Welt, ſamt was mich 
ins Hertze und Ohr. zur Lincken und Rechten an⸗ 
3. Ich weiß mir kein beſſere fallt e ea | 
Haabe auf Erden, ohn daß ich 2. Ich lebe voll Freud, werd 
erwarte, was dorten wird wer⸗ taglich erneut: viel Göttliche 
den: dieweil mir kein andere Luſt erfreuet mein Hertze, er⸗ 
Freude bewußt, als zeitlich Ver⸗ füllet! die Bruſt. 
Ba u. 1 6 15 diß BA 1 91 N 955 
eiſſet genieſen viel hummli borgen und Braſt ha 
Luſt. 9 ee mich befreyt: mein Leben ver⸗ 
+ Wann alles auf Erden in ändert, mich innigſt erneut. 
Triunmern zergehet, ſo hab ich 4. Viel Leiden und Noth war 
ein Leben, das ewig beſtehet: oͤfters mein Brod, viel Weinen 
das ruhet auß keinerley Wech⸗ mein Tranuck, viel Thränen 
ſel noch Zeit. Was Winde ver⸗ mein Freuden ⸗ u. Lobe⸗geſang. 
wehen, ingg inner vergehen, 5. Wie mancherley Schmer 
dieweil iir alldorten ein Veſ⸗ thaͤt kraͤncken mein Hertz: wie 
ſers bereit. mancherley Noth ich muſte er⸗ 
5. Wann Goͤttliche Klarheit tragen mit Schande u. Spott. 
mein Hertze belluchtet, und 6. Das Feuer brandt heiß, 
hinmnliſches Tar en mein In⸗ bracht blutigen Schweiß: er⸗ 
ners befeuchtet: fo wachſen die barme dich GOTT, ich muſte 
rüchte des Geiſtes herfuͤr. Da ausrufen in vielerley Noth. 
ann ich mich laben, und alles „7. Es leidet ſich wohl, wenns 
an haben, was intr auch kann Hertze iſt voll vom Goͤttlichen 
werden alldorten und hier. Wein: doch anders, c 
u 0 


74. 
ſo verlaſſen muß ſeyn. Noth, und thaͤt mich erꝛetten 
8. Doch fahren dahin mit vie⸗ vom ſuͤndlichen Tod. | 
lem Gewinn die Leiden der Zeit: 16. Drum fahr ich dahin mit 
die Fruͤchte derſelben ſind Frie⸗ vielem Gewinn des Leidens der 
de und Freud. | Zeit, weil es mir erwirbet viel 
9. Das beſteſte Loos wird ges Göttliche Freud. | 
ben in Schoos: wer es ſo er⸗ 17. Es fehler mir nicht, wann 
wirbt, im Ofen des Elends am Huͤlfe gebricht: ſo leg ich mich 
Creutze erſtirbt. dar zum Stuhle der Gnaden 
10. Das Leiden der Zeit bringt und reinen Altar. 
ewige Freud: erquicket den 18. So werd ich erhoͤrt, der 
Sinn, der ſo iſt gerichtet zum Bitte gewaͤhrt: der Hader ge⸗ 
Himmliſchen hin. ſtillt, mit Gnaden des Vaters 
11. Wer dieſes erfährt, und von Innen erfullt. | 
darinn bewährt: wird fauber 19. So werde ich klein ohn 
und rein, zu gehen mit Freuden gleiſenden Schein, und innigſt 
zum Himmelreich ein. erhoͤht zum Leben, das immer 
12. Ich mercke darauf, werd und ewig beſteht. i 
munter im Lauff: es gluͤcket zo. Drum bin ich vergnuͤgt, 
mir ſchon, ich ſehe ſchon bluͤhen trotz was mich bekriegt: ich le⸗ 
die güldene Eron. be in Gott, Der mich hat erꝛet⸗ 
13. Der leidende Sinn bringt tet in Leiden und Noth. 
lauter Gewinn: erwartet der 21. Das iſt nun dahin, mit 
Zeit, da alles veraͤndert in vielem Gewinn veraͤndert die 
Goͤttliche Freud. Zeit: worinnen erworben die 
14. Weil dieſes mein Theil ge⸗ ewige Freud. 
weſen, le he Ru 47 | 
ertz mit vielerley Wehen un . BR. 
Faden und Schlee lege mich dennoch nich 
15. So iſt es gefehehn, daß Iſchlafen mit Eva in das 
Gott angeſehn mein Elend u. Suͤnden⸗ 


77. 


Suͤnden⸗Bett: ob ſie ſchon vie⸗ bitter ſchmaͤckt: ſo ſpuͤret doch 
fe weg thut raffen um zu zer⸗ der reine Wandel, wie hart ſie 
brechen unſre Kett: ſo bleiben das Gewiſſen ſchreckt. Ein 
wir doch veſt verbunden mit Hertz das ſich GOTT gautz er⸗ 
IEſu reiner Himmels⸗Lieb, geben, verſaget folchein eitlen 
Worinnen alles überwunden, Wahn, verachtet alles Wider⸗ 
was nicht iſt aus deiſelben ſtreben, geht ſo mit Freuden 
Trieb. fort die Bahn. 

2. Ich kenne wohl das fremde 5. Laͤßt die Veraͤchter nur ver⸗ 
Machen der boͤſen Luft in fal⸗ achten, jo nie berührt den rei⸗ 
ſchem ſchein: hab Hertz u. Hand nen Sinn: thut in ſich ſelbſt vor 
davon gewaſchen mich traͤnckt GOtt betrachten, was in dein 
nicht mehr ihr Zauber⸗Wein. Ausgang ie Gewinn. So 
Mein Leben iſt von ihr geriſſen, kann er gehen ſeine Straaſen, 
gebracht unter die reine Zucht, mit vollen Segen halten aus, 
allwo man beſſer unterwieſen, laͤßt ſich die Welt auch Freunde 
als Tod und Hoͤll zu bringen haſſen, gnug, daß er nicht iſt 
Frucht. hier zu Haus. 6 

3. Ob zwar die Luſt zum rei⸗ 6. Sein Weg iſt bey der Welt 
nen Leben viel Bittres bringet verborgen, auch oft den Goͤn⸗ 
noch herfür aus dein, was noch nern unbekant: befielt deswegẽ 
nicht hingegeben, nach reiner Gott die Sorgen, Der beſſer 
voller Zucht⸗Gebuͤhr: ſo bleibt weiß um ſeinen Stand, als das 
ſie ſelber doch ohn Wancken, verkehrte falſche Tichten der 
weicht nimmer von dem reinen Menſchen, die nur lieben Schein: 
Sinn der Weisheit ſcharfen drum thut er ihren Hohn zer⸗ 

Liebes⸗Schrancken, die fie aus nichten, und dringt in Gottes 

ſich genommen hin. Liebe ein. N 0 

4. Ob zwar der falſchen Liebe 7. So wird fein Ziel, und iſt 

Handel der Eva Sinn acht getroffen: ſo muß e | 
a 


76. 


1 


aller Schein, u. endet ſich das gelegt aus lauter Gnad. Laßt 
lange Hoffen, weil er bereits andre ſich die Zeit vertreiben in 
gegangen ein in GOtt, wo die eitler Welt⸗ und Fleiſches⸗Luſt: 
Verlobung bluͤhet, und gruͤnet die Liebe kan uns wohl beſchrei⸗ 
als im Paradies: allwo man ben, daß beſſre Sachen uns be⸗ 


5 Fruͤchte ſiehet, wodurch 
geheilt der Schlangen⸗Biß. 
8. Nun gruͤnet aus der neuen 
Erde der neue Menſch als Got⸗ 
tes Bild, in voller Lieb rein an 
Geberden, wodurch die neue 
Welt erfuͤllt mit reinen Seelen 
und Jungfrauen, die hier dem 
Lamm gefolget nach, u. thaͤten 
ſich mit Ihm vertrauen zu hel⸗ 
fen tragen ſeine Schmach. 
9. Dis iſt wohl ein Geſchlecht 
zu nennen, ſo hier zum Lager 
gangen aus, und treulich ihren 
GoOtt bekennen bey manchem 
harten ſchweren Strauß. Die 
Liebe zu dem reinen Leben mit 
Jeſu durch der Weisheit Schein 
vernichtet alles Widerſtreben, 
weil ſie an Hertz und Sinnen 
rein. 
( Ochtheure werthu. 
10. H Mit⸗Geſpielen, er⸗ 
waͤget dieſen hohen Grad und 


Adel der uns vor ſo vielen iſt bey⸗ 


wußt. 

11. Die Lieb iſt GOTT, die 
ausgeſoͤhnet in unſerm Fleiſch 
der Suͤnden Graͤul. Wohl 
dem! der ſich zur Lieb gewoͤh⸗ 
net, der kann mit IEſu haben 
Theil, und gehen in die reine 
Kammer, allwo das keuſche 
Bett bereit, und man vergiſſet 
allen Jammer der vielen Muͤh 
und harten Streit. 

12. So ſich in fremder Buhl⸗ 
ſchafft thaͤte in falſchem Gleif⸗ 
ſen miſchen ein. O daß ich doch 
nie einmal haͤtte geglaubet ei⸗ 
nem falſchen Schein: ſo waͤr 
das Uebel lang verſchwunden, 
das mich ſo viele Zeit u. Jahr ſo 
manchen Tag ſo mauche Stun⸗ 
fahr bekraͤncket mit ſo viel Ge⸗ 

ahr. 4 


1 
1 


13. O reine Liebe ſey gepriefent 
daß du durch deine ſcharfe Zucht 


mich haſt ſo treulich mache buͤſe 
N dam 2 


1 NER 


— ——— — ——— —-—-— —ꝛ 
damit ich deiner edle Frucht teil⸗ chen nimmermehr. Trotz, wer 
hafftig werd, u. noch genieſe all⸗ gedenckt mich umzuſtoſen, weil 
Diet in dieſer nah: Ich Liebe ift mein Bruſt⸗Gewehr. 
ge mich vor deine Süß, und 17. Der reine Geiſt aus Got⸗ 
bin auf deinen Winck bereit. tes 3 455 bleibt a0 well 
| a 15 Got⸗ Fer in dem Gang, und wei 
100 l Heiden elt 1 9099 Ihn zur Luft erleſen, bleibt Er 
hast ier; ich will dir kla⸗ mein Vorſprach im Geſang, 
mein Panier; ich will dir = u. lehret mich die ſchönſte Reiz 
N nen) to fen, daß ich in Engel reiner Lieb 
Der nu als deinen When Ibn fs ann un die Wette 
mich hat durch al Bine 90 ee feinen reinen Feu⸗ 
genomen ein, wie ichs erleſen, ſo HD. 3 
Beibef du voll mein Gewinn. ud: Sa IH RR 
15. Weil JEſus⸗ Lich Iban doch mein Theil, weil fie auch 
Harz befeffen, ſo bleib ich Ihin thut vom Tod erretten, gibt 
verbunden feſt, wird mir dar⸗ ſtlbſt das allergroͤſte Heil. Wol 
neben BE EI[eN Verachtung, rien ich werde nunmehr haben 
Schmach aufs allerbeſt: ich ein Leben, das nicht mehr ver⸗ 
halte mich an feine Schrancken, geht; gedenckt was anders mich 
wie Er getreten mir die Bahn, zu laben, ſo wirds vom Winde 
bleib ich in Ihme ohne Wan⸗ weg geweht. 
cken, kann ich ererben Cangan. 19. Mein dels iſt G Ott, mein 
16. Mein Hertziſt feſt an Ihn Wehr und Waffen ſind die Ge⸗ 
gebunden, ich folge feiner reinen baͤthe nach dem Sin der Liebe, 
Lehr, ich werd auch nummer die inich lehret ſchaffen, daß es 
überwunden, ob toben Welt u. mich bringen muß dahin, was 
Holle her. Es iſt einmal bey fie mir hat am Ereutz erwor⸗ 
nir beſchloſſen, ich werde RR ben, ich trag es gern u. willie 
| 15 2. na 


28. 


— 


nach: war fie nicht ſelber dran dem Erwünſchten, leiſten ihre 
geſtorben ſo müßte bleiben mei⸗ Dinſten, deiner ſtets erwarten 
ne Klag. auf ſehr manche Arten, wie Du 
20. So iſt der Schluß bey mir fie thuſt leiten, Dir ſie zu berei⸗ 
getroffen, ſo lebe ich in Gottes ten. | r 
Huld: ich hab das wahre Gut 4. Sie ſind Dir ergeben, gantz 
zu hoffen in jener Welt ohn alle zu Ehren leben, ſie ſind deine 
Schuld: die Liebe macht mich Gaͤſte, tragen deine Laſte: wenn 
rein im Herten, verneuet ſtetig fie müde worden find in deinem 
meinen Sinn, nimmt weg den Orden, kommen ſie mit Wei⸗ 
alten Suͤnden⸗Schmertzen, daß nen, thun vor Dir erſcheinen. 
ich allhier ſchon felig bin. 5. Fallen vor Dir nieder, ſin⸗ 
gen ihre Lieder, bringen ihre 
* Gaben, die ſie von Dir haben: 
sr Efirt den ich liebe, wenn loben Dich im Hertzen, achten 
PR mich was macht truͤbe. I E⸗ keiner Schmertzen, laben im 
fü Luft im Herten, der in allen Gemuͤthe ſich von deiner Guͤte. 
Schmertzen mir Erquickung 6. Sie ſind deine Diener, und 
giebet: wann ich bin betrübet, Du ihr Verſuͤhner: fie find dei⸗ 
iſt Er meine Sonne, meine Freud ne Knechte; fie find deine Maͤg⸗ 
und Wonne. de, habẽ Dich zum Fuͤhrer Vor⸗ 
2. Himmels⸗ſuſe Weiſe, an⸗ gang u. Regierer, bleibeſt Du 
genehme Speift, Koſt der reis ihr Treuſter; bleibeſt Du ihr 
nen Seelen, die ſich dir vermaͤh⸗ Meifter. | 
len: Hertz in unſerm Zagen, 7. Laͤſſeſt Du ſie hoͤren deine 
Freude, wañ wirs wagen: Zu⸗ Himmels⸗Lehren, werden fit 
verſicht im Weinen, wan wirs wie truncken: deine Feuer⸗Fun⸗ 
redlich meinen. cken ſchlagen in die Hertzen, trei⸗ 
3. Hertzog deiner Schaaren ben weg den Schmertzen, un 
Du kanſt wol bewahren die dir, das tiefe Beugen macht 7 


* 


Dir neigen. im Ringen, in Ihn ein zu drin⸗ 
8. Deine Liebes⸗Gaben in dem gen, weil ſie beſter Maaßen Ihn 
Hertzen haben, deine Liebes⸗ ſelbſt in ſich faſſen, u. die Kraft 
Vercke, deine Kraft und Staͤr⸗ im Leiden nicht von Ihm zu 
cke zeiget im Geneſen, was Du ſcheiden. 
vor ein Weſen, wenn Du ihnn 13. Was iſts denn nun Wun⸗ 
einſchenckeſt, u. im Geiſte traͤn⸗ der? wenn ihr Liebes⸗Zunder 
ckeſt. nimmer kann aus gehẽ, weil ſie 
9. Ach wie muß nicht allen dei⸗ allzeit ſtehen im Genuß der Lie⸗ 
ne Gunſt zufallen? die ſich Dir be, durch die reine Triebe, in 
fo üben, über alles lieben, und des Geiſtes Freuden in der Kraft 
in einer Kette ringen um die zum Leiden. | 
Wette: und fo von Dir mas 14. Weil ſie dann genieſen im 
chen eitel Wunder⸗Sachen. zuſamen Flieſen viele Segens⸗ 
10. Thut fie jemand fragen, Kräfte, zu des Herrn Geſchaͤf⸗ 
können ſie's nicht ſagen, was ſie te: bleiben fie einhellig, wie es 
macht fo truncken, wenn ſte fo Ihm gefällig, achten kein Be⸗ 
erſuncken, weil es lauter Sa⸗ trüben, wann Er fie will uben. 
chen, die GOtt ſelbſt thut mma⸗ 15. Dann iſts recht getrof⸗ 
chen in der reinen Wahrheit u. fen, wann man kommt gelof⸗ 
des Himmels Klarheit. fen, und erfüllt mit Segen auf 
Da Er fie thut leiten auf des HErꝛen Wegen, und thut 
die beſten Weiden, und ſehr fehö= alles wagen, was vom HErꝛn 
1 luſtig an zu ſchauen: zu tragen: Himmel, Freud und 
weil ſie da erquicket, und von Leben wird in die gegeben. 
Gott begluͤcket, feiner zu er⸗ 16. Drum muß FEfus-Liebe 
warten in dem Myrꝛhen⸗Gar⸗ loͤſchen alle Triebe, die mir in 
ten. a dem Hertzen machen viele 
12. Was noch ſonſt zu ſagen: Schmertzen: Er bleibt meine 
“die thun alles wagen, alten Wonne, meine Sreuden⸗Song, 


3. 


80, 


— een nen nen ͤ ü v— —t—¾- — — 

die Erquickung giebet, wann ich Stege, daß ich allzeit emſiglich 

bin betruͤbet. mich darauf bewege. * 

17. Alles muß Dich loben, 3. Immer laß eien Juß nach 
was hieunten droben, muß es dem andern eilen, und fortſetzen 
ewig ſchallen nach deinem Ges ohn Verdruß, und ja nicht ver⸗ 
fallen mit viel ſchoͤnen Weiſen weilen, weil die Zeit gar edel iſt, 
ſtetig Dich zu preiſen, Him⸗ und ſo leicht verſchwindet, dis 
mels⸗ volle Klarheit, aufge⸗ bedenckt ein jeder Chriſt, ſich mit 

on Wahrheit. nichts verbindet. ' 

18, Lobet freudig, lobet; ob⸗ ee hindern will, 
ſchon alles tobet: obſchon alles halten ab vom Ziele, oder ma⸗ 
ſchnauhet, doch den Muth nichts chen ſtehen ſtill, durch der Welt 
raubet ſeinen treuen Knechten, Gewuͤhle: ſtehet aller Dingen 
die ſein Lob verfechten. Lobet bloß, gantz an nichts nicht kle⸗ 
all zu ſamen feinen Namen, bet, nichts iſt, das ihm bringt 

. 0 W er Pele Br 

% 2% Ae J. Der ihn in viel reutz und 

i De 4 1 « & 1 720 Pein ſuͤſiglich erquicket, u. ihn 
J ESus Hirte meiner Seel, traͤnckt mit Freuden⸗Wein, daß 
mich, dein Schaͤflein leite, er nicht erſticket: wan der Dran⸗ 
führe mich aus der Trauer⸗Hoͤhl ger treibet ihn, giebt ihm Schlaͤg 
auf die grüne Weide: meinem und Wunden, muß ihm brin⸗ 

Geiſte ſtehe bey, und ihn unter⸗ gen nur Gewinn, weil er hat 

ſlütze, mach ihn von dem Kun⸗ gefunden Ä 5 

mer frey, und mit Kraft beſitze. 6. Eine Fuer der Geduld, 
2. Leite mich die Pilger⸗ſtraas, da er ſich kaun ſetzen in die Ruh: 
die Du ſelbſt gegangen, nimer⸗ iſt er ohn Schuld, nichts kann 
mehr zu ſehn aüf das, was der ihn verletzen, wer ihn draͤn⸗ 

Menſche Prangen: deine Kraft get, träger ihn, fordert in 

erhalte mich auf dem ſchmalen im Reiſen, vieler Druck bringt 

| SE ihm 


1 ar 


dieſer Erden, 


| 
\ 


2 — 


7. IEſus iſt ſein Augenmerck, 
in viel Creutz und Leiden, weil 
Er oͤfters unvermerckt ſuß ge⸗ 
macht das beiden, drum ich nun 
und nimermehr will von SE 
ſu weichen, und Ihn lieben mehr 
und mehr, bis ich werd erꝛeichen 
8. Zion, Gottes guͤldne Stadt, 
da die Thor ſtets offen vor die, 
wo in Thraͤuen⸗Saat, hier in 
Schmertzen hoffen; lang ver⸗ 
langtes frohes Feſt wird uns all 
erfreuen, wenn die Freund und 
Hoch zeit⸗Gaͤſt werden gehn am 
Reihen. ar 
9. Gottes Harfen ftünnen an 


mit viel tauſend Freuden, ſin⸗ 


gen Lieder vor dem Thron, weil 
Gott all ihr Leiden weggenom⸗ 
men, das fie hat unter ſo viel 
Proben oft gedrückt: O groſe 


Gnad! ewig will ich loben 


10. Gottes Lamm, das wuͤr⸗ 
dig iſt Preiß und Ruhm zu neh⸗ 
meu, ewig und zu jeder Friſt, 

und zwar noch von denen, wo 


es von erwuͤrget war hier auf find, 
wie groß wird 


O 


1.2 


Ir 


wohl die Schaar bis zuletzt noch 
werden. b 

11. Drum ſich freu ein jeder 
Chriſt in viel Creutz und Leiden, 
wenn er hart bedraͤnget iſt, zaͤh⸗ 
let Stund und Zeiten, weil der 
frohe Tag iſt nah, der uns all 
erfreuet, und die letzte Stund iſt 
da, da wir gantz verneuet. 
12. Ich will nimmer ſtille ſtehn 
hier auf dieſer Erden, alle Ta⸗ 
ge weiter gehn, achten kein Be⸗ 
ſchwerden, weil die ſchoͤne Fruͤh⸗ 
lings⸗Zeit alles wird vergeſſen, 
auch wo man in Schmertz und 
Leid ef iſt geſeſſen. 


e DEF IE Be 
13. O ihr Zions⸗Schweſtern 8 
ſeht! ſeht die frohe Zeiten, JE⸗ g 
ſus euch entgegen geht, thut euch 
wohl bereiten, daß ihr euren 
Hochzeit ⸗ Schmuck reinlich 
moͤgt bewahren, und auch keines 
ſeh zuruck, wegen viel Gefah⸗ 
ren. 

14. Tragt die Lamp in Her: 
und Haͤnd, freudig geht entge⸗ 
gen, daß ſich keines ſchlaͤfrig 

und verſchertz den Segen, 
der den Klugen beygelegt, e | 
| ie 


Vena — — 


ihm Gewin wunderbarer Wei⸗ 


32. 


fie reine Hertzen, und find wor⸗ harte Proben. | 
den niemals traͤg, auch in bit⸗ 3. Sehr früh ich thaͤte fangen 
tern Schmertzen. an den Hünmel zu erjagen, 
15. Alles was noch ruͤhmen doch ging ich irre auf der Bahn, 
kann, brenn mit mir in Flam⸗ weil ich noch nicht kont tragen 
men, GOtt, dem groſen Wun⸗ das Creutz, wo JEſus Gottes 
der⸗Mann, ſinget allzuſamen: Sohn aus Liebe dran geſtor⸗ 
gebet Ehr und Herꝛlichkeit ſei⸗ ben, und mir daſelbſt die Eh⸗ 
nem groſen Namen. O daß ihr ren⸗Kron und Seligkeit erwor⸗ 
doch recht bereit! ſo wirds wer⸗ ben. 2 
den, Amen. 4. Doch wurde endlich bey 
5 Geduld in viel ⸗ und langem 
1 Hoffen durch Gottes Güte, 
St es nun aus mit mei⸗ (nad und Huld das rechte Ziel 
nein Leid und Leben hier getroffen. Das Creutz war mir 
auf dieſer Erden, ſo wird mir ein ſanfte Laſt, das IEſus 
in der Ewigkeit ein Beſſers da⸗ mich hieß tragen, bald fand 10 
für werden. Drum fahre ich meiner Seelen Raſt, als ich 
im Frieden hin, und ruh in mei⸗ that alles wagen. — 
ner Kammer, wo ich nach lang⸗ 5. Und drunge ein zur engen! 
verlangtem Sinn befreyt von Thuͤr, den ſchmalen Weg zu 
allem Jammer. gehen, bald that das theure 
2. Die Zeiten meiner Tag u. Gnaden⸗Wort mir heilen mei⸗ 
Jahr, jo ich gelebt auf Erden, ne Wehen. O wol mir! weil. 
warn wenig, und in viel Ge⸗ ich dieſe Bahn bey Zeiten hab | 
fahr und mancherley Beſchwer⸗ gefunden, drum werd ich erben 
den. Das Gramen um die Fanaan, wo alles überwunden. 
wahre Freud u. Heil aus GOtt 6. Da iſt die Ruhe nach dem 
von oben bracht mich in man⸗ Streit und Leiden hier auf Er⸗ 
chen. ſchweren Streit und viele den, da iſt die wahre See | 


8 r 


| 83. 


keit nach den ſo viel Beſchwer⸗ Schuld, ob ich ſchon oft hart 
den. So iſt gefunden dann geſiebet. Meine Freude bluͤhet 
mein Heil, das ich allhier bes mir doch zur letze qus dem Ster⸗ 
gehret, und ruh in meinem Erb ben, ob ich ſchon im Leben hier 
und Theil, das mir GOtt hat oft muß ſcheinen zu verderben. 
beſcheret. 3. Wann die Trauer⸗Zeit zu 
7. So leb dann wol! du liebs End, wird Gott die Erloͤſung 
Geſchlecht, das ich jetzt hinter⸗ geben: was ſich jetzt in Schmer⸗ 
laſſen, bleib hier auf Erden Kenfindt, wird in lauter Freu⸗ 
ſchlecht und recht auf deiner de leben. Alſo faͤhret mit dahin 
Friedens⸗Straaſen: ſo kommẽ aller Kummer Muͤh und Sor⸗ 
wir zuſammen ein, allwo wir gen, und der lang⸗ verliebte Siñ 
bey Gott wohnen, da Er nach wird gekroͤnt an jenem Mor⸗ 
vielem Creutz und Pein uns gen. 
wird mit Segen lohnen. 4. Doch muß ich zu meinem 
ö . | 195 meinen er ſtetig 
eh A agen, in viel Geiſtes⸗Engig⸗ 
| M Eine Freude iſt dahin, keit daß in Worten 2 75 5 
meine Herrlichkeit ver⸗ ſagen. Wann die Ehre aus 
ſchwundenz was zuvor war dem Staub dort wird ſeyn in 
mein Gewinn, macht mir jetzo GOtt erhoben, hat der Feind 
lauter Wunden. Was wirds den letzten Raub, und ich kann 
wohl zu letze ſeyn? wann der Gott ewig loben. 
Troſt iſt gar verſchwunden. F. Uunterdeſſen iſt der Troſt 
wird mich wohl des Crrutzes öfters vor dem Aug verborgen, 
Pein machen ſeyn mit GOtt weil der Geiſt noch nicht erloͤßt 
verbunden? von des Leibes Buͤrd und Sor⸗ 
2. Zwar wann Hoffen und gen. Hoffnung kann zwar zie⸗ 
Geduld in Gelaſſenheit mich hen an, das Verlangen fort pi 
ubet, wird mein Leben ohne ſetzen, wenn die enge rauhe 
Ne, L Bahn 


84. 


Bahn will den ſchwachen vieler Noht erworben, die oft 
Muht verletzen. in ſo viel Drang geſchienen gar 
6. Wenn die Noht das Le⸗ erſtorben. Nun wird der muͤde 
ben bricht ohne weiter fort zu Geiſt aus Gottes Hertz getraͤn⸗ 
gehen, wird der letzte Feind be⸗ cket, das täglich neue Kraft in. 
fiegt, der gemacht ſo viele We⸗ reicher Fuͤll einſchencket. 
hen. Wann die Hoffnung nach 3. Iſt auch was beſſers wohl 
dem Streit wird den freuen zu finden auf der Erden? dann 
Helden lohuen, und fie in der alſo voll von GOtt und feiner 
Ewigkeit dort in Gottes Hau⸗ Liebe werden. Wañ aller Troſt 
wohnen. dahin, der uns kann zeitlich la⸗ 
7. Da geht auf ein neue Welt, ben, ſchenckt feine Volle ein viel 
die dem bloͤden Aug verborgen, ſuͤſe Hummels⸗Gaben. 
wenn die Alte gantz zerfaͤllt, 2. Der ſelige Genuß laͤßt nim̃er⸗ 
wird der Schöpfer ſelber ſorgen: mehr ermuͤden, die unverruͤckte 
daß wir dahin ein gebracht zu Treu bringt den erwuͤnſchten 
dem wahren Freuden⸗Leben, Friede: Hoffnung macht Freu⸗ 
und des Schoͤpfers Wunder⸗ den⸗voll, wen Dulden, Lieben, 
Macht ohne Zeit und End er⸗ Leiden die Erndte bringet heim 
heben. in den Erquickungs⸗Zeiten. 
5. Nichts wollen, wiſſen, ſeyn, 
33 nichts koͤnnen noch begehren er⸗ 
M Ein Geiſt iſt voller Troſt, wirbet einen Schatz, den Nie⸗ 
Au hoch in Gott erhaben, mand kann verſehren: wo die 6 
weil feine reiche Gut mich thut Gelaſſenheit dem Himmel ſelbſt 
unendlich laben: wie wird nicht abſaget, da wird das hoͤchſte 
aller Drang zur letze gantz ver⸗ Gut in einem Nun erjaget. 
eſſen? wann der Genuß aus 6. Beym rechten Stille ſeyn 
Ott die Seele macht geneſen. kann man ſein Theil erlauffen, 
=D ſuͤſe Leidens⸗Frucht! in wo andre im N 
im⸗ 


Himmel felbft verkauffen: ein Verknüpfung aller Geiſter, 
kleiner Augenblick, der GOtt mein Hertz ergibt ſich dir, als 
in Liebe fahet, erwirbet uns ein oberſten Lehrmeiſter: du biſt der 
Hut, das nimmermehr verge- beſte Raht, und treuſte Un⸗ 
het. 92 5 terricht, wan Weisheit man⸗ 
. Ss gien will, haͤlt Liebe das Ge 
e wicht. | 
Mein Hertz das iſt bereit 5. Du hohe Urſtands⸗Kraft, 
F von Gottes Lieb zu ſagen, du Weſen aller Mefen, wo du 
doch kann ich ſolche nicht in Beherꝛſcherin, iſt man in GOtt 
Worten voll vortragen: die geneſen: die Weisheit ſelbſten 
Kraft, die fich bewegt in mei⸗ muß dir weichen im Gericht, 
nem Hertzeus Grund, die wo du haft deinen Thron und 
dringt und treibet mich, und Wohnung aufgericht. 
macht ihr Weſen kund. 6. Wenn du nicht waͤrſt, fo 
a. Ihr Ausgebahrungs⸗Werck waͤr nie einig Ding geweſen, 
iſt ohne Maaß zu nennen, die die Weisheit ſelbſten hat aus 
volle Liebes⸗Kraft aus ihr laßt dir ihr Spiel erleſen: drum was 
niemand trennen: ſie wircket uns Freude macht, komt nur 
klein zu ſtyn, wirft alle Hoheit von Liebe her: fie macht das 
hin, fie macht das Alte neu, Bittre ſuͤß, und alles leicht, 
gibt einen Kinder⸗Sinn. was ſchwer. 
3. Wer ihre Zeit erreicht, daß 7. Dan wo die Weis heit auch 
er dahin iſt kommen, wo die ſelbſt Braut u. Schweſter wor⸗ 
Erneurungs⸗Kraft das Hertz den, da iſt Sie Koͤnigin in die⸗ 
bat eingenoihen :der kann nicht fen hohen Orden. In Zeit u. 
fille pn, fie dringt u. treibet Ewigkeit im Himmel und auf 
ahn, damit werd offenbahr ihr Erd wird nichts gefunden, das 
hoher Liebes⸗Sinn. Ihr zu vergleichen werd. 
4. Hochtheure werthe i 8. Mein Hertz vergehet gang 
| &z, un 


| 


86. 


ET — a ARE r 
— —— — — 


und kann es nicht ausſinnen; daß ich nicht kont wancken, bey 
ihr hohe Wunder⸗Kraft zieht denen ſo mancherley Libes⸗Ge⸗ 
meinen Geiſt von hinnen: denn ſchaͤfften, die oͤfters nur ſchwaͤ⸗ 
was ich bin, das bin ich blos chen und rauben die Kraͤften. 
durch Liebe nur, die mich ſelbſt 2. Ich ruhe nun wieder in ſanf⸗ 
hat gebracht auf dieſe hohe teſteln Schlummer, und werd 
Spur. ich ſchon öfters durch Liebe er⸗ 
9. Ich eß u. ſauge ein ihr rein weckt: dis machet mir keinen 
u. lautres Weſen, ſo werd ver⸗ Hertzpreſſenden Kummer, weil 
göttet ich, daß ich kann voll ge- ich mich zum Lieben hab nieder 
neſen: der ausgeleerte Sinn von gelegt. Drum wird mich nichts 
der Vergaͤnglichkeit hat ſeine ſchrecken, noch koͤnnen erwecken, 
Volle nün aus ihr ohn allen als wann ich hör ſprechen: ſteh 
Streit. auf dich zu paaren! fo biſt du 
10. Die Liebe hat mich gantz u. befreyet von allen Gefahren. 
gar nut ſich durchdrunge, drum 3. So werd ich bald konnen vor 
auch die alte Welt iſt gantz u. Liebe nicht ſchlafen, ob ſie mich 
Bat verſchlungen. Da ſoll es ſchon ſelber geleget dahin: fo 
leiben bey, ich lebe nun in ihr, hat man mit ihr nur alleine zu 
und ſoll nichts ſcheiden mehr ſchaffen, wen fie ſelbſt erwecket 
mich weder dort noch hier. den liebenden Sinn. So koͤn⸗ 
nen die Sachen, was man auch 
| ee thut machen, zuſamen im Frie⸗ 
M Ein Hertze iſt plotzlich in den und Segen gerathen u. heiſ⸗ 
Ohnmacht geſüncken, in ſen recht Gottes ſelbſtaͤndige 
tiefeſter Demuth gefallen da⸗ Thaten. | 
hin: bald wär ich im Waſſer 4. O heimliche Kraͤfte inwendi⸗ 
der Liebe ertruncken, wan mich ger Stille! da man auch Gott 
nicht gehalten der Goͤttliche ſchlafend und Kae geneußt: 
Sinn in maͤſigen Schrancken, denn in Ihm iſt al evergnügen 
| Pa 14 


* 


85 e aa 18 15 e . 
daß da ſich ergeußt. O heiligs ERSTER, | 
Erwarmen! O Liebes Umakr⸗ M Ein Hertz iſt Freuden⸗voll 
me ! wer alſo ſich ſelber iſt gaͤntz⸗ A in Gott erhoben, u mei⸗ 
lich entnommen, und zu der in⸗ ne Seele ſoll Ihn ſtetig loben: 
wendigen Stille gekommen. weil mich Baͤrmhertzigkeit und 
5. Hertz Seele und Geiſte ſich Gnade kroͤnt, und ſeine Lang⸗ 
koͤnnen erlaben in dieſem Ur⸗ muht meine Schmach verſöhnt. 
ſtande der inneren Ruh: hier 2. Die in ſo viel Geduld ich 
findt ſich, was Gottes Erloͤſete mußt ertragen zur Zeit, da ich 
haben: wer einſt will geneſen, ſehr hart von Gott geſchlagen: 
der komme oe und lerne ſich und ſo viel Feind auf mich ge⸗ 
beugen in kindlichem Schwei⸗ drungen hin; bis daß mir Gott 
gen. Wo alles in tiefer gelaſſe⸗ gab einen Kinder⸗Sinn: 
ner Stille, da wohnet der Friede 3. Der mich macht klein, und 
in Goͤttlicher Fuͤlle. tief vor Ihin mich beugen, da 
6. Was iſt es dann Wunder? mußte ſich der Himmel zu mir 
wer dahin iſt kommen, wenn er neigen: und mich in Huld und 
auch ſchon öfters in Ohnmacht Langmuth kleiden ein, daß al⸗ 
hinfaͤllt: die Liebe macht trun⸗ ler Orang mußt gantz vergeſſen 
cken, man wird ſich entnommen, ſeyn. en ee 
e wird dann das Hertze zu 4. Drum danck ich Gott für 
Frieden geſtellt, und thut fich ſeine Gnad und Guͤte, weil Er 
ergeben, nur deme zu leben, was nicht worden des Erbarmens 
ihne zu ſolchem Fried⸗Lieben be⸗ nude: und meinen Gang mit 
wogen, und in die inwendige ſeiner Huld verſehn, ſo daß ich 
Sttllle gezogen. Ä kann in allem Leid beftehn. 


| 5. Und ob gleich Freund und 
42 32 80 * | Feind ſchon oft noch ſchnauben, 
25 . ſo kann doch meinen Muht mir 


23. nimand 


88. 


Mimand rauben: weil ich mich Du vor mich Sorge tragen, an⸗ 
meinem GOtt ergeben hin, ſo noch allhier in dieſem Trauer⸗ 
daß ich gantz und gar ſein eigen Zelt: was wirds erſt ſeyn all⸗ 
bin. | dort in jener Welt: 
6. Er thut mich oft auf ſeinen 11. Da alles Wohl wird in 
Haͤnden tragen, drum kan mich die Laͤnge waͤhren, daß weder 
uch kein Unglück nieder ſchla⸗ Zeit noch Jahr es wird verzeh⸗ 
gen: und wann ich ſchon von ren: deß freu ich mich, und bin 
Ihm verlaſſen ſchein, fo ſchenckt unendlich wohl, weil ich ſchon 
mir feine Güte anders ein. hier bin alles Guten voll. 
7. Und thut am Brunn der 8 
Gnad mich reichlich traͤncken? jr 
ſo thu ich dann an feinen Bund M Ein Hertz kann wohl zu 
gedencken: der mir verſpricht 51 frieden ſehn, weil ich das 
die wahre Seligkeit zu erben ſelbſt gegangen ein, wo Gott 
dorten, die ohn End und Zeit. thut ſelber walten: ins innre 
8. Drum will ich Ihn ſchon wahre Heiligthum, wo ſteter 
hier unendlich loben, und achten Frieden um u. um ohn eiuges 
nichts der vielen Völcker Toben; Veralten. Das ſtetige Den⸗ 
dann wa die Zeit des Streits cken von Goͤttlichen Sachen, 
zu End wird fern, ſo gehe ich in kann Hertzen u. Geiſter in Liebe 
meine Kammer ein. voll machen. 1 
9. Da bin ich dann vor aller 2. Daſelbſten blüht die wahre 
Welt verborgen, und ſchlafe bis Ruh u. ſchleußt die aͤuſern Sin⸗ 
an jenen frohen Morgen: dann neu zu von allem abgeſchieden, 
wird der Tag mein Glück mir u. wird vergeſſen aller Schein, 
theilen aus, und ich werd gehn auch was fonft mag entgegen 
in meines Gottes Haus. ſeyn dem inern wahren Frieden. 
10. Indeſſen will ich noch zur O ſeligs Vergnügen! das da 
letze ſagen: O Gott! wie thuſt wird gefunden, wo alles che 


RN 
89. 
— — ne — — 


ſche auf ewig verſchwunden. fallen. N 
3. Man geht nicht mehr von 6. Da wird das Laͤmumlein 
da hinaus in das verkehrte ſelbſt der Hirt der Seelen, die 
Welt⸗Gebrauß, weil Gottes es init ſich fuhrt in Gottes 
Huld und Gaben daſelbſt ſich Haus beyſammen: u. richt da⸗ 
theilen denen init, die ſonſt um ſelbſten ihnen an ein vollen Tiſch 
anders nichts bemüht, als ſich von Himinels⸗Mann, u. nen⸗ 
in Ihm zu laben. Wer alfo net fie mit Namen, fein eige⸗ 
geſchieden von allem Getumel, nes Erbe, das es ſich erworben, 
beſitzet ſchon allhier auf Erden da es iſt vor ſie an dem Creutze 
den Himmel. geſtorben. | 
4. Wie iſt die Ruh fo uͤber⸗ e | 
groß daſelbſt in des Geliebten WE | 
Schoos, wo alles überfliefet, Man Hertz ſoll ſingen G Ott 
was nur Geduld u. Langmuth hu Ehren von wegen ſei⸗ 
heißt, und Himmel⸗Brod die ner Gut und Gnad, die Er er⸗ 
Seele ſpeißt, u. alles Leid ver⸗ =, früh ge drum will 
füfet. Da muͤſſen aufhören die ich ſtets ſein Lob vermehren, und 
Bilder und Weiſen, und was laſſen hoͤren. 
nur im Scheinen von auſen thut 2. Wer kaun ausdencken, was 
Gleiſen. # gu jagen? die Treu iſt unermeſſ⸗ 
Da findet man den neuen lich groß, die Er vergilt in uns: 
Weg, der durch des Fleiſches ſern Schoos: wann wir in De⸗ 
Vorgehaͤg gebahnet ſtehet offen muth nach Ihm fragen in un⸗ 
durchs Blut des Laͤmmleins 751 0 89 1 
voller Huld, das ausgeſoͤhnet 3. Ex ſchencket ein ohn alle 
unſte Schuld, erwarft durch Maaſen den Segeus⸗ wollen Lies 
langes Hoffk. Da findt man die berfluß dem, der Ihm dienet 
heilige Seelen hinwallen, die ohn Verdruß: und gehet fort 
alſo nur leben nach feinem Ge⸗ die Friedens Suuaaſel ö 
> 75 — 


N 


* 
. 
2 


99 


Ablaflen rechtigkeit, und hilft zuletzt aus 
4. O groſer GOtt von Macht allem Leid, auch dringen durch 
und Güte! wie reichlich ſchenckſt das Fleiſch⸗Gehege, wann wir 


Du denen ein, die Dir allzeit er⸗ find kraͤge. 


geben ſeyn, u. opfern Dir Hertz 10. Drum ſoll mein Hertz zu 
und Gemuͤthe in voller Bluͤthe. allen Zeiten hoch rühmen feine 
Es muͤſſe Hertz und Mund Wunderthat, die Er erweiſet 
Ihn loben, die Er mit ſeiner fruͤh und ſpat, u. will ſein gro⸗ 
Lieb erfreut, daß fie zu feinem fe Macht aus breiten vor allen 
Dinſt bereit, auch bleiben ſtets Leuthen. 5 
dariũ erhoben in allen Proben. 1x. Hertz, Seel u. Geiſt bleib 
6. Wohl deme, der fo fein ges in den Schrancken der unver⸗ 
dencket in Leiden, Truͤbſal, faͤlſchten Lieb und Treu, die al⸗ 
Augſt und Noth getreu zu blei⸗ le Tag und Stunde neu: ich 
ben bis in Tod, wann er mit will in 1 Ihm dancken 


Bitterkeit getraͤncket, wird er ohn einigs Wancken. 
beſchencket:: 1 | | 
7. Mit reichem Troftausfe 32. 


ner Güte. O! ſelig wer deſſel⸗ M Ein Leben iſt dahin und 
ben voll, der weiß recht, wie er Mad verſchwunden, drum 


wandeln ſoll: beſitzet GOtt, hat ſuche ich nun eine andre Welt. 


ſteten Friede in dem Gemuͤthe. Wohl mir! das wahre Gut iſt 
8. Lobſinget GOtt mit Hertz nun gefunden, das ich ſchon | 
und Munde, danckſaget Ihm lang zuvor mir hab erwaͤhlt. 
ohn alle Maaß, geht freudig Wie froh bin ich auf meiner 
fort die Friedens⸗Straaß: ge⸗ Fahrt, weil ich nun bin mit 
denckt der Gnade in dem Buͤn⸗ Gott gepaart, Der nach ſo lan⸗ 
de zu aller Stund. gem Leid und Wehen mich 
9. Er fuͤhret uns auf rechtem macht mit in fein Reich eingehe. 
Wege der Wahrheit und Ge⸗ 2. Drum wird die Wa 


9 . 


ſchaft ſich ſelbſt belohnen, wan Grab die leere Duͤnſte, die nur 
meine Reiſe nun wird ſeyn vol⸗ brauſen, und ſuchen GOtt im 
lendt, und ich in Gottes Haus Schein von auſen. i 

werd ewig wohnen, und aller 5. Mein Paradieß iſt GOtt 


Schmertz und Leid wird ſeyn und reine Liebe, die mir beſtaͤn 


zu End. Wie freuet ſich mein dig aus dem Hertzen quillt. 
Hertz und Geiſt, weil ich bin Und weil die reine Quell nicht 
aus mir ſelbſt gereißt, drum mehr wird trübe, ſo iſt auch al⸗ 
wart ich nur, bis kommt ge⸗ ler Zorn und Haß geſtillt. Wie 
gangen, was mir wird ſtillen ſanfte laͤßt ſichs allda ruhn, 
mein Verlangen. wo man ſonſt nichtes weiß zu 
3. Ich bin zwar ſchon getroͤſt thun, als was Geduld und Lie⸗ 
52 f langes Aue weil mir be ſchaffen; wie ſanfte laͤßt ſichs 
der füge Fried im Hertzen blüht, allda ſchlafen. 
mein Geiſt iſt ſchon erloͤßt, fein 6. Drum Fan mein Hertz ſich 
Ziel getroffen, um welches mich auch mit ſonſt nichts paaren, 
ſo manche Jahr bemüht. weil es fo ſanft im Schoos der 
Drum bin ich alles Troſtes voll, Liebe ruht: es laͤſſet allen Troſt 
weil GOtt mir thut ſo innig und Schein⸗Werck fahren, 
wohl, und weg genommen mei⸗ Trotz was ihm ſonſten ſchwaͤ⸗ 
ne Laſten, daß ich in Ihm kann chen kann den Muth. Ich wer⸗ 
ſuͤſe raſten. de nun nicht mehr verſtellt, 
4. Wie muß zuletzt nicht al⸗ weil ich in einer andern Welt; 
les anders werden, wann man wo alles andre gantz ver⸗ 
einmal das rechte Ziel erzeicht. ſchwunden, und ſtete Ruh in 
Wie enden ſich nicht die ſo viel GOTT gefunden. 
Beſchwerden, wo man in Treu 
und Glauben nicht erweicht. 33. 
Wie wird nicht alles ſtill und In Un fließt die Liebe ein und 
ab, wo gantz berſencket in 85 8 aus, und reinigt a 
3 ; ? er⸗ 


92. 


Hertzens⸗Haus, daß ich geniefen einte Liebe zweyt, und laͤßt 
kann der edlen Frucht vom Pa⸗ nicht in ſich gehen ein 
radies, die machet alles Bittre 6. Die volle Liebes⸗Harmo⸗ 
ſuß zu gehen auf der rechten nie, wo alle Geiſter dort und 
Bahn. | | bie zuſammen ftünen ein. Die 
2. Wenn diefe Liebes⸗Winde Liebe zweyet nimermehr, und 
wehn, dann muß der eitle Sinn kommen gleich der Stunmen 
vergehn, der noch an anders mehr, muß es um fo viel befz 
was ein Leben und Vergnuͤgen ſer ſeyn. 
hat: es zeigt der volle Liebes⸗ 7. So lobet GOtt mit Hertz 
Raht die rechte Lieb und Frie⸗ und Mund und Geiſt die Seel 
dens⸗Straaß. zu aller Stund, die voll von 
3. Wer ſo mit Liebe ange- Liebe iſt. Das Spiel muß all 
füllt, daß aller Zorn und Haß zeit vor ſich gehn: fo lang die 
geſtillt, der hat das beſte Ziel: Liebes⸗Winde wehn, muß 
ſein Leben iſt vergnuͤgte Luft, ſchweigen aller Trug und Lift. 
und aller falſche Heuchel⸗Wuſt r 
ift ausgekehrt bey dieſem Spiel. IE a 
4. Die Seele trincket Him⸗ Nin gehen die Geiſter ins 
mels⸗Moſt, wilt du erraͤhten, Innere ein, und thun ſich 
was vor Koſt da wird gemeſſen erlaben im Goͤttlichen Weſen: 
ein? fo gehe hin, und 1 nur: u. laſſen dahinden den nichtigen 
wo iſt die reine Liebes⸗Spur; Schein, wo nimmermehr kon⸗ 
du wirſt bald voll von Liebe te das Hertze geneſen. Nun 
ſeyn. muͤſſen aufhoͤren die viele Ge⸗ 
5. Die wird dein gantzes dancken, die anders nichts koͤu⸗ 
Hertzens⸗Haus mit voller Tu⸗ nen, als hin und her wancken. 
gend zierẽ aus, und nichts mehr 2. O Ruhe! wie ſchmeckeſt du 
nehmen ein von dem vergiff⸗ denen ſo wohl, die lange ermu⸗ 
ten Haß und Neid, das die ver⸗ det in vielerley Sa Nu 1 


9 


ne nen 


wird nicht das Hertze des Gu⸗ 
ten ſo voll, weil GOtt es nun 
alles ſo herꝛlich thut machen. 
Nun werden genoſſen in heili⸗ 
ger Stille viel innere Kraͤfte 
aus Goͤttlicher Fuͤlle. 


3. Es iſt nicht zu ſagen, was 


himliſche Luſt man innigſt ges ten fo voll, die ſtetig 
mieſet, wo Gott iſt gefuͤnden: 
wenn ſtetiger Friede erfuͤllet die im Frieden, 
u. alles ſonſt andre iſt bey der 1 


Bruſt, 
gantz uͤberwunden. Da muͤſſen 
auf hoͤren die vielerley Weiſen, 
wenn wir Ihn im inneren Hei⸗ 
ligthum preiſen. 

4. Da ſtehen die Geiſter ohn 
gleiſſenden Schein, u. bringen 
die Gaben im reineſten Weſen: 
die weil fie erſcheinen ſehr ſauber 
und rein, fo koͤnnen fie alle im 
Frieden geneſen, mit Dancken 
und Loben u. kindlichem Lallen 
erheben die Stimmen nach ſei⸗ 
nem Gefallen. 

5. So werden fie alle von In⸗ 
neu erquickt in wahrem vergnuͤ⸗ 
gen und heiligem Schweigen: 
der innere Teimpel ſteht herrlich 

geſchmuͤckt, weñ alſo die Fruͤch⸗ 
ſe des Geiſtes ſich zeigen. Das 
| M 


der liebenden Flammen. 
2 


Leben vom Goͤttlichen Segen 
und Fuͤlle erſencket die Geiſter 
zur innigſten Stille. 

6. O Liebe! wie thuſt du den 
Deinen ſo wohl, die in dir ge⸗ 
funden das wahre Geneſen: wie 
find nicht die Geiſter des Gu⸗ 


enieſen 
dein reineſtes Weſen. Sie leben 
in ſeligſter Stille, 


inwendigen reichli⸗ 
chen Fuͤlle. 

7. Das Feuer, ſo nimmer ver⸗ 
löͤſchet die Glut, muß ewig ohn 
Ende mit ſtetem Aufſteigen er⸗ 
wecken den heiligen Goͤttlichen 
Muth, mit Dancken u. Loben 
ohn einiges Schweigen. So 
wird GOTT geehret mit Gei⸗ 
ſtes⸗Geſaͤngen, wenn wir Ihm 
die inneren Opfer darbringen. 

8. Die ſtetig auf ſteigen vom 
reinen Altar zum Stuhle der 
Gnaden, in vollem Verſoͤhnen: 
da wird erſt von innen u. auſen 
recht wahr, was andre in For⸗ 
men u. Weiſen erthoͤnen. So 
find ſie im inneren Tempel bey⸗ 
ſammen, u. brennen im Feuer 


9. Diez 


H. 


—— er — 


9. Dieweil wir nun alle ver⸗ nummehro IEſus Mutter heißt. 
einigt da ſtehn, zu loben den 7. Die Zeit, wo unſer Glück er⸗ 
Herzen mit himmliſchen Weis ſcheint, iſt kommen, eh man es 
fen u. zu Shin ins innere Hei⸗ vermeint: der Vater Hoffen ift 
ligthum gehn mit Ehr u. An⸗ zu End, GOtt ſelbſten wird ein 
baͤtung Ihn ſtetig zu preiſen. kleines Kind. 
Drum werden wir bleiben und 6. So ruhet in der Jungfraun 
ewig 1 9 u. werden auch Schoos gering und arm, O 
mmer zum Tempel aus gehen. Wunder groß! der alle Welt zu 

| nmaͤhren wuſt, ligt dem Geſchoͤpf 
35. nun an der Bruſt. 


Ser iſt die frohe Zeit er⸗ 7. Wie heimlich iſt der Weiß⸗ 


wacht, allwo der Vaͤter heit Raht, der dieſes fo beſchloſ⸗ 
Hoffnung lacht. Ein Jung⸗ ſen hat, geblieben bey der Welt 


frau rein von Armut groß hat gericht, das uns zum Troſt auf⸗ 


nun das Kind in ihrem Schoos. gangen iſt. 
2. Wohl dann du reine Him⸗ g. Weil Gott ſelbſt als ein 
mels⸗Sonn, die du des keuſchen Kind erwacht, wird das ver⸗ 
Gottes Sohn in deinem Herz lorne wiederbracht: die GOtt 
tzen ausgeboren, und funden, geweihte Jungfrau hat erfuͤllet 
was fo lang verloren. Gottes Wunder⸗Raht. 

3. Wie keuſch . 0 muß 9. GOtt Lob, wir ſingen dann 
nicht ſeyn ein Leib, wo dieſe zugleich ein neues Lied in Got⸗ 
Sonn geht ein: denn da geht tes Reich. Wir ſind nun froh 


alte gantz zerfällt, daran haben Theil. 
4. Die Himmels= Ehör find 0 gal. 
hoch erfreut, ſo bald die Jung⸗ 36. | 


frau benedeyt. Die ſich zur UN iſt mein Glaubens⸗ 


auf ein neue Welt, wordurch die in dieſem Heil, weil wir auch 
Magd ſelbſt GOTT anpreißt, N Weg vollendt, Een { 
mein 


JJ 
mein Elend abgewendt, und Gnadẽ⸗Thuͤr: verlaßt die ſtren⸗ 
mich erquicket nach dem Streit: ge Herbigkeit: fo koͤnt in ru⸗ 
drum geh ich ein zur geen gend. 525 nach dem Streit. 

2. Die se von harter Kalt 8. Seht an die Schmertzen, 
und Froſt iſt hin, nun kommt Angſt und Noth, die ich erlit⸗ 
der reiche Troſt aus GOtt und ten vor dem Tod, eh daß das 
feiner Guad und Huld, die aus⸗ fanfte Gnaden⸗Oehl, erquicken 
geſoͤhnet meine Schuld. konte meine Seel. 

3. Nun iſt die Seel in GOttes 9. Und mir mein Haupt da⸗ 
Hand, Der fie erloͤßt vom eit⸗ mit begoß, O reicher Troſt: 
len Band, der vielen Muͤh und den ich genoß, der Bruder⸗Bal⸗ 
Tages⸗Laſt. Nun hat fie fun⸗ ſam trunge ein, und macht 
den ihre Raſt. mein Hertze ruhig ſeyn. 

4. Man traͤget mich zwar hin 10. Das ſanfte Oel gibt Lin⸗ 
ins Grab; doch hab ich eine derung, die Strengigfeit Ver⸗ 
beſſre Haab, als dieſes Bild der hinderung, daß dieſer Balſam 
Sterblichkeit, zu hoffen in der nicht kann We ins Hertz, zu 
Ewigkeit. heilen unſre Wehn. 

5. Dem Leib iſt da ein Bett 11. Gewiß wer dieſes Wegs 
bereit nach vieler Muͤh u. har⸗ verfehlt, der wird den Suͤn⸗ 
tem Streit: die Seel kann ru⸗ dern zu gezehlt: waͤr er auch 
hen nun in Gott, nach ausge⸗ kommen an den Ort, wo man 
ſtandner vieler Noth. hoͤrt unausſprechlich Wort. 

6. Nun findt ſie ihre Frucht 12. Die Liebe hat Barmher⸗ 
der Saat, die fie hier ausge⸗ tzigkeit, die uns verſoͤhnt zur 
ſtreuet hat in vieler Muͤh und boͤſen Zeit: die Langmuth iſt 
ſo viel Fleiß; drum geht ſie ein von Gnad und Huld, und weiß 
ins Paradeiß. von keiner Suͤnden⸗Schuld. 
7 Gehabt euch wohl ihr Freun⸗ 13. Es wird ein unbarmher⸗ 

de hier! laufft nach der . Looß zur Letze e 
| M 3 den 


. i | — — 
den Schoos: wer nicht Barm⸗ ſelber zu eigen erkoren, zum rei⸗ 
hertzigkeit gethan, und ſich ges neſten Wandel und Goͤttlichen 
uͤbt auf dieſer Bahn. Leben, das Er uns hat ſelber 
14. So kann erfahren wohl von Innen gegeben. 
ein Knecht des HErꝛm, der ſon⸗ 4. Es muſſen nun Hertzen u. 
ſten ſchlecht und recht: und doch Sinnen ſich freuen, die in ſich 
verfehlet dieſe Spur, ſo muß genieſen das Goͤttlich Gedeyen: 
er in die harte Cur. Und alſo mit neuer und Goͤkt⸗ 
15. Diß war mein Fehler in licher Liebe erwecket aus heilie 
der Zeit, drum ich ſo einen har⸗ gem innigen Triebe. 5 
ten Streit mußt gehen durch 5. Das neue Vermehren in⸗ 
in letzter Noth, bis ich erloͤſet wendiger Gaben thut wieder 
von dem Tod. mit Goͤttlicher Fuͤlle uns laben: 
| wir werden nun tiefer vereinet 
37. zufamımen, weil Er uns thut 
N Un kommen die Zeiten wieder aufs neue auflammen 
verdoppelt gefloſſen, die 6. Mit himmliſcher Liebe zum 
Gott ſich in feinem Raht ſel⸗ heiligen Leben, damit wir zu⸗ 
ber beſchloſſen:der Himmel er⸗ fammen die Wunder erheben, 
höret die Erde nun wieder, und die Er uns erwieſen in Zeiten 
machet erſchallen viel liebliche und Jahren, geholfen aus Noͤ⸗ 
Nieder. then und vielen Gefahren. 
2. O Goͤttlichs Gedeyen! O 7. Drum kommen wir alle zus 
himliſchs Verneuen! wir wol⸗ ſammen getreten, Ihn innigſt 
len nun alle game uns freu⸗ zu loben mit Singen u. Baten: 
en: wir wollen aufſteigen zum in tiefer Fußfaͤlliger Ehre uns 
ſtetigen Loben, ob Suͤnde und beugen, und alſo die Andacht 
Teufel und Hoͤlle ſchon toben. der a. anzeigen. 
3. GOtt hat uns erneuet und 8. Wir werden aus heiligem 
wiedergebohren, und Ihme ſich innigen Triebe aufs neue 125 


. — 


| 97. 
wecket mit Goͤttlicher Liebe: I 3. Laß deine Zucht ewig die 
um ewig uns nimmer einander Deinen bewahren, damit ſie be⸗ 
zu laſſen, vielmehro einander freyet von allen Gefahren der 
noch feſter zu faſſen. vielen Geſchaͤfften in nichtigen 
9. Die feurige Liebe und him⸗ Dingen, die öfters unſchuldige 
liſche Sinnen die machen viel Hertzen bezwingen. | 
innere Kräfte gewinnen: das 14. Laß deine vereinende Sal⸗ 
heilige Dencken von Goͤttlichen bungs⸗Kraft flieſen, und viele 
Sachen kann unſere Hertzen in erneuete Kraͤfte genieſen: die 
Liebe voll machen. hümmliſche Sinnen in reinen 
10. O himmliſche Liebe! O Geberden die mache verſchwin⸗ 

inniges Weſen! wo Seelen in den die Freuden der Erden. 
Goͤttlicher Liebe geneſen. O 15. Wann Liebe in Liebe zu⸗ 
heilige Eintracht der liebenden ſammen gefloſſen, ſo werden 
Hertzen! die niuunermehr wei⸗ wir alle von innen begoſſen, u. 
chen in Leiden u. Schmertzen. haben das wahre Vergnuͤgen 

11. Was ſollen wir ſagen? gefunden, worin wir auf Ewig 
wir haben empfunden, daß zuſammen verbunden. | 
Gott ſich hat ſelber mit denen 16. Kein Jagen noch Klagen 
verbunden: die alſo vereinet ohn wird jemals ge höret, allwo ſich 
einigs Zerbrechen, und laſſen die himmli che Eintracht ver⸗ 
noch Suͤnde noch Hölle ſich mehret. Auf Seelen! erwecket 
ſchwaͤchen. die ſterbende Glieder, u. opfert 
12 Oswige Weisheit! die neuen erbohrne Ihm wieder. 
du biſt es alleine, 17. Wir werden erlangen ein 
die uns hat erbauet als eine Ge⸗ ewiges Leben, wann wir uns 
meine: dann unſere Thorheit Shin alle zu eigen ergeben: kein 
haͤtt nimmer gefunden, worin⸗ Tod noch Verderben wird über 
nen wir alſo zuſammen ver⸗ uns kommen, dieweil wir ſind 
bunden. GSieottss geheiligte 925 28 : 
BR 18. Wit 


* 
28. 

18. Wir wollen anhalten im 
Wachen und Baͤten, und alſo 
zerbrechen die fündliche Ketten: 
wir wollen den Goͤttlichen Ei⸗ 
fer erwecken, und laſſen nichts 
9 uns von Ihim abſchre⸗ 

A 


durch alles Gehege, noch Teu⸗ 


fel, Welt, Sünde ſoll machen. 


uns traͤge: der breite Weg blei⸗ 
be auf ewig verlaſſen, ſo koͤn⸗ 
nen wir wandeln die himmli⸗ 
ſche Straaſen. 
20. Durch vieles Verlangen 
und ernſtliches Sehnen kann 
ertz und Gemuͤthe zu GOtt 
ich gewoͤhnen: um an Ihm zu 
bleiben in allerley Wehen, und 
endlich mit Freuden zum Hin- 
mel eingehen. 

21. Wir wollen deswegen nun 
nummer ermuͤden, bis daß wir 
ſind voͤllig von alleim geſchie⸗ 
den: was finſter und dunckel 
in Gleichheit der Erden: ſo wer⸗ 


den wir dortenverherꝛlichet 


ben Em ſietigs Bert 
22. Ein ſtetigs Verlangen 
nach Liebe und Warheit, bringt 


1. 
19. Wir wollen durchbrechen 


Hertzen und Seelen zur himm⸗ 


liſchen Klarheit: ſo werden be⸗ 
reitet die innige Seelen, die ein⸗ 
tzig alleine mit Gott ſich ver⸗ 
maͤhlen. 

23. Wir wollen nun alle mit 
Fache erwarten die Goͤttliche 

rüchte im Paradies⸗Garten: 
wenn himmliſche Tauen ſich 
auf uns ergieſen, ſo thun wir 
zuſamen in Liebe zerflieſen. 

24. Die Goͤttliche Sonne bele⸗ 
bet die Glieder, erwecket Hertz 
Seele und Sinn u. Gemuͤther: 
die himmliſche Flammen mit 
ihren Lieb⸗Strahlen thun unſe⸗ 
re Leiber u. Geiſter beinahlen. 


Ir leben nun 
4 5 * DIV wieder in voriger. 


Gnade, da GOtt uns gefuͤhret 
auf richtigem Pfade: der Weg 
iſt getroffen, wir haben gefun⸗ 
den, worinnen wir ewig zu⸗ 
ſammen verbunden. 

26. Was iſt es dann? das 
uns hinfuͤhro wird zweyen, die⸗ 
weil wir nun ſind die vereinte 
Getreuen: die manche Erdul⸗ 


dung in Leiden und Hoffen hat 
endlich zur Letzte das ai x 
| | 


wm Du 


troffen. b 

27. Das wird uns nun blei⸗ 
ben, und nimmer entgehen, die⸗ 
weil wir nun alle zuſammen 
beſtehen in Gottes ſelbſtaͤndi⸗ 
ger Wahrheit, daneben Ihn 
ſtetig mit Hertzen und Sinnen 
erheben. 

28. Ihr Lieben Bewaͤhrten in 
Treue und Wahrheit? wir ha⸗ 
ben gefunden die himmliſche 
Klarheit Durch Dulden und 
Leiden erwartet der Zeiten, die 
Gott ſich beſtimmet und wol⸗ 
len bereiten. 

29. Wir werden nun balde 
die Kronen erlangen, worinnen 
wir dorten mit ewiglich pran⸗ 
gen. O theure liebhabende 
Seelen in allen! wir wollen 
nun leben nach feinem Gefallẽ. 
30. Weil unſere Hertzen im 
Lieben zerfloſſen, drum wird 
uns auch nichtes mehr koͤnnen 
umſtoſen: die leidende Liebe er⸗ 

wirbet das Leben, wo andre 
in vielen Gefaͤrden umſchwebẽ. 
31. Die heilige Inbrunſt zum 
Goͤttlichen Le 


99. 
theure Gemeinſchaft, die GOtt 
uns geſchencket, am Brunnen 
der Gnade u. Liebe getraͤncket. 

2 O himmliſchs Ge⸗ 

3 1 deyen und Goͤtt⸗ 
lichs Verwalten! worinnen 
wir alle bishero erhalten; daß 
Treue und Treue ſich ewig ver⸗ 
bunden, und alſo das wahre 
Vergnügen gefunden. 15 

33. Das laßt uns bedencken 
und nimmer vergeſſen, daß 
Gott uns ſo wunderbar laſſen 
geneſen: wo Deucken und Hof: 
fen geſchienen verloren, da wur⸗ 
den wir alle zum Leben erkoren. 

34. Die Treue muß bleiben u. 
ewig beſtehen, wer alſo bewaͤh⸗ 
ret in Leiden und Wehen: die 
Wunder des Hoͤchſten man da 
kañ ableſen, wañ leidende See⸗ 
len in Liebe geneſen. 

35. Was wird uns dann ſchei⸗ 
den von hümmliſcher Liebe ? 
was wird uns auf loͤſen die 
maͤchtige Triebe? was wird 
uns die Bande der Liebes⸗ 
Macht ſchwaͤchen? noch Engel 


| | ben erwecket ung, noch Thronen fie werden zer⸗ 
daß wir zuſam̃en erheben iu brechen, | 


36, Wir 


100. 


36. Wir wollen nun ſchlieſen weil ſeine Zeit vorbey, da er 
vondiebe zu ſagen, die Liebe ſoll gedruckt daͤrnieder : die ſchoͤne 
ſelbſten die Sachen vortragen: Fruͤhlings⸗Sonn macht ſeine 
das Leben, ſo GOtt uns von in⸗ Laſt verſchwinden, die rauhe 
nen gegeben, wird ſolche ohn Zeit iſt hin, und bleibet gantz 
Wort in den Wercken erhebẽ. dabinden. 

37. Da wird es ſich zeigen in 2. So gruͤnt der edle Zweig der 
heiligem Wandel, und reinen reinen Kirche wieder mit vielem 
Gebärden. O herrlicher Han⸗ Segen aus, erneuet die Gemuͤ⸗ 
del! wann Seelen ſind worden, ther zur reinen Fruchtbarkeit in 
was andre nur ſagen, und thun Gottes Haus b ſammen, da 
es im Geiſte und Weſen vor⸗ fie gepflantzet ſtehn, init Bluͤth 
tragen. und Fruͤchten prangen. 5 
23. Das iſts auch, was GOtt 3. Viel Segen kroͤnet uns, viel 
thut ſo ernſtlich verlangen an Heil muß uns bekleiden: die 
liebende Geiſter, und ſelber will Hoffnung wird belohnt mit den 
prangen mit ſeinem ſelbſtaͤndi⸗ Erquickungs⸗Zeiten. Obſchon 

en Gottes⸗Gebaͤhren, da al⸗ die lange Nacht in kalten Win⸗ 
es ſonſt andre muß endlich ter⸗Tagen uns ſo gemeſſen ein, 
auf hoͤren. daß es ſehr ſchwehr zu tragen: 

39. Nun Amen, das Ende 4. So koͤnen wir doch nun von 
hat endlich getroffen das, was beſſern Zeiten ſingen, weil un⸗ 
wir erwartet im Bulden u. Hof⸗ fer Glaubens⸗Baum thut neue 
fen: dabey ſolls nun bleiben, Fruͤchte bringen: und weil wir 
wir haben das Leben, das GOtt dann erhoͤht mit fo viel ſuͤſen 
wird zu ewigen Zeiten erheben. Freuden; fo find vergeſſen gantz | 

1088855 die harte Winter⸗Zeiten. u 
e 5. O ſeliger Gewinn! in viel 
Ml muß der painen⸗Baum Geduld erworben, da wir in ſo 


(3 


aufs neue gruͤnen wieder viel Drang oft ſchienen 9 er⸗ 
tor⸗ 


1 


 : 5 | 


101. 


ſtorben. Der reine Lebens⸗ſaft, ich von Ihm gnommen auf. 
der im uns thut einflieſen, thut z. So hab ich ſteten Unter⸗ 
alle Bitterkeit und vieles Leid richt, wenn mirs an Huͤlf und 
verſuſen. Kraft gebricht: zeigt Er mir, 
3. So grünet unſer Zweig aus wie ich wandlen ſoll, und macht 
7 1 a 5 mich Fried⸗und Freuden⸗voll. 
Wurtzel aus, daß ihn wir im ich hin mu z 
nichts umſtoſen. Der Segen ah 75 en A 
von den Saft der uns wird ein⸗ fer Schatt: und meine Labſal 
gemessen, macht uus piel Freu⸗ in dem Tod und Helfer in der 
den⸗voll, weil alles Leid ver- groͤſten Noth. 


geſſen. | nz | 
J. Vas iſt dann beſſers wohl 5. Mein Lebens⸗Brod auf 
als in Gd 4 92 meinem Weg, mein Forthelf, 
man gepflantzet ein in ſeines wenn ich werde traͤg: und mei⸗ 
Gottes Garten; die Ernde ner Seelen Nahrungs⸗Tranck, 
bringt den Lohn der vielen rau⸗ Erquickungs⸗Saft, wenn ich 
hen Zeiten, und das verlangte bin kranck. 
Gluͤck in jenen Ewigkeiten. 6. Du biſt mir worden wun⸗ 
3 derbar, wer darauf mercket, 
- 39, fichet klar: daß Du der rechte 
Nn ich im Frieden Helfer biſt bey deme, der verlag 
fort, bis ich 91 ein zur ſen iſt. 
Himeles⸗ fel, i auf ich ee 
renn u. ſtehe fill, erwarte nur; „ i 
was Ges Will 15 Ni wird mein Hertze wie⸗ 
2 So komm ich fort in ſchnel⸗ der wohl nach fo viel Leid 


lerEil, wenn ich mich ſchon mit und Truͤbſals⸗Tagen, Gott 


Gott verweil: das hindert macht mich Fried und Segens⸗ 


mich nicht in dem Lauff, weil voll nachdem ich ward ſehr hart 


N 2. geſch la⸗ 


102. 


geſchlagen. Ich geh nun wieder Ihme hat erwaͤhlt allhier, auf 
meinen Gang, frag nichts nach dieſer gantzen Erden, daß ſie 
jenen böfen Rotten, die mir au⸗ mit ſeinem Sohn vermaͤhlt, u. 


thun viel Zwang und Drang, mit Jh fo vereinigt werden. 


laß die Gortlofen immer ſpot⸗ Ich bin ergeben hin nach feinem 
ten. Ich ſehe in dem Lauff, und Naht und Sinn, wie der es u⸗ 
mercke eben drauf, was noch zu⸗ ber mich beſchloſſen. Ich achte 
letzt wird auf fie kommen, wan vor Gewinn, wann ich beladen 
Gott wird ſeinen Sohn ſenden bin mit Creutz, und trag es un⸗ 
von ſeinein Thron, um zu erloͤ⸗ verdroſſen. 
ſen ſeine Frommen. 4. Doch faͤllt mir hart der Ju⸗ 
2. Drum lebe ich in Hoffnung gend Hohn, der mich zur Letze 
hin, trag gern und willig mei⸗ hat betroffen, u. wann ich nicht 
ne Laſten, dort wird man ſehen, die Ehren⸗Kron in jener Welt 
wer ich bin, wann ich gar fü dafür zu hoffen, fo waͤr ich bald 
in Ruh werd raſten, und hin⸗ des Kummers ſatt, den ich er⸗ 
genomen wird mein Leid, das litten ſchon auf Erden, u. durch 
ich in dieſer Welt getragen, und Ermuͤdung abgematt bey den 
fd erlang die Seligkeit, da man fo mancherley Beſchwerden: ich 
befreyt von allen Plagen, ſo klag es meinem GOtt, Der 
hier auf dieſer Welt der Seelen alle meine Noth zur Letze noch 
zugeſellt, wann ſie im Frieden wird von mir reiſſen. Drum 
thaͤte wallen. Diß iſt nun mei⸗ will ich Ihm dafür auch ſchon 
ne Freud, daß ich in dieſer Zeit im Leben hier Preiß, Lob, Ehr, 
kan alſo meinem Ott gefallen. Ruhm und Danck erweiſen 
3. Dan Er iſt ſelbſt mein Theil 5. Ich werde wohl mein Le⸗ 
und Lohn, Der es fo über mich ben lang an meines Gottes Lie⸗ 
beſchloſſen, daß ich auch tragen be halten, und will in allem 
muß den Hohn, wie alle ſeine Zwang und Drang nur ſeine 
Bunds⸗Genoſſen, die Er ſich Guͤte laſſen walten. Er er; | 
dl, 


wohl, was mir nutz und gut, 
Fan meiner Sach am beſten ra⸗ 
then; obs ſchon oft ſchmertzlich 
wehe thut: es helfen doch nichts 
meine Thaten. Ich weiß ſonſt 
nichts zu thun, als nur in Ihm 
zu ruhn, und ſtehn bereit nach 
ſeinem Willen, und warten in 
Geduld, bis daß wird ſeine Huld 


mir meinen Schmertz u. Jam⸗ U 


mer ſtillen. 

6. Und bleib ich Ihm fo zuge⸗ 
kehrt, ſo kan mir gantz kein Un⸗ 
gluͤck ſchaden, denn Er der Ar⸗ 
men Bitt erhoͤrt, die zu Ihm 
ſchreyen hart beladen. Ich leb 
auf das allein dahin, was mir 
in jener Welt wird werden, 
drum acht ich alles fuͤr Gewiñ, 
wann ich allhier auf dieſer Er⸗ 
den mit Kummer, Angſt und 
Müh beladen ſpath und früh, 
weil ich in Hoffnung werd er⸗ 
langen die Freud und Ehren⸗ 
Kron mit JEſu Gottes Sohn, 
dariũen ich werd ewig prangen. 

7. Es iſt zwar meinem GOtt 
bekant, was Leiden mich noch 
oft umgeben, ſo daß ich auch in 
ſolchem Stand oft 8 


ger nicht zu leben ; 


103. 
doch wurd 
mir, was mir nutz und gut, nur 
in dem Leidens⸗Sinn erwor⸗ 
beu: obs auch ſchon ſchmertz⸗ 
lich wehe thut: beſſer ſo hier als 
dort verdorbẽ. Der harte Eigen⸗ 
Sinn muß fallen gantz dahin: 
ſo wird erworben Gottes Guͤ⸗ 
te, die ſich ſo den 'n anpreißt, die 
in zu SOtt gereißt mit Geiſt, 
Hertz, Seel, Sinn u. Gemüte. 

8. Drum will ich leiden mei⸗ 
ne Noth, die mir iſt auferlegt 
gu tragen, und waͤhrte es auch 

is in Tod, weil dort wird df 
den Truͤbſals⸗Tagen die Hoff⸗ 
nung ihre Erndte ſehn, wann 
ich entbunden aller Laſten, und 
vor GOtt werde freudig ſtehn, 
gar ſanft in ſeiner Liebe raſten, 
da meine Noth u. Pein zu lau⸗ 
ter Freuden⸗Wein, und gantz 
vergeſſen aller Schmertzen, der 
mich in dieſer Zeit in fo viel Weh 
und Leid oft hat gekraͤnckt in 
meinem Hertzen. 

9. Drum ſey getroſt, O mei⸗ 
ne Seel! und laſſe deinen GOtt 
nur walten, weil Er auch gantz 
ohn allen Fehl dich hat ſo wun⸗ 
N 1 derbar 


104, 


derbar erhalten in ſo viel Drang bunden an das Creutz Imma⸗ 
und harter Noht, da du geſchie⸗ nuel, wo wird alles uͤberwun⸗ 
nen gantz verlaſſen, und muſteſt den, Welt und Teufel, Suͤnd 
ſeyn der Voͤlcker Spott, die auf u. Holl: weil ſie gantz kein We⸗ 
dich drungen ohne Maaſen, dich ſen finden in der Abgeſchieden⸗ 
durch fo vielen Drang zu hin- heit, dann da muß ſich alles en⸗ 
dern in dem Gang, wo du nach den, was veraͤndern kann die 
jener Welt thuſt wallen. Nun Zeit. | 

hat dich GOtt gekroͤnt in Gnad 4. Alle eitle Muͤh u. Sorgen 
und Huld verſoͤhnt, u. die Ver⸗ werden gantz zu nicht gemacht, 


aͤchter ſind gefallen. GO TT giebt Raht auf jeden 
et ! Morgen, ſorget ſelber Tag und 
751 Nacht. O! da iſt ja groſer Frie⸗ 


O Du ſeligs einſambeben! da den, wo man aller Sorgen loß: 
Jall das Geſchoͤpfe ſchweigt, gantz von allem abgeſchieden, 
wer ſich GOtt ſo hat ergeben, und ſo ruht in Gottes Schoos. 
daß er nimer von Ihm weicht, 5. Ach! es iſt nicht zu ermeſſen, 
hat das beſte Ziel getroffen, u. was vor Ruh und Süfigfeit u. 
kañ leben ohn Verdruß; Glau⸗ vor Frieden wird beſeſſen in der 
ben, Dulden, Lieb und Hoffen Abgeſchiedenheit: Niemand 
ſind gekommen zum Genuß. weiß davon zu ſagen, als wer 
2. Andre Haan nun ſtoltziren kommen auf die Spur, daß er 
in der eitlen Wohlluſt Freud: IEſu Creutz thut tragen in der 
ich thu hier was beſſers ſpuren, Goͤttlichen Natur. 5 
das verzehret keine Bel: Mei⸗ 6. Denn da wird das alte Le⸗ 
ne Luſt iſt nun gefallen auf das ben gantz in Chriſti Tod ver⸗ 
ewig⸗bleibend Gut: drum kann ſenckt: u. auf ewig hingegeben, 
ich im Frieden wallen, weil es daß man ſein nicht mehr ge⸗ 
mir gelingen thut. denckt. Der iſt frey von allen 
3. Denn hier werd ich recht ge- Laſten, ſo gefunden dieſe Bahn: 
| 15 wo 


105, 
wo nichts mehr iſt zu betaſten, mit mir von Dir herſtammen, 
das 5 Wld 91 kaun. halten mit das Abendmahl, 

7. Hier fieht inan weit offen um zu eſſen von dem Brode, 
ſtehen die ſo enge Lebens⸗Thuͤr: das erloͤſet von dem Tode, und 
da ſonſt Niemand kan eingehen, auch trincken, Herr! dein Blut, 
als wer feine Luſt⸗Begier abs das vergoſſen uns zu gut. 
geſchieden von der Erden, und 3. Halle ſtets in deine Schran⸗ 
von aller Cregtur. Der kann cken deinen Saamen, groſer 
eingelaffen werden, ſo gefunden Gott: laß ja nimmer von Dir 
dieſe Spun. wancken, die erlöfet durch den 

8. Odu ſcligs einſam Leben! Tod zu das Blut des Lans er⸗ 
da ſich ſelbſt der Schoͤpfer zeigt: kauffet, die mit Geiſt u. Kraft 
und ſich da thut denen geben, getauffet: laſſe ſtehe HEr: bey 
wo die Welt u. alles ſchweigt. Dir, dein zu bleiben dort u. hier. 
Nun hab ich die Spur gefün⸗ 4 Olſo werden täglich fehallen 
den, wo ſich endet aller Streit: Lieder aus dem innern Grund, 
und inan wird mit GOtt vers Opfer, die Dir, GOtt, gefal⸗ 
bunden in der Zeit u. Ewigkeit. len: weil erfuͤllet Hertz u. Mund 
| | mit dem reinen GOttes⸗Lebẽ, 
i FINE , das Du felbft in uns gran, 
O du tiefe GOttes⸗Liebe! durch des GeiſtesFeuers⸗ raft, 

ließ in meine Seel hinein: der ein neues Leben ſchafft. 
zünde an viel Liebes⸗Triebe, F. Und auch ferner noch darne⸗ 
daß mein Hertze keuſch und rein, ben durch die ſtarcke Liebes⸗ 
mit viel Eifer dir nachjage, mich Macht treibet an zum heil gen 
als dir verlobet trage, daß dein Leben, daß Dir werd Lob, Ehr 
ſuͤſer Lebeus⸗Saft gebe meiner gebracht: ſchencket auch gehei⸗ 
Seelen Kraft. me Kraͤfte, daß wir treiben dein 

2. Bind auch feſt in dir zuſam⸗ Geſchaͤfte, die dein treuer Got⸗ 
men deine ſiebe heil ge Zahl: die tes⸗Raht weislich uns verord⸗ 
7 | Be net 


net hat. feinem Weſen! O was groſe 
o. Drum wird oft aufs neu be⸗ Vortreffrichkeiten komen aus 
ſchloſſen, um zu bleiben Dir ge⸗ ſeiner Fuͤlle her. 
treu, von uns, deinen Bunds⸗ 6. O wie tief iſt doch das un⸗ 
Genoſſen, bis wir dort mit Dir erſchoͤpfliche Meer Gottes und 
aufs neu, und der lieben ſel gen ſeiner Liebe! f | 
Schaar, ewiglich und imerdar 7. O wie wohl hat der gefun⸗ 
werden in dem Himmels⸗Saal den, der ſich drinnen verloren 
halten mit das Abendmahl. hat! O wer will ausdencken! 
43 was allda vor Tiefen gefunden 


WERE werden? | 
en Hefe Liebe Gottes! g. Wir verlieren alle Sinnen, 
wie ſuß labeſt du deine und könnens nicht ausfagen, 
Freunde? ee ma⸗ ob wir ſchon viel Ruͤhmens das 
cheſt du dich deinen Lie haberne von machen. 

2. Es iſt deiner Angenehm⸗ 9. Je tiefer, je tiefer wird die 
heit und dem Genuß, der von Tiefe, je lieber, je lieber wird 
dir konunt, nichts zu verglei⸗ die Klebe. 
chen: du biſt über alles, und 10. Je mehr man ſein verlan⸗ 
zu allem herrlich, lieblich und get, jemehr man ſein begehret, 

a „ je mehr man fein empfindet, 

3. Drum wohl denen, die da je mehr will man ſein haben. 
wohnen in deinem Hause, und 1. O was hat der vor ein tiefes 
ſehen deine ſchoͤne Geſtalt. Meer gefunden, der fein Troͤpf⸗ 

4. Die werden gelabet und fein Ich u. Selb verlohren hat! 
geſpeiſet mit deinen Gütern, 12. Er kann die Schaͤtze feiner 
und genieſen das Gute ihres Reichthuͤmer nicht ermeſſen, 
Gerten noch der Güter feines Erbes 
| | Danck, 


TON 
Danck, und Ruhm jetzt und in im Leiden, gleich wie in den 
Ewigkeit geſungen werden von Freuden, mich koͤnn laben füfig- 
uns u. allen die Er hat fo reich lich, u. im Hertzen kuͤſſen dich. 
begabet. 4. Laß mich nichtes von Dir 
14. Hallelujah! das ſey der trennen, noch verhindern mei⸗ 
Stimen ſtetigs klingen. Heil, nen Lauff: ſolten es auch ſo zu 
Ihn in alle, u. Ruhm werde nennen, die mit mir in gleichein 
Ihm in alle, Ewigkeit. Lauff ringen, daß ſie deine, aber 
| doch nicht reine in der Keuſchen 
4 Liͤebes⸗Art, die ſich nur mit Lie⸗ 
Mein Taͤublein reiner be paart. 
Liebe, laß mich deiner Au⸗ F. Alles muß ſich von mir tren⸗ 
gen Luſt bruͤnſtig ziehen, durch nen, was nicht reine Liebe hegt: 
die Triebe reiner wohlluſt, dei⸗ waͤr es auch ſchon from zu nen⸗ 
ne Bruſt leg in meinen Mun⸗ nen, ſcheidets doch vom Him⸗ 
de, daß ich werd geſunde in der mels⸗Steg. Wenn in Keuſchen 
reinen Gottes⸗Kraft, die dem Hertzen reine Lieb thut ſchertzen: 
Hertzen Leben ſchafft. kann der Heuchel⸗Sinn nicht 
2. Caß die Strome reiner viebe, ſtehn, ſondern muß von hinnen 
die aus deiner Ungrund⸗See, gehn. 
flieſen aus, daß nichts betrube 6. O! Wie will ich mir noch 
meinen Geiſt in Leid und Weh: pflegen in der reinen Wohlluſt 
Dir allſtets zu leben, gaͤutzlich See, wenn ich mich werd nie⸗ 
ſeyn ergeben, in der Keuſche Lie⸗ derlegen, und vergeſſen Leid u. 
bes ⸗Luſt, fremder Buhlſchaft Weh: ganslich in den Armen 
unbewußt. deiner Lieb erwarmen, ſtetig 
3. Fuͤhre mich in deinen Gartẽ, trincken deine Bruſt, die mir 
daß ich deiner Blumen⸗Zier, giebet Himmels⸗Luſt. 
tauſendfacher vieler Arten, koͤn 7. Alles, alles will ich meiden, 
genieſen mit Begier: daß ich ſo Fa beflecken will den Geiſt, 


und 


8 


108. 


u. auch gaͤntzlich mich abſche⸗ 11. Ales, was ich bin u. habe, 


den, was auch oft unſchuldig brenne ſtets in reiner Brunſt: 
gleißt: ſich vielmal verſtecket, u. niemal nichts zur Nahrung 
zuletzt beflecket. In der Un⸗ habe fremder Kräfte, daß um⸗ 
ſchuld⸗ vollen Lieb find ich oft ſonſt ſey ihr an fich Ziehen, da⸗ 
vermiſchte Trieb. mit ſie ſich muͤhen mir zu rau⸗ 
8. Reine Taube keuſcher Sees ben meine Kraft, die ein wah⸗ 


len, die mit JEſu ſich gepaart: 
und mit denen wilt vermaͤhlen, 
die von deiner Liebe Art trun⸗ 
cken in dem Hertzen, weichen 
nicht in Schmertzen, u. ſo gleich 
in aller Pein gaͤntzlich Dir er⸗ 
geben ſeyn. 


9. Laß mich ſtetig in Dir blei⸗ 


ben, und ſo gleich, in reiner 
Brunft, gantz in Dich mich ein⸗ 
verleiben, alles andre ſey um⸗ 


ſonſt: was ſich Liebe nennet, u. 


dich nicht erkennet, die von au⸗ 


res Weſen ſchafft. 

12. Wann ich dann in reinem 
Lieben deinen Gaͤngen folge 
nach: fo kann mich kein Leid be⸗ 
truͤben, noch, was ſonſten trau⸗ 


ren macht. Dann in Liebe Her⸗ 


tzen heilet alle Schmertzen, in 
der Lieb verwundet ſeyn, iſt ſo 
viel als ſelig ſeyn. 


13. O du Liebe meiner Liebe! 


zeuch mich gantz in dich hinein: 


was nicht geht aus reinem Trie⸗ 


be, laß in mir vergraben ſeyn. 


fen nur im Schein gleiffend dir Du biſt doch die Meine, weil 11 7 
bin der Deine, und genieß aus 
10. Reiner Spiegel reiner Lie⸗ deiner Bruſt viele keuſche Lie⸗ 


ergeben ſeyn. 
be, laß dein Bild auch in mir bes⸗Luſt. 


ſehn, u. zerſtoͤr vermiſchte Trie⸗ 14. Ewig bleib ich dir verbun⸗ | 
e, hell u. rein vor dir zu ſtehn: den, nichts ſoll ſtoͤren meine 
daß in meinem Handel leucht Treu: in Dir hab ich Ruh ge⸗ 


ein reiner Wandel, u. ſo gleich funden, deine Lieb wird oͤfters 


in allem Thun nur in deiner neu. Auch in bittern Schmer⸗ 


Liebe ruhn. tzen fuͤhlt man in dem aden 
f 


De 


den geheimen Liebes⸗Sinn, der 
nimint allen Kummer hin. 
25. Tauche mich, in deinem 
Namen, tief in deiner Gottheit⸗ 
See, damit alles Ja u. Ainen 
unverruͤckt in Dir beſteh: daß, 
zu deinen Ehren, man von mir 
moͤg hoͤren Lob und Danck u. 
Ruͤhmens viel, trotz dem, der 
mirs wehren will. | 


| 45. 
O Suͤſer Fried! O edle Ruh! 

wo man die Augen ſchlieſet 
zu, der aͤuſern Sinen Sinnlich⸗ 
11 ” lang gehofft⸗erwuͤnſch⸗ 
ter Zeit. 

2. Nun kommt die Seele zum 
Genuß: die lang geführte ſtren⸗ 
ge Buß iſt ſanft durchs innre 
Gnaden⸗Wort. Man gehet ein 
zur auen) Pfort. 

3. Was iſt denn wohl, das den 
beſtegt, wo alles gantz zu Bo⸗ 
den liegt: was kann vergnuͤgen 
in der Zeit, und lebt im Nun 
der Ewigkeit. | 
4. Wohl dem! der dis gefun⸗ 
den hat, nach dem geheimen 
Gottes⸗Rath: der endlich alles 


den 


| 
O 2. 


109, 


bringt zum Ziel, wie Er es ſel⸗ 
ber haben will. | 
5. Die viele Bande find ent 
zwey, man iſt von allem Kum⸗ 
mer frey: man kann nicht ſa⸗ 
gen den Genuß und Segens⸗ 
vollen Ueberfluß. . 
6. O ſelige Vollkommenheit! 
O lang gewuͤnſchte Seligkeit! 
die mit ſo vielem Schmertz und 
Muͤh ich hab gefüchet ſpat und 


7. Da mir die Zeit oft wor⸗ 
lang, und oft muſt trauren 
ear eng in ſo viel Muh und 
bittrem Leid, und manchem 
harten ſchwehren Streit. 

8. Nun iſt gefunden, was ges 
ſucht: die ſuͤß und innre Gei⸗ 
ſtes⸗Frucht wird nun geſamlet 
in der Still bey der ſo reichen 
Gnaden⸗Fuͤll. 

9. Ich kann nicht ſagen, was 
es iſt, das mir mein bittres Leid 


verſuͤßt: ich muß vergeſſen, was 


eh war in ſo viel Noth und viel 
efahr. 9 

10. Ich lebe nun, und weiß 
nicht wie: mein Gutes kommt 
nir ohne Muͤh ich Leide 9 5 
un 


#10, 


und halte ſtill, wie GOtt es ſel⸗ DIE 
ber machen will. Zn en: | 
11. Der weiß wohl zu⸗ und abs Was herꝛliche Gänge fin⸗ 
deten, bleib ich nur ſo in Ihm / det man bey den jungen 
beruhn, das Wehthun leiden in Schaf⸗Hürten Chriſti: wo das 
der ftill bracht mich zum rech⸗ Lamm mit den Geſpielen und 
ten End und Ziel. Jungfrauen im Reihen einher 
12. Ich hab doch ein Werck geht. W 
in mir zu ſchaffen, das ich nicht . Da treten die Soͤhne und 
verlier? den edlen Stand von Töchter unſers Gottes im rei⸗ 
dem Genuß, der mir erworben neſten Schmuck einher, und la⸗ 
durch die Buß, ben ſich in ſuͤſer Stille. 
13. Und viele Geiſtes⸗Engig⸗ 3. O was herꝛliches Gethoͤn 
keit, in vieler Muͤh und hartem von Lob⸗und Freuden⸗Geſaͤn⸗ 
Streit: bis ich gekommen an die gen wird alsdan gehoͤret, wann 
Thür, wo IEſus ruft: kommt die angenehme Hirten⸗Stimm 
her zu mir: | ihres oberſten Koͤniges auf⸗ 
14. Ich bin der Weg zur wah⸗ wacht. h 
ren Ruh, das eigne Thun int 4. O wie n die 170 
immer zu: wer mich nur hoͤren tze Schaf 1 Chriſti ſo 
kann bey Zeit, erlangt. die wahre ı reudenreic 


m. 


eich einher! wann das 
Seligkeit. aͤmmlein ſie ſelbſt mit ſeinen 


15. Dis iſt Nr in meinem Augen leitet. 


Sin ich gab Ihm meinen Wil⸗ F. Da hoͤret man in ihrem Ge⸗ 
len hin: der hat gethan, was hen viel liebliche Lieder von der 
ich begehrt, und mir die wahre Huldreichen Gunſt ihres treuen 


Ruh beſchehrt. Hirten⸗Stimm. N 
No) (e 7 6. Die Strome und Baͤche 
| u von dem Waſſer, das aus de 


Stul Gottes flieſet, machet ge⸗ 
= ſund 


> 


IT 9 * a 


III, 


fund u. fruchtbar die reine Wei⸗ Er ihr Hirt: find fie ſeine Braut, 
de der Schaf⸗Huͤrde Chiſti und fo iſt Er ihr Braͤutigam. 
des Laͤmmeleins. 14. So komet da, ihr Söhne 

7. Da ſelbſt flieſen auch Waſ⸗ und Töchter der Jungfraͤuen, 
fer und Brunnen von den Ber⸗ wir wollen unſerm Lamm nach 
gen herab, und befeuchten und gehen, weil wir ſeines Geiſtes 
waͤſſern daſſelbe gantze Land. Erſtlinge ſind. | 
3.Owasvor gnadige Rege fal⸗ 15. Wir ſehen der Könige 
len daſelbſt auf das duͤrꝛe Erd⸗ Toͤchter prangen im goͤldenen 
reich von den ſanften Winden Stuck, und Kraͤntze tragen in 
und Sauſen des Geiſtes. der ſchoͤnen neuen Welt. 

9. O wie wohl und herꝛlich iſt 16. Auf dem Berge Zion iſt 
der Gang dieſer reinen Schaf⸗ die Zahl der Hundert und vier 
Huͤrden Chriſti, wan man ſie an und viertzig Tauſend, die den 
dem Strom des Lebens wan⸗ Namen des Vaters an ihren 
deln ſteht. Stirnen tragen | 

20. Da ſiehet man lagern die 17. Dieſe finds, die den Trit⸗ 
Jungfrauen des Lammes auf ten des reinen Lames hier uach 

ruͤnen Weiden, und im Thal gangen: diefe ſinds, die ihr Bett 

ich hertzen in der Liebe ihres nicht beſudelt haben. 
Braͤutigams. 18. Darum ſind ſie unſtraͤff⸗ 

11. Da iſt die Heerde Chriſti lich vor dem Stuhl Gottes und 
Braut und Jungfrau worden: des Lammes, dieweil ſie ihre 
und erfreuet ſich in des Braͤu⸗ Leiber und Geiſter rein ohne 
tigams ſchoͤnen Geſtalt. Flecken und ohne Mackel be⸗ 
Iz. Was iſt Biene vor ein wahret. e 
Wunder über alle Wunder, 19. O wie erfreuẽ ſich die Eng⸗ 
wenn die Schafe ſich mit dem liſche Thronen, Herꝛſchaften u. 

Hirten vermaͤhlen? Gewalten über der Herꝛlichkeit 

13. Sind fie feine Heerde, ſo iſt der reinen Braut u des Braͤu⸗ 
Ki | O 3. tigams, 


41 2. 


tigams. i 

20. Dann ſie ſinget und ſpielet 
ſchoͤn von dem herꝛlichen Sieg 
des Lamms mit Harfen an dem 
glaͤſern Meer: und breitet aus 
die groſen Wunder Gottes und 
des Lamms. 

21. O wie wird alsdann der 
Tau Gottes in der neuen Welt 
ſich ſo weit ausbreiten, und die 
Kirche Gottes und Braut des 
Lamms ſo fruchtbar machen. 

22. Dann wird ſich das heili⸗ 
ge Geſchlecht vermehren in die 
viel tauſend mal Tauſende, und 
wird die neue Erde erfüllen mit 
dem Saamen der Erſtlingen. 

23. Als dann ruhet die Braut 
mit ihrem Braͤutigam in der 
allerꝛeinſten Kammer und ge⸗ 
nieſet die Fruͤchte und den Lohn 
von ihrer Arbeit. 

24. Das iſt das Loos des Ge⸗ 
ſchlechts von dem Saamen der 
reinen Jungfrauen⸗Zahl, die 
das Lamm ſich auserkauffet 
mit ſeinem Blut aus den Ge⸗ 
ſchlechten und Sprachen der 
Menſchen⸗Kinder. 

25. Lobet unſerncß OT T/alle 


3 


* 


feine Knechte beyde klein und 


groß die Ihn fuͤrchten. Amen 
Halleluja. 
Ehre ſey GOTT. 


47. 
O was vor verborgne Kraͤf⸗ 
von der Welt Geſchaͤffte: wo 
man alles uͤber geben, mit GG Ott 
lebt an Ihm klebt in dem gan⸗ 
tzen Leben. 


2. Wer in ſeiner ſtillen Kam⸗ 
mer in Ihm ruht, ſonſt nichts 
thut, der iſt frey von Jammer: 
dann da wird oft eingemeſſen 
aus dem Saft wahrer Kraft, 
und dem wahren Weſen. 

3. Niemand kann es hier aus⸗ 
ſagen, was ein Seel in der Still 
thut im Hertzen tragen: die ge⸗ 
halten aus die Proben, durch 


viel Leid zubereit, ihren GOtt 


zu Loben. 


4. Kaum kan fie ein Frommer 


te flieſen ein, wo man rein 


kennen, dieweil die meiſtens hie 


ihre Zeit zubringen in des 
ſches Vorgehege, da man 
wird erkalt auf dem Glaubens⸗ 


Wege. 


a 


. 5. Aber, > 


=sr 
D r 


113. 

5. Aber, die hinein gegangen 10. Auch iſt ihn n zum Erbe 
in den Ort, da man Wort kann worden ein groß Theil, GOtt 
von Gott erlangen: muͤſſen ſich ihr Heil hat mit Eydes⸗worten 
gantz rein enthalten aller Ding, Sich zu eigen ihn n verfprochen, 
wann fie ſtehn, und ihr Amt dieſes wird Er, mein Hirt, hal⸗ 
verwalten. ten unverbrochen. 

6. Und wann fie des Altars 11. Drum will ich auch frey 
pflegen, daß ſie GOtt ihre Noht bekennen, das Er mein, und ich 
und des Volcks vorlegen: thun fein, niemand ſoll uns trennen. 
fie Unterꝛicht empfangen, ſo das Thut die Welt mich ſchon zer⸗ 
ſie ſpat u. früͤh bleiben an Ihm tretten in den Koth, ſo wird 
hangen. a Gott mich daraus erꝛeten. 

7. Wann das Rauchfaß ſie in 12. Alles leiden, alle Plagen, 
Haͤnden, das fie ſtehn, vor Gott will ich gern meinem HEren 
flehn: ſo thut Er ſich wenden, u. gantz getroſt nachtragen: Er 
zuͤndt an ihr Opfer⸗Gaben, die wird au dem frohen Morgen ſei⸗ 
ſie rein, ohne Schein, zuberei⸗ nem Knecht ſchaffen Recht, 
tet haben. drum laß ich Ihn ſorgen. 

8. O was vor ein Goͤttlich Le⸗ 13. Dann ein Seel, die ſich er⸗ 
ben haben die, ſo ſich hie Gott geben, daß ſie G Ott bis in Tod 
zu eigen geben! in dein Inner⸗ kann zu Ehren leben: wird al⸗ 
ſten zu bleiben, und zum Haus hier Schalt verſchohen, Spott 
nicht gehn aus, GOttes Werck und Hohn iſt ihr Lohn, und viel 
fort treiben. Leidens⸗Proben. 15 

9. Dieſe ſind ſelbſt GOttes ei⸗ 14. Wer die Welt mit ihren 
gen, drum thun fie ſchon allhie Schaͤtzen hier verlacht, wird ver⸗ 
ſeinen Raht anzeigen auch dem acht: doch kann nichts verletzen 
übrigen Geſchlechte, das da haͤlt den in Gott ergebnen Willen, 
vor der Welt ihres Gottes der bereit jeder zeit, ſelben zu 
Rechte. erfüllen, 19 

15. Alles 


b. 


15. Alles Dencken, alles Dich⸗ vor Ihm ſtehet. Ä 
ten iſt gemein und nur Schein: 20. Hat das befte Theil und 
was die thun verzichten, fo der Erbe, weder Noth noch der Tod 
Huͤtten Dinſt nur pflegen, er⸗ kann ihn mehr verderben: er iſt 
ben nicht, was verſpricht GOtt durch den Vorhang gangen, 
vor reichen Segen traͤgt davon eine Cron, wird 
16. Denen, ſo hinein gegan⸗ drinn ewig prangen. 
gen, wo man wacht, Tag und 
Nacht nur an GOtt zu hangen: 48. g 
und dem innern Altar dienet, Was wird das ſeyn! wen 
mit Gebaͤt an der Staͤtt, wo V ich gangen ein zu den ſtil⸗ 
wird aus geſoͤhnet len Salems⸗- Pforten, da der 
17. Das, was man auch nicht Frieden aller Orten über mir 
thut dencken, und doch oft, eh wird ſeyn, wenn ich gangen ein. 
mans hofft, Hertz und Geiſt 2. Sicherheit und Ruh wird 
thut kraͤncken. Drum muß als ſeyn immer zu: da die Zions⸗ 
les ſtille ſchweigen, wann fie Bürger wohnen, thut GOtt 
ſtehn, vor GOtt flehn, ſich vor uͤber ihnen thronen: Darum 
ihme beugen. i muß die Ruh bleiben immer zu. 
18. Alles liegt zu ihren Fuͤſen, 3. Denen noch gefaͤllt dieſe 
ſolts auch ſein Schmertz und Luſt der Welt, erben nichts von 
Pein, weil fie GOtt genieſen; denen Gaben, fo die Hinmelg= 
ja! ihr Glück wird. ewig waͤh⸗ Bürger haben: weil ſie ſich er⸗ 
ren in der Stadt, die ſich hat wählt dieſe Luft der Welt. 
Gott erbaut zu Ehren. J. Aber denen, die mit viel 
19. O du Nazaraͤer⸗Leben, Angſt und Muͤh ihre Saat hier 
wer dich hat in der That, und aus geſpreitet, iſt die wahre 
ſich gantz hingeben! nimer aus Ruh breitet: weil ſie ſuchten die 
dem Tempel gehet, vor GOtt mit viel Angſt und Müh. 2 
wacht Tag und Nacht, ewig 5. Auserwaͤ cee, W 
| ber 


| 


ſchon oft geſchicht, daß du muſt durch fein maͤchtigs Sprechen 


te bey dem Recht deines GOt⸗ nicht. ; 
tes hier auf Erden: es wird dir rr. Traue du nur GOTT, Er 
dein Theil ſchon werden. Sey wird deine Noth und dein Leid 
nur ſchlecht und recht, auser⸗ zergehen laſſen, und dich in die 
waͤhlt Geſchlecht. Arme faſſen: helffen aus der 
6. Aber jenem Hauf (mercke Noth, darum traue Gott. 
eben drauf die das Unrecht in 12. Denn Er weiß gar wohl, 
ſich ſauffen, und der eitlen Luſt wie er dir thun ſoll, dich zur Se⸗ 
nachlauffen: folget bald darauf ligkeit bereiten, drum laß dich 
ihre Qugal mit Hauf. nur von Ihm leiten: denn Er 
7. Zions kleine Heerd ein weiß gar wol, wie Er dir thun 
noch viel Beſchwerd hier auf ih⸗ ſoll. | 
rer Pilger⸗Straaſẽ, aber Ott 13. Häfteft du den Stand 
kaũ ſie nicht laſſen: dann ſo wird ſelbſt in deiner Hand, wo du 
bewaͤhrt Zions kleine Heerd. meinteſt wol zu fahrẽ du braͤchſt 
8. Geh nur immer fort, folge dich ſelbſt in Gefahren: darum 
ſeinem Wort, das Er ſelbſt in muß dein Stand ſeyn in GOt⸗ 
dir thut ſprechen, Er wird ſchon tes Hand. 
die Feinde raͤchen. Geh nur im⸗ 14. Beug nur deinen Sinn 


a 


mer fort, traue feinem Wort. Ihm zun Süfen hin Er weiß 


9. Wie kanns anders ſeyn? ſchon in allen Sachen etwas 
wilt du gehẽ ein in die ſtille Ru⸗ guts daraus zu machen: da⸗ 
he⸗Kammer, wo vergeſſen aller rum gib Ihm hin deinen gan⸗ 

ammer: ſo muſt du erſt drein; tzen Sinn. 


wie kanns anders ſeyn. 15. Gehts zur Hoͤllen⸗Pfont, 


10. Zage du nur nicht, weis halt dich an fein Wört, Er kan 


im Leid zerrinnen, und am aller Hoͤllen Macht zerbrechen: 


Kummer⸗Faden inne: GOtt daß mit einem Wort weicht der 
hats ſo gericht, darum zage N Pfort. ö 5 5 
* 1 5 


TT6,. 4 


16. O was groſe Freud fol⸗ und Schuld: Drum muͤſſe nun 
get nach dem Leid! O was ſuͤſe fo fort Dir alles ſeyn ergeben, 
Himn els⸗Wonne! O was vor was Dir nur wohl gefallt in 

ein voller Lohne folget nach dem ihrem gantzen Leben. Ä 
Leid! O was grofe Freud. 4. Damit fie deiner Zucht in 

17. Ich bin darum ſtill ruh treuer Liebes⸗Pflicht ergeben, 
in Gottes Will: es wird mir und ſo gantz zu deinem Dinſt⸗ 
mein Theil ſchon werden nach gericht: und alſo nur allein nach 
dem Leiden und Beſchwerden: deinem Willen leben, auch in 

ch bin darum ſtill, ruh in der ſchaͤrffſten Zucht dir bleibẽ 


Gottes Will. ſtets ergeben. 
| | 5. Bis deine Liebes⸗Hand ſie 
5755 voll bereitet aus, und alſo brin⸗ 


O Weisheit! fahre fort mit gen wirft in ihres Vatters⸗ 
deiner e Zucht bey Haus: da dann der frohe Tag 
deinen Kindern hier die oͤfters ſte machen wird vergeſſen der 
lang geſucht mit Sorg u. gro⸗ duͤrren Thraͤnen⸗Saat, da oͤf⸗ 

ſer Muͤh und mancherley Ge⸗ ters ſie geſeſſen. 
fahren den Weg zum fahne 6. In Kummer und Be⸗ 
thum bis daß fie einſt erfahren: ſchwerd und mancherley Ges 
2. Wie deine groſe Lieb ſo fahren, da ſie gedrückt, geklemt 
treulich Sorge trägt, da ſte und ſehr gedranget waren: u. 
nicht mehr bezwang, was ſich weil fie dann in Dir die wah⸗ 
im Hertzen 55 vom alten re Ruh e ſo iſt die 
e Graͤul, ſamt vieler Trauer⸗Saat auf ewig hin ver⸗ 
eitlen Luſt / die dir zuwider ſind, ſchwunden. . 
und gaͤntzlich unbewuſt. | 
3:9 reine Hinnnels⸗ Lieb D/ S 2 00 20 
treue Gottes⸗Huld! weil du ge⸗ O Wie wohl und herꝛlich iſt 
ſoͤhnet aus der Deinen Sind dein Gang, du te, 
2 Se? Koͤni⸗ 


“ 


— — — — une 


eines grüne Feldes: deine Heer⸗ und Froſt iſt voruͤber: jetzt ſehen 
de gehet daſelbſt einher u. wei⸗ wir das rechte Leben. 

det ſich. 10. Die Braut iſt nicht mehr 
4. Da lagern ſich die Jung⸗ allein, ſie traͤget nicht mehr ihrẽ 
frauen des Lammes : an der eigenen, ſondern den Schmuck 

Seiten des Stroms iſt Holtz deſſen, der in fie verliebet iſt. 
des Lebens, u. die reine Traͤncke 11. Sie ſtehet nun zur Rech⸗ 
machetfie fruchtbar auf der ten des Hirten u. des Koͤniges, 
Ebene. | welcher Schmuck ift Heiligkeit 

5. Sie tragen Zwillinge: auf und ihre Zierde reine Liebe. 
der Hoͤhe und Bergen breiten 12. Wer iſt dann die, ſo als 
ſich ihre Aeſte und Zweige aus, die Sonne leuchtet, und die, ſo 
u. ihr Geruch dienet den Maͤgdẽ. als die Sterne Blincken: das 
6. Dort kommen die Toͤchter liebe Volck, das liebe Geſchlecht. 
meiner Mutter, u. der Aufgang 13. Sagets nach! machets 
der Morgen⸗roͤthe bringet feine kund in der Naͤhe, breitets aus 
Kinder mit herbey. in der Ferne: wer haͤts gedacht, 
J. Ihr Toͤchter u. Geſpielen! wer haͤtsgemeint, daß des Hirtẽ 
ſehets und vernehmets, u. ihr Stimm der Könige und der Koͤ⸗ 
Jungfrauen merckets, u. ſehet nigen tochter Schmuck bereitet. 
kure Brüder von Ferne komen. 14. Sie regt höher, ſie gehet 
8, e auf, eee 5 
2; Blu⸗ 


verheiſſen. | 
17. Da muß blühen feine Kro⸗ 
ne, das lieb: Volck, das liebe 
Geſchlecht, das ſo geſchmuͤcket 
einher geht in ſeiner Kraft. 
18. Sie tretten auf höhere 
Stuffen, u. folgen dem Gang 
ſeiner Mutter, und haben ihre 
Freude an der Tochter inwendi⸗ 
gem Schmuck. 5 

19. Sie ſind erhoͤhet in ſeiner 
Ehre und frolocken in ſeinem 
Sieg. Die Verachtete iſt ge⸗ 
kroͤnet, u. die Krone der Fremdẽ 
ligt zu boden. m 
20. O wie herzlich und lieblich 
iſt dein Gang! und O wie an⸗ 
genehm und holdſelig iſt deine 
Geſtalt! . 


51. 
O Wo iſt mein Braͤut gam 
beſter Freund? hat Er aufge⸗ 
hört zu lieben die, wo es fo hertz⸗ 
lich meynt? feine Thore find 
verſchloſſen, ö 
net nicht: tauſend Thraͤnen mich 


blieben, meiner Seelen 


ſeine Sonne ſchei⸗ 


begoſſen, daß mir Zeit u. Kraft 


zerbricht. 


2. Seine Sorge laͤßt 5 | 
ae 
lein, daß ich in ſo viel Gefahren 


ren fuͤr mich, und laͤßt mi 


meynt, ich werd nicht ſicher ſeyn 


* 
d 
* 


von den Feinden, die umgaben 


meine Seele 
ich umſah nach dem Leben, das 
zuvor erquicket mich. 


3. Aber da war nichts zu fin⸗ 
Es. | den, 


a 4 
* 


aͤngſtiglich, daß 


N 


| 119, 
den, das der Seelen Nahrung 3. Die Weisheit pruͤfet ihre 
war. O ich arm⸗gejagte Hindin Kinder, legt ihnen Band und 
goſſe faſt ein Thraͤnen⸗Meer! Feſſel an: halt fie in Eng als 
weil ich ſahe mich umgeben mit warn ſte Suͤnder, daß ſie nicht 
des Feindes Grimmen⸗Wuth, weichen von der Bahn. So 
daß ich dacht: wie kann ich le⸗ wird die Liebe oft probieret, 
ben? weil der Streit ging bis ob ſie auch lauter keuſch und 
aufs Blut. | rein, damit man fich nicht ſelbſt 
fi | verfuͤhret durch falſchen Trug 

N am uud Heuchel⸗Schein. 
ER aller kenſch⸗verlieb⸗ 4. Die reine Jungfrau kann 
Y ten Seelen, ich hab erblicket uicht leiden, daͤß ihr ein Andre 
deinen Schein, drum will ich an der Seit: drum muß man 
mich mit dir vermahlen, da⸗ ſich von allem ſcheiden, ch fie 
mit ich bleibe keuſch und rein, das keuſche Bett bereit, wo 
von aller fremden Liebe Kraͤf⸗ man kann reiner Liebe pflegen 
te, die oft bethoͤret meinen Sin, mit ihr im keuſchen Jungfraun 
und durch ihr zaubriſche Ge⸗ Sinn. Wer ſich kann in diß 
ſchaͤffte mir meine Kraft ge⸗ Bette legen, der iſt befreyt von 
nommen hin. Adams⸗Sinn. 
2 Ich will mich nun aufs 5. Und thaͤte fie nicht ſelber 


neu verbinden, dir, meiner Lieb, wachen, ihr Bett das wuͤrd 


getreu zu ſeyn: ich weiß, ich nicht bleiben rein: weil ſo viel 
werd noch uͤberwinden, und ko⸗ andre Neben ⸗Sachen, die oft 
ſtets auch ſchon Schmertz und auch einen keuſchen Schein, u. 
Pein. Die Liebe muß ja et⸗ doch im Grund nur truͤglich 
was haben, woran ſie ihre Treu gleiſſen, daß ſchon verfuͤhret 

verſucht: ſie ruhet gantz in kei⸗ manches Hertz. Wann ſich 
nen Gaben, haͤlt Probe in der das Fleiſch ſchon thut anprei⸗ 
ſchaͤrfſten Zucht. p wird man belohnt mit bit⸗ 
| 31 term 


120. 


term Schmertz. us 9. Sie ſteht mir bey in allen 

6. Wie iſt die Weisheit ſo Proben, thut Mutter⸗Recht, 
verborgen oft ihren liebſten und pfleget mein, drum bleib 
Kindern hier: doch laͤſſet man ich ihr in Lieb gewogen, weil 
fie ſelber ſorgen, ſo giebt ſie ei⸗ fie mir Alles iſt allein: und 
ne offne Thur zu gehen ein in thut vor mich ſtets Sorge tra⸗ 
ihre Kammer, da fie eröffnet gen, daß nichts bethoͤre meine 
ihren Schatz, und macht ver⸗ Sinn, drum kann ich es wohl 
geſſen allen Jammer, weil da 1 fie wagen, daß ich ihr gebe 
der Seelen Ruhe⸗Platz. Alles hin. 

7. Ich weiß, es wird mir 10. Sie ha ja lang um mich 
wohl noch werden, was mir geworben, bis ſie erfahren, daß 


verſprochen hat ihr Mund: ich treu: ſonſt wäre ich wohl 


wenn ich nur alles, was auf Er⸗ gar verdorben, wann ſie mir 
den, verlaffe in dem tiefſten nicht geſtanden bey wider die 
Grund, ſo wird ſich dieſe Spur mancherley Geſchaͤffte, die ſich 
ſchon finden, daß ich werd ruhn verliebt in meinen Sinn, und 
in ihrem Schooß. Da will ich durch der falſchen Liebe Kraͤfte 


mich mit ihr verbinden, ſo werd oft meine Kraft genomen hin. 


ich aller Sorgen loß. 11. Ich bin verliebt, ich kans 


8. Denn fie mir einen Eid ges nicht haͤlen, O reine keuſche 
ſchworen, der wird gebrochen Himmels⸗Braut l ich will von 
nimmermehr: da ich ſie mir deiner Lieb erzehlen, die ſich mit 


hab auserkoren, zu folgen ih⸗ mir im Geiſt vertraut: denn 
rer reinen Lehr. Sie thut mir deine Treu hat mich bewogen, 


ihre Zuſag halten, die ihr ge⸗ daß ich dir gebe alles hin; du | 


gangen aus dem Mund: laͤßt haſt mich gantz in dich gezogen, 


mich im Lieben nicht erkalten, und hingenom̃en meinen Sinn. 1 


wenn ſchon der Schmertz mein 12. Du reiner unbefleckter 


Hertz verwundt. Spiegel, laß hertzen mich an 
f | deiner 


N 
5 


FZ T. 
deiner Bruſt, und drück mir auf Gnaden⸗Fuͤlle. Dring ins Süre 
das volle Siegel, daß ich mit ein, Seele ſchließ dich ein. 
voller Liebes⸗Luſt dich koͤnn ge- 2. So erlangeſt du die verlang⸗ 
nieſen ohne Maaße, weil ich in te Ruh, die dir in ſo viel Be⸗ 
dich verliebet bin, und ſonſten ſchwerden nicht zu deinem Theil 
alles fahren laſſe, was dir nicht kont werden. In dem ſtillen 
iſt nach deinem Sinn. Nu wohnt die wahre Ruh. 

13. Denn deine Treu, die mich 3. Dann dein vieler Schmerk, 
bewogen, u. mich erhalten wun⸗ ſo gekraͤnckt dein Hertz, iſt nun 
derbar, da ich von freinder Lieb gantz hinweg genommen, daß 
gezogen, mich hat erꝛettet aus du zum Geneſen kommen: weil 
Gefahr: u. machte allen Schein ohn allen Schmertz nun erquickt 
zu nichte, der ſich verkleidet in dein Hertz. 
dein Licht, die hielte in mir das 4: Wie iſt mir fo wohl, wenn 
Gewichte, daß ich blieb ſtehen ichs ſagen ſoll, ich kans nicht vor 
aufgericht. Liebe nennen, was in mir vor 

14. Drum ſoll der Schluß nun Brunſt thut brennen Wenn 
ewig ſtehen, daß ich verbunden ich ſagen ſoll: ich bin Liebe voll. 
bin mit dir: ſolt ich etwa nach F. Der Genuß in Gott hilft 
andern ſehen, fo halt du wache aus aller Noth. Es kans Mie⸗ 
an der Thuͤr, daß keine fremde mand gnug erheben, was da 
ſich einſchleiche, und dir einneh⸗ wird ins Hertz gegeben: wo 
me deinen Platz. Haͤltſt du mich man in der Noth bleibet feſt an 
feft, daß ich nicht weiche, fo blei⸗ GOtt. ! 
beſt du mein ſchoͤnſter Schatz. 6. Dann die innre Still reichet 

er | dar die Süull, wo ſich Seel und 

ern Geiſt kann laben. O was füge 

| Sele ſchließ dich ein dring Himmels⸗Gaben fliefen in der 
ins inure ein, wo die an⸗ Fuͤll ein in füfer Still. 

genehme Stille, und ſo reiche 7. Man geht ein und iii in 

m 


kein. 


A 
122. 


dem Friedens⸗Haus, nimmer dabey im Hertzeu ſpuͤhren, daß 
nimmer kann es fehlen: man in allen Wehn du wirſt ewig 
kan es nicht gnug erzehlen, was ſtehn. 
das Friedens⸗Haus theilt vor 13. Angenehme Still, O du 
Segen aus. | reiche Full! wo man kommen 
8. Alles wird verheert, was zum Geneſen und dem wahren 
den Frieden ſtoͤrt: alles, alles innern Weſenz O du reiche Füͤlll 
muß vergehen, was in Gott halt mich in der Still. u, 
nicht kann beſtehen, u. in Ihm 14. Damit ich in dir bleibe für 
bewaͤhrt, alles wird zerſtoͤrt. und fuͤr. O du ohn⸗unendlichs 
9. Ein Beſtaͤndigs Lob in der Leben! laß mich dir fo ſeyn erge⸗ 
Leidens⸗Prob muß in dieſem ben, daß du meine Zier bleibeſt 
Grund aufſteigen, und deſſel⸗ für und für. 
ben Fruͤchte zeigen: weil die Lei⸗ 15. Nimmer gehn hinaus in 
deus⸗Prob bringt ein ſtetigs das Welt⸗Gebrauß: ſondern 
b. ewig bleibe wohnen, wo der 
10. O du ſuͤſe Frucht! durch die Friedens⸗Geiſt thut thronen, 
Geiſtes⸗Zucht in der Creutzes⸗ in das Welt⸗Gebrauß nimmer 
Schul erworbe, de zer Sünde each gehn hinaus. 
n 8 1 füfe Frucht! O du 1 
arfe Zucht! 5 5 
r. Darum schließ dich ein, oe Ereinte Lieb! laß mich in 
Seele, halt dich rein, weiche O dir zergehen, und bringe 
nimmer von der Staͤtte, da das mich von aller Vielheit ab, daß 
ſanfte Ruhe⸗Bette: dring ins ich in mir kein fremdes Leben 
Innre ein, halt dich keuſch und hab: bring mich aus mir, laß 
in. e mich in dir beſtehen: zeuch mich 
121 Dann ſo kanſt du ſtehn aus mir in dich, den Weſen, 
auch in allen Wehen, und wird hin, daß mein Verlangen voller 
dich kein Leid mehr ruͤhren: und Luſt⸗Gewinn. | 550 g 
I 5 2. Mein 


8 


2. Mein Leben ift, O Lieb! man zu End ir auf derselben 


ohn dich verkehret, nimmt Auf 
enthalt in Dingen, die nicht 
rein, und weidet ſich in falſcher 
Luͤſte Schein: ſo daß dein Spiel 
ſehr oft in mir zerſtoͤret, und 
alſo deiner reinen Liebe Kraft 
verſchwindet und in mir wird 
weg gerafft. | | 
3. O Lieb! wie ſchmachten 
meine innre Kraͤfte u. ſtrecken 
ſich nach deinen Weſen hin: wie 


ſehnet ſich mein Ausgeleerter 


Sinn nach dir, mein Heil u. 
deiner Lieb Geſchaͤffte. Ich 
wolte gern gantz uͤbernommen 


ſeyn, und alſo gantz in dich ge⸗ 


kleidet ein. 


4. Ich waͤre gern gantz in dich 


eingenommen, damit ich uͤber⸗ 
kleidet wird von dir, und ſich 
die Bloͤß und Nackendheit ver⸗ 
lier: damit ich alſo mir wuͤrd 
einſt entnommen, und deine 
Kraft mich alſo nehme hin, all⸗ 


wo ich Segen⸗ voll mit viel 


- Gewinn. 
F. O daß mein Geiſt ſchon wär: 
dahin gekommen, wo die ver⸗ 
keinte volle Liebs⸗Natur, 


und 
Q 


123 


Spur: So wird mein Wandel 
ſich mit allen Frommen verei⸗ 
neu hier und dort in jener Welt, 
und geben ein ins frohe Him⸗ 
mels⸗Zelt. 
6. Die Glaubens⸗Kraft kann 
mich zwar wohl hin ziehen, 
wenn ich im Geiſt in voller Lie⸗ 
be bin, und der Genuß mich 
gantz genommen hin: daß ich 
auch werd ohn eintziges Be⸗ 
muͤhen Vergnuͤgens⸗voll in rei⸗ 
cher Segens⸗Luſt, fo bleibet 
doch was beſſers noch bewußt. 

7. Die rechte Rein⸗ und Ein⸗ 
heit gantz zuſammen, daß un⸗ 
veraͤndert ich in ihr bekleib, da⸗ 
mit ſie werd mein reiner Gei⸗ 
ſtes⸗Leib: worinnen ich kann 
grunen, wurtzeln, ſtammen. 
Diß iſts, worinnen ich ſo mei⸗ 
nen Lauf geendigt ſeh, u. gantz 
genommen auf. = 

8. Das Ehebett der Liebe zu 
dem Leben iſt in der reinſten 
Kammer beygelegt, beſonders 
dem, ſo keuſche Liebe hegt: dann 
denen wird zur Zeit noch wohl 
gegeben, daß er kan liegen bey 
N in rei⸗ 


liche Intreſſen, 


124. 
in reiner Lu ft, wo gantz kein 
Mackel mehr wird ſeyn bewuſt. 
9 Ich koͤnte wol von Liebe et⸗ 
was ſagen, wo, da mein Hertz 
noch in Careſſen ſtund, und alſo. 
wurde oft ſo hart verwundt von 
ihrem Pfeil, daß ich kont alles 
Wagen, und ruhen gantz von 
Lieb in ihrem Schooß; ſo wat: 
ich doch nicht von mir ſelber loß. 
10. Die Liebe gieng auf geiſt⸗ 
u. viel Gewinn 
in jener Ewigkeit, auch vielen 
Vorſchmack ſchon in dieſer Zeit: 
fo wurd der wahren Liebe oft 
vergeſſen, die anders nicht, als 
nur zu lieben weiß ohn Ziel u. 
End nur bloß auf 
11. Mun aber, da ich gern war 
näher kommen, und gantz zur 
Liebe waͤr hinüber bracht, werd 
ich auf hoͤhre Pflicht in mir be⸗ 
dacht: damit ich gantz und gar 
werd uͤbernom̃en, u. angethan 
mit Gott durch alles hin mit 
allem was ich hab und was 
ich bin. 
12. So wuͤrde ich im 
koͤnnen ſchlafen, wann alle Luſt 
in Gott hinein gewandt, und 


kom zum rechten ſel gen Ruhe⸗ 


ihr Geheiß. 


rieden 


* 
4 
2 


ſtand: da man kann legen hin 


die viele Waffen, und endigt ſich 
der viele harte Streit mit Ruh 
in lang gehoffter Seligkeit. 
13. So ruhe daun, mein Heil, 
in deſſen Armen, der dich aus 
Lieb zu ſich gezogen hat, und 
machet dich aus ſeiner Fuͤlle ſatt: 
halt dich nur feſt in ſeiner Lieb 
Erbarmen, ſo wirſt du gantz in 
Ihn gekleidet ein, und ewig da 
in ſeiner Ruhe ſeyn. 

14. Ich will nun bleiben ſtets 
an Ihm behangen, und auſſer 
Ihm nichts anders ſuchẽ mehr, 
ohn daß ich gebe ſeinem winck 
Gehoͤr: der wird mich machen 
koͤnnen froͤlich prangen in ſtol⸗ 
tzer Ruh und ſtiller Sicherheit, 
und hab erlangt die wahre Se⸗ 


ligkeit. | 
55. N 
DR Ann alles iſt in mir volle 
bracht, daß ich kann freu⸗ 
dig ſagen: GOtt hat durch ſeine 
groſe Macht der Holen Macht 
geſchlagen, ſo werd ich ſingen 
noch diß Lied von Gottes 
Gnad und Wunder⸗Guͤt. 2 
| 2. Del 


* 


* 


| 
| 


| 123, 


2. Der HErr hat groſe Ding bunden, hat Er durch ſeine ſtar⸗ 
gethan durch ſeiner Finger Wer⸗ cke Hand mich doch daraus ge⸗ 
cke, wo ſonſten niemand rathen wunden: und legte Pharaonis 
kann, thutErs durch ſeine Staͤr⸗ Heer darnieder in dem rothen 
cke. Zeigt ſich als einen Wun⸗ Meer. | 
der⸗GOtt, und hilft den Ser 7. Dafelbften gieng Er vor 
nen aus der Noth. mir her, und thaͤt mich ſelber 
3. Drum ſoll mein Hertz zu je⸗ leiten: ob ich ſchon war in Noͤ⸗ 
der Zeit von meines G Ottes we⸗ then ſchwer, half Er mir doch 
gen, zu ſtehen feinem Dinſt be⸗ beſtreiten die Zweiffel⸗Burg 


reit: weil Er mir bey thut le⸗ durch ſeine Macht, und wurde f 


gen, daß ſeine Guͤt und groſe ſo hin durch gebracht. 

Treu an mir muß werden taͤg⸗ 8. Drum kaͤnn ich fingen die⸗ 

lich neu. . ſesbied, und will, zu ſeinen Eh⸗ 
4. Er heiſſet wohl recht wun⸗ ren, mit Hertz und Seele und 

derbar ein GOtt, der kann er⸗OGemuͤth fein Lob in mir ver 

retten aus aller Angſt, Noth mehren: und ruͤhmen feine 


und Gefahr: auch in den gro Wunder⸗That, die Er an mir 


ſten Nöthen hat ſein Raht ſchon erwieſen hat. 


zuvor bedacht, daß dein Leid 9. Dann Er führt ſeine treue 
werd ein End gemacht. Knecht gar ungemeine Wege, 


5. Und weil®r als ein treuer daß ſie erfahre ſeine Recht, auch 


Gott ſich meiner angenommen, nimer werden traͤge: ob fie ſchon 


und ließ in keiner Seelen⸗Noth oft mit vielen Wehen hier durch 
mich fallen noch umkommen: die rauhe Wuͤſten gehn. 

drum danck ich Ihm zu jeder 10. Er ſendet Brod vomHim⸗ 
‚Seit, weil Er mein GOtt und mel h rab, laͤſſt Manna auf fie 
Helfer iſt. | fallen, und ſchiens auch ſchon, 
6. Als ich noch in Egypten⸗ es ging ins Grab: laͤßt er fie 
‚dan ſehr hart im Dinft ide doch nicht fallen, ja oft a 
ü N F 5 Huch 


K 


126. 


auch ein Felſen⸗Stein zum Heil und gar. 
Troſt⸗Waſſer ſchencken ein. 15. Da ich noch oft in vielem 
11. Doch hätt ich hier ges Leid und Trauren bin umgeben, 
ſtrauchelt bald, daß ich bey nah und unter manchem ſchweren 
geglitten, wenn GOtt ſich ſtellt Streit im Elend muß um⸗ 
ſo hart und kalt, und ſich nicht ſchweben: und oft muß wei⸗ 
laͤßt erbitten: Doch wann Er nend umher gehn, wann die 
wie ein Felſen⸗Stein, ſo muß Verſuchungs⸗Winde wehn. 
die Huͤlf am naͤchſten ſeyn. 16. Doch ſoll mein Hertz nun 
12. Drum ift die Aergernuͤß ſtille ſeyn von meinen Leidens⸗ 
dahin, GOtt hat ſie ſelbſt ges Sachen ich weiß, es wird ſchon 
rochen, der harte Fels hat mei- anderſt ſeyn, wenn Gott ein 
nen Sinn zermalmet und zer- End wird machen von meinem 
brochen: weil Er ſich hat ges Leid und Jaminer⸗Stand, der 
ſtoſen an wo niemand über Ihm am beſten iſt bekaunt. 
kommen kann. * 


X NX N *. 

13. Drum ſingen wir das neue 17. In deſſen ſinget doch zu⸗ 
Lied des Lammms mit GOttes letzt mein Hertz im Glauben 
Weiſen: dann in dem Hertzen Hoffẽ daß ich noch werde wohl 
wohnt der Fried, wo man Ihn ergetzt, wenn ich mein Ziel ge⸗ 
ſo thut preiſen. Wer nicht thut troffen. Hier will ich tragen 
gehen dieſe Bahn, der kann diß meine Schuld, dort werd ich er⸗ 
Lied nicht ſtimmen an. ben Gottes Huld. 

14. Ich will in deſſen nim⸗ 8. In Cangan iſt erſt der 
mermehr von Ottes Wundern Ort, wo meine Seel wird ra⸗ 
ſchweigen, dieſelbigen je mehr ſten, da ſie nach dem Verheiſ⸗ 
und mehr den Menſchen hier ſungs⸗Wort kein Feind mehr 
anzeigen: bis daß ich von aller wird antaſten: drum ſoll mein 

Gefahr entriſſen worden gantz Hertz alhier in Schein an Ge 
5 K 
89 


127, 


tes Lob zufrieden ſeyn. be Stunde hab ich drin zu ge⸗ 
19. Bis ich gekommen an das bracht. 
Ziel, wo alles ſtill muß ſchwei⸗ z. Ich thaͤt mich Ihr verſchrei⸗ 
gen: denn was allhier nur als ben, der Einzigſt in der Welt, 
ein Spiel, wird dort ſich völlig ihr ewig treu zu bleiben, hatt 
zeigen. Kein Leid wird da ich mir auserwaͤhlt; aber der 
mehr ſeyn zu ſehn, und ich werd viele Schmertz thaͤt kraͤncken 


mit viel Freuden ſtehn. 

20. Und dann erſt recht mit 
vollem Thon das Hallelujah 
ſingen: da allzuſamen vor dem 
Thron Gott ihre Opfer brin⸗ 
gen, und alſo ſtetig ſeyn bereit, 
zu loben GOtt in Ewigkeit. 


56. 
DIR As hilft mich dann mein 
Lieben, das ich hab ange⸗ 
wandt, es macht mir nur Be⸗ 
trüben, weil fie fo unbekannt 
ſich ſtellet gegen mir, die doch 
die ſchoͤnſte 8 ier und meiner 
Seelen Leben und ein' ge Luſt⸗ 
Begier. 

2. Mein Tichten und mein 
Sinnen war gantz zu Ihr ges 
richt, mein einziges Beginnen 
auf ihren Dinſt verpflicht: ich 
habe Tag u. Nacht auf ihren 
Dinſt getracht, wie manche lie⸗ 


% 


mir mein Hertz, weil ich nicht 
wurd geſaͤttigt von ihrem Lie⸗ 
bes⸗Schertz. „ 

4. Es wird ſich wohl noch fin⸗ 
den, daß ich erlang die Gunſt, 
mich naͤher zu verbinden mit ih⸗ 
rer keuſchen Brunſt: Sie bleibt 
mir doch allein die Aller ſchoͤnſt 
und fein, von Schoͤnheit und von 
N ee 

5. Die Lieb, ſo ewig bleibet, 
hat mich zu ihr gebracht, und 
mich ihr ein verleibet, daß ich 
darauf bedacht: zu bleiben feſt 
an ihr, als meiner ſchoͤnſten 
Zier, weil fie mich hat gezogen 
mit reiner Himmels⸗Gier. 

6. Wang wird es dann ges 
ſchehen? daß ich vermaͤhlet: ach 
wenn heiſſet ſie mich gehen zu 
ſich in ihr Gemach: daß ich koͤnt 
liegen bey rein ohne alle Scheu, 

ainit eimnal bewaͤhret, er 

„ i 


* 


> 


A 


128. 


— meines ann rem. 


ich ihr eigen ſey. 


7. Soll dann die Treu verge⸗ 


hen, die ich ſo lang veruͤbt? ſoll 


es dann ewig waͤhren, daß ich 
muß ſeyn betruͤbt: ich hab ja ſo 


II. Ich könt vor Lieb vergehen, 


wann ich nicht bald begluͤckt: 


ich koͤnte kaum beſtehen, daß ich 


nicht wird verrückt. Ich foͤrchte 
die Gefahr, die oͤfters in mir 


viel Fleiß gethan um ihre Preiß, war, daß ich durch fremde Lies 
denſelben nie geſparet auf viel⸗ be wuͤrde verleitet gar. 


und manche Weiß. 
8. Ihr Name ſelbſt ift wor⸗ 


den mir auserwaͤhlt und ſchoͤn, 


drum ich den Liebes⸗ Orden 
mit ihr ſucht an zu gehn: u. ſo 
verbunden ſey zu bleiben ewig 


treu in ihrem Dinſt zu leben von 


allen Sorgen frey. 

9. Drum thut es mich ſo 
ſchmertzen, von ihr verlaſſen 
ſeyn: ich moͤgte fie gern hertzen, 
und gantz ihr eigen ſehn. Sie 
iſts, die mir gefallt, drum ich 
ſte mir erwaͤhlt vor vielen an⸗ 
dern allen auf dieſer gantzen 


Zelt. 

10. Es iſt ja uͤberjahret unſre 
Verlobungs⸗Zeit zich moͤgte 
ſeyn gepaaret, u. ſehn das Bett 
bereit der reinen Liebes⸗Luſt, 
die meinem Geiſt bewuſt in vol⸗ 
ler Maaß zu trincken aus ihrer 
reinen Bruſt. f 


12. Es wird mir wohl noch 
werden, was ich ſo lang geſucht, 
daß ich noch auf der Erden ge⸗ 
nieß der edlen Frucht von mei⸗ 
ner liebſten Braut, die ich mir 
hab vertraut in rein⸗ und keu⸗ 
ſcher Liebe auf ſie mein Schloß 
gebaut. wi 

13. Ob fie mich ſchon verlaf 
ſen ſehr oft gar lange Zeit, daß 
ich faſt thaͤt erblaſſen bey fo viel 
ſchwerem Streit: ſo hielt ich 
doch an Ihr zu bleiben mit Be⸗ 
gier in unverꝛuckter Treue, als 


meiner ſchoͤnſten Zier. 


14. Nun hab ich wieder fun⸗ 
den ihr erſte Liebes⸗treu, da ich 
mich ihr verbunden, daß ich ihr 
eigen ſey. Sie bietet ſich mir 
an auf meiner Trauer⸗Bahn, 
mir treue Huͤlf zu leiſten, daß 
ich nicht fallen kann. 


. 15. Nun muß gantz ſeyn ver⸗ 
8 geſſen 


129, 
geſſen die Leid⸗ u. Trauer⸗Zeit, halt: dem hat Gott fein Theil 
da ich einſam geſeſſen in vielem beſcheret kann verlachen alle 
ſchwerem Streit: die Tage ſind Welt. N \ 
dahin, der Tod iſt mein Gewin: 2. Wer nicht alles aufgegeben, 
das Sterben iſt mein Leben was in dieſer Welt begluͤckt: 
nach dem verlobten Sinn. der kommt nicht zum wahren 
16. So ſolls daun dabey blei⸗ Leben, wird zuletzt wohl gar 
ben, weil die Verlobung da, erſtickt. 1 
will ich mich ihr verſchreiben 3. Es muß alles ſeyn verlaſ⸗ 
auf ewig ewig ja. Ihr Nam ſen, wo ſich zeigt die Lebens⸗ 
iſt wohl bekaunt: ich reich ihr Bahn: und die Lieb und Frie⸗ 
meine Hand, ſo iſt der Schluß dens⸗Straaſen, da man Ruhe 
gemachet zu unſerm Ehe⸗ſtand. finden kann. N 

17, Nun will ich erſt recht lie⸗ 4. Wo noch was am 171 
ben fie, meine ſchoͤnſte Luft, weil klebet von der Welt, da hilft es 
nach jo viel betruben fie nir aus nicht: ob man auch ſchon eng⸗ 
ihrer Bruſt mit reichem Maaß liſch lebet, es wird doch nichts 
einſchenckt, daß ich daran ge⸗ ausgericht. ö 
traͤnckt, und alſo werd vergeſ⸗ 5. Alles, was die Augen ſehen, 
ſen, wo ich vor war gekraͤuckt. und das Hertze wuͤnſchen thut 

18. So lege dich nun ſchlafen, in der Welt, wird nicht beſte⸗ 
du meine Liebes⸗Luſt, hab an⸗ hen, wann der Tag anbrechen 
ders nichts zu ſchaffen, als daß thut. | 
dir ſey bewuſt, zu halten dich 6. Der da wird das Stroh an⸗ 
recht nah bey deiner Liebſten da zuͤnden, und die Stoppeln neh⸗ 
ſo bleibeſt du verbunden mit inen hin: und die eitle Luſt der 
SUNGERAM SOPHZA.- Som fegen aus nach Gottes 

n inn. 


57. 7. Drum will ich von Hertzen 


LEN DIE Liebe aufgezehret, haſſen, was allhier auf dieſer 
Woh a nichts von ſich be⸗ a Welt: 


130. i 


— 6—ä—ů— —— — — — —ͤ— — 
Welt: und will alles fahren laſ⸗ ben bor weil noch etwas Le⸗ 
fen, was ſo bald zu Boden faͤllt. ben hat: und die Schlang ſticht 

8. Bringet es ſchon Schmertz in die Ferſen, bis die volle Got⸗ 
und Leiden, leb ich doch in Got⸗ tes⸗Guad | 
tes Huld: Er wird mir ſchon 15. Meiner gantz iſt mächtig, 
helfen ſtreiten, zu ertragen mit worden, ſo daß ich auf ſein m 
Geduld Altar bin zu einem Opfer wor⸗ 
9. Das vernüͤnfft ge Schlan⸗ den, Ihm zu dienen immerdar. 
gen Sprechen, ſo nichts weiß 16. Wann ich haͤtt die Kraft 
als lauter Nein: Gott wird von oben, die mein Hertze wün⸗ 
ſchon ihr Urtheil raͤchen, und 95 kann: ſo wuͤrd ich in allen 
mich von ihr machen rein. droben ſtehen als ein Sieges⸗ 
10. Er hat ſchon in Vorſchmack Mann. 
geben feiner Liebe Ueberfluß: 17. Muß ich ſchon durchs Feu⸗ 
und ſchafft mir ein neues Leben, er gehen, und mein Hertz in 
daß das Alte weichen muß. Angſt und Noth will im Leiden 
11. Wann der Tod iſt aufge⸗ gantz zergehen, graut mir doch 
hoben, und als letzter Feind be⸗ nicht vor dem Tod. a 
ſiegt: ſo werd ich GOtt ewig 18. Dann es kann ſonſt nichts 
loben dort vor ſeinem Angeſicht. hinſterben, als was auſer Got⸗ 
12. Hier will ich die Gunſt tes Rath lebet: es muß doch ver⸗ 
nicht haben, daß Er mir ſo wohl derben, was Gott nicht gebau⸗ 
thun ſoll: es moͤcht ſich ſonſt da⸗ et hat. 5 | ' 
ran laben, was doch in imir ſter⸗ 19. Ich wart ohn das mit Ver⸗ 
ben ſoll. langen auf die letzſte To des⸗ 
13. Ne e mein Urtheil Stund: da der alte Menſch ge⸗ 
tragen, weil ich leb in dieſer Zeit: fangen, und geſchlagen in den 
bin ich ſchon von GOtt geſchla⸗ Grund. 4 
gen, es hilft mir zur Seligkeit. 20. Dann wolt ich ſein Grab⸗ 
14. Dann der Tod muß in mir Lied ſingen, und mit Freuden 
ftims- 
N 
% 


4 


P\ 


— 


3 z . 1 


ſtimmen an: und von groſen 
Wunder⸗ Dingen ſagen, was 
ich vor ein Mann. 

21. Doch ich weiß es wird nicht 
fehlen, ich ſeh ſchon ſein Bett 
bereit: wo ihn Gott ſelbſt wird 
entſeelẽ zu dein Tod in Ewigkeit. 

22. Nun es ſtimen aller Or⸗ 
ten die vereinte Choͤr mit an: 
und was treue Bunds⸗Conſor⸗ 
ten, ſagen nach, was GOTT 
thun kann. 

23. Der die Suͤnd darnieder 
ſchlaͤget, und des alten Men⸗ 
ſchen Raht gantz und gar zu 
Boden leget, was er je gebauet 

at 


24. Von den Wundern werden 
ſingen alle Heiligen zur Zeit: 
wann G Ott wird in allen Bin⸗ 
gen alles ſeyn in Ewigkeit. 


58. 

| DR Enn mein Geift iſt in 

| Gott genefen, fo kann ich 

Leid und Weh vergeſſen: und 

kann vernehmen in der Still, 

| 15 1 5 geheimer Raht und 
ill. 


2. Dann wann ich mich Juin, 
Be N 


ZT. 
gantz ergebe, und nur nach fer 
nein Willen lebe: ſo wird mit 
aller Schmertz und Pein zu letzt 
zu lauter Freuden⸗Wein. 

3. Man kann oft viel in guten 
Tagen von Gottes Treu und 
Liebe ſagen: doch bringt das 
Leiden erſt an Tag, was lang 
zuvor verborgen lag. 

4. Im Hertzens⸗Grund ſehr 
tief danieden, da man in ſelbſt⸗ 
gemachtem Frieden gedienet 
GoOtt nach eignem Sinn, das 
nimmt das Truͤbſals⸗Feuer hin. 

5. Und ſchmeltzt die eigene Ge⸗ 
dancken, die doch nur hin und 
wieder wancken: u. ob ſie ſchon 
gut in dem Wahn, fo fliehen fie 
doch die rechte Bahn. 

6. Und waͤhlen eigne Form 


und Weiſen, zu dienen GOtt 


in fremdem Gleiſſen: darin ver⸗ 
birgt ſich die Natur, und wird 
verfehlt die rechte Spur. 
7. Wo man, in Geiſtes⸗Nied⸗ 
rigkeiten, von Gott ſich ſelber 
laͤßt bereiten zu feinem Dinſt, 


da man allein Ihm erſt kaun 


recht gefällig ſenn. 
8. Das rechte Leben GOtt zu 
i ien wedümen 


dienen thut nach dem Sterben nicht erben, drum muß es im 
erſt ausgruͤnen: und unter vie⸗ dem Tod verderben: und iſt ihm 
lein harten Streit wird man auch in Ewigkeit kein Aufer⸗ 
erſt recht dazu bereit, ſtehung zubereit. 17 
9. Zu dienen GOtt im reinen 15. Drum ſoll das Nicht nein 
Weſen, ſo wie Er es ſelbſt aus⸗ ſeyn mein Leben, weil es iſt ſelbſt 
erleſen: denn wo man gantz zu⸗ von Gott gegeben: die Erea⸗ 
nicht gemacht, wird man zum tur und Eigenthum weiß nichts 
rechten Ziel gebracht. von dieſem hohen Ruhm. 
10. Da man kaun leben ohne 16. Es iſt das groͤſte das kan 
Staͤrcke, ohn eigne Kraft, ohn werden, wer Nichts beſitzt auf 
eigne Wercke: und alles, was dieſer Erden: und auch das 
ſonſt war Gewinn, thut fallen kleinſte auf der Welt, das wird 
gantz zu Boden hin. zum Wunder dargeſtellt. 
11. So waͤchſet auf das rechte 17. Wer alles hat, hat nichts 
Leben, das GOtt den Preiß u. gefunden, wer Nichts hat, 75 
Ruhm thut geben: und was mit GOtt verbunden: wer Et⸗ 
noch was will ſeyn geacht, wird was hat / kommt nicht zum Ziel, 
dann erſt recht zu h hene dann Etwas iſt dem Nichts 
12. Drum will ich ruͤhmen ſei⸗ zu viel. a | 
nen Namen, der mich gebracht 18. Wer dieſe Armuth hat ge⸗ 
fo nah zuſammen: daß ich zer⸗ funden, hat Hoͤll und Teufel 
nichtet gantz und gar, was ich berwunden: und lebet in dem 
wolt ſeyn, und was ich war. groſen All, iſt reich und arm 
u Ich lebe zwar in einem in gleicher Wahl. 1 
Leben, das Er aus Gnaden 19. Sein Leben iſt ein lautres 
mir gegeben: doch ſo ich es Sterben: dieweil der Tod kann 
wuͤrd heiſſen mein, fo. muͤſſts nicht verderben was eben heißf, 
zur Stund zernichtet ſeyn. und iſt und war, es wird nun 
14. Das eigne Leben kann drinnen offenbar. 95 
20. Jun 


* 


m u 00000 
o In dieſer Schule hat ſtu⸗ 26. Die Seligkeit, die Gott 
dieret der Mann ſo uns zucz Ott verſprochen, wann Teufel, 
N 90 fuͤhret: fein Name heiſſet Welt, und Sind gerochen: daß 
; u 2 der aller Schüs fe au 1155 Ziel gebracht, 
er Meiſter iſt. und ewig ſind zu nicht gemacht. 
2. Der hat den Tod am Creutz a 5 Ä i 0 a 25 
erochen, da ihm ſein Liebes 59. f 
5 durchſtochen: und mußt WIR die ew ge Schaͤtz will 
ein Leben geben hin, nach dem finden, muß auf Erden 
geheimen Raht und Sinn, werden arm, und ſich an das 
22. Der über ihn ſehr lang be⸗ Creutz hin binden, daß Gott 
ſchloſſen von Gott, den nie⸗ feiner ſich erbarm: in Entbloͤ⸗ 
mand Font umſtoſſen: doch ſung aller Dingen, was durch 
wurd im Tod erſt offenbar das -eitle Luſt bethoͤrt. Wer es ſucht 
Leben, ſo verborgen war. dahin zu bringen, wird zu letzt 
23. Dann dieſes mußte nur des Guten wehrt. 
hinſterben, wo GOttes Reich 2. Denn da muͤſſen gantz ver⸗ 
nicht kont ererben: am Creutze gehen alle Sorgen dieſer Welt: 
wurd zunicht gemacht, was was nicht ewig kann beſtehen, 
Uns in ſo viel Leid ebracht. endlich mit der Zeit hinfaͤllt. 
24. Drum hab ich auch mein. Aller Muͤhe wird vergeſſen, und 
eignes Leben in feinen Creutz⸗ was ſonſten Trauren macht. 
Tod hingegeben: da ſoll es mit Wer will recht in GOtt gene⸗ 
begraben feyn, fo wird der Tod fen, muß Ihm dienen Tag und 
mein Leben ſeyn. „ Nai, 
23, Und werde mit Ihm hoch 3. Wo der wahre Grund ges 
aufſteigen, wo Tod und oͤlle leget zu der innern Geiſtes⸗ſtill, 
ſtill muß ſchweigen: und zu muß das Hertz ſeyn rein gefeget 
Ihm gehen in ſein Reich, daß von der Ereaturen Fuͤll: was 
ich ererbe mit zugleich 9 e und Graͤmen wa 
Beh N mu 


r 


134. . 
muß reinaus dem Wege ſeyn. ſich GOtt ſo übergeben. O du 
Wer die eitle Luſt verlaſſen, geht ſel ge Armuthey! wo man gantz 
zur engen Pforte ein. iſt aus geleeret von dem Glantz 
4. Denn das innre wahre Le⸗ der eitlen Welt, und von Herz 
ben, das in GOtt beſtehen thut, Ken zu gekehret, um zu thun, 
muß in Truͤbſals⸗Hitzen ſchwe⸗ was Gott gefaͤllt. 
ben, und in heiſſer Feuers⸗Glut, 8. Sterbend faͤngt man an zu 
rein gefeget und bewaͤhret, ſoll leben, ſteigt mit Freuden aus 
es bleiben ewig ſtehn. Was die dem Grab: alles wird dahin 
Feuers⸗Glut verzehret, kann gegeben, was ſonſt ſcheint die 
zu letzt der Wind verwehn. beſte Haab. O erwuͤnſchte To⸗ 
5. O du Luſt! die nie vergehet, des⸗ Stunden! und begluͤckte 
die erworben aus dem Tod. O Sterbeus⸗Noth! wo wird alles 
du Leben, das beſtehet nach viel uͤberwunden, was uns hat ges 
ausgeſtandner Noth! wer den zweit von Gott. 
Reicht hum hat gefunden in 9. Aber ach wie viele Schmer⸗ 
Eutbloͤſung aller Bing, wird Ken dringen auf den Geiſte zu! 
zu letzt mit GOtt verbunden, u. wie manche Wund im Her⸗ 
weil ihm dieſes zu gering. ten, eh er kom̃t zur wahren Ruh: 
6. O du angenehmes Leben! weil er in der Fremde wallet, 
wo Gott ſelbſt den Tiſch bereit, und oft ſeyn muß unbekannt, 
Niemand hat dem was zu ge⸗ daß der Muth zu Boden fallet 
ben, wo fein Hertz in GOtt er⸗ auf dem Weg zum Vaterland. 
freut. Klein und niedrig auf der 10. Wann die Seel daran ges’ 
Erden bringet alle Hoheit ein, dencket, ſo moͤgt fie vor Leid zer⸗ 
heißt mit GOTT verherꝛlicht gehn, weil ſie ſo oft wird getraͤn⸗ 
werden, macht zunicht den eit⸗ cket mit viel Schmertzen Leid 
len Schein. und Wehn, und ohnablaͤſigen 
7. O vergnuͤgtes Marter⸗Le⸗ Noͤthen, da das Leben wird ges 
ben! O du ſel ge Sclaverey wer kraͤnckt, und ihm e 
950 0 oͤden 


Toͤden werden täglich einge⸗ 
enckt 


11. Doch ſind die Erquickungs⸗ 
Zeiten nach dem Sterben zube⸗ 
reit: wer ſich ſo laͤßt zubereiten, 
sue ein zur Seligkeit, in die 

tille Ruhe⸗Kammer, nach viel 
ausgeftandner Noth, da ver⸗ 
geſſen aller Jammer, und Ges 
neſen iſt in GOtt. 

12. Wo die wahre Ruhe gruͤ⸗ 
net, und das ſanfte Bett bereit, 
da wird GOtt nicht mehr ge⸗ 

dienet nach den Bildern dieſer 
Zeit: weil man zu dem Weſen 
kommen, und Genuß, der komt 
aus GOtt, drum iſt gantz hin⸗ 
weg genomen die unſel ge Ster⸗ 
bens⸗Noth. | 
13. Alles muß nun gantz ver⸗ 
gehen, und ſich ſcheiden davon 
ab: was in Gott nicht kann 
beſtehen, wird geleget in das 
Grab. Nun wird erſt im Fried 
eſaͤet die Frucht der Gerechtig⸗ 
eit: wann das Unkraut abge⸗ 
maͤet, kommt die Ueberwin⸗ 
dungs⸗Zeit. 
14. O was vor ein ſeligs Ster⸗ 
be ziehet es von hinten nacht wer 


13 5. 


ſein Leben laßt verderben, kraͤgt 


mit Chriſto ſeine Schmach. 


Da wird nunmehr wieder fun⸗ 


den das in GOtt verlorne Gut, 
und der Teufel uͤberwunden, 
yamf der Macht der Höllen- 


Glut. 
DIR ER wird in jener neuen 
Welt, O HErꝛ! wol bey 
dir wohnen, und ruhn in deiner 
Huͤtt u. Zelt, wo du thuſt ſelber 
thronen? wer wird den Berg 
der Heiligkeit beſteigen, den Du 
Dir bereit? Sag mir, wer 
wird doch ſeyn der Mann, der 
ſeine Hoͤh beſteigen kann? 

2. Wer rein und ſauber wor⸗ 
den iſt im Blut des Lamms ge⸗ 
waſchen, und wer auf ewig hin 
vergißt die Luſt vom fremden 
Naſchẽ: wer einen reinen Wan⸗ 
del fuͤhrt, und Licht und Recht 
denſelben ziert, und laͤßt nichts 
reden ſeinen Mund, was nicht 
iſt in des Hertzens Grund. 

3. Wer nichts hinter den Waͤn⸗ 
den thut, u. laͤßt die Zung nichts 
reden, als nur, was heilſam, 


60. 


R 3. recht 


136. 


recht und gut, und thut ihrn me thronen. Der iſts, ſo ewig 
Graͤuel töden, den ſie hinter dem bleiben wird; ob er auch zeitlich 
Herten hat, wenn es verfehlet ſchon abirꝛt: er wird mich ſehen 
Gottes Rath. Wer mie ein Ar⸗ von Geſicht, weil ſein Hertz war. 
ges in dem Sinn laͤßt uber an⸗ auf mich gericht. 
dre gehen hin. r 10 Lob und Ruhm, 
4. Wer ſeinen Freund und Danck, Kraft und Ehr ſey dir, 
Bruder liebt, und thut ihn nicht mein GOTT, gegeben vor die 
verſchmaͤhen, wann er an ihm heilſam und gute Lehr, die mir 
was ſtraͤflichs ſieht; ſondern ſo nutz im Leben. Diß wird 
vor ihn thut flehen. Wer die wohl hier mein Leben lang mein 
Gottloſen Leut veracht, und ih⸗Wahl⸗Spruch bleiben in dem 
ren Handel gar nichts acht: wer Gang, bis ich in deiner Huͤtt 
hoch und werth die Frommen und Zelt erfreuet werd in jener 
ſchaͤtzt iſt ſicher, und bleibt un⸗ Welt. 
verletzt. | e 5 

5. Wer Treu und Glauben ee ee. 
ewig haͤlt, was er hat guts ge⸗ DIT Je faͤhret dahin mein ir⸗ 
ſchworen dem Naͤchſten, wann diſcher Sinn: das Eitle 
der auch ſchon fällt: der wird der Welt pergehet, ich dringe 
nicht gehn verloren. Wer kei⸗ ins himmliſche Zelt. 
nen fremden Handel treibt, wo 2. Weg irdiſche Luſt: es iſt 
man dem Boͤſen einverleibt, mir bewußt ein Leben voll 
wer nicht einwilligt in den Freud, das nimmer verändert 
Rath, wo jemand nichts ver⸗ durch Stunde und Zeit. 
ſchuldet hat. i 3. Weg weltlicher Pracht! 

6. Diß iſt der Mann der dort dein Lieben nichts acht mein 
bey mir in meiner Huͤtt Soͤttlicher Sinn: er laͤſſet dich 
wird wohnen: den werd ich ſeg⸗ fahren mit vollem Gewinn. 
nen dort und bier, und über ib 4. Dein nichtiger Sen 8 

5 ji i 


1377. 


— —— — — 


62, 
Jon bluͤht u. grüner wieder, 


— 


nicht in mich ein, ich bleibe ver⸗ 


mir aber iſt nunmehr ein Beſ⸗ bet: ſteht man nun nicht mehr 
ſers bewußt. betruͤbet: weil ſie Gottes Guͤt 
8. Dein 1 Spiel iſt erneut. 


138. 
tragen, wird vergeſſen nachzu⸗ verlaſſen du oft gingeſt deine: 
ſagen, weil dich Gottes Gut er⸗ Straaſen, weil dich GOtt Ihm 
freut:die dein Dunckles macht auserwaͤhlt. 175 
vergehen, daß nichts mehr da⸗ 10. Kommt, Geſpielen! Laßt 
von zu ſehen ſeyn wird dort, in uns gehen! Kommt! Laßt uns 
Ewigkeit. die Schoͤne ſehen unſrer Mut⸗ 
6. Die erhoͤhte Glaubens⸗Fluͤ⸗ ter, Schweſter, Braut, die zum 
gel; das vereinte Gottes⸗Sie⸗ Heil uns eingeladen, u. bisher 
gel ſeines Geiſtes, feiner Braut, ſo wohl berathen, und zu Got⸗ 
muͤſſen neue Kraͤfte geben, wan tes Lob erbaut. | 
wir in dem Dunckeln ſchwe⸗ Ir. Wohl dann, ſo wir wor⸗ 
ben, wo man Nichts mit Au⸗ den Kinder: werden wir dann 
gen ſchaut. auch nicht minder in der Mutter 
7. Ob wir ſchon noch muͤſſen Haus eingehn, da man lehrt 
ſchweigen, es mit Worten an⸗ die ſchoͤnſten Weiſen, rein, gantz 
zuzeigen, was der Geiſt in uns ohne einigs Gleiſen, unbefleckt 
erthoͤnt: wird es ſo viel ſchoͤner vor GOtt thut ſtehn. 
heiſen, wann wir dort mit neu⸗ 12. Haben wir nun Kindes 
en Weiſen ſingen, u. von GOtt Rechte, und ſind worden dass 
gekrönt. Geſchlechte, wo die Mutter 
8. Freu ſich Zion die Geliebte, Gottes Braut: muß ihr Glantz 
freu dich Zion, du Betruͤbe! uns herzlich zieren, u. uns zu der 
weil dein Gluͤck nun hoͤher ſteigt: Schaar hinfuͤhren, die GOtt 
als in den vergangnen Zeiten, ſeinem Sohn vertraut. 9 
da, in ſo viel Niedrigkeiten, du 13. Sind wir dann die Taube 
Gering nnd Klein gebeugt. worden ſo blüht auch der Jung⸗ 
9. Seh, die viel und ſchoͤne fraun⸗Orden mitten unter dein 
Kronen, womit dir dein GOtt Geſchlecht: ſo den reinen Wan⸗ 
wird lohnen vor dein Leid auf del zieret, und ein Goͤttlich Le ⸗ 
dieſer Welt: da ſehr einſam u. ben fuͤhret, nach der e 


— nn 


hen g — 4 — re * 139. 
Kinder Recht. 16. Lob und Danck muß da 
14. Was ein Schmuck und erſchallen, wo, nach Gottes 
hohes Prangen, wann fo komt Wohlgefallen, Zions Herzliche 
einher gegangen die ſo reine Zi⸗ keit gusbricht: wo der Glantz 
ous⸗Heerd: ſo die ſchoͤnſte Weiz der Welt zernichtet, und auf 
ſen fingen, u. ſich hin zu GOtt e e durch das hel⸗ 
Gut ae der ihr Leid in le under⸗ Lichtt. 
Luſt verkehrt. 17. Wohl dann nun! es wird 
15. Was kann lieb⸗ und ſchö⸗ uns werden, was wir hoffen 
ners heiſen, wann man ſtehet hier, auf Erden, in Re Geiſtes 
ohne Gleiſen die verlobte Jung⸗ Niedrigkeit. Zions Reich wird 
fraun⸗Zahl mit dein Braut⸗ ewig waͤhren, das wird keine 
Schmuck ſchoͤn gezieret, wo ſte Zeit verzehren, in die Läng der 
mit wird eingefuͤhret zu des Ewigkeit. Die 
Königs Hochzeit⸗Mahl. } 


tr 


i Mull Is En, 


1418 dr © als ſi 2 ede wird Br 
Duc di Stimme ihres Geliebten, aberſeiget 
en im Propheiſchen Geiſt | 


proben, Berge, 


und erblicket ihre zukünftige Verweilung 


unter 


Roſen und Lilien. 


SERTATANTIRENEN KH eee \ 


VEVECTCCTECC > >> 2 — — — —— 


S O der Tauben Einfalt pranget in dem reinen Kinder⸗ 


Sinn: iſt der Weisheit Schatz erlanget mit viel Se⸗ 
| en und Gewinn. Wohl dann nun! es iſt gerahten: 
ich vergeſſe, was ich war. Ich bin ſonſt mit nichts beladen, 
weil ich bin ein Tauben⸗Paar. | 
KORK DOREKEDREDK DR DIRED EDDIE KELPIEOKED He . 


Wan zwey verliebet ſeynd, und ſich in eins verpaaren, fait 
eins des andern Schatz und Jungfrauſchaft bewahren 


Der 


Der reine Geiſt, die Taub, die mi 
mit ſich gepaart, durch heiſſe Lieb bewogen. Was wird uns 


ſcheiden mehr von den vereinten Flammen, die uns durch ihre 


Brunſt gebracht in eins zuſammen. 


IN ich gleich als ein muntres Reh, wenn mich der Weis⸗ 


heit Bruft auf ihrem Schooße traͤncket: ſo heiſts doch 


— — * 141. > 


ch an fich gezogen, hat mich 


öfters; ich vergeh, wenn ſo viel Todes⸗Kraft darneben einge⸗ 


ſchencket. Das Leben, das in Gott beſteht, muß ſeiner Schoͤn⸗ 
heit hier in dieſer Welt abſterben: ſo heißts ein Gut, das nicht 
vergeht, und kann in Ewigkeit auch mimmermehr verderben. 


* CCCP 


bin ein Blum im Roſen⸗Thal, die unter Dornen ſich 
Is ausbreitet, gezehlt zur keuſchen Jungfraun⸗Zahl, die ſich 
in Lieb dem reinen Lamm beeidet. 2 

gen unſer Creutz auf Erden, bis wir dort mit dem gantzen Heer 
der Jungfrauen verherꝛlicht werden. | 5 


ENTER ICHITCH EHELEUTE. ; 


Erſter Chor. 


D ER Geiſt und die Braut ſprechen: komm, und, wer es 
hoͤret, der ſpreche: komm: Ja, ich komme fehnell, Ja, 
199 AMEN. AMEN. 5 


Der Mittel⸗Chor. 


W̃ Ohlauf: wohlauf! und ſchmück dich herzlich in dein Ge⸗ 
hen, ſuch dein Geſchmeid, 1 Kleider an: du ſolt 


nun bald vor Gottes Throne ſtehen. Du heiliges Volck! ſteh 


auf, denn, der dich liebt, r der Bahn. Hoͤr das Geſchrey 


von 


ir gehn einher und tra⸗ 


1242. 
von denen obern Ehoͤren, und thu auf Erden auch mit ſtimmen 
an, und helf mit ihnen Gottes Lob vermehren, auf deiner engen 
Leid⸗ und Ereutzes⸗Bahn. Sie rufen dit: ſteh auf! laß deine 
Schöne ſchauen. Sieh mit was heiſſer Lieb ſich HSOTTwill 
ſelbſt mit dir vertrauen. Mia en Bei en ene een 


— 


> RE: . S 


FFP DIE DR . > Be ron 
mh erreiche | FRE 
NIE Braut ift erwachet von dem Geſchren der Wachter: 

Sie iſt angethan mit dem reinen Hochzeit⸗Schmuck: Sie 

act entgegen dem Bräutigam: Sie ruft: Er kommt. Ge⸗ 
lobet ſey, der da kommt im Namen des HErzen. Hoſianna 
ee ee eee ee eee i es 


Erſter Chor. Gottes Lob vermehren. 


Drey Vers werden mit dem fol⸗ 2 R 
enden des here, Eren che 
geſungen. 3. Das iſt die Tracht bey unſ 


e. 8 vinat rer Fracht und Nichtigkeiten 
D u gener, and hier auf Erden: daß i | 
ſchallen neue Lieder im hohen 8 e vol 1 alſo ſeines 
un 15 1 ihr 9 ond +. Der machet Wind, daß wir 
Gemmüther! bÿ́ũehend und fertig find alſo zu 

er Ehe lauffen, auf dieſer Bahn nach 

u, Canaan. Wohl ung! wir fol⸗ 

2. Wir hoͤr n den Schall vom gen da mit Hauffn. 
Wieder⸗Hall, der ſich von oben 5. Wir reden ſchoͤn, wann wir 
laſſet hoͤren: wir ſtimmen an, po gehn, betrachten unſers Got⸗ 
und machen Bahn, damit wir tes Weiſen: geben Ihm Ehr, 

| | au 


| 143. 
auch un Gehoͤr, wann wir fo hen Ruf und Stimm erſchal⸗ 
ſeine Wunder preiſen. len: auf ſey bereit! es kommt 
6. Wir hoͤren wohl, find Freu⸗ die Zeit, daß bald die ſtoltze 
den ⸗voll, wann wir vernehmen Welt wird fallen. | 
Gottes Thaten: dann, was Er zweyter Chor. 
ſpricht, das 9185 nicht, ſein 2. Such dein Geſchmeid, und 
Wort macht Al es wol gerathẽ. ſey bereit, den, der dich liebet, zu 
2. Der reine Sinn bruͤigt uns empfangen: der ſelbſt dein Lohn 
dahin: daß wir Ihn ſchmecken und deine Cron, ſteh eilend auf, 
und empfinden. Wir werden Er kommt gegangen! 
ſatt, nach ſeinem Rath, ſo ble Swepter Chor, 
ben wir mit Ihm verbunden. 3 Es iſt geſchehn! wir wollen 

8. So iſts gethan auf unſrer gehn dem Freund und Brauti⸗ 
Bahn: wan wir finddenGeruch Jam entgegen: uns mit viel 
nach gangen der reinen Lehr, Freud machen bereit, und ſo den 
mit dem Gehoͤr, und werden reinen Schmuck anlegen. 
dort mit Eronen prangen. 5 Erſter Chor. 

Zweyter Chor / Ber le N 


mit beyden zuſammen Sind e en 7 

K nern + Sind wir die Braut, die 
9, Drum wird der Gang mit (GOTT vertraut, ſo wird uns 
viel Geſang und Liebes⸗Liedern unſer Theil ſchon werden in je⸗ 
ausgezieret; des find wir wohl ner Welt, wanns Ihm gefaͤllt, 


und Freuden⸗voll, weil wir der daß wir mit Ihm verherꝛlicht 
kitlen Welt entfuͤhret. Ade Jh 0 0 
Zweyter Chor. 5. Wer wird uns dann auf die⸗ 


Drey Vers werden mit dem vor⸗ ſer Bahn der reinen Himmels⸗ 
hergehenden Lied Chor⸗ Liebe ſcheiden? es bluͤht uns 
weiß geſungen. ſchon die Ehren⸗Cron dorten, 

N & Braut hört ſchon vom in jenen Ewigkeiten. 
ee, 6. Die Suͤnden⸗Rott wird 
3. | nun 


144. ER — NER 
nun zu Spott, ſo die Geliebten Leid und Traurigkeit: du wirſt 
vor vers. DEN: die werthe nun in die Lange leben. * 
Schaar erlangt das Jahr, wo g. Dein Wittwen⸗ Stand iſt 
fie G Ott ohne End wird loben. GOtt bekant, den du in dieſer 
7. Drum ſey getroſt, du wirſt Welt getragen: es iſt vorbey, 
erloſt. GOT wird dir Fried du wirſt nun frey von deinem 3 
und Ruhe geben vor dein viel Leid und Truͤbſals⸗ Tagen. 
FEREERRFTERSELERRTRFERRRER 5 
5 EN Nun folget die ee 
Abendslaͤndiſche Morgen ⸗Roͤthe 
dtle ſich am Abend der Zeiten ausgebreitete 
uber die Chriſtliche a 


Darinnen beydes der bald heran⸗brechende Tag ihrer Erloͤſung, 
als auch ihre nächtliche Verwellung unter . 
dem Creutz erblicket wird: 
vorgeſtelt in geiſtlichen 10 
SGeſaͤngen. 


2 8 b 2 . 0 
7 L dein Thun u. deine Werck zernicht. | 
N Thaten, ſollen die in Iſt du noch nicht gantz ge⸗ 
GSbtt gerahten: ſo halt ſchieden von dem ſelbſt⸗er⸗ 
aus, bis das Gericht deine beſte waͤhlten „’ 


145. 
beſten Thun doch deln Hertze Frei Schein doch zuletzt nur 
mimmer run. Schmertz und Pein. 
| N: u. Schmertzen Angſt RA, dein Wollen und Begeh⸗ 

und Leiden muͤſſen dich da⸗ a ren mußt du gantz nur da⸗ 

zu bereiten: haͤlteſt du darinnen hin kehren, von dir ſelbſt zu ſeyn 

aus, ſo findſt du das Friedens⸗ befreyt, ſo verſchwindet aller 
Haus. Streit. 0 


Einer Haͤnd und Finger Lag, noch fuͤhre keine Rechte 
D Warte und dein ue Kube oc Erbgeſchlechte: 


Kraft und Staͤrcke mußt du laſ⸗ ſonſten bleiben deine Sund, 


— 


ſen aus der acht, ſo wirſt du zu⸗ waͤrſt du auch ein Gottes⸗Kind. 
recht gebracht. 5 ggebft du mehr deine Sa⸗ 
a E Igues Wollen, eignes Mei⸗ © hen als die, ſo GOtt ſelbſt 


nen mußt du gantz in dir ver⸗ thut machen; ſo wird, was du 
neinen: ſo kam GOtt, mit auch erleſen, im Gericht das 
Werck und That, dir anzeigen Feuer freſſen. 
ſeinen Raht. N ; 
ne al endende Thaten, wirn fie auch 
) ſen, ob ſie auch ſchon guͤlden aufs beſt gerahten: dann der 
gleiſen, mußt du ſie doch laſſen. Tod nimmt alles hin, was dir 
ſtehn, wann du wilt in GOTT ſcheint zu ſeyn Gewinn. 
eingehn. ' N Ichtes wollen, nichtes wiſ⸗ 
Gr und mächtig iſt der AL fen, darauf fen mit Ernſt 
Herze; gibſt du Ihm al- befliſſen: ſo wird GOTT dir 
lein die Ehre in dem, was du Alles ſeyn, daß du kanſt in Ru⸗ 
thuſt und haſt, ſo findeſt du Ruh he ſeyn. 
und Raſt. * O on n 
Aſt du noch nicht angefan⸗ troffen dein Ziel, wornaͤch 
gen, und biſt aus dir ſelbſt du geloffen: ſo ſteht doch die 


gegangen, ſo bringt dir dein be⸗Gnaden⸗Thuͤr dir noch offen 


glaube 


* 


* — - * 
> 
i | * 
e 5 
14 * 2 


M̃ Ache nichts aus deinen 


B du ſchon nicht haſt ge⸗ 


glaube mir. ER V 
Nacht und Hoffart muſt du Omen, fo wird ſich GOTT. 
meiden, und dich von dir dein erbarmen, und in Schmer⸗ 
ſelber ſcheiden: ſo kann GOtt tzen, Creutz und Pein dir ein 
dir zeigen an, was vor Ihm ſey ſichrer Ancker ſeyn. 
recht gethan. f ’ BIS I LuNe Ziel getrof⸗ 
Q Uillet nicht aus deinem fen, ſo ſteht dir der Himq⸗ 
Hertzen ſuſe Lieb in Leid mel offen, haft. erworben eine 
und Schinertzen: ſo haſt du noch Beut, und die groſe Seligkeit. 
nicht die Spur von der Goͤtt⸗ Etzund laß dir wohl gefal⸗ 
lichen Natur. len, wann du mußt in 


— —— 


A 


RE 


On deim deinen gib den Ar⸗ 


R Ichte nicht des Nechſten Schmertzen wallen, du traͤgſt 
I, Sachen, ch du ſiehſt, was doch zuletzt davon den verheif⸗ 
deine machen; ſonſten baueſt nen Gnaden⸗Lohn. f 
du auf Sand, bleibſt dir ſelb⸗ O Jehe nun fo hin im Segen, | 
ſten unbekant. 388 wirſt du dich nieder legen, 
SF du den Nechſten wo die wahre Ruh bereit, in 
chen thus andern nicht der ſtillen Ewigkeit. 
erzehlen, rechneſt du ihm feine e, 
Schuld, ſo verlierſt du Gottes 8 5 
Huld. A Ufl du gantze Zions⸗Heer⸗ 
8 in allen deinen Sa⸗ lde, die du in Leiden u. Be⸗ 
chen, daß fie ein gut Ende ſchwerden ſchon biſt geſeſſen lau⸗ 
machen: fo wird dir der treue ge Zeit: es wird nun bald bee. 
GO T helfen aus der letzten ſer werden? wir ſehen ſchon im 
Noth. Ä Geiſt auf Erden, daß die Er⸗ 
U dich mit allem Fleiß loͤſung nicht mehr weit. Drum 
A daß du gebeſt GOTT den freue ſich numnehr das gautze 
reis, du haͤbſt wenig oder viel, Zions⸗Heer, das verlaſſen, und 
ſo trifſt du das rechte Ziel. Unbekant war in dein 9 4 


* V 
BT: 2 147, 
da fie ein Gaſt im fremdenfand. Schmertz und Sammer ftillen, 
2. Nun wird erſt dein 7935 und loͤſen allen Fluch u. Bann. 
recht blühen, wenn du wirſt aus Nun wird nicht mehr geſchehn, 
dem Lande ziehen, da du ver⸗ daß dich wird jemand ſehn ſeyn 
worfen u. verlacht. Deine Hoͤh⸗ verlaſſen von deinem GOTT, 
ner und Veraͤchter, und dieſes Der dich nun hat mit Heil ge⸗ 
Landes Erb⸗Geſchlechter, die kroͤnt durch feine Gnad. 
werden ſeyn als Koth geacht, 5. Nun ihr Glieder aller Or⸗ 
der auf der Gaſſen war zertret⸗ ten, die ihr ſeyd Zions Bunds⸗ 
ten gantz und gar. Darum Conſorten, kommt nun, und 
jauchze, und freue dich in die⸗ ſamumlet euch zu Hauf: ſehet 
fein auh das dir nun auf das auf das Licht der Zeiten, und 
neu anbricht. thut aufs neue euch bereiten, u. 
3. Ob dich G Ott ſchon hat ver⸗ mercket alle eben auf. Dieweil 
laſſen zur Zeit des Zorns, thaͤt der Glantz aufgeht von Zion, 
Erdoch faſſen die Thraͤnen dein darum ſeht! es wird konnen 
in ſeinen Schoos: dieſes hat fein das, was Gott hat, nach ſei⸗ 
Hertz bewogen, daß Er mit nem Raht, verheiſſen lang 
uͤte angezogen, dich nun zu durch feine Gnad. 

machen frey und loß von dei⸗ 6. Dann es wird nicht lang 
nem Druck und Drang, da mehr werden, ſo wird auf die⸗ 
du geſeſſen lang, und getragen ſer gantzen Erden der Frieden 
Zorn ohne Gnad, nach Got⸗ blühen nah und fern: Zions 
tes Raht, um deine Suͤnd u. Glantz wird hoch aufgehen, u. 
Miſſethat. Babels Macht wird nicht be⸗ 
4. Gott wird nun fo mehr ſtehen, ſondern geſtuͤrtzet von 
ausflieſen, mit Güte dir dein dem HErzn? Dann wird er⸗ 
Leid verſuͤſen, u. ſich dein wie⸗ ſchrecken ſehr ihr Kean Suͤn⸗ 
der nehmen an: Er wird dich den⸗Heer, weil iſt kommen ihr 
mit Troſt erfuͤllen, und deinen as und Tag, Angſt, 15 u. 
ag/ 


Klag, worinnen Zion jauchzen den werden komen, und wan⸗ 
mag. e deln in dem Licht der Zromme, 
7. Hüͤpfet auf ihr treuen See⸗ die nun vom Herren zugericht, 


len, und thut es nah und fern daß fie fein Wunder ⸗Macht 


erzehlen, was GOtt an feinem erheben Tag und Nacht, und 
Volck gethan: Er wird nun da ſtehen in Licht und Recht, 
nicht mehr verweilen, u. zu der als treue Knecht, und Gottes 
Huͤlf gus Zion eilen, daß bald eigen Erb⸗Geſchlecht. 


wird ſehen jederman das groſe 10. Tretet nunmehr allzuſam⸗ 


Gottes ⸗Heil, das Zion wird men, ihr Geiſter, die aus Ott 


zu Theil, wann wird kommen, herſtamen, und ruͤhmet GOtt 


daß Gott ihr Schmach und mit aller Macht: ja du gan⸗ 
Ungemach wegnehmen wird tze Zions⸗Heerde, die noch zer⸗ 


auf einen Tag. a ſtreut guf dieſer Erde, und die 
8. Weil die Sonn nun aufge⸗ nun ſchon zuſammen bracht. 
gangen im Mittags⸗Licht mit Seht auf, und ſeyd bereit, weil 
vollem Prangen, drum muß die Verheiſſungs⸗Zeit iſt ge⸗ 
die Dunckelheit vergehn: ſo die kommen, u. Zion werd zu einen 
Voͤlcker hat bedecket, und, was Heerd gebracht auf dieſer ganz 


ſich hinters Licht verſtecket, wird Ken Erd. 


nun mit Schaam und Schand rr. Dann wird alles Heer | 


beſtehn. Weil dieſes groſe Licht ſich ſaminlen, auch Kinder, die 


nun allen Schein zernicht, auch anitzt noch ſtamlen, die Lahme, 


bey denen, die ſich verſtellt vor Schwangre, Kindbett rin: da⸗ 


aller Welt, und ſelbſt zu Zion mit keins vergeſſen werde, auch 


mit gezehlt. an dem aͤuſern End der Erde, 
9. Darum kann man naͤher das hat gerichtet ſeinen Sin 


trete ins Heiligthum zu Ott, auf die Verheiſſungs⸗Zeit, und 
mit Baͤten, weil Zions Glantz ſich auch hat bereit, um zu kom⸗ 


auf gangen iſt: dann auch Hei⸗ inen nach Zion dar, zur 990 


4 


149 


tzen Schaar, die auf der Welt ſeyn, thut nicht mehr einfchla- 
zerſtreuet war. | fen: kauft bey Zeiten Oele ein, 
12. Viele werden weinend greiffet nach den Waffen: denn 
kommen, wenn fie die Zurufs⸗ es iſt wenig Friſt mehr in dieſen 
Stimm vernommen, und mit Tagen, wie die Wächter ſagen. 
viel Muͤh ſich machen auf: die 4. ne alles von euch weg, 
fehr fern am End der Erden, die was euch will auf halten, oder 
komen auch mit viel Beſchwer⸗ machen faul und trag, und die 
den, und ſammlen alle ſich zu Lieb erkalten: weichet nicht, bis 
Hauf. Da iſt die Ruhe⸗Stadt, geſchicht, daß der Waͤchter 
die GOtt erbauet hat, u. wird Stime ſehr hoch von der Zinne 
heiſſen: Hie iſt der HERR! 5. Ruft: der Bräutigam iſt 
Dem Preiß und Ehr gebührt nah, auf! ihr Hochzeit⸗Leute, 
von ſeinem gantzen Heer. geht entgegen, ſinget da, ihr 
| 15 00 Wel, 1h 5 105 19 
Ra e ohn Verweil, thut euch n 
Daf, du keuſches Jungfrau unſehen, ſonſten bleibt ihr ſtehẽ. 
A Heer, thu den Schmuck an⸗ 6. Denn es iſt das letzte mal, 
legen; geh im Pomp u. Pracht daß die Knechte laden zu dem 
einher unſerm Lamm entgegen, groſen Abendmahl, darum 
ſo kanſt du in die Ruh gehen laßt euch rahten, damit ihr noch 
ein mit Freuden; drum thu dich alhier werdet zubereitet, u. ſchoͤn 
bereiten. „ angekleidet. 
2. Fliehe alle Schlaͤfrigkeit, 7. Dann fo kann man gehen 
und was auf dem Wege dir bes ein mit des Lam̃s Jungfrauen, 
fleckt dein weiſſes Kleid, und die gantz heilig, keuſch uͤnd rein, 
dich machet traͤge:geh die Bahn, ſich mit Ihm vertrauen, und 
flieh den Wahn, der dir deinen weil nur feiner Spur fie allhier 
Glauben oͤfters ſucht zu rauben. nachgangen, drum ſteht man 
3. Laßt die Geiſter munter ſie prangen. 
1 he . 8. Dort 


15 


250, | 


8. Dort im weiſſen Kleider: meine Seel ſoll in der That 
Pracht vor dem hohen Throne, ſtets erheben ſeinen Raht, und 
da ſie ruͤhmen GOttes Macht denſelbigen hoch preiſen mit viel 
mit viel Freud und Wonne. Wunder⸗ſchoͤnen Weiſen. 
Drum, wohl dir, die du hier, in 4. Dann Er hat gar manche 
den Leidens⸗Tagen, ſeine Jahre mich getragen in Ge⸗ 
Schmach getragen. dult, da ich bey ſo viel Gefah⸗ 
mel 9 a d. md: re haͤuffte immer Schuld mit 
melbvdi : 4. Schuld, ginge meine eigne 
A uf du meine Seele! ſinge, Weg, wußte nichts vom Le⸗ 

lobe deinen guten GOTT, bens⸗Steg, leere Wohlluſt eit⸗ 
und Ihm deine Opfer bringe: les Prangen hielte meinen Sin 
weil Er dir aus aller Noth hat gefangen. | 
geholfen wunderbar, und, wan 5. San Erbarmen hat ent⸗ 
ſonſt kein Helfer war, ließ Er laden mich von ſolchem eitlen 
ſpuͤren feine Güte in dem Her⸗ Sinn: feine Langmuth mich 
tzen und Gemuͤthe. berahten, und mein Hertz ge⸗ 

2. Darum will ich feinen Na⸗ zogen hin auf den Weg der Se⸗ 
men loben, rühmen früh und ligkeit, den Er ſelbſten hat be⸗ 
ſpat; ſeine Wunder an reit denen, die allhier auf Er⸗ 
men, die Er mir erwieſen hat, den wollen Gottes Erben wer⸗ 
haben weder Maaß noch Ziel, den. 1 
und, wann ſchon des Leidens 6. Dieſen Weg hab ich betret⸗ 
viel, weiß Er doch in allen Sa⸗ ten nun ſo viel und manche 
chen etwas Guts daraus zu Jahr, mit viel Seufzen mit 
machen. g viel Baͤten mit viel Aengſten u. 

3. Ich kann es nicht gnug er⸗ Gefahr, mit viel Muͤh und mit 
meſſen, was Er mir zu jeder⸗ viel Leid, mit viel Angſt und 
zeit hat vor Gutes eingemeſ⸗ Traurigkeit, mit viel ſchweren 
gen, und von aller Laſt befteyt: Truͤbſals⸗Hitzen, wann ich 


157. 
mußte aͤngſtlich Baum wann ich traurig geh, loben, 
7. O! was ſoll ich davon ſa⸗ wann ich ſchier vergeh, loben, 
gen, Du mein HErꝛ und treu⸗ wann ich nichts kann machen, 
er GOtt, weil Du mir in ſo viel u. nicht rahten meinen Sachen. 
Zagen haft geholfen aus der 11. Ich will Ihn zu allen Zei⸗ 
Noth: deine Guͤt und Wun⸗ ten lieben, loben in der That, 
der⸗Macht hat mich oft zurecht ſeine Wunder⸗Macht ausbrei⸗ 
gebracht, und aus aller Angſt ten, die Er mir erwieſen hat: 
eriſſen, deine Gunſt mich laͤſ⸗ auch zu Nacht will ich aufſtehn, 
ſen wiſſen. ſeines Namens Ruhm J 
8. Ich bin 5 im Elend gan⸗ daß ich auch in dunckeln Zeiten 
an auf dem Feld und in der koͤnne ſeinen Ruhm ausbreiten. 
Wuͤſt, Troſt und Huͤlfe zu er⸗ 12. Wann zu Morgens vor 
langen, und alſo zu jeder friſt dem Tage ich erwache, ſoll mein 
nach gefolget Gottes Raht, der Mund davon machen eine Sa⸗ 
es ſo beſchloſſen hat, bis mein ge, Ihn zu loben in der Stund; 
Seufzen und mein Flehen Er auch zu Abends wann der 170 

hat endlich angeſehen. iſt dahin mit ſeiner Plag, wi 
9. So daß ich in allen Sachen ich ſeinen Namen preiſen, und 

hab erfahren ſeine Treu, Der es Ihm Lob und Ehr erweiſen. 
allzeit ſo thut machen, daß es 13. An dem Abend und am 
gut und nuͤtzlich ſey: Er bleibt Morgen, zu Mittag und Mit⸗ 
mir der Allerbeſt, weil Er mich ternacht, ſchlafend wach end 
niemal verlaͤßt; darum ſoll in thut Er ſorgen, daß ich werd 
allen Proben Hertz und Mund zurecht gebracht; darum ſoll 
Ihn ſtetig loben. ſeindob auch nie bey mir ſchwei⸗ 
10. Loben will ich alle Tage, gen ſpat und fruͤh, u. will ſeinen 
loben will ich auch bey Nacht, Ruhm erheben, Ihm Lob, 
loben in der Niederlage, loben, Preiß und Ehre geben. 
wann ich bin veracht: loben, 14. Dann ich kann es taͤglich 
Eh fpüren 


152, 

ſpuͤren, daß Er mich durch feine. gefticht, und die Zeit der Erndt 
Hand ſelber leiten thut und fuͤh⸗ wird geben ew ge Freud und 
ren, machet offenbahr bekant ew'ges Leben. 8 
feine reiche Gütigkeit, die zu | ' 15 
ruͤhmen jeder Zeit, drum ſoll „ 

bleiben mein Verlangen, ſtetig A US! ihr Gaͤſte, macht euch 
nur an Ihm zu hangen. fertig, zundet eure Lampen 
15. Muß ich ſchon mein Brod an, ſeyd des groſen Heils gewaͤr⸗ 
oft eſſen in dem Staub der Nie⸗ tig: jedes thue, was es kann. 
drigkeit, will ich doch nicht mehr Dan es kommt herbey die Zeit, 
vergeſſen feine groſe Guͤtigkeit; daß ihr werdet gantz verneut: 
ſind auch Thraͤnen ſchon inein weil ſich die Erloͤſungs⸗Stun⸗ 


Tranck, will ich Ihm doch ſa⸗ den haben ſchon im Vorſchingck 


gen Danck, u. zu allen Stund funden. 


u. Zeiten feine Wunder⸗Macht 2. Dann die Tage gehn zu En⸗ 


ausbreiten. de, die beſtimet ſind von GOtt: 
16. O mein GOtt! was ſoll darum hebt auf 1 und 
ich ſagen? womit ſoll ich dan⸗ Haͤnde, wartend, be 
cken Bir, was ſoll ich Dir doch de Spott, auf den ſchoͤuen Freu⸗ 
vortragen? Dich 5 loben nach den⸗Tag, da man jauchzend ſin⸗ 
Gebühr: ich will alles geben gen mag, und zieht an das rei⸗ 
hin, was ich hab u. was ich bin, ne Kleid, voll Licht und Gerech⸗ 
ſo kann ich durch deine Gnade tigkeit. 5 g | 
wandeln auf dem rechten Pfade. 3. Habet einen Helden⸗Glau⸗ 


17. Und, wann ich zum Ziel ben, und dabey getroſten Muth: 
ekommen auf dem engen Le⸗ achtet keiner Feinde Schnau⸗ 
ens⸗Pfad, ſo werd ich init al⸗ ben, ſtehet feſt bis auf das Blut. 


len Frommen gehen ein in Got⸗ Weil der Feinde Stoltz und 


tes Stadt: da wird ſeyn die edle Pracht bald wird gantz zu micht 
Frucht, ſo durchs Leiden hier gemacht: wann GOtt aus 
. N j g W 1 


y der Fein⸗ 


— 


| | 
wird ihr Suͤnd, daß mit ihnen Hauf, und thut Babel Krieg 
werd ein End. anmelden: mercket aber eben 
4. Hirten⸗Knaben werden drauf, daß ihr nicht durch ihren 
kommen, und fie ſchleiffen gantz Schein, war fie will ein Jung⸗ 
zu Grund: ſolches haben wir frau ſeyn, werdt geblendet und 
vernommen, daß ihr Fall in ei⸗ bethoͤrt, wodurch eure Kraft 
ner Stund kommen wird, daß verzehrt. N 
ſte zernicht t, wann des HErꝛen g. Thut fie aller Ort erſchre⸗ 
Zorn anbricht; weil ihr's Fre⸗ cken, wo fie ſich verbergen will, 
vels wird gedacht, den fie an und mit falſcheim Schein bede⸗ 
Zion vollbracht. cke; ſchweiget ſchweiget ja nicht 
5. O! ihr Waͤchter an den ſtill: damit ſich an euch nicht 
Pforten Zions, ruft mit heller findt, daß ihr Theil an ihrer 
Stimm; daß an allen End⸗ und Suͤnd, wodurch man empfaͤhet 
Orten man es höre und vernim̃: mit ihrer Plage / wie man ſieht. 
damit ſich der fromme Hauf 9. Ziehet aus mit vollem Se⸗ 
ſamimnle, und ſich mache auf aus gen, leget Schwerdt und Pan⸗ 
zu ziehen in den Streit wider tzer an; thut ihr Heer darnieder 
die gottloſen Leut. legen, ſeyd vereinigt als ein 
6. Dann es kann nicht anders Mann: und habt einen Helden⸗ 
kommen, weil die Hur ſich hat Muth, feſt zu ſtehn auf eurer 
getraͤnckt mit dem Blut der Hut, daß ſie werde ſelbſt verletzt, 
wahren Frommen, daß ihr auch wann ſte gegen euch ſich ſetzt. 
werd eingeſchenckt voll ein Be⸗ 10. Dann fo werden eure Krie⸗ 
cher mit viel Leid, Angſt, Quaal ge lohnen euch mit voller Beut, 
Schmertz u. Hertzen⸗Leid; weil wann ihr haltet bis zum Siege, 
GOtt ſelbſt zieht aus zum und fo überwindet weit: weil 
Rechte, zu erꝛetten ſe ine Knechte. der Feind und boͤſe Rott doch 
7. Sammlet euch, ihr tapfern muß werden gautz zu Spott, 
Helden, tretet freudig mit zu und mit Schand hn 
tehn, 


feenbahr, was ſchon lang verhei⸗ kom̃en, daß die Wächter rufen 


= 


thum, und ſo in die Lange leben, winnen, weil fie GOTT nicht 


rechte Samen aller Ort ſein Lob Frommen zubereit. 


154. 


ſtehn, wann fie ſo zu Grunde zu erzehlen ſeinen Ruhm: dann 


gehn. wird auf den Gaſſen wohnen 
11. O! ſo eilet derowegen, eis Friede, womit Gott thut loh⸗ 
let, und verſaͤumet nicht dieſen nen, und in Haͤuſern ſeyn bereit 
Sieg mit vollen Segen: wann ſtoltze Ruh und Sicherheit. 
Gott alle Macht zernicht eurer 15. Drum ihr Helden halt euch 
Feind, die Spott und Schmach fertig, ſtehet feſt als wie ein 
euch anthun den gantzen Tag: Mann: ſeyd des groſen Heils 
weil euch doch muß alles from⸗ gewaͤrtig, und ſchreyt aller Or⸗ 
men, u. zu eurem Beſten komen. ten an, wo ſich finden, die ein 
12. Dann, wann alle Feind auf Leib mit dem falſchen Huren⸗ 
Erden find vertilget und ver⸗ Weib, machet ihren Schein zu⸗ 
ſtoͤrt, ſo wird Zion herzlich wer: nichte durch das helle War⸗ 
den, und ihr Leid in Freud ver⸗ heits⸗Lichte. 
kehrt: dann wird werden of⸗ 16. Dann die Zeit iſt nun ge⸗ 


fen war, daß in dieſer letzten Zeit auf, damit alle wahre From⸗ 
die Erde voll Gerechtigkeit. men ſich verſammlen nun zu 
13. Und man von des HErꝛen Hauf: daß ſie ſich bereiten recht, 
Namen pred gen auf der gan⸗ ein zu gehn, als treue Knecht, zu 
tzen Welt, weil der fromm ge des HErꝛen Herzlichkeit, die den 


rr 


erzehlt: dann wird inan auch 17. Tragt die Laimpe in den 
weit und breit ruͤhmen feine Händen, brennet eure Lichter 
Herꝛlichkeit, weil nun worden an, fo wird ſich an euch bald fin⸗ 
offenbahr das verlangte Freu⸗ den, daß kein Feind euch ſchaden 
den⸗Jahr. kann. Ob ſich ſchon thut ma⸗ 

14. Da GOtt wird Erloͤſung chen auf der verſtellte Heuchel⸗ 
geben feinem Volck und Eigen⸗ Hauf, koͤnnen ſte doch nichts ge⸗ 


k 


4 


155, 
frey bekennen. vollendt, da du gefangen biſt ge⸗ 
18. Drum, ihr Klugen allzu⸗ ſeſſen: und muſteſt tragen Feſ⸗ 
ſammen, freuet euch der Got⸗ ſel, Eiſen, Band, u. dazu woh⸗ 
tes⸗Treu: preißt und ruͤhmet nen in dem fremden Land. 
ſeinen Namen, der bisher ge⸗ 4. Im Lande, da man deine 
ſtanden bey wider vieler Fein⸗ Sprach nicht kont vernehmen 
de Macht, und ihr Thun zunicht noch verſtehen, u. in viel Orang 
gemacht: darum gebet ewigs und Ungeinach gedruckt, ges 
Lob Gott, dem ſtarckẽ Zebaoth. gebuckt, muſt einher gehen: es 
6. bwi.ird verheert Ehalden, Babels 
Macht wird gantz zerſtoͤret, und 
A U! ſchmuͤcke dich, du klei⸗ zunicht gemacht. | 
ne Heerd, die du gehaßt, ver⸗ F. Drum dulde noch ein kleine 
acht verſchoben, und von der Weil, und trage deine Band 
Welt gantz ausgekehrt: man und Ketten, denn GOtt wird 
wird bald aller Orten loben den dich gewiß in Eil von deinem 
ſchoͤnen Glantz, der uͤber dir harten Dinſt erretten: und Hohen 
aufgeht, wann Gott fein Ehr dir den lang verheiſſnen Lohn, 
und groſe Macht erhoͤht. den Er dir (oe wird durch 
2. Dein Haupt wird tragen ſeinen Sohn. 
eine Kron, und wirſt in groſem 6. Der dir erworben Gottes 
Pracht u. Prangen ſchoͤn leuch⸗ Huld, da Er vor dich ein Op⸗ 
ten hell, als wie die Sonn, die fer worden, und ausgeſoͤhnet 
uͤber dir iſt aufgegangen: drum deine Schuld durch ſeinen Tod 
freue dich, weil bald der frohe und Creutzes⸗Orden, den Er be⸗ 
Tag vergeſſen wird all Leid und ſchloſſen uͤber ſeine Braut, die 
Ungemach. hi Er ſich hat mit Ihm am Creutz 
3. Die Trauer⸗Tage gehn zu vertraut. 
End, es iſt von GOtt ſchon ab⸗ 7. Drum folgen wir Ihm treu⸗ 
gemeſſen, wann alles Leiden iſt lich nach in Spott, Verachtung, 
| U. Schmach 


156. 


Schmach und Schande: kein 


Druck, noch einig Ungemach, 
und was auch waͤren Schlag 
und Bande: kann ſcheiden uns 
von ſeiner Gunſt und Gnad, 
die Er an uns bisher erwieſen 


hat. | 
g. Und hat uns fo zuſammen 
bracht aus den Geſchlechtern, 
Voͤlckern, Zungen, daneben 
uns ſo wohl bedacht, daß es uns 
iſt bisher gelungen: drum ſin⸗ 
gen wir aus vollem Hertzens⸗ 
Grund, und dancken Ihn das 
für zu jeder Stund. 
9. Damit an uns werd offen⸗ 
bahr, daß wir ſein eignes Erb⸗ 
Geſchlechte, und mit der gan⸗ 
tzen Gottes⸗ Schaar erzehlen 
ſeine Wunder⸗ Rechte: die Er 
uns wiſſen laſſen in dem Bund, 
und machte ſeinen groſen Na⸗ 
men kund 
10. Drum iauchze Ihm die 
gantze Heerd, die Er ſich durch 
ſein Blut erkauffet aus allen 
Voͤlckern auf der Erd, und ſie 
in ſeinen Tod getauffet: zu tra⸗ 
1 In nach ſein Ereutz auf dieſer 
Welt, bis ſie mite 


in dort vor 


den Thron geſtellt. 

11. Drum auf! u ſaͤume dich 
nicht mehr, dann die Erlöfung 
wird bald kommen, die GOtt 
beſchloſſen lang vorher hat uͤber 
ſeine wahre Frommen: die letzte 
Stunde eilet nun zum End, da 
ſich dein Leid in lauter Freude 
125 9 | ] | 

12. Heil, Preiß, Lob, Ehr 
Danck, Ruhm u. Macht 155 
Ihm dem groſen Gott gege⸗ 
ben, der uns durch Lieb zuſam⸗ 
men bracht, daß wir Ihm gantz 
zu Ehren leben: des ſchweige 
nun ewig und nimmermehr 
das gantze auserwaͤhlte Got⸗ 
tes⸗Heer. * eee eee 


7 5 
As freudige Lallen der Kin⸗ | 
Di allhier, die gaͤntzlich 
entzündet mit Liebes⸗Begier: 
wird taͤglich erneuet, ſie werden 
erfreuet, wenn Liebe anbrennet 
die Himmels⸗Begier. = 
2. In Stuͤrmen und Wellen 
erheben fie ſich, ihr Alles iſt 
gaͤntzlich ins Eine gericht: das 


ewig beſtehet, und nimmer ver⸗ 


gehet, 


7 


| 


| entzund. 1 


157» 


* 


und Alles zerbricht. lich zu Schanden, verſchertzet 


was Hummel und Erden will tritt ferne von mir, mein Hertz 
lieben zugleich. iiſt entzuͤndet mit Himels⸗Be⸗ 
4. Ihr Kinder der Liebe, kom̃t gier, von Wohlluſt und Leben, 
alle heran, erhebet und ruͤhmet die in mich gegeben mein freu⸗ 
den maͤchtigen Mann, den Koͤ⸗ dige Wonne, die ſchoͤneſte Zier. 
nig der Wunder; das thuet je⸗ 9. Die Schoͤnſte von allen ich 
tzunder, weil Er uns eroͤffnet habe erblickt, drum iſt auch 
der Tugenden Bahn. mein Hertze von Liebe entzuͤckt: 
F. Erhebet zuſammen Hertz, weiß wenig zu fagen von Kla⸗ 
Munde und Hand, daß keines gen und Plagen, weil Goͤttlt⸗ 
vom andern ſich mimmermehr chesveben mich imigft erquickt. 
trennt: ſeyd munter im Hertzen, 10. Drum fliehen von hinnen 
laßt Liebe ſtets ſchertzen, daß die Feinde ohn Zahl, die taͤglich 
feurige Inbrunſt euch innigſt befliſſen mich bringen zu Fall, 
| iin vielerley Sachen mich muͤde 
5. So wird euch Schmach zu machen, die werden zerſtaͤu⸗ 
Schande erſchrecken nicht mehr, bet nun alle zumal. f 
vielmehro verdoppeln des Ko⸗ kr. Ihr Zious⸗Geſpielen er⸗ 
niges Ehr: Der ſtetig von oben, hebt euch mit mir, werdt kraͤf⸗ 
in Letden und Proben, mit tig entzundet mit Himmels⸗ 
Freuden erfuͤllet fein glaͤubiges Begier: trett t näher zuſamen, 
Heer. N verdoppelt die Flammen der Lie⸗ 
. Wer hier nicht will * be, voll Leben . 
154 32. ier 


2 


’ . 


158. 


Zier. | len⸗Hort! dein wahres Lebens⸗ 
12. So geben wir Glorie und Wort ſich laſſe hören in voller 
Ehre zugleich dem maͤchtigen Kraft, die uns macht tugend⸗ 
Koͤnig, der Liebe⸗voll reich: u. haft, und wahres Leben ſchafft 
zieren den Handel mit Goͤttli⸗ zum Gottes⸗Leben. 5 
chem Wandel, mit Freuden zu 5. Schenck auch dabey, daß 
gehen ins himmliſche Reich. wir, ohn Heucheley, dir bleiben 
| recht getreu, als deine Freunde; 
e damit ohn Ziel dein reiner Got⸗ 
Dein helles Licht nun durch tes⸗Will Uns täglich voll an⸗ 
das Dunckle bricht, im füll, zum Trotz der Feinde. 
Hertzen aufgericht, das ſich er⸗ 6. Daß uns erfreu dein unver⸗ 
eben dem reinen Geiſt, der taͤg⸗ fälfchte Treu, und alſo ohne 
ich in uns fleußt, auch Kraͤfte Scheu dein n Ruhm vermeh⸗ 
uns darreicht zum Gottes⸗ ren, damit die Welt, die nur 
Leben. vor Thorheit haͤlt, wenn man 
2. Und ferner auch, nach dei⸗ dein Lob erzehlt, es moͤge hoͤren. 
nem weiſen Brauch, und rei⸗ f 
nen Gottes⸗Hauch, uns voll 9. 1 
anfuͤlleſt, und macheſt wahr an D ER bittre Kelch u. Myrr⸗ 
deiner werthen Schaar, was hen⸗Weine ſchieckt einem 
lang verheiſſen war, an uns Chriſten gut, der kaͤmpfet bis 
erfuͤlleſt. aufs Blut: die Prob verſüßt 
3. Drum fingen wir, O aller⸗ des Creutzes Peine, dieweil 
ſchoͤnſte Zier! mit reiner Him⸗ man da findt lauter Sachen, 
mels⸗Gier dir unſre Lieder; da⸗ die Frieden machen. Br 
mit fie nun an deinem Eigen: 2. Ein Chriſt weiß laͤnger nicht 
thum, zu deines Namens zu ſagen, als nur von einer 
Ruhm erſchallen wieder. Stund, daß Leiden ihn ver⸗ 
4. Und alſo fort, O treuer Se⸗ wundt: und laͤßt GOtt a 1 
Koſt 


N 1 
1 
— 
— 


739. 


Koſt vortragen, daß er im Frie⸗ ben hin, daß er im Kampf ges 
den kann geneſen, ſo iſts ver⸗ winn den Sieg, wodurch er 
geſſen. auserkohren, zu tragen in des 
3. Doch muß der Glaub die Himmels Throne die goͤldne 
Probe halten, daß nicht entfall Krone. ER 
der Muth, wenn er mit Fleiſch g. Drum muß den Kaͤmpfern 
und Blut zu kaͤupfen hat auch doch gelingen, wie es auch ges 
der geſtalten: daß er fich findet hen thut, fällt ihnen nicht der 
aller Maaſen gantz ſeyn ver⸗ Muth: wer will den alten Feind 
laſſen. bezwingen, der muß auch in des 
4. Ein Kaͤmpfer, der einmal Todes Rachen nur feiner lachen. 
geſetzet ſein Theil zu dieſem 9. Dem noch gefaͤllt ſein eigen 
Spiel, dem iſt es nie zu viel, Leben, der bleibe nur zu Haus, 
wenn er gleich in dem Kampf er haͤlt den Kampf nicht aus: 
verletzet: er hat ja ſchon zuvor denn diß muß man zu erſt hin⸗ 
ſein Leben gang bingege en. geben, eh man ſich denckt in 
F. Die Ritter⸗Krone muß doch Kampf zu wagen, den Feind zu 
werden den treuen Kaͤmpfern ſchlagen. 
| dort, nach dem Verheiſſungs⸗ 10. Wie viele ſeynd zu Schan⸗ 
Wort: weil ſie in allen den Be⸗ den worden, die ſtatt der Sie⸗ 
ſchwerden, wo fiefich eimnal zu ges⸗Kron bekleidt mit Spott 
verſchrieben, find treu geblieben. und Hohn: weil ſie die rechte 
6. Blut, Feuer, Aengſte, Hitz Krieges⸗Orden verachtet, und 
u. Schlaͤge find oft, an ſtatt der ihr eigne Sachen nur thaͤten 
Beut, den Kaͤmpfern zu bereit: machen. | 
u. wenn noch wird im Hertzen 11. Wer Jacob will imKampf 
rege der alt und boͤſe Graͤul der nachgehen, daß er Iſtaels Nam 
Suͤnden, muß überwinden. ererb aus feinem Stam: muß 
7. Ein Kaͤmpfer, der zur Fahn Weib und Kinder laſſen ſtehen, 
geſchworen, und ſich gantz 91 ſo kann er in dem Kampfe⸗Nin⸗ 
| 43, gen 


* 


160 


gen Gott ſelbſt bezwingen. bis daß ich unch werd nieder 
12. Und kann den neuen Na⸗ legen, und gaͤntzlich von der Laſt 1 
men tragen, ſo heiſſet Iſrgel, der Erde entbunden werde. | 
weil er in dieſe Stell getreten, | | 
und den Kampf that wagen: 3 7 | DB 
drunn iſt er auch im rechten We⸗ y ER frohe Tag bricht an, 
ſen in GOtt geneſen. Des legt ſich nieder der harte 
13. Mun thut die Gnaden⸗Jacobs⸗Dinſt, es wird im 
Sonn aufgehen nach einer wieder gegeben ſeine Braut, die 
ſchwartzen Nacht, die er hat zu⸗ ihm vermaͤhlet, und ſich beym 
gebracht vor GOtt im Kampf Lebens⸗Bronn zu ihm geſellet. 
mit vielem Flehen, da feine Haͤ⸗ 2. Nun wird erſt fruchtbar 
tigkeit gebrochen, und ward ge⸗ ſeyn, die lang verſchloſſen als 
rochen. e ee it ein junges Weib vom Man 
114. So wird die Treu mit verſtoſen: nun wird fie eine rei⸗ 
GOTT belohnet, der nicht im che Mutter werden, daß davon 
Kampferweicht, bis daß er hat wird erfüllt die gantze Erden . 
erreicht: daß GOtt nun ſelber 3. Der neuen Liebes⸗Welt, 
bey ihm wohnet, und machet, die ſich thut zeigen mit ihrem 
daß auch ſelbſt die Feinde nun vollen Pracht, wer ſolte ſchwei⸗ 
werden Freunde. gen, und es nicht zeigen an, was 
Ag. Lob Preiß und Danck ſey er thut fehen: weil es bald allen 
dein geſungen, der mir erworben Welt wird offen ſtehe. 09 
hat die Fülle feiner Gnad:ſo 4. Die Baͤume bluͤhen ſchon 
daß es mit bisher gelungen: Er von mancher Arten, die Fruͤh⸗ 
wolle mich nun ferner fuͤhren, lings⸗Sonne leucht t in Gottes 
und ſelbſt regieren Garten: der Winter geht zu 
16. Zu gehen fort auf rechten End die Nacht muß fliehen, 
Wegen, die lauter ſind u. rein, der Lentz nun hoͤher ſteigt, die 
ohn allen Trug und Schein: Roſen blühen. 1 9 
71 5 n 5. Der 


— — ———üää4ä 


5. Der Glantz vom Paradies 
iſt aufgegangen, darum wird 
fallen bald der Welt ihr Pran⸗ 
gen, ſamt allein, was ſie ſich zur 
Luſt erlefen: den wird erſt Zion 
recht im Grund geneſen. 

6. Der Libanon ſteht ſchoͤn die 
Zweige gruͤnen, die Mayen 
thun zur Luſt und Freude die⸗ 
nen: damit das frohe Feſt ſchoͤn 
werd gezieret im Bang, wo nun 
die Braut wird eingeführet. 

7. Die vor verſchoben war, und 
mußte girren in einſam⸗wilder 
Wuͤſt, die ſteht man führen vom 
Koͤnig aller Welt in ſeine Kam⸗ 
mer, da ſie wird ſeyn befreyt 


von allem Jammer. 


8. Dañ Er ein Held im Streit, 
dem es gelungen, da Er vor ſei⸗ 


ne Braut im Kampf gerungen 
mit | 
und hat geſieget, daß aller Sein: 
de Macht zu Boden lieget. 


urcht die gantze Nacht, 


9. Drum geht fie aus und ein, 


mit groſen Freuden, dieweil ſein 
Sieges⸗Recht an ihrer Seiten: 


die Ruhe iſt bereit, wo ſie wird 


raſten, da fie wird nummermehr 
kein Feind antaſten. | 


rahten, daß fie nun aller Sorg 


16 T, 


ro. Ihr Bett iſt zugericht von 
eitel Stücken, womit des Koͤ⸗ 
nigs Sohn ſie wird begluͤcken: 
da ſtehen rund umher die ſtar⸗ 
cken Waͤchter von Staͤmmen 
Israel und der Geſchlechter. 
11. Sie geht im Pomp einher 
mit Freud und Wonne, in vol⸗ 
lein Lichtes⸗ Pracht, hell wie 
die Sonne, die Toͤchter folgen 
ihr mit den Geſpielen: doch blei⸗ 
bet fie die Schoͤnſt unter ſehr 
Vielen! % C | 
12. Da werden Wunder ſehn, 
die fie verachtet, und fie vor eis 
nen Graͤul und Spott geachtet: 
die Lieblich und die Schoͤn wird 
man fie heiſſen, und wird fie 
alle Welt mit ſelig preiſen. | 
13. Der Mutter Kinder ſelbſt 
die werden ſtehen erſtaunet und 
beſtüͤrtzt, wann die es ſehen: daß 
fie fo reich begabt, nach ſo viel 


Proben, und werden ſie zugleich 


mit andern loben. | 
14. Weil fie von Ewigkeit dar⸗ 
zu erwaͤhlet, daß ſie des Koͤnigs 
Sohn ſo werd vermaͤhlet: da⸗ 
rum iſt es ihr auch ſo wohl ge⸗ 


und 


8. - W 

a 2 
3 
1 nn 
1 

N 

3 2 * 
2 N 


162. 


und Furcht entladen. zu preiſen, dieweil ich ſeine Lieb 
15. Mein Geiſt iſt Liebe⸗voll im Hertzen kenne, und ſoll in 
von Himmels⸗ Freuden, weil Ewigkeit mich auch nichts tren 
mich mein trautſter Hirt thut nen. 1 
ſelber leiten auf feiner Liebes⸗ 20. Ihr Glieder indem Bund, 
Bahn, wo man kann finden, ſtimmt mit zuſamen, und bren⸗ 
wie Er mit. feiner Braut ſich net Lichter⸗loh in Liebes⸗Flam⸗ 
thut verbinden men: erhebet Hertz und Mund 
16. Allhier auf dieſer Welt, zu deſſen Ehren, dem bald wird 
da fie muß gehen in einſam⸗wil⸗ alle Welt fein Lob vermehren. * 
15 er e | Fendt 1 
fie ihr Freund verlaͤßt, u. fremd . Schall 
iſt worden, und faͤhret ſie oft a e en e 6 
91 11 89 0 SE dich die Lieb 155 und Sinnen mit, Ihn 
du 77 2155 ds wenn ſtets zu Toben; ſo ftimmen wir 
1 Deneſchlag ihrn ie. an die ſchouſten dein, 
1 end n wird 1 en Ihn ohne Zeit u. Ende 5 
mu tiefer in den Grund vertun⸗ 22. Biel Danck und Ruhm⸗ 
den, wenn Schrecken Jucht u. Geſchrey muß nun erklingen, 
Angſt das Hertz verwunden. wann wir dem groſen GOTT 
18. Der Braut gam kaus an ſein Lob darbringen; wohl dat 
beſten auf die wagen, ſo FEINE es bleib dabey, es mußt woche 
keuſche Lieb im Herten tragen: ren, und ſelbigs weder Zeit noch I 
und halten aus die Prob in al- Jahr verzehren 1 
lem Leiden do daß ſie auch nichts Y.; Hiß ſey nun unfer Ruhm 
unn en ge be⸗ und Werck auf Erden, daß wir 
29. Drum iſt mein Hertz be⸗ zu einem Dinſt geheiligt wer⸗ 
reif nit Cicbes Beten ihn mei⸗ dee d wird Ein Ruhm erhöht 
ner Seelen Schatz aufs ſchoͤnſt den: ſo wild | 1 


— 


163. 


zu allen Zeiten, und koͤnnen oh⸗ Ihime ſchreyn in ihren Noͤthen. 
ue End ſein Lob aus breiten. 9. Er thut ſich des Elenden früh 
17 8 erbarmen: ſteht den Bedraͤng⸗ 
ar, ten bey mit feinen Armen. 
Er HERR ift hoch in ſei⸗ 10. Er thut zerſtoͤren die gott⸗ 
Duem Thron erhaben: Er loſe Rotten, die feinen Namen 
ſchencket uns viel reiche Him⸗ hoͤhnen und nur ſpotten. 
mels⸗Gaben. | 11. Zu feiner Zeit wird der 
2. Er machet, daß wir unſer Gerechte loben: und wird nicht 
Haupt aufheben: und Ihm ſcehen inehr der Feinde Toben. 
Kraft, Herrlichkeit und Ehre 12. Und nicht erſchrecken mehr 
geben m ae, vor ihrem Schelten: ſondern es 
Z. Durch ſeine Hand wird al⸗ ihn n auf ihren Kopff vergelten. 
les ausgerichtet, was wir zu 13. Wer iſt denn, der ich wi⸗ 
thun, u. wozu wir verpflichtet. der den kann ſetzen? wer kann 
4. In ſeinein Sieg kann man denn einen ſolchen Maun ver⸗ 
Ihm willig dienen: Er thut der letzen. N 
Feinde Hohn und Trutz ver⸗ 14. Wohl dem! der ſeine Hoff⸗ 
 fühnen. nung hat geſtellet auf feinen 
F. Durch ſeine Herꝛſchafft muß Gott, der wird nicht mehr ges 
es uns gelingen: daß wir Ihm faͤllet. | | 78 
freudig unſre Opfer bringen. 15. Es wird doch unſer GOtt 
6. Wer iſt denn, der ſich wider zuletzt aufwachen: und helfen 
Ihn kann ſetzen? wer iſt denn, uns und unſrer armen Sachen. 
der kann feine Macht verletzen: 16. Wir wollen feinen Na⸗ 
7. Er herꝛſcht, durch fein Ver⸗ men hoch erheben: und Ihme 
‚mögen können ſiegen die, ſo von Preiß und Ruhm und Ehre 
ihren Feinden unten liegen. geben. 1 
8. Durch ſeine Hand Er hel⸗ 17. Dann Er iſt unſer Licht 
fen kann und retten die, ſo b auf unſern Wegen hg 11155 
5 nade. 


. 
a | ER 

| ON 
9 * 


164. 


Gnade aus mit reichem Segen. 27. Preiß, Ehre, Macht und 
18. Er iſt es, dein wir alle ſind Danck ſey Dir gegeben, Du 
verſchworen, weil Er uns hat groſer GO TT von uns in un⸗ 
zu feinem dag erkohren. ſerm Leben. 

19. Wir doͤrffen Ihm in al⸗ 28. Dein Name werde ſtets 
lem wohl vertrauen: auf feine von uns erhoben, wir wollen 
Guͤte und Verheiſſung bauen. preiſen Dich und ewig loben. 

20. Er hat gehoͤret der Elen⸗ 29. Dann es wird nun und 
den Schreyen: und ihnen laſſen ewig ſeyn vergeſſen: da wir zu⸗ 
Troſt und Huͤlf gedeyen. vor in ſo viel Leid geſeſſen. 

21. Er hat die Kinder dom 30. Wir werden nun nicht 
abgekehret: u. ihre Rahtſchlaͤg mehr daran gedencken, wo wir 
wider uns verwehret. in ſo viel Leid uns mußten kraͤn⸗ 
22. Da ſie gedachten ihren Fuß cken. eee, 
zu fuͤrben in unſerm Blut, mu⸗ zr. Drum ſoll fein Lob von 
ſten fie ſelbſt verderben. nun und ewig waͤhren: und ſoll 
23. Von den Philiſtern und daſſelbe keine Zeit verzehren. 
viel andern Rotten, die ſeinen Ehre ſey GOTT. 1 
Namen hoͤhnen u. uur ſpotten: 0 
24. Er uns errettet hat durch n 7 
feine Stärde, und groſe Macht N ER reine Lebens ⸗Ge iſt 
und viele Wunder⸗Wercke. ſchwingt ſich empor in mei⸗ 
25. Drum muß es uns in ſei⸗ ner Hertzens⸗Kamer, und macht 
neim Sieg gelingen: daß wir vergeſſen in mir allen Jammer: 
Ihm willig unſte Opfer brin⸗ der vormals oft Hertz, Seel und 
5 e, Geiſt gekraͤuckt. Nun iſt der 
26. Im Schmuck, der heilig Ruhe = Sabbath angegangen 
heißt, zu ſeinen Ehren, und ſei⸗ in meinem Hertzens⸗Haus, die 
nen Ruhm allzeit in uns ver⸗ Unruh iſt hinaus, der Geiſt kan 
mehren mum eee 


* 


| N 


16%, 


2. Es ſterben gantz dahin die 5. Preiß, Ruhm und Gloria 
viel⸗u. mancherley Natur⸗Ge⸗ werd Ihm ohn alle Maaß von 
ſchaͤfte, und zeigen ſich der rei⸗ uns gegeben, weil Er uns hat 
nen Gottheit Kraͤfte: die gantz geſchenckt ein neues Leben: da 
verneuen meinen alten Sinn, man in allem nun kann anders 
drum muß in mir die reine d Bar⸗ ſeyn als vor, da das vergiffte 
heit gruͤnen, die mich ſo wohl be⸗Süͤͤnden⸗Lben die arme Seel 


— 


dacht, daß ich zurecht gebracht, befleckt, ſo viel Unruh erweckt, 


und alſo kann im neuen Weſen und nichts war als ein ſtetigs 
dienen. Widerſtreben. 


3. Das Alte iſt dahin, nun iſt 6. Nun aber ſeynd wir ſtill, und 


der Geiſt zu feiner Ruhe kom⸗ ruhen fanft in feiner Liebe Ar⸗ 
men, die ſchwehre Laſt iſt ihm men, die uns umgeben mit fd 
hinweg genomen, das vormals viel Erbarmen, daß wir verbun⸗ 
thaͤte qualen meinen Sinn: es den ewig ſein zu ſeyn: und alſo 
muſſe nun das Lebe aufwärts bleiben ſtetig an Ihm hangen, 
ſteigen, das Gott in mich ges und gehn nicht mehr hinaus ins 
legt, und reiche Fruͤchte tragt, wilde Welt⸗Gebrauß, und alſo 


die Gnaden ⸗Sonn thut ihren fort im ew gen Frieden prangen. 


Glantz nun zeigen. | jr 
4. Es müuͤſſe Frieden ſeyn bey 13. u 
mir und allen, die ſich GOtt er⸗ Der Weg zum Vaterland 
geben, und bleiben ſtets an Ihm | 

un reinen Leben: und werden cken: wer einmal in dem Stand, 
gantz befreyt von aller Pein, daß er recht wird gewahr, was 
daß ſie in ſtillen Salems⸗Pfor⸗ da vor viel Gefahr, der lebet 
ten wohnen, wo GOtt die Ruh nie ohn Schmertz, die Liebe 


iſt voller Dorn und He⸗ 


1 


bereit ſchon hier in dieſer Zeit, kraͤnckt ſein Hertz. 

und da thut ewig uͤber ihnen 2. Weil er nicht kann bewaͤhrt 
thronen. N 0 zur vollen Klarheit kommen 
| . 2. | ea 


wie einem thut bote der 8. Allein ich hielte an mit ſeuf⸗ 
gen Lebens⸗Pfort eindringet auf der Bahn: die Enge ſchloß 


166. 


S... ðͤ ne 
ſo, wie ſtin Hertz begehrt, das dringt durch das viel Geheeg. 
treibt ihn in die Eng bey dem 7. Ich habs ſchon oft verſucht 
ſo viel Gedraͤng, daß er kaum zu dringen durch vor Allen; al⸗ 
weiß, obs geht, oder gar ſtille lein die ſcharfe Zucht hielt mich 
ſteht. | | ſo in der Eng Und vieler Noth⸗ 
3. Es kaũs keinGeiſt verſtehn, Gedraͤng, daß ich mußt ſtille 
wenn man es ſchon thut ſagen, ſtehn, ohn weiter ſort zu gehn. 


einmal nach dem Wort zur en⸗ zendem Verlangen, ſo blieb ich 
mit Gewalt, und Allem thut mich ein, daß ich kont ſtille ſenn, 
Einhalt. Zus und warten, bis die Thuͤr ſich 
4. Die Enge iſt ſo groß, daß ſelbſten oͤffnet mir. . 
es nicht zu ermeſſen, wie man⸗ 9. O was vor ein Genuß kann 
chen harten Stoß der innre Glauben, Lieb und Hoffen er⸗ 
Geiſtes⸗Will muß leiden in der werbe: wan die Buß die Frucht 
Still: was Andern oft iſt leicht, der Liebe ſaͤet durch Wachen u. 
macht ihn klein und gebeugt. Gebaͤt, u. alſo mit Begier geht 
5. Denn HeErꝛ Herz fagen ein zur engen Thür. Ei 
will es allhier nicht en 10. Es iſt nicht boͤß gemeint, 
man komint ſo nicht zum Ziel: wann Gott uns ſchon laͤßt ſte⸗ 
es fordert a um Hertz, bey che: wer einmal Gottes Freund, 
vielem Weh und Schmertz, und der wird dadurch geuͤbt, je haͤr⸗ 
unverfaͤlſchte Treu, ſonſt gehet ter er gefiebt, je reiner wird der 
man vorbey. | Sinn gericht zum Himmel hin. 
6. Es find gar viele Ding, 11. Was ſolte ſonſt die Treu 
wo unſer Hertz an klebet, drum ver uchen und probiren; wan 
iſts nicht fo gering, ſich nichtes nicht die Wuſteney der Liebe 
ſeyn bewußt als reine Liebes⸗ Feuer⸗Herd, worinn fie wird 
Luft: die auf dem engen Weg bewährt, des Glaubens 9 f 
| * tigkeit 
> 


bey vielerley Gedrange, das Frucht der neuen Erd 


in Gott ſich wieder finden, u Ein jeder, der geſchrieben ein, 
f n & 3. 


167, 


tigkeit iſt ſtets darzu bereit. nach ſo lang gedürft mein Seel 
12. Die Treu, die nicht ver⸗ in viel Geduld nach GOtt u. 
. 575 re a . Huld: nun iſt die Zeit 
har aur es geht: die ſte⸗ geborn, daß funden, was ver⸗ 
het bis ins Grab, kann Allem 5 W 
ſagen ab, Hertz, Seel, Geiſt, 17. Viel ſuͤſer Liebes⸗Moſt 
Muth und Sinn ſie alles gibt wird mir nun eingeſchencket: 
dahin. > ich leb, und bin voll Troſt, weil 
13. Sie aber bleibet ſtehn ohn Gott mich hat erneut, von fo 
hin und wieder Wancken, wie viel Laſt befreyt, und meine 
es auch ſonſt thut gehn, fie lei⸗Sterbens⸗Noth geendiget in 
det bis in Tod: haͤlt feſt an ih⸗ Gott. 
rem GOtt. Der rechte Ster⸗ 


bens⸗Sinn bringt lauter Luſt⸗ 14. 
Gewinn. D Es HErren Zweig iſt lieb 
14. So wird das Ziel erreicht und werth, und ker die 


ey de⸗ 
Hertze wird erweicht: die Lei⸗ nen, die behalten, und uͤber blie⸗ 
den ſind nicht ſchwer, man ſpuͤh⸗ ben zu der Zeit der vielen Truͤb⸗ 
ret ſchon vorher die ſuͤſe Frucht ſals⸗Hitz und Leid, und thaͤten 


der Zeit zur frohen Ewigkeit. nicht erkalten: die ruͤhmen Got⸗ 


15. Drum ſoll das Fleiſch⸗ tes Wunder⸗Macht, Der uͤber 


Geheeg mich nimmermehr ab⸗ fie in Gnaden wacht. | 
ſchrecke auf meinem Glaubens: 2. Die alſo uͤberblieben ſeyn 
Weg: ich dringe tiefer ein in in Zions Reich und der Ge 
Gottes Liebe rein, die bleibet mein, die muͤſſen heilig heiſſen: 
ewig 9 wann Alles wird weil GOtt Jeruſalem, die 
vergehn. 


Stadt, erwahlet und bereitet 
16. So wird mein Leben erſt hat, daß ſie nicht ſoll zerreiſſen. 
wird 


168. 


wird unter den Lebend gen ſeyn. 

3. Mun wird die Tochter Zi⸗ 
ons hell gewaſchen ſeyn an Leib 
und Seel von dem Linflat der 
Sünden :weil GOtt durch ſei⸗ 
ne Gnad und Huld fie waſcht 
in Goͤttlicher Geduld, ſo daß 
nichts mehr zu finden von dem, 
worinnen ſich ihr Blut ver⸗ 
ſchuldet hat am hoͤchſten Gut. 


4. Dann GOtt durch feinen, 


Wunder⸗Geiſt ſich ſelbſt von 
feiner Stätte reißt, und faͤhret 
aus mit Flammen des Feuer⸗ 
Eifers im Gericht: worinnen 
gantz und gar zernicht der boͤß 
und gottlos Saame, und wird 
nichts mehr zu ſehen ſeyn von 


dem, was Suͤnd iſt u. gemen. 


fich, zur Zeit der heiſſen Sonen⸗ 
Stich, fuͤr Wetter und für Res 
gen, friedſam und ruhig, ſicher, 
ſtill, in der fo reichen Guaden⸗ 
Full: drum muß ſich alles legen, 
was Sunde, Furcht und Schre⸗ 
cken heißt, weil GOtt ſie nur 
mit Guͤte ſpeißt. Nr 

7. Deß lobe GOtt mit Hertz 
und Mund die Kirche Zions alle 
Stund, und preife feinen Na⸗ 


men: ſie dancke Ihm zu jeder 


Zeit, und ruͤhme ſeine Herzlich⸗ 
keit, durch ſeines Geiſtes Flam⸗ 


men. Sie ſchweige nun und 
nimmermehr, und geb Ihm 


ewig Ruhm und Ehr. 
„ 


5. Die Wunder⸗volle Gottes⸗ J Je Flammen der Liebe 
Macht wird dann verſchaffen, vom heiligen Feuer ver⸗ 
daß bey Nacht ein Feuer ſey, brennen die Stoppeln, verzehre 
das brenne, Rauch, Wolcken, die Spreuer: damit wir von 
die da an dein Tag ein Schirm Bildern zum Weſen gelangen, 
wider die Hitz und Plag, und von Liebe gezieret mit trefli⸗ 
heiſſen Glantz der Sonnen: die chem Prangen. — 
Stadt und Wohnung ſeiner 2. Die Liebe wird bleiben, 
Gmein wird unter feinem wenn alles vergehet, auch Din 
Schatten ft mel und Erden, ſie dennoch be⸗ 6 


re. 0 
6. Daſelbſt wird ſie verbergen ſtehet: drum ich mir dieſelbe 
Nr ER I g vor 


169. 


vor allen erkoren, weil ſie mich preiſen: weil Er mir geſchencket 
zum Goͤttlichen Leben geboren. viel Göttliche Kräfte, und ma⸗ 
3. Sie machet uns heilig, chet mich freudig zu feinem Ge⸗ 
vergoͤttet die Geiſter, bereitet ſchaͤffte. 
die Leiber zur Zucht unſerm 8. Er thut mich auch oͤfters 
Meiſter: die Seele daneben von neuem entzuͤnden, daß ich 
wird trefflich gezieret mit Blu⸗ es kann freudig im Hertzen eim⸗ 
men der Tugend, dieweil ſie be⸗ pfinden: drum thu ich nicht 
ruͤhret 8 ſchweigen, ich will es erzehlen, 
4. Vom Funcken der Liebe, ich brenne vor Liebe, ich kanns 
die alles anfeuret, was alt u. nicht verhaͤlen. 
erſtorben auch wieder verneu⸗ 9. Und rufe mit Freuden den 
ret: ſo wird man bereitet zum Kindern der Liebe, ach ſehet doch 
Sn dc Leben, daß man ſich Wunder! was Göttliche Triebe 
dem Liebſten zu eigen kann gebẽ ich innigſt empfinde, weil ich 
F. Zum Opfer, das brennet mich ergeben der ewigen Liebe, 
im Feuer der Liebe. Ach ſehet zum Goͤttlichen Leben. 
doch Wunder! was heilige Trie⸗ ro. Drum bleib ich erwarinet, 
be das Goͤttliche Feuer in him⸗ thu nimer erkalten, und wachſe 
liſchen Flammen erwecket in de⸗ zur Mannheit ohn einges Ver⸗ 
nen, die aus Ihm herſtammen. alten: was ſag ich? ich werde 
6. Drum werden ſie taͤglich vielmehro verneuet, mein Her⸗ 
entzuͤndet im Hertzen, ſo daß ſie tze u. Geiſte u. Seele ſich freuet. 
Ihn loben in Leiden u. Schmer⸗ xx. Dieweil ich erblicket die 
Ken: und fingen Ihm Lieder in heiligen Wege, die IEſus mich 
lieblichen Choͤren, mit feuriger fuͤhret auf ſchmaleſtem Stege, 
Liebe dem Koͤnig zu Ehren. allwo ſich verlieret das hin und 
7. Drum helf ich auſtimmen her Wancken, und laͤſſet mich 
mit ſchoͤneſten Weiſen, gantz bleiben in Goͤttlichen Schran⸗ 
ohne Ermuͤden den deren zu cken. W 
5 N E. . 


16. Mit lieblichem 01 


170. 


12. O Wunder! ich fühle aufs ruͤhmet den Herzlichen Namen 


neue im Hertzen viel Goͤttliche 17. Des HErꝛen, der alle zus 
Triebe mit heiligem Schertzen: ſammen gezogen mit himmli⸗ 
wer muß ſich nicht freuen, wañ ſcher Liebe, damit wir bewo⸗ 
er ſo iſt truncken vom Weine gen, zu haſſen das alte verdor⸗ 
der Liebe, und innigſt erſuncken bene Leben, und Ihme auf ewig 
13. Jin Goͤttlichen Meere, da⸗ zu eigen uns geben. 
mit man begoſſen, als Strö- 18. Drum folget den inneren 
men der Liebe, die kommen ge⸗ heiligen Zuͤgen, ſo findet ihr 


floſſen in Seelen, die ohne Erz Ruhe und wahres Vergnuͤgen: 


muͤden geſuchet ein heiliges Le⸗ und laſſet verſchwinden das 
ben, das Eitle verfluchet. Dencken der Zeiten, fo koͤnt ihr 
14. Das Waſſer, ſo unter der genieſen die Goͤttliche Freuden. 


Schwelle gefloſſen vom Tem⸗ 19. O ſelig! die ihres Selb⸗ 


pel, hat meinen eiftEräftig bes Lebens entworden, den n muͤß⸗ 


goſſen: drum werd ich fort⸗ ſen ſich oͤffnen die Goͤttliche \ 


wachſen in lieblichem Gruͤnen, Pforten zum Eingang der in⸗ 


daß alles zum Frieden und Se⸗ neren Stille und Frieden, wo 
gen muß dienen: man ſich verlieret und ewig ge⸗ 


15. Au allen die meine Lieb⸗ ſchieden 


Bundes ⸗Genoſſen, und alſo 20. Von allem, was oͤfters 
auch werden damit uͤbergoſſen, mit truͤglichem Gleiſen die uu⸗ 
zum heiligẽ Wachſen im Goͤtt⸗ G geblendet: O Goͤttlichs 
f erꝛeiſen! wo man auch ver⸗ 

nig der Ehren erheben. giſſet ſein Heymath u. Staͤtte, 
en, fa lar was ruhet im fine 

ö elfe lichen Bette. 9 
auſtimen mit Goͤttlichen Wer 2 r. Ich warte im Hoffen, thu 
fen, und rufe mit feurigem Ei⸗ innigſt verlangen, euch alle zu 
fer zuſammen: ach! lobet und ſehen im Segen gegangen 10 
e heili⸗ 


lichen Leben, und alſo den Koͤ⸗ 


Ihn taͤglich zu preiſen, 


3 . 


ä 2 3 171. 
heiligen Wege mit lieblichem Freuden am Reigen, beſingen 
Singen, in ſtiller Einſenckung die Wunder ohn eintzigs Ver⸗ 
Ihm Opfer zu bringen. ſchweigen: bis endlich wir ſelb⸗ 
22. Ihr muͤſſet zerbrechen die ſten von GOtt aufgenommen, 
Kraft der Naturen, ſonſt koͤnt wenn alles zum Ziele und Ende 
ihr nicht finden die heilige Spu⸗ gekommen⸗ 
ren: da alles entbunden von 27. Da werden wir erſt recht 
Sorgen und Laſten, wo man zusammen uns freuen, u. ewig 
auch im Gehen kann ruhen u. G Ott loben, als feine Getreuen: 
raſten. drum laſſe ſich keines ermuͤden 
23. Ich freu mich im Geiſte, guf Erden, bis daß wir dort mit 
ſo oft ich kann ſehen, daß ihr die Ihm verherꝛlichet werden. 
inwendige Wege thut gehen: 5 
da wahres Vergnuͤgen u. Ruhe ae 
ſich findet, und alles Geraͤuſche ON JE Flammen reiner Got⸗ 
auf ewig verſchwindet. tes⸗Lieb erwecken rechte 
24. Die Feinde die toben im heil ge Trieb in mir, daß ich zur 
Haufe der Sinnen, was da Fruchtbarkeit kan wachſen fort 
wird begunnen, muß alles zer⸗ die Lebens⸗Zeit: damit von 
rinnen: ja ſelbſten die falſche u. Tag zu Tag ich ſteige auf, und 
gleiſſende Stille muß auch mit alſo Freuden⸗ voll erfuͤll den 
vergehẽ nach Goͤttlichem Wille. Lauf. 
25. Wann ihr fo entbunden 2. Der enge ſchmale Creutzes⸗ 
der Bande und Stricke, fo müf en öfterg Freud und 
fen ſich kehren die Feinde zus Lob⸗Geſang: wer GOT von 
ruͤcke: und koͤnnet mit Dan⸗ gantzem Hertzen ſucht, die Welt 
cken und Loben verehren den und Eitelkeit verflucht, findt 
Koͤnig von oben, nach ſeinem voll Vergnuͤgen ſchon in dieſer 
Begehren. Zeit, und wird erfreuet dort in 
26, So gehen wir alle mit Ewigkeit. 
e 3. Drum 


17% BP, ff N SE 4; Ben 
3. Drum folg ich meinem JEſu hier, und dort in Ewigkeit. 
nach in Spott, Verachtung, 7. In ſein m Gezelt erhaben 
Creutz und Schmach: ergebe ſeyn, da erſt der rechte Freudeun⸗ 
mich Ihm gantz dabey, zu tra⸗ Wein wird werden dann ge⸗ 
gen ſeine Lieberey, damit ich ſchencket aus, daß alle, die in. 
möge als ein treuer Knecht bes Gottes Haus ſind kommen, 
ſtehn, und halten aus bey ſei⸗ werden davon truncken ſeyn: der 
nem Recht. Thraͤnen⸗Saat wird gantz ver⸗ 1 
4. O JeEſu, treuer Seelen⸗ geilen ſeyn. 1 
Hirt! wie haſt du mich ſchon oft 8. Drum freu ich mich in mei⸗ 
efuͤhrt durch Angſt und Wel⸗ nem Sim, daß ich mit Ihm 1 
en, Creutz und Grauß, u. treu⸗ verlobet bin, zu helfen tragen 


lich mir geholfen aus: laß fort⸗ ſeine Schmach, u. treulich Iyxm 
hin deine treue Liebes⸗ Hand zu folgen nach, weil Er mich 
mich leiten, und mir ferner thun wird in jener Freuden⸗Welt er⸗ 
Beyſtand. f uicken ewiglich ins Himmels 
5. Damit ich feſt in Dir beſteh, Zelt. . 5 
und mich nicht ſchwaͤche Leid 9. Ihr Bürger unſter Mut⸗ 
und Weh: wenn die Verſu⸗ ter⸗Stadt, die euch mit mir ge⸗ 
chung rund umher, u. meinem boren hat, mit Schmertzen u. 
Geiſt wird ſaur und ſchwer zu mit groſer Muͤh erzogen, daß 
dringen durch, daß ich nicht nie⸗ wir 3 ä ö | 


— C 


175. 
freyer Huld und unverdienter ſen wahre Gottes⸗Kraft, die 
Gnad. reine Zucht und keuſche Liebe 
I. Ihr Töchter aus der obern ſchafft. 
Welt, die ihr auch mit zur 15. Erlernet hier im Creutzes⸗ 
Schaar gezehlt, geht mit einher Gang ſo gleich des Lam̃es Lob⸗ 
im ſchoͤnſten Flor: hebt Hand geſang, fo koͤnt ihr dort im Rei⸗ 
und Hertz und Haupt einpor zu I gehn mit denen, die vorm 
Se, daß in Zucht und Hei⸗ Throne ſtehn, gekleidet an mit 
ligkeit ihr wandeln koͤnt nach je⸗ reiner weiſer Seid, weil ſie ge⸗ 
ner Ewigkeit. lliebet Zucht und Heiligkeit. 
132. Damit in reiner Liebes: 16. Da wird der ſchoͤne Jung⸗ 
Zucht ein jedes bringe feine frau n⸗Nam, der hier auf keu⸗ 
Frucht, zu Lob dem Koͤnig, der ſche Seelen kam, dann erſt recht 
uns liebt, ſich ſelbſt darzu zu ei⸗ werden offenbar, dieweil die 
gen giebt den Seelen, die ſich gantze ſel ge Schaar, viel tau⸗ 
Ihime gautz vertraut in reiner ſend, tauſendmal zuſamen ein, 
Lieb, als ſeine keuſche Braut. und all ein reine keuſche Jung⸗ 
13. Drum liebet Zucht und frau enn. 
Meinigkeit, macht eure Hertzen 17. Doch iſts die eine nicht als 
recht bereit: damit der reine lein es muͤſſen auch Geſpielen 
Jungfraun⸗Sohn in euch, als ſeyn, die ſie begleiten auf dem 
ſeinen Braͤuten, wohn, und ihr Gang, mit herꝛlich⸗ſchoͤnem 
in Ihm ſo mit erbauet werd t zu Lobgeſang: dabey ſehr hell und 
einem Leib noch hier auf dieſer ſchoͤn und weiß gekleidt, die 
Erd. Sieges⸗Palm in Haͤnden nach 
14. So koͤnt ihr treulich wan⸗ dem Streit. 
deln fort, und dringen durch die 18. O ſel ge Seelen allzuſa 
enge Pfort, und noch dabey mit die hier gefolget Gottes Lamm 
Hlnele⸗Luſt ſtets trincken aus in keuſcher reiner Himels⸗Lieb, 
der Liebe Bruſt: und ſo us und ſich ergeben Gottes a 
8; 15 2 | dle 


* 


e Seelen allzuſam m 


174. 


tzens⸗Freud Lob, Ehre geben in geſtellt mit voller Klarheit in 

die Ewigkeit deim Licht, daß Er in ihnen auf⸗ 
19. Ihn, als dem groſen ſtar⸗ gericht zu einem Zeugnuß hier 

cken Gott, Preiß, Ehre, Ruhm vor aller Welt, und alſo leben, 


a If, 
T Jeklugen Jungfraun ſind 5. Zu kauffen Oel im Kraͤmer⸗ 


Dawacht durch das Geſchrey Land, da die 


zur Mitternacht der Wächter, auf Sand gebauet ihrer Hoff⸗ 


die nicht ſtille ſeyn, bis daß der nung Haus, 


Her. 


8 


und werden mit 
8: denn weil ihr 


N 7. Denn da Er als ein Lamm 
3. So Er ſich Ihme auser⸗ geſchlacht, wurd das Vu 


der Art, ſo von ihr aus gebohren 
ward. Der Jungfraun⸗Sohn iſt die Mutter vom Geſchlecht 
muß auch ein Jungfraun⸗Kind der Kinder, wo GOTT Vater⸗ 
| DEN ſich mit Ihm in Lieb Recht erweiſet, u. das Erb wird 
verbindt. 


und Bann, weil herꝛſchet ein 
gantz andrer Mann, ein Mann, fenbar, was hier nur in dem 
der ſelbſt von feiner Braut ges Vorſpiel war: die Mutter wird 
born, und die hernach erbaut zu dem erſten Sohn aufſetzen eine 
einem Weibe, die nach feinem guͤldne Cron, davon ein heller 
Bild, und ſeine hole Seite wie- Glantz wird gehen aus, daß 


wiederbracht:die lang verſchloß⸗ 
ne Adams ⸗Seit ſich wiederum 
that öffnen weit, da geht die rei⸗ 
ne Jungfrau wieder ein, die vor 
ſo lange Zeit mußt Witwe ſeyn. 

8. Die Mutter, fo dig Kind ge⸗ 
bahr, ſelbſt eine reine Jungfrau 


175. 


Creutz geſchlacht, der fie gebro⸗ 
chen, u. den Eid, daß er in Mai 
und Weib gezweyt: der Scha⸗ 
den iſt nun wiederum erſetzt, die 
Braut ſich nun am Braͤuti⸗ 
gam ergetzt. 
12. In dieſer Eh iſt nur ein Leib, 


war, die nie erkenet einen Man, denn da iſt weder Mann noch 
und ſo geoͤffnet dieſe Bahn: da⸗ Weib: man ſteht das reine Him⸗ 
mit die lang verlorne Jungfrau⸗ mels⸗Bild, wodurch die neue 
ſchaft nun werde offenbar in Welt erfullt mit Kindern, die 
ihrer Kraft. allein von ſolcher Art, wo Liebe 
9. Mußt ſelbſt die Mutter Jung⸗ ſich mit keuſcher Liebe paart. 
frau ſeyn: ſo kaun es ja nicht an⸗ 1 Er reine Geiſt aus 
ders ſeyn, daß auch daſſelbe von 3. Gottes Hauch lehrt 
haltẽ dieſen heilgen Brauch: diß 


| theilen aus, und zu der Mutter 
10. Nun legt ſich aller Fluch bringen in ihr Haus. 5 
14. Da wird erſt recht ſeyn of⸗ 


der füllt. davon wird erfuͤllt das gantze 


I. Die rechte Eh iſt nun ge⸗ Haus. 


macht, weil Adams Sinn am 15. Dañ wird die Tochter auch 
1 „ Wie a belegt 


N 
er _ 


176. 


belegt mit einem Schmuck, den 
ſie da trägt, geſticket aus mit 
purem Gold: weil ſte ſonſt au⸗ 
ders nichts gewolt, als daß ſie 
bleib in ihrer Mutter Art, die 
Jungfrau blieb, da ſie geboren 
ward. 


16. Die Freunde u. Verwand⸗ 


ten warn, da Sohn und Tochter 
ſich thut paarn, die komen auch 
zu ihrem Recht, weil ſie geliebet 
diß Geſchlecht: und werden auch 
mit Kleidern angelegt, ſo wie 
man ſie ins Koͤnigs Haufe fragt. 

17. Der gantze Staat u. Hof⸗ 
Geſmd, den man in dieſem Hau⸗ 
ſe findt, ſind all von adlichemGe⸗ 


mal, die ſchon bereit zu Dinſte 
ſtehn, ſo bald ſie thut zur Thur 
eingehn. Willkomm, du 
und werthe Jungfrau rein, dir 


yn. 

20. Jetzt geht das rechte Leben 
an, da man der Liebe pflegen 
kann: dañ da hat jedes ſein Ge⸗ 
ſpiel zur volle Freud, ohn Maaß 


und Ziel. Wer ſolte nicht gern 


eine Jungfrau ſeyn? daß er auch 
da mit koͤnne gehen ein. 

21. Wer kommen will zu dem 
Geſchlecht, der muß ſein irdiſch 
Vuͤrger⸗Recht gantz laſſen fah⸗ 
ren aus der Hand, ſonſt kommt 


blut: dieweil man da nichts an⸗ er nicht zu ſolchem Stand, und 


ders ſieht, als Kinder, die von kaun nicht gehen ein in dieſes 
Jungfrauen Geſchlecht, da hat Haus, wo man das himimliſch 


kein Fremder einigs Erbe⸗Recht. 


18. Nun treten alle rund um⸗ 
her, die ſo gezehlt zu dieſem Heer, 
und wuͤnſchen Gluͤck der wer⸗ 
then Braut, die aus IEhovaͤ ſchen Braut, die ſel 


* 


Hochzeit⸗Saal hinein gebracht. Mutter ſelbſt ift Jungfrau und 
1 Da hoͤret man den Jubel⸗ ein e 


Schall der reinen Geifter allzu⸗ 


Erbe theilet aus. 


22. Mun freuet ſich mein Geiſt 
und Sinn, daß ich auch neu ge⸗ 
boren bin aus dieſer reinen keu⸗ 


Mann. 


| f lbſten iſt mit 
Seit erbaut: und mm in ihrem GOTT vertraut. O was ein 
ungemeinen Pracht wird in den Wunder man da ſehen kann! die 


23. Die Weis ae i get ihren 1 
8 Raht 


du hold⸗ 


990 an Ehre nichts zu gleichen 
ſe 0 


a 
2 
1 


; 


177. 


— — . — EEE 

Raht dem Volck, das ſie erkoh⸗ die Vorſprach, die im Geiſt er⸗ 
ren hat, und rufet aus in alle ſchallt, hat dig Geheüinniß ab⸗ 
Land, wo ihre Sprache iſt be⸗ gemahlt: drum ſinget Lob das 
kant: daß ihre Kinder machen gantze Jungfraun⸗Heer, und 
ſich bereit zum Eingang in die giebt dein Schoͤpfer aller Ding 
frohe Hochzeit⸗Freud. die Ehr. 

24. Drum kommt, ihr klugen | 
allzuſam, die ihr gezeichnet mit ne | 
dem Lamm, u. durch fein Blut S Je Sonn iſt wieder auf⸗ 
gewaſchen ſeyd: wir wollen ma⸗ gegangen im Lichtes⸗ 
chen uns bereit, damit wir alle Pracht init groſem Prangen: 
koͤnnen gehen ein, wo die verlob⸗ drum freuet ſich mein Geiſt u. 


te keuſche Jungfraun ſeyn. Her tz, daß ich vergeſſe allen 


25. Dann wir ſind nun darzu Schmertz. 


gezehlt, und ſelbſten von GOtt 2. Da ich, in mancherley Be⸗ 
duserwaͤhlt, damit bald werde ſchwerden, gedachte oft: was 
voll die Zahl, die komen zu dem wills noch werden? weil gantz 


groſen Mahl: und wañ ſie wird vertrocknet war mein Saft, u. 
an uns erfüllet ſeyn, fo wird der ausgezehrt die Lebens⸗Kraft. 
Tag der Hochzeit brechen ein. MR dach | 

26. Drum fpielen wir das Vor⸗ ſehr lange, ſo daß mir oft wurd 
ſpiel ſchoͤn, wann wir als Jung⸗ angſt und bange, weil ich Font 


fraun⸗Kinder gehn, und auge⸗ meinen Freund nicht ſehn, daß 
fuͤllt mit ſolcher Ueb, die GOtt Er mir khaͤt zur Seiten ſtehn. 
in reine Seelen giebt, ſo kann die 4. Die Flüß und Brunnen 
Weisheit zeigen ihren Schein, warn verſchloſſen, die ſonſten 


8 ihre Kinder fo vereinigt mich ſo reich begoſſen: das Hie 


ee ich ſehien gantz verlaſſen ſeyn. 


der Jungfrauẽ un Gegenſchein, 
| vw 


Die kalte Nacht war mir 


| 114 i u 1: EB 47 0 gi 1 4 Ag Ph 
27, Halleluja ſingt die Gemein 5. Die ſüſen Lock⸗ und Liebes⸗ 
Stim⸗ 


verbarg auch einen Schein daß 


* 


Stimmen kont ich in mir nicht 11. Und wolt Ihn in die Arme 
mehr vernehmen: ich war vers faſſen, wurd aber wied r allein 
laſſen u. einſam, daß ich es tief gelaſſen, da fand ich, daß in mir 
zu Hertzen nahm. die Lieb ſehr war vermiſcht mit 
6. Und ſenckte mich in demuth fremdem Trieb. | 
nieder, wuͤnſcht: Ach haͤtt ich 12. Doch lieſſe ich nicht nach 
nur einmal wieder ein eintzigs im Suchen, und thaͤt die falſche 
Wort aus feinen Mund! daß Luft verfluchen, die mich verfuͤh⸗ 
ich erneuen koͤnt den Bund. ret auf dem Weg daß ſo verdeckt 
7. Den ich in meiner Jugend den Himmels⸗Steg. 
machte, da alles Eitle ich ver⸗ 13. Und fand ich ſchon viel 
lachte: und mich Ihm gantz er⸗Schmertz und Wehen, ſo blieb 
geben hin, zu leben nur nach ſei⸗ ich doch nicht ſtille ſtehen: ich 
nem Sinn. gieng im Suchen hin und her 
8. Doch da ich mich fo thaͤte mit vieler Muͤhe und Beſchwer. 
beugen, kont Er mirs laͤnger 14. Und meint, ich wolte Ihn 
nicht verſchweigen: und zeigte dann finden, wo ich mich thaͤt ſo 
mir ſo gleich mit an, daß ich ge⸗ oft verbinde vorm Lager draus, 
wichen von der Bahn. wo ſeine Schmach ich Ihm thaͤt 
9. Und haͤtt den Bund in gar treulich tragen nach.. 
viel Sachen, den ich mit Ihm 25. Doch fand ich nichts als 
zuvor thaͤt machen, gantzlaſſen lauter Schmertzen, das gieng j 
fahren aus der acht, daß ich in mir dann noch mehr zu Hertzen: 
ſolches Leid gebracht. wieil Er auch da zu finden nicht, 
10. So bald als ich diß Wort wo ich doch ſtund auf meiner 
vernommen, ward ich mit Lieb Pflicht. | ! 
gantz eingenommen, und thaͤt 16. Letzt dacht ich dran, wo 
aufs neue mich verſchreiben, ver⸗ wir vor Jahren ſehr oft in Lieb 
meint, Er wuͤrd nun bey mir beyſammen waren: und ſuchte 
bleiben. Ihn im Garten fein, da man 
1 1 e hh 


US 


Ihn findet gantz allein. Geruch und Schein man inigſt 
17. Doch war Er auch nicht kann vergnuͤget ſeyn. 
da zu ſehen, ob ich ſchon hin und 23. Die Brunnen, Bäche, 
her that gehen: ließ aber nicht Fluͤß und Ströme thaͤten durch⸗ 
im Suchen nach, bis daß zu: brechen ihre Damme, u. mach⸗ 
letzt der Tag anbrach. ten gruͤnen alle Baͤum, die ne⸗ 
18. Da ſah ich Tritte in dem ben ſie gepflantzet ſeyn. | 
Thauen, ich dacht: nun werd 24. Die Segens⸗Kraft von 
ich wieder ſchauen den, der ver⸗ ihren Fluͤſſen muß ſich ins ganz 
wundet mir mein Hertz, daß tze Land ergieſen: damit ihr 
ich wurd Franck von Liebes⸗ Fett ſich da qus breit, wo JE⸗ 
Schmertz. ſus feine Schafe weidt. 
19. Judeſſen thaͤt die Sonn 25. Und führet fie ins Thal 
aufgehen, da ſah ich mir zur zuſamen, a wo Er ihnen ruft 
Seiten ſtehen, den ich geſuchet mit Namen, und leitet ſie zur 
hin und her, mit vieler Muͤhe Lebens⸗Quell, ſo wird erquickt 
und Beſchwer. Geiſt, Leib und Seel. 

20. Da kont Er mich nicht laͤn⸗ 26. Die reinen Geiſter allzu⸗ 
A laſſen, und thaͤte mich in ſam̃en, ſo nur allein aus GOtt 
ieh uinfaſſen: verſprach hin⸗ herſtammen: die ſammlen ſich 
fort bey mir zu ſeyn, auch in dem auf dieſer Weid, und rühmen 
groͤſten Schmertz und Pein. Gott mit groſer Freud. 
2x. Und leitete mich bey den 27. In dieſem Thale thun aus⸗ 
aͤnden, thaͤt mir mein Leid in ſproſſen die Roſen, ſo zuvor ver⸗ 
Freuden wenden, und bracht ſchloſſen durch Kaͤlte in der rau⸗ 
mich wieder auf die Bahn, wo hen Zeit, die ſieht man da ſchoͤn 
ich auch nimmer irren kann. ausgebreit. N 5 

22. Und zeigte mir in ſeinem 28. 525 Seiten guf den Berg⸗ 
Garten die Blumen vieler Farb und Hoͤhen da ſieht man fehon 
und Arten: ſo daß auch N Cedern ſtehen: ihr 0 

f un 


L 


180. 


Jꝙ63b — T . — ATELIERS TEEN 
und Zierath breit t ſich aus zur Kinder ſo thun fingen, im tief 
Freud in Gottes Teinpel⸗Haus. u. hoch erhabnen Thon, ſo ſingt 
29. Auf ihren Zweigen hört die Schaar dort vor dem Thron. 
man fingen die Nachtigal mit 165 
ſchoͤnen Stimmen: und in dem Br | 
Thal der Tauben Klang, die S Je ſtarcken Bewegung 
preißt den Schoͤpfer mit Ge⸗ der Goͤttlichen Kraͤfte die 
ſung. | | machen uns freudig ins HErꝛen 
30. Die Lilien ſtehen an den Geſchaͤffte, damit wir befoͤrdern 
Baͤchen ſo ſchoͤu, daß man es deu Goͤttlichẽ Lauff kein Schre⸗ 
nicht fan ſprechen: am Ufer da cken der Feinde uns halte mehr 
kan man auch ſehn die Palm⸗ auf: drum koͤnnen wir freudig 
Baͤum gruͤnen trefflich ſchoͤn. viel Lob und Danck bringen 
31. Ihr treu in GOTT ver⸗ dem König der Ehren, Er laͤſ⸗ 
bund ne Seelen, kommt, helft ſets gelingen den Seinen, und 
mir Gottes Lob erzehlen: es ſoll hilfet die Feinde bezwingen. 
hinfort kein Schweigen ſeyn bey 2. Drum kommet, ihr Kinder 
ſeiner auserwaͤhlten Gmein. aus Goͤttlichem Saamen ge⸗ 
32. Die Er ſich Ihme zuberei⸗ bohren, und traget den heiligen 
tet, und ſelbſt mit ſeinen Augen Namen Jeruſalems, das uns 
leitet: und fuͤhret ſie zu rechter erwaͤhlet ſich hat, zur Freude 
Zeit mit Ihm auf fette Him⸗ erkoren aus Goͤttlicher Gnad: 
mels⸗Weid. uAnfaſſet und liebt euch mit hei⸗ 
33. Da fie denn in dem Grund ligem Kuͤſſen, zu loben den Koͤ⸗ 
geneſen, und alles Leid u. Weh nig ſeyd kaͤglich befliſſen, wel 
vergeſſen: dieweil Er ihnen thut Er uns hilft legen die Feinde 
ſo wohl, und macht ſie alles zun Fuͤſen. ai 
Guten voll. 330]w Dann kommen wir oͤfters 
34. Drum muß es ſchoͤn und mit Freuden zuſammen, ent⸗ 
lieblich klingen, wann Gottes zuͤnden einander mit bauen 


7 


| 


ſchen Flammen: weil Er uns, 


die Seinen, geliebet umſonſt, 
und hat uns begabet mit him⸗ 
liſcher Gunſt, damit wir im 
Lieben und Loben zerflieſen, die 
Schmertzen und Leiden einan⸗ 
der verſuſen, ja unſer Blut ſelb⸗ 
ſten zum Opfer vergieſen. 
4. Ihr Bruͤder und Schwe⸗ 
ſtern! dies hertzlich noch mei⸗ 
nen, in Liebe gezogen, nun freu⸗ 
dig erſcheinen, zu bringen Lob, 
Ehre dem Koͤnig von Macht: 
weil Er uns aus Liebe zuſam⸗ 
men gebracht. Schließt feſt 
in einander die Haͤnde u. Her⸗ 
en, entbrennet in Lie be als 
chende Kertzen: ſo werden 
verſuͤſet die leidende Schmertzen. 
5. O him mliſche Liebe! o 
Goͤttliches Leben! das in uns 
der Koͤnig des Himmels gege⸗ 
ben: wir freuen uns billig mit 
innigſter Brunſt, dieweil wir 
begabet mit himliſcher Gunſt, 
und loben den, der uns ſo in⸗ 


ion geliebet, auch täglich da⸗ 
ne 


en viel Leidens⸗Kraft gie⸗ 
bet, damit uns kein Schmer⸗ 
ßen noch Leiden betruͤbet. 


> 


I\ 


18 f. 

6. Drum kommet aufs neue, 
ihr Kinder der Liebe, u. folget 
dem heiligen Goͤttlichen Trie⸗ 
be, ergebet euch innigſt der wir⸗ 
ckenden Kraft, die in uns ein 
Goͤttliches Weſen verſchafft: 
auch oͤfters einfloͤſet verborgene 
Kraͤfte, und machet zu nichte 
des Feindes Gemaͤchte, damit 
wir beſtehen ins Denen Ge⸗ 
ſchaͤffte. 

7. Wan Babel wird Schmer⸗ 
tzen und Weh uͤberkommen, ſo 
werden geſammlet die Heiligen 
Frommen. Die oͤfters verwor⸗ 
fen und worden zum Raub, von 
Babel verlachet getretten in 
Staub: die werden nunmehro 

antz herꝛlich erſcheinen, wann 
IEſus wird komen zu retten die 
Seinen, und machen verſchwin⸗ 
den all Seuftzen und Weinen. 

8. Erwachet, ermannet, er⸗ 
muntert euch wieder, und ſtrei⸗ 
tet in Ordnung, verdoppelt die 
Glieder, u. ziehet entgegen dem 
Feinde mit Macht, dieweil er 
euch öfters viel Schmertzen ges 
macht: habt Stiefel an Beinen, 
die Schwerdter zur Seiten, ſeyd 

8 freudig 


182. 


freudig als Helden den Feind zu hen entgegen mit Göttlicher 
beſtreiten, ſo Fönnet ihr ſiegen, Kraft, die alles verderbliche Le⸗ 
weil JEſus zur Seiten. ben wegſchafft. Wo Geiſter 
9. Das Schrecken der Feinde im Herzen der Liebe verbunden, 
wird machen verzagen, die vor⸗ da werden erlanget die ſeligen 
hin getrotzet auf Roſſe u. War Stunden, wo Seufzen und 
gen: den Fuͤrſten und Hohen Klagen auf ewig verſchwunden. 
wird fallen der Muth, wenn 12 Ja, Ann, wir warten 
Gott nun wird rachen der Hi mit groſem Verlangen, bis 
ligen Blut, und machen zu nich⸗ daß uns kommt ſelber ent⸗ 
te das Trotzen der Feinde, ent⸗ gegen gegangen die Liebe, ſo 
bföfen die Schande der Babels unfere Schmergen verse oͤhut, 
Gemeinde, der Kleinen und wenn wir find verachtet, ver 
Groſen, die ihre Gefreunde. ſpottet, verhoͤhnt. Ja komu 
10. Wenn Zion wird hoͤren doch, O Liebe! laß balde er⸗ 
die Stimme erſchalleu, die plöͤtz⸗ ſcheinen die Hülfe aus Zion zu 
lich wird rufen, daß Babel ges vetten die Deinen, dauut wir 
fallen: ſo werden ſie freudig dem erloͤſet von Seufzen und Wei⸗ 
Koͤnig von Macht lobſingen, nen. 
dieweil Er zu nichte gemacht die | | 
Feinde, daneben, weil Zion ge⸗ 10 } 
zieret mit dem Kleid der Hoch⸗ N Stille des Geiſtes in 
zeit, Er fie nun einfuͤhret zur heiligen Seele, die ſich nur 
Freude, da nim̃er kein Schmer⸗ alleine mit IEſu vermaͤhlen: 
tze ſie ruͤhret. bringt wahres Vergnuͤgen und 
11. Des müͤſſen ſich freuen die heiliges Schertzen, weil IEſus 
himmliſchen Schaaren, die all⸗ pfalliret und ſpielet im Hertzen. 
hier auf Erden den Braut⸗ 2. Das Loben der Geiſter, 
Schmuck bewahren, und ge⸗ die innigſt beyſammen in Liebe 
| RAN E gezogen, 


gezogen, mit him̃lichen Flam⸗ 
men entzuͤndet, muß ummer von 
neuem erſchallen, damit ſie von 
Innen dem Koͤnig gefallen. 

3. Wenn man iſt geſammlet 
in heiliger Stille, und innigſt 
vergnuͤget in Goͤttlichem Wille: 
genieſet man Freude, die nim⸗ 
mer zu meſſen, auch Sinnen 
und Dencken wird gaͤntzlich 
vergeſſen. 

4. O ſelige Seelen! die alſo 
empfunden das wahre Ver⸗ 
gnugen, die haben gefunden 


die ewige Stille in Goͤttlichem 
Frieden, dieweil ſie vom Eitlen 


der Welt ſich geſchieden. 
F. Kommt, Seelen, kommt 
alle von Innen gezogen, mit hei⸗ 
ligeim Hunger in Liebe bewo⸗ 
11 05 zu eſſen vom Manna ver⸗ 
borgen im Hertzen der Liebe in 


1 735 das heilet die Schmer⸗ 
en. 
6, Das heilige Dencken ver⸗ 


liebeter Seelen hat endlich ge⸗ 


funden, hoͤrt! was ſie erzehlen: 


das aͤngſtliche Warten in Zei⸗ 


ten und Stunden iſt nunmehr 


183. 
den. 5 
7. Man ſitzet erſunckeu und 
tief eingezogen, kein Sinnen 
noch Dencken hat iemals er⸗ 
wogen, was da wird gefunden, 
wo alles verlaffen, auch Höhe 
faſſ Tiefe kaun ſolches nicht 
aſſen. | 
8. Man kann es nicht fagen, 
man muß es nur zeigen mit 
Goͤttlichem Leben und heiligem 
Schweigen: ſo leuchtets zwar 
helle, doch koͤnnens nur ſehen, 
die ſelbſten in GOttes Gezel⸗ 
te eingehen. | 

9. Wer noch nicht erlernet 


das ſtille Erſencken, findt oͤftes 


viel Schinertzen durch Sinnen 
und Dencken: weil alles ver⸗ 
aͤndert durch Zeiten und Stun⸗ 
den, auch nimmer kein wahres 
Vergnuͤgen wird funden. 

10. Wie mancher iſt uͤber die 
Sterne geflogen, und fand ſich 
zuletzte erbaͤrmlich betrogen; 
wers nimmer vermeinet, muß 
öfters noch ſitzen im Keꝛcker und 


1 9 mit aͤngſtlichemSchwi⸗ 
en. 8 
vernichtet und ewig Wenne 11. Das machet, weil 


man 
nicht 


U 


184, 


nicht nach Goͤttlichen Weiſen men. 5 
im Lieben ſich uͤbet, den HEr⸗ 16. Vernuͤnftiges Forſchen 
ren zu preiſen, nach feinem Ge⸗ durch Sinnen u. Dencken fan 
fallen, nur Ihme zu leben, auf nimmer errathen, was IEſus 
ewig zu eigen Ihm bleiben er⸗ thut ſchencken den Seelen, die 
geben. Alles um Ihne gegeben, um 
12. Erſincken, Erſterben und gaͤntzlich nach ſeinem Gefallen 
alles Verlieren muß uns auf zu leben. 
dem Wege zur Tugend hinfuͤh⸗ 17. Durch Lieben vergeſſen all 
ren: da wieder gefunden in hei⸗ Zeiten und Stunden wird ende 
ligem Haben und wahrem Ver⸗ lich die edele Perle gefunden: 
guügen die Göttliche Gaben. die öfters geſüchet mit Leiden 
13. Wer alſo erfunden und und Schinertzen, durch aͤngſt⸗ 
alles vergeſſen, was Sinnen u. liches Sehnen und Ouaͤhlen im 
Dencken auch koͤnnen ermeſſen, Hertzen. | 4 
muß täglich der Himmel von 18. O Ruhe! O Friede! DO 
oben bethauen, ißt Paradies Goͤttliches Leben! das JE ſus 
Fruͤchte im heiligen Schauen. in heilige Seelen gegeben: die 
14. Die Ströme des Lebens, nimmer ermuͤdet, bis daß ſie 
von Innen gefloſſen, ſie gantz gefunden, daß Sorgen und 
uͤberſchwemmen, damit ſie be⸗ Quaͤhlen in ihnen ver chwundẽ. 
goſſen, um ferner, in tief⸗ein⸗ 19. O JE! Du Luſt der in⸗ 
gezogener Stille, genieſen den wendigen Stille! Du Brun⸗ 
Segen aus Goͤttlicher Fülle, nen des Lebens voll Goͤttlicher 
15. O Goͤttlichs Verlieren! Fülle! wo Du biſt, iſt wahres 
O heiliges Sterben! wodurch Vergnuͤgen gefunden, das Eit⸗ 
man kann ewige Schaͤtze erer⸗ le vergeſſen, u. ewig verſchwun⸗ 7 
ben: kein Auge noch O re hat den. i , 
jemals vernommen, was alſo 20. Du Brunnen der Weis: 
bereitet den wahren Lieb⸗From⸗ heit von Innen gefloſſen, mit 


13 


. 185. 
— 5 5 * 
welchem dein heiliges Erbe be⸗ ſteht: dan alles ſonſt Andre gar 
goſſen: dein ewig zu bleiben, balde vergeht. Drum wart ich 
um nimmer zu wancken, muſt der Zeit, wo Alles verneut, und 
du uns erhalten in Goͤttlichen halte ſtill nach Gottes Will. Ol 
Schrancken. das bringet mehr Genuß, denn 

21. Wer ſo ſich ergeben, und das Brauen, ſo von auſſen. In 
innigſt erſuncken, iſt gaͤntzlich der ſtillen Sabbaths⸗Mus lebt 
im Meere der Gottheit ertrun⸗ man ſchon in dieſer Zeit gleich 
cken: hat wahres Vergnügen. der ſtillen Ewigkeit. 
Ada die Fülle, beſitzet den 3. Es iſt nun aus mit aller Fein⸗ 


rieden in ewiger Stille. de Toben, die Seele kann in ih⸗ 
3 rer Stille loben: und ruͤhmen die 
f Thaten vom herzlichen Sieg, 


DE ſtille Sabbaths⸗Jey r dieweil nun zu Ende der blutige 
itt angegangen, der Geiſt e 
kann ſchon vom Sieg im Vor⸗ liche Full! O groſe Freud ſchon 
rath prangen: das heilige Leben in der Zeit! wer gekommen an 
in himmliſcher Still kann ſon⸗ den Ort, wo ſich enden alle Win⸗ 
ſten nichts dencken es ruht in der den, und geht ein zur Friedeus⸗ 
Fuͤll der Goͤttliche Gnad, die al⸗Pfort, lebet ſchon in dieſer 
les voll hat zu dem Genuß, da Zeit gleich der ſtillen Ewigkeit. 
ohn Verdruß wird genoſſen 4. Nun iſt der Neid in Ephra⸗ 
wahre Kraft aus dem Weſen, im zerbrochen, GOTT hat den 
zum Geneſen. Wo das Alte ab⸗ Haß, ſo wider ihn, gerochen: 
geſchafft / lebt man ſchon in dieſer auch Juda halt Friede mit je⸗ 
| A gleich der ftillen Ewigkeit. nem zugleich, ſein Scepter iſt 
2. Die Belt hat ihre Gunſt an kommen, er hero ſchet un Reich. 
mir verloren, weil GOtt mich Sein Regiment iſt Fried ohn 
von derſelben auserkohren zum End Salem, der Stadt, dit 
Reben, das ewig und unmer bes Er ſich hat auferbauet n 
8 1 f tand 


186. d . 


—ꝛꝛ————ͤ ͤUU— — . BETTTE EN 
Stand, da die Freunde und Be⸗ 7. Die Zeit iſt wun zu ihrem 
keuner Ihm oft wurden unbe⸗ Ziel gekommen, Iſrael hat ſein 
kannt; aber nun iſt Ihm die Erbe eingenommen: man ſichet 
Zeit gleich der ſtillen Ewigkeit. erbauet die heilige Stadt Jeru⸗ 
5. Es werde Freud und Wonn ſalem, die ſich GOtt auserwaͤhlt 
in allen Gaſſen Jeruſalems ges hat, der Friede iſt da, es ſchallet 
hoͤrt, da ohne Maaßen der Friede jaja! Preiß Gloria! man rüh⸗ 
wird bluͤhe in ewiger Still, das inet da, u, auf allen Gaſſen her 
iſt auch IEhovah fein Göftli- hoͤrt man Hallelujah fingen, als 
cher Will: Der fie Ihm erbaut, dem groſen GOtt zu Ehr, dieſe 
nach welcher Halten Joſephs frohe Freuden⸗Zeit waͤhret bis 
Geſchlecht, ſo haͤlt ſein Recht, u. in Ewigkeit. i 
wuͤnſcht ihren Mauren Heil, ih⸗ | 
re Thore ſtehen offen, und die REED DER: | 
daran haben Theil, leben ſchon & Je Weisheit iſt mein be⸗ 
in dieſer Zeit gleich der ſtillen N Raht, dann ſie erwei⸗ 
Ewigkeit. | ſet in der That: daß den nichts 

5. Die Bürger dieſer Stadt mehr verderben kann, ſo ein⸗ 
haben geſchwohren, dem Koͤnig mal gehet ihre Bahn. ; 
treu zu ſeyn in allen Thoren: zu . Wer fie erwaͤhlet zum Ge⸗ 
halten die Wache bey Tage und nuß, iſt voll vom Troſtes Ue⸗ 
Nacht, damit nichts Unreines berſtuß: ſein Thun iſt voller 
werd in ſie gebracht, ſie leben Kraft und Staͤrck, voll Segen 
wohl, find Freuden⸗ voll, kein ſeiner Haͤnde Werck. 
Noth noch Klag, noch Unger 3. Sie iſt mein Siege in der 
mach nahet mehr zu ihrem Theil Hand, den treuſter Schatz, u. 
da ihr Bürger⸗Recht und Erbe. Unter⸗Pfand: und meiner Lieb 
Wer ihr nur wuͤnſcht Gluͤck und verlobtes Gut, und Raht wi⸗ 
Heil, lebet ſchon in dieſer Zeit der der Feinde Wuth. 
gleich der ftillen Ewigkeit. + Sie iſt mein Huch Bi 


4 


* eee 
Waͤrterin, wenn alle Kraͤfte ſagt, zu bleiben bey mir Tag 
fallen hin: daß ich kaum weiß und Nacht: und mich verlaſſen 
den Weg zu gehn, ſo thut fie nimmer mehr, wann ich folg 
mir zur Seiten ſtehn. ihrer reinen Lehr. 

Auch wider alle Strengige k. Sie iſt mein richtiger Ma⸗ 
keit hat fie ein ſanftes Oel be⸗ gnet; wann meine Lieb un Rin⸗ 
reit: womit fie kann der Liebe gen ſteht: fo hält ſie in mir das 
Schmertz erquicken, wann ver⸗ Gewicht, daß ich bleib ſtehen 
wundt das Hertz. aufgericht. * 

5. Sie heiſſet Heil, Kraft, 12. Wer fleiſig nachgeht ihrem 

Troſt in mir, und Unterricht, Gang, der geht nicht irr, noch 

wann ich bin irr: auch Mut⸗ krum, noch lang: ſie bringet al⸗ 

ter, wann ich arm und klein, les zu dem Ziel, ſo wie ſie es 
und ſcheine gantz verlaſſen ſeyn. nur haben will. 

7. Was geb ich ihr vor Na⸗ 13. Es iſt niemalen boͤß ge⸗ 

men doch? Sie hat es mit meint, wann es ſchon oftmals 
mir bracht fo hoch: daß ich es anders ſcheint: ihr treuer Raht, 
nicht all ſagen kann, was ich und reiner Sinn, bringt alles 
erfahren auf ihrer Bahn. zu demſelben hin. 

8. Sie war auch meine Huͤ⸗ 14. Sie iſt der treue Ehegatt; 
terin, wann von ihr abgeirꝛt was andre ſuchẽ nur im Schatt: 
mein Sinn: bracht fie mich wie⸗ das ift bey ihr Selbſt⸗Weſen⸗ 
derum zurecht, und macht, daß heit: ihr Thun iſt recht und voll 
es ging 9 7 und ſchlecht. Beſcheid. 

9. Sie hat erwieſen ihre Treu, 15. Wer ſte einmal zu ſeinem 
und mir in Noth geſtanden bey: Raht erwaͤhlet, wie ſie in der 


wann ich noch Brod noch Waſ⸗ That: der bleibet niemals ohne 
ſer hatt, wurd ich aus ihrer Troſt, ſein Haus bewahrt vor 
Fuͤlle att! Kalt und Froſt. 

10. Dabey hat fie mir auge 16. Sie iſt und bleibet, au 
| | Ag iſt; 


. 


N 


188. 


iſt; ob inan aus Untreu ihr ver⸗ ben, zum Zeichen: daß Er ein 
gißt: ſo bringt ſie den verirrten Koͤnig der Ehren, und thut die 
Sinn herum, und wieder zu ihr Machten der Feinde zerſtoͤren. 
hin. E 3. Er wird erretten die Ar⸗ 
17. Es geht recht zu in ihrem men Elenden, und ihnen Hülfe 
Haus, wer Untreu hegt, der vom Heiligthum fenden: daß 
muß hinaus: fie liebet nur den fie erlöſet von allen Beſchwerdẽ, 
reinen Sinn, der bloß auf ſie ge⸗ ſo wird ſein Name verherrlichet 
richtet hin. werden. 2 
18. Es iſt gar wohl um ſie zu 1. Freudig ſie werden dann 
ſtehn, ſie hilft aus den Verſu⸗ gehen ohn Schweigen, und ihr 
chungs⸗Wehn: wann andre lei⸗ Geſchencke und Gaben Ihm zei⸗ 
den Kalt und Froſt, bleibt ſie der gr init Lob und Dancken dem 
ihren voller Troſt. önig zu Ehren, vor Ihm ſich 
19. Im Thor man ruͤhmet ſol⸗ beugen nach feinem Begehren. 
chen Mann, der einmal gehet 5. Dieſes wird bleiben ein ewi⸗ 
dieſe Bahn: es wird ſein Lob ge Weiſe, daß ſie Ihm brin⸗ 
nicht mehr zernicht, ſo lang die gen, zun Goͤttlichen Preiſe, 
Weißheit bleibt fein Licht. willige Opfer aus heiligem 
2 Triebe, zum reinen Altar voll 
* 3* Goͤttlicher Liebe. © 
SH: werd unſerem Kö= 6. Laſſet uns freuen drum alle 
nig geſungen! Dem es durch zuſammen, daß wir ſo ruͤhmen 
Siegen ſo trefflich gelungen: den herrlichen Namen des 
Er hat die Feinde darmieder ge⸗ Henn, Der uns zum Loben 
ſchlagen, und fie entbloͤſet zur erkoren, und aus dem himm⸗ 
Schaue getragen. liſchen Saamen geboren. 
2. Dieſes iſt von Ihm im 5. Solches muß bleiben ein 


111 
Ti 


Buche geſchrieben, und auf die ewiges Rechte, weil wir ſein 
Nachkommen ſtehen feft bie: eigenes Erb und Geſchlegn 
| | und 


19 


189, 


und von Ihm alle ins Buche viel ſuͤſer Ruch von Innen 
geſchrieben, damit wir ewig ſein ſteige auf. | 

Eigenthum blieben. 3. Treu, Aufricht⸗ und Klar⸗ 
8. Ich werd indeſſen auch nim⸗ heit ziere meinen Gang, un⸗ 
mermehr wancken, weil Er verfaͤlſchte Wahrheit ſey mein 
mich leitet in heiligen Schran⸗ Lob⸗Geſang: fo kann ich Dich 
cken: und will hoch ruͤhmen preiſen, auf die beſte Weiſen 
Kinn herzlichen Namen, bis geben Lob und Ehr mit freu⸗ 
wir Ihn loben dort alle zu⸗ digen Gefang. „ 
ſammen 4. Kinder einer Mutter, trettet 
9. Ewig, mit herzlich⸗und her zu mir: laßt die Winde 
ſchoͤneſten Weiſen, trefflich hoch brauſen, die euch noch allhier 
ruͤhmen, und ſtetig Ihn prei⸗ zu dem Gottes⸗Leben volle 
ſen. Amen, wir wollen indeſ⸗ Kraͤfte geben, daß in heiſſer 
ſen hier lallen, und alſo leben Lieb ihr brennet für und für. 


nach ſeinem Gefallen. 5. Und die reine Flammen 
| N wahrer Gottes⸗Lieb kraͤftig 
7. ſchlag zuſammen, daß kein 


Fim will ich ſingen dei⸗ fremder Trieb mehr in eurem 
nem Namen hier, und Lob⸗ Hertzen, und euch mache 
Opfer bringen, daß voll Him⸗ Schmertzen, durch die Welt, 
mels⸗Gier mein Hertz noch Natur und Creaturen⸗Lieb. 
moͤg werden hier auf dieſer Er⸗ 6. Heil, Preiß, Kraft und 
den daß in heiſſer Lieb ich bren⸗ Staͤrcke gebet unſerm Gott: 
ne ſtets nach Dir. weil Er Kraft zu ſiegen gie⸗ 
2. Nichts ſoll meine Treue bet, daß zum Spott unſre 
hindern, daß mein N Freu⸗ Feinde werden noch allhier auf 
den⸗voll gedeye, daß ich wach⸗ Erden, die ſich ſetzen wider 
ſe auf: wie in Thal die Ro⸗ dich, HErr Zebaoth. 
ſen unter Dornen ſproſſen, md te 


190, 


en un 
25. 1 0 U 88 wenn 
NR dich Zion Gottes Stadt, or auch noche piel, Got rail 
Fel dich GOtt getroſtet hat: fie gar bald vewagen 
dann dir wird nun wieder wohl, J. Nun kann Zion frölich jet, 
daß du Fried⸗ und Segens⸗ voll bey dem grofen Sreuden⸗Schen 
wohnen kanſt in deinen Maurk. der ih r aufgegangen iſt und ſo 
Nun ſeynd deine Thort heil, alles Leid verfuß „er kann 
und die an dir haben Theil, derer diß genug ermeſſen“ was alda 
Glück muß ciwig dauren. bor ein oenuß und vor teiche 
ag mid ſtine Saat, 1 wo man iſt in GOtt 
ie ſie ausgeſtreuet hat, bringen wie 
ein mit vic Gewin eil eben 6.Der kann erſtrecht ſtille ſeyn, 
getragen hi, und mit Schiner⸗ wer allda gegange ein, woman 
ben that ausſpreiten. Nun muß findet lauter Rast, und nicht 
ſtoltzer Fried u. Ruh in ihr blei⸗ mehr wird angetaſt von der eite 
ben immer zu, weil zu End it len Winde Toben: alles wird 
Ales deen: da ausgeſpeyt, was die Seel 
3. Glück zu du erwaͤhlte Stadt. von GOtt gezweyt, drum kann 
die GOtt ſo begnadigt hat, weil fie Gott ewig loben. f 
man nunmehr in dir ſicht, daß 7 Preiß, Lob Ehr und Herz 
dein Ruh u. Frieden bluͤht, und lichkeit ſey GOtt und dem Lain 
viel Heil in deinen Wegen. Det bereit in der neuen Jous Sradt, 
ne harte Selaveren iſtzu End, die Er auserwählet hat, und zu 
du wirſt nun fren, daß dich wird ſeinem Lob erbauet. H alleluſg, 
nichts mehr bewegen. Gloria! ſingt zuſammen, ruft. 
. Dein Gefüngnus und Elend Ja ! ja wir ſind nun mit dir 7 


iſt nun kom̃en an fein End: dei⸗ f 
ane ne Op LOL ge 
auter Raſt. Deine 9 ingen wir das frohe 
Seufzen, deine Klagen ſeynd N und ruͤhmen 85 
8 tes 


191. 


tes Wunder⸗Macht: Der uns ten treue Waͤchter dargeſtellt, 
durch feinen groſen Namen er⸗ drum wird ſie nicht mehr gefällt. 
halten und zuſammen bracht. 4. Obſchon Heide obſchon Voͤl⸗ 
Es dancke Ihm zu jeder Stund cker auf ſie haben angethuͤrmt, 
Hertz, Seele, Geiſt und Mund. und mit voller Macht beſtuͤrmt, 
2. Wer nur geht auf den rech- ſieht man fie doch bleiben ſtehen, 
ten Wegen, der ſtimm ſein Lob⸗ und der vielen Feinde Heer ſind 
Lied auch mit an: Weil GOtt zerſtreuet hin und her. 
mit vollem Heil und Segen uns 5. Lobet GOtt ihr feine Kuech⸗ 
führet auf der rechten Bahn. te, u. du auserwaͤhlt Geſchlecht, 
Wir wollen feine Gut u. Gnad halte feſt bey deinem Recht: ſeht 
erheben fruͤh und ſpat. wie Er der Voͤlcker Dichten, ih⸗ 
ren Sin und boͤſen Raht gantz 
26. und gar zernichtet hat. 
| Fan und Freud ſey in den Nachklang. 

Thoren unſter treuen Mut⸗ FI Rum muß loben, drum 
ter⸗Stadt, die uns auserwaͤhlet muß ruͤhmen Zion, das er⸗ 
hat? die Beſitzer, ſo darinnen, wählte Heer, und Ihm geben 

haben Glück und ſtoltze Ruh, Danck und Ehr: Der es ſo hat 
Segen, Heil und Fried dazu. ausgerichtet, und fie froh u. frey 
2. Ihre Thore ſtehen offen, gemacht von der vielen Feinde 
ſeynd verſchloſſen nimmermehr, Macht. = 
kein Feind kañ fie aͤngſten mehr: 2. Nichts wird fie mehr koͤnnen 
und ob ſte s ſchon wolten wagen, ſchrecken, nichts zu ihren Huͤt⸗ 
ie nicht kommen ein vor ten kehr'n, noch verwunden noch 


koͤnnen | | 
dem hellen Lichtes⸗Schein. verſehr n: weil die Wohnungen 


3. So da leuchtet auf den Gaſ⸗ der From̃en haben ihren GOtt 


ſen und den Straafen hin und zum Schutz, Der ſelbſt ihrer 
her , da in mitten ſelbſt der HErꝛ: Feinde Trutz. 
Bl ee Piot- 3.Dramnioß babe mgge- 
! * 9 en 


* 


192. 


hen Zions Burg u. ihre Stadt, bis daß des Herren Wohnung 
die ſich G Ott erwaͤhlet hat: Er da wird ſtehen, erbauet ſeyn an 
wird bleiben drinen wohnen, fie ihrer Statt. Es ſoll kein Schlaf 
verlaſſen nimmermehr: darum mehr in mich kommen, bis daß 
geb Alles Ruhm und Ehr Gott feinen Tempel einge⸗ 
4. Alles, was demſelben Na⸗ nommen. e 
men, und zu dem Geſchlecht ger 3. Wir haben ſchon ein Wort 
zehlt, die GOTT darzu auser⸗ davon vernommen, zu Ephra⸗ 
waͤhlt, daß ſie ohne Ende loben ta hört man von ihr: wir wol⸗ 
feine groſe Wunder⸗Macht, die len da vor Ihm zuſammen 
fie hat fo wohl bedacht: kommen, daß wir Ihm dienen 
5. Daß ſie nimmer von Ihm fuͤr und für. Im Feld des Wal⸗ 
ſchweigen, wo der Halleluja⸗ des iſt gefunden die Wohnung, 
Klang ewig ſchallet mitcZeſang. wo ſich GO TT mit hat ver⸗ 
Diß muß bleiben eine Weiſe, die bunden. | 2 
in Ewigkeit beſteht, und auch 4. Her! ſtehe auf zu dieſen 
nimmermehr vergeht. deinen Staͤtten, Du und die 
47 Lade deiner Macht: da man 
vor Dir erſcheinet mit Gebaͤ⸗ 
Gen een HEr:, an David ten, und deines Bundes wird 
U) und fein Leiden, weil er gedacht, gedencke unſter Opfer⸗ 
Dir ſelbſt geſchworen hat: daß Gaben, die wir daſelbſt vor 
er Dir dienen will zu allen Zei⸗ Dir bereitet haben. 4 
ten in deinem Tempel früh u. 5. Laß deine Prieſter ſich mit 
ſpat: Du wolleſt ſein a nicht Heil ankleiden, Gerechtigkeit 
vergeſſen, wann ihm wird Leid anf ihrer Bruſt: damit ſie die⸗ 
vor Freude eingemeſſen. nen Dir zu allen Zeiten, in 
2. Ich will (pricht er) nicht deinem Haus mit Freud und 
in mein Haufe gehen, noch le⸗ Luft. Laß deine Heiligen ſich 
gen mich in Muh aufs Bett: freuen, damit ihr San 1 
un | RS RO ER 2 in 


193. 


moͤg vor Dir gedeyen. das Zion heißt, und wird ge⸗ 
6. Es wird ein loͤblich Regi⸗ nennt mit Namen, und halten 
ment geſehen da, wo des HErꝛn feſt bey deinem Recht. Daſelb⸗ 
Geſalbte ſeyn: die Tag und ſten wilt Du bleiben trohnen, 
Nacht in ſeinem Dinſte ſtehen, und ewig da in deiner Ruhe 
und in ſein Hauſe gangen ein. wohnen. | — 
Das wolleſt du, HErd, laſſen 10. O groſer GOtt! wie reich 
walten, und ſelbſt durch deine biſt Du von Guͤte, das wird 
Macht und Staͤrck erhalten. geſpuͤhrt in deinem Haus: Du 
2. Um deines Knechtes, dem fuͤhreſt es dem Hertzen zu Ge⸗ 
Du ſelbſt geſchworen, und ei⸗ muͤthe, wann du theilſt deinen 
nen wahren Eid gethan, Da: Segen aus, u. laͤſſeſt manglen 
vid, den Du erwaͤhlt und aus⸗ keiner Gaben, dat auch die 
erkoren, daß ihm ſoll folgen Aermſten Brods die Fuͤlle habe. 
| feinem Stul und Trohne, da⸗ mit Heil gekleidet, und Licht u. 
mit dein Volck im Fried bey⸗ Recht auf ihrer Bruſt: und 
ſammen wohne Tag und Nacht zu deinem 
8. Du wolleſt ſelbſt, HERR Dinſt bereitet, an Dir nur ha⸗ 
ſeine Kinder lehren, in Demuth ben ihre Luft. Drun deine Hei⸗ 
Dir gehorſam ſeyn: und ſie ligen ſich freuen, die weil ſie Se⸗ 
nach deinem Wort und Zeugs gens⸗voll in Dir gedeyen. 
nuß führen, zu halten die Ge⸗ 12. Denn Du haft eine Leuch⸗ 
botte dein. So wird dein Bund te zugerichtet dem David, dei⸗ 
nicht mehr gebrochen, den Du nem treuen Knecht: und haft 
ſie haſt mit einem Eid ver⸗ daſelbſt ſein Horn ihm aufge⸗ 
ſprochen. richtet, und haͤlteſt ihn ben dei⸗ 
9. Du haſt ja Luſt an dem er⸗ nem Recht. Du laͤſſeſt blühen 
wählten Saamen, und woh⸗ ſeine Krone, und kleideſt ſeine 
neſt gern bey dem Geſchlecht: Feind mit Spott W e 
1 13, Drum 


nach ein Mann, der ſitzt auf 11. Die Prieſter ſtehen da 


194. 

13. Drum wird Dir Preiß 
und Danck und Ruhm gege⸗ 
ben in deinem Tempel fruͤh u. 
ſpat: da allzuſammen in die 
Laͤnge leben, und dein Lob nie 
kein Ende hat. Drum muß 
auch nun und jetzt erſchallen 


ein ſtetigs Lob nach deinem 


Wohlgefallen. 
28. 1 


i G Elobt ſey GOtt der Ehren, 


Der auf mich fruͤh und ſpat 


ſein Aug thut fleiſig kehren, 


erzeigt mir feine Gnad, hilft 
meiner armen Sachen: wenn 
ich nichts weiß zu machen, muß 
Er mein Helfer ſeyn. 

2. Drum will ich fein’ geden⸗ 
cken in meiner letztẽ Noth, mich 
allzeit nach Ihm lencken, treu 
bleiben bis in Tod, weil ſeiner 
Guͤte Armẽ mich faſſen mit Er⸗ 
barmen, daß ich kañ ſicher ſeyn. 
3. Ich werde wol beſtehen in 
jener boͤſen Zeit, wann alles 
wird vergehen, ſo werd ich ſeyn 
bereit, daß ich kann froͤlich ſter⸗ 


ben, die Seligkeit ererben, die 


mir iſt beygelegt. 


me loi der, fx een 1 | 


4. Jetzt will ich mich fo üben 
auf dem gerechten Weg, und 
achten kein Betruͤben, das mir 
mein Hertz zerſchlaͤgt: und will 
in allen Sachen Gott ſelber 
laſſen machen, wie es mir nuͤtz⸗ 
lich iſt. 

5. Er iſts doch gantz alleine, 
der mich berahten kan, wenn 
ich mein Thun beweine, nimmt 
Er ſich meiner an, thut mich mit 
Guͤt umarmen, und zeigt mir 
ſein Erbarmen, daß ich nicht 
fallen kann. | 

6. O! Vater aller Güte, Du 
wunderbarer GOtt! wie wohl 
iſt dem Gemuͤthe, das Du er⸗ 
rett aus Noth! mein Hertz ſoll 
Dir ſtets dancken, wei[ Du mich 
haͤltſt in Schrancken auf dei⸗ 
nem rechten Pfad. 1 


Elobt ſey GOtt zu alle 
Stund, Der mich thut ek 

ber leiten, und dencket ſtets an 
feinen Bund, hilft mir aus gl 
len Leiden: u. thut mir beyſtehn 
früh und ſpat, führt mich 
auf dem gerechten Pfad del 
' wahre 


| 195, 
wahren Lieben Frommen. 6. Wañ ich an ſeinen Bund ge⸗ 
2 Er fuͤhret mich zu rechter Zeit denck, werd ich mit Troſt erfuͤl⸗ 
aus meiner dunckle Hoͤhle: daß let: denn mich derſelbe dahin 
ich werd wiederum erfreut, und lenckt, was allen Hader ſtillet. 
mich nicht langer quale. Zur Drum werd ich wohl in aller 
Zeit der groſen Traurigkeit hat Noth an Ihm feſt bleiben bis 
Er mir einen Weg bereit, daß in Tod, Er wird mich nicht ver⸗ 
ich kann ſicher wandeln. laſſen. | 95 
3. Und geh ich ſchon oft hin u. 7. Und ſolt ich nichts als 
her, u. ſcheine gantz verlaſſen, ſo Angſt und Noth in meinem 
hilft Er mir aus Noͤthen ſchwer, Hertzen ſpuͤren: ſo ſoll Er blei⸗ 
thut mich mit Guͤt umfaffens ben doch mein GOtt, Er kann 
und gibt mir Troſt in allem es wohl ausführen. Die Huͤlfe, 
Leid, zeigt mir feine Barm⸗ die oft lang verzeucht, macht 
hertzigkeit, daß ich werd hoch mich nur kleiner und gebeugt, 
erfreuet. daß ich kann freudig ſagen: 
4. U. eh ich wolt vergeſſen ſein 3. Gelobet ſey der Name dein, 
in meinen Trauer⸗Stunden: ſo O! Vater aller Güte: dein 
nußt mein Nam vertilget ſeyn, Wort ſoll meine Leuchte ſeyn, u. 
u feinem Buch nicht funden. troͤſten mein Gemuͤthe. Ich will 
Ich wolte lieber Creutz u. Noth hinfort zu aller Zeit hoch ruͤh⸗ 
ier tragen fort bis in den Tod, men dein Barmhertzigkeit, die 
h ich ſein nicht ſolt dencken. Du an mir erwieſen. . 
5. Ich will vielmehr zu jeder 9. Ich will Dir dancken fort 
dei fein Wunder⸗Macht aus⸗ und fort zu aller Stund und Zei⸗ 
reiten: Ihm geben Lob u. Herꝛ⸗ ten: und will mich halten an 
ſchkeit zu aller Stund und Zei⸗ dein Wort, das mich thut ſicher 
in, und dancken Ihm zu jeder leiten. So werde ich mein Leben 
ſriſt, weil Ex mein Schutz und lang Dich preifen nen mit Ge⸗ 
Hulfe iſt in allẽ e eng in deinem Haus 1 


196. 


dem Koͤnig, und vor Ihm ſich 
| 30. beugen, und ſchmiegend werden 
OTT, ein Hersfcher aller thun Fußfall vor feiner waͤhrten 
Heide, Der fein Volck bald Braut die vor im Geiſt geſchaut 
wird herzlich leiten, u. ihr Recht ſolche Wonne, fo haben die we 
laſſen hoch hergehn: wenn Er öfters bie geſeſſen ſind in Angſt 
Zion ſchoͤn wird ſchmuͤcken, ihr und Muh. | | 
Heil wird laſſen naher ruͤcken, 4. Werde froh, du liebe From⸗ 
ſo wird man Freud und Wonne ME! es werden auch noch zu dir 
ſehn an feinem Eigenthum, das kommen, die dich gedrucket und 
num giebt Preiß und Ruhm verhöhnt und dich muſſen eng 
SOLL, dein König, Der ſie er⸗ preiſen, und dir Sußfällig Ehr 
hoͤht, ihr Völcker ſeht wie Got⸗ erweiſen weil deine Schmach 
tes Braut num einhergeht. nun iſt verſohnt. Drun wird 
2. Schoͤn im Glautz, hell wie 05 50 enen 
die Sonne, ſie leuchtet nun, O e 
Himmels⸗Wonne! weil fie des den Seinen zubereit. 1 | 
gluͤckt und hoch erhoͤht von dem 5 Nah u fern wird man Ih . 
oͤnig, der ſie liebet, ſtatt deſſen, reiſen auch Eh werd S 1 | 
wo fie war betruͤbet, ſie nun zu Nu die Kegeln de Ihm 
feiner Rechten ſteht, gekleid t in tzen Welt: ach de x Mi . 
purem Gold, well ihr der Konig dem Mere die warten in, zu 
hold: und daneben wird man bringen n ene 
auch ſehn am Reigen gehn der 1005 le BIER c 
Braut Geſpielen trefflich (bon. erhoͤhet hat, baue | 
3. Alle Voͤlcker hie auf Erden Stadt, Ihm zu Ehren und Lob 
darüber fich verwundern werde, auf Erd, daß! wie ein Heerd, 
ſo daß ſie werden komen all: ihr alls Volck a nee 
Beſchenck und Gaben zeigen werd. 9 


9. Want 


197, 


6. Wann von allem End der der Zahl, daß zu Ehren nah und 
Erden viel Lob⸗Geſang gehoͤrt auch fern, von Hertzen gern, ſie 
wird werden: ſo werden komen dienen werden ſolchein HErꝛn. 
auch herzu Nebajoth ſamt ihren 9. Halleluja! ſingt zuſanmen, 
Boͤcken, die werden ihre Haͤnd ihr die ihr ſeyd vom heilgen Sa⸗ 
ausſtrecken, damit ſie in dir fin⸗ men der ewgen Gottheit ausge⸗ 
den Ruh. Der Neid und boͤſer born: geht entgegen ſchoͤn am 

Grim wird gaͤntzlich fallen hin Reigen, und thut Shin eure 
zu den Fuͤſen, muß gantz ver⸗Schoͤne zeigen, weil Er cuch 
ache kann nicht beſtehn, wenn darzu auserkorn, zum Lobe 
ſolche Herꝛſchafft wird angehn. feiner Macht. Drum ſeyd Datz, 
7. Dan wird alles lieblich gruͤ⸗ auf bedacht, zu empfangen des 
nen, und wird zu Lob und Ehren Koͤnigs Sohn, den Salomon, 
dienen dem groſen GOtt in aller der euch wird ſetzen auf die Kron. 
Welt: ſolches werden auch ver⸗ N | 
nehmen die Tyrer, Mohren, die eee 
von denen, ſo vor ſehr wild und Ottes Wohnung iſt ſehr 
gantz verſtellt. Die werden nun⸗ O ſchoͤne, und gantz lieblich 
mehr zahm, u. bringen allzuſam anzuſehn: weil mit heilgem 
ihre Gaben der edlen Schaar, Lob⸗Gethoͤne viel vor ſeinem 
die immerdar, GOtt jauchzend, Throne ſtehn. Geben Ihm 
haͤlt ein Freuden⸗Jahr. Kraft ewigs Lob als dem ſtar⸗ 
. Auch zuletzt wird noch auf⸗ cken Zebaoth. ii 
wachen die Rott der Boͤſen, die 2. Drum thu ich mich hertz⸗ 
da ſchlafen, und truncken bis zur lich ſehnen, Her! durch die 
Mitternacht: und daneben wird Vorhoͤfe dein einzugehen auch 
nan ſehen die Heerden Kedar zu denen, die dort ſtetig bey Dir 
nuch hergehen, daß Ihm werd ſeyn. O! ich freu mich Gottes 
Lob u. Preiß gebracht von Voͤ⸗ Gut in dem Hertzen und Ge⸗ 
kern allzumal, ſo viel ihr ran muͤth. n 
b ber. 3. Die 


| 
| 


198. 
3. Die erhaben von der Erden, Saft, und verzehrt die Lebens⸗ 
fliegen auf zu Gottes Zelt: fin⸗ Kraft. is 10 


den, daß ſie ruhig werden in dem 8. Muß doch alles ſchoͤn aus⸗ 
Haus, wo man erzehlt Gottes grünen, wenn es wieder licht u. 
Wunder groß und klein, die in hell: und zu lauter Segen die⸗ 
Zion herzlich ſeyn. nen, weil der offne Brunnen⸗ 
4. Denen, die Ihmopfer brin⸗ Quell ſich ergieſet zum Genuß, 
gen auf dem Altar IEſuChriſt, fort zu gehen ohn Verdruß. 
muß es alles wohl gelingen: ſo 9. Gottes Segen thut nicht 
daß ſie zu jeder friſt wachſen ſchweigen denen, die ohn allen 
fort, und ſich vermehru zu des Schein andern auch die Wege 
Königs feinen hrn. Feigen, daß ſie dort mit gehen 
F. Jebaoth HErꝛ Gott und ein: und nach vollem Glaubens⸗ 
Koͤnig, trefflich biſt Du meiner Lauff werden mit genomen auf. | 
Seel: deiner Wunder ſind nicht 10. Solche werden herꝛlich fies" 
wenig, drum ich auch mit Freud gen uͤber ihrer Feinde Macht:? 
erzehl, was dein treue Gottes⸗ nie einmal auch unten liegen, 
Gnad an iir voll erwieſen hat. ob der Feind fie ſchon verlacht; 
6. Drum wohl denen die da wachſen ſie doch in dem Streit 
wohnen, HEY! in deinem ümmer fort zur Tapfferkeit. 
Haus und Stadt: die wirſt Du r. Denen muß es gluͤcklich 
mit Segen lohnen, weil ihr Lob ehen, wo GOtt ihre Zuver⸗ 
kein Eude hat. Wer hier dei⸗ Nicht : daß man wird mit Augen 
nem Fuß nachgeht, auch in dei⸗ ſehen, wie der Hoͤchſte gufge⸗ 
ner Kraft beſteht. | richt unter Zion fein Gezelt, daß 
7. Muß er oft ſchon traurig ſich wundert alle Welt. F 
gehen durch das Thraͤnen⸗Jam⸗ x2. Dann Gott haͤlt in hohen 
merthal: und viel Schmertzen, Ehren die, ſo Ihim ergeben ſeyn, 
Leid und Wehen ihn umgeben thut fie ihrer Bitt gewähren, 
überall, Daß vertrocknet aller weñ ſie Ihn um Huͤlf one 0 
| eigt 


\ EEETTFEETETCTTETT— FL. 4 * 
Zeigt ſich als ihr Schild und nennen, deß du, Her, ſein Zu⸗ 
Hh. und hilft ihnen aus der Den Ned Au 5 
dot. . abgewinnen, der auf Dich ver⸗ 
13. Groſer GOtt! ſchau doch laͤſſet ſich, und Dich hat in aller 
in Gnaden deins Geſalbten Noth nur zum Schutz als ſei⸗ 
Erbtheil an: thu ſie aller Sorg nen GOTT. 
entladen, weil Du biſt, der hel⸗ | 
fen kann. Dann in den Bor e 1 
hoͤfen dein muß ein Tag doch G Ott iſt bekant dem Stam 
beſſer ſein ns? OQO aus ſeinem Saamen, fin 
14. Als ſonſt tauſend, die ver⸗ Nam iſt herrlich dem Haus Iſ⸗ 
| dude mit der Welt in Eitelkeit. rael: zu Salem, da ſein Volck 
Lieber will ich dorten ſtehen, in Fried beyſammen, hat Er ge⸗ 
wo vergnuͤget ich in Freud, ſolt bauet feine Huͤtt und Zell, und 
ich huͤten nur die Thuͤr, als noch wohnet da, wo Zion herrlich iſt, 
lange wohnen hier mit voller Kraft und Staͤrcke 
15. Unter denen, die vergeſſen zubereit, und ſtehen da, als 
ihres Gottes gantz und gar: Helden in dem Streit: daſelbſt 
und mir vieles Leid einmeſſen. iſt Er mit voller Kraft geruͤſt. 
Ja, ich ſage Dig fuͤrwahr: daß 2. Und thut zerbrechen Pfei⸗ 
ich lieber dort will klein, als hier le, Schild und Bogen, und 
groß bey Suͤndern ſeyn. macht zu nicht die Schwerdter 
16. Denn der HEr: iſt meine in dem Streit: alsdann wird 
Ehre, meiner Seelen Sonn u. Iſrael zum Lob bewogen, und 
Schild: mir zu Nutz und Ihm dienet Ihm mit Ehr u. Danck⸗ 
zu Ehren Er mit Segen mich barkeit. Betrachtet ſeine Wun⸗ 
anfuͤllt. Scheuckt den Seinen der früh und ſpath, und gehet 
zum Genuß, daß kein Gutes ein ins innre Seifathınn: daß 
manglen muß. er ausbreite GOttes Ehr und 
17, Selig iſt der Menſch 55 Ruhm, dieweil allda ſein Lob 
1 ö a | 3, 


| Fein 


i * 


290, 


kein Ende hat. 8 Luſt: und wird die Erd, mit ih⸗ 
3. O Gott! wie herzlich biſt rem Suͤnden⸗Heer, in Schre⸗ 
Du anzuſehen, Du biſt viel cken, Angſt und groſe Furcht ge⸗ 
maͤchtiger als unſte Feind: die ſetzt, und weil GOtt ihren ſtol⸗ 
ſich verſchantzen hinter Berg u. Ken Muth verletzt, ſo ſind ſie 
Höhen, daß ſte berauben, die dein ſtill, und geben Ihm die Ehr. 
eigen ſeynd. Du machſt zu 6. Wann GOTT wird mit 
nichte ihren hohen Muth, wann Gericht und En auf wachen: 
Du beraubeſt ihren ſtoltze Sin: ſo wird Er helfen dem elenden 
dann müflen fie zu Boden fal⸗ Mann, der gantz verlaſſen war 
len hin, daß ſie entſchlafen ſchnell in ſeiner Sachen, weil er auf 
und ohn vermuth. Erden kein Huͤlf finden kann. 
4. Dann werden aller Krieger Der tiefe und geheime Gottes⸗ 
Hände ſincken, wann allen Ho⸗Raht wird ihm alsdann voll 
ben fallen wird der Muth: u. werden offenbar: der vor fo 
Gott an ihren Frevel wird ge⸗ manche Zeit verborgen war, 
dencken, und fragen wird nach. und gehet ein in Gottes Sa⸗ 
feiner Diener Blut. Von dei⸗ lems⸗Stadt. | *. 
nem Schelten, Du GOtt Ja⸗ 7. Wann der gottloſe Hauffe 
cob, muß in Schlaf einſincken wuͤtt und tobet: ſo zeigt GOtt 
Wagen, Roß und Mann: Nie⸗ feine Ehr und Herꝛlichkeit an ih⸗ 


mand iſt, der vor deiner Macht nen, daß das fromme Haͤuf⸗ 


ſtehn kann, wann auch die Ho⸗ lein lobet ſein groſe Macht und 
hen fallen Dir zu Fuß. Warheit weit und breit. Und 

5. Dann ſchrecklich, O HErꝛ wann fie dann in ihrem harten 
GOTT! ſeynd dein Gerichte, Sinn verboßet find, daß ſie 
wer kan Dir flehen, wan Du noch wuͤten mehr: ſo iſt der groſe 
zoͤrnen thuſt? Wann deine Ur⸗ Gott und ſtarcke Her geruͤ⸗ 
theil kommen zu Geſichte, ſo ſtet noch zu rächen ihre Suͤnd. 
fallt zu Boden alle Freud und 8. Nun tret t zuſammen, 115 * 


Pe 


201. 


und Ruhm⸗Geſchrey, daß mit 


ihr habt gelobet dem Herꝛen eu⸗ 
rem Gott getreu zu ſeyn: die 
um Ihn her ſeynd, komt her⸗ 
bey, und lobet, und geht zuſam⸗ 
men durch den Vorhof ein, und 
bringet eure Gaben und Ge⸗ 
ſchenck dem grofund maͤchtigen 
und ſtarcken GOTT, der eure 
Huͤlf u. Schutz iſt in der Noth. 
Seyd ſeiner Macht und Guͤte 
eingedenck. b 
9. Dann Er den Fuͤrſten ihrer 
Muth thut buͤſen, daß ſie ge⸗ 
beugt und ſcham⸗ roth vor Ihin 
ſtehn: daß alle Voͤlcker ſich ver⸗ 
wundern muͤſſen, wann ihre 
Macht wird fallen und vergehn. 
Auch unter Koͤnigen iſt ſeine 
Macht und Schrecken groß und 
hoch auf dieſer Erd: daß alles 
unter Ihn gebeuget werd, und 
unter feinen ſtarcken Arm ge⸗ 
bracht. | 


/ G Roſer GOtt, ich will Dir 
h ſingẽ aus gantz vollem Her⸗ 
ßens⸗Grund: u. Dir meine Lie: 


der bringen, weil mir uͤberlaͤufft 


nein Mund mit viel Danck⸗ 


ſchoͤnſter Melodey ich muß ſin⸗ 
gen Dir zur Ehre, damit ſich 
dein Lob vermehre 

2. Mah und fern bey allen Leu⸗ 
teu, daß ſie ſehen deine Werck: 
und auch machen kund den Hei⸗ 
den deine Wunder, Macht und 
Staͤrck, die Du laͤſſeſt werden 
kund denen, die auf deinen Bund 
achten, daß ſie treu verbleiben, 
laſſen ſich von nichts abtreiben. 

3. Niemand kann es hier aus⸗ 
ſagen, wie GOtt feiner Kinder 
pflegt, thut ſie auf den Haͤnden 
tragen: wann der Feind ſte nie⸗ 
derſchlaͤgt, richtet Er fie wieder 
auf, daß ſie freudig ihren Lauff 
wallen fort mit Daͤnck u. Loben, 
unter vielen Creutzes⸗ Proben. 

4. O! was vor geheime Gänge 
fuͤhret GOTT die, ſo Er liebt: 
wenn oft alles in der Euge, daß 
von Hertzen fie betruͤbt, ſo läßt 
Er ſein Huͤlfe ſehn, und thut ih⸗ 
nen ſelbſt beyſtehn. Machet, daß 
muß alles frommen, und zu ih⸗ 
rem Beſten kommen. 

5. Dieſes hat gar oft erfahren 
meine Seele in der Noth, weil 

Ä in 


202. 


f , . en 
in meinen Creutzes⸗Jahren Er 9. Ja, es iſt nicht wohl zu ſa⸗ 
geblieben iſt mein GOtt: und gen, wie ſo manchen ſauren 
mir hat geholfen aus in ſo man⸗ Tritt müſſen thun, dies einmal 
chem Kainpfu. Strauß. Weüns wagen, und um anders nichts 
auch ſchien, ich mußt vergehen, bemüht: als zu leben nur allein, 
ließ Er ſeine Huͤlfe ſehen. daß ſie Gott gefaͤllig ſeyn, ja 
6. Dieſes fen don mir geſchrie⸗ fie muͤſſen oft mit Flehen in der 
ben 0 ein m Zeichen feiner Treu Wuͤſten umher gehen. f 
weil Er iſt mein Helfer blieben, 10. Wie verirret und verlaſſen, | 
und mir hat geſtanden bey: daß wann ihr Freund von ferne ſteht, 
muß ſehen jederman, was ſein daß viel Zahren fie benaſſen, u. 
ſtarcke Hand thun kann, u. man die Sonne untergeht: wañ ver⸗ 
ſage bey den Heiden, wie Er thut lieret ſich der Weg/ daß verdeckt 
die Seinen leiten. | der ſchmale Steg, u. ſie in dem 
7. Veil ſie ſich ohn alles Wan⸗ Dunckeln gehe mit vil Schmer⸗ 
cken halten feſt an ſeine Treu, u. tzen Leid und Wehen. 
auch bleiben ſo in Schrancken, 12. Doch, wer ſich in Lieb ver⸗ 
daß nicht zu bewegen ſey ihr in bunden, der kañ halten treulich 
Gdptt verliebter Sinn, dem ſie aus: bis Ott die Verſuchungs 
ſich ergeben hin, gantz von Her⸗ Stunden herzlich hat geführt 
tzen treu zu bleiben, daß auch hinaus. Denn rot oft gantz 
nichts ſie kann abtreiben. unvermuth Ott thut ſchenken 
9. Doch indeſſen muͤſſen leiden neuen Muth: laͤſſet ſein Licht 
noch die arme Schaͤfelein, ob wieder ſcheinen, daß vergeſſen 
fie IEſus ſchon thut leiten zu Leid und Weinen. 
den friſchen Waſſern fein: und . Den, wer treulich aus thu 
ſie 11 775 auf grüner Au, wo rab halten, wenn ſchon alles in d 
fällt des Himmels Thau; thun Eng, u. die Lieb nicht laͤßt erkal⸗ 
ſie ſich doch oft noch finden unter ten unter ſo viel Noth⸗Gedraͤng 
vielen Sturm und Winden. der erfaͤhret Gottes Gut in 85 | 


er⸗ 


90 203. 
———— — — — nenn nen 
Hertzen und Gemuͤth, weil die in die Eng. Es iſt lauter Himel⸗ 
rauhe Wind und Regen bringen Brod, wo man leidet Schmertz 
lauter Kraft und Segen. u. Noth: denn ſo kann man lie⸗ 
13. Wann die Sonne wieder ben lernen wen die Lieb ſich thut 
ſcheinet, ſo wird alles Freuden- entfernen. 
voll: u. mit Gottes Raht verei⸗ 17. Dann ſo werden ausgebo⸗ 
net, Der es weiß zu machẽ wohl. ren Gottes Kinder in der Nacht: 
Del die kalte rauhe Nacht ma⸗ wenn es ſcheint/ es wär verloren, 
chet nur das Hertz geſchlacht: u. wird man nur zurecht gebracht. 
vermehret das Verlangen, bis Wie die Thaues⸗Tropfen ſeynd 
mau ſteht den Freund gegangen zubereitet, wañ nicht ſcheint ihre 
14. Huͤpffend, jauchzend von Sonn, die ſie gezeuget. Wohl 
den Hoͤhen Libanons init groſer dem! der fo iſt gebeuget 
Freud: wer ſolt nicht entgegen 18. Durch die truͤb⸗und dunckle 
gehen, und ſich machen ſchnell Naͤchte, wo gantz keine Sonne 
bereit, zu empfangẽ dieſen Gaſt, ſcheint: der erlanget Kindes⸗ 
der ſo ſanfte hat geraſt, und ge- Rechte, wird geheiſſen Gottes 
ſchlafen an der Thuͤre, wo die Freund. Denn das iſt die rechte 
Seel ging in der Irre. Spur, wo die neue Creatur aus 
15. O! wie herzlich find die geboren wird zum Leben, daß 
Thauen, die ſein heiligs Haupt man Preiß u. Ruhm kañ geben 
benaßt. O! was fette Hünels⸗ 19. Gott, dem Herꝛſcher aller 
Auen, wo Er hat ſo fanftgeraft: Dingen, Dem durch ſeine groſe 
uch ſieht man der Lockẽ Pracht Macht alles muß zuletzt gelin⸗ 
oll mit Tropfen von der Nacht, gen: weil Er thut bey Tag und 
ie gezeuget aus der Sonen, und Nacht hüten, pflegen und bey⸗ 
ey Nacht auf Ihn geronnen. ſtehn denen, die Ihin nach thun 
16. O! was groſe Wunder⸗ gehn. Drum will ich, weil ich 
Bege, O! was vor geheime hier walle, leben, daß ich Ihm 
Gang: wer ſolt doch noch wer⸗ gefalle. | 
en traͤge, kom̃t man ſchon oft Ce 34. Gro⸗ 


204. 


N ein: wilt du nur in guten Ta⸗ 


G Roſer König, treuer Hirte! gen mir ein treuer Ehgatt ſeyn? 
hoͤr das Rufen meiner Seel: Nein, das gehet gar nicht an: 
weil mit bruͤnſtiger Begierde du muſt auf der Lebens⸗Bahn 
Dich zu meinem Schatz erwaͤhl. wandeln fort bey allem Strauß, 
Laß mich nim̃er von Dir wan⸗ bis du komen wirft nach Haus. 
cken, daß ich bleib in deinen 5. Sieh auf alle Bunds⸗Ge⸗ 
Schrancken: hoͤre doch mein noſſen, die vor dir geweſen ſeyn: 
ſehnlich Flehn, ſonſten kann ich Thranen⸗Fluthen fie begoſſen, 
nicht beſtehn ehe ſie den Freuden⸗Wein trun⸗ 
2. Vor dem Feind mit ſeinen cken in des Vaters Haus, da 
Trouppen, die er täglich an man nimer geht hinaus. Wilt 
mich hetzt, und nicht müde wird du ſolches unt genieſen, muſt 
gu 11 7 5 See oft ver⸗ auch a Bi vergieſen. 
etzt, daß ich kom̃ in harte Preſ⸗ ele. | 
fe : doch ich deiner nicht ee 6. Nun ich faſſe Muth und 
weil Du trittſt ſehr nah zu mir, Glauben, halt mich an dein 
Z. Doch wirds ofte ſchier zu Hoffnung rauben, wenns auch 
lange, daß ich wancke hin und ging zur Hollen Pfort. Wahrt 
her, und der Seel wird augſt es gleich bisweilen lang, daß der 
und bange, wenn ſie fragt: wo Seelen angſt und bang; ey ſo 
iſt der HErzͤ und oft wird von ſtehſt du doch bey mir, rufſt mir 
Seufzen ſchwach in dem Rufen zu ich helfe dir. 
vieler Ach, daß ich muß mit 7. Nun, mein treuer, Du ſolt 
Thraͤnen ſäen, und ſo lang von bleiben eintzig meiner Seelen 
ferne ſtehen. Ruhm, mir der Ciebſt in allem 
Jaeœ)ſus. Leiden, mein Schatz und mein 
4, Liebe Seel, was ſoll das Eigenthum: nur zu ſehn allein 
ſagen? ſtelle doch das Klagen auf Dich, wenn die Feinde dru⸗ 
I. | EEE Rp cet 


* 


. 4 4 


205. 
cken mich. Ich ergeb Dir alles ſchmachtet ſeyn: gehen ein zur 
hin, gnug daß ich der Deine bin. Himmels⸗Pforten, da ihr Leid 
3. Hab ich Dich, ſo kanns nicht zu Freuden⸗Wein, und ſie wird 
fehlen, denn Du thuſt den Dei⸗ erquicken dort, daß ſte werden 
nen wohl: was ich ſonſten wolt fort und fort ſtinnnen an im ho⸗ 
erwaͤhlen, macht zuletzt oft hen Thon Sieges ⸗Lieder vor 
Trauren⸗voll, und viel Plage, dem Thron. b 1 
Angſt und Schmertzen, dazu 12. Drum, ihr Klugen, ruͤſtt 
Unruh in dem Hertzen. Wer euch hurtig, und bereitet eure 
fo meint, er hätte Dich, findt Seel: mae het eure Lampen fer⸗ 
zuletzt betrogen ſich. tig, daß 2 5 Auf bruch euch 

9. Drum gibts viele, die ſich nicht fehl. Kauffet Oele, weils 
nennen, tragen deinen Namen noch waͤhret, euch nicht an die 
hier: mit dem Munde, HErꝛ! Thoren kehret: die nur ſpotten 

bekennen, aber doch nicht folgen euren Weg, wenn ihr geht den 
Dir. Schreyen Dir nach: HeErꝛ ſchmalen Steg. 
und Meiſter, bleiben doch nur 13. Wenn ſte aber werden ru⸗ 
Fleiſches⸗Geiſter. Darum wird fen, und ſtehn vor der Himels⸗ 
ihr Rufen, Her! fie am End Pfort, fagen, HErꝛ, ach thu 
betriegen ſehr. | uns offen! wir ſind kommen auf 
J. Nicht die, welche mit viel dein Wort: wird der HErꝛ mit 
Worten Dir zu dienen ſind be⸗ ſtarcker Stimm rufen: weichet 
reit / gehen ein zu Salems⸗Pfor⸗ weg von hin, denn ihr habt euch 
ten, in die frohe Ewigkeit: ſon⸗ ſelbſt gemeint, wenn ihr habet 
dern, die geſuchet Dich, in dem fromm geſcheint. 5 
anverfälehten Licht, die mit 14. Weh! O Weh leuch allzu⸗ 
Wort⸗u. Wercken thaten, was ſammen, die ihr nur in Wort u. 
fie andern wolten rahten. Schein habt gewandelt: da die 
11. Die oft mud von Seuf⸗ Fromen mußten eure Schlacht⸗ 
zen worden, daß ſie ſchier *. Schaf ſeyn. Nunmehr werd 
2 | 


t 
| ihr 


206. 


ihr ſtehen nicht vor des HErꝛen 
Angeſicht: ſondern werdet bins 
verwieſen in die ew'ge Finſter⸗ 
nuſſen. 

15. Drum, ihr Frommen! 
nicht verzaget, ob ſchon manch⸗ 
mal Thraͤnen⸗voll euch die Hulk 
fe wird verſaget glaubet nur, Er 
wird noch wohl euren Schmer⸗ 


tzens⸗vollen Gang kroͤnen mit du 


dem Siegs⸗Geſang, und euch 
helfen aus dem Leid in die frohe 
Ewigkeit. 

16. Meine Seele aal da ſin⸗ 
gen hier auf meiner Pilger⸗ 


35. 

Gina O Welt! du biſt 
mir verſtellt, meine Luſt u. 
mein Vergnuͤgen kann mit dir 
ſich nicht mehr fuͤgen, bleib mir 
nur verſtellt, ich habs fo erwaͤhlt. 
2. Dein Betrug und Schein 
geht nicht in mich ein, ich ſeh 
ſchon dein Urtheil bluhen, wo 
kanſt nicht mehr entfliehen. 
Schenck nur tapffer ein deinen 

Trug und Schein 
3. Denen es gefaͤllt, und dein 


Thun erwaͤhlt, du gibſt gar zu 


ſchlechte Sache; wer noch etwas 


Reiß: denn Er laͤſſets mir gelin⸗ draus thut machen, wird von 


gen auf viel wunderbare Weiß. 


dir gefaͤllt, und dorthin geſtellt. 


Muß ich ſchon bisweilen klagen 4. Zu der lincken Seit hin vers | 
laͤßt Er mich doch nicht verza⸗ wieſen weit von GOTT in die 
gen. Nun ich bleibe, HER Tan Finſternuͤſſen, u. da feine Wohl⸗ 


Dir, ſey mein Alles dort u. hier. luſt büfen, wo er in der Zeit ſch 


17. Thraͤnen, die oft uͤbergoſ⸗ 


ſen, netzten meine Wangen hier, . Ich bin deſſen froh, denn dein 
machten mich zum Bunds⸗Ge⸗ leichtes Stroh iſt bey mir ins 
noſſen noch im Jammerthal Feuer komen, drum iſt mir hin⸗ 
allhier: daß ich meines HErꝛen weg genommen, wo man ſonſt 
Gang folge nach, bis ich erlang wird froh über leichtes Stroh. 
meine Sieges⸗Krone dort, und 6. Deine falſche Freud hab ich 
aus geſpeit, ich kann min was 
beſſers haben, woran ſich | 


erloͤßt vom Creutzes⸗Ort. 
solo 


hat in geweidt. 


N } 


207. 


Hertz thut laben, weil ich deine andre iſt verloren, was nicht iſt 
Freud habe ausgeſpeit. aus dir geboren, u. durch Oeine 
7. Deine groſe Macht iſt bey Kraft wird in uns verſchafft. 
mir verlacht, es iſt nur ein eitles 13. Dein ſelbſtaͤndigs Wort 
Prangen: weñ du biſt vom Tod bleibe fort und fort in mir, daß 
gefangen, wird zu nicht gemacht ich es verſpühre, und dein Geiſt 
deine groſe Macht. mich lehr und führe: ſprich dein 
8. Wen du dachteſt dran, wind Lebens⸗ ort in mir fort u fort. 
dein falſcher Wahn in dir bald 14. Laß mich von Dir, Her! 
zu Boden fallen, u. thaͤtſt nicht weichen nimmermehr; laß mir 
ſo ſicher wallen hier auf deiner ſeyn ins Hertz geſchrieben, daß 
Bahn, bey dem falſchen Wahn. keindinfall noch Betruͤben mich 
9. Doch es iſt umſonſt, weil der von Dir, O HEN! koͤnne ſchei⸗ 
eitle Dunſt dir geblendet deine den mehr. 
Augen, daß fie nicht zu ſehen 15. Ich will ſonſt nichts thun, 
taugen, was hie Gottes Gunſt als alleine ruhn, HER! in dei⸗ 
denen giebt umſonſt, nein Raht und Willen, daß Du 
20. Die ihr Hertz und Sinn ſelber kanſt erfüllen, was noch 
richten gantz dahin, daß ſie ih⸗ iſt zu thun, laß mich in dir ruhn. 
rem GOtt gefallen, u. na Jon 16. So werd ich wohl dein, und 
vor andern allen, haben geben Du bleiben mein, wenn nichts 
chin ihren gantzen Sinn. mehr in mir von allen, als was 
I. GOtt! mein eintzigs Theil, Dir nur Fan gefallen: werde ich 
ſchaffe Fried u Heil meiner Seel wohl dein, u. Du bleiben mein. 
in allen Sachen, denn ich weiß 6 1 
ſonſt nichts zu machen, als in 35 
Dir, mein Theil, fuchen Fried H Er JEſu Chriſt! ach ſie⸗ 
und Heil. he doch die Schmertzen dei⸗ 
12. Volle Glaubens⸗Kraft ner Lieben! enbind fie von des 
wird durch dich verſchafft, war Treibers Joch, eh fie find auf⸗ 
1 83. gerie⸗ 


208. 
gerieben vous Feindes Wuth ben, damit ich gantz dein eigen 
und boͤſem Grimm, der wider ſey: ich werd nicht unten liegen, 
fie mit Ungeſtumm ſehr ſchnau⸗ weil Du mein Prieſter u. Pro⸗ 
bet, würt und tobet. phet mir rahteſt, daß es gluͤck⸗ 
2. Er thut ja noch in deiner lich geht, zum Trotz der Macht 
Heerd viel arme Schaf verwun⸗ der Feinde. | 
den: und hat bisher uicht aufge- 6. Mufich ſchon ſehn der Wun⸗ 
hört in Tagen, Naͤcht⸗ und den viel bey deiner armen Heer⸗ 
Stunden. Drum thut es mir de: fo ſetzeſt Du doch Maaß und 
ko ſchmertzlich weh, wenn ich Ziel, daß nichts verderbet werde 
vor meinen Augen ſeh die von dem, das Du durch deine 
Wunden meiner Lieben. Hand gebauet und gebracht in 
3. Ich ſeh es zwar, und kann Stand, daß es ſoll bleiben ſtehẽ. 
nicht thun, was mir zu rahten 7. Es wird der harte Eigen⸗ 
dienet: ich muß in deinem Wil⸗ Sinn doch meiſtens nur verle⸗ 
len ruhn, weil Du haſt ausge⸗ tzet: der ſich in Hoffart imerhin 
foͤhnet der Schulden viel und ſehr hart entgegen ſetzet wider 
Schwachheit groß, da Du ver⸗ die weiſe Gottes⸗Zucht, wodurch 
lieſt deins Vaters Schoos, und man bringet wahre Frucht, nach 
kamſt zu uns auf Erden. ſeinem Raht und Willen. j 
4. Und nameſt unſte Schwach⸗ g. Ihr Brüder, mercket Got⸗ 
heit an, mit Kraft zu uͤberwin⸗ tes Raht, den Er euch vor thut 
den: drum biſt Du auch, der hel⸗ leſen: in Lieb euch lang getragen 
fen kann, wenn wir uns ſo be⸗ hat, da ihr nicht kont geneſen in 
finden, daß wir nicht wiſſen eurer eignen Kraͤfte Muth, wo⸗ 
aus noch ein, gantz klein und tief durch ihr nur des Lammes Blut 
gebeuget 1105 von Schmertzen zertreten und geſchaͤndet. 
deiner Lieben. b 9. Drum fangt ein ander We⸗ 
5. Doch halt ich an bey meiner ſen an, als wie bisher geſchehen: 
Treu, die Du ins Hertz geſchrie⸗ denn JEſus zeigt die on | 
VBahn 


DP 


2 


Bahn, Ihm muͤſſet ihr nachge⸗ 
hen. Verlaßt den ſtoltzen Ei⸗ 
gen⸗Sinn, der ſich in Hoffart 
imerhin der Lieb entgegen ſetzet. 

10. Seht doch wie manche har⸗ 
te Schlaͤg der Eigen⸗Will ver⸗ 


ſchuldet: und wie daneben GOtt 


euch traͤgt, und hat bisher erdul⸗ 


det das, was Ihm ſehr entgegen 


war, fo doch ſoll ſterben gantz u. 
gar am Creutz, das aufgerichtet 
1. Zum Zeichen feiner Kirchen 
hier, die ſich nach Ihm thut nen⸗ 
nen: daß dieſes key ihr Kron und 
Zier, wenn ſie Ihn thun beken⸗ 
nen, damit fie ſolches an dem 
Leib ſo tragen, daß nichts uͤbrig 
bleib vom alten eignen Leben. 
12. Das immer GOtt zu wi⸗ 
der ft ſich ſelbſt zu Ehren lebet: 
erhebt ſich uͤber GOtt u. Chriſt, 
u. immer widerſtrebet. Durch 
eigne Lieb ſich ſelbſt verführt, 
daneben ſich in Falſchheit ziert 
mit reinem Tugend⸗Leben. 
13. Und das von auſen nur im 
Schein, womit man ſich beklei⸗ 


guet die Seelen, die ſchon in ſich 


det: als ſoltens Gottes Tu⸗ 
zend fern, daß oft dadurch ver⸗ 


109, 


— 


klein, zum theil auch tief gebtu⸗ 
get ſeyn. Ol das giebt Schinertz⸗ 
und Wunden. 

174. Wann ſolches andre in der 
Still, die etwas naͤher kommen, 
fo sehen, wie dem Eigen⸗Will, 
auch oft bey wahren Frommen, 
gedienet wird als GOtt zu Ehr: 
ſo werden ſie gebeuget ſehr, und 
rufen aus mit Schmertzen: 

15. HErꝛ JEſu Chriſt, das 
Bild zerſtoͤr, fo deinen Namen 
ſchaͤndet, und raubet Dir dein 
Goͤttlich Ehr, in Hoffarts-Sin 
verſchwendet: was deine Gunſt 
und treue Gnad bis daher oft er⸗ 
wieſen hat, zu Ehren dir zu lebẽ. 

16. Ich will indeſſen nuͤnmer⸗ 
mehr von dir mein JEſu, laſſen, 
kom̃t gleich der Feind mit ſeinem 
Heer auf mich, ich will umfaffe 
die Worte von dein theurẽ Eid, 
daß Priſter Du in Ewigkeit u. 
auch vor mich biſt worden. 

17. Der Buͤrge meiner Schul⸗ 
den groß: da ich, in ſchwehren 
Laſten, mit Thraͤn en oft den 
Weg begoß, weil ich Font nim⸗ 
mer raſten im Leben dieſerEitel⸗ 
keit, das ich in der * 

ei 


210. 


2 ĩðDL% ] Ä—:::.!. . .... TEE 
Zeit verbracht nach eitlem Wille man meidet, ſich abſcheidet von 
18. Und weil Du meiner See- dem Scheinen, u. Gut⸗ meinen, 

len Schmertz in mir haft aufge⸗ was ſich nur in Hoffart bruͤſt. 
loͤſet, geheilet das verwundte 2. Wer ſo iſt ausgeruͤſt mit 
Hertz, daß endlich ich geneſet: ſo viel Kraft und Tapfferkeit, der 
fall nur alles von mir hin, was kann im Kriegen ſiegen, ſo daß 
Dir nicht iſt nach deinem Sinn, muß untenliegẽ die groſe Macht 
es ſey Dir uͤbergeben. der Feinde, daß freuen ſich die 
19. Mein Leben ſey zu eigen Freunde, und vermehren, GOtt 
Dir in deinen Raht beſchloſſen: zu Ehren, ihre Kraͤfte, zum Ge⸗ 
wie du es machen wirſt mit mir, ſchaffte, freudig auszuziehn in 
ſo werd ich unverdroſſen gantz Streit. | 
ſauft in deinem Willen ruhn, 3. Drum wohlauf! mercket 
nichts wollen wiſſen oder thun, drauf, daß ihr in vereinter Kraft 
als nur in Dir zu leben. koͤnt fuͤhren aus die Kriege bis 
20. Die ihr noch treu im Bun⸗ zu dem vollen Siege, u. ſtehen 
de ſeyd, kom̃t, lernet dieſe Schu⸗ feſt zur Wehre, daß euch kein 
fe: und trett in Demuths⸗Nie⸗ Feind verſehre, und die Tuͤcke, 
drigkeit mit mir vors Lammes Netz und Stricke, die fie ſtellen, 
Stühle: und werfet in gebeug⸗ euch zu faͤllen, werden ſo zu nicht 
tem Sinn die Kronen zu den Fu ⸗ gemacht. 9 
ſen hin, u. gebet Ihin die Ehre. 4. Haltet aus allen Strauß! 
1 wenn der Feind mit Grimm u. 
375 Wuth ſich gegen euch thut ſetzen 
„ Immels⸗Luſt iſt bewußt ei⸗ wird euch doch nichts verletzen 
H nem Streiter JEfu Ehriſt, wan ihr in allen Proben werd 
weil er iſt feſt verbunden mit dancken und GOtt loben vor die 
Chriſti Blut und Wunden, wo⸗ Rechte feiner Knechte, die Er 
durch man kan geneſen, und zeiget, wenn Er beuget a 
kouunt zum wahren Weſen, da Feinde ſtoltzen Muth. 


* 


SIE, 


5. Dann es ſeynd unſre Feind drum doͤrfen wir es wagen, die 
in die Flucht geſchlagen ſehr; Wunder an zu zeigen, u. langer 
drum konnen ſie s nicht wehren nicht verſchweigen feine Wercke, 
noch GOttes Werck zerſtoͤren, Kraft und Star cte, die Er zeu⸗ 
ob ſie ſchon hefftig ſchnauben; get, wañ Er beuget aller Feinde 
doch ſie den Muth nicht rauben, ſtoltzen Pracht. int 
weil die Thaten ſchon gerahten 9. Ja es muß noch zu Fuß alles 
ſind den Helden, die ſich ſtellten nieder fallen hin, was jetzt ſehr 
vornen au des Koͤnigs Heer. hoch erhoben, und oft thut greu⸗ 
6. Kraft und Ehr bringet her lich toben; ſo wird ſichs doch 
anferm GOtt mit aller Macht bald zeigen, daß fie ſich muͤſſen 
weil Er die Kriege fuͤhret, und beugen vor den Frommen, weñ 
uns, ſein Volck, regieret: drum die kommen ſie zu richten, und 
wollen wir lobſingenz und unſre zernichten ihren harten Hof⸗ 
Opfer bringen, und zu Ehren farts⸗Sinn. 122 

aſſen hören ſchöͤne Weiſen Ihn 10. Freuet euch allzugleich, die 
Seien. weil Er ſieget in der ihr GOttes Eigenthuin, u laßt 
Schlacht. nicht nach zu preiſen, mit vielen 
7. Geht voran, machet Bahn, ſchoͤnen Weiſen, N 
daß Ihm werde zubereit ein dort oben mit Hertz und Mund 
Volck zu ſeinen Ehren, u. thut zu loben, vor die Siege und die 
uch nicht dran kehren, ob ſchon Kriege, die Er maͤchtig und ſehr 
er Feinde Rotten euch nur da⸗ prächtig ausgeführt zu ſeinem 
nit verſpotten: laßt fie machen, Ruhm. Ei: 
hre Sachen gehn zur Stun⸗ 1. Schweiget nicht, bis ein⸗ 
gar zu Grunde, wenn Gott bricht IEſus unſer Held im 
oird ausführn den Streit Streit, Dem es ſo wohl gelun⸗ 
8. Geht einher, bringet Ehr gen, daß Er die Feind bezwun⸗ 
nſerm König groß von Macht, gen; drum muͤſſen unſte Tha⸗ 
heil Er die Fe geſhlager ie 
n J aß 


212, 


daß wir ſiegen, nie erliegen, zerfiören, und ſtch an ihre Re⸗ 
bis wir loben Ihn dort oben vor gierung nicht kehren. 
die volle Sieges⸗Beut. 4. Laſſet uns gehen, ihr Kin⸗ 
une e eee e der der Liebe, freudig am Rei⸗ 
ER NPD hen mie Pracht, 
ER Auchzett ihr Kinder von Zi⸗ daß wir aus heiligem Göftlis 
6 on geboren, dancket u. ruh⸗ chen Triebe taͤglich hoch ruͤhß⸗ 
met den Koͤnig von Macht, Der men des Koͤniges Macht, weil 
euch hat unter den Heiden er⸗ Er ſich kraͤftig und herrlich er⸗ 
koren, und aus den Voͤlckern weiſet, den Scheidel unſerer 
zuſamen gebracht: laſſets micht Feinde zerſchmeiſet. 
fehlen, Ihn ſtetig zu preiſen, 5. Tretet um Bunde noch naͤ“ 
ruͤhmet Ihn herrlich mit Goͤtt⸗ her zuſammen, laſſets hell 
lichen Weiſen. ſchallen mit Goͤttlichem Klang; 
2. Voͤlcker und Voͤlcker die weil wir entzündet mit him⸗ 
werden ſich beugen, wann ſich liſchen Flammen, daß wir Ihn 
der Konig von Zion gufmacht, ruhmen mit frohem Geſaͤng, 
und sich an feinem Volck herr⸗ und ſo in Freuden die Wege 
lich wird zeigen, das jetzund oͤf⸗ fort wallen, damit wir unſerem 
ters von Babel verlacht: der Koͤnig gefallen. 
Heiden Ehre muß werden un mm m I. 
nichte, und kann nicht bleiben BIT 
in Gottes Gerichte. o geh gebuͤckt den gantze 
3. Der HErr iſt mächtig, ein J Tag, u. folge meinem IE⸗ 
König der Ehren, zerbricht die ſu nach: und trag fein Exeutz 
Stühle der Hohen auf Erd; mit Schmertzen. Ob ich dad 
des müuͤſſen fehrecken, die ſol⸗ bey ſchon im Genuß durch ſei⸗ 
ches thun hören, damit ſeinNa⸗ ner Liebe Ueberfluß dea a 
me noch herrlicher werd: Er werd im eee 
eil m J 

n 


wird die Machten der Feinde Leiden doch ohn Ziel / w 
and 0 


a 


213. 


ner Feinde find ſo viel. Zuverſicht, mein Schutz⸗GOtt, 
2. Dann oft muß fuͤhlen, daß und meins Lebens⸗Licht, Der 
die Freund nicht weniger, als mich thut ſicher leiten: u. ma⸗ 
wie die Feind, mir meinen Geiſt chet mich gewiß im Gang, bey 
verwunden, die doch ein Balz vielem harten Druck u. Drang, 
ſam ſolten fern, der flieſet in die und hilft die Feind beſtreiten. 
Wunden ein, und helfen die ver⸗ 


binden, die ſchon der Feind zu⸗ aus, bis daß ich kommen werd 


Drum will ich treulich halten 


vor gemacht, und noch zu faͤl⸗ 
len mich bedacht. 

3. Drum werd ich oft gebeu⸗ 
get ſehr, daß ich muß rufen aus: 
O Herrli thu meiner Seel bey⸗ 
ſtehen wider die Feind ohn alle 
Maaß, die drauf bedacht ohn 


Unterlaß, daß ſie mein Ungluͤck 


ſehen. Doch wenn ich ſo zu 


Ihm thu flehn, laßt Er mich 


eine Hülfe ſehn. fi 
4. Dann oft der Streit 


nach Haus. 
6. Da ich in reicher Frucht⸗ 
barkeit mein Saat, die ich hier 
ausgeſtreut, mit Freuden werd 
einbringe: der Thraͤnen⸗Tranck 
und Myrrhen-Wein wird 
gantz und gar vergeffen ſeyn, 
und ich werd frölich ſingen vom 
Sieg durch ſeine ſtarcke Hand, 
wodurch Er mir gethan Bey⸗ 
ſtand. un ii en 0.8 
ch ſehe ſchon im Geiſt die 


= 
/» 


vunderlich, daß ich auch im Kron, wo auf wird ſetzen Got⸗ 
Erliegen ſieg, zum Trotz und tes Sohn den u die Ihm hier 
Spott der Feinde: die auf mich nachgangen in Spott, Verach⸗ 


auren allzumal damit fie brin⸗ 
en mich zu Fall, zum Schre⸗ 
ken meiner Freunde. So weiß 
ch doch, ich werd noch ſehn, 
| aß fie, die Feind, zu Grun⸗ 


1 


e gehn. ac ene 
5. Dann ſelbſt der Herr ne, 


tung, Creutz und Schmach, 
verlacht, verhoͤhnt, den gantzen 
Tag. Drum koͤnnen fie dort 
prangen in Sieges-Kronen 
nach dem Streit, weil fie hier 
uͤberwunden weit. ia 
8. Ihr Treu⸗ Verlobten in 
5 dem 


214. 


dem Bund, wo kein Betrug in die Proben. Wir ſehen doch 
ihrem Mund und Hertzen iſt ja in dem Geiſt, daß es ſich 
gefunden: freut euch der edlen ſchon zur Ernde weißt, wer 
Traͤhnen⸗Saat, wozu ihr ſeyd ſolte GOtt nicht loben? weil 
durch GOttes Gnad berufen Er uns aus bedachtem Naht 
und verbunden. Denn eure gebracht zu ſolcher hohẽ Gnad. 
Ernde bluͤhet ſchon, und zei⸗ 12. Drum freu ich mich in 
get an den vollen Lohn. meinem Sinn, daß ich auch 
9. Muͤßt ihr ſchon oft mit mit gezehlet bin zur Schaar, 
Schmertzen ſaͤen, gedrückt, ges die prachtig ſteheu mit Harfen 
buͤckt und traurig gehn, und an dem glaͤſern Meer, und ſpie⸗ 
tragen an dem Leibe das Creutz, len ſchoͤn dem Lamm zu Ehr: 
wodurch wir find verfühnt, da und noch dabey zu ſehen viel 
IEſus bis zum Tod verhoͤhnt. Jungfrauen ſehr ſchoͤn im 
Drum jedes ſich verſchreibe, in Gang, die ruͤhmen mit vielLbob⸗ 
Schmmertz und Wehen, Angſt u. Geſang 2 5 —4 
Noth, getreu zu bleiben bis in 13. Das Lamm, fo praͤchtig 
od. b vporan geht, und en dem Ber⸗ 
10. So werdet ihr mit Sie⸗ be Zion ſteht, wo alles ſich thut 
ges⸗Freud, dort nach der Ueber⸗ beugen vor Ihm und ſeiner 
windungs⸗Zeit mit Himmels⸗ gantzen Schaar, die ewig, e⸗ 
Luſt eingehen zu Gottes Woh⸗ wig, immerdar lobſingen ohne 
nung, Haus und Stadt, die Schweigen. O! das zieht oft 
Er ſich ſelbſt erbauet hat, und den Geiſt dahin, daß ich ver⸗ 
werdet praͤchtig ſtehen vor ſei⸗ geſſe, wo ich bin. | 
nem Trohn hell angekleidt, mit 14. Wohn ich jetzt gleich noch 
ſchoͤner weiſſer reiner Seid. als ein Gaſt in Meſechs Huͤt⸗ 
11. Drum freuet euch der ten, da kein Raſt vor meinen 
guͤldnen Zeit: ſteht feſt, damit Geiſt ſich findet: und bin oft 
ihr recht bereit, zu halten aus ſchwartz, wie Kedars mei 
w 


werd ich im Reifen doch nicht 

muͤd, weil ſie nun bald voden- 

det. Deum will ich wailen fort 

die Bahn, bis ich erreiche Ca⸗ 

naan. f 
40. | 

TR EH hab wievr ein? Schritt 


O gethan auf denen ſchmalen 


Himmels⸗Wegen: die enge 
rauhe Creutzes⸗ Bahn bringt 
lauter Fried und Segen | 
2. Dein Hertzen, das ſich gantz 
hingiebt, und laͤßt ſich ſchlagen 
und verwunden: dann, wer ein⸗ 
mal in GOtt verliebt, der wird 
nicht uͤberwunden. 
3. Ob ſchon die boͤſe arge Welt 
ihn ſuchet in den Koth zu tre⸗ 
ten: er achtets nicht, wenus 
Gott gefaͤllt, Der kann ihn 
wohl erretten. | 
J. Und geht es auch durch 
Schmach und Schand, durch 


Suͤmpfe, Pfuͤtzen, Dorn und 
Hecken: daß er der Welt gantz W 


unbekant, er laͤßt ſich nichts 
abſchrecken. 1 
F. Er buͤcket ſich, und macht 


ſich klein, laͤßt alles über 5 g 


muß fi 


27. 


ergehen: geht ſo zur engen 
Thur hinein, uud achtet keiner 
Wehen. | ist] .. 
6. Er richtet ſich nah GOt⸗ 
tes Raht, Der ſolches uͤber ihn 
befchloffen: und fo fein Theil 
beſchieden hat, drum wird er 
nicht verdroſſen. re 
7. Und geht er ſchon oft hin 
und her, und meint, er waͤre 


gantz verlaſſen: ſo bald er ſieht 


auf IEſu Lehr, kann er ſich 
wieder faſſen. 
g. Die zeiget ihm den rechten 
Weg, Ei wahren Vaterland 
zu wallen: dann reißt er fort, 
und wird nicht traͤg, thut er 
ſchon oftmals fallen. 
9. Sein Wanderſtab iſt die 
Gedult, die waͤchßt im Glau⸗ 
ben, Lieb und Hoffen: hat er 
daneben GOttes Huld, ſo iſt 
ſein Ziel getroffen. e 
10. Lind reiſet dann im Se⸗ 
gen fort, bey vilem rauhem 


kommt zur engen Pfort, dann 
alles legen. 
11. Und wann die Welt es 


ſiehet an, daß er den breiten 
d 3. 


Weg 


ind und Regen: bis daß er 


216. 


Weg verlaſſen, und wallt die 17. Indeſſen eilt der Pilger 
enge Lebens⸗Bahn: „ faͤht ſte fort, und laͤſſet fahren, was 
an zu haſſen. f auf Erden; weil ihm, nach dem 
12. Und legt ihm Buͤrd und Verheiſſungs⸗Wort, ein beſſer 
Laſten auf, daß er im Reiſen Theil wird werden. e 
ſoll ermuͤden? doch laͤßt er 18. Die Wuͤſte iſt fein Haus 
nicht von ſeinem Lauff, bleibt und Stadt, allwo er oft in 
von ihr abgeſchieden. Ruh kann raſten: wenn er iſt 
13. Und ob ſie ſchon ſich hart mud und abgematt von Reiß 
verſtellt, und draͤnget ihn uber und Tagzs⸗Laſten. 
die maaßen: ſo gibt ſie ihm nur 19. Die hohe Berg und rau⸗ 
Reiſe⸗Geld, waͤnn er es recht he Weg, wo oft ſehr ſchwehr 
will faſſen. hindurch zu kommen, machts 
* N 22 1 Fetch = nicht traͤg, 
14. Dann wer nicht alles ge⸗ weil gur wahre Feinmen 
ben hin, was von der Walt Gun) dieſem Weg zu bes. 
; PER R er Seit ihr Zeugnuß haben 
geliebt kann werden: der hat angeschrieben: u rank 
noch keinen Pilger⸗Sinn, muß SS oem: UND fo erlangt 
tragen viel Beſchwerden. 11 75 erb eit, weil ſie darin ge⸗ 
15, Er kommt nicht fort auf Rut „ 
dicker Bahn, da find gar hohe ur urn Hoge doch zu⸗ 
Berg zu ſteigen: und ob er e Kunz der di en 
ſchon thut fangen an, jo wird 1e Welt verlaſfe: OSokt macht. 
es ſich doch zeigen. ihn e reuden⸗woll auf 
16. Die ſchwere Laſt halt ihn ſeiner Pilger⸗Straaen. 
urück, daß er muß auf dem 23. Ulnd, wann er feine Reiß 
Weg ermüden: ſuchſt du noch vollendt, ſo gibt ihm Gott 
bey der Welt dein Glück, ſo fein Theil der Gnaden ins Va⸗ 
bleib davon geſchieden ters Haus, als einem Kind: 
f wird aller Sorg entladen. 
| PER | 23. Da⸗ 


217. 


23. Darum, O Welt! blendſt zur frohen Ewigkeit. 
du mich nicht mit deinem fal⸗ 4. Wer ſeine Reiß beruhen laͤßt, 
ſchen Schein ⸗Wohlleben: du bis daß ihm wuͤnſchet Gluͤck die 
kanſt mir doch das kleinſt Ge⸗ arge Welt, ſo doch zerfaͤllt: der 
wicht zu dieſem Schatz nicht ge⸗ bleibet gar zurück. 
ben. 5. Dann ſte ſchreyt aller Orten 

24. Dein eitle Freud, die du er⸗ an, wo fich ein ſolcher findt: fü 
wählt, die endigt ſich mit vielen lauft die Bahn nach Canaan, 
Schmergen : mein Leiden mich und hummliſch iſt gent. 
zu GO TT geſellt, bringt Ruh 6. Doch wer mit allem Ernſt 
und Fried im Hertzen. bedacht, zu halten treulich aus: 

25. Drum will ich dir in dei⸗ der achtet nicht ihr Spott⸗Ge⸗ 

nem Wahn den Wechſel all zu richt, weil er nicht hier zu Haus. 
gerne laſſen: wenn ich zu End 7. Das Lebe hier in dieſer Welt 
auf meiner Bahn, werd ich ein währt eine kurtze Zeit: drum eil 
Beſſers faſſen. 10 510 daß ich den drt erreich 
, NER nenn ann 
| Jen ſchmalen Him⸗ Spiel hier ſind worden vor der 
O mels⸗Weg, und folge IEſu Welt: weil ihr Geſicht dorthin 
nach: weil Er voran gemacht die gericht, nach jener Himmels⸗ 
Bahn durch Schande, Spott Zelt. een 
und Schmach. 9 Wer auf dein Wege fort will 


u. achte nie a e ORDER, Kron entfall n, er kommt nicht 


komun ich nur fort im Lauff; drun. + ed du 
0 Die Welt magr ferränmer, 10. Wer noch an Creaturen 
yu | 2 


1, fie thut mir do 0 kein Leid: klebt, olts auch das Pie 


van im h kein Leid: klebt, ſolts ar | 
ſezeigt nur nur die kechte Spur der koi licht fort, zu 


218. 


Pfort kaun er nicht gehen ein. Stul ſchon über Luft u. Stern: 
11. Dann wer nicht allein ab⸗ fo weiß ich doch daß du wirft 
geſagt, es fen auch was es ſey: noch geſtuͤrtzet von dem Hera 


der iſt kein Chriſt, was er auch 18. Der dir vor deine Sund und 


ſpricht, ſein Thun iſt Heucheley. Schand wird voll bezahlen aus 
12. EinChriſt iſt hier ein Wan⸗ u it Leid und Weh: daß dir ge⸗ 
ders⸗Mann, der ſich mit nichts ſcheh, wie du gemeſſen aus 
haͤlt auf: kein irrdiſch Glück haͤlt 19. Den Freindlingen, die durch 
ihn zurück von feinen Glau⸗ dein Land gereißt als Wanders⸗ 
bens⸗Lauff. Leut. Drum iſt dir auch von 

13. Drum freu ich mich der Qugal ein Rauch bereit in E⸗ 
Sie und achte keinen wigkeit. 

trauß: ob mich ſchon Bott 


n nur Fon 88 sh 80 Yu J 
nach Haus. H ſehe die Pflantzen un 
14. Ich weiß, ich ſuch ein ewig Ba; Paradies⸗Feld vom liebli⸗ 


Gut, das raubet mir kein Feind chen Fruͤhling ſehr herꝛlich aus⸗ 
durch feinen Grimm und Unge⸗ ſproſſen: nun wird wieder ſanf⸗ 
ſtuͤmm: weil ich hab GOTT te, was vor war verftellt, durch 
zum Freund. Herbe und Kaͤlte im Winter ver⸗ 


A u ** —— 


15. Dann alles iſt bey mir ver⸗ ſchloſſen. Da ſtehen die Baͤu⸗ 
lacht, was hier auf dieſer Welt me mit lieblichem Grünen, ſo 
in falſchem Schein will maͤchtig daß es zur Freude und Wohlluſt 


ſeyn: der doch zuletzt zerfaͤllt. muß dienen 


16. Drum fahr nur hin, du ar⸗ 2. Den Seelen, fo tragen im 
S „ mit deinem falſchen Seegen den Bund, und gehen 


chein: dir iſt ſchon heut die am Reihen im Paradies⸗Gar⸗ 


Grub bereit, wo du wirſt fallen ten: und fingen zu Ehren mit 


Hertzen und Mund, ſo daß man 


drein. a 
17. Und fehteft du auch deinen kann hören von mancherley a | 


“ 


ten der Stimmen und Thonen, 
fo höher aufſteigen als vormals, 
damit ſie nicht langer verſchwei⸗ 
ge 


n 

3. Die Wunder des, der ſie ſo 
trefflich begabt, ſo daß ſie ge⸗ 
nieſen viel Paradies⸗Kraͤfte: 
wo Hertze und Geiſte und Seele 
ſich labt, auch kommen geron⸗ 
nen viel himmliſche Säfte, das 
mit ſie im Segen noch beſſer 
ausgruͤnen, das muß dann zur 
Goͤttlichẽ Fruchtbarkeit dienen. 
4. Auch flieſen die Stroͤme vom 
Tempel heraus, der ſtehet in 
Mitten der Paradies-Erden: 
und theilen in Baͤche und Fluͤſſe 
ſich aus, davon alles Lande ge⸗ 
waͤſſert kann werden und ma⸗ 
chet ſchoͤn gruͤnen die Thaͤler u. 
Auen, ſo daß es ſehr trefflich und 
herꝛlich zu ſchauen. 

5. Die Libanons⸗Berge auch 
grünen da ſchoͤn von mancher 
ley Baͤumen, die weit ſich aus⸗ 
breiten: und zeigen die Fruͤchte, 
daß man es kann ſehn an denen 
geſegneten fruchtbaren Weiden. 

a koͤnnen ſich laben die Goͤtt⸗ 


liche Seelen, und freudig 105 a 


219. 


Wunder des HErzen erzehlen. 

6. Auch kaun man da ſehen die 
Heerden zu Hauf, die da ſich ge⸗ 
lagert auf graſichten Auen: da 
huͤpffen die Laͤmmer vor Freu⸗ 
den hoch auf, ſehr herꝛlich und 
lieblich und ſchoͤn anzuſchauen: 
Da ſieht man die Hirten, mit 
freudigem Singen, die Erſtling 
der Heerden zum Opfer dar 
bringen. 

7. Da gehen die Toͤchter ſehr 
prächtig einher in dieſem Gefiel⸗ 
de der Paradies ⸗ Erden: und 
dort kommt entgegen ein jung⸗ 
fraͤuliches Heer, damit ſie zu 
Haufen geſammlet da werde, in 
mitten des Garten, beym Brun⸗ 
nen des Lebens, wo man ſich 
Fan laben umſonſt u. vergebens. 

8. O Wunder! Ich find mich 
auch ſelber dabey auf dieſen ge⸗ 
ſegneten Goͤttlichen Weiden: 
ich haͤtts ſchier vergeſſen, wußt 
nicht, daß ichs fen, den IEſus, 
als Hirte, ſo herzlich thaͤt leiten, 
und floͤſet auch in mich viel Pa ⸗ 
radies⸗Saͤfte, ſo daß ich zum 
Wachſen empfinde die Kräfte. 

9. Ihr Soͤhne und Töchter der 
b Para⸗ 


7 


2 


2.20; ’ 
Paradies⸗Welt! trett freudig feiner Heerden: drum jedes auch 
zu Haufen, und thut mir genie⸗ init mir zu Hertzen es nimm, 
sen den Segen der Fruͤchte von jo wird denn fein Name verherꝛ⸗ 
Libanons Feld: wo Stroͤme des lichet werden. Und wollen Ihn 
Lebens von Bergen rab ftieſen. alle zuſammen erheben, damit 
So muͤſſen die Fluthen euch wir Shin koͤnnen Kraft Ehr 
gantz uͤber⸗ſchweinmen, u alles und Ruhm geben. f 
verdorbene Leben wegnehmen. 13. So wandeln wir freudig 
10. O! himmliſche Fluthen, im Paradies⸗Feld, und trincken 
O heilige Tauff! wer jo iſt be- des Waſſers vom Bronnen des 
ſchweminet und gantz uͤbergoſ⸗ Lebens: und konnen vergeſſen 
ſen: der wachſet m Garten als die irrdiſche Welt/ weil alles ge⸗ 
Federn hoch auf, fo das man ſchencket umſonſt u. vergebens. | 
kann ſehen vom Srühling die Wir wollen indeſſen gepftantzet 
Sproſſen ausgruͤnen mit Zwei⸗ da ſtehen als Bamne an Wa 
gen und Fruͤchten ſehr ſchoͤne, ſern, ſehr lieblich zu ſehen. 
drum jauehzet, und ruhmet mit 14. Mit Aeſten und Zweigen 
Lobes⸗Gethoͤnrke und Blättern und Frucht, daß 
11. Den, der uns bishero fo alles vohkommen im Weſen da 
herrlich gerührt auf graſichten ſtehet: fo wie es Gott ſelbſten 
Auen und koͤſtlichen Weiden: verlanget und ſucht, wann Er 
auch oͤfters die Hertzen in Liebe uns in lockender Liebe nachge⸗ 
geruͤhrt, und thaͤr uns als Heer⸗ het. Dein ſey auch diß alles zu 
den der Schaafe hinleiten zun Ehren geſungen. Ja, Anl! 
Waſſern, da man ſich ſehr treff⸗ es iſt auch durch Ihne gelungen. 
lich kann laben. Drum koͤnnen 15. Wir wollen nun ſchlieſen 
wir allzumal Zwillinge tragen. und dringen hinein ins Innere. 
12 Dieweil wir ſind kominen wo man in GOtt kann geueſent 
-fehr rein aus der Schwem, wo da trüffen auf hoͤren die Bilder 
Ieſus gewaſchen die Schaaf und Schein, ſennt allen, was 
ö N A men⸗ 
| * 


1 


— 


22% I, 


menſchliches Sinnen erleſen, net, ich waͤre befiegt. ji 
denn das iſt auch Gottes ſelb⸗ 5. Sind es nicht die Feinde, fo 
ſtaͤndiger Wille. Drum auf! oft ſich verſtellt, mit heuchleri⸗ 
und erſenckt euch hinein in die ſchem Hertzen verleugnen die 
ill 1 Welt: und nannten ſich Bruͤ⸗ 
Brit | der, am Leibe Mit⸗Glieder, weil 
8 13. fie ſich in Falſchheit zur Zahl 
Ch ſehe mit Freuden den mit gezehlt? | an 
himliſchen Lauff, wann hei⸗ 6. Ich werde indeſſen erfreuet 
lige Seelen geſammlet zu Hauf, gantz ſehr, die weil G Ott hat ſel⸗ 
mit herꝛlichem Singen und lieb⸗ ber gerettet fein Ehr: und mach⸗ 
lichem Klingen und ſteigen von te zu Schanden die falſchen Ver⸗ 
Zeiten zu Zeiten mehr auf wandten, thut kraͤftig vertretten 
2. Jus hünmliſche Leben: da ſein glaubiges Heer. 
ohne Verdruß man ſtetig em⸗ 7. Drum lauff ich mit Freuden 
pfindet den Liebes⸗Genuß, und den Goͤttlichen Weg, und achte 
Goͤttlichs Gedeyen. Drum laſ⸗ kein Schande, noch Marter noch 
ſet uns freuen, zu kuͤſſen einan⸗ Schläg : dieweil ich verſpuͤret, 
der mit heiligem Kuß. daß GOTT fein Volck fuͤhret, 
3. Ich werde erfuͤllet mit him⸗ u. ſchuͤtzet fie wider des Feindes 
liſcher Lieb, dieweil ich thu mer⸗ Geraͤck. it 
cken, was kraͤftige Trieb, zum 8. Drum kan mich nicht ſchwaͤ⸗ 
Goͤttlichẽ Leben, in die wird ges chen ihr grimmige Wuth und 
geben, wo feſt ſich verbunden falſches Verhoͤnen: Gott haͤlt 
Dem, der fie geliebt. mich in Du ohn einiges Wan⸗ 
J. Vas iſt es dann, das mich cken, zu bleiben in Schrancken, 
noch ofte ſo druͤckt? ſo daß ich ſo daß nichts kann rauben den 
nuß gehen ſehr nieder gebuͤckt: Goͤttlichen Muth. | | 
1.fühledie Schmertzẽ im Geiſte 9. Ihr Brüder und Glieder am 
ind Hertzen, ſo daß es auch Karte heiligen Leib, von JEſu erkauft 
| 62: zum 


222, 


— — nn m — 4 


zum jungfraͤulichen Weib: ſeyd noch naher zufammen gebracht: 
him̃liſch im Leben, fo wird euch und koͤnnen ſich laben mit him̃li⸗ 
gegeben die Liebe, wodurch man ſchen Gaben, zu trotze dem Fein⸗ 
die Feinde vertreibt. de, der ſte mur verlacht. | 
10. Und werdet ſchoͤn leuchten 15. Ich ſehe im Geiſte den him̃⸗ 
mit herꝛlichem Schein, hell liſchen Sinn der Seelen, wo ich 
brennend als Lichter, und trun⸗ hier verbunden mit bin: weil ſie 
cken vom Wein der Goͤttlichen ſich fo üben nur JEſum zu lie⸗ 
Liebe, O heilige Triebe! die FE= ben, Ihn gaͤntzlich zu eigen ges 
ſus gegeben in Seelen, die rein. geben ſich hin. | 
11. Lind alles verlaffen aus 16. Drum freu ich mich inigſt, 
Goͤttlichem Sinn, gegeben von ohn gleiſſenden Schein, der hei⸗ 
Hertzen gantz williglich hin: das ligen Göttliche Liebes⸗Gemein, 
mit ſie vor allen nur Ihme ge⸗ von eiffrigen Seelen, die anderſt 
fallen, drum bringets auch Se⸗ nichts waͤhlen, als leben keuſch, 
gen und lauter Gewinn. zuͤchtig, jungfraͤulich und rein. 
12. So daß man kañ lebẽ in ſte⸗ 17. Die werden ſehr prächtig 
tem Genuß, in heiligem Scher⸗ von innen geziert mit Blumen 
Ken gantz ohne Verdruß: mit der Tugend: dieweil ſie berührt 
lieblichem Singen Ihm Opfer vom Funcken der Liebe, durch 
zu bringen, und zeigen den Se⸗ heilige Triebe, und ſelbſten vom 
gen vom Liebes⸗ Genuß. Koͤnig von re — 
13. Ihr treulich⸗Verlobten im 18. So daß fie gehn herzlich 
Goͤttlichen Bund, von himmli⸗ und prächtig einher mit freudi⸗ 
ſcher Liebe im Hertzen verwundt: gem Jauchzen nach feinem Bes 
geht praͤchtig am Reigen, und gehr: ders laͤſſet gelingen, thut 
tinget ohn Schweigen, den Koͤ⸗ felber bezwingen die Feinde, ſo 
nig zu loben all Tage u. Stund. ſchaͤnden ſein Göttliche Ehr. h 
14. So werden die Geiſter recht 19. Drum werd ich im Siege 
munter gemacht, durch Liebe erfüllet mit Freud, weil Jeg 
| | en 


den Kaͤmpfern ſelbſt ſtehet zur 
Seit, und fuͤhret die Kriege mit 
herzlichen Siege ſehr trefflich 
als König und Helde im Streit. 

20. Und rufe mit Freuden den 
Seelen im Bund, den Koͤnig zu 
loben mit Hertzen u. Mund: der 
alles in Haͤnden, u. Huͤlfe wird 


ſenden, wann kommet die frohe 


Erledigungs⸗Stund. 

21. Drum bleibet im Wege, 
geht freudig im Gang entgegen 
mit Sieges⸗ und Lobes⸗Geſang, 
im Goͤttlichen Frieden, von al⸗ 
lein geſchieden, was oͤfters das 
Leben macht ſauer und bang. 

22. So werden wir alle zum 
Eingang bereit, wenn ſich wird 

kröſſten die güldene Zeit: da alle 
zuſamen den herzlichen Namen 
des HErꝛen erheben mit ewiger 
Freud. 


23. Wir wollen indeſſen feſt 


333; 


44. 
Ch ſtehe gepflantzet unGat= 
8 ten der Liebe: drum thu ich 
empfinden viel Goͤttliche Trie⸗ 
be von himmliſchen Saͤften, 
die in mich RE wodurch 
das verderbliche Leben bezwun⸗ 

en. 5 

u Drum will ich hoch ruͤhmen 
die Goͤttliche Thaten, wodurch 
mir bis hero iſt alles gerahten: 
wo oͤfters geſchienen, ich waͤre 
bezwungen, iſt es mir doch wie⸗ 
der durch Leiden gelungen. 

3. Drum bin ich erhaben in 
Freuden des Herzen, und will 
mich noch naͤher in Liebe hinkeh⸗ 
re zu deme, ſo machet verſchwin⸗ 
den die Leiden, und thut mich er⸗ 
fuͤllen mit Goͤttlichen Freuden. 

4. Dann, wo ich auch oͤfters in 
Schmertzen geſeſſen, da wurd 
ich zuletzte durch Lieben geneſen: 


ſchlieſen den Bund, den König ſo daß ich einpfunden viel Goͤtt⸗ 
zu loben mit Hertzen u. Mund, liche Kraͤfte, die machten mich 
in kindlichem Lalle, nach ſeinem freudig ins Denen Geſchaͤfte. 
Gefallen, Ihm leben zu Ehren 5. Und wo es geſchienen, ich 
all Tage und Stund. müßte vergehen, in Leiden und 


| e Schmertzen, in Aengſten und 
| ee Wehen: da fand ich, daß JE⸗ 
0 X Eez. ſus 


N N 


ſus mir ſelbſten zur Seiten, u. drum will ich hoch ruͤhmen dein 
half mir im Kampfe die Feinde Goͤttliches Rechte, weil Ou mich 
beſtreiten. erloͤſet von ſolchem Geſchlechte/, 

6. Drum will ich Dir daucken 1x. So wider Dich ſtreitet mit 
und taglich lobſingen, O IJ Eſul hefftigem Toben, in falſcher in ⸗ 
weil Du es mir laſſen gelingen: bildung fish greulich erhoben: 
und haſt mir geholfen in bitte⸗ drum muͤſſen ſie alle zu Grunde 
ren Schmertzen, wann ich oft vergehen, weil fie nicht in dei⸗ 
ver wundet im Geiſte u. Hertzen. nein Gerichte beſtehen. 

7. Ich hab es gelobet, es ſoll 12. Drum dancket und ruͤh⸗ 
dabey bleiben, daß ich mich will met den herꝛlichen Namen, die 
wieder aufs neue verſchreiben: ihr ſeyd geboren aus Abrahams 
da wann ich erwaͤge, wie Du Saamen, u. mit mir gepflan⸗ 
mich getragen, jo kan ichs gantz tzet zum Goͤttlichen Leben, das 
freudig im Glauben hin waͤgen. IEſus uns ſelber von oben ge⸗ 

8. Mein Hertze zerſchmeltzet geben. 44 
aus Goͤttlicher Liebe, ich kann 13. Und habet geſehen viel treff? 
es nicht ſagen, was heilige Trie⸗ liche Thaten, die GOTT uns 
be ich inigſt einpfinde von Dans erwieſen und laſſen gerahten: 
cken und Loben: weil Du mich drum wollen wir taͤglich die 
erhalten in Leiden und Proben. Wunder anzeigen mit Dan⸗ 

9. Und machteſt zu Schanden cken und Loben ohn einigs Ver⸗ 
die, ſo mir entgegen, ſo daß ſie ſchweigen. ch 
ſich mußten zun Fuͤſen hinlegen: 14. Dieweil wir ja alle den 
und werden zerſtreuet und alle Segen genoſſen, womit Er uns 
zernichtet, dieweil ſie ſich wider ſelber von Juen begoſſen: drum 
dein Erbe gerichtet. wollen wir zeigen die herꝛlichen 
10. Daſſelbe zu fahen mit man⸗ Fruͤchte, die in uns gewachſen 
cherley Raͤncken, und heimli⸗ im himmliſchen Lichte. 1 
chen Tuͤcken, die ſie ſich erdenck:: 15. Wir wiſſen ja, ar N | 

1 TE ne Ott 


GO TT ſelber regieret, und hat 
“uns bishero fo herzlich gefuͤhret, 
ſo daß wir erlernet viel heilige 
Sitten, wodurch wir die Mens 
ge der Feinde beſtritten. 

16, Drum woll u wir Ihn ruͤh⸗ 
men mit Dancken und Loben, 
damit auch ſein Name werd in 
uns erhoben zum Zeichen der 
Liebe: wir wollen hoch preiſen 
ſein n herzlichen Namen mit 
Goͤttlichen Weiſen. 2 

17. So daß auch ſehr trefflich 
von Innen aus ſchallen viel lieb⸗ 
liche Lieder nach feinem Gefal⸗ 
len: und alſo den Segen durch 

Segen geniefen, wann wir ſo 
zuſammen in Liebe eiuftieſen. 
18. Und wachſen ſehr ſchoͤue 
im Paradies⸗Garten, genieſen 
die Fruͤchte von maucherley Ar⸗ 
ten: zu Ehren dem, der uns gibt 
Goͤttlichs gedeyen, drum wol⸗ 
len wir alle von Hertzen uns 
Tetieil. Mat at. te ee 
19. Und taͤglich hoch ruͤhmen 
die Wunder uͤnd Thaten, die an 


uns bishero ſo trefflich gerahtk:: 24. So werd! bleibe 
leweil wir da ſtehen vom HEr⸗ und ewig beſtehen, wann alles 


en erbauet, daß alle Welt ſol⸗ zerfallen und unter wird gehen, 
A mein 


225, 


ches init Augen aywanın. 

20. Drum ſteh ich, und werde 
auch nimmermehr weichen, bis 
daß ich werd voͤllig im Siege 
erreichen die Krone der Ehren, 
ſo IEſus erworben, da Er an 
dem Staimne des Creutzes ges 
ſtorben. 

21. Dann weil ich geſuchet ein 


heiliges Leben, mich ganslich 


daneben zu eigen Ihm geben: 
drum hab ich gefunden, den mei⸗ 
ne Seel liebet, zum Trotz mei⸗ 
ner Feinde, die oft mich geſiebet. 
22. Und machten mir Leiden 
u. Wehen im Hertzen, ſo daß ich 
empfunden oft bittere Schmer⸗ 
tzen: die ſind nun geheilet, ſo 
daß ich geneſen, weil GOtt mich 
Ihm ſelber zu eigen erleſen. 
23. Und weil ich im Schooſe 
der Liebe thu raſten, drum wird 
mich hinfuͤhro kein Feind mehr 
autaſten, und ob ſte ſchon oͤfters 
noch ſuchen zu raubẽ die Goͤtt⸗ 
liche Kräfte und ſchwaͤchen den 


Glauben: M 
h doch bleiben 


und 


226. 


u. werde dort fingen mit Jauch⸗ 


ſchweigen. 
25% 


ja nimmer im Loben erweichen, 
damit wir dort alle zuſammen 
erreichen 

26. Das, was uns verſprochen 
und theuer erworben, da JE 
ſus iſt für uns am Creutze ge⸗ 
ſtorben: und hat uns geſchencket 
ein heiliges Leben, drum wird 
Ihm Kraft, Ehr und Ruhm 
ewig gegeben 

27. Von allen, die IEſus zu: 
ſammen gezogen, und ſelbſten 
die Hertzen durch Lieben bewo⸗ 
gen: ſo daß ſie auch alles um Al⸗ 
les Ne um alſo nach ſeinem 
Gefallen zu leben. 


45. 

CH werde kraͤftig angezo⸗ 
. gen, weil GOtt mich hat 
durch Lieb bewogen, zu fliehen, 
was betruͤglich gleißt, und mich 


or uch» erfüllt mit ſeinem Geiſt 
zen am Reigen; drum will ich 
auf Erden auch nimmermehr 


hr Brüder und Schwe⸗ 
ftern! kommt, helfet mir ſin⸗ 
en, damit wir GOTT unſtre 
pfer darbringen: u. laßt uns 


bunden, weil ich in Ihm num 
alles funden: u. kann auch nim⸗ 
mer irꝛe gehn, weil ich werd un 

beweg 


— — 


2. Drum thu ich täglich in 
mir ſpuͤhren, daß Er mich thut 
hinein waͤrts führen: da ich ge⸗ 
nieß verborgne Kraft, die mei⸗ 
nein Hertzen Leben ſchafft. 

3. Drum thu ich gang in Ihm 
zerflieſen, weil Er mich laͤſſet ſo 
genieſen das wahre Gut / ſo nuin⸗ 
mer truͤgt, und Hertz und Geiſt 
und Seel vergnuͤgt. 

4. Und will auch ſtetig in Ihm 
bleiben, daß auch kein Feind mich 
ſoll abtreiben: ſo kann ich leben 
ohn Verdruß, und ſtets einpfin⸗ 
den den Genuß. 

5. So meiner Seelen Nah⸗ 
rung giebet, weil ſonſt nichts 
wird von mir geliebet: was mir 
im Geiſt nicht bringt Gewinn, 
das geb ich alles willig hin. 

6. Und will noch tiefer in Ihn 
dringen, zu bleiben in Ihm mich 
bezwingen, ſo werd ich gantz 
nach ſeinem Sinn von mir zu 
Ihm genommen hin. 1 

7. Und werde aller Laſt ent 


3. Und will in feinem Willen 
ruhen, nichts wollen, wiſſen, 
oder thuen: als was ſein Geiſt 
in mir einſpricht; das iſt die 
rechte Liebes⸗ Pflicht. 

9. So wird ſein Bild noch hier 
auf Erden in mur voll aufgerich⸗ 
tet werden: und komm in voller 
Mannheits⸗Spur zur rechten 
Goͤttlichen Natur. 0 
10. Da alles wird im Ziel vol⸗ 
lendet, was ſich oft hin und her 
gewendet. Die Liebe hat kein 
ander Ziel, ſie ruht allein in 
Gottes Will. 

11. Kommt Seelen, die ihr 
mit gezehlet, und habt das be⸗ 
ſte Theil erwaͤhlet: ergreifft den 
tief⸗verborgnen Sinn, und ge⸗ 
bet Allg um Ailes hin. 
12. So wird das innre Gei⸗ 
ſtes⸗Leben euch viel geheime 
Kräfte geben: und zeigẽ die ver⸗ 
borgne Spur zur rechten Goͤtt⸗ 
lichen Natur.... 
13. Wo Stille, Ruh, u. wah⸗ 
er Frieden, und man von al⸗ 
em abgeſchieden: was in dem 
Heiſt nur bringt Verdruß, und 


aubt den Goͤttlichen Genuß. Ff 


| 427 
14. Hier findet ſich das wa h⸗ 
re Weſen, wo man kann recht 
in GOtt geneſen. Was oͤſters 
Sorg uns Muͤh gemacht, iſt 
hin, und in Vergeß gebracht. 
15. Man xuht un ſtilien Got⸗ 
tes⸗Hiumel, iſt frey von allem 
Welt⸗Getuͤmmel, kein Eitles 
mehr das Hertz bethört, weil 
man iſt gang hinein gefuͤhrt. 
16. Ins Heil ge, wo GOT 
ſelber wohnet, und nur mit lau⸗ 
ter Segen lohnet. O ſelig! 
wer diß ſagen kann, der wird 
geſpeißt mit Himmels: Mann. 
17. Drum ift mein Hertz in 
Lieb zerfloſſen, weil ich das hoͤch⸗ 
ſte Gut genoſſen: die eitle Welt 
mit ihrem Schein ſoll ewig nun 
vergeſſen ſeyn. 5 
18. Kommt, Liebſten, die ihr 
oft geſeſſen um Schmertz, wo 
ihr nicht kontt geneſen: ſeht, 
was vor Ruh und Sicherheit 
genießt man ſchon in dieſer Zeit. 
19. Wo man hat alles uͤber⸗ 
geben, in Gott allein nur ſucht 
zu leben: drum jaget nach dem 
einen Ein, ſo koͤnt ihr hier ſchon 
| 46. ICh 


228. 


46. weil Er mir thut Beyſtand. 

C will den HErzen loben 5. Wer GO / von Hertzen 
Ri) vor feine groſe Treu, weil in meinet, dem Fan es fehlen nicht, 
fo vielen Proben Er mir geſtan⸗ obs ſchon oft anders ſcheinet, fo 
den bey, u. thaͤt mir helfen aus: hat Er doch gericht fein treues 
wañ alles ſchien zerrinen, wurd Vater⸗Hertz zu denen, die Er lie⸗ 
feiner Huͤlf ich innen, bey ſchwe⸗ bet; wenn ſie durch Leid betruͤ⸗ 
rem Kampf und Strauß. bet, thut heilen ihren Schmertz. 

2. Drum freu ich mich von Her⸗ 6. Sein Nam iſt groß u. maͤch⸗ 
tzen, u. wills verſchweigen nicht, tig, in ſeinem Heiligthum gehts 
weil Er in vielen Schmertzen loͤblich zuu praͤchtig; weil man 
ſein Aug auf mich gericht, und da ſeinen Ruhm u. groſe Macht 
bot mir ſeine Hand: wann ich in ausbreit t: bey denen, die GOtt 
Leid und Wehen geſchienen zu ehren, muß ſich ſein Lob vermeh⸗ 
vergehẽ, thaͤt Er mir thun Bey⸗ ren in Zeit und Ewigkeit. 


ſtand. | 47 | 

3. Drum will ich Ihm lobſin⸗ 11 ieiähle Me 2 
gen all Zeit und Tag u. Stund, CE Hr Bruͤder und Schweſtern 
und Freuden⸗Opfer bringen, von oben geborn, laßt fal⸗ 
weil an mir worden kund ſein len den ea wil e wo 340 
groſe Gottes⸗Treu; dabey mich die Hertzen, weil JEſus uns alle 
laſſen wiſſen ſein Wahrheit und zur Freude erkorn: was kraͤn⸗ 
Zeugnuͤſſen, u. macht mich loß cket man ſich, wann Hülfe ge⸗ 
und frey bricht? und ob es auch 2 


4. Von denen, die mir ſtellten wir wären verlorn. | 
viel Bande, Netz und Strick, 2. So muß uns doch ſolches 
und ſuchten mich zu fällen, die nur förderlich feyn, wenn wir es 
kehrte Er zuruͤck, und machte ſie recht faſſen, uns Ihme gelaſſen 
u ſchand; ſo daß ſie muͤſſen ſe⸗ ergeben, und ruhen in Ihme al⸗ 
en, daß ich noch kann beſtehen, lein, in ſtetem Genuß, und >= 

) er⸗ 


229. 


Verdruß; weil Er uns erquicket übt, wird täglich belohnet mit 
mit Goͤttlichem Wein. Leiden und Schmertz. 
3. So haben wir Friede und 7. Ach lernet doch JEſum im 
eude zugleich, wenn wir uns Geiſte erſehn! und jeher, wie rei⸗ 
b finden, u. laſſen verſchwinden ne Er alſo erſcheine: und ob ihr 
das, was uns verhindert vom auch alſo vor Ihme koͤnnt ſtehn⸗ 
Goͤttlichen Reich: und ſchwaͤ⸗ was zaudert ihr noch, ermannet 
chet den Lauff, zu halten uns euch doch, wie koͤnnet ihr ſonſten 
auf. O werdet doch nimmer⸗ ins Heiligthum gehn. 
mehr matte noch weich. . Wer noch iſt beflecket mit hu⸗ 
4. Und ſolte zuweilen die Huͤl⸗ riſcher Lieb, hat täglich im Her⸗ 
fe verziehn, fo werdet nicht ban⸗ tzen nur Leiden und Schmertzen, 
es dauret nicht lange, fo muͤſ⸗ drum folg ich dem heilige Goͤtt⸗ 
en die Feinde mit einem Wort lichen Trieb: und ſage rein ab, 
fliehn: wen wieder erſcheint, ders verſencke ins Grab, was mich 
fehlen gemeint. O ſelig! die noch kan ſcheiden vonGoͤttlicher 
ich um nichts anders bemühn. Lieb. 
5. Als lieben den Koͤnig mit 1 
heiliger Brunſt, die ſchmecken ers 
die Güte in ihrem Gemuͤthe, Hr Bürger des Himmels! 
und werden begabet mit himm⸗ Ni kommt alle zuſammen, en⸗ 
liſcher Gunſt. O edlerchenuß! da zuͤndet die Hertzen mit himm⸗ 
ohne Verdruß man liebet, weil liſchen Flammen: das Feuer 
Er uns giebt alles umſonſt. der Liebe zum Goͤttlichen Les 
6. Wo JIeEſus Lieb herꝛſchet, ben hat in uns der König des 
da brennet das Hertz in Gottli- Himmels gegeben. 
chen Flammen, die ſchlagen zu- 2. Das machet recht bruͤnſtig 
ſammen, und machet oft kuͤſſen und ſtaͤrcket un Leiden, ver⸗ 
init heiligem Schertz. Wer ans wandelt dieſelben in Göttliche 
ders was liebt, und ſich ich e Freuden: zu loben den an 
fe 5 2. . mit 


230. 
mit freudigen Zungen, Dem al⸗ Goͤttlichen Frieden, genieſen 
les fo treffuch bishero gelungen, das himmlische Leben hienie⸗ 
3. Drum ſchallen von Innen den: das Kraͤncken und Deu⸗ 
viel liebliche Lieder, wir op⸗ cken iſt alles verſchwunden, 
fern dem Schoͤpfer dieſelbigen was vor war verlohren, iſt 
wieder zur Gabe, die Er uns wieder gefunden. 
von oben gegeben, um alſo nur 8. So lebt man zu Ehren dem 
Ihme gefaͤllig zu leben. Koͤnig von oben, und ſinget 
4. Drum werde nunmehro Ihm Lieder in Leiden u. Pro⸗ 
nichts anders gehoͤret, als wie ben: weil Er uns gezieret mit 
ſich die Gabe des Vaters ver⸗ Goͤttlichem Leben, drum wird 
mehret im heiligen Feuer Ihm Preiß, Lob und Danck 
im himmliſchen Lichte: Damit ewig gegeben. e ee 
wir ausbreiten die Vunder⸗ De ei 
Geschicht. e 1 
5. Weil Er uns geſchencket Hr Gaͤſte, imachet euch be⸗ 
ein Goͤttliches Leben, und hat J reit zur Lames fan | 
uns Sich ſelbſten zu eigen ge⸗ zeit⸗Freud, und ſchmücket euch 
geben: wer ſolt nicht beſingen aufs allerbeſt: denn wie es ſich 
die Wunder der Liebe, die in anſehen laͤtzt, fo iſt dieſelbe nah 
uns geriofien aus Goͤttlichein vor unſrer Thuͤr; drum werdet 
Triebe. Freuden⸗voll mit Himels⸗Gier. 
6. Drum werden wir taͤglich 2. Zieht an das reine Hochzeit 
aufs Neue begoſſen mit Stroͤ⸗ Kleid, ſeyd angethan mit Tay 
men der Liebe, die kommen ge⸗ ferkeit, zu ſtehen vor des Feindes 
floſſen vom Brunnen des Le⸗ Grimm: hört, wie euch ruft 
ens, der in uns ausquillet, das der Wächter Stimm, daß ihr 
mit das Verlangen des Her⸗ ſolt Tag und Nacht nur ſeyn bes 
tens geſtillet. dacht, daß eure Lainpen ins 
7. So ruhen wir ſanfte im Geſchick ge bracht. vie 


233, 


3, Der Feind wird wagen was 7. Drum ſanunlet wahre Le⸗ 
er kaun; ſteht man nicht als ein bens⸗Kraft, daß ihr nicht wer⸗ 


tapfrer Mann, ſo fallt dahin det weggeraft im Grimm des 


der Helden⸗Muth, der Kampf Zorns, wie eine Fluth: ſeht was 
komunt nicht bis auf das Blut. Gott denen Sundern thut, die 
Drum wohl dem, der in Glau⸗ hier gelebt in Frevel, Trug und 
bens⸗Munterkeit iſt angethan Lift, gehaßt, geſchmaht, ge⸗ 
mit Kraft und Tapferkeit. ſchaͤndet jeden Chriſt. 


4. Der wird in allem Kampf g. Die vierthalb Jahre gehen 


und Strauß auch halten koͤnnen an: O ſelig! wer diß mercken 
freudig aus: und ſo, daß auch kann, damit er ſammle Glau⸗ 
nichts trennen mag, zu ſtehen bens⸗Kraft, und nicht mit wer⸗ 
e e erwartend nur de weggerafft, wen Gottes Zorn 
allein in ſüſer Still, zu ſehen, und ſchwehre Donner⸗Stimm 
was des HErren Winck u. Will ſich rächen wird an ſeines Fein⸗ 
. So waͤchßt man in dem des Grimm. ALL 

Glaubens⸗Lauf,im Fallen ſteht 9. Der jetzt ſehr hoch erhaben 
man freudig auf, ermannet ſich iſt, zu herꝛſchen über Gott und 
in Geiſtes⸗ Kraft, der allzeit Chriſt, u. feiner Glieder heil ge 


Sieg und Heil verſchafft bey des Zahl, die zu dem frohen Abend⸗ 


nen, die in ſteter Wachſamkeit Mahl gerufen, durch der Waͤch⸗ 
bereit zu ſtehen in des HErꝛen ter ſtarcke Stun, mit welcher 
Streit. Ex zerſchmettern wird der Fein⸗ 
6. Wider das Thier und Anti⸗ de Grimm. 9 7177 

chriſt, das ſich in Frevel, Trug 10. Durch feinen Arm gewal⸗ 
und Lift, bishero hat gebrüfter tiglich Er rette wird gantz wun⸗ 
ſehr, geſetzet wider Gottes Heer: derlich die, welche rufen Tag 
drum wird der HErꝛ ihn bald und Nacht: damit bald werd ein 
mit ſeinem Schwerdt zerhauen, End gemacht dem Frevel⸗Hauf⸗ 
und pertilgen von der Erd. 8 1550 durch ann, ih 
CT | ! 3. Uhrt, 


2 
1 
> ai 
Be 


232. 


führt, und ſtreitet wider Gottes Muth verboßter Grimm: denn 


Her. 

11. Dieweil ſie deinen Namen 

ſchaͤnd t, denſelben mit dem 
Mund bekennt, ſich ſchmuͤcket 
ſchoͤn mit Wort und Schein: 
verleugnet aber, daß ſie rein an 
Hertz, an Sinn und Geiſt hie 
werden muß, durch wahre Xen, 
in rechter Hertzens⸗Buß. 

12. Drum wird ihr werden 
angſt und Weh, weil fie betruͤ⸗ 

bet je und je die Frommen Got⸗ 
tes allzumal, ſo viel auch ihrer 
an der Zahl: die GOtt zu ſei⸗ 
nem Dienſt ſich zubereit, zu die⸗ 
nen Ihm in Hertzens⸗Reinig⸗ 


keit. | 
13. Damit fein groſe Wun⸗ 
der⸗Macht durch ſie werd an 
das Licht gebracht: indem ſie 
niedrig, arm und klein, den⸗ 
noch ein Volck des HErren 
ſeyn, Der plötzlich richten wird 
die nr Welt, ſamt allem, 
was in Falſchheit ſich verſtellt. 
14. Drum wachet, ſtehet recht 
bereit, ihr Klugen, in des HEr⸗ 
ren Streit, damit nicht ſchre⸗ 
cke euren Sinn des Feindes 


— 


ſeine Hoffart, Zorn und groſer 
Pracht wird werden plotzlich 
gantz zu nicht gemacht. 
15. Als dann wird wach ſen 
uns der Muth, wenn GOT 
wird aller Frommen Blut nun 
rächen an der Feinde Schaar, 
und. ſie vertilgen gantz und gar: 
damit ihr Name werd zu nicht 
gemacht, und Ihm werd Lob 
und Preiß von uns gebracht. 
16. Darum, ihr Frommen 
allzumal, die ihr zum frohen 
Hochzeit mahl gerufen durch 
des Herren Stimm: ſeht! wie 
Er ſtraft der Feinde Grimm, 
der wider euch ſich ſetzt mit ſtoln⸗ͥ 
tzem Muth. Nunmehro wird 
der HErr bald raͤchen euer Blut. 
17. Steht alſo feſt, halttt 
tapffer aus in allen Pros 
ben, Creutz und Grauß: da⸗ 
durch man hier wird zubereit, 
um ein zu gehn ins Herren 
Freud, die alle Frommen wir 
erquicken dort, wenn fie Lob, 
Ehre a fort und fort 
18. Dem Lamme, das erwuͤr⸗ 
get war: nun ewiglich und im⸗ 
N mer 


233» 


merdar wird nimmermehr kein 6. Oeffnet Er mir feine Schaͤ⸗ 
Schweigen ſeyn, bis allzuſam⸗ tze, daß ich mich daran ergoͤtze: 
men ins geinein dem groſen ſpricht Er mir ſo gleich mit ein, 
GO TT und Herrſcher aller auch im Tod getreu zu ſeyn. 

Welt Lob, Ehre geben in des 7. Sammllet ſich mein Geiſt 


Himmels⸗Zelt. 5 zuſammen, voller Liebe, voller 
50 | Flammen: find ich auch noch 
; diß dabey, daß ich meines IJE⸗ 


NE der ſtillen Hertzeus⸗Ruh fü ſey. 

tritt mein IEſus ſelbſt ber 8. Vas ich reden thu, und den⸗ 

zu: bindet meine Seele an, daß cken, muß ſich nur nach JEſu 
ſie nimmer weichen kann lencken. Ihm zu leben gantz al⸗ 

2. Von der Llebe vollem Geiſt lein, ſoll mein Ein und Alles 

der mit Kraft in mich einfleußt: ſeyn. - 
und erquickt mein mattes Hertz; 9. Weil ich mich an Ihn ges 
macht vergeſſen alle Schmertz. bunden, hab ich Ruh und Fried 
3. Wann ich ſitz in tiefer Still, gefunden: weiche nicht in aller 
führt mich Gottes reiner Will Pein, ſolt es auch ſchon ſchmertz⸗ 
ſelbſten uͤber Zeit und Ort: lich ſeyn. 

ſpricht in mich fein Le bens⸗ 10. Seine Lieb, die ich genof 
Wort. fen, iſt es, die mich unverdroſſen 
4. Bin ich Schmertzens⸗Kum⸗ laͤſſet bleiben in der Still, nur 

mer voll, weiß nicht, was ich zu ſehn auf feinen Will. 

machen ſoll: ſteht Er mir zu 11. Der mich haͤlt in ſeinen 


meiner Seit, und verſüſet alles Schrancken, veſt zu ſtehen ohne 


Leid. Wancken: nur zu leben Ihm 
5. Hab ich feine Lieb genoſſen, allein, drum kann ich recht ſe⸗ 
daß ich gantz darmit begoſſen, lig fern. aa 
‚führt Er tiefer mich hinein, daß 12. Was vor Ruh und Süſig⸗ 
ich bleibe keuſch und rein. keit findet ſchon in dieſer Zeit: 
N wer 


— ee FREE A a4. 
. 
E Fi K 
* 
1 


234. 


wer mit reiner Licbes⸗Luſt wird fer wieder, was in Geiſt in euch 
getraͤnckt aus ſeiner Bruſt. ausſpricht, diß iſt eure Glau⸗ 
z. Doch ich thu noch mehr bens⸗Pflicht. f 
begehren, groſer GOTT! thu 20. Stille Ruh und Sicherheit 
mirs gewaͤhren: laß den reinen ſich da findet auezeit: wo befliß⸗ 
Lebens⸗Strom flieſen rab vom fen Hertz und Mund, Gott zu 
Libanon. oben alle Stund. 

14. Daß ich werde uͤbergoſſen 21. Glorie, Ehr und Herꝛlich⸗ 
von den Saͤften, die gefloſſen keit unſerm GOtt ſey ſtets be⸗ 
kommen aus der Gottheit See, reit von der gantzen Glaubens⸗ 
und erfauffen Leid und Weh. Schaar ewiglich und imerdar. 

15. So werd ich viel Fruͤchte f „ 
bringen, ein Lied nach dem an⸗ 1 e ee 
dern fingen: Dir zu Ehren auf „7 N der Stille, ohn Gewuͤhle, 
der Welt, bis ich kom ins Hun⸗ Y findet man die wahre Ruh: 
mels⸗ Zelt. und Vereinen mit dem Einen, 

16. Da will ich es beſſer ma⸗ das Wb innre Kraft dazu. 
chen, weil zu lauter Freud und 2. Wer ſich ſcheidet, ernſtlich 
Lachen Du wirſt machen alles meidet allen falſchen Trug und 
Leid, Dich zu lob n in Ewigkeit. Schein: findet Weſen zum Ge⸗ 
17. O ich ſehe ſchon im Geiſti neſen, geht ins ſtille Salem ein. 
wie dein gantzes Heer dich preiſt 3. Recht vergnuget lebt, wer 
ſchoͤn mit Gottes Harfen⸗Klang firget über aller Feinde Macht; 
mit dem Siegs⸗und Lobgeſang. ders von Auſen laſſet brauſen, 

18. Auf! die ihr noch lebt auf alles Thun der Welt verlach 
Erden, wollt ihr Himmels: 4. Sonſt nichts wiſſen, als ge 
Bürger werden: ey ſo ſtimmet nieſen GO das weſentlich 
auch mit an, u. beſingt die Creu⸗ Gut; bringt Vergnügen, ma 
tzes⸗ Bahn. 9 cher fiegen uber aller Fein 
19. Mit viel Danck⸗ und Sie⸗Wuth. ing 
ges⸗ Lieder opfert eurem Schoͤp⸗ 5. We 


— — 


5. Wer von Hertzen, ohne 
Schertzen, liebet in der reinen 
Luſt: wird umarmet, und er⸗ 
warmet an der heiſſen Liebes⸗ 
Bruſt. 

6. Die da traͤncket, voll ein⸗ 
ſchencket denen, die gegeben hin 
Hertz, u. Munde, in dem Grun⸗ 
de, leben nur nach Gottes Sinn. 


7. Tief Einſencken, u. ſich Len⸗ 


cken nach der ſtillenGeiſtes⸗Art, 

ſind nur Gaben, wo ſich laben 

die ſo ſich mit GOtt gepaart. 
8; Stilles Schwei en, tief ſich 

Beugen vor der hoͤchſten Maje⸗ 

ftät, kommt von oben, nach viel 

bareben, und inbruͤnſtigem Ge⸗ 
at. 


23 f. 


Geneſen, auch das Hertz nicht 
kommt in Eng. . 
12. Gantz nichts wiſſen, als ge⸗ 
nieſen das, wo alles uͤberſteigt, 
macht dich reine, daß du kleine, 
und vor deinem Gott gebeugt. 
13. Solche Thaten koͤnnen rah⸗ 
ten, wo der Weg zum Heilig⸗ 
thum: da man ftille, in der Fuͤl⸗ 
le, u. mit ſonſt nichts gehet um, 
14. Als mit Schweigen GOtt 
anzeigen, ſeines Geiſtes innre 
Luſt: und, ohn Dencken, ſtets 
thut trincken aus der Liebe fü- 
ſen Bruſt. f 
15. Was vor ſuſe Liebes⸗Guͤſſe 
flieſen da zuſam̃en ein: wo das 


9. Wer geſchieden von dem ins Iunre gangen ein. 


Frieden, ſo die Welt den ihren 16. 
iebt, lebt auf Erden ohn Be: 
ſchwerden; weil er nichts Ver⸗ 


gaͤnglichs liebt. 


us ur a Schmertze, und 


ahres Mana findet man 

da, und die duͤrre Aarons⸗Ruth 
thut ausgruͤnen, zum Verſuͤh⸗ 
nen, was verſchuldet Fleiſch und 


20. Wilt du rahten, durch was Blut 


Thaten die zur Ruh 
r 


11. So lern meiden, und dich 
cheiden von dem 


Ruh gekommen 
eyn, ſo da raſten, nach viel La⸗ 
ten, und in Ott gegangen ein: 


eitlen Wort⸗ 
Bepraͤng: da kein Weſen aug 


17. In den Kräften und Ge⸗ 
ſchaͤfften der Vernunfts⸗Be⸗ 
dencklichkeit: da im Scheinen, 
u. Gut⸗ meinen man ſich gleiſ⸗ 
ſend zubereit, 


18. Durch Laut⸗ ſchallen zu 
g 


. gefal⸗ 


gefallen deme, Der fo nah bey⸗ ſchnauben, 


— 


6 und wuͤten u. toben, 
wohnt: wo der Wille nur iſt ſtil⸗ ſo werden unſere Hertzen mit Ei⸗ 


le, Er ſchon ſelber wohnt, und fer bewogen, zu laͤuffen fort, daß 


Pe 


thront. E wir erlangen den Ort, wo allzu⸗ 
19. Nun ich ruhe, ſonſt nichts ſammen Gott loben. * 
thus, als nur warte, was fein 5. Drum müſſen unſere Feinde 
Will: Er wird rahten meinen mit Schanden beſtehen, weil wir | 
Thaten: fo bleib ich in ſuſer gun freudig im Glauben die 
Still. | | ege fortgehen, durch Creutz 
BL | und Noth, Schande, Verach⸗ 

g tung und Spott, bis daß wir 


K eingehen. W ee 
8 Hertze erfuͤllet 
chen Freuden, weil b 


Saamen. uns moͤchten verleiten. 

2. Tretet zu Hauffe und rüh⸗ 7. Jauchzet und ruͤhmet, fro⸗ 
met mit freudigen Stim̃en den, locket mit freudigen Stimmen, 
ders fo treff lich bishero hat laf⸗ finger zu Ehren dem, der es ur 
fer gelingen, und unſere Krieg laͤſſet gelingen, in Munterkeit 


4 237. 
353. wie ſelig iſt, der Ihm fo ſtets 
K Inder unſrer Liebe, tretet nachlaufft. 
mit zu Hauff: ſeht! was 6. Was ein herꝛlich Weſen 
heilge Triebe in dem Glaubens⸗ bringt der Chriſten⸗Stand; wo 
Lauff ſich in die ergieſen, und zu⸗ man recht geneſen, alles haͤlt vor 
ſammen flieſen, die mit reiner Tand: was von auſen gleiſſet, 
Liebe ſteigen Himmel⸗auf. und von GO TT abreiſſet, um 
2. Werdet mit erfuͤllet von dem zu hindern auf den Weg zum 
Liebes⸗Fluß, der ſehr rein aus⸗ Vaterland. 
quillet, durch den Ueberguß: der 7. Man wird gantz entbunden 
von oben triefet, damit ihr ver⸗ aller Sorg und Laſt, wahrer 
kiefet in das reine Meer der Fried iſt funden, dabey ſuͤſeRaſt. 
Gottheit zum Genuß. O was vor einbeben wird in die 
| 5 Alle reine Geiſter, die von gegeben die von gantzem Her⸗ 
oben her, dabey unſerm Meifter Gen alles hier gehaßt. 
1 Preiß und Ehr: weil ſte 8. Niemand kann ermeſſen, 
Mitgenoſſen, Formen auch ges was vor ein Genuß und Fried 
floſſen auf ſie Stroͤme aus dem wird beſeſſen, wo man ohn Ver⸗ 
tiefen Ungrunds⸗Meer. druß, unermuͤdt im Warten, 
4. Habet reine Hertzen, traget in dem Creutzes⸗Garten, bis 
nit am Leib Chriſti Creutz und genoſſen man der Liebe Liebers 
Schmertzen, daß euch nichts ab⸗ fluß. | 
freib: weil ein reines Lebẽ Er in 9. Wodurch man vergeſſen al⸗ 
ins gegebeẽ, . ſchoͤn ler Pein und Schmertz, da man 
ils ein Jungfraͤulich Weib. oft geſeſſen mit verwundtem 
5. Wer ſolt Ihn nicht loben? Hertz, und verlangtem Sehnen, 
veil Er uns erfaufft, koſt t es auch zu gehn mit denen, die ver⸗ 
leich viel Proben, ſind wir doch gnuͤget ſeyn mit vollem Liebes⸗ 
etaufft, daß wir mit Ihm ſter⸗ Schertz. 1 6 
en, und das Reich ererben. 53 10, Drum wird auch geſungen 
| 2 2 von 


* 


238. 


von der gantzen Schaar, denen aus aller Strauß, weil der 
es gelungen, daß ſie immerdar Feind gebunden, und iſt uͤber⸗ 
ohn Eruimnden loben, nach vol⸗ wunden. 1 


lend ten Proben. O! ich freu 3. Nun wird Zion lachen ie 
mich auf das grofe Freuden⸗ ber feine Sachen, weil die Ru⸗ 


| 


Er 


ER the iſt zerbrochen: und des Treis 
11. Weil ich werd eingehen mit bers Stecken ſie nicht mehr wird 


viel Sieges⸗Freud, und vorm ſchrecken, und der alte Feind 


Throne ſtehen: O! der guͤldnen gerochẽ. Freuet euch allzugleich, 


Zeit, da ich ohn Auf hoͤren mit die ihr ausge 
den Himmels⸗Choͤren werde that t erkalten. i | 
jauchzend ruͤhmen GOT in . Wo die Helden⸗Th aten 


ee einmal ſind gerahten, da kann 
54. 2 0 a en Jad 
a ö , Kampfe⸗Ringen ſeine 8 eind 
ea Hr 5 3 2 age bis ft al fi der 
Dampfer, kommt und ſehet eu⸗ ſchla ir eheilet au we = | 
re Kronen! Es iſt euch gelun⸗ te, mit viel Sieges⸗Freude. 
gen, weil der Feind bezwungen, | A 
nun da habt ihr euren Lohne: 5. Rechte Gl 
weil ihr ſeyd in dein Streit als und Warheits⸗ 
ein Held geftande, bis der Feind ſich auch, 
zu Schanden. wen fie ſchon | 
2 Glauben, Lieb und Hoffen chuns weite cke bleiben 
hat das Ziel getroffen, darum ſie ſchon oft 5 
hoͤrt man ande klingen: Zi⸗ er Muth 
ons neue Lieder ſchallen frölich wird nich 
wieder, datz das Hertz vor den Hi des e 
Freud thut ſpringen. Es iſt 6. Kommt ihr laut 


Ie 
Ne — 
77 * 
0 Ba 
IR 


» 
— 


en. — 


halten und nicht 


. Schüler und ihr Muth⸗Abküh⸗ ben. Gloria. Er iſt da, er iſt ſchon 


239. 
ler! kommt und lernet ſolche gekomen, freuet euch ihr fromen. 
Thaten: daß ihr auch im Sin⸗ 10. Ihr ſolt nun eingehen, wo 
cren koͤnnet Lift erdencken, die die Kampfer ſtehen, und mit er⸗ 
zum vollen Sieg gerahten: ben eure ronen: die ihr ſollet 
Tapferkeit iſt bereit es aufs tragen nach denveidens⸗Tagen, 
neu zu wagen, bis der Feind und in Fried beyſammen woh⸗ 
geſchlaͤgen. : nen. Da der Sieg nach dem 

7. Groſer Muth gibt Staͤr⸗ Krieg in den Friedens⸗Mauren 
cke, und die Glaubens⸗Wercke ewiglich wird dauren. 
zeigen ihre Kraͤfte wieder: es | 
iſt nicht verſchertzet, wen man 8 
nur behertzet, ob man ſchon ge⸗ Lobinger, lobſinget dem Koͤ⸗ 
ene gr nieder. Solches ſchafft V nig der Ehren, dieweil Er ge⸗ 
neue Kraft, tiefer einzudringen, fieget in Staͤrcke u. Kraft: wir 


alles zu bezwingen. wollen ſein Lobe mit Dancken 
8. Wer bald wolt erſchrecken, vermehren, weil Er uns in Ih⸗ 
wenn er bleibet ſtecken, der me auch machet ſieghafft. 
wurd feine Beut verlieren: er 2. Es werden jetzt wieder aufs 
muß tapfer ſehen, wer ihm vor neue geboren aus Goͤttlichem 
| 5 % en, und die Kriege aus Saamen vom himliſchen Blut: 
thut fi 


ren. Wer nicht kann die werden auffuchen, was ſchei⸗ 


dieſem Mann in dem Kampf net verloren, u. wieder erwecken 


bechen muß mit Schand den Goͤttlichen Muth. 


beſte 3 ; 

9. Er wird bald mit Eilen ſei⸗ Schanden beſtehen, die uͤber die 
nen Raub austheilen, und die Fromen gerufen: da, da: das 
| 


n. 3. Es werden nun alle mit 


Ritter⸗Krone geben ſeinen treuẽ wolten wir gerne, damit ſie ver⸗ 


Helden, die ſich vorn an ftellten, gehen, fie find ſchon gefallen, 


und im Kampf gewagt ihr ges man ſiehet es ja. | 
| 6933. 4. Ihr 


O. 


4. Ihr habet gefehlet und uͤbel giebt Sieg. An e 
geſehen, es kan ja nicht fallen 9. Drum kommet aufs neue, 
des Königs Geſchlecht: Er thut ihr eifrigen Seelen, die ihr habt 
fie beſthutzen, damit ſie beſtehen, ae gehalten die Prob wir 
und nimmermehr weichen vom wo len mit Freudẽ Gott s Wun⸗ 
Goͤttlichen Recht. drr erzehlen, dieſelben erheben 
5. Die Bluht iſt gefallen, der mit ſtetigem Lob. i 
Saamıen bleibt ſtehen, u. wäche 10. La zt Dancken u. Ruͤhmen 
ſet in Stürmen u. Winden voll von Inen erſchallen, dieweil wir 
auf zur Soͤttlichen Größe: wird empfinden verneuete Kraft: wir 
nimer vergehen, auch niemals koͤnnen nun wieder mit Freuden 
ermuͤden im himliſchen Lauff. fort wallen, weil in uns wird 
6. Des freuet ſich Jacob mit ſei⸗ fruchtbar der Göttliche Saft. 
nemcheſchlechte, dieweil ſie nun ux. Ermanet die Geiſter, thut 
wieder zu ſammen gebracht: ſo laͤnger nicht zagen, erwecket im 
daß ſie hoch ruͤhmen des Koͤni⸗ Glauben den Goͤttlichen Muth: 
ges Rechte, der ihnen beyſtehet wo IEſus hilft fiegen, da kau 
mit Staͤrcke und Macht. man es wagen, um feſte zu ſte⸗ 
>, Aus dieſemeſchlechte wird ben im Kampf bis aufs Blut. 
Saamen behalten auf Erden, 12. Ergreiffet die Schwerdter, 
und ſtehen als Helden im Streit: umguͤrtet die denden, und ziehet 
und wird ſie im Kriegen nichts mit Freuden als Helden in 
koͤnen aufhalten, bis daß ſie er⸗ Streit: der Feinde ihr Trotzen 
langet die voͤllige Beut. . wird ſich nun bald wenden, dan 
8. Und ob ſich die Feinde ſchon werden die Kaͤmpfer erwerb 
wider ſie ſetzen, und ziehen mit die Beull. 
Haufen entgege zum Krieg mit 13. Der HErz wird nun bal 
Schwerdt, Schild und Bogen: mit Eifer ausziehen, und ſelber 
nichts wird fie verletzen, weil beſtreiten das boͤſe Geſthlecht: 
JEſus Jehovah den Seinen die Muͤh an zu richten ſich nu 
2 1 


* 


1 


241. 


lich bemühen, damit fie verkeh⸗ ner armen Sachen. 

ren das Goͤttliche Recht. 2. Tag und Nacht thut Er 
14. Dan werden die Frommen beyſtehen mir in aller Schwach⸗ 
einnehmen ihr Erbe, wann alle heit gros: und hilft mir aus al⸗ 
Gottloſen vertilget auf Erd: u. len Wehen, kommt auch ſchon 
wird fie auch nuͤner kein Feind ein harter Stoß; läßt Er doch 
mehr verderben, weil GOtt ſei⸗ nicht fallen hin meinen ſchwa⸗ 
ne Krafte in Min vermehrt. chen blöden Sinn; ſondern laͤf⸗ 
15. Drum ſinget und ruͤhmet ſet mich verſpuͤren, daß Er mich 
mit Dancken und Loben, die ihr thut ſelbſt regieren. 
ſeyd gezehlet zu Gottes Ge⸗ 3. Wann die innre Geiſtes⸗ 
ſchlecht: der Höchfte zernichtet Wehen mir durch Hertz u. Geiſte 
der Gottloſen Toben, thut ſel⸗ gehn: daß es ſcheint, ich muͤßt 
ber fein Erbe erhalten bey Recht vergehen, laͤſſet Er mich doch be⸗ 
16. Drum wollen wir alle zu⸗ ſtehn, daß durch Glauben und 
ſamen erheben den Namen des Geduld ich erwerbe Gottes 
HErren mit Goͤttlicher Freud: Huld; Demuth, Hoffen, Lieben, 
und Ihme Kraft, Ehr u. Ruhm Leide koͤnen mich darzu bereiten. 
imerdar geben dort ewiglich u. 4. Ich will gern in allen Sa⸗ 
auch ſchon hier in der Zeit. chen warten meines Gottes 
ee Raht: Der es weiß gar wohl 
52 zu machen, ſo wie Ers befehlof 
| Sp Eine Seele ſoll nun ſin⸗ ſen hat. Es iſt doch nur lauter 
i gen, loben Gottes Wun⸗ Wind, was ein armes Men: 
derthat; weil Er mir in allen ſchen⸗Kind waͤhlet, liebet, und 
Dingen bey thut ſtehen fruͤh u. vermeinet; ob es ſchon aufs Be⸗ 

ſpat: und hilft mir aus aller ſte ſcheinet. 
Noth, zeigt ſich als ein treuer 5. Aller Meuſchen Naht, Ge⸗ 
Gott. Wann ich nichts mehr dancken treffen nicht das rechte 
weiß zu machen, hilft Er mei⸗ Ziel: darum iſt ein fietes ring 


242. 


cken, wo man es ſo machen will, mich mit Liebe angezogen durch 
wie Vernunfft es meint u. ticht: ſeine groſe Gnad und Gut; weil 
es wird gantz nichts ausgericht, ich verſpuͤr, daß Er in mir ih 
wo nicht Gott des Menſchen niederlaͤſſet indem Grund, und 
Fuͤhrer, und ſelbſt feines Thuns macht mein armes Hertz 1 — 
Regierer. 2. Dann ich gar oft ſehr hart 

6. Ol wie vieles Leid und We⸗ gedrungen in meinem Geiſt von 
hen koͤnt der Menſch entuͤbrigt Jugend auf, und von den Fein⸗ 
ſeyn: wann er GOtt ſelbſt nach den ſchier bezwunge, daß ich er⸗ 
thaͤt gehen, und thaͤt glauben muͤdet in dem Lauf es ſind fuͤr⸗ 
keinem Schein, den ſein eigen wahr viel lange Jahr, daß ich 
Urtheil ticht; ſondern alles DIE gedraͤnget oft und viel, von Ju⸗ 
zernicht, was in ihm ſich laͤſſet gend auf ohn Maaß und Ziel. 
inercken, das fein eigen Thun 3. Ich kañ mit Iſrael wohl ſa⸗ 
thut ſtaͤrcken. | gen; fie haben mich ſehr oft ges 

7. Selig iſt der Menſch geach⸗ draͤngt, von Jugend auf uit 
tet, der einmal zum rechten Ziel ſehr viel Plagen mir vieles Lei⸗ 
iſt gekommen, und betrachtet den eingeſchenckt doch konten 
Tag und Nacht, was GOTT fie mit fo viel Muͤh gantz nicht 
nur will: er wird leben hier und bezwingen meinen Sin, den ich 
dort, und, nach Gottes wahrem GOtt hatt ergeben hin 
Wort, gantz von keiner Qugal 4. Mußt aber leiden auf dem 
mehr wiſſen; ſondern ſelbſten Rücken, daß er durchpfluͤget 


* 


GOTT genieſen. jämmerlich mit vielen falſchen 
böfen Tücken, und Pfeil, und 

575 Schwerdt, u. Moͤrders⸗Stich: 

Der 129. Pfalm: ihr böfer Raht wurd nimmer 


N Ein Geiſt wird num aufs ſatt, bis ſie durchgrabẽ mir mein 
I nen bewogen zu ſingen Hertz mit vielend ehendeid und 
Gott ein Wunder⸗Lied, Der Schinertz: 2 a 


243. 


5. Und ihre Furchen fang gezo⸗ bleiben ſtehen bis zur Zeit, wañ 

en auf meinem Ruͤcken hin und Zion ihre Ernd erfreut. 

er, bis endlich GOtt in Gnad 9. Drum werden ſie diß Wort 
bewogen, und half mir aus zu nicht hoͤren von allen, die vor 
ſeiner . ſchand die über gehn: der HErꝛ woll eure 
loſen Band, brach ihre Seil und Saat vermehren, daß eure GGar⸗ 
Strick entzwey, u. macht mich ben dicke ſtehn; diß Segens— 
wieder loß und frey. Wort wird alſo fort von ihnen 

6. Drum werde all mit Schand bleiben abgewandt durch Got⸗ 
beſtehen, die Zion heimlich gram tes ſtarcke Wunder⸗Hand. 
und feind: ihr Thun wird gantz 10. Drum freue ſich die kleine 
und gar vergehen, und fallen, eh Heerde, die Zion heißt und aus⸗ 
man es vermeint; weil GOTT erwaͤhlt, daß ſie durchs Creutz 
verwehrt, zuruͤcke kehrt die An⸗ geheiligt werde, u. zu der From⸗ 
ſchlaͤg der Gottloſen Rott, die inen Zahl gezaͤhlt: es bleibt da⸗ 
Zion hoͤhnet, und nur ſpottt. bey, GOtt iſt getreu den Seinen 
7. Sie werden ihre Saat nicht ſchon in dieſer Zeit, und wirds 
ſehen mit Freuden grünen auf auch ſeyn in Ewigkeit. 

dem Feld, weil ſie wird vor der | 
Zeit vergehen, eh man die Sichel 7 
‚trägt zu Feld: ihr hoher Sinn Mang ſoll GOtt lobſin⸗ 
wird falln dahin, wie Graß, „ gen, und Ihn hoch ruͤhmen 

das hoch auf Daͤchern ſteht, ver⸗ allezeit, dan Er laͤß ts mir gelin⸗ 
dorret, eh die Sonn aufgeht. gen, drum ſoll mein Hertz ſtets 

8. Wo keine Sichel mit gefüllet, ſeyn bereit: daß ich fein Wun⸗ 
noch auch des Garben⸗Binders der⸗Thaten ausbreite nah und 
Hand: ihr Schein, womit ſie fern, die bisher wohl gaahten, 
find umhuͤllet, wird fallen, und zu Lob dem groſen HErzn, vor 
nicht halten Stand; ihr beſte Dem ſich alles beuget, wann Er 
Saat wird in der That er 170 aufgemacht. Mein 96 
i 2 och 


244. 


hoch erfreuet, weil Er mir Heil Du biſt Jacobs GOtt, u. thuſt 

verſchafft vor ſie ſeloſt ſtreiten, hilfſt ihnen 
2. Wider die Feind ohn Maa⸗ aus der Noth. Drum könn ſie 
fen, die auf mich drungen allzu⸗ ſtets verehren den groſen Namẽ 

mal, und mich ohn Urſach haſ⸗ dein, wann ſie dein Lob vermeh⸗ 
ſen, damit ſie braͤchten mich zu ren in deiner heil gen Gmein. 
Fall. Das haſt du laſſen fehlen, 5. Heil, Preiß, Danck, Kraft 
ihrn Raͤht zu nicht gemacht: und Staͤrcke, ſey unſerm GOtt 
drum will dein Lob erzehlen, u. in Ewigkeit: Der uns zeigt ſeine ö 
ſtetig ſeyn bedacht, daß ich Dich Wercke, daß wir zu ſeinem 
ruͤhm und preiſe, mein SOTT! Dienſt bereit. Er thut mit Guͤ⸗ 
zu aller Stund, und dir Lob Ehr te walten über fein Eigenthum, 
erweiſe, aus vollem Hertzens⸗ u. thut ſein Zuſag halten: drum 
Grund. RE werd Ihm Preiß und Ruhm 
3. Den Du that ſt nicht verge jetzt und zu allen Zeiten von ſei⸗ 
fen, was du zuvor verheiſſe haſt: nem Erb⸗Geſchlecht, die feine i 
und lieſeſt mich geneſen, u. nah⸗ Macht ausbreiten, das ſey ein 
meſt weg mir meine Laſt. Du ewigs Recht. | | 
laͤßſt den Bund nicht fahren, #3 
haͤltſt feft an deiner Treu, erret⸗ 70. Be 
teſt von Gefahren, und machſt N IN gute Nacht, du eitle j 
von Banden en die, ſo ſich Dir Welt, dein Bere mir nicht 
vertrauen u halten in der Roth, mehr gefällt, du giebſt gar 
die laͤſſeſt Du bald ſchauen, daß ſchlechten Unterricht: wen Huf 
Du ihr Schutz und GOtt. gebricht, kauſt du dir ſelber rah⸗ 
. Diü lieſeſt deine Gnaden ken nicht. . 
kund werden dein Volck Israel, 2. Ich weiß ein Gut, das beſſer 
und heilteſt ihren Schaden: daß iſt als hier der eitle Suͤnden⸗ 

man von deinem Ruhm erzehl Miſt: das iſt mein Theil, da 

jetzt und zu allen Zeiten, weil wird mir ſeyn, weñ ich geh aß 


U 


7 
3 
F 
Y 


245. 


daß ich bey GOTT werd ewig 8. Und nur nach Wohlluſt hier 
ſeyn. | 3 den theuren Gottes⸗ 
3. Da werd ich meine Erndte Raht veracht t. Drum iſt der 
ſehn, wenn ich vor GOtt werd Schluß bey mir gemacht: ich 
freudig ſtehn: ein jeder, was er habs bedacht, und ſag nochmal: 
hat gefäet, wird abgemaht, und Welt, Gute Nacht. 
hin gebracht an ſeine Staͤtt. Hi, = 
4. Drum, wie du hier thuſt e 
ſaͤen aus: ſo bringſt du eine pe hab ich meinen Lauf 
Frucht nach Haus. Wer hier Sb vollendet in dieſem kurtzen 
nach Gottes Will u. Raht ſaet Leben. Nun wird mein Leid in 
feine Saat, ererbt, was GOtt Freud gewendt, die GO TT de⸗ 
verheiſſen hat. nen thut geben, die durch viel 
F. Darum, O Menſch! wo Creutz und Traurigkeit, und 
lauffſt du hin? laß ab von dei⸗ aus viel Truͤbſal kommen: wo 
nei eitlen Sinn; du muſt ſonſt Er die wahre Ruh bereit vor 
hoͤren im Gericht, wenns Ur⸗ alle liebe Frommen. 
theil ſpricht: geht von mir weg, 2. Weil ich geliebet Chriſti Sin, 
ich kenn euch nicht. iſt mir zum Erbe worden ein 
6. Was hilft alsdann der hohe beſſer Theil mit viel Gewinn, 
Muth, u. alle Welt mit ihrem als hier in Mefechg- Pforten: 
Gut? was wird die Wohlluſt da nichts als Angſt und Noth 
ſeyn alsdann? O dencke dran! und Plag, und harte Leidens⸗ 
daß dich nicht trifft der Fluch Proben, nun werd ich ohne alle 
und Bann. lag GOtt ewig dafür loben. 
7. Und muͤſſeſt hören dieſes 3. Mein Joch, das ich getra⸗ 
Wort: geht, ihr Verfluchten, gen hier, war Chriſti Creutz auf 
von mir fort, ins Feuer hin, das Erden: nun geh ich ein zur Him⸗ 
iſt bereit in Ewigkeit vor alle, mels⸗Thür, da mir dafür wird 
die ſich nicht bereit. werden die groſe Freud und Se⸗ 
Hh 1 5 ligkeit, ö 


| 


246. 


ligkeit die JEſus mir erworben 62. 931 
durch viele Angſt und Todes⸗ Nen werde ich wieder aufs 
Streit, da Er am Creutz ge⸗ M neue begluͤckt, nachdem ich 
ſtorben . nee in Schmertzen und Leiden ge⸗ 
4. Muß ſchon der Leib verwe⸗ drückt: und traurig geſeſſen, 
ſen zwar, und gantz zu Staube bis daß ich geneſen, daß Hertze 
werden, ſo wird ein End nur der und Geiſte und Seele erquickt. 
Gefahr und Jammer hier auf 2. Ich mußte vertragen das, 
Erden: da nichts als Leid und was ich verſchuldt, die weil ich 
Traurigkeit, wenn es aufs beſte verſchertzet die Göttliche Huld: 
kommen, ſo iſt es Muͤhe und Ar⸗ doch that ich im Leiden nicht 
beit bey allen wahren Fromen. wider G Ott ſtreiten, und litte 
5. Nun fahr ich hin ins Para⸗ es alles mit groſer Gedult. 
deis, da ich werd aufgenommen 3. So daß ich in tiefeſter De⸗ 
von GOtt, wo gibt Danck Lob mut) gab hin mein Liebſtes im 
und Preiß die gantze Schaar der Leben nach Goͤttlichein Sinn. 
Frommen: da werd ich ſeyn bey und hielte mich ſtille, bis daß 
IEſu Chriſt mit groſer Freud ich die Fuͤlle der Gnaden erwor⸗ 
und Wonne, ohn Ende und zu ben mit vollem Gewinn. 
jeder Friſt hell leuchten wie die 4. Drum will ich mich ſchei⸗ 
Sonne. 5 dun von allem auf Erd, damit 
6. Habt gute Nacht, ihr meine ich Bots Eigen⸗Ergebenet 
reund, die ihr noch bey dem Les werd: will alles verlaſſen, und 
en: es kommt auch an euch, eh noch dazu haſſen das Liebſte, 
ihrs meint; drum ſchicket euch oͤfters mein Hertze bethoͤrt. 
daneben, macht euch bereit auf 5. So werd ich ſchon finden 
dieſe Zeit, wann ihr muͤſt an den die Göttliche Spur, wan ich ſo 
Reihen. Heut iſt der Tag der geſchieden von Welt und us 


= 


Ewigkeit, laßt euch die Müh kur: und laſſe ſie fahren, und 
nicht reuen. a thu mich nur paaren mit GOtt 
un 


247. 


und der heiligen reinen Natur. verſchworn: und thät mich er⸗ 
6. Es iſt nun beſchloſſen, ich retten aus Leiden und Noͤthen, 
laſſe nicht nach, bis in mir auf⸗ wenn alles geſchienen, ich waͤre 
gangen ein ewiger Tag: die verlor n. 
Goͤttliche Sonne eig rade 11. Vas Er mir geſchencket, 
und Wone, und machet vergeſf⸗ das raubet kein Feind, fie 
fen all Leiden und Klag. werden zuſchanden, wie viel der 
7. Ich ſehe ſchon weichen das auch ſeynd: ihr truͤgliches Schei⸗ 
Dunckle der Welt, ihr truͤg⸗ nen kann in mir verneinen mein 
liches Weſen bald alles zerfallt: holdſter, mein liebſter, mein 
ihr Falſchheit und Lügen ſolln treueſter Freund. 
mich nicht mehr truͤgen: ob ſie 12. Er hat mich gezogen zum 
ſich auch ſchon in ein Lichte ver⸗ Goͤttlichen Licht, drum iſt auch 
ſtellten ; 0 35% | mein Hertze zu Ihme gerich't: 
8. Ich fpüre ein Leben, das Er thut mich auch führen, und 
ewig beſteht: was ſolt ich den ſelber regieren, wenn es mir 
lieben, was ploͤtzlich vergeht, an Huͤlfe und Staͤrcke gebricht. 
und dhe ge nur Leiden? die 13. Wenn alles will ſtucken, fo 
truͤgliche Freuden, find leichter bleibet Er ſtehn, und thut mit 
als Spreuer vom Winde ver⸗ mir durch die Verſuchungen 
weht. 24 gehn: und ſinck ich ſchon nieder, 
9. Wie wurde mir alles fo. jo ſtaͤrckt Er mich wieder, daß 
bitter gemacht, eh daß ich die ich kaun in Proben und Leiden 
Welt recht im Grunde veracht. beſtehn. / 
Wurd öfters betrogen u. greu⸗ 14. Drum will ich mich wie⸗ 
lich belogen, weit ſie mich mit der beeyden aufs neu, dem Lieb⸗ 
faͤlſchlichen Lippen anlacht. ſten im Leben zu bleiben getreu: 
ro. Drum will ich treu blei⸗ will anders nichts wiſſen, als 


ben Dem, Der mich erkorn, u. bleiben befliſſen, daß ich ſein 
| Sich mir auch ſelbſten zu ah N Ergebener en 


3. 63. O Aus 


in u a ͤͤ 
62. | ner Liebe, 0 daß ſie gantz al⸗ 
Auserwaͤhlte Scha ar! lein nur Ihm ergeben ſeyn ohn 
nimm eilends deiner wahr, Heuchel⸗Triebe. 
ſch mü ck dich aufs beſte: die 7. Wohl mir! weil ich er⸗ 
Waͤchter rufen ſchon, vom ho⸗ wehlt, zur frommen Schaar 
hen Himels⸗Trohn, zum Hoch⸗ gezehlt:die reine Taube hat mi 
zeit⸗Feſte. | ſelbſt auserkorn, dazu auch 
2. Auf, Auf, in ſchneller Eil, neugebohrn, kein Feind mich 
damit ſich keins verweil durch raube. 
langes Schlafen, ein jedes ſey 8. Dann ihre treue Gunſt die 
bereit, in ſteter Munterkeit, mit hat mich gantz unſonſt an ſich 
Geiſtes⸗Waffen. ezogen, mit reiner Himmels⸗ 


3. Eröffnet Hertz und Ohr, Lieb, daß durch die ſtarcken 


hebt euer Haupt empor, breit t Trieb mein Hertz bewogen 
aus die Haͤnde: ſeht! wie des 9. Zu bleiben ihr getreu, und 
ee Macht, und Babels alſo ohne Scheu die Meine nen⸗ 

uren⸗Pracht eilen zumEEnde. nen, ob gleich die gantze Welt 

4. Dann ZEjus, euer Held, dagegen ſich verſtellt, nichts ſoll 
der euch {on auserwaͤhlt, als mich trennen. 
ſeine Waͤhrte, der rufet uͤber⸗ ro. Das Hauchẽ ihrer Kraft, 
laut, daß ſeine keuſche Braut und ſtarcken Liebes⸗Macht thut 
geſchmuͤcket werde. mich durchdringen, daß ich, 

1 770 dem, der drauf be⸗ aus Lieb zu ihr, der falſchen 
dacht, all Tag und Stunden Luſt Begier nun kan bezwin⸗ 
wacht, dem wirds nicht fehlen, gen. 


wenn IEſus, unfer Hirt, in r. Die groſe eiebes⸗Treu bes 
Volck verſammlen wird, ſich wegt mich oft aufs neu zum 

kLkLeeuſchen Leben, damit ich recht 
6. Mit feiner keuſchen Braut, bereit, die gantze Lebens⸗Zeit H 


zu vermaͤhlen 


die fich allhier vertraut, in rei⸗ ihr bleib ergeben 5 
EN 12. Mit 


1. 


EFF. 


12. Mit reiner Him̃els⸗Luſt, ſchaut, wie ſchoͤn die Stadt er⸗ 
dieweil aus meiner Bruſt durch baut, wo die eingehen, jo hier 
fie vertrieben die falſche Huren⸗ gefolget nur des keuſchen Lam⸗ 
Lieb, davor ſte ſich mir giebt, mes Spur, in Leid u. Wehen. 
und thut mich uͤben 19. Drum geht am Reigen 

13. Durch ihre ſcharfe Zucht, ſchoͤn, mit Siegs⸗ und Lobge⸗ 
damit ich bringe Frucht, in rei⸗ thoͤn vom keuſchen. Leben; ſo 
ner Liebe; in Geiſtes Munter⸗ koͤnt ihr gehen ein, wo Gottes 
keit und ſteter Wachſamkeit, Liebſten ſeyn, und Ehre geben 
dabey mich uͤbe 20. Dein Braͤut gam JEſu 

14. In unverfaͤlſchter Treu Chriſt, der allbereit geruͤſt, euch 
rein, ohne Heucheley nach zu empfangen auf eurem Glau⸗ 


Gottes Willen, in Geiſtes⸗ bens⸗Weg. O! werdet ja nicht 


Niedrigkeit, bleib 1 Winck traͤg, Er kommt gegangen. 
bereit, den zu erfuͤllen. 2x. Auf, Auf! und ſeyd bereit, 
15. Ich bleibe ihr vertraut, Er iſt ja nicht mehr weit, wie 
weil ich im Geiſt geſchaut den koͤnt ihr ſchlafen? zieht eure 
hohen Adel, fo haben allzuſam, Kleider an, daß man es ſehen 
die allhier Gottes Lamm rein, kann, thut euch aufmachen. 


ohne Tadel, 22. Und rufet allzuſamm: 


16, Gefolget alſo nur auf ſei⸗ komm, komm! O Gottes⸗ 


ner keuſchen Spur, in Liebes Lamm, daß deine Waͤhrte, die 
Tritten: mit Geiſtes⸗Munter⸗ Du dir ſelbſt vertraut; aus dei⸗ 


keit, und ſteter Wachſamkeit, ner Seit erbaut, verehlicht 
den Feind beſtritten. werd 


ech nne | 
17. Drum werd ich gehen ein, 23. Des Echo Wiederhall 


wo Gottes Liebſten ſeyn, in giebt einen Gegen⸗Schall; Ja, 
hohen Ehren, und, mit der gau⸗ ja, ich komme, zu halten mei⸗ 
tzen Schaar, ewig und immer⸗ ne Treuß damit ich dich erfreu, 


dar fein Lob vermehren. O meine Frommel. 
18. Ihr Himmels⸗Braͤute 


| 


250. 


kann Er doch nimmer fein Jg⸗ 


KERN 
5 O Himmlische Wohlluſt! O Wort verſagen. Er laͤßt mich 


Goͤttliches Leben! das JE⸗ empfinden in bitteren Schmer⸗ 
ſus in heilige Seelen gegeben: tzen ſein feurig und bruͤnſtige 
die gaͤutzlich vor Liebe im Her⸗ Liebe im Hertzen. 

25 entbronnen, weil ſeine Lieb 6. Ja Wolcken und Dunckel⸗ 
eimlich zu ihnen geronnen. heit muß uns oft geben den him̃⸗ 
2. Wie freudig wird jetzo ſchon liſchen Regen zum Goͤttlichen 

von mir geſungen, weil himm⸗ Lebe: damit wir erweichet nicht 

liſche Liebe mein Hertze bezwun⸗ weiter erhaͤrten, und alſo wird 


5 zum Goͤttlichen Leben ſchon fruchtbar die Paradies⸗Erden. 


ier auf der Erden, daß man es 7. Und koͤnt ich nicht lieben in 


kann ſehen an Sinn und Geber⸗ Leiden und Freuden: ſo wär ich 


nicht ſicher, daß Schmertzen 


den. 
3. Drum ſoll mich nunmehro mich ſcheiden von meiner Hertz⸗ 


kein Ding mehr aufhalten, weil Liebe, die JEfus mir ſchencket, 


feurige Liebe laͤßt mimmer erkal⸗ die mich oft erquicket, wenns 


ten: dann leb ich in JIEſu, ſo kan Hertz iſt gekraͤncket. 


1 


mirs nicht fehlen, und was ich 8. Und ſcheinets zuweilen, nun 


auch vor und nach wolte erwaͤh⸗ iſt es verloren, gar plotzlich wird 
len, wieder was neues geboren: daß 
4. Das find ich in Ihme,durch man oft von Hertzen in Liebe 
bruͤnſtigs Verlangen ja ſcheints mag. ſchertzen, Tapt Er uns me 
oft verlohren: ſo kommt Er ge⸗ pfinden die bitterſten Schmer⸗ 
angen, u. traͤncket mich reiche Ken. 6 4 
lich mit Goͤttlichen Strömen, 9. Ind wann ſo im Leiden die 
daß alſo kann Gnade um Gnade Seele bewaͤhret, und alſo kein 
ich nehmen. Schmertze noch Wehmuth ber 
5. Und laͤßt Er mich oftmal ſchwehret: ſo iſt fie erhaben und 
ſchon Seufzen und Klagen: ſo gaͤntzlich entnomen, Ja Seu 


25 T. 


und Feind hat ſie nunmehro be⸗ ich waͤre ſchon laͤngſtens verdor⸗ 
zwungen. | ben, dieweil mir die Tochter der 
10. Sie ſinget und ſpringet mit unteren Wellet gar viele gefaͤr⸗ 
freudigen Leben, dieweil ihr der liche Netze geſtellet. | 
König des Himmels gegeben 15. Damm himmliſche Liebe 
viel reine Wohlluͤſte, die nim⸗ die hat mich bewogen, dieweil 
mer kein Ziele: weil dieſes der Jungfrau Sophia an ſich ge⸗ 
Chriſten ihr taͤgliches Spiele. zogen den inneren heimlich ver⸗ 
1. Die Thraͤnen, ſo oftmal borgenen Willen, um ſelben 
das Hertze zerſchnitten, ſeynd gantz bruͤnſtig in Liebe zu füllen. 
nunmehr befanftigt, der Feind 16. Und weil ich nunmehro 
iſt beſtritten: dieweil ich in Freu⸗ den Netzen entgangen, die mich 
den u. Leiden zugleiche, ja nim⸗ gar betruͤglich oft hatten gefan⸗ 
mer, von meinem Verlobeten gen: ja gar mich verfuͤhret vom 
weiche. ilrlichtigen Wege, daß oͤfters iſt 
12. Die Liebe, die oͤfters mich alle Kraft worden mit träge. 
hatte betrogen, ja faͤlſchlich von 17. Denn falſche Ohnmaͤchte 
meinem Hertzliebſten gezogen: verführifche Kraͤfte berauben 
die iſt nun erſaͤufet im Goͤttli⸗ u hindern des HErꝛenGeſchaͤff⸗ 
chen Meere, weil all diß ihr te: und machen uns matte im 
Brennen verloſchen nunmehre. Lauffe, daneben verlieret man 
3. Dann Leiden und Lieben Gnade und Goͤttliches Leben. 
das hat mich bezwungen, mich 18. Dieweil ich nunmehro bin 
gantz zu ergeben an meinen Lieb⸗ aufwaͤrts geflogen, und himm⸗ 
rommen, ſamt meiner ſo theu⸗ liſche Liebe Mich Ache bewo⸗ 
er erworbenẽ Seele, mich gaͤntz gen: unn ſo zu entfliehen den irr⸗ 
lich Ihm bleibend zu eigen ver⸗ diſchen Welten, damit ich koͤnn 
mahle. lihen in himmliſchen Zelten. 
14. Und haͤtt Er nicht um mich 19. Und werd ich oft dürre und 
ſo feurig geworben, e trocken gehalten, die m At 
. 9 ſſet 


252. 
laͤſſet ſich nummer erkalten dan ſingen. Kt 
bin ich nur gaͤntzlich von Eigen⸗ 24. Kraft, Ehre, Macht, Herz 
lieb leere, ſo flieſen ſtets Strö⸗ lichkeit ſey Dir gegeben von al⸗ 
me vom Göttlichen Meere. len, die he ene leben die 
20. Befeuchten und waͤſſern muͤſſen Dich ruͤhmen mit Goͤtt⸗ 
das magere Hertze, und machen lichen Weiſen, und deine Macht, 
vergeſſen die bitteren Schmer⸗ Gute, u. Wunder hoch preiſen. 
tzen: dann die, ſo im Lieben ſich 447 7 
einmal ergeben, die könen nicht | Es 

25. Ja Amen, wir rufen und 


weichen im Tode und Leben. | 
ro ſo bleibe ich ſtimmen zuſammen, zu loben 


21. Nunmeh N a a 
ewig verbunden Ihin, meinem eintraͤchtig deu herzlichen Na⸗ 
Hertzliebſten, ich habe empfun⸗ men: der Ehre einleget nach ſei⸗ 
den, daß wie ſeine Sorge ſo treu⸗ nen Gefallen, u. laͤſſet die Sei⸗ 
lich haͤlt Wachte, und weñ auch nen mit Segen fort wallen. 
mein Lichte wird dunckel bey 26. Zu or mit Freuden die 
Machte. richtigen Wege u hilfet durch⸗ 
22 Ihr Kinder der Weisheit, dringen des leiſches Geheege: 
komt alle gezogen, macht ſcharf⸗ ja alle, die ſo find durch Leiden 
fe die Schwerdter und ſpannet erhoben, die muͤſſen Ihn preis 
die Bogen: und ſchieſet dem fen, und ewiglich loben. 
Feinde ins Hertze die Pfeile, ſo 10 | 
koͤnnet ihr leben im Goͤttlichen ccc eee 
Theile. | EN ba 
23. Und koͤnnet hell jauchzen — Dir hab ich mich ergeben; 
mit lieblichem Singen, zu Eh⸗ mir ſey nichts auſſer Dir bewuſt 
ren Dem, Der es uns laͤſſet ge⸗ du allerreinſtes Leben: wer Dich 
lingen. Er ſieget, Er herrſchet, geneußt, hats hoͤchſte Gut ger 
hilft alles bezwinge; drum wol⸗ ſchmecket, einer Seel zu gut biſt 
ken wir alle mif Freuden lob⸗ Du ein Opfer worden. gi * 
. Re | 


16 


en Wen ng 


2. Von Dir ich laſſe nimmer⸗ 
mehr, ich will ſeyn angebunden 
an deine Lieb, O treuer Herz! 
ich hab in Dir gefunden, was 

meiner Seelen Labſal iſt, das 
alles Du mir ſelber biſt, O al⸗ 
lerliebſte Liebe! 

3. Du kuſſeſt mich mit deinem 
Kuß, O allerreinſter Munde! 
all andre Freud dir weichen muß: 


25 3. 

6. Sie toben, ſchnauben im⸗ 
merhin, ich ruh in ſuͤſer Stille: 
ihr Stich und Neid iſt mein Ge⸗ 
winn, deñ das iſt Gottes Wille, 
daß feine lieb⸗ und treue Knecht 
dadurch bewaͤhret ſchlecht und 
recht, ſtets thre Gange zieren. 
7. Ich ſags, und bleibe feſt da⸗ 
bey, dem Herzen anzuhangen 
iſt meine Luft, ohn Heucheley 


Du machſt das Hertz geſunde. thu innigſt ich umfangen die 
Mit deiner Weis heit Liebes theure Lieb, das Gottes⸗Lam, 
Strom befeuchteſt du das Hertz, indem es mir am Cxreeutzes⸗ 
nachdem es innigſt nach Dir Stamm erworben Heil u. Leben. 
lechzet. | 8. Ihr Kinder einer Mutter 
I. Wie wird mein Mund noch kommt, kommt her und helft 
Mührmens⸗voll ſich inniglich be⸗ mit ſingen: ein jedes ſuch, was 
fleiſſen, daß mein Hertz auch ewig frommt, um gaͤntzlich zu 
noch ſingen ſoll auf wunderbare bezwingen, was eure Lieb ge⸗ 
Veiſe: und fo mit vielen in die bunden halt allhier in dieſer fal⸗ 
Wett, bis man mich traͤgt zur ſchen Welt, nichts ſoll euch nun⸗ 
Grabes⸗Staͤtt, u. ich den Lauff mehr ſcheiden. | 
vollendet. I . Ba ihr bisher noch was 
J. Kein Zeit will ich nicht ſparẽ geliebt, das eure Kraft verzeh⸗ 
mehr, dir taͤglich Opfer bringen, ket, entwerdet ſolchem falſchen 
zu trotz dem alten Suͤnde⸗Heer Trieb, die Luſt in GOtt einkeh⸗ 
vill ich Dirvieder fingen. Sind ret: fo werdet ihr bald nehmen 
leich der Feinde noch fo viel, ſo zu, und bringen eure Seel in 
jehts doch, wie's Gott haben Ruh, dazu viel Guts genieſen. 
vill, des freu ich mich Br 10. Er iſt und bleibet ewig treu 
8 92, dem 


ee" 


154 BEN | ea. | 
dem auserwaͤhlten Saamen, gt CG. e N 
Er haͤlt und ſchuͤtzt ihn, was In Lebens⸗Quell, 
auch ſey: gibt ihn u den neuen chu Dich in mich ergieſen, 
Mainen, mit Kraft des Geiſtes damit in mur Geiſt, Leib und 
Zeugnuß ſich an ihnen auſert Sꝛel mög gang in Dir zerflie⸗ 
kraͤftiglich, zum Licht und Heil ſen Ay daß zum reinen Opfer 
wer 


ich noch allhier auf dieſer 
11. Orum ſeyd nur keck in eu⸗ Erd, und alſo koͤnn gefallen Dir 
rem Gott, fuͤr nichts nicht thut in meinem Leben noch allhier. 
erſchrecken: in Creutz und Pein, 2. Und zund zugleich auch mit 
in Moth und Tod wird Er euch mir an die Zahl von deinem 
wohl bedecken. All eure Feind Saamen mit deines Geiſtes 
zerſchmeiſſen gar, wenn komen Feuer⸗Flamm, damit wir al 
wird das frohe Jahr, wornach zuſammen fort wachſen hier in 
ihr ſteht in Warten deiner Kraft, auch trincken dei⸗ 
12. Habt immer einen Helden⸗ nen Lebens⸗Saft: und alſo 
Muth, zum Schreckẽ eurer Fein⸗ fort ſey unſer Thun, nur aus⸗ 


Blut; damit es ſehn die Freun⸗ 3. Damit auf jeden Winck und 


Macht, die bisher Sieg u. Heil und ſo, daß wir auch noch dar 
gebracht, zu Lo b und ſeinen Dir taglich Lieder ſingen in rei⸗ 
45 neuem Geiſt, der aus ſich 


Ihm euch gantz bezwingt, O! men: auf daß ein iedes bringe 
9 Frucht 


n wird GO gefallen. 


* 


| 


| 


Frucht, damit dein GOttes⸗ 
Namen geprieſen und verherr⸗ 
licht werd von deinem Volck 
noch hier auf Erd, das ſich Dir 
gantz ergeben hat zu wandeln, 
HErr, nach deinem Raht. 
5. Kein Weichen wollſt Du 
laſſen zu, laß uns in Euge blei⸗ 
ben: damit wir treu, und noch 


dazu uns taͤglich neu verſchrei⸗ 
ben: indem wir trincken, HErr, 
dein Blut, durch welches Du 


das hoͤchſte Gut geſchencket uns, 


in deinem Geiſt, der ſich mit 
Kraft in uns erweißt. 


6, Laß ferner auch zur Nah⸗ 
rung ſeyn auf unſern Glau⸗ 


bens⸗Wegeẽ dein Lebens⸗Brod, 


den Freuden⸗Wein wollſtu in⸗ 


zwiſchen geben, den Wein vom 
wahren Reben⸗Saft, der uns 


giebt oͤfters neue Kraft, damit 


wir koͤnnen wandeln fort, und 


gehen ein zur Himmels⸗Pfort. 


7. Die Tag und Nacht wird 


offen ſtehn dem auserwählten da 
Saamen: gib, daß wir taͤglich Wunderthat, dieweils dein 
weiter gehn, damit wir allzu⸗ 


ſammen ererben deines Va⸗ 


25. 
werden weich! in unverfaͤlſch⸗ 
ter Bruder⸗Treu zu ſtehen feſt, 
trotz was auch ſer. 

8. Laß deine reine Feuers Kraft 
uns durch und durch entzuͤn⸗ 


den: und auch dabey den Le⸗ 


bens⸗Saft mit voller Kraft 
empfinden: ſo fallen alle Schla⸗ 
cken weg, die oft gemachet faul 
und traͤg, und wir empfinden, 
daß dein Geiſt mit Kraft ſich 
voll in uns erweißt. 

9. Den Lebens⸗Strom aus 
deinem Stul laß nimmermehr 
verſeygen: der eignen Liebe 
Suͤnden⸗Pfuhl muß ewig in 
uns ſchweigen. So wird der 
groſe Name dein geprieſen, 
auch in Wort und Schein, ſo 
gar, daß auch der Blätter Zierd 
geſund die Heiden machen wird. 

10. Lob, Preiß und Ehr ſey 
deinem Nam, Du groſer GOtt 
von Ehren: von deinem Saa⸗ 
men Abraham wird man ohn 
Ende hören das Loben deiner 


Raht beſchloſſen hat, daß man 
nun bald in aller Welt von dei⸗ 


ters Reich. Ach laß doch keines ner Wunder⸗Macht erzehlt. 


Gg3. 


11. Wann 


P A 2 u 


256. 


„ ER Be, Bir 

11. Wann alle Volcker nah aus der Holle, weils nur Tand 
und fern zuſammen kommen und Wort⸗Gethoͤn. ie 
werden, und ſo, daß ſie von Her⸗ 1. Ob ſie zwar ſich weidlich 
tzen gern Dir Opfer bringen ſchmuͤcken, schön ſich zieren, u. 

werden; fo wird dein groſe hofieren, Jul deinen Name 
bier: find es doch nur Rand, 
ſo wohl bedacht, geprieſen wer⸗ und Tücke, weil ihr Leben ſich 
den weit und breit, ohn End, ergeben der verdorbnen Luſt⸗ 

egi 


| 
. . | | 
6 n F. Und die mit mehr Ernſt 

* nachahmen, daß fie lauffen zu 
Ihr Kinder einer Mut⸗ den Hauffen, die in reiner 


get Segen, Kraft im Lauff ©. Die in Luſt und Eitelkei⸗ 

zur Ereutzes⸗Bahn. ten in dem Hertzen oft noch 
2. Eure Feinde werden ſchre⸗ Bar mit des Fleiſches Luſt⸗ 
cken mit viel Zagen, Furcht u. 

Klagen: wen der Konig bricht Jeiten ihrer Wohlluſt dieſesce⸗ 


* 


in dem Lande, da geglaͤutzt ihr 7. Aber die in Angſt und Lei⸗ 
Heuchel⸗Schein. den ſind geſeſſen, und vergeſſen 
3. Dann ſehr viel zu dieſen haben allen Glantz u. Schein: 
Zeiten, die mit loſem Wort⸗ wird erquicken dort viel Freu⸗ 
\ epränge fehinücken ihre Lam⸗ de, und fie werden, nach Dex 
pen ſchön und, ben ſolchemfal⸗ ſchwerde, ewiglich in Ruhe ſeyn 
ſchen Gleiſſen, find fie Wolfe 8. Freuet euch drum deu 
9 


en 


257: 


gen ihr Erkauffte, Auserwaͤhl⸗ damit iſt wohl verfehen, darf 
te, und Berufne allzumal, u. nicht lauffen, um zu kauffen 
laßts euch ſeyn angelegen: Fried Oel wen Chriſtus bricht herein 
und Liebe, reine Triebe ſind der f 
Schmuck zum Hochzeit mahl. 63. 5 
9. Und vergeſſet, was dahin⸗ Stille Friedens⸗Nnh in 
den, laſſet fahren, was mit — Gbdtt verliebter Seelen! fo 
Jahren u. der Zeit verſchwin⸗ hier auf jeden Nu von feinem 
den kann: ſoll die Seele Ruhe Lob erzehlen, und gantz von kei⸗ 
finden, im Gewimmel u. Ge⸗ nem Schein ſich laſſen blenden 
tuͤmmel iſt nichts, das ſte lab en mehr; ſo daß ſie nur allein leben 
kann. zu feiner Ehr. 
10. Seht den frohen Tag von 2. Die werden alle Tag tiefer 
ferne, thut bey Zeiten euch ab⸗ hinein gefuͤhret, wo Gottes Geiſt 
ſcheiden von den Bildern man⸗ regiert / und nur mit Tugend zie⸗ 
cherley: Er hat euch von Her⸗ ret, und lehrt die inne Weg der 
‚Ken gerne, der ſich zeiget, zu Abgeſchiedenheit, da man gautz 
euch neuget, u. euch macht von unverꝛuͤckt bleibt Gottes Winck 
Laſten frey. 1 Bereit. | 
Ir. Singt: Triumph! u. geht 3. Der innre Geiſtes⸗Weg 
entgegen eurem König, der bleibt vielen hier verborgen; die 
nicht wenig feiner Koſten zu⸗ zwar mit allem Fleiß, auch vie⸗ 
gericht t: wuͤnſchet darzuczluͤck ler Müh und Sorgen, deinſel⸗ 
u. Segen ſeinen lieben Braut⸗ ben forſchen nach durch viel Be⸗ 
Geſpielen, denen niemals Oel dencklichkeit, und haben noch da⸗ 
gebricht. bin viel harten Kampfu Streit. 
12. Tragt die Lamp in Hertz 4. Warum? fie dringen nicht 
und Haͤnden Ihm eutgegen: hinein ins wahre Weſen: wo 
hümmliſch Leben iſt der Lanız inan wird recht vergnügt, und 
en Glautz und Schein. Wer kaun in Gott geneſen. Sau 


258. 


Haus der Phantafie wird nicht lich fort durch dieſe eitle Welt, 
mit aller Macht beſtürmet, und worin ſo viel Gefahr, und mau⸗ 
zerſtoͤrt, und gantz zu nicht ge⸗ che Netz geſtellt. 
macht. 5 9. Wer nicht mit allem Fleiß 
5. Man muß der Sißen⸗Welt/ auf IEſum ſelbſt thut ſehen, 
und allem Schein erſterben: der kommet nicht hindurch, daß 
was nicht zum Weſen dient, er kann weiter gehen im ſchma⸗ 
muß gantz und gar verderben. len Creutzes⸗Gang durch ſo viel 
Dann nur in dein Genuß der Nothegedra e alles ſehr be⸗ 
vollen Gottes⸗Lieb findt man klemmt, und bleibet in der Eng. 
die wahre Ruh, wo Seel und 10, Doch wann man ln | 
Geiſt vergnuͤgt. hat hier ſelbſt zu ſeinem Fuhrer 
6. Dañ aller Glantz u. Schein, und Leiter, Schutz, und Raht, 
fo nur von auſſen zieret/ u. doch daß Er der Seel Regierer auf 
kein Nahrung giebt, der iſts, fo dieſem e e 
uns abfuͤhret vom innren Gei⸗ man gehet ein zur ſtillen Sab⸗ 
ſtes⸗Weg, wo man die rechte baths⸗ Ruh, da voll geſchenckt 
Spur kan finden, die uns bringt wird ein. ee ee 
zur neuen Creatur. 11. Der Becher reiner Lieb, und 
7. O Seelen! lernet doch, euch voller Suͤſigkeiten, ſo Kraft u. 
ſelbſt mit Macht bezwingen, und Nahrung giebt in em 
thut mit allem Ernſt ius wahre und bittern Leiden, wodur 
Weſen dringen: da man gantz man ohn Verdruß kal treulich 
ohn Verdruß in ſtiller Hertzens⸗ halten aus, bis auf die letzſte 
eud kann leben recht vergnuͤgt Prob, und Blut, und Todes⸗ 
ey vielem Kampf und Streit. Strauß. 1 
8. Erlernet in dem Gang das 12. So kann man wallen 
rechte heil ge Schweigen, ſo wird fort mit Freud auf dieſer Er⸗ 
das ſtille Lamm euch ſelbſt die den, und zu der engen Pfort 
Wege zeigen: und fuhren treu⸗ in heiligen Gebaͤrden eingebe 
ER m 


259. 


it Geſang, und vollem Sie- Seele plagt. | 
Ars rn ABahl deine, der 3. Je fan nun dien Scha 
ſo hier die eitle Welt veracht. nicht mehr verlieren, weil Er 
13. O was vor ein Genuß mich um und um mit Lieb nz 
wird in der Seel empfunden! fteilt, wolt auch die höochſte Luft 
guch ſchon in dieſer Zeit, wo mich von Ihim führen, ſo bleibt 
man die Perl gefunden: der Ers doch, der nur allein gefaͤllt. 
ſtille Friedens⸗Geiſt iſt gantz Denn mein Ergetzen kan nichts 
in ſie erſenckt, und wi — . 5d del Er ſelber ſich 
Raaß aus Gottes Meer ges vor mir BR 
9 7 8 wur r 2 4. So bald ſein Liebes⸗Aug 
BERG mich nur anblicket, fo faͤllet al⸗ 
559 er Kurmnmer gantz dahin: und 
Sy ME Dams da der reis wird Hertz Seel und Geiſt in 
nen Seelen! die ſich mit mir erquicket, fo daß ich oft von 
Fe ſelbſt im Geiſt vertraut: Liebe truncken bin. Drum muß 
ich kann mit Wunder⸗voll da⸗ gerahten mit meinen Thaten, 
von erzehlen, weil feine Schoͤ⸗ dieweil nun alles lauter Luſt⸗ 
ne ich im Geiſt geſchaut. Die Gewinn. 
mich umarmet, daß ich erwar⸗ 5. Was mir oft bitter ſcheinet 
met: ſo oft mein Auge Ihn in in dem Munde, iſt meiner Keh⸗ 
Lieb anſchaut. len ſuͤſer Freuden⸗Wein: wenn 
2. Nun iſt die eitle Welt bey Er mit Liebe rührt der Seelen 
mir vergeſſen, weil ich was Beſ⸗ Grunde, muß auch der bittre 
ſers funde, das mich labt: mein Myrrhen Zucker ſeyn. Die bit⸗ 
Hertz iſt Freuden⸗voll in GOtt tre Suͤſe, die ich genieſe, die drin⸗ 
geneſen, weil IEſus mich mit get mir ſo tief ins Hertz hinein. 
keiner Lieb begabt; die mir im 6. Daß ich in Lieb verwundt, 
Hertzen vertreibt den Schmerz wenn ich ſoll fagen, wie mir im 
gen, ſo Andern oͤfters San oben zu ges hehen pfich. ſo 
Ale | kann 


Er 


260. 


kann ich es in Bildern nicht vor⸗ wann auf fie faͤllet Schande; 
tragen, was mir allda vor Koſt Spott und Schmach. | 
wird vorgelegt. Es heißt ein Le⸗ 10. Die reine Braut⸗Lieb iſt 


„r 


ben, das GT ergeben, und nicht zu bewegen von falſchen 


feine Liebe in dem Hertzen tragt. Buhlern, die ihr ſchleichen nach: 

7. Ihr Toͤchter Zions, komt und ſolt der Liebſte ſelbſt mit 
herbeh und ſehet, wie euer hol⸗ Liebes⸗Schlaͤgen fie ſtreichen, 
der Freund mit Lieb umhuͤllt: es iſt niemals einecplag der Lieb 
und wie im Liedes⸗Schimuek zu lieben, auch im Betrüben / 


Er einher gehet, ſein Hertz und die Bitterkeit iſt ihr nur ein 


Augen ſind mit Lieb erfüllt. Gemach. | 


Geht Ihm entgegen, und thut 1 1. Der ſuſeZucker⸗Mund und 
anlegen den reinen Liebes⸗ holde Wangen des Liebften kau 


Schinuck nach feinem Bild. gar bald, in einer Stund, ſein 


9. Er ziehet praͤchtig aus wider Liebſte zieren aus init frohem 


die Feinde, die euren Schmuck Prange, mach dem viel Schmer⸗ 
zu rauben ſind bedacht: u. ſtrei⸗ tzen ihr das Hertz verwundt. 


ſo wird der Raht der 
nicht gemacht. Drum 


let in der Lieb vor feine Sup Drum bleibet ſtehen, in allen 


leibt ün dem Liebes⸗Bund. f 


Lieben Ihm ſtets verſchrieben 2. Holdſelig iſt der Kuß in mei⸗ i 


weil Er ſelbſt Liebe pfleget Tag nem Munde, den meinem) Freund 
und Macht: und Schatze meiner Seel! r fan 
9. Die ſich einmal verlobet in mein Hertz verwundet in dem 
dem Bunde, und gehen ſeinen Grunde: drum ich ſo viel von 
Liebes⸗Tritten nach: ſo daß kein deiner Leh erzehl. Doch will nun 
falſcher Schein mehr in dem Aare; leb erzehl Doch will num 
Grunde, die wiſſen gang von schweigen, mich vor beg; 

keinem Ungemach, das ſie ſolt und legen gautz in gur) Wundt 
ſcheiden, ſie achtens Freuden, Hol. 


ind zu Wehen, die Lieb⸗Verliebte in 


Sr C 


f 


5 
f 


261. 


nde befrey t, daß man kann ſteigen 
rl vor enge Pfad find' t auf N | 
Oman in ſolchen Orden! wo 5. Zur ſtillen Ewigkeit, da 
man die Wege geht, da nur alles ſich verlieret, was auch 
des Geiſtes Worten an noch in der Zeit uns oft mit 
wird in der Still, nach dem Tugend zieret: das muß man 
geheimen Raht, den Gottes geben hin, und gaͤntzlich ſagen 
‚tiefe Lieb in ſich beſchloſſen hat. ab, damit es komm in Tod, 
2. Bringt es gleich ſuͤſe Ruh und werd verſenckt ins Grab. 
und ſtilles Hertz⸗Vergnuͤgen: 6. Doch, wann man ſo be⸗ 
ſo daß auf jeden Nu man kann freyt, und aller Laſt entbun⸗ 
den Feind beſiegen: ſo iſt man den: ſo hoͤret auf der Streit, 
doch noch hier in einem frem⸗ der ſichre Faun iſt funden. Ob 
den Land, da man auch oft wohl der Feind noch oft dage⸗ 
noch wird den Freunden un⸗ gen ſich verftellt: ſo hat er doch 
bekant. 5 kein Recht, weil inan verſagt 
3. Drum wird der arme Geiſt der Welt. | 
noch oft ſehr hart geklemmet: 7. Indeſſen ſteh ich ſtill, und 
daß er vor Noth nicht weiß, thu genau aufmercken, was als 
was ihm den Außfluß hem̃et lein Gottes Will, in Ihm kann 
der ſanften Gottes⸗Lieb, die ich mich ſtaͤrcken, zu gehen in 
ſonſten ihm ſo wohl gethan, u. dem Weg, denn ſeine Liebes⸗ 
ihn vergnuͤgt, gantz Fried⸗und Treu im Geiſt geſprochen ein, 
Freuden⸗wvoll. daß ich ſein eigen ſey. 
4. Man iſt enbunden zwar 8. Es kann mir fehlen nicht, 
aller Gefahr und Stricke: was weil GOtt mich hat bezwungen 
vor ein Hindrung war, und daß ich mich Ihm verpflicht, ſo 
hielt den Geiſt zuruͤcke, daß er daß es mir gelungen noch bis 
nicht konte gehn mit Freuden auf dieſe Stund wider die 
einen Lauf, der r iſt man nun Feind ohn Zahl, die auf mich 
| Kfz, | ſchoſ⸗ 


N 
I} 


ab2, | 


offen (of, um bringen mich die fich geſchleden gant von al⸗ 
zu Fall. er Eitelkeit. 20 
Li Ich galt een meiner Tren, TE ehr 
ie mir ins Hertz geſprochen, | re Vo. 
Herz gef 7 * Der 32. Pſalm. f 


daß ich Gott's eigen ſey, das 0 | | 
wird nicht mehr gebrochen: « Was vor Gunſt und gro⸗ 
weil ſeine Liebes Hand mir W ſe Gnad iſt ſolchem Mann 
tief gedruͤcket ein, daß ich nun geſchencket deme Ott ſein und 
immer hin fein Eigenthum bedecket hat, u. der r nicht mehr 
ſoll ſaam: em ON gedencket. Wie ſelig iſt ein ſol⸗ 
10. Ich bleib gebunden ſtehn cher Mann? dem GOtt nichts 
nach ſeinem Raht u. Willen, u. mehr zu rechnen kann: fuͤrwahr 
will die Wege gehn, worinn diß iſt ein reiner Geiſt dem GOtt | 


ich kann erfüllen den theuren ſo viele Guad erweißt. or 
Gottes⸗Ruf, wodurch ich aus⸗ 2. Doch da ich wolt verſchwie⸗ 
erwaͤhlt, in ein gantz ſondern gen ſeyn, und nichtes davon ſa⸗ 
Grad gezogen von der Welt. gen! verſchmachteten mir mein 
11. Man kann es ſagen nicht, Gebein, daß ich es nicht kont 
was diß vor Sterbeus⸗Wege: tragen. Denn ſeine Hand und 
wo man der Liebes⸗ Pflicht ſo groſe Macht war ſchwer auf mir 
folgt, und wird nicht trage: zu Tag und Nacht: daß mein 
dann alle Lebens⸗Luſt, ſoltens Saft trocken ausgezehrt, wie 
auch Tugend n ſeyn nuß man es im Sommer duͤrꝛe wird. 
verſagen / und ſencken ins Grab 3. In ſolcher Angſt und groſen 
hein. Shi MAD) A Noth trat ich vor GOT mit 
12. Doch ſtehet in dem Tod Baͤten und ſprach:mein HER 
oft auf ein neues Leben, weil und treuer GOtt! hilf mir aus 
man ſich nun an Gott fo gantz meinen Noͤthen. Denn in ine 
hat übergeben, drum iſt Er auch Sund und Miſſethat iſt groß, 
allein der Seelen ihre Freud, erzeig mir deine Gnad, era 
mir 


a 


| . 263. 
mir dein Barmhertzigkeit, daß ſtarcke Wehr / thu mich vo; Angſt 
ich werd wiederum erfreut. behuͤten: laß mich zu Schanden 

4. Da nahmeEr meine Suͤnd mimmermehr, noch rauben mei⸗ 
dahin, und machte die vergeſſen: nen Frieden. Erꝛette mich von 
fo daß fie gantz aus meinem aller Schmach, die mich unge⸗ 
Sinn, als waͤr es nichts gewe⸗ ben Nacht und Tag, ſo werd ich 
ſen. Die Suͤnde, die kein We⸗ froh und frey gemacht, und ruͤh⸗ 
fen hat, nimmt Gott hinweg me froͤlich deine Macht. 
durch ſeine Gnad, ſo wird das 8. Der HErꝛ iſt meine Zuver⸗ 

Hertze wieder ſtill, und ruht in ſicht, drum werd ich mimmer fal⸗ 

Gottes Raht und Will. len: Er gibt mir ſelber Unter⸗ 

F. Die Zeit iſt kommen, daß richt, den rechten Weg zu wal⸗ 
auch der, ſo treu in GOtt erfun⸗ len. Er fuͤhret mich nach feinen 

den, ſich beugen muß, wann Raht der Frommen und Ge⸗ 

komt daher die Macht der Pruͤ⸗ rechten Pfad: und, wenn ich fal⸗ 
fungs⸗Stunden, und rufen aus: le oder gleit, Er mich mit ſeinen 


mein HErꝛ und GOtt! hilf mir Augen leit. 
aus meiner groſen Noht! vor 9. Seyd nicht wie Roß und 
Dir kan ja kein Menſch beſtehn, Maͤuler, die man anders nicht 
wañ Du wilt ins Gerichte gehn. kann zwingen, als mit Gebiß 
6. Ja alle Heil gen groß und und Zaum, um ſie alſo an ſich 
klein die werden diß bekennen: zu bringen. Drum hat der Gott⸗ 
daß keiner iſt zu achten rein noch los ſeine Plag auf jede Stund 
ohne Fehl zu nennen. Drum und jeden Tag: doch wird um⸗ 
muͤſſen ſie Dir alle flehn, wann fahen Guͤt und Gnad den, der 
ſie vor Dir, HErz, wollen ſtehn: auf Gott dünn dh n Dan 
doch wird der keinẽ treffen nicht, 10. Es freuen ſich, u. kuͤhmen 
wann bricht herein dein Zorn⸗ ſehr all diecherechten Frommen, 
BE zan und geben Ott Danck, Ruhm 
F. Du biſt mein Schirm PR em Ehr, wann fie 10 
u. 35 om⸗ 


164. 


kommen. Es rühmen GOtt Schweigen, ſtimmen an des 
itt aller Macht, die Er alſo zu⸗ Lamms Geſang ſchoͤu mit Got⸗ 
ſam̃en bracht: daß ſie hoch prei⸗ tes Harfen⸗Klang. 
fen feine Gnad in ſeinein Ten⸗ 3. Was wird vor ein Loh er⸗ 
pel früh und ſpat. ſchallen, wenn die gantze Chri⸗ 
11. Der frohe Hallelujah⸗ ſten⸗Schaar wird geſammlet 


Schall muß freudig da erklin⸗ ſeyn aus allen, wo ſie vor zer⸗ 


gen, wo die Gerechten allzumal ſtreuet war: es wird ſeyn ver⸗ 
mit Freude Gott lobfingen: daß geſſen, wo man oft geſeſſen un⸗ 
ſie Ihm geben, mit viel Freud, ker Babels Spott und Drang, 
viel Danck, viel Lob, und Herꝛ⸗ da die Zeit iſt worden lang. 

lichkeit, und breiten aus vor je⸗ 4. Und weil ich noch bin um⸗ 


derman, was GOtt an ihnen pfangen mit dem Band der 


at gethau. Eitelkeit: drum thu ich mit 
ach 4a; Eruſt verlangen nach der frohen 


O Wie thut mein Geiſt ſich ben Gott ſo ſeyn ergeben, daß 


Ewigkeit, will dabey im Le⸗ 


W 


ſehnen nach dem Ziel der mich auch kein Schinertz noch 


Ewigkeit: um zu gehen bald Noth ſcheide ſoll bis in den Tod. 


mit denen, die erquicket nach 5. Und will alles fahren laſ⸗ 


dem Streit: und in hohen Eh⸗ ſen, was mich hindert in dem 


ren Gottes Lob vermehren. Da Lauff: wenn ich geh die Pil⸗ 
man auch der Traͤhnen⸗Saat ger Straaſen, damit michs 


ewiglich vergeſſen hat. nicht halte auf, was im Wege 


er 5 


4 


7 


2. Daun ich hab im Geiſt ſtehet, und nicht weiter gehet. 


vernommen, daß ich mit der Solts auch gleiſen ſchon im 
ſel gen Schaar: die aus groſem Schein, muß es doch vergef⸗ 


Truͤbſal kommen, Ihn werd ſen ſeyn. 


toben immerdar. Und dann 6. Und will mich mit Ernſt 
mit am Reigen gehen ohne befleiſſen, Ott zu bleiben recht 


getreu 


* 


265. 


getreu, daß ich auch ohn alles ihrer Seelen Bräutigam. 


Gleiſen Ihm fo gantz ergeben ro. O! was vor ein Liebes⸗ 
ſey: und, ohn einigs Waucken, Leben finden jetzt ſchon in Ge⸗ 
bleibe in den Schrancken der nuß die, fo alles übergeben, u. 
verlobten Liebes⸗Treu, die mich ohn eintzigen Verdruß es mit 
macht von Kummer frey. IEſu wagen, helfen nach zutra⸗ 

7. Wann ich dann ſo in dem gen ſeine Schmach, Verach⸗ 
Leiden meinem Liebſten folge tung, Spott, ohne Scheu bis 


nach: ſo daß mich auch nichts in den Tod! 


kann ſcheiden, wens auch ſchon rr. Und weil ich im Geiſt er⸗ 
durch Spott u. Schmach gehet, blicket, was vor Ehr und Her: 
daß michs druͤcket, den Geiſt lichkeit all zuſamen dort erqui⸗ 
nieder buͤcket, und fo tief ge⸗ cket, nach der Ueberwindungs⸗ 


beugt muß ſeyn, ſchenckt Er Zeit: drum werd ich bewogen, 


mir daneben ein 


| Und durch Lieb Lease daß die 
8. Von den innern Geiſtes⸗ ſtarcke Eiferſucht alle Eitelkeit 


Saͤften, die einflieſen in der verflucht. 


Still, weil ich gantz mit allen 12. End erſeuck mich in das 
Kraͤften einerſenckt in Gottes Sterben meines Liebſten fo hin: 
Will. Drun kann ich geneſen ein: daß auch möge gautz ver⸗ 
in dem wahren Weſen: wo⸗ derben, was nicht lauter iſt und 
durch man wird fett u. ſtarck, rein. Damit alles Meinen und 
daß davon Geiſt, Seel u. Marck betruͤglichs Scheinen werde mit 
9. Gantz durch drungen und geleget ab, und verſencket in das 
begoſſen von dem vollen Got⸗ Grab. Aa 
tes⸗Strom, der vom Tempel 13. Drwasstill, Ruh und 
komme geftoſſen auf die, ſo hier Frieden findet man auf dieſer 


keuſch und fronnn: und ſich ſo Spur: wo inan ſo iſt abgeſchie⸗ 


ergeben, in dein gantzen Leben, den von dem Glantz der Crca⸗ 


zu gefallen nur dem Lamm, tur. Niemand kaun ermeſſen, 
f 2 f » 1 5 was 


® 


266. 
was da wird beſeſſen: wo man denn Er iſt praͤchtig und herꝛlich 
aller Sorgen loß, und fo ruht erhoben: laſſets erſchallen mit 
in Gottes Schooß. llieblichem Klang; ſinget mit 
14. Ol ihr auserwaͤhlter Hertzen und Munde zuſammen, 
Saame, ſchmuͤcket euch, und brennet im Feuer der liebenden 
ſeyd bereit: geht entgegen un⸗ Flammen. a an 
fern Lamme, ziehet an das 2. Laſſets erſchallen weit unter 
Hochzeit⸗Kleid. Keines werde den Heiden, ſagets den Voͤl⸗ 
traͤge, es iſt auf dem Wege, zu ckern von ferne und nah, feine 
empfangen feine Braut, daß Gewalt und Macht weit aus⸗ 
fie werd mit Ihm vertraut. zubreiten, ruͤhmet mit froͤlichem 
15. Dann die Ihm hier nach⸗ Hallelujah, daß ſeine Rechte 
gegangen, und die eitle Welt werd in uns erhoben, und alle 
veracht: ficher man dort herr⸗ Voͤlcker zuſammen Ihn loben. 
lich prangen in dem weiſen Klei⸗ 3. Ewig und ewig ſey nimmer 
der⸗Pracht. Da das Lamm ſie kein Schweigen, Kinder der Lie⸗ 
weidet, ſelbſten führt und leitet be, geht immer voran; gehet die 
zu den Waſſern, die gantz rein Wege fein lieblich im Reigen, 
aus dein Stuhl gefloffen ſeyn. machet wohl riechend die heilige 
16. Aller Schmergen wird ver⸗ Bahn, ſo wird das Lob und 
ſchwinden, alles Seuffzen fal⸗ Danck freudig erſchallen, und 
len hin; aller Jam̃er bleibt das eurem König die ieder gefallen. 
hinden, endet ſich mit viel Ge⸗ 4. Haltet die Tage der Feſte 
win in ein Freuden⸗Leben, das mit Freuden, ate erthoͤnen 
uns Gott wird geben, nach ſo mit lieblichem Hall; ſo wird viel 
vielem Weh und Leid in der ſel⸗Ruͤhmens von allerley Leuten 
gen Ewigkeit. lieblich erklingen mit froͤlichem 
ft: 73: Schall: Lob, Ehre bringet dem 
= Suget! lobſinget dem Koͤ⸗ Höchften dort oben, mit Fr 
Lanig dort oben, rühmt und den⸗Lieder ohn End Ihn zu le 
erhebt Ihn mit frohen Geſang, | 74. 


167, 


— 


74. 
S O lebet man in GOTT, 
wenn alles im Erſterben, 
und aller Luſt⸗Gewinn muß in 
dem Tod verderben; wo alles 
untergeht, und komet ins Ge⸗ 
richt / da wird ein neuer Menſch 
im Hertzen aufgerichtt. 
2. Der Glaub halt diese Prob, 
er laßt ſich nichts verderben, er 
gibt ſein Beſtes hin, und laͤßts 
mit Chriſto ſterben: fo iſt fein 
Ziel geſteckt, er weiß kein ander 
Gut, als wo man alles gantz 
in Gott verlieren thut. 
3. Das iſt der groͤſte Schatz, 
ſo mag gefunden werden, wer 
den beſeſſen hat, da iſt die Freud 
der Erden erſtorben im Gericht, 
und ewig abgethan, und ſtehet 
aus dem Tod ein rechter Wun⸗ 
der⸗Mann. | 


ee e 
Eine Ausbreitung über 
| 


den 126. pfalm. 
SR Alan Gott fein Zion loͤ⸗ 
| Wẽ̃ ſen wird, und ihr Gefaͤng⸗ 
NR wenden, und, als der groſe 
Nenſchen⸗ Hut, wind 


ſeinẽ Raht 
L 


vollenden: dann wird der Tag 
ſeyn wie die Nacht, wenn man 
von ſeinem Schlaf erwacht, 
durch Traͤum⸗Geſicht von Ott 
erfreut. O komm, erwuͤnſchte 
Seligkeit! 

2. Wie wird alsdann der 
Trauer⸗Mund erfuͤllet ſeyn mit 
Lachen? wie wird der neue Lie⸗ 
bes⸗Bund ſo hell u. klar euch 
und unſte Zunge mit viel Ruhin 
erfuͤllet werden um und um un 
auszu breiten weit und breit die 


lt Seligkeit. 
Sue 


as groſe Wunder wird 
alsdann die Heiden machen ſa⸗ 
gen: der HErr hat gro Ding 
gethan, und ſeiner Kinder Pla⸗ 
en verkehret in vil Luſt und 
Kun und in ſo groſe Seligkeit. 
ie haben wir des Wegs ver⸗ 
fehlt, daß wir nicht ſind dazu 
gezehlt? 0 
+. Ob wir ſie ſchon mit Spott 
und Hohn belegt auf dieſer Er⸗ 
den: hat ihnen doch ihr Theil 
und Lohn von GOtt noch muß⸗ 
ſen werden. Der unſer Thun 
zu nicht gemacht. Ob wir ſte 
ſchon verhoͤhnt, verlacht: ſo iſt 
I | doch 


6 


268. ä f 
doch auf ſie kommen hin, was 8. Die Freuden ⸗Ernd wird 
wir veracht in unſerm Sinn. ſchon zuletzt an uns erfullet 
5. Was groſe Ding hat GOtt werden: ob wir mit Thraͤnen 
gethan an uns durch ſeine Star⸗ ſchon benetet allhier auf dieſer 
cke, deß ruͤhmen wir vor jeder⸗ Erden. So wird doch dort ohn 
man: denn ſeiner Finger Wercke End und Zeit die übergroſe 
beweiſen ſolches im Gericht, Seligkeit bergeſſen machen al⸗ 
wie Er es alles ausgericht. da wir gefangen 
Deß ſind wir froͤlich, und ſehr | 5 


den voll. 
6. Allein, es iſt noch nicht er⸗ 

wacht, was daun wird 

vorhanden; 


unſrer Sach, wie Du aus⸗ 
trockneſt einen Bach. die | m 
7. Der gegen Mittag ſich er⸗Maaß vergelten durch ſeim 
dan in dürr⸗ und trocknen Gunſt d 
Landen: ſo flehn wir auch zu wäre tauſend R 8 
dieſer Friſt: loͤß uns von ihren doch nicht zu achten ſeyn gegen 
Banden. Doch weil die dor⸗ dem groſen Fr in, 
ten nur gekrönt, die hier ver⸗ der ſich a iten 
lacht, verſpott, verhoͤhnt: ſo aus, wann man die Garben 
können wir nicht gehn vorbeh, bringt nach Haus. n 4 
zu tragen dieſe Liber. 11. Was Freude wird 5 an 


* 


209, 


hoͤren und ſehn, wann all zu ſich vor Gottes Zorn-Bericht 
Hauffen kommen: und jauch⸗ weil Gott ſie hat vom Staube 
zend da wird einher gehn die aufgericht. | 
gantze Schaar de Frommen, u. +. Und ſie erquicket nach dei 
alſo rühınen GOttes Macht, Stand, da fie mit fo viel Leid 
Der nun dem Leid ein End ges umgeben: und fuͤhlte ſeines Zor⸗ 
macht. Die groſe Freud u. Se⸗ nes Hand, daß ſie oft muͤde war 
ligkeit wird währen in die E⸗ zu leben, gantz ohne Troſt und 
wigkeit. 1241 Rathlos mußt um gehn, wann 
0 e EN fie kont keine Huͤlf noch Ret⸗ 
| W᷑ Ann Zion wird entbunden tung ſehn. | 
2 Auen ihrer Müh und 5. Die lange Nacht ift bald 
a 


— nn snees seen 


| ſey K 

Tages⸗Laſten: fo wird fie freu⸗ dahin, man ſinget ſchon vom 
dig gehen ein zur Ruh, da fie lichten Tage im Geiſt, nach dem 
ſehr ſanft wird raſten, und da geheimen Sinn, daß Zion ſoll 
gemeſen ihrer wagen die von aller Plage entbunden, und 
ſte um Leiden hat allhier geſucht. im HErzen freudig ſeyn über 
. Daſelbſt wird ſteter Friede das groſe Licht und Freuden⸗ 
‚Kon, u. wird auf ewig ſeyn ver⸗ Schein. 


geſſen: wo ſie in ſo viel Schmertz 6. So ihr aufgangen iſt von 


und Pein im Leiden iſt zuvor GOtt im Elend, da ſte faſt ver⸗ 
geſeſſen. Es wird nichts mehr ſchmachtet: und mußte ſeyn der 
von allem ſeyn zu ſehn, wo fie Voͤlcker Spott, und von den 
ſonſt mußt betruͤbt und traurig Heiden g ring geachtet. Man 
gehn wird es bald an allen Orten ſehn, 
3. Die viele Muͤh u. ſchwere daß Zions Reich und Herꝛſchaft 
Laſt, die ſie den gantzen Tag ge⸗ wird angehn. i 
tragen: wird enden ſich in lau⸗ 7. Der vollen Knoſpen offne 
ter Raſt und Luft, daß ſie nicht Bluͤth geht ſchon auf von der 
mehr wird zagen, e Fruͤhlings⸗Soũen: den Sean 
1% 2 Baum 


* 


277, 


bet: die Lieb den Haß bezwin⸗ Saat, die wir alhir im Schmertz 
gen kann, der ſonſten fo viel hat und Leiden geſaͤet aus nach Got⸗ 
verderbet. Wer eigner Lieb ab⸗ tes Raht, ein bringen mit viel 
ſtirbet im Gericht, der zeiget Sieges-Freuden. Wir wollen 
bald an feinem Angeſicht: nun das treue Bruder-Band 
16. Daß er gekommen an den noch feſter machen durch des 
Ort, wo Philadelphia man Hrn Hand. 
nennet: und die Gedult am Le⸗ 20. So wird man an uns hoͤrn 
bens⸗Wort feſt wird in GOtt, und ſehn, daß Philadelphie bey 
und niemals trennet von dem uns gruͤnet: und werden alle⸗ 
vereinten treuen Bruder⸗Sinn, ſcunt beſtehn durchs Lammes 
der allen Eigenthum nimmt Blut, Das uns verſuͤhnet. Es 
gantz dahin. bleibe feſt und unverrückt daben, 
217. Ich freue mich der Brüder daß jedes unter uns ſein eigen ſey. 
ſchaft, weil GO TT mich auch 
darzu geſellet: die Lieb erwirbet 7055 
Leidens⸗Kraft, ſo wird das I die Wolcken⸗Saͤul 
Recht im Thor beſtellet. Daß auf bricht, die GOtt Iſ⸗ 
alles Andre fallen muß dahin, rael zum Licht vorgeſtellet, 
was nicht iſt nach dem reinen drauf zu ſehn, wenn ſie ſollen 
Liebes⸗Sinn. | weiter gehn. 
18. Ihr treuen Brüder allzu 2. Darum legt die Huͤtten ein, 
ſamm, die ihr von GOtt darzu u. gebt acht auf ihren Schein, 
erwaͤhlet, und waͤrthe Schwe- zu verfolgen unſre Reiß auf 
ſtern, die dem Lamm nachfol- des Hoͤheſten Geheiß. 
gen, und mit Ihm vermaͤhlet: 3. Es iſt Zeit, wir wollen 
freut euch mit mir, und machet gehn, u. nicht laͤnger ſtille ſtehn: 
euch bereit, wir werden bald ein⸗ weil die Saͤule geht voran, u. 


727 


gehn zur vollen Freud. uns leuchtet auf der Bahn. 
19. Da wir den Segen sr 4. Wer nun würde ſtille fehn 
I 3. | wei 


. a - . en ee ne 
weil die Wolcke fort thut gehn: 11. Die uns durch ſo lange 
wurd ſich ſcheiden von dem Jahr ſelbſt will machen offen⸗ 
Band und von GOTT ver⸗ bar, was in unſerm Hertzen iſt, 
heißnem Land. u. wie bald man ſein vergißt. 

5. Nun wir Mara ſind vor⸗ 12. Wann es ge t nach un⸗ 
bey, in der groſen Wuͤſteney. ſerm Sinn, meinen wir, es ſey 
wird mit vieler Segens⸗Luſt Gewinn: und vergeſſen Gottes 
nun erfüllet Hertz und Bruſt. Eid, und die groſe Seligkeit. 

6. Doch, wenn wir nicht hal⸗ 13. Darum ſchenckt GOTT 
ten Wacht auf die Saule in anders ein, als wir es vermu⸗ 
der Nacht: die im Feuer leuch⸗ then ſeyn: ſpeißt uns erſt mit 
tet für den Weg, ſo verlieren 7 eh er unſer Hertz 

er 


„ 


Wik. reut. 
7. Doch weil es nun iſt an 14. Darum ſammle dich aufs 
dem, daß wir wieder angenehm Neu, Iſrael, und ſey getreu: 
unſerm GOtt, zu ſeinem Preiß, folge e ee Licht, das 
kommen wir auf ſein Geheiß. Er in dir aufgericht. b 
g. Und erwarten ſeinen Raht, 15. Sieh jenes Iſrael an, die 
wie Er es beſchloſſen hat, und gereißt nach Canaan: wie ſie 
auf weitern Unterricht, wie u. Gott ſo lang verſucht unter 
wozu wir verpflicht. feiner ſcharffen Zucht 
9. Soll es waͤhren noch viel 16. Vierzig Jahr fie muſten 
Jahr, daß wir durch ſo viel Ge⸗ gehn in ſo viel Berſüchungs⸗ 
fahr müſſen wallen in dem chen: oft ohn Waſſer, oft 
Stand auf dem Weg zum ohn Brod, bald geſchlagen ſeyn 
Vatter lan. von Gt. ie 
0. So woll jedes bleiben 17. Bis fie alle fielen hin, u. 
treu in der langen Wuſtenen, verdurben in dem Sinn der Ge⸗ 
dencke dag nicht Gottes Schuld, dancken, nach dem Bild, wo⸗ 
ſondern vielmehr feine Huld. mit ihre Luſt erfüllt. 8 
N * 18. Da 


* 


| 273.1 
18. Da fie nach fo vielerley Reiß bißher auf ſo manche 


b een ohne Noht wur⸗ richt wider deine Bundes⸗ 
den ſie geſtrafft von GOtt. Pflicht. 


274. 
32. Daß dir drauf iſt wor⸗ durch ihr koͤnt werden heil. 
den kund der fo theure Gnaden⸗ 39. Er iſt die erhoͤhte Schlang 
Bund, durch die Tauffe in dein bey dem rauhen Weg u. Gang, 
Meer, da erſaufft Pharonis durch die wird gezeiget an, wo⸗ 
Heer. . durch man geneſen kann. 
33. Wurde dorten jederman 40. Wann wir dann geneſen 
heil, der nur thaͤt ſchauen an ſeyn, wird das Lager wieder 
die erhoͤhte ehrne Schlang, rein: und des HErꝛen Gegen⸗ 
was ſolt dir dan machen bang. wart kann uns leiten auf der 
34. Weil des Menſchen Sohn Fahrt. | | 
erböht,und zu deinem Heil da 41. Und der Wolcken⸗Saͤulen 
ſteht: wer Ihn auſieht ohn Ber Gang machen einen rechten 
dries, wird geheilt vom Schlan⸗ Klang: daß es ſchalle und er⸗ 
gen⸗Biß. thoͤn, und ausrufe, fort zu gehn. 
35. Der ſehr viele hat ver⸗ 42. Dieſe Bahn iſt uns gezeigt 
wundt, daß fie fo viel Jahr von Ott Der ſich zu uns neigt, 
und Stund noch nicht bracht richtet auf ſein Huͤtt und Stadt 
die wahre Frucht, die doch Ott unter uns aus lauter Gnad. 
all Tage ſucht. 43. Sind wir denn mit GOtt 
36. Dieſes hat dir zugedacht, verſehn, ſo wird unſer Thun be⸗ 
der zum oͤftern ſonſt veracht: ſtehn, und wir werden mit der 
der dich liebet und vertritt, u. Zeit gehen ein zur Seligkeit. 
bey GOtt um Gnade bitt. 44. Darum freue dich aufs 
37. Sehet, ſehet, ſehet an! Neu, Iſrael u. ſey getreu: blei⸗ 
ſehet, ſehet an den Mann! der beſt du auf dieſer Bahn, ſo er⸗ 
von GOtt erhoͤhet iſt, der iſt reichſt du Cangaan. 
unſer HErr und Chriſt. | 1 2 
38. Ber ſagts uns beftändig Rn | 
für: kom̃et her, und folget mir DT Enn das ſanfte Gottes⸗ 
ich bin euer beſtes Theil wo⸗  Caufe tief in meiner 5 4 
n 


D. 


len weht, fo verſchwindet, was fie durch die reine Triebe gaͤntz⸗ 
von auſen nur in falſchem lich mich genommen hin: daß 
Schein beſteht: und ich kann ich mich ergeben ihr allein zu le⸗ 
mich laben init viel Himmels⸗ ben, u. dabey zu jeder Zeit blei⸗ 
Gaben, und genieſe Gottes Luſt be ihrem Winck bereik. 
aus der ſuͤſen Liebes⸗Bruſt. 6. O du Meer der lautern Lieber 
2. O! was vor geheime Kräfte laß durchbrechen deine Daͤmm, 
flieſen da zuſammen ein, wann daß der Fluͤſſe ſtarcke Triebe 
man von der Welt Geſchaͤffte ſo nichts mehr ihren Ausfluß heine 
ei iſt u. rein: daß man daß fie in uns flieſen, alles Leid 
ſich ergeben, in dem gantzen Le⸗ verſuſen, damit wir in dem Ge⸗ 
ben, der vereinten Liebes⸗Kraft, nuß, durch der Liebe Ueberfluß, 
die ein r 7. Gantz beſchwemmet und be⸗ 
3. Wer nicht alles will vergeſ⸗ goſſen, daß wir tief erſincken 
ſen um das edle eintz ge Ein: der ein in den Waſſern, die gefloſſen 
kann nicht in Gott geneſen, ſon⸗ aus dem Meer der Viebe rein: u. 
dern muß in Schmertz u. Pein, auch noch daneben werd in uns 
mit viel Müh und Laſten, da gegeben, daß von Innen flieſen 
man nie kann raſten, feine Zeit aus Ströme aus dem Her⸗ 
verbringen zu in der irꝛdiſchen tzens⸗Haus. Ee 
Unru .. 3. Und wenn ſo in reiner Lie⸗ 
4. Aber wer fc hat ergeben be wir een pp 
der vereinten Liebes Macht, ſo muß aller Heuchel⸗Triebe ewig 
daß er ſein gantzes Leben nur ale mit vergraben ſeyn: und wir 
lein darauf bedacht, wie er moͤg werden heilig zuͤchtig und jungs 
vor allen ſeiner Lieb gefallen: der fraͤulich unten Giebten darge⸗ 
kann leben ohn Verdruß, durch ſtellt, vor den Augen aller Welt. 
den ſteten Liebs⸗Genuß. 9. Und das reine Jungfraun⸗ 
, Ol ich freu mich ſeiner Lie⸗ Leben wird recht werden offen⸗ 
de / daumt ich verbundẽ bin, weil bar an uns, well wir gantz er⸗ 
2 | Mm geben 


276. 
geben dem Lamm, Das erwuͤr⸗ ben hat das Lanum geflöfet ein 
get war: denn die, ſo nachgehen, denen! die ſich Ihm ergeben, 
ſteht man dorten ſtehen mit dem daß fie keuſch geblieben ſeyn: ſo 
reinen Jungfraun⸗Heer ſpieleu daß ſie gantz heilig, zuͤchtig und 
an dem glaͤſern Meer. jungfraͤulich Ihm gefolgek nach 
10. O ihr treu⸗ verlobte See⸗ in Gang, mit viel ſchonem 
len! die ihr mit verbunden ſeyd, Lobgeſang. . 
euch dem Lanune zu vermäh⸗ 14. Drum will ich das Lamm 
len, bleibet ſeinem Winck bereit: verehren, feinen Tritten folgen 
folget feinen Tritten, lernet heil⸗ nach, täglich feinen Ruhm ver⸗ 
ge Sitten. Olſo wird der Zus mehren, achten weder Spott 
gend 70555 eurer Seelen Nah⸗ noch Schmach: weil es ir er⸗ 
kung ſe N | 


Tung fen. wüaͤhlet, und zur Zahl gezehlet 
11. O du keuſches Jungfraun⸗ die Ihm geben, mit viel Freud, 
Leben nimm mein gaußes We⸗ Preiß und Danck in Ewigkeit. 
ſen ein: damit ich ſoſey ergeben „% 22 
daß mich weder Schmertz noch Ne e n vo 
Pein niemals von dir trenne, DIR Enn der reine Lebens; 
und ohn Scheu bekenne, daß ich D Griff feine Kraft in uns 
dir verlobet ſey, ohne alle Heu⸗ 1000, un ſo wird alles wieder 
chelenrnr waohl, und die Hertzen Freuden 
12. O ich freu mich ſchon im voll. 5 
Gehen! weil im Geiſt geſehen 2. Wen die reine Bruͤderſchaſt 
ein, daß hier ſchon dem Lamm wird erfuͤllt mit ſeiner Kraft 
nachgehen, die mit mir verbun⸗ fo muß werden offenbar, wo die 
den ſeyn: weil ſie es gewaget, rechte Chriſten⸗ Schaar. 
Allem abgeſaget, u. den keuſch⸗ 3. Den es iſt ſein alter Brauch 
verliebten Sinn GOtt zu eigen daß fein reiner Liebes: Hand 
geben hin. blaſe und da mache Wind, wi 
13. Owas vor ein Liebes⸗Le⸗ des HErzm Geſalbten fd. 
iS | Ai 4. 


15 


5 


| 2778 
4. Er kann ihnen rahten wohl, dran, daß wir gehen dieſe Bahn: 
und fie machen Freuden ⸗ voll: um zu folgen dieſem Geiſt, der 
daß ſie ſeine Wunder⸗Macht die rechte Wege weißt. 
muͤſſen ruhmen Tag u. Nacht. a 12. Dieſer Geiſt kann machen 
F. Wer von ſeiner Kraft em⸗ rein, wo wi noch bemackelt ſeyn: 
pfaͤht, wird ein Prieſter und kann verneuen unſern Sinn, 
Prophet: redet Wunder ⸗Sa⸗ und den Alten nehmen hin. 
chen aus in des HErꝛen Tem⸗ 13. Er kañ allen machen wohl, 
pel⸗Haus. daß ſie ſeiner Liebe voll: wo ſie 
6. Alles Schwere wird dann nur mit dem Begehr geben ſei⸗ 
leicht, wann Er feine Wunder nem Wind Gehoͤr. 
zeigt: ſo die Augen ſehen ein, 14. Er kann machen alle gleich 
bey dem hellen Lichtes⸗Schein. einzugehn in Gottes Reich: Er 
7. Abraham erſah den Tag, kann machen alle klein, daß ſie 
der doch noch ſehr ferne lag: und Gottes eigen ſeyn. i 
war deſſen hoch erfreut, weil er 15. So vollenden wir den Lauf, 
einſah nah und weit. bis wir gantz genommen auf, 
8. Wer nur ein Prophete heißt, werden zu der Zahl erhöht, die 
wird erfüllt mit dieſem Geiſt: vorm Thron des Lames ſteht. 
und von deſſen Wind⸗Gehoͤr 16. Und mit groſer Sieges⸗ 
kommt herfuͤr die reine Lehr. Freud ruͤhmen Gott in Ewig⸗ 
9. Kommt, ihr Kinder einer keit. Wir ſind worden wieder 
Schaar, laſſet werden offenbar: froh. Amen! es geſcheh alſo. 
daß ihr voll von dieſem Wind, 1 ent 
damit ſich nicht Klage find. 0 6 
10. Und die recht geſunde Lehr DIT Enn himmliſche Liebe die 
bey euch finden kan Gehör: und W Hertzen gezogen, ſo wer⸗ 
hr alſo mit theilhaft dieſes rei⸗ den wir alle mit Eifer bewo⸗ 
ien Geiſtes Kraft. gen, mit Freuden zu lauffen den 
11. Kom̃t, wir wollen wieder Goͤttlichen Weg; und werden 
N Mm. nicht 


278. 


4. Ich werde mich freuen un mit wir viel innere Kraͤft 
himmliſchen Lichte, wenn alle nieſen. 


278, 


:. O Bruder und Schweſtern! ſtens geſprochen, drum wird fie 
ich werde bewogen durch Goͤtt⸗ auch ploͤtzlich einſt werden ge⸗ 
lichen Eifer von Innen gezo⸗ rochen. n | 
gen, euch allen zu rufen: ach! 10. Ja, amen! ich warte mit 
werdet nicht weich, daß jedes groſem Verlangen, bis daß Du 
imSiege die Krone erreich, die vertilgeſt den gottloſen Samen: 
alle erworben, ſo IEſu nach⸗ der truncken ist worden von der 
gangen, und wurden erfreuet Heiligen Blut, geſuchet zu rau⸗ 
lach langem Verlangen, fo ben ihren Göttlichen Muth. 
daß ſie im Triumph dort ewige Drum wollen wir alle mit Freu⸗ 
lich prangen. den fort wallen, bis daß wir ge⸗ 
8. Drum gehet entgegen gantz hoͤret, daß Babel gefallen: ſo 
freudig behende, und ſehet, wie koͤnnen wir helfen ihr Urtheil 
alles ſchon eilet zumEnde. Die bezahlen. 
Ernde ruͤckt naͤher, es kommet . 
herbey die Stund der Erlöſung, . e 
da alles wird frey vom Dienſte DIR Enn IEſus Brunnen uͤ⸗ 
der Eitelkeit, die uns gefangen, berlaufft, und fließt in 
darin wir noch ſeufzen in ſte⸗ wunſte Hertzen, und wir in Got⸗ 
tem Verlangen, danit wir bald tes Meer getaufft, ſo ſchwin⸗ 
| völlig zur Freyheit gelangen. den alle Schmertzen: und wir 
9. 8 Jef: ich ſeufz mit ver⸗ empfinden Himmels⸗Luſt, die 
wundetem Hertzen, laß eilen aller Welt iſt unbewußt, ruͤh⸗ 
zum Ende die deiden u. Schmer⸗ men das theure Gottes⸗Lam̃, 
hen: dieweil wir gebeuget, und das iſt erwuͤrgt am Ereutzes⸗ 
tragen Dir nach dein Creutz mit Stamm. st “ 
Verachtung, Verſpottung, und 2. Und ruhen fanft in Got: 
Schmach. Doch, was Du be⸗ tes Schoos, in tief⸗erſunckner 
eydet, wird nummer gebrochen, Stille die uns macht aller Sor⸗ 
der Huren ihr Urtheil iſt laͤng⸗ gen loß: dieweil nun Gottes 
4 mz. | Wille 


280. 


Wille iſt worden unſer Speiß Ihm vertraut, als ſeine auſer⸗ 
und Tranck, zu bringen Ihm wahlte Braut 
Preiß, Lob und Daͤnck, weil 6, Drum mercket drauf, und 
Er uns, aus beſondrer Gnad, nehmet wahr, die ihr ſeyd mit 
zu 950 Ihm erwaͤhlet hat. erwaͤhlet, gebracht zur fromen 
3. Daß wir hinfort nur gantz Gottes⸗Schagr, die wundervoll 
allein zu Ehren Ihie leben, erzehlet von ſeinemGeiſt, in vol 
in Schmertzen, Leiden, Noht lem Licht, das Er in mitten auf 
und Pein Ihm bleibend ſeyn gericht, wo Er ſein Volck ver⸗ f 
ergeben, und alſo werden zube⸗ ſammlet hat, zu ruͤhmen ſeine 
reit, daß ſeine Macht u. Herꝛ⸗ Wunderthat. 8 9—8 
lichkeit ſich wundervoll an uns 7. Die Er an uns macht offen⸗ 
erweißt, damit wir auf die bar, um ferner aus zu breiten 
ſchoͤuſte Wei den Volck, das mit entſchlafen 
4. Erheben unſer Hertz und war, als IEſüs ſeine Seiten 
Mund in voller Lieb zuſamen, geöffnet feiner wehrten Braut: 
und machen ſeinen Namen die ſich in keuſcher Lieb vertraut, 
kund; dieweil wir aus Ihm und gantz in Ihn geletbet ein, 
ſtammen: und Er uns, aus be⸗ weil ſie aus ſeinem Fleiſch und 
dachtem Raht, zu ſeinem Volck Bein. | ' 
erwaͤhlet hat, daß an uns wer⸗ 8. Dieweil nun IEſus unſer 
de offenbar, was lang zuvor Mann, wird nichtes uns verle⸗ 
verheiſen war. geen, wei treffen wird der Fluch 
F. Daß Gott in dieſer letz⸗ und Bann die, ſo mit bloſem 
ten Zeit die Erde woll erfuͤlle, Schwaͤtzen viel andre und ſich 
mit Licht und Recht u. Herz ſelbſt verfuͤhrt, mit falſchem 
lichkeit, nach ſeinem Raht u. Schein die Schrift gloſſirt erlos 
Willen, Er ſolches laͤſſet wer⸗ au Wort und boͤs Gedicht, die | 
| 


den kund den Seinen in der letz⸗ fie ſehr kuͤnſtlich zugericht. | 
ten Stund, die ſich zu eigen 9. Drum iſt des Henn Zen | 
VIII, SM ent⸗ 


an; ein jeder 
weü ſie des Todes Urtheil fallt, 15. Drum iſt der Fall auch vor 
| a lch gegen euch ver⸗ der Thür, der lang zuvor bes 
ſtellt. 75 


281 


entbrandt uͤber die Rott der Bö⸗ bar, geſtellt zu einen Zeugen 


en, und Falſchen, die in Sand dar, der wider fie das Urtheil 
und Tand ſich ſeiner Worte trds führt, wenn fie in falſch em 
ſten: Er ruͤſtet feine Knechte aus Schein ſich diert. | 
mit Geiſt und Kraft, zu gehen 13. Wohl mir! ich ſtime auch 


aus, zu offenbaren ſeinen Raht, mit an, mit Geiſt, mit Kraft 
den Er in ſich beſchloſſen hat. und Leben, der Welt ihr Suͤnd 
10. Drum wird nunmehr kein zu zeigen an: weil GOTT in 


| Schweigen ſeyn bey Gottes mich gegeben den Glantz von 
treuen Knechten, die Welt und ſeinem hellen Licht, das wider 
Boſen anzu ſchrey n: dieweil ſie fie ein Zeuge iſt, zu ſtrafen ih⸗ 
ſeine Rechten verkehret und zu ren falſchen Schein, wenn ſie 


8 


nicht gemacht, und immer ſind ruͤhmt Gottes Volck zu ſeyn. 


darauf bedacht daß ſie bey fal⸗ 14. Der Luͤgen Kraft und fal⸗ 
ſchem loſen Schein, ſich ruͤh⸗ ſcher Schein iſt nun aufs hoͤchſte 


men Gottes Volck zu ſeyn. kommen, drum muß der Trug 
rr. Auf! auf! ihr Bruͤder all⸗ entbloͤſet ſeyn, durch Gottes 


zumal, die ihr ſeyd Gottes Zeu⸗ wahre Frommen: die Ven 


gen, ermannet euch, und ſeht Hertzen abgeſagt der Welt und 
den Fall der Huren, thut nicht ihrem Huren⸗Pracht, ſamt ih⸗ 
ſchweigen, zu ige ihre Sünde rer falſchen Truͤgerey, um Lich⸗ 

tehe als ein Mai, tes⸗Glantz durch Heucheley. 


ſchloſſen über die Hur: geht aus 


12. Erzeiget euch als treue von ihr, die ihr ſeyd Bunds⸗Ge⸗ 


Kuecht, die GOtt zu feinen Eh⸗ noſſen: und von dem Herner 


ren Shin auserwählt, damit ausgeruft, der über fie. das Lir- 
ein Recht man nah u. fern mög theil ſpricht, ihr Leid und Weh 


hren: und ſolches werde offen⸗ zuſchencken ein und ſoltens Hir⸗ 
2001 5 8 | ten⸗ 


282. 
ten⸗Kuciben ſeyn. ſen, die ihr bisher unverdroſſen 
16. Die ihren Stoltz und Fre⸗ euren Saamen ausgeſtreut un⸗ 
vel⸗Muth vergelten und bezah⸗ ter vielem Kampf und Streit. 
len, fie ftürken, daß von ihrem 6. Thut in Hoffnung euch mit 
Blut viel Laͤnder ſich bemahlen: freuen, euer Saame wird gedeys 
und Hunde davon werden ſatt, en: und im Segen wachſen aus 
mit welchen ſie gehuret hat, und unter vielem harten Strauß. 
ſo wird aller Babels⸗Schein 7. Muͤßt ihr ſchon mit Schmer⸗ 
nun ewiglich vergeſſen ſeyn. tzen ſaͤen, oft etruͤbt und trau⸗ 
| u rig gehen: fo wird doch die Ern⸗ 
6 a. de eit euch verſüſen alles Leid. 
Enn mein Geiſt iſt aufge⸗ 8. Iſt vertrocknet euer Saft, 
zogen, ſo werd ich in Lieb und verzehrt die Lebens⸗Kraft: 
bewogen: fort zu eilen gantz be⸗ O! ſo dringt in GO TT hinein, 
hend, daß ich meinen Lauff vol⸗ Der wird euer Labſal ſeyn. 


vergnuͤget in viel Freud, nach werdet gantz befreyt 
vo 10 


3. Da man oft muß traurig druͤcken, und den G 
gehn, ſeine Saat mit Schmer⸗ buͤcken: daß er nicht k. n 
ſcen: und in tief⸗gebeugtem auf, zu vollführen feinen Lauf 


bis in Freud man kommt nach fen: O! ſo fangt aufs neue an 

Haus: da man recht vergnuͤgt fort zu gehn die Lebens⸗Ba 

wird ſeyn, und die Garben ſam⸗ 12. So werd ich auch mit be⸗ 
n ei | wogen, und mein Geiſt wird an⸗ 


len nnn. 
„ Olihrlhm Bun gezogen durch die ſtarcke 0e 


283. 


Macht, die uns hat zuſammen 19. Schmeltz zuſammen ſo die 
bracht. Hertzen, daß wir auch in bittern 
13. Daß wir lauffen treulich Schmertzen, ohne allen Trug 
fort, bis wir zu der Hummels⸗ und Schein, all in eins vereinigt 
Pfort allzuſaimmen gehen ein, ſeyn. n 
wo die Frommen Gottes ſeyn. 20. Laß der Weisheit Liebes⸗ 
14. Die das Lamm ſich auser⸗ Ströme bald durchbrechen alle 
koren, und durch feinen Geiſt ges Daͤm̃e: daß durch das Zuſam⸗ 
boren: daß fie kommen zu den men⸗Flieſen wir viel Leidens⸗ 
Haufen, die Ihm hier ſind nach⸗ Kraft genieſen. „ 
gelauffen. e 21. Daß uns deine Lieb erfreu, 
25. Dann wer hier in Lames⸗ Dir zu bleiben recht getreu: un⸗ 
Schritten folgt mit Feufche Lie⸗ verrückt ohn alles Wancken in 
bes⸗Tritten: finde Vergnuͤgen den keuſchen Tugend⸗Schran⸗ 
iin Genuß, fort zu gehen ohn cken. 
Verdruß 5 232. O ſo werden wir eingehen! 
16. Auf den ſchmalen Creutzes⸗ und vor deinem Throne ſtehen: 
Wegen, bis man gantz mit vol⸗ da wir dann erſt recht erfreut, 
lem Segen wird erquicket mit und Dich loben in Ewigkeit. 
viel Freud, nach der Ueberwin⸗ 5 5 
dungs⸗Zeit. | 99 Rain i 
17. Q du Gott der reinen Geis DIR Er kann verdencken mir, 
ſter! Der Du unſer HErꝛ und daß ich ein Leben fuͤhr von 
Meiſter: und wir dein erfaufftes Menſchen abgekehrt, es hat 
Gut, durch des theuren Lames mich fo gelehrt 1 
Blut. une au 2̃. Die groſe Noth und Klag 
18. Thu viel Kraft in uns ein⸗ die öfters in mir lag, wen meine 
gieſen, daß wir gantz zuſammen Lebens⸗Kraft war in mir weg⸗ 
ieſen in vereinter Liebes⸗Treu, gerafft AD ee 
ohne Trug und Heucheley. > 3. Von denen, die im S f 
81 n auch 


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284. 


auch wolten Chriſten ſeyn, und mit viel Arbeit 
nur bey leerem Wahn mit gien⸗ 11. Nur un das jrꝛdiſch Brod, 
gen dieſe Bahn. die Seele bleibet todt, da iſt kein 
4. Allein es hieß verſtellt, das Zeit noch Raum daran zu den⸗ 
Hertz hieng an der Welt: die cken kaum. 
Worte ſolten nur gnug ſeyn zu m 
dieſer Spur. 12. O! was ein Ehriſtenthum, 
5. Das leere Maul⸗Geſchwetz O! was ein eitler Ruhm, wenn 
war das betruͤglich Netz, das noch das Joch der Welt ſo gar 
viele Dad hat geführt von gefangen hält. 
Gottes Raht. 13. Was ſoll ich ſagen doch? 
6. Daß ſie den rechten Pfad man dancket GOtt wohl noch, 
verfehlet in der That: nichts hat⸗ daß man ſo leben kann bey die⸗ 
ten als den Tohn von JEſu ſem Fluch und Bann. 
Gottes Sohn. 14. Wo iſt doch Gottes Raht 
7. Die Zunge führt den Schein, geblieben in der That? wenn es 
ins Hertze koͤm̃t nichts ein, weil im Worte heißt: thut trachten 
ſolches war umftellt mit eitlem allermeiſt 
Trug der Welt. 15. Nach dem, was nicht ver⸗ 
8. Da war ſo viel zu thun, man hegt allein auf das nur ſeht, ge⸗ 
hat nicht Zeit zu ruhn, noch bricht es ſchon an Brod, es hat 
dem zu forſchen nach, was zu darum nicht Noth. 
der Seel Gemach. 16. Man wird nicht davon 
9. Alle Bedencklichkeit gieng ſatt, daß man viel Guͤter hat: 
nur auf dieſe Zeit: der Anfang das Lebens⸗wort aus GOtt kan 
und das End war nur dahin retten wohl aus Noth. 
gewendt, 18357. Diß iſt ſo aus der Acht, 
ro. Daß man kont leben wohl, da wird nicht an gedacht: man 
damit nichts manglen ſoll, ſo bleibt beym alten Brauch, und 
wurd dan alle Zeit verſchwendt dienet nur dem Bauch. 5 \ 


1 7 18. 


285. 


18. Der wahre Chriſtẽ⸗Stand ſonſt hie leben, weil die Welt 
iſt nicht alſo bewandt: man lebt ſie vor ihr Theil erwaͤhlt. 
nach Chriſti Lehr, gibt feinem 26. Die Welt wird nicht bes 
Geiſt Gehoͤr. ſtehn, und wer ihr nach thut 
19. Drum will ich wallen gehn, wird fallen mit dahin, 
fort, und folgen dieſem Wort, O! eiteler Gewinn. 
das mir geſprochen ein wider 27. Und ob ſchon viel ſich 
den Trug und Schein. muͤhn, mich ſuchen an zu ziehn 
20. Ob ſchon der rechte Weg mit vielem ſchoͤnen Schein, ich 
und ſchmale Lebens⸗Steg iſt laſſe mich nicht ein. 
kommen aus der Acht, und gantz 28. Bis daß ich ſehen kan, daß 
zu nicht eee ſie von jederman verworffen 
21. So iſt Er doch mein Theil, auf der Welt, und thun, was 
und meiner Seelen Heil, mein Gott gefällt. 
Beſtes auf der Welt, das ich 29. Ob ſchon die Worte ſchoͤn, 
mir hab erwaͤhlt. ſo kan man doch bald ſehn: wer 
22. Bin ich dabey ſchon klein, GOtt oder die Welt zu feinen 
es wird wohl anders ſeyn, wen Augmerck haͤlt. e 
kommen ich zum End, und mei⸗ 30. Dau, wer mit ihr nur hat 
nen Lauff vollendt. zu ſchaffen fruͤh u. ſpat, der hat 
23. Hier trag ich Chriſti Joch, ſchon da ſein Theil erwaͤhlt zu 
dort werd ich kommen hoch: ſeinem Heil. 
hier bin ich nur ein Gaſt, dort 31. Sonſt könt fein Hertz nicht 
find ich meine Raſt. ruhn, er mußte anders thun, u. 
24. Sein Leben und ſein Lehr ſuchen, daß er frey zum Dien⸗ 
ſind meine beſte Wehr wider ſte Gottes ſey. ö 
der Menſchen Wahn, fo nicht 32. Wohin das Hertz gericht, 
gehn dieſe Bahn. wohin man ſich verpflicht: dein 
25. Was frag ich nach dem muß man folgen nach bey Nacht 
Dunſt der Menſchen, die um⸗ und auch bey gg. 
Zr Ma, 33 Diß 


, RS ei 3 


zu der Din 


richt, ſo ift das feine Pflicht: nen als treue Knecht. 


daß er auch fruͤh und ſpat mit 42. Und war ich gantz allein, 


tes Will. ge 


6 


N 
| 


| 
4 


| 


| 


auf denen rauhen Wegen, wenn 


mir viel reicher Troſt von oben 
eingeſchenckt: ſo muß ſich nach 
und nach der lange Schmertzen 
legen, daß man deſſelben auch 
zuletzt nicht mehr gedenckt. Wie 
ſanft und ſtille wird alsdann der 
muͤde Geiſt, wenn ſeine Glau⸗ 
bens⸗Fahrt gekommen an fein 
Ziel, wie 900 hat der gewaͤhlt, 
der aus ſich hin gereißt, und end⸗ 
lich kom̃en heim, wo alles ſanft 
und ſtill. 


3. Ich gehe dan ſo hin, erwarte 


mit Verlangen, was mir in je⸗ 
ner Welt von GOtt iſt beyge⸗ 
legt da nach ſo vielem Leid, mit 


groſem Sieges⸗Prangen, ein 


jedes feinen Schmuck und goͤld⸗ 
ne Krone traͤgt. Doch muß der 
ſuͤſe Fried, der Gottes Lang⸗ 
muht heiſt, die angenehme Ruh 
und Koſt der Seelen ſeyn: ſo lebe 
ich vergnuͤgt, wenn ich aus mir 
gereißt, und ſchon in dieſer Welt 
in Gott gegangen ein. 


| 85. | 
3 Jon geht ſchwartz umher, 
U 


gantz einſam und verlaſſen 


von groſer Traurigkeit, viel 


Nn z. 


287. 


Zaͤhren ſie benaſſen: weil ſie im 
fremden Land, da ſie gantz un⸗ 
befant, und oft von Feinden 
wird gejaget, da niemand iſt, 
der ſie beklaget. 

2. Und halt fie jederman, 
als mware-fie beflecket: dieweil 
ihr Glantz und Schein mit 
Schmach und Hohn verdecket: 
ſtatt der erwuͤnſchtẽ Freud traͤgt 
fie ein Trauer⸗Kleid, und muß 
un Elend umher gehen, in vie⸗ 
len Schmertzen Leid und Wehe. 

3. Sie ſingt in Hoffnung 
zwar von denen frohen Zeiten: 
da alles Leid belohnt mit vielen 
tauſend Freuden. Doch bringt 
ihr das kein Raſt, weil ſie noch 
als ein Gaſt und Fremdling 
iſt auf dieſer Erden: und muß 
noch tragen viel Beſchwerden. 

4. Sie bringt noch ihre Zeit 
mit Seufzen und mit Klagen 
zu, weil ſie wird verhoͤhnt, da⸗ 
bey muß Suͤnden fragen, die 
ſte doch nicht verſchuldt: doch 
traͤgt ſie mit Gedult, und war⸗ 
tet, bis die Zeit wird kommen, 
da GO T wird retten feine 
Frommen. 1 11 
5. Doch 


1 


188. 


5. Doch faͤllts ihr oft ſo ſchwer, Schand und Traurigkeit: das 
daß ſie es kaum kann tragen, du getragen in dem Stande, 
wenn ihre Feind mit Spott u. da du ein Gaſt im fremden 
Hohn zu ihr thun ſagen, ſag: Lande. 

wo iſt nun dein GOtt? Der 9. Man hoͤret ein Geſchrey 
dir hilft aus der Noth. O! das ſehr weit vom End der Erden: 
bringt ihr viel Leid u. Schmer⸗ daß Zion nun ſoll bald mit 
tzen, und tiefe Wunden in dem Macht erloͤſet werden. Dabey 
Hertzen. hört man den Schall der Waͤch⸗ 


6. Doch laͤßt fie GOtt nicht ter überall: die Tag und Nacht 
gantz in Traurigkeit verſin⸗ nicht ſtille ſchweigen, daß ſie das 


cken, erinnert fie, daß Er noch groſe Heil anzeigen. 
thut daran gedencken: was Er 10. Ihr ſtarcker Ruf und 
beeydet hat, daß Zion, Gottes Stimm muß ſich ſehr weit aus⸗ 
Stadt, nun bald ſoll auferbauet breiten, bey aller Voͤlcker 
werden, zu ſeinem Lob hier Sprach, ſehr fern unter den Hei⸗ 
auf der Erden. a den: damit die gantze Schaar, 
7. Und Zions Herrlichkeit ſich wo fie zerſtreuet war, allhier auf 
nah und fern ausbreiten, daß dieſer gantzen Erde, zu Haufen 
ihre gantze Zahl, mit vielen tau⸗ bald geſammlet werde. 
ſend Freuden, werden gehn ein 11. Die Knechte find ſchon 
und aus, in Gottes Stadt u. dran, daß fie die Stein bereiten 
Haus. Dann wird auf ewig zum neuen Teinpel⸗Bau, ob⸗ 
ſeyn vergeſſẽ/ wo ſie in Schmertz ſchon der Hauf der Heiden mit 
und Leid geſeſſen. Hohn und ſtoltzem Pracht ihr 
8. Die Zeit ruͤckt ſchon her⸗ Arbeit nur verlacht: ſo wird 
bey, die lang von GOTT bes man es doch bald anſehen, daß 
ſchloſſen: daß Zion wird erloͤßt, ihre Mauren fertig ſtehen. 
wer will den Raht umſtoſen? 12. Drum, auf! und ſaͤumt 


Drum ziehe aus das Kleid der euch nicht, ihr lieb⸗er waͤhlte 


| 


From⸗ 


2 


rere 


4. So ſinget meine Seel nen, fo aufgegangen u 
hier in den Leidens⸗Tagen: wan nen. | 
ich geh ſchwartz einher, und 


289. 


m —-— . — —ß—ß—wCGã 
Frommen, und ſchlaget Hand daß ſie vor wenig Tagen 


mit an, dieweil die Zeit iſt 16. So heßlich ang ethan, 
kommen: daß Zion werd ge⸗ vom Volck geachtet wordẽ als 


ſchaut als eine Stadt erbaut wie ein unrein Weib, wie ſind 


unt lauter auserwählten Stei⸗ fie nun Conſorten derer, die fo 
nen, die gantz geſchieden vom gehn in Pracht e und wir, die 
Gemeinen. ie verlacht, haben das Ziel im 
13. Denn Zion ſoll nun nicht Lauff verfehlet, weil wir zu 
mehr eine Wittwe heiſſen, noch Sundern ſte gezehlet. 
einſam, weil fie GOTT ſelbſt 17. Wie find fie nun von 
ſein Gemahl wird heiſſen: und GOtt zu Kindern aufgenom⸗ 
ſich ihr nehineu an, weil Er ihr men: ihr Theil und Erbe iſt im 
Her und Mann. Drum wird Looß der wahren Frommen. 
ſie ſich nicht weiter kraͤncken, Drum haben wir verfehlt des 


noch ihrer Wittwenſchafft ge⸗ Wegs, den ſie erwaͤhlt, weil 


dencken. uns das Licht nicht hat 1 
er ih⸗ 


86. 1605 
muß das Creutze tragen: doch S Jon hat im Geiſt vernom⸗ 


freu ich mich dabey, daß bald men, daß GOtt bald rufen 


wird werden frey die Tochter wird die Fromen allhier auf die⸗ 


Zions, die gefangen, da ſie noch fer gantzen Welt: damit ſte ge⸗ 


290. 

2. Groſe Din 
hen, wann alle Fromen werden 
gehen mit Haufen ein in Gottes 
Stadt, aller Orten wird man ſa⸗ 
gen: die ſinds, 
geſchlagen um ihre Suͤnd und 
Miſſethat: da ſie gefangen ſehr, 
mit Mühe und Beſchwer einher 
giengen. Wer haͤts gemeint, 
daß fie fo ſeynd die auserwaͤhlte 
Gottes Freund? 

3. Dañ es iſt im Raht beſchloſ⸗ 
ſen, der wird auch nimmer um⸗ 
geſtoſen, daß GOtt in dieſer letz⸗ 
ten Zeit ſeinem Saamen wird 
verleihen, daß er wird wachſen 
und gedeyen, damit Ihm werde 
zubereit ein Volck zum Eigen⸗ 
thum, das ſeinen groſen Ruhm 
ſtets ausbreite. O heilge Wahl! 
O Jungfraun⸗Zahl! fehmück 
u - Geiſt zum Hochzeit⸗ 


ahl. 

4. Die, ſo lang im Druck geſeſ⸗ 
ſen, und meinten, GOtt haͤtt ihr 
vergeſſen, 
auch herbey: ihr Gefaͤngniß 
wird Er wenden, aus Zion ih⸗ 
nen Huͤlfe ſenden, und machen 
fie von Banden frey. Drin 


1 * 
* 
> 


e wird man ſe⸗ 


die wird Er bringen 


— 


auf und ſey gerüſt, die du gefan⸗ 


gen bift: weil wird kommen in 
ſchneller Eil, gend ohn Verweil, 
was dir wird werden noch zu 


ſo ehmals hart Theil. 


5. Dann wir haben es gehoͤret, 
wañũ aller Heiden Macht zerſtoͤ⸗ 
ret, daß Zion wird ſeyn hoch er⸗ 
baut: u. den Tempel wird man 
ſehen nach feiner Weiſe praͤchti 
ſtehen, das haben wir im Geiſt 
geſchaut. Drum mercke eben 
drauf, du auserwaͤhlter Hauf, 
mach dich fertig, die Zeit iſt da, 
wir ſehen ja den lautz aufgehen 
fern und nah. | 

6. Auch wird man mit Augen 
ſehen, daß da mit Haufen wer⸗ 
den gehen, aus allen Stämmen 
Iſrael: damit fie geſam̃let wer⸗ 
den von allem Ort und End der 
Erden, daß jeder Gottes Lob er⸗ 
zehl. Der ſte zuſammen bracht 
durch feine groſe Macht, die wird 
werden ſchnell offenbar, wann 
kommt das Jahr, ſo ihnen lang 
verheiſſen war. 

7, Mirjam wird den Reihen 
fuͤhren, u. Benjamin das Volck 


regieren, mit ſamt den Fuͤrſten 
n 1 BR j . allzu⸗ 


10 


291. 


allzugleich: die aus Juda Saam bereit in dieſer Zeit, daß ſie Z Ott 
herſtammen, und Naphthaly loben in Ewigkeit. 
Geſchlecht u. Saamen, die herꝛ⸗ 2 

ſchen alle in dem Reich. O was 87. | u 
vor Lob⸗Gethoͤn wird man da O Jon werde hoch erfreut, weil 
hoͤrn und ſehn! wan wird gehen die Tage kom̃en, wo wird 
bey Paar und Paar die gantze aues ſeyn verneut, und GOtt 
Schaar, wann ſolchs wird wer⸗ feinen From̃en geben wird den 
den offenbahr. Gnaden⸗Lohn, da fie oft getra⸗ 
8. Auch die Maͤgde werden ge⸗ gen Druck, Verachtung, Spott 
hen von hinten nach, daß man und Hohn, und ſehr hart ge⸗ 
wird ſehen, wie ſich ihr Saa⸗ lagen 55 N, 
me ausgebreit t: die dem groſen 2. Von den Feinden, die mit 
Gott zu Ehren auch helfen mit Macht oft auf ſie getrungen, fie 
ſein Lob vermehren, daß man verſchoben, und verlacht, auch 
wird hören weit und breit den wohl gar bezwungen: daß ſte 
Klang vom Paucken⸗Hall mit muſten traurig gehn mit ver⸗ 


frohem Jubel⸗Schall, das wird wundtem Hertzen, ihre Saat in 


thoͤnen. O was vor Freud hat Thraͤnen ſaͤen und mit vielen 
GOT bereit den Seinen in Schmertzen. | 

5 BEE 3. O was vor Gefaͤhrlichkeit! 
9. Auf, ihr heiliger Saamen O was rauhe Wege! O was 


alle, erhebet GOtt mit frohem harten Kampf und Streit! O 
Schalle, u. ruͤhmet feine Wun⸗ wie viele Schläge muͤſſen tra⸗ 
der⸗Macht: jedes ſey mit Ernſt gen, die allhier Fremd u. Pilger 


befliſſen, weil Er uns ſolches worden; doch die volleLiebs⸗Be⸗ 


laſſen wiſſen, daß Ihm werd gier nach den Salems⸗Pforten 


Danck u Ruhm gebracht ſchon 4. Rat verfüfen alles veid in den 
bier auf dieſer Welt bis wir auch Trauer Tage, weil ſie nach voll⸗ 
dargeſtellt zuden Haufe, die "> brachtem Streit werden Sur 

e e, 0 o e 


% 


11. 


tze tragen in der ſchoͤnen neu⸗ und eingehn, nach vollendten 
en Welt, die GOtt wird berei⸗ Proben, und vorm Thron des 
ten vor die, ſo Er auserwählt Lammes ſtehn, ewiglich SOME | 
durch viel Creutz und Leiden. loben. | 
5. Drum muß werden alles 9. O! ich freu mich ſchon ini 
gut, und mit Freud ſich enden, Gang hier auf meiner Reife, 
weil SO Hülfe unvermuth und ruͤhm, mit viel Lobgeſang, 
wird aus Zion ſenden: und den auf die ſchoͤnſte Weiſe, Gottes 
Leid⸗u. Trauer» Wein mit viel Gut und Wunderthat, die Er 
Freud verſüſen, ſo daß wird ver⸗ mir erwieſen, daß ſein Treu und 
geſſen ſeyn/ wo fie haben muͤſſen groſe Gnad werd von mir 
6. Dienen in dem fremde Land, geprieſen. N 
da ſie warn gefangen hart in 10. O! was Freud und Lob⸗ 
Feſſeln und in Band, wart ten Geſang wird man ſehn u. hoͤ⸗ 
mit Verlangen auf den ſchonen ren, wann ſie alle in dem Gang 
reuden⸗Tag, der bald wird an⸗ Gottes Lob vermehren: u. ein⸗ 
rechen, da man jauchzend fine gehe in die Stadt, die ſich GOtt 
en mag, und von Wundern erbauet vor die, wo in Thraͤnen⸗ 
prechen. Saat hier im Geiſt geſchauet 
7, So die volle Gottes Treu 11. Solche groſe Herzlichkeit, 
ihnen hat erwieſen, in der Noth die Er hat bereitet nach der Ue⸗ 
geſtanden bey, daß ſich wundern berwindungs⸗Zeit, da man 
muͤſſen alle, die zuſamen bracht, wird gekleidet (chon mit weiſſer 
unſern GOtt zu loben, Der dem reiner Seid, praͤchtig einher ge⸗ 
Leid ein End gemacht, nach viel het in Licht und Gerechtigkeit, 
Glaubens⸗Proben und vorm Stule ſtehet. | 
8, Drum iſt meine Seel bereit 12. Daſie alle rund umher tief 
freudig fort zu lauffen nach der ſich werden beugen, und, dem 
frohen Ewigkeit, weil ich 1 theuren Lam̃ zu Ehr ewig ohne 
den Haufen werd geſammlet Schweigen mit del 
uhm⸗ 


5 


* 


293. 


Ruhm⸗Geſchrey werden Lieder nen Jungfraun⸗Sinn, der ſich 
fingen, auf die ſchoͤnſteMRelodey Ihm permaͤhlet. Gebet Alls 
daß es hell wird klingen. um Alles hin, weil ihr ſeyd ge⸗ 
13. O! ihr Himmels⸗Braͤut, zehlet 
thut ſehn, ſeht den vollen Lohne 17. Zu der keuſchen Jungfraun⸗ 
wie ſie alle einher gehn mit viel Zahl, die Er neu geboren, und 
Freud u. Wonne: darum zie⸗ aus gantz geheimer Wahl vor 
et praͤchtig aus, geht dem Lam ſich auserkoren. Drum ſo ſtim⸗ 
entgegen, daß ihr freudig komt met allzuſam̃ mit viel ſchoͤnen 
nach Haus, thut den Schmuck Weiſen: damit wir das werthe 
anlegen. | Lamm koͤnnen ewig preiſen. 
14. Und ſtimmt an das neue 
Lied mit viel ſchoͤnen Weiſen 88. 
thut im Hertzen und Gemuͤth OuUlletzt, nach d 
unſern König preiſen mit ſehr Y tem Lauff, geht an das rech⸗ 
hoch erhabnein Thon und mit te Leben; Zuletzt hebt man die 
hellem Schalle, damit Ihm, dem Hände auf, nimit hin was GOtt 
Jungfraun⸗Sohn, euer Lob gegeben: Zuletzt erlanget man 
gefalle. 5 die Kron, die in Gedult erloffen; 
15. Haltet den verlobten Sin Zuletzt kommt ein der Gnaden⸗ 
jungfraulich im Gehen: gebt Lohn, erwartt durch langes 
der Welt das ihre hin, daß ihr Hoffen. 5 
koͤnnet ſtehen, wann ſie euch ver⸗ 2. Zuletzt wird allem Leid ein 
fuͤhren will durch ihr Lock⸗Ge⸗ End, wenn lang genug gelitten; 
berden. Habt vor Augen euer Zuletzt wird alles ungewendt, 
Ziel, weil ihr von der Erden wenn alle Feind beſtritten: Zu⸗ 
156. Durch des reinen Lames letzt ſieht es gantz anders aus, 
Blut theuer auserkauffet: das als in betruͤbten Zeiten; Zuletzt 
muß kommen euch zu gut, wan theilt GOTT den Segen aus, 
ihr Ihm nachlauffet in dem 85 und lohnt mit tauſend Bias 
| 0 2. 3. „uU: 


294. 


3. Zuletzt komt man zu ſeinem ligkeit wird daun Zuletzt noch 
Theil, ererbt, was lang verheiſ⸗ werden? was Ruhe nach ſo vie⸗ 
fen; Zuletzt wird uns GOtt in lem Leid und Jammer hier auf 
der Eil aus allem Elend reiſſen, Erden: und weil uns GOtt ſo 
Zuletzt ſieht man ein andre Welt wohl verſehn mit Glaube, Dul⸗ 
als hier auf dieſer Erden, Zuletz⸗ den, Hoffen, fo werden wir Zu⸗ 
fe, wann es Gott gefaͤllt, wird letzt noch ſehn, daß unſer Ziel 
alles anders werden. getroffen. A 
4. Drum muß die Hoffnung 6. Diß iſt des Geiſtes Bitter⸗ 
bleiben feſt in allem Leid und keit, wenn auch dahin das Hof⸗ 
Jammer, hier ſind wir fremde fen: doch, was uns Gottes Gnad 
Wander⸗Gaͤſt, dort iſt die Ru⸗ anbeut, wird in Gedult erloffen. 
he⸗Kammer: der Jammer, der Drum will ich preiſen Gottes 
uns zeitlich plagt, muß doch Zu⸗ Huld, mein Gluͤck ruht in Be⸗ 
letzt verſchwinden, und wo ein ſchwerden, und will erwarten in 
Ereutz das andre jagt, bleibt Gedult, was mir Zuletzt wird 
beydes mit dahinden. werden. 1 e 
5. Was groſe Freud und Se⸗ | | 


his hiher 


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E 


' Gilfende 
Hertzens⸗Bewegungen 


Der unter die Fittigen der verlaſſenen 
Turtel⸗ Taube geſammleten 


Sinfomen, 
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0 . * 8 ; 25 1 1 5 Br. j N 
Welche das Wunder der himmliſchen Weisheit in eine geiſt⸗; 
liche Schule zuſammen gebracht: in welcher fie in man⸗ 
cherley geiſtlichen Uebungen den Wittwen⸗ und 
Wahyſen⸗Stand erlanget. 5 


Und ſolchen in geiſtlichen Andachten und Liedern an Tag gegeen. 
Welche nun, zur gemeinſchafftlichen Erbauung, als ein Mache: 
klang dem Geſaͤng der verlaſſenen Turteb 
Taube angehaͤnget ſind. 5 


GE 


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ER — — —— 


Dan Be 6 ea wir alldorten 
Co BD ich fleh um einſt zu hoffen, und weil uns 
En Huld, f wolſt worden DIR zu Theil ſo haben 
| mir deine Gnad bepfe- wir das Ziel getroffen. nun 
gen, und nicht zmechnen imei- wird die Etwigkeig une lohnen 
ne Schuld, weil gantz dahin iſt für das Leid, das wit in dieſer 
mein Vermoͤgen: der harte Welt gefragen, da niemand 
Zwang und Drang macht mir nach uns char fragen. 
die Zeit fo lang, daß ich es faſt „3. Doch muß die Treu ſeyn feſt 
nicht mehr kan tragen, drum und groß, wo man will leben 
thu ich dir, O GOttles klagen. GO Tzu Ehren, dieweilſo 
2, Und wann wir nicht in dei⸗ mancher harte Stoß thut un⸗ 
ner Hand, iſt unſre Hoffnung ſer Hertz und Seel verzehren, 
gar verloren; doch iſt diß unſer und machet unſern Gang ſo 
Gegen⸗ Pfand daß du uns von hart und ſchwer und lang, daß 
der Wit erkoren, und bracht oft die Hoffnun will veꝛſchwin 
u den Geſchlecht, allwo dein den, weil faßt kein Hilf mehr 
iebes⸗Recht wird ohnverän⸗ iſt zu finden „ 
derlich gehalten, drum werden 6. Indeſſen bleibet Gottes 
wir auch nicht erkalten. Treu doch über alles hoch erho⸗ 
3. Und ſolt auch unſre Thrä⸗ ben, weil fie uns ſteht fo treu⸗ 
nen Saat bis an das End des lich bey und bilfft une aus ſo 
Lebens währen, ſo troͤſtet uns vielen Proben: wann ſtatt der 
doch Gottes Kath, und hoffen, Freud das Hertz beſchweretbeld 
fie wird dort aufhören: und in und Schmertz, weiß ſie am be 
dem gegentheil erfreuen uns viel MED uns zu rathen, und alle 
Heil, daß unſre Saat wird di⸗ Sorg uns zu entladen. 
cke ſtehen, mit Frucht und Aeh⸗ De * 
ren wohl verſehen. Abe GOTZ! thu dich 
4. Drum troͤſten wir uns mit V barmen der kleinen ar „ 
eerd 


8 "zz 
x 4 


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297 


Heerd, und ſieh doch auf uns ſtets wandeln ihre Strafen in 
Armen, eh wir gar aufgezehrt. mancherley Gefahr? Wie vie⸗ 
Soll es dann ewig wahren, le Hertzens-Preſſen, wie mans 
daß die muß ſeyn betruͤbt, die cherley Gedraͤng, wird ihr nun 
unter fo viel Zaͤhren dich doch eingemeſſen, ftatt ſchoͤner Lob⸗ 
ſo innig liebt. d geſang. | 
2. Wann wird doch einft ge⸗ 6. Solls dann nicht bald ge⸗ 
ſchehen, daß Zion ihre Saat ſchehen? daß ſie einmal erloͤßt 
ſieht in den Aehren ſtehen, die von ihren vielen Wehen u. werd 
jetzt oft ohne Rath im Elend von dir getroͤſt. Es hat dir ja 
muß umſchweben und vielem gefallen, daß du ſie dir erwehlt 
Hertzen⸗Leid, daß fie oft mud vor vielen andern allen auf die⸗ 
zu leben in der betrübten Zeit. fer gangen Welt. 
3. Ach! laß doch bald erſchei⸗ 7. Doch wirds ſchon anders 
nen, wornach ſich Zion ſehnt, werden in jener Ewigkeit, wan, 
die unter ſo viel Weinen oft bis nach ſo viel Beſchwerden, in 
zum Tod verhoͤhnt. Es find groſer Herrlichkeit, dein Zion 
bir ja die Wehen am beſten ſelbſt wird genefen, ſtatt wo fie Tan 
bekaut, die über ſie ergehen in verhoͤhnt, und in dem Stau 
ihrem Trauer⸗Stand. geſeſſen, wird ſeyn von GOTT 
4. Drum thu dich wieder wen⸗ gekrönt, ie 
den zu uns, in unſerm Leid, u. | 7, | 
thu uns Troſt zuſenden in unſ⸗ If CH HeErr! wann wird er⸗ 
rer Traurigkeit. Wir find ja A ſcheinen, daß Zions gantze 
doch die Deinen, weil wir dir Schaar erloͤßt von allem Wei⸗ 
zugewandt, ob wir ſchon oft nen und mancherley Gefahr: 
von Weinen den Freunden uns wo fie noch muß uinſchweben, 
bekant. | / in ihrem Trauer⸗Stand, da fie 
. Ach! wie fo gar verlaſſen oft müd zu leben, und ſeyn muß 
muß hier die fromme Schaar unbekannt. | 
ER or rr Ni 


* 


298 


2. Achl hör doch Zions Flehen! hen, daß auch das lieb Geſchlecht 
die gantz verlaſſen ſtehtz betruͤbt muß faſt im Leid vergehen, weil 
umher muß gehen, daß alleLuſt viel ihr Buͤrger⸗Recht ſo gar 
vergeht: weil oft muß unten in Wind geſchlagen bey dieſer 
liegen der ſonſt verliebte Sinn: truͤben Nacht, und durch klein⸗ 
und keine Krafft zu ſiegen, daß glaubigs Zagen ihr Looß ges 
aller Muth fallt hin. ring geacht. 
3. Achl ſeht doch Zions Schmer 7. Und thaͤten ſich hinwenden 
tzen! wie bitterlich ſie klagt; zur eitlen Luft und Ehr, und 
weil ſie von gantzemHertzen es lieſen gantz aus Haͤnden die ſo 
aufden HErrn gewagt: Und heilſame Lehr: die aus ſo hoher 
nun anſtalt der Freude n Herz. Gnade von GOtt uns zuge⸗ 
lichkeit und Ehr, muß ſeyn ein dacht. O! Welch ein groſer 
Spott der Leute und gehn be⸗ Schade, wo die iſt aus der Acht. 
truͤbt einher. 23. Wie kan man ſich doch labk 
4. Wie thäte ſich vor Zeiten, an dieſem wilden Baum, da an⸗ 
der keine Kiꝛchen⸗Zweig jo wun ders nichts zu haben als Wind 
der schön ausbreiten in GOtt und leerer Schaum. O wol! 
und Chriſti Reich! daß viel in wer um thut wenden, weil es 
fernen Lande bey dieſem Glantz noch heifet heut: wie bald iſt 
und Schein, gern wolten ſeyn aus den Haͤnden die edle Gna⸗ 
Verwandtenu. zugezehlet ſeyn den⸗ BI, 7 
5. Nun aber iſt er worden ver⸗ 9. ie plötzlich wirds geſche⸗ 
acht und ſchnoͤd gemacht, daß hen, daß ſich das Blatt ge⸗ 
er faſt aller Orten verſchoben wendt, wann treffen viele We⸗ 
und veracht, weil ſeine beſte hen, wer ſich von Zion trennt. 
Freunde auch von Ihm wegge⸗Und wem zu ſchwer zu mae 
wandt u. worden wie die Fein⸗ das Joch von JEfu Lehr wi 
de gantz fremd und unbekannt. dorten gar verzagen, für fh 
6, Drum iſt es nun geſche⸗ ner Macht und Ehr. Wah 


1 


293 


10. Wañ alle die Veraͤchter der les in die Länge und ohne Ende 
kleinen Zions⸗Heerd mit ihren waͤhrt. Drum wird nach den 
Erbgeſchlechter vertilget von Beſchwerdẽ im ſchmalen Him⸗ 
der Erd: und die ein Liedlein mels⸗Steig, dir ſchon dein Theil 
machten von Zions Traurigkeit noch werden aldort, in Gottes 
die muͤſſen nun verſchmachten Reich. EN 
von groſem Herkenleid. e 

11. Dagegen wird viel Freude Adee wie lang wilt 
und ſuͤſer biebes⸗Wein (vor ihr » du nicht hoͤren Zions Kla⸗ 
gehabtes Leide) Zion geſchen⸗ gen, und ſtellen dich ſo hart daß 
cket ein. O! wie ſo ſchöͤn wirds fie faſt muß verzagen. Wie 
klingen, wann man wird Zion lange ſoll ſie ſtehen und ſeyn ſo 
ſehn gar ſchoͤn am Reigen ſin⸗ gar verlaſſen, daß ſie von Her⸗ 
gen, bey Paar u. Paaren gehn. hen⸗Leid muß wie im Tod er⸗ 

12. Und weil ſte nicht that wei⸗ blaſſen? Ach! koͤnte man doch 
chen in der betruͤbten Zeit, ſind eins Zion getroͤſtet ſehen, eh ſie 


ihr zum Sieges ⸗Zeichen viel von vielem Leid muß endlich gar 


Kronen zubereit: darinn ſie vergehen. . 
nun wird prangen in groſem 2. Wir ſind als wie zerſtreut, 
Sieges⸗Pracht, vor die gehab⸗ von Freund und Feind geſchla⸗ 
te Drangen, da ſie eg Won gen, danebẽ hart gedraͤngt, daß 
13. Viel ſuͤſe Freud und Won⸗ es kaum zu ertragen: dabey der 
ne wird über Ihr aufgehn, und ſtoltze Feind thut ſolche Loſung 
wird vors Lammes Throne in geben, als ob das Beſte waͤr ver⸗ 
hohen Ehren ſtehn, hoch ruͤh⸗ ſchertzt in unſerm Leben. Doch 
men feine Gnade, ſo ſie erhalten iſt im Hoffnungs⸗Grund, ein 
hat hier, auf demLebens⸗Pfa⸗ kleines Fuͤncklein blieben, das 


de durch Guͤte und Genad. heiſet Lieb und Treu / die bis zum 


. 


14. Viel ſchoͤne Lobgeſaͤnge Tod verſchrieben. 
werden alsdann gehoͤrt, da al⸗ 3. Drum wirds e 
Se | ſeyn 


300: 


ſeyn, du wirſt ſchon Rettung ge⸗ erbitten; ſeh an den vielen 
ben, wo wir annoch zur Zeit ſo Schmertz, den wir un dich er⸗ 
ſehr um Elend ſchweben. Doch litten. 2 
find wir ſehr gering und halten 6, Der Schmertzen iſt ſehr 
an mit Flehen: O theure Bots groß, womit wir ſeynd umge⸗ 
tes⸗Cieb! laß deine Hilfe ſehen: ben, was vorhin unſre Luſt, 
und wende dich zu uns in un- verzehrt uns jetzt das Leben. 
ſerm Leid und Zagen, daß wir Die ſchwere Todes⸗ Pein, die 
beftändig in dein Hertzen un: ZEfum dort macht ſchwitzen, 
her tragen. als er im Garten rang: voll 
4. Iſis dann nicht bald genug, Wunden und voll Ritzen. Des 
daß wir ſo ſehr geſchlagen, da Todes Grimmigkeit die Ihn 
alle Krafft faſt hin von Seuf⸗ ans Creutz gewunden, hat uns 
zen und von Klagen? Wir ſind wie aufgezehrt, daß alle Krafft 
ſehr dünn u. klein, und wie zum verſchwünden. re 
Liedlein worden, weil aller 7. Wir find wie ausgekehrt, 
Schmuck dahin in unſerm rei⸗ ein Spott der Leute worden; 
neu Orden. Ach HErr! zoͤrn man ſpricht: da, da ſieht man 
nicht zu ſehr, und geh nicht ins den ſchoͤnen Jungfraun⸗Orden, 
Gerichte: wir an ja im find die fo ſehr verſtellt und heß⸗ 
Staub vor deinem Angeſichte. lich anzufehen, fo iſts ja beſſer 
F. Du biſt uns als ein Brand, hier an Babels Reihen ehen, 
der um und um verzehret, da da thut man nimmermehr der⸗ 
ſcheint noch Rath noch Hilff, gleichen Sachen hören, was 
der unſerm Schmertzen wehret. ſollen wir uns dann an jener 
Drum hat die Truͤbſals⸗Hitz, Thorheit kehren * 
faſt alles aufgerieben, als ob 8. Die ſchoͤne Lieder ſind bey 
wir gantz dahin, u. nicht mehr uns zur Klage worden, weil wir 
deine Lieben. Ach HErr! du mit Schmach unmſtellt von ale 
treuer SOtt, laß dende len End und Orten. Es ebf | 


+ ° 


301 


auf uns ein die gantze Macht 5. es 
der Feinde. HErr! ſchuͤtz dein A CH komme bald! mein 
Eigenthum, und rette deine „Freund, in deinen Garten, 
Freunde von allen denen die gar dann ſonſten zeitigen die Fruͤch⸗ 
gerne moͤchten ſehen das Zunge te nicht:? mir iſt oft bang bey 
frauen Geschlecht nun gantz zu viel⸗ und langem Warten, weil 
Grunde gehen. | mein Gemuͤth allein auf dich 
9. Du unſers Lebens Troſt, thu gericht. Hat mich die ſchwar⸗ 
uns doch bald erſcheinen, und tze Trauer⸗Nacht ſchon heßlich 
nimm dich unſrer an, nach lang ungeſtalt gemacht: ſo halte ich 
gehabtem Weinen. Laß doch doch an mit Flehen, dein ſchoͤn⸗ 
dein Zion bald einſt wieder Hilf ſtes Angeſicht zu ſehen. 
erlangen, daß ſie einmal er⸗ 2. Mein Freund iſt treu, dann 
quickt nach fo viel bitten Dran⸗ in den Truͤbſals⸗Tagen hat Er 
gen. Laß Freud und Won auf⸗ zur feſten Mauer ſich gemacht, 
gehn, nach viel und langem Za⸗ und pflegte Muth und Blut im 
gen, ſo koͤnnen wir von Huld Kampf zu wagen, damit das 
und Gottes Guͤte ſagen. Hertz nur werd zurecht ge⸗ 
10, Und geben Ruhm und Ehr bracht. Ich zweifle nicht an ſei⸗ 
dem groſen Bunder- Namen, ner Treu, daß fie Ihm beygele⸗ 
der uns durch Miedrigkeit ge⸗ get fen von E Ott, da Er fein 
bracht ſo nah zuſammen. Nun kheures Leben vor Andre hat 
iſt der Jamer aus, zu End das dahin gegeben. 
lange Weinen, weil die Gena⸗ z. Mein Freund hat feinem 
den⸗Sonn nunmehr thut wie⸗ treuſten Freund verſproche daß 
der ſcheinen. Wir geben dann Er in Streit nicht wolle loflen 
nun ein iu unſre Ruhe⸗Kamer, nackt, bis daß Er alle unſte Feind 
vergeſſen alles Seid und viel ger gerochen, und gaͤntzlich aufge⸗ 
habten Jammer. holen unsre Schmach. Drum 
eee e ſagt Er oft und viel davon, ne 


30 


was vor reichem Gnaden Lohn Muſter dienen, woraus der 
GOTT wird die Seinen eins Weisheit Luſt⸗Spiel wird er⸗ 
ſtens lohnen, wann fie erlan⸗ lernt. Obſchon fein Wandel 
gen ihre Kronen. gantz verdeckt, ſo ſind doch An⸗ 
4. Die Unſchuld zieret Ihn in dre angeſteckt, dem unbefleckten 
ſeinem Gehen. Wo Andre re⸗ Unſchulds⸗Leben mit Heꝛtzund 
den, iſt Er ſtumm und blind: Geiſt ſich zu ergeben. 

wo Andre blind find, kan Er 7. Die Schmach, die Er von 
trefflich ſehen, weil ſeine Augen Auſſen an ſich traͤget/ die machet 
licht und lauter ſind. Ich haͤtt Ihn zwar ſchwartz und unge⸗ 
mich laͤugſt von Ihm gewandt, ſtallt; doch wer nur reine Liebe 
wann nicht mein Hertze diß er⸗ zu Ihm heget, verſteht und mer⸗ 
kannt: weil oft in ſchweren cket dieſes gar zu bald, daß, wo 
Trubſals Fallen die Liebe nur die Schmach am ſchwerſten 
ſich fremd thaͤt ſtellen. ligt, Sophia Ihm hab zuge⸗ 
„Ach aber ach! wie iſts ſo richt ein reines Braut⸗Bett 
ſchwer zu tragen, wann ſeine auserkoren, da Kinder werden: 
Guunſt dem Hertzen ſich ent⸗ aus geboren. 7 
zeucht. Man kan im Wohl⸗ 8. Und haͤtt man nicht zuvor 
ſtand vielvomGuten ſagen: hieꝛ in jenen Tagen dig hohe Wun⸗ 
aber wird das Hertz erſt recht der einſt im Geiſt erblickt: ſo 
gebeugt. Es heißt hier: gehe waͤre nun bey ſo viel Drang 7 
nur allein, und laß dir das das und Zagen das Hertz zum Lies 
Beſte ſeyn. Weil falſchen Troſt ben antzlich ungeſchickt. Wer 
du eingeſogen, hat Er dir feine. hofft auf dieſen frohen Tag, der 
Bruſt entzogen: folg nicht fremder Buhlſchafft 
5. Doch bleibt der Troſt noch in nach, und bleibe einſam in 1 
dein Hertzen gruͤnen, es ſey das Gehen, fo wird er einſt diß 
Ziel auch noch ſo weit entfernt: Wunder ſ ehen. 
do muß ſein Vorgang mir zum 9. So lobt Ihn dann unte 


— 


303 


—— —j—ã4—ꝗö ͤ ——— 
all ihr Geſpielen, die ihr mit dieb weꝛd ohn geit und End erhoben, 
von Oben ſeyd entzuͤndt. Es die uns ſo getroͤſtet hat nach ſo 
komint von Ihm, daß wir al vielen hohen Proben. 
lein vor Vielen als Koͤnigs Kin⸗ 6 Nun muß Hertz und Geiſt 
der ausgezieret find, Von Auſ⸗ und Mund ſeinen groſen Ruhm 
en zwar ſieht man die Schmach erheben, und Ihm alle Zeit und 
doch wann man Ihm ſo gehet Stund Preiß und Ruhm und k 
nach, wird endlich doch der fro⸗ Ehre geben. ec, 
he Morgen vergeſſen machen 1 
alle Sorgen. LLE die im Geiſt erhoben, 
| ? 15:76, | die ſollen unſern König los 
| A CH verzeuch doch länger ben mit gantzer Macht von Her⸗ 
| nicht, meine Seel, erheb dich tzens⸗ Grund, Tag und Naͤcht 
wieder: ſiehe wie das Dunckle ihm Ehr erweiſen, mit Lobes⸗ 
bricht, darum ſinge deine bieder Lieder ihn ſtets preiſen, und ſon⸗ 
2. Lege hin dein Trauer⸗Kleid, derlich zu ſolcher Stund, wañ 
Gottes Guͤte laßt ſich fehen: u. ſie verſam̃let ſeyn in ſeiner hei⸗ 
dein viel gehabtes Leid muß ligen G'mein, ihm zu dienen; 
nun auf einmal vergehen. drum tret heran nun jedernian, | 
3. Weil das Danckle wieder und bet den Ott der Goͤtter an 
weicht, wird mein vieler ſchm ꝛtz 2. Alles thu ſich vor inn nei⸗ 
vergeſſen, und mein frohes Ziel gen, in Demuth vor ſeinm 
erreicht, wo ich war im Staub Thron ſich beugen, was da aus 
geſeſſen . d ne .s ſeinem Geiſt gebohrn, und zur 
4 Und weil mir die Sonne Heiligen Zahl gezehlet, eh ber 
ſcheint, kan mein Hertze GOtt Welt Grund gelegt en wehiet, 
erheben, wann man lang ge⸗ auch ſelbſt freywiligYöutsäge 
nug geweint, gehet auf ein neu⸗ ſchworn, zudien unſerm Gott, 
es Ccben. denn groſen Zebaoth / und zu te⸗ 
eee „ auen, 
en 9 


304 


— ——— a 


die gantze übrige Lebens⸗Zeit. denen wird zu Theil das aller⸗ 
3. Und mun vor ihm iſterſchie⸗ groͤſte Heil, das erworben durch 
neu, un Geiſt und Warheit ihm feine Gnad und weiſen Rath, 
zu ditnen, zu üben ſich in ſeineim weil ſie ihm dienen früh urſpat. 
Bund darinu wir ſeynd einge- 6 Darum ſchwingt empor die 
nom nen, zu dienen mit den Geiſter, und jauchzet unſerm 
Heiligen Fed mnen, indem er HErrn und Meiſter nut aller 
ung gem ichet kund den Weg Macht im Heiligthum: ſinget N 
g 


zu ihm empor, im ſchoͤnſten Floꝛ on ihm ſo gebe Rähm, ohn vie⸗ a 
zu loben mit dem obern Chor. les Wort⸗Gethoͤn, im Innern, 


Aae, eobgcdichtt, zu. pri kmh B M an 
uch be eit, 


Gottes Wunder Geſchichte, u. Aufi und machete 


bekommen, die mit den heil gen wel gar bal e ore een 
wahren Frommeg im Innern kommien, zu befehn die Fromen, 


ron 


305 


— — —— CE Tr —— EEE 
ſenn, der ſich hat verſtellet, und bereit, daß ihr werdet funden 
aus lauter Heuchel⸗Schein zu munter und ſchöͤn angekleidt zu 
der Zahl geſellet, die da ſeyn hei⸗ derſelben Stunden, wenn er⸗ 
lig / lein, und ſich gantz ergeben, ſcheint unſer Freund, und zur 
Zefa nur zu leben. Hochzeit fuͤhret alle die gezieret. 
, Solchem wird es ſchrecklich 9. Mit dem jungfraulichen 
gehn, wer ein Heuchler funden, Kleid, weil ſie hier verlachet ak 
kr wird müͤſſen drausen ſtehn, le Luſt der Eitelkeit, uber ſich 
Haͤnd und Süß gebunden, wo gewachet; dieſe ſeyn nur allein 
viel Leid iſt bereit, in die Fuͤn⸗ zu der Zahl gezehlet, die ſich 
ſterunuͤſſen werden hin verwieſen Gott erwehlet. 
| . Welcher aber iſt geziert mit Dine nien unn hin 
dem Hochzeit⸗Kleide, wird mit B In ich arm und kleine, daß 
| eee eee verdeckt mein Scheine: 
Freude in den Saal, wo die Zahl halt mich doch die Glaubens⸗ 
der Erwaͤhlten ſitzet, die mit Pflicht, daß ich ſtehe aufgericht 
Golde blitzett. % aan 2. Nichts wird mich mehꝛ ſchei⸗ 
6, So ſich nun noch find t an den, wars auch Schmertz und 
euch was pomalten Leben, und Leidenich bleib denen zugeſellt, 
ihꝛ noch nicht JEſu gleich, mußt die ſich JEſus auserwehlt. 
ihr euch beſtreben mit Gewalt, z. Meines Geiſtes Sehnen 
daß ihr bald moͤgt gereinigt machet mich gewoͤhnen, daß die 
Werdem weil ihr noch auf Erde. reine Liebes⸗Cuſt ſtets erfüllet 


. Oanm per hier nicht vollig meine Bruſt. J! 
kein und gelautert worden, der 4 Wann mich in er Blüte 
kan dort lücht gehen ein mit den labet ſeine Gute: ruh ich ſanft in 
heilg'en Orden, die mit Macht, ſuͤſer Still, u. genieſe ſeiner Fuͤll. 
Tag und Nacht, ja ohn Ende 5. Was iſt wohl zu nennen, 
loben ihren König droben. das Unß moge trennen? wenn 
3 O! drum wacht, und ſeyd mein Freund mir thut ſo wohl, 
diet Qq 2 daß 


daß ich alles Guten voll. B In ich ſchon der Welt ver⸗ 
| dorgen, und den Menſchen 
nach zu leben, was die reine Lies unbekannt, wird doch dort an 


306 


be lehrt, bleibt GOtt ewig zu jenem Morgen in des neuen 


ehr 


e 


t. Menſchen Stand, meine Ehr 
ſt mein Geiſt erhoben, daß und Kron erſcheinen, wann zu 


und Tod erloͤßt. 


30% 


wie es ſelbſten Gott gefaͤllt: Zeit und End erfreut in der fro⸗ 
da die Prieſter⸗ Schaar init hen Ewigkeit. N 
lehen allezeit vor GOtt thut 8. Dann wird unſer Schmuck 
tehen: opfern rein, ohn allen erſcheinen in viel Ehr und Herr⸗ 
Fehl, als ein geiſtlich Iſrael. lichkeit, der hier unter ſo viel 
5. Darum wallen wir mit Weinen, und viel Leiden zube⸗ 
Freuden hin, zur ſtillen Ewig⸗ reit: und weil uns der reinſte 
keit, achten weder S chmertz Orden in dem Blut des Lam⸗ 
noch Leiden, weil uns Gottes mes worden, bleiben wir Ihm 
Guͤt erfreut. Wo wir oft bes zugeſellt hier und dort in jener 
truͤbt geſeſſen, und der Zions⸗ Welt. 2 
Freud vergeſſen, hat Er us 11 
ſehr reich getröft, und aus Noth Bin ich hier ſchon gering u. 
420% klein, und trage viel Be⸗ 
6. Dort wird ſich erſt völlig ſchwerden, da oft der bittre 


zeigen, was jetzt noch verbor⸗Myrrhen⸗Wein mir einge⸗ 


gen ligt, wann der Jammer ſchenckt thut werden mit reis 
gantz wird ſchweigen, wo ſo oft chem Maaß und Ueberfluß: 
das Hertz beſiegt. O! wie wohl wobey ſich auch der Thraͤnen⸗ 
wirds uns noch werden, wann Guß ſehr haͤuffig thut ergieſen, 

wir von der Laſt der Erden ſind und macht das Hertz zer⸗ 

entbunden gantz und gar, und flieſen. 
der mancherley Gefahr. 2 So wird doch nimmermehr 
7. Drum wohl denen, die durch vergehn, was einmal angefan⸗ 
Leiden, Creutz, Verachtung gen, die Lieb wird heilen meine 
Spott und Schmach gehen ein Wehn, und ſtillen mein Ver⸗ 
zu Zione Freuden, wo vergeſ⸗ langen, u. nehmen allen Kum⸗ 
ſen alle Klag. Wer auf die⸗ mer hin, der ehmals plagte 
ſen rauhen Wegen eingeſamm⸗ meinen Sinn. Drum will ich 
let Gottes Segen, Rn auch ohn Zagen ſehr willig AL 
, 29 3 f ſes 


308 


les trage. mir weichen: doch gab ich mich 
3. Und ob ſchon manche Stun: zufrieden hin, hielt nuch an den 
den ſtyn bey mir vorüber gan⸗ verliebten Sinn, ſolts auch noch 
en, daß mit ſehr heiſſer Eibes langer wahren, die Lieb wird 
ein und brüͤnſtigem Verlan⸗ nicht aufhoͤren. 
gen mich hab geſehnet Fug und 7. In dieſem Sinn ging ich 
Nacht, daß den, der mich ver⸗ dann fort in vielem Leid und 
liebt gemacht, ich wieder moͤch⸗Wehen, letzt kam ich zu der en⸗ 
te finden, und mich mit Ihm gen Pfort, muſt aber drauſen 
verbinden. ss Gun reh ſtehen: weildadurft Niemand 
4. Ich wurde aber nicht gez gehen ein, als wer von allen 
tröft, blieb Einſam und Verlaſ⸗ Dingen rein, und ich war nicht 
fen; mein Heiland, der vom geſchieden von ſelbſt erwehlten 
Tod erloͤßt, wolt mich nicht da Frieden. Al 603 5 
umfaſſen: dieweil ich noch im 8. Dis war mir uͤber Alles 
fremden Land, allwo ſein Na⸗ ſchwer u. konte mich kaum faſ⸗ 
me unbekaũt, drum ließ Er ſich ſen, weil ſchon in fo viel Noth 
nicht ſehen ich muſt alleinegehe vorher, und nun ſolt Alles laf⸗ 
g. Da thaͤt ich mit gebeugtem ſen: der Glaube war noch jung 
Sin fort wallen meine Straa⸗ und klein, ich ſolte gantz geſchie⸗ 
fen: und gab mich gantz mit Al- den ſeyn von Allem, was mein 
lem hin, daß Er mich ſolte faß Leben; doch muſt ich es hin⸗ 
fein; weil ſeine heiſe Liebes Pein geben. 10159 en ß 
mein Hertze ſo genommen ein, 9. Gedach te aber auch dabey: 
daß ich mich auch ergeben ohn was wills zuletzt noch werden 
Ihn nicht mehr zu leben. wann ich nicht werd des Kum⸗ 
6. Doch blieb in allem noch mers frey und von ſo Sc 


betrübt, weil ich nicht kont er⸗ ſchwerden. Doch da ich meint; 
weichen fein Hertz das mich doch nun iſt es aus ward ich in mei 
erſt geliebt, und nun wolt von ner Mutter Haus von meinem 

b TER Freund 


„ 84 
al I N. 


72 


309 


Freund empfangen, wornach bringt ſolche Vielheit ein, die 
ich trug Verlangen mich von GOT Tabreiſſet. 
10 Da wurd ich von fo vieler 2. O ewiger Verluſt! wer da⸗ 
Freud in mir gantz aufgezogen, mit iſt umgeben: dem bleibet 
ſo daß vergeſſen alles Leid, weil unbewußt der Friede und das 
mir mein Freund gewogen: al⸗ Leben. 2 2 
lein ich hat Ihn kaum geſehn, 3. Drum iſt das Ein fo viel, 
wolt er ſchon wieder von mir das heiſſet nichtes haben: da 
gehn, doch ließ durch Liebes kan man ohne Ziel an Gottes 
Blick Er mir ſein Hertz zuruͤcke Gut ſich laben. A 

11. Drum bin ich nun ſehr 4 O ſeliger Gewin! wer dieſe 
wohl geriöft, und leb in ſtetem Armuth funden: der bleibet üm⸗ 
Frieden; ich bin von Hoͤll und merhin mit Gottes Lieb ver⸗ 
Tod erloͤßt, von Freund u. Feind bunden. 15 
geſch ieden. Und ob ich ſchon in 5. Diß arm ſeyn machet reich 
meinem Gang noch oft muß es bringet. Ruh und Frieden 
trauxen fur Geſang; werd ich und machet auch ſo gleich von 
doch ohi Er bleichen mein rech⸗ aller Welt geſchieden. ey 
tes Ziel erreichen. 6 Es führer auch hinein in 
. Und waͤhrts auch bis ins die gehenne Kamer: und heißt 
Grah hinein, daß ich muß ſeyn uns ruhig ſeyn, nach viel ge⸗ 
betrüͤbet, ſo ſoll doch diß mein habtem Jammer. tun 
Liebſtes ſeyn, daß ich in Ibn 7. Daſelbſt genieſet man von 
verliebet. Und weil ich Ihn den geheimen Schaͤtzen: die uns 
einmal erſehn, ſo leid ich willig kein Reichthum kan noch allt 
alle Wehn, bis Er mir wird er⸗ Welt erſetzen. 234 7700 
ſcheinen, und nehmen weg mein d. Diß iſt das Himels Brod, 
Weinen. dies diß erlanget haben, die kon: 


elne e e nen in der Noth am Nichtese 
| D As kle inſſe J und Mein, Seyn ſich laben⸗ We 


das ſich an nur erweiſet: F. Dig 


* N 4 


— 


310 


9. Diß machet alles Leid und noch Bürger⸗Recht: GOTT 
Bitterkeit verſüſen: und laͤßt hat genadig angeſehn dein vie⸗ 
die Ewigkeit uns in der Zeit les Flehn, wann du verlaſſen 


genieſen. mußteſt gehn. 


510. Doch iſt nur dieſe Hoͤh im 4. Die Hoffnung iſt der Wan⸗ 
Demuͤts⸗Thal zu finden: dann der⸗Stab, O ſüſer Troſt! O 
wann ich abwaͤrts geh, ſo kan reiche Haab! weil wir ſind 
ich fie ergründen. * ſelbſt mit GOtt vermaͤhlt, zur 
11. Wer da gekommen hin, Schaar gezehlt, die Er ſich he 
kan leben ohne Sorgen: dieweil me auserwehlt. 
fein reiner Sinn in Gottes 5. Es iſt doch ja kein ander 
Lieb verborgen Recht allhier für Gottes Erb⸗ 
12. O angenehme Still! wer Geſchlecht, als vor der Welt 
die einmal gefunden: dem geh verworfen ſeyn: O das macht 
es, wie es will, er bleibt mit klein! doch geht man ſo zum 
GO T verbunden. Himmel ein. 14 
1% n . 6. Allwo zu End der ſchwehr 
D AS Leiden waͤhret kurtze Streit, und gantz vergeſſen al⸗ 
D Zeit in dieſes Lebens Nich⸗ les Leid : die viele Muh und Ta⸗ 
tigkeit: weil wir nur Gaſt im ges⸗Laſt bringt ſüſe Raſt dem, 
freinden Land in dieſem Stand fo ſich ſelbſten hier gehaßt. 
auf unſerm Weg zum Vater⸗ 7. Wer dort im reind Schmuck 
Lan. , a eat muß hier verlacht, 
2. Dort aber wird ein ander verlaſſen ſtehn: dann alſo wird 
Looß gegeben werden in den das weiſſe Kleid hie: zubere it im 
Sckooß: vor die gehabte Muͤh Truͤbſals⸗FJeur zur Seligkeit. 
und Leid in dieſer Zeit erlanget 8. Die dort wird werden offen⸗ 
man die Seligkeit. bar, nach ſo viel Leid und viel 
3. O wohl dann nun! du liabs Gefahr, die ie getragen hier um 
Geſchiecht, das hier noch Stadt BD O ſel ge Noth! die 


4 j j 18 SI 144 
3314 nl 271 gr + 74 
* 


. ‚2 


311 


erloͤſet von dem Tod. euch lehren, und ſelbſt der Pfſal⸗ 
9. Da wird der gute treue Hirt, men⸗Dichter ſeyn: alsdann 
der ſie ſo hat hindurch geführt wird klingen hell und rein die 
in dieſer Welt im Trauer⸗ Harff in Gottes Ohren weil ihr 
Stand, erſt ſeyn bekannt, der zum Lob erkohren, und traget 
nun ihr Elend weg gewandt. auch des HErrn Geraͤth; druͤm 
10. Wir warten dann in viel trettet vor ihn mit Gebet, und 
Gedult, bis ſeine Gnaden rei- opffert ihm die Hertzen dar, ſo 
che Huld uns alle völlig ange⸗ wird er an euch machen wahr, 
kleidt, und zubereit zum Loos was er euch hat verheiſſen: 

der wahren Seligkeit. 3. In Chriſto ſeinenn itebſten 
* 14. | Sohn drum tretet freudig vor 
e Herren jauchtzt im den Thron mit heiligen Gebaͤr⸗ 
| &) Heil gthum, und gebet den, daunt die Hertzen werden 


und gebohren ſeyd, in Warheit ten jetzt und zu allen Zeiten, zu 


her zu gehen, auf eurer Huth drum ſeyd befliſſen allzu am, 
zu ſtehen, und ihm zu ſingen daß ihr ihm rechte Opfer bringt 
Tag und Nacht: drum ſeyd im Geiſt und Warheit ffoͤlich 


auch jetzt darauf bedacht, weil ſingt von Gottes nad u. Liebe 
ihr vor ihm erſchienen ſeyd; 4. Die reichlich wiederfahren 
drum machet euch im Geiſt be euch s drum ſingt und lobet ali⸗ 


reit, mit Dancken ihn zu loben. zugleich, und laßt nicht nach zu 

2. Laßt eure Geiſter munter preiſen den Herrn mit Liebigs: 
ſeyn, und dringt ins Innere Weiſen, in rechte: Geiſtes⸗Har⸗ 
hinein, woſelbſt man GOTT monie, daß die Gemeinſch afft 
thut hören, fo wird anke e völlig bluͤh, und Fruͤchte trag 
Ay R | 


— 


* 
* 


“ 
Er 


ihm Preiß, Lob und Ruhm, u. von Gottes Liebe angeflammt, 
ſeinem groſen Namen, die ihr mit ſeinem reinen Gelſt bes 
aus Gottes Samen gezeuget ſaamt, um fein Lob aus zu brei⸗ 


und Gerechtigkeit für ihm ein: Ehren feinem groſen Nam; 8 


zun 


— nn; 


Pt 
zu Ehren dem HErren aller 2. Israel freue ſich des HErrn, 
Herren, nach Art der erſten und preiſe ihn von Hertzen gern: 
Ehriſtenheit, weil GOtt in die⸗ denn er iſts, der dich hat ge⸗ 
ſer letzten Zeit das Licht wie⸗ macht, und aus der Fuͤnſterniß 
drum hat aͤufgeſteckt, das lang gebracht zum Licht, daß du mit 
verdunckelt und verdeckt, nun dem Volck von Zion dem Kö⸗ 
aber hell thut ſcheinen. nig jauchzen kauft im hohen 
5. Und wird mit voller Krafft Thon. 9 
nun bald ſich offenbahren, daß 3. Dann Zion ſeinemNamen 
es ſchallt nah und fern untern ſoll lobſingen Fried⸗ und Freu⸗ 
Heiden, ſo ſehr wird ſich aus⸗ den⸗voll im Reigen, ja mit 
breiten die volle Warheit, weil Paucken⸗Schall und Harffen⸗ 
ſehr nah des HErren Tag: wir Spielen uͤberall; dann ihm die 
ſehen ja den Feigenbauni [don Ehr, der Ruhm und Preiß ge⸗ 
blühen, drum ſoll 'n wir uns bes buͤhrt, weil er fein armes Volck 
muͤhen, dieweil wir die Erſtlin⸗ ſo herrlich führt. 13 
ge ſeyn, berufen daß wir keuſch 4. Much Wohlgefallen an fie‘ 
und rein vor unferm GOtt ſtets hat, und offenbahrt ihnen ſei⸗ 
wandeln fort, damit an allen nen Rath: den Elenden er Hilf 
End und Ort wir als die Lich⸗ erzeigt herrlich, und ſich zu ih 
ter ſcheinen. nen neigt mit Gnade, Liebe u. 
\ 15. Barmhbertzigkeit und Troſt er 
em Herren ſinget allzu⸗ fie im Elend oft erfreut. 
geich ein neues Lied in ſei⸗ 3. Darum die Heiligen allzeit 
nen Reich, von Hertzens Grun⸗ ſoll'n froͤlich ſeyn in Herrlich 
de mit dem Mund, und machet keit, frolockend ruͤhmen Gottes 
feinen Namen kund, ihr Heili⸗ Macht, auf ihren Lagern, auch 
gen, die in ſeineremein von bey Nacht, fo wohl als wie bey 
ihn zu Kindern augenommen Tag, und ſchweigen nicht, zu 
ſeyn. e bringen Gottes Wunder = 


8. 
* 
* 


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313 


5 FFP —ꝛ. —— —0 
das Licht. lichkeit iſt demnach denen zube⸗ 
6 Johr Mund ſoll ſtets erhd- reit, die hier gelebt heilig und 
ben Gott den groſen ſtarcken rein, und fi mit nichts ge⸗ 
Zebaoth, auch ſollen Schwerd⸗ macht gemein? die werden dañ 
ker haben ſie in ihren Haͤnden je mit Chriſto herrſchen dort, und 
und je, die da geſchaͤrffet ſind u. mit ihm ewig leben fort u. fort. 
zubereit, wenn fie nun ziehen 11. Halleluja! ſingt unſerm 
in des HErren Streit. Gott, ihr Heil gen, die ihr fein 
. Zu üben aus vor ihm die Gebot lieb habet, und dieſelben 
Rach unter den Heiden allge⸗ halt, dem Himmelreich auch 
mach: die Voͤlcker ſtrafen auch thut Gewalt: lobſinget GOtt, 
mit Recht und Macht, weil fie lobſinget ihm mit Macht, weil 
des Herren Knecht, den er ge⸗ er uns hat zu feinem Reich ge⸗ 
geben hat ſolche Gewalt, zuü: bracht. 
ben unter Voͤlckern dergeſtalt. 16. | 
3. So gar, daß ihre Köni Er Herr, groß und hoch 
nut Ketten ſollen binden fie, berüͤhmet, wird in unſers 
ihre Edlen auch dabey mit ſtar⸗ Gottes Stadt von ſein 'n Vol⸗ 
cken Feſſeln ohne Scheu: damit cke, wie ſichs zieinet, ſtets erha⸗ 
von ihrem Stoltz und groſen ben fruͤh und ſpath, und auf ſei⸗ 
Pracht ſie werden klein und de⸗ nem heilgen Berg da erzehlt 
müthig gemacht. man ſeine Werck, die er an uns 
9. Das iſt das Recht, davon hat gethan, daß ſich wundre je⸗ 
geſchrieben, fo haben ſollen, die der man. | | 
Gott lieben, zuüben aus daſ⸗ 1. Der Berg Zion iſt ein Ge: 
ſelbige an Bölckern und an Kö⸗ gend, die ſehr ſchön und lieblich 
nige, zu thun an ihnen gleich ſieht, das gantz Erdreich wird 
Bericht und Recht, wie fie ges beweget, wan fein heller Glantz 
bt hier aus an Chriſti Knecht. ausbricht: weil des groſen Koͤ⸗ 
10, Was große Ehr u. Herr⸗ nigs Stadt Gott darauf ge⸗ 
| 2 1 Rr bauet 


* 


314 


wu a ee 
bauet hat herrlich, ſchoͤn und men, Angſt, wie ein Gebaͤhre⸗ 
voller Pracht, an der Seit zur rin, ſo bald, als ſie nur vernom⸗ 
Mitternacht. men, daß die Heil gen wohnen 
3. GOtt ſelbſt wohnt in den drinn: die als Gottes Eigen⸗ 
allätten, da er zu genieſen thum ſtets erzehlen ſeinen 
gibt ſeinen auserwehlten Ga⸗ Ruhm, und hoch preiſen deſſen 
ſten, und der Seelen, die ihn Macht, der da ſieget in der 
liebt, Segen, Gnade, Wonn Schlacht. 1 
und Freud: dabey auch zu jeder 7. Drum Jehovah, ſolt du 
Zeit zeiget, daß er ſey ihr Schutz werden von uns deinem Volck 
wider aller Feinde Trutz. geehrt; denn dein Macht all⸗ 
4. Ob mau gleich verſammlet hier auf Erden wird geſehen 
ſtehet Koͤn ge, die vorüber ziehn, und gehoͤrt: ja auch auf dem 
auch viel Volcks mit ihnen zie⸗ Meer ſieht man, was dein ſtar⸗ 
het, die ſich alleſamt bemüh'n, 9 e Hand thunkan, die da gro⸗ 


zu zerflören dieſe Stadt; doch ſe Schiff zerbricht, und der Hei⸗ 
zernichtt GOtt ihren Rath, den Macht zermchr. 5 
daß ſie's müſſen laſſen ſtehn, u. 8. Solches haben wir gehoͤ⸗ 
mit Schand voruͤber gehn, weil ret, ſehens auch an deine: Stadt, 
der Hochſte, der drinn iſt,ſie mit wie du haft die Feind . 
Kriegs⸗Volck ausgeruͤſt. durch dein Macht HErr Zeba⸗ 
5. Drum fie ſich verwundert oth: dann dieſelbe bleibet ſtehn, 
fo daß fie die Flucht gleich gabe wie du ſelbſt ſie thuſt erhalten 
well ihr Rath nicht fort wolt über fie mit Gnaden walten. 
gehn: ob ſie ſich un Grimm ent⸗ 9. GOTT, wir warten mi 
ſetzt, find fie ſelbſt dadurch vers Verlangen deiner Güte alle 
letzt, u. zu ihrer eignen Schand zeit; weil du in uns angefan 
ſich geſtürtzet wie bekannt, gen, und dir ſelbſten zubere 
6. Zittern iſt fie auch ankom⸗ einen Tempel bir zan dae 
Be 25 | Sn welche 


ö 1 
Ne 4 4 


machet euch um Zion her, da 
ihr koͤnnt die Thuͤrne zaͤhlen, die 


preiß mit Lob⸗Gethoͤne. 


welchen du ſtets ziereſt aus, 
daß du drinnen koͤnneſt wohnen, 
herrſchen, ſchalten, walten, 
thronen. 5 

10. Wie dein Nam groß und 
erſchrecklich, alſo iſt auch, Herr, 
dein Ruhm, herrlich, praͤchtig, 
und vortrefflich; darum auch 
dein Eigenthum ſtets erzehlet 
deine Recht von Geſchlechte zu 
Geſchlecht: ja bis an der Welt 
ihr End ruͤhmt die Wercke dei: 
ner Hand. ö 
I᷑. Der Berg Zion muß ſich 
freuen, Juda Toͤchter froͤlich 
ſeyul wann ſie jauchzend u 
ain Reigen, weiß gekleidet fin 
und rein, HErr, in deiner 
Gerechtigkeit, darum fie auch 
weit und breit ſtets von deinen 
Rechten ſingen, und dir Freu⸗ 
den⸗Opffer bringen. 

12. O! ihr allerliebſte Seele 


N, 


>>) 


Gott ſelbſt zu feiner Ehr ſich 
um ſeine Stadt gebaut, daß ein 
jeder, der ſie ſchaut, ſich ver⸗ 
wundre ihrer Schoͤne, und ihn 


ewig lebt; lobet, ruͤhmet 
N a 


315 


13. Darum laßt uns Fleiß an⸗ 
legen, jedes zeige ſeine Treu, 
weil der Herr mit Krafft und 
Segen uns bisher geſtanden 
bey. O! daß man doch bald 
moͤcht ſehn Zions Mauren fer⸗ 
tig ſtehn, und die Palläfte be⸗ 
reiten, daß davon man koͤnn 
mit Freuden 

14. Auch bey denen, 
kommen, ſagen von der groſen 
Gnad, die Gott hat erzeigt 
den Frommen, ſo ihm dienen 
früh und ſpath, und daß er ſey 
unſer GOtt, der uns hat aus 


die nach⸗ 


aller Noth fo gewaltiglich ge⸗ 


riſſen: und dabey mich laſſen 
wiſſen, ö 8 
15. Daß ers iſt, der uns mit 
Tugend zieret und mit Krafft 
austuͤſt, und uns fuͤhret wie 
die e daß uns zu kei⸗ 
ner Friſt unſrer Feinde groſe 
Mackt, ob wir gleich gering ges 
acht, koͤnne ſchaden noch um⸗ 
bringen: drum laßt uns zu Eh⸗ 
ren fingen, | 
16, Heil, Preiß, Ehre, Macht 
und Staͤrcke ſey dem, der da 
ſeine 


Wercke | 


316 


Herche,feineeNamemeRuhn 5. Dann mein verliebter Sin 
erhebt; ſchweiget nun und nim⸗ laßt mich nicht wancken, des 
mer nicht, weil er in uns auf⸗ reinen Geiſtes Zucht balt nich 
gericht eine Wohnung, die be⸗ in Schranden, zu eilen freie 
ſteht ewiglich und nie vergeht. lich fort nach jenem Leben, das 
17. uns die Freuden⸗Erndt zuletzt 
a Er reine Geiſt aus GOtt wird geben. 
2 hat mich berübret, gezo⸗ 18. . 
gen aus der Welt, u. hingefuͤh⸗ IE feurige Liebe die mas 
ret zur reinen Glieder⸗Zahl die chet verſchwinden die fein⸗ 
Gott erkohren, und ſie durch de, und thut mich mit JEſu 
feinen Geiſt hat neugebohren. verbinden: und ob fie ſchon of⸗ 
b 2. Das iſt die hoͤchſte Luft, die termal wüten und toben, ſo 
uns kan ruͤhren, wann uns der bleib ich im Lieben doch ſtetig 
reine Geiſt thut ſelbſten führen erhoben. | 
ins innre Heiligthum, wo ohn 2. Ich habe erblieket, den mei⸗ 
Ermuͤden die Andacht ſteiget ne Seel liebet, und ſich mir 
guf in ſtetem Frieden. auch ſelbſten zu eigen ergtebet: 
3. Ich bleib verbunden ſtehn drum will ich mich wieder aufs 
in allen Wehen, weil mich die neue verſchreiben, ihm, mei⸗ 
treue Lieb dazu erſehen: daß nem Hertzliebſten, getreu zu 
ich vereiniget mit denen Seele, verbleiben. 4 
die allhier Tag und Nacht ſein Abe ich beſtehe im 
Lob erzehlen. Glauben und Hoffen, wann 
4. Das iſt des Geiſtes Luſt u. Schmertzen und Wehen mein 
Hertz Vergnügen; muß ſchon Hertze betroffen: dann wann 
der bloͤde Sinn oft unten liege: ich in Noͤthen zu ihme thu fle⸗ 
Gedult er wir bet Troſt in allem hen, fo thut er mich wieder in 
Jagen, wann Hoffnung thut Gnaden anſehen. 4 
den Kampfzum Tod hinwage. 4. Ich hab mich verſpee en 
f 8 * 


. 
— + g | 4 
1 


Hochzeit einführen, 


317 


dem Schatz meiner Seelen, denn groß an uns find ſeine Lies 
und will mir auf Erden nichts bes⸗Wercke, indem er worden 

anders erwaͤhlen, und ob mich unſer Theil. 5 
die Feinde ſchon ſuchen zu fan⸗ 2. Wir glauben, darum ſin⸗ 
gen, ſo bin ich doch ihren Ge⸗ gen wir von Wahrheit, von 
zelten entgangen, Gnade und Gerechtigkeit, und 


Und weil er mich leitet in wandeln fort im Licht göttli⸗ 


heiligen Schrancken, drum cher Klarheit, beſitzen Frie- 
werd ich beſtehen ohn einiges den allezeit. i 
Wancken, wann ſchon aufunch 3. Die Feinde muͤſſen alle vor 
dringen viel Leiden und Pro- uns fliehen, dieweil der HErr 
ben, will ich ihn doch ruͤhmen mit uns im Streit, und uns 
mit Dancken und Loben. die Waffenruͤſtung thut anzie⸗ 

6. Ach JEſu! du wolleſt mich hen, ja ſtehet ſelbſt an unter 

Seit. 


ſtetig erhalten, un Wachen Sei 


und Beten nicht laffın erkal⸗ 4. Der Joſua, der alle Feind 

ten: dieweil ich nichts anders geſchlagen, der gehet ſelbſten 

mehr ſuche auf Erden, als dir vor uns her, wer ſolte es auf 

nur alleine gefaͤllig zu werden. ihn nicht duͤrffen wagen? und 
7. Ich kan auch nicht anderſt, fürter wancken hin und her. 


weil du mich gezogen, und haſt 5. Drum kommt, ihr Kinder, 
mir mein Hertze in Liebe be⸗ kommt und famınlet Kräfte, 
wogen: drum will ich ſo leben, in unſerm Weinſtock JEſu 


wie ſichs thut gebuͤhren den Chriſt, damit ihr treiben koͤnt 

Braͤuten, die du wirſt zur des HErrn Geſchaͤffte, und 
von ihm werdet ausgeruͤſt. 

19. , Ihr ſeyds, die ihr des 

Die Freud am Herrn iſt HeErrn Geraͤthe traget, halt 

unfte Kraft und Staͤrcke, eure Seele rein und keuſche 


wir freuen uns in ſeinem Heil: ſeht wie faſt nieinand nach dem 
3 


Herrn 


N 
4 
| 


Eigenthum. Gott in Gnaden, und ſchein 


4 i 7 5 N 

HeEren mehr fraget, faſt alles und Koͤnig werd hinfort mehr 
lebt jetzt nach dem Fleiſch. gehoͤrt von euch. ha 

7. Selbſt viel, die von dem 12. So gehn wir alle jauch⸗ 
HErren find geruffen zu ſei⸗ zend in dem Reihen, und ruͤh⸗ 
nem groſen Abendmahl, die men uns der GOttes⸗Kraft, 
werden traͤg, ohnmaͤchtig und der unſern Weg in & hriſto laͤßt 
entſchlaffen, wie wenig iſt doch 1 und uns in ihm macht 
deren Zahl: iegehafft. 
8. Die ihre Lampen mit den 13. Er iſt und bleibet König, 
Klugen ſchmuͤcken; drum wen⸗HeErr und Meiſter, und macht 
det deſto mehr Fleiß an, weil zu nicht der Feinde Heer, zer⸗ 


unſer Heil thut taͤglich näher bricht die Kraft der Rott⸗ und 


ruͤcken, uns zieht mit neuen falſchen Geiſter, drum werde 
Kraͤften an. ihm Lob, Preiß und Ehr 
9. Wir ſind ja nicht von der 14. Jetzund und auch in E⸗ 


nen, die da ſchlafen, noch trun⸗ wigkeit gegeben von uns und 


cken find von Welt⸗Lieb mehr: feiner: gantzen Schaar: die hei⸗ 
drum laßt uns brauchen unfre lig keuͤſch und reine vor ihm 
Geiſtes⸗Waffen, weil wir ges leben, die jauchzen in ihm im⸗ 
zaͤhlt zu GOttes Heer. merdar. 44 il 7 3 
20. U: f 

u. 


10. Drum ßjauchzet froͤlich m. yon 


und erhebt den HErren, b. Ie Liebe, die ſich leget zu 
1 im Heiligthum und a JE Fuͤſen hin, und rei⸗ 
inget ihm zu Lob und hohen nen Hunger traͤget nach ſei 
Ehren, die ihr nun ſeyd ſein nem Liebes⸗Sinn: die iſt bey 


11. Von nun an ſey euch auch oftermal, die Noth, o IE" 
allen viel zu wenig, was nicht beladen, hab keiner Jahre Zahl. 
gehort inc Ottes Reich: nichts >. Wer einmal ſich gekehret 
nichts, als loben euren GOtt unt ganzem Hersces Een 


w.. ͤ ccc 1 319 
zu dem, was er gehoͤret aus als eine für Beute der langen 
treuer Wachter Mund, und Ewigkeit, den Seelen, ſo ihr 
dem was fie uns fügen von Zi- Leben nicht bis in Tod geliebt, 
ons Herrlichkeit, die nach den viel mehr im Urbergeben ſich 
Tiauer⸗Tagen bey GOtt iſt Tag und Nacht geübt. 
zubereit. 5 7. Was abet ihn beklemmet, 
3. Dem muß ſein Gluͤck noch und oft empfindlich quaͤlt, iſt, 
werden, und gieng es noch fo wann der Geil gehemmet, und 
lang, ſo muß die Freud der Er⸗ Gottes Gunſt ihm fehlt: wañ 
den doch weichen dem Geſang, ſich der Brüder Hertzen auch 
| den Er imeiſt oft hörer von ei- fremde ſtellen an, das macht 
ner Seligkeit, die ihm von Ott ihm ſolche Schmertzen, die er 
‚ befeveret vor feine Traurigkeit. nicht ſagen kan. | 
4 Zwar geht er hin verluffen 8. Wann er imufi einſam wan⸗ 
gar manche Tag und Nacht, dern in dürrer Wuͤſteney aus 
Kuf ſeiner Pilger⸗Straaſen von einer Noth zur au dern von a eꝛ 
jederman veracht, weil er in Hoffnung frey, daß er dae Ziel 
ſich gefaſſet das Wort vonGot⸗ erreichet, ſo ihm iſt vorgeſteckt, 
tes Reich, drum wird er hier weil nun die Sonne weicher, 
gehaſſet von Freund und Feind und es die Nacht bedeckt. 
zugl ich. Da ſteht er den voll Schmez⸗ 
FJ. Doch thut das ein geringes tzen in ſeines Feindes Land, der 
zu feinem Hertzeleid, weil er ſagt ihm von Verſchertzen, und 
N Ben alles Dinges auch gerne daß in feinem Stand die Zeit 
wär befreyt, jo feinen Geiſt oft nun ſey gekommen, da Gottes 


kraucket in dieſem Leibes Haus Gnad und Huld, ein ewig End 
ban er an das gedenckct, wie genommen von wegen feiner 
Sstt wird theilen aus, Schuld. 8 Sara 

6, So grofen Froft und Freu⸗ 10, Daber ach der Guͤte! die 


deuach kurtzem Leid u. Streit, umermißlich dt, die wird ſo bald 


| % 


"fo fie beſchieden hat, und ferner zet für Freuden. 


346 | 

nicht müde, daß ſie ein Hertz ſo taͤglich die Wunder des Her⸗ 
vergißt, ſo hier aus freyer Liebe ren erzehlen, die waͤchſt und 
der eitlen Welt entgeht, und vermehrt ſich von Zeiten zu 
bloß durch Liebes⸗Triebe in ſol⸗ Zeiten, und thut ſich vortreff⸗ 

che Noͤth geraͤt h. ich im Geiſte ausbreiten 

I. Sie weiß ſchon Zeit und 2. So daß nan die Blu⸗ 
Stunden, wann ſie uns troͤſten men und Fruͤchte kan ſchauen 
will, und wären auch die Wun⸗ in Thaͤlern, wo lagern des 


den san ohne Zahl und Ziel: Lammes Jungfrauen, die da 
i 


ſo kan fie doch wohl machen, find entzündet vom Liebsten 
durch ihre milde Hand, daß zu lieben, und ‚völlig. ſich in 
unſre Leidens⸗Sachen auf ein⸗ der Geimeinſchafft zu üben. 
mal umgewanot. Sr 3. Sie ſteigen von Zeiten 
12. Und daß ein ſanfftes We⸗ zu Zeiten auf höher, um alſo 
fen das Hertz und Geiſt um⸗ zu kommen dem Brautgam 
gibt, daran man kan geneſen, noch naͤher, damit die Geniein⸗ 


und noch wird mehr verliebt, ſchafft beſteh auch in Leiden, 
das Ereutzlein gern zu tragen, worüber mein Hertze oft jauch 


mehr zu wagen auf Gottes 4. Denn wenn ich erwaͤge, 
Huld und Gnad. wie Ic᷑ſus gezogen die Sees 
13. Und waͤhrte auch der len zuſummen in Liebe bewo⸗ 
Schmertzen bis in das Grab gen, um ſich zu ergeben einan 
hinein, die Liebe in dem Hertzen der von Hertzen, damit fich vert 
verſuͤſet alle Pein: das Ende lieren die Leiden u. Sehmertzen, 
wird ſchon kroͤnen den langen 5. So wird auch mein Hertze 
ſchweren Streit, abwiſchen ung entzündet von Liebe, daß ich 
re Thraͤnen in jener Ewigkeit. wich in ſolcher Gemeinſchafft 

ſeo uͤbe, um mit zu genieſen dil 
adlei 


Te | ie 
D Je Liebes⸗Gemeinſchafft Sreude dir Seelen, die ſi 
der Goͤttlichen Seelen, e 


321 
alleine mit IEſu vermaͤhlen. ſo ſpielen auf Harffen am glaͤ⸗ 
6. Denn Reluheit und Einheit fernen Meere, und geben dem 
durchdringet mein Hertze, ſo Lauime Danck, Preiß, Ruhm 
daß ich viel ſuͤſes empfind auch und Ehre. 955 AR 
im Schmertze, und acht nicht ı 1. Dicſelbe Geſellſchafft muß 

was Leiden mir ſolte zukomen, fie wohl bewegen, zun Fuͤſen 

dieweil ich vereinigt mit ſol⸗ des Lammes ſich nieder zu le⸗ 
chen Lieb⸗Frommen. „ Nn, weil es fie gewürdigt zur 

7. Die alles verlaſſen aus Lie⸗ Zahl der Erkohrnen gezehlet zu 
be zur Tugend, ja haben ver⸗ werden als Erſtegebohrnen. 
danunet die Lüfte der Jugend, 12. Drum jauchzet mein Herz 
und gantzlich ſich JEſu mit al⸗ tze, wenn es thut empfinden, 

lem ergeben, zu folgen im rei⸗ wie ſie ſich zuſammen in Liebe 

nen und heiligen Leben. verbinden, mehr eruſtlich zu 

8. Daß er ſie nut feiner Lieb werden im Lieben und Leiden, 
ſtets moͤg umfaſſen; drum ha⸗ damit ſie kein Schmertzen von 

ben ſie alles um Alles verlaſſen, IeEſu koͤnn ſcheiden. a 

und achten geringe Schimpf 13. So wachſen fie täglich in 

Spott Schmach und Schande, Liebe und Wahrheit, und wer⸗ 
ja weñ es auch wären Gefaͤng⸗ den erfuͤllet mit Tugend voll 
niß und Bande. Klarheit, als Braͤute des Cams, 
9. Damit ſie treu bleiben dem das ſie theuer erworben, da es 
der fie geruffen, und führer ſie an dem Creutze vor ſie iſt ge⸗ 
täglich auf höheren Stuffen: ſtorben. | 
15 ſolt nicht hoch ſchaͤtzen im 14. Und hat ſie gar liebreich 
Reiben zu ſtehen mit denen, die geruffen zuſammen, entzuͤndt 
JEſu dem Lamme nachgehen. fie auch oͤfters mit himmliſchen 
10. Und ſuchen hier voͤllig ge Flammen. O! wer kan aus⸗ 
elulgt zu werden, damit ſte er⸗ ſprechen, was fie denn empfin⸗ 
heinen dort unte: e feen. wenn ſie ſich aufs neue mit 

ö 2 


0 SE 


33% 


IeEſu verbinden. übet in feiner Creutz⸗Schule 
15. Die Paradies: Ströme, durch Leiden und Schmertzen, 
die in ſie daͤnn flieſen, ihr bren⸗ geſchmoltzen zuſam̃en im Feuer 
nende Hertzen gar ſanffte begie⸗ Die Hertzen. 
ſen, ſo daß ſie befänfftigt in⸗ 20. Daͤmit wir einander im 
wendig ſich kehrẽ, daß ſich nicht Grund recht umfaſſen, und 
die innere Kraͤffte verzehren. nummermehr eines das andere 
16. Kein Hertze verſtehets, es haſſen: zum Lieben, zum Lie⸗ 
ſey denn zerſchlagen, kein Sin⸗ ben ſind wir ja erkohren, weil 
nen begreiffens, wenn num es GOtt, der die Liebe, uns neu 
thut ſagen, was Seelen enpfin⸗ hat gebohren. | | | 
den, die ſich nur beſtreben ge⸗ 21. Drum laſſet uns taͤglich 
waltig zu dringen ins innere zunehmen im Lieben, weil wir 
Leben. uns ſchon ofte zum Lieben ver⸗ 
17. Wenn ſie ſo erſuncken in ſchrieben, auch haben den Koͤ . 
heiliger Stille, und haben ge⸗ nig der Liebe zum Fuhrer, der 
noſſen von goͤttlicher Fulle, hoͤrt unſere Hilffe, Schirm, Schutz 
man ſie bald wieder aufſteigen und Regierer⸗ W 
zum Loben, da wird denn der 22. Ich will mich aufs neue 
Koͤnig recht herrlich erhoben. gantz feſte verſchreiben, euch al⸗ 
18. Mein Hertze wird innigſt len von Hertzen getreu zu ver⸗ 
zur Demuth bewogen, dieweil bleiben, ſo lange ihr bleibet an 
ich in ſolche Geſellſchafft gezo⸗ IeEſu feſt kleben, und taͤglich 
gen von JEſu, drum müß ich euch übet im heiligen Leben. 
mit ihnen anſtimmen, von Lie⸗ 23. Als Jungfrauen die ein⸗ 
be, von Gnade, von Warheit tzig dem Lamme nachlauffen, 
zu ſingen verlaſſen die Heuchler und gott? 
19. So kommt denn, ihr See⸗ loſen Hauffen, weil JEſus von 
len, ich bin mit verliebet in JE⸗ ſolchen euch theuer. erkauffet 
fun, der uns hat bishero ge⸗ euch kraͤfſtig mit Seu e 


* 
18 


— 


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* * 


323 


Geiſte getauffet. unſere Seelen erleuchtet mit 
24. Drum laßt uns zuſam̃en Klarheit, damit wir inwendig 
aufs neu uns verſchreiben, um um Seit ihn erheben, und alda 
SE bis in den Tod treu zu ihm Ehre u. Herrlichkeit geben. 
verbleiben, und ſtehen als Haͤu⸗ 22 ö 
ſer auf Felſen gebauet, dieweil DI Straaſen Zions lie⸗ 
wir mit JEfu uns haben ver⸗ gen wuͤſt, weil Niemand 
aue mehr thut fragen, was ſie zu⸗ 
25. Er wird uns zur Hochzeit vor geweſen iſt, da man von 
nun balde einfuͤhren, drum thut ihr kont ſagen: Jeruſalem, du 


er uns taͤglich mehr ſchmuͤcken werthe Stadt! die Gott ſo 


und zieren: ein jedes ſich beu⸗ hoch begnadigt hat zu ſeinem 
e, deim Lamme geb Ehre, zu'n Lob und Ehren. 
üſen ſich lege, fein Lob ſtets 2. Die ſieht man nun verwuͤ⸗ 
vermeore. ſtet ſtehn, beraubet ihrer Freu⸗ 
26. Dieweil es uns leitet als den, wo wir ſie vormals in ge⸗ 


Schaͤflein der Weide, erfuͤllet ſehn in denen guͤldnen Zeiten: 


n 
| 


uns innigſt mit goͤttlicher Freu⸗ da fie gegruͤnet weit und breits 
de, ſo waͤchſt die Gemeinſchafft nun aber fo viel Hertzen-Leid 
im Lieben und Leiden, und blei⸗ auf ſie und uns gekommen. 
ben einander treu bis wir ab⸗ 3. Ach GOtt! wenn kommt 
ſcheiden. | doch einft die Zeit, daß wir er⸗ 
27. O jauchzet! O lobet! O bauet ſehen die Hütten der Ges 


ruͤhinet den König! der uns ſich rechtigkeit in ihrem Glantz auf⸗ 


vermaͤhlet, ja all's ſey zu we⸗ gehen: wir werde oft im War⸗ 
nig, was unſere Zunge mit ten bang, und müflen. unſern 
Stimmen kan ſingen, wir wol⸗ Harfen⸗Klang mit Weinen 


len zum Coben ins inere dringen laſſen hoͤren. 


4 


28. Wo Gott wird verehret 4. Doch bleiben wir im Hof⸗ 


um Geiſte und Warheit, der fen ſtehn, und warten ‚fein in 
e e Sr: 


324 EEE RN. 
Guuden, bis wir zum Wunder ein, die mit fo viel Beſchwer⸗ 
werden fehn fir aller Sorg ent- den in dieſer Welt beladen ſeyn, 
laden, und Zion wieder aufer- und dort verherrlicht werden. 
baut, daß jeder wer ſie nur an⸗ Jetzt bleibt die Hoffnung der 
ſchaut könn Gottes Wunder Geſang, dort wird der Harfen 
preiſen. Wunder-Klang GOtt ohne 
5. Dei ihre Mauren fertig Ende loben. ge 
ſeyn, das Heiſigthum erbauet, 23 
da allzuſa umen gehen ein, die ON Je Sure, die mich traͤn⸗ 
ſich mit GOtt vertrauet, da Wcket aus JE Sil Liebes⸗ 
mit von allem Ort und End Brut, und mit dabey einſchen⸗ 
ich ſamuile und zu Hauf find cket viel reine Himmels⸗ Luft: 


ins Herren Theil und Erbe. die hat mein Hertz gezogen, und 


6. Und ſtimmen an im hohen gantz genommen ein, daß ich 


Thon viel neue Liebes Lieder durch Lieb bewogen Ihr ewig 


zum Spott der ſtoltzen Babi⸗ treu zu ſeyn. 


lon, die Zion iſt zuwider. Und 2. O Heilig⸗ reines Weſen! 


weilen man nunmehro ſieht, wie haft du mich beglückt: ſo 


daß ihre Schönheit wieder bald ich dich erleſen, wurd ich 


blüht, wird jener Hoffnung von dir erquickt; drum ſoll 


fallen. A maiich nichts michr trennen, nc) 
7, Des freue ſich die kleine ſtöhren meinen Sinn, den ich 
Schaar, und lobe GOTT mit im Liebe⸗Brennen dir gabzu 


Namen, die vor ſo ſehr zerſtreu⸗ eigen hin. 


et war, und wieder bracht zu: 3. Du wirſt mich wohl hins 
ſamen: daß unſre Wege ſchoͤn führen zu deiner reinen 
ausſehn, worauf wir koͤnnen Schaar, die dorten triumpht⸗ 1 
freudig gehn nach jenen Zions⸗ ren ohn Ende, Zeit und Jahr, 

die ſelbſt das Lamm wird leis 


4 


Pforten. 
8, Da allzuſammen gehen ten am Strom wee 
rei 5 5 A 55 Bo ” gr n 


8. 


1 


5 — 3 


ſchoͤn, mit viel erwuͤnſchtẽ Freu⸗ wird beruͤhret von Gottes 
den, die nimmermehr vergehn. Hund und Huld. 

4. O Liebe! die mich naͤhret 3. Wenn dieſe Sonnen⸗Stra⸗ 
ſchon hier in dieſer Zeit, und len das Hertze nun bemahlen, 
dort ein Gut beſcheret, ſo bleibt da waͤhrt diß Liebes⸗Spiel ohn 
in Ewigkeit. Du biſt mein Ehr Zeit und ohne Ende, dann 
und Krone, mein Siegel in der Gottes Wunder-Haͤnde find 
Hand, mein Luſtſpiel ohne ohn Zeit und Ziel. 22 
Lohne, und mein Verſich⸗ 4. Dan wo diß iſt gelungen, i 
rungs⸗Pfand. Zeit und Weh verſchlungen: 

5. Mit dir kan ich eingehen, da herrſcht das Himmelreich 
wo man vor Gottes Thron in mit ſeiner Kron und Wuͤrde 
groſer Freud wird ſtehen, hell mit ſeiner Tugend⸗Zierde, man 
leuchten, wie die Sonn. Wohl wird nicht traͤg noch weich. 
dann! ich will ohn Zugen dir 5 Was will doch den verdam⸗ 
folgen nach auf Erd, bis ich ohn men? wo dieſe Liebes: Flamen 
alles Klagen alldort verherr⸗ das Hertze gantz entzuͤndt. Wo 
licht werd. Liebe Kinder machet, wird alle 
ae auen ee Welt verlachet, da weht der 
Eu Geiſt, den GOtt geſeg⸗ ſanfte Wind. DR 
et, mit Himmels: Than 6 Es i nicht nur von Auſſen, 
beregnet, iſt wie ein muntres nian hört das fanffte Saufen 
Reih: Er kan ſich nicht mehr im ſteten Lobgethoͤn. Da ſingt 
kraͤuncken im Sinnen und im man feine Lieder, ſteigt auf, 
Dey cken, weiß nichts von Ach und ſincket nieder, diß iſt ja 
und Weh. Wunder ⸗ſchoͤn. 30 
2. Hat er ſonſt was zu ſagen, 7 Nun bin ich hoch erfreuet, 
thut er ſich ſelbſt anklagen, und weil GOtt mich benedeyet 
traͤget feine Schuld: bis er in durch dieſes Wunder⸗Spiel, 
ſich verſpuͤhret, daß ſein Hertz Ich kan nicht mehr verderben, 


* 


| * | mag 


fr 


Ewigkeit. 


126 


V.³ĩd. — 
mag leben oder ſterben, ſo trifft wo er auch geht und ſteht. 

der Geiſt ſein Ziel. 5. Nichts kan und mag ihn 

g. Die Lieb, die vor gezweyet, kraͤncken, ob ihm ſchon GOtt 

iſt wiederum verneuet, dann fie. zufuͤgt viel Leiden in dem Den⸗ 

iſt das Pmir. Ihr thun wir cken, in ihm lebt er vergnuͤgt. 


uns verpfänden in unſern Ehe⸗ 6 


Und ob er oft darneben ver⸗ 


ſtaͤnden, als unſrer Kron und laſſen scheint zu ſeyn: ſo bleibt 
er Ott ergeben in allem Creutz 


ier. 5 
11 Hab ich ſonſt nichts zu hof⸗ und Pein. 
fn, ſo iſt es doch getroffen, leb 7. Er wei 


in Gelaſſenheit. Es wird mir te, 


5 h, daß das Heſchlech⸗ 
mit dem er iſt verwandt, hat 


ja beſcheret das, was mein hier kein Theil noch Rechte in 
Britt begehret, in Zeit und dieſem fremden Land. 


ſcloſt zum Opffer hin, Be mit vieler Hertzens Freud. 


wird in die Laͤnge leben, dann 9. 
Gott iſt ſein Gewinn. tet. 


Er hat ſein Wohl vernich⸗ 
das ihn nicht machet ſatt? 


2. Er ruht in ſeiner Kammer, weil er ſein Aug gerichtet nach 


wie hart und ſchwer es geht in jener Zions⸗Stadt. an 


ſeinem vielen Jamer, ſein Thun 10. Sein Leben iſt verſaget, 


in GOtt beſteht. 


fin, Se u Erd unden 


3. Er legt die Sorgen nieder weil er ſich hat gewaget mit. 
vor Ott auf den Altar, der⸗IeEſu in den Tod.. 
ſelbe troͤſt t ihn wieder nach 11. Der hilfft das Creutz ihm 
Creutz und viel Gefahr! tragen, wanns ihm an Hilf ge⸗ 
4. Sein Wohl und Weh auf bricht: in ſeinen Truͤbſ us Ta⸗ 
Erden, und wie es ihm ergeht, gen gibt er ihm Unterricht. 


Be 


Fm 


8. Drum wallt er ſeine Stra- 
nenn z, je, ſcheidt ſich von Ort und Zeit: 
En. ieſter, der gegeben nimmt auf ſein Leid ohn Maa⸗ 
ich ſe 


2 2 


e 


7 
5 
9 


uß mit zum Opffer werden, 1, Auch kanihn nichts er aa | 


den auf ſeiner Glaubens⸗fahrt; Gottes Gnad. 


327 


weil er beſitzt den Frieden, der 20. Doch thut ihn nichts be⸗ 
ſeinen Gang bewahrt. wegen, Troſt, Freud und Trau⸗ 
13. Sein Ziel hat er geſetzet in rigkeit: Er geht den Weg im 
Hoffnung dorthinan, drum ihn Segen fort nach der Ewigteit. 
auch nichts verletzet auf feiner 21. Es iſt bey ihm beſchloſſen 
Creutzes⸗Bahn. ſein gantzes Lebenlang nut al⸗ 
14. Dann dort im Frieden ra⸗ len Bunds⸗genoſſen zu gehn 
ſten, die hie in manchem Drang den Creutzes⸗Gang. 
getragen ihre Laſten in ihrem 22. Drum acht er nicht das 
Treutzes⸗Gang. Schmaͤhen, was Drangs man 
15. Und wañ er dorthin ſchau⸗ ihm anthut: weil er ſich des 
et mit einem felgen Blick: wo verſehen, ſchwaͤcht nichtes ihm 
er dem Lamm vertrauet, ſo den Muth. a 
weicht fein Schmertz zuruck. 23. Er dultet alle Plagen, 
16 Sein Jammer wird ver⸗ womit er oft umſtellt: und fuh⸗ 


geſſen, ſein Geiſt geht aus der ret keine Klagen, dringt ein ins 


eit: die viele Noth und Preſ⸗ Himmels⸗Zelt. 
fen find fein jungfraͤulich Kleid 24. Wo alle Müh und Sor⸗ 
17. Worin er wird erſcheinen gen ſich enden in viel Freud: 
vor Lammes Stul und Thron: weil er an jenem Morgen er⸗ 
nach ſeinem langen Weinen langt ſein Ehren⸗Kleid. 
wird ihm bereit't die Kron. 25. Da wird im Licht erſchei⸗ 
18. Wann Dinge, ſo nichts nen, was hier im Creutz⸗Altar 
taugen, beſtreiten feine Ruh: jo geopffert auf im Weinen und 
ſchließt er Hertz und Augen und mancherley Gefahr. 
alle Sinnen zu. 26. Dann iſt der ſchwere Or⸗ 
19. Zwar oͤfters muß er gehen den vergeſſen und dahin: weil 


verlaſſen ohne Rath: wann vier GOLF nun ſelber worden ſein 


le Ereutzes⸗Wehen verdecken Theil mit viel Gewinn. 
8 Tt Ermun⸗ 


2 


1 298 


» * 


328 
26 und ſchwingt ſich in die Ewig⸗ 
Rmuntert euch, ihr Kin⸗ keiten. al 
der unſrer Liebe, die ihr von 4. Ach ja! die Herrlichkeit iſt 
Ott gezogen ſeyd: auf! fol⸗ unermeßlich, die da beſitzt ein 
gi doch des Geiſtes wahrem Gottes⸗Kind; ach aber! wie 
Triebe, halt euch in Demuth ſind wir ſo gar vergeßlich, und 
ſtets bereit, damit euch GOtt wenden uns vielmal geſchwind 
je mehr und mehr ausruͤſten mit unſern Sinnen nach Na⸗ 
kan zu feiner Ehr, ſo ihr euch tur, achten nicht gnug dergiebe 
ihm gelaſſen gebet, und nur Spur, bis wir es mit viel Leid 
nach dem, was hiümmliſch, und Schmertzen erfahren muͤß⸗ 
ſtrebet F ier +4 ſen in dem Hertzen. N 
2. Ein Geiſt der da von allem 5. Drum iſt es Zeit einander 
abgekehret, was irrdiſch iſt und zu zu ſchreyen, auf, auf! er⸗ 
Creatur, der wird vom hoͤch⸗ muntert euch aufs neu, erman⸗ 
ſten Weſen ſelbſt ernaͤhret, weil net euch doch alle ihr Getreuen, 
Gottes eigentlich Natur, daß ſeht ihr nicht, wie ſchon ruckt 
er ſich dein gern theile mit, den herbey der Braͤutigam, drum 
um das Irrdiſch nicht bemüht, ſeyd bereit, und ſchmuͤckt euch 
und nichts im Grunde thut ver⸗ mit dem Hochzeit⸗Kleid, thut 
langen, als ſeinem Schöpfer Fleiß und Muͤhe doch anwende, 
anzuhangen. a die Heiligung hier zu pollenden. 
3. Erweget recht, o allerliebſte 6. Sucht euch je mehru. mehr 
Seelen! worzu euch! Ott be- allhier zu rein gen von reatur 
ruffen hat, und wie er euch aus und Eigenlieb, dainit ſich GOtt 
Gnaden thut erwaͤhlen zu recht kan mit euch vereingen, u. 
Bürgern feiner groſſen Stadt, würcken durch ſein's Geiſtes 
da ja niemand kan gehen ein, Trieb in euer Hertz. Seel und 


als der hier abgeſchieden rein Zemüth, fo werd't ihr ſchme⸗ 
ſich haͤlt von allen Euelkeiten, cken Gottes Guͤt, und 1 
| 5 mehr 


1 


329 


mehr verlangend werden, zu ter geben, 
fliehn u. haſſen was auf Erden. 10. Doch iſt in uns hiezu gar 
7 O ſelig l wenn wir alſo lauf: kein Vermoͤgen, die Kraft kom̃t 
fen werden und uns nach nichts nur von oben her, drum laßt 
mehr ſehen um, ſo ſind wir frey uns vor dem HErrn uns mie⸗ 
vieler Laſt u. Beſchwerde, und derlegen, und zu ihm ruffen 
heiſſt recht Bots Eigenthum, ernftlicher, als wie bishero iſt 
die von der Erden ihm erfaufft, geſchehn, daß er mit Kraft uns 
u. er mit ſeinem Geiſt getaufft, woll beyſtehn, damit wir 
zu feinem Dienſte ihm erfohre, kaͤmpfend uͤberwinden, am 
da er uns hat wiedergebohren. End die Kron des Lebens fin⸗ 
Wenn aber wir nicht Ernſt den. | hi 
und Fleiß anwenden, und wie⸗ x11. Denn weil wir hier in die⸗ 
der werden ſchlaͤfferig, fo nimt ſem Letbe wallen, ſo hoͤrt ge⸗ 
uns Ott das wieder aus den wiß der Streit nicht auf, und 
Hande, was er uns gab fo gnaͤ⸗ ob gleich viele Feind vor uns ger 
diglich, und gehts uns alsdann fallen, ſo machen ſie ſich wie⸗ 
wie Loths Weib, die zum Ge⸗ der auf: und koͤnnen ſie nichts 
daͤchtnuͤs ſtehen bleib erſtarrt, mit Gewalt, ſo kommen ſie mit 
erſtorbeu und erfrohren, ja blei⸗ Schmeicheln bald, und ſuchen 
ben ewig gar verlohren. uns ins Netz zu reiſſen, da ſie 
9. Ach! ſag ich, laßt uns diß mit viel Freyheit uns verheiſſen. 
Ernſt betrachte, u. unſer Hertz 1 2. Drun heiſt uns unſer lieb⸗ 
durchſuchen recht, ob wir die fer JEſus wachen, daß uns der 
Welt und Eitelkeit verachten, Feind erſchleiche nicht; ach! 
wie es gebuͤhret Chriſti Knecht, laßt uns geben acht auf unſre 
u. täglich nehmen zu in Kraft, Sachen, ein jeder denck, wie er 
die in uns ein neu Weſen ſchafft verpflicht, zu ſtreiten einen gu⸗ 
denn ſtille ſtehn kan nicht bes ten Streit, daß er ergreift die 
ſtehen, wir muͤſſen taͤglich „ drum laßt in 10 
| 5% ö was 


339 


— — —̃ — 
was wir machen, ach liebſte verborgen, auch oft der Wan⸗ 
Seelen, uns doch wachen! del unbekannt; doch thut GOtt 
1 27 ſelbſten fire mich ſorgen, bringt 
E Rſeucke dich, mein Hertze, mich zum wahren Vaterland: 
oer in einem tief⸗gebeug⸗ allwo fuͤr wahr die reine 
tem Will, dann Gottes Liebe Schaar, ſo hier mit Flehen 
ſtaͤrckt dich wieder, auch wo die und Gedult erworben hat des 
Schmach oft in der Still druͤckt Lammes Huld. 
deinen Sinn, doch iſts Gewinn, 5. Da gruͤnet mir in reichem 
wann man ſich nicht laͤßt hal⸗ Segen das Leben in der Nie⸗ 
ten auf, bis daß erfuͤllet iſt der drigkeit, das Gottes Geiſt mir 
Lauff. bey thut legen, wann Er mit 
2. Worinn man oft ſehr hart Manng micherfreut. Der Ue⸗ 
beladen mit viel Gefahr und berfluß in dem Genuß zieht 


ſchwerem Drang; doch hilft öfters meinen Geiſt dahin, daß 


Gott ſelbſt dem Elend rathen, ich vergeſſe, wo ich bin. 


und machet mich gewiß im 6. Nun wird ohn alles Wi⸗ 
Gang. Die kurtze Zeit, die derſtreben mein Hertz zu feiner 7 
man hier leidt, erwirbet Got: Pflicht gewoͤhnt, wo manGõott 
tes Huͤt und Huld, zu warten dient im innern Leben, und als 
ſein in viel Gedult. les gantz iſt ausgeſoͤhnt: was 

3. O lang⸗verlan tes Liebe⸗ man verſchuldt, weil JEſus 


geben! wie ſehnet ſich nach dir Huld erquicket meinen Seiſt Ei 
mein Hertz, weil du aus Lieb und Sinn, und nim̃t den Jam⸗ 


dich hingegeben, zu loͤſen mich mer gantz dahin. 


bon allen Schmerg: da ich 7. Orum bleibe ich in Lich 


verirrt, hat er, mein Hirt, ge- verbunden mit der vereinten 


a 


führer mich zu feiner Herd, daß Glieder⸗Zahl, die hier durchs 
ich n Schäflein Chriſti werd. Creutze uͤberwunden, und hal⸗ 


4. Mein Leben iſt zwar hier ten mit das Abendmahl in rei⸗ 


ner 


ner Seid, O edles Kleid! das 3. Die Hoffnung, die nach je⸗ 


331 


— —-— — 


uns erworben IEſus Chriſt, nem Land des Lebens unſer 
da Er am Creutz geſtorben iſt Hertz gewandt: die ſpeiſet oͤf⸗ 
8. Fuͤr feine keuſch⸗ verliebte ters das Gemuͤth mit Gottes 
Glieder, die hier im Geiſt ver⸗Treu und Wunder-Guͤt. 
bunden ſeyn, und ſtimmen an 4. Oft ſeufzen wir: O treuer 
die neue Lieder, wann fie ins HErr! wie wird das Reiſen 
Innre gehen ein: allwo ſie ſeind nicht fo ſchwer. Gedencke unſ⸗ 
in Lieb vereint, und geben Eh⸗ rer groſen Schmach, die wir 
re Lob und Preiß auf eine ertragen Nacht und Tag. 
gantz geheime Weiß F. Dann iſt ſein Hertz zu uns 
9. Dem keuſchen Lamm, das erich, und kan ſich laͤnger 
ſie erwaͤhlet zu ſeinem Lob all⸗ bergen nicht. Der Troſt, der 
hier auf Erd, u. mit zur Braut flieſet da heraus, treibt alle Fin⸗ 
Zahl hat gezehlet, dieweil fie ſternuß hinaus. | 
rein find und bewährt hier in 6. Steh auf! du ſehr gedruck⸗ 
der Zeit, O Seligkeit! ſo rufet ter Sinn, die Hoffnung iſt nicht 
aus das keuſche Heer, und gibt gar dahin: es lebet noch der 
dem groſen GOtt die Ehr. Helfers⸗Mann, der uns vom 
28 Tod erretten kan. 
ES iftdesLeidens zwar ſehr 7. Ach GO T Tl wie iſts ſo 
viel; doch troͤſt uns GOtt wohl gethan, daß du uns haſt 
oft in der Still: und fuͤhrt uns gehefftet an ans Creutz, und 
durch das Jam̃erthal, da Dor⸗ dabey unſre Schuld haſt zuge⸗ 
nen wachſen ohne Zahl. deckt mit deiner Huld. 
2. Die Zuſag, die er hat geredt 


| | 29 * 
in unſer Hertz, ſehr feſte ſteht: E S iſt fuͤrwahr ſehr theur u. 


da fliehen wir in Noͤthen hin, C wehrt zu achten, wen man 


9 3 Fuͤnſternuß bedeckt den in Gottes Huld und Liebe ſteht: 
| N inn. e ieh . 


da findet man ſonſt keine andre 
Tt 3 Trach⸗ 


332 


Trachten, als daß man nur in derSchmaß auch bis ins Grab 
Liebe GOtt nachgeht. Denn hinein: und wird dir ſchon oft 
allda iſt die rechte Bahn nach Zeit und Weile lange, wann 
dein verheißnen Canaan, all⸗ du muſtſcheinen gantz verlaſſen 
wo thut goͤldner Frieden thro⸗ ſeyn: Dann ſeine Hülf ſehr 
nen, weil GOtt thut ſelber ſchnell aufwacht, nach der ſo 
drinnen wohnen. langen truͤben Nacht, und ſtillt 
Ich bin unt allem ſchon da⸗ das lang verlangte Sehnen, 
hin gezogen, dieweil die allzu und nimmt hinweg die viele 
ſtarcke Liebes-Macht die viele Thrauen. M 
Trübſals⸗Hitzen überwogen, 5. So ziehe dann mit Freuden 
da ich gab allem andern gute deine Straaſen, dieweil du nun 
Nacht. Drum kan ich freudig ſo reichlich biſt getroͤſt: dann 
ziehen hin in meinem Gott⸗ver⸗ wo du oft geſchienen gantz ver⸗ 
liebten Sinn, bis ich erhaben laſſen, hat dich dein GOtt aus 
zu den Choͤren, die ewig Got⸗ aller Noth erloͤßt. Drum trau 
kes Lob vermehren. ihm kuͤhnlich, keck und wohl, 
z. Allwo lch werd mit groſer Er weiß wohl, wie Er dirthun 
Freud eingehen, gepaaret mit ſoll: laß nur hinſincken deinen 
der keuſchen Jungfraun⸗ Willen, ſo wird Er deinen 
Schaar, die unverrückt vorm Schmertzen ſtillen. 
Thron des Lammes ſtehen und 6. Wohl dann; ich will auch 
SOtt erhöhen ohne Zeit und nun und nimmer laſſen von der 
Jahr. O was vor grofe Herr: fo theuren Gottes⸗Huld, und 
> Tichkeit iſt dort dem reinen Heer Gnad. Brennt mich die Truͤb⸗ 
bereit! die hier aus fo viel Truͤb⸗ ſals⸗Hitze ohne Maaßen, ſo 
fal kommen, die nun ſind ewig gehts doch, wie Er es beſchloſ⸗ 
weggenommen.“ ſen hat. Dan mir die bittrevei⸗ 
4. Drum dulte, liebe Seel, den dens⸗Noth mein Manna und 
Creutzes⸗Drange, und währe mein Himmel⸗Brod. eh 
in 75 13 ö ge eg! 


| 333 


gefegt allhier auf Erden, wird 4. Drum ift mein Hertz auch 
dort in GO T verherrlicht gautz erneut durch dieſe ſuͤſe 
werden. Himmels⸗Freud, weil ich vers 
wi 30 merck in meinem Sinn, daß ich 
ES ziehe ung der Lie bs⸗ auch mit geſammlet bin in unſ⸗ 
Magnet, des Kraft durch rer Mutter Haus, da gehen ein. 
alle Hertzen geht: daß wir ver⸗ und aus die reine Laͤmmer die 
tiefen uns in Ihm, und bruͤn⸗ in Choͤren des Lammes Lob 
ſtig ſeyn in unſerm Stu. Dann und Ruhm vermehren. 
es ſind die Freuden dieſer eitlen 5. Dann es muß billig aller 
Zeiten gantz und gar in uns Mund fein Lob vermehren alle: 
verſchwunden, weil die Lieb Stund: weil es den Himmel 
uns ſo gebunden. hat verſagt, und ſich vor uns in 
2. Drum iſt uns auch der Tod gewagt. Drum ihr Laͤm⸗ 
Weg bereit zur wahren Gei⸗ mer reinel dencket auf diß Eine, 
ſtes⸗ Fruchtbarkeit, weil wir daß in allen Liebes⸗ Proben 
ſind gantz in ihn verliebt; ob nur ſein Lob werd hoch erho⸗ 
wir schon oft noch find betrübt, ben. | 
und mit Leid umgeben hier in 31 
dieſem Leben. Dann nach viel⸗ F Fund euch nicht, meine 
und langem Sterben werden Feinde; ob ich ſchon danie⸗ 
wir den Ort ererben, der lieg, daß auch traurig gehn 
3. Allwo auf herrlich⸗ſchoͤner die Freunde, der HErr wird 
eid das Lamm der Laͤmmer verſchaffen Sieg: meine Hoff⸗ 
Heerde leit t, die ihme folgen nung ſtehet feſt, daß der HErr 
willig nach, bis fie erlangt den mich nicht verlaͤßt ob ich gleich 
frohen dag da die reine Schaa⸗ im Finſtern ſitze, und im Elend 
ren ſich in Liebe pagren, und aͤngſtlich ſchwitze. N 
mit Freuden in dem Gehen auf 2. Ich muß tragen meine 
der Mutter Vorgang ſehen. Schulden, den Hohn meiner 
W Jugend 


33% 88 7 


Jugend hoͤr'nz doch will ich es ben recht, damit fie ſich nicht | 
gerne dulten, bis der HErr zu erheben; ſondern ihm die Ehre 


mir wird kehren fein Genaden⸗ geben | 
reich Geſicht, und mir laͤßt auf⸗ 6. Muͤſſen dennoch ſeine Fein⸗ 


en 


gehn fein Licht, dieſen Troſt de ſaufen feinen Grimm und 
mir Niemand raubet, ob der Zorn, obs gleich ſcheinet, daß 
Feind ſchon hefftig ſchnaubet. die Freunde waͤren gantz und 
3. Denn ich ſehe ſchon auszie⸗ gar verlohꝛn, ſcheinet ihnen doch 
hen JEſum, meinen Held im das Licht, wenn vorbey iſt das 
Streit, darum muͤſſet ihr bald Gericht, und ſie in dem Grund 
fliehen, ohne Sieg und ohne erfahren, wie daß GOTTvon 
Beut: ihr ſeyd zu früh worden langen Jahren f 7 
froh, habt gerufen da, da, da, 7. Hat gefuͤhret ſeine Knechte, 
und gejauchzet nah und ferne, die getragen feinen Zorn, und 
acht das haͤttẽ wir laͤngſt gerne. fo ausgefuhrt ihr Rechte, daß 
4. Weil die Wahrheit euch kein eintzigs Wort verlohrn: 
gebiſſen, und das Zeugnuß hart und fie ihre Luft geſehn an der 
1 115 wart ihr ſtets darauf Gnad, die feſt bleibt ſtehn de⸗ 
efliſſen, daß ſie wuͤrde bald nen, die in Proben halten, und 
erſtickt: aber wiſſet Gottes im Leiden nicht erkalten. i 
Roht; der es fo regieret hat, 8. Meine Feinde werdens ſe⸗ 
daß zu meinem Nutz u. From⸗ hen, und mit Schaam bedecken 
men über mir zwar Leiden ſich, die fich jetzund hoch auf ble⸗ 
kommen. | hen, zu mir ſagen freventlich: 
F. Doch bleibt Gottes Wahr⸗ wo iſt nun dein HERR und 
heit ſtehen, und vergehet nüm⸗ GOTT, daß er dir helf aus der 
mermehr, daß es jederman kan Rothe doch bleibt dieſer Troſt 
fehen, wie GOtt rettet fine mir ſtehen, daß ich werd mit 
Ehr! ob er gleich ſchlaͤgt feine Augen ſehen .. Y 
Knecht, und fie nicht laͤßt bar 9. Wie die Feinde gantz zer 
4 a 0 tretten, 

. 5 | 


— a 
kretten, als Koht auf der Bat den, ihm allzeit ergeben ſeyn. 
fen ſeyn, wenn der HErr mich 3. Die des HErren Bund feſt 
wird erretten, und zu Zion neh⸗ faſſen, und denſelben nie verlafe 
men ein: dann man wird ſie ſen, daß ſie bleiben ihm getreu, 
nun bald ſehn, zubereitet fertig Ol die wird Gott ſelbſt regie⸗ 
ſtehn, weil man ſchon die Mau⸗ ren, und mit Krafft u. Tugend 
ten bauet, ſolches wird im Geiſt zieren, daß ſie gaͤntzlich werden 
geſchauet. | rey . 
10. An dem Tag wird ſich aus⸗ 4. Von dem Creutz, das fie offt 
breiten Gottes Wort ſehr weit druͤcket, daß ſie gehen ſehr gebüe 
und fern: man wird pred gen cket auch noch bis auf dieſe 
allen Leuten, wie man lieben Stund, ja die eigne Haus⸗Ge⸗ 
ſoll den HErrn. Darum Zion noſſen muͤhen ſich gantz unver⸗ 
freue dich, denn bald wirſt du droſſen, machen oft das Hertz 
ſehn, daß fish viele Voͤlcker zu verwundet. | 
dir kehren, daß fie Gottes Lob 5. O mein Gott lich bitt von 
vermehren. ©. Bergen, ſteh mir bey in allen 
32 Schmertzen, hilff mir uͤberwin⸗ 
Roh bin ich, weil ich gezaͤh⸗ den weit, daß ich in den Truͤb⸗ 
et 1 der Zahl, die GOtt ſals Tagen meine Seel davon 
vermahlet feinem Sohn zu eis mög fragen durch den Sieg 
ner Braut: die gantz von der als eine Bu 
Welt geſchiede, u. beſitzen gro⸗ 6 Ja ich ſuch von Grund der 
ſen Frieden, weil ſie nun mit Seelen, (und kans laͤnger nicht 
Gott vertraut. verheelen) daß ich möge werden 
2. Daß ſie ihm zu Ehren leben, frey von den eignen Wuͤrck⸗ 
ſich von Hertzens Grund be⸗ ſamkeiten, hilff durch deinen 
ſtreben, ihm zu folgen gantz al⸗Geiſt beſtreiten, feine Krafft 
lein durch die Wuͤſten dieſer Er⸗ ſtets in mir ſenr. 
den in viel Leiden u. Beſchwer⸗ 7. Laß mein eigne Krafft ver⸗ 
N. Uu ſchwin⸗ 


* 
5 
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EURER N 


334 M - 
ſchwinden in mir, daß nichts ſpühren, daß ich ruh in Got⸗ 
mehr zu finden ſey von ihrer tes Schooß. 
Eigenſchafft, die mich lange 12. Ich wills nur auf JEſum 
hat betrogen, und mein Hertz wagen, ihm ſein Creutz nach 
von GOtt gezogen, daß ver⸗ helfen tragen, gehen mit vors 
trocknet aller Safft. Lager aus: anderſt nichts mehr 
8. Mach die Eigenlieb zu nich⸗ hier zu ſuchen, alle Nichtigkeit 
tein uns, HErr, durch deln Be: verflüchen; achten nicht der 
richte, alſo daß ſit eine Laſt in Feinde Grauß. Pf 
uns allen möge werden, daß 13. Weil mein JEſus vorge⸗ 
wir loß von den Beſchwerden, gangen mit der dornen Kro⸗ 
und ſo mogen finden Raſt. ne⸗Prangen, will ich folgen 
9. Dieſe ſchnoͤde Elgenliebe treulich nach: er hat mich zu 
hindert oft des Geiſtes Triebe, ihm gezogen, und durch ſeine 
weil ſie ſtehet in dem Weg / hem⸗ Lieb bewogen nach zu tragen 
met das zuſammen⸗ Fließen, ſeine Schmach. 4 
daß wir nicht der Krafft genie⸗ 14. Ich hab mich ihm feſt 
fen konnen, wo es uns ar lag. verſchworen, weil geſucht er 
10. Daß wir in des HErrn was verlohren, mich ſein arme 
Geſchäften unverhindeꝛt von Ereatur: drum kan ich nicht 
den Kraͤften, die uns oft gehal⸗ von ihm weichen, bis ich werd 
ten auf; drum will ich mich das End erreichen, zu der goͤtt⸗ 
feier. haſſen, dieſen Greuel lichen Natur. a 2 
fahren laſſen, weil es hindert 15. Die mir IEſus hat ers 
meinen Lauff. werben, da er iſt am Creutz 
11. Nun aufs neue ich anfan⸗ geſtorben, wenn ich ihn ſo wer⸗ 
ge fort zu gehen, und verlan⸗ de gleich: achte weder Schmach 
e gantz von mir zu werden noch Schande, kein Gefaͤng⸗ 
oß, daß fich alles moͤg verlieh⸗ niß Schlaͤg, noch Bande, kei⸗ 
gen, und ich's koͤnn im Hertzen ne Truͤbſal mich macht 7e 
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337 
| 

16. Ich had mir feſt vorge⸗ EDttherftammen,und in Lieb 
nom̃en mit den rechten glaͤub⸗ verbunden ſeyn, fort zu gehen 
gen Frommen fort zu gehen ohne Wancken in den keuſchen 
ohne Scheu, wider aller Fein⸗ Tugend ⸗Schrancken, bis wir 
de n Toben: GO TT hilft mir gantz verneuet ſeyn. = 
aus allen Proben, daß ich blei⸗ 21. Laßt uns freuen derowe⸗ 
ben kan getreu. 1% en, weil uns Gott ſchon thut 
17. Weil ich oͤfters mich ver⸗ beylegen, feinen Segen hier 
loffen, und das rechte Ziel nicht auf Erd, daß wir koͤnen auf ihn 
troffen, ob ich ſchon mit allem trauen, weil wir ſeine Wun⸗ 
Fleiß meiner Meinung nach⸗ der ſchauen, und er ſich zu uns 
egangen, war es doch betruͤg⸗ gekehrt. BR | 
ichs Prangen, weil das Hertz 22. Daß wir freudig feinen 
nicht war erweicht. Namen koͤnnen mit dem heil⸗ 
18. Aber nun iſt es zerbrochen, gen Saamen ruͤhmen noch all: 
Gott hat dieſen Feind gero⸗ hier auf Erd, bis wir alle wer⸗ 
chen, weil ers treulich mit mir den kommen zu der Zahl der 
meint, macht mich klein in wahren Frommen, da ein Hirt 

meinen Augen, laͤßt die Zaͤh⸗ und eine Heerd. b e 
ren die ausfaugen, bis die Son⸗ 33 224 
ne wieder ſcheint. 8 Got der du mich haſt aus⸗ 
19. Nun ihr meine Hertzens⸗ erkohren zu deinem Lob in 
Bruͤder, die wir an dem Leibe dieſer Zeit, und mich aus det⸗ 
Glieder, deſſen Haupt erhoͤhet nem Geiſt gebohren, daß ich zu 
iſt: laßt uns doch mit Ernſt deinem Dienſt bereit allhier im 
beſtreben, daß wir gantz zu Gang mit Lob⸗Geſang, bis ich 
Ehren leben unſerm Heiland dort mit viel Sieges Freud dich 
Se Chriſt. ruͤhmen werd in Ewigkeit 
20. O! ihr Schweſtern allzu⸗ 2. Mit allen meinen Bunds⸗ 
ſammen, die mit uns von Genoſſen, die hier gelebt keuſch, 
* " uns eilig 


wur; 
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ERSTER 
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338 8 | | 


| | 
heilig rein, und auch gefolg gehen in die neue Stadt, die | 
gantz unverdroſſen dem Lame lauter güldne Gaſſen hat. 
nach ohn allen Schein, durch 6, Und will auch nimmer ſtille 
Ereutz und Noth, Schmach, ſtehen allhier auf meiner Pil⸗ 
Schand und Spott, bis daß ger⸗Reiß, bis das ich kan die 
der Streit gebracht zum End, Thuͤrne ſehen, ſo kan ich geben 
u. alles Seid in Freud gewendt. GOtt den Preiß: der fie erbaut 
3. Die werden dort am Rei⸗ vor ſeine Braut, die ſich allein 
gen gehen, und ſtimmen ſchoͤn mit ihm vermaͤhlt, weil ſie er⸗ 
die Harffen an, und bey dem kaufft aus dieſer Welt. | 
Lamm zur rechten ſtehen, mit 7. Wohl denen, die id dariñ 
weiſſer Seiden angethan, in finden, und nicht befleckt mit 
BGercchtigkeit, O ſchöͤnes Kleid! fremdem Weib; da will ich 
das uns erworben hat das mich aufe neu verbinden, als 
Lamm, da es geſchlacht am Chriſti jungfraͤulicher Leib: da⸗ 
Creutzes⸗Stamm. mit die Zahl zum Hochzeit⸗ 
4. Drum will ich folgen feinen Mahl erfuͤllet werd zu rechter 
Tritten, damit ich komme auch Zeit: drum auf! der Braͤut⸗ 
darzu, und treu verbleiben, bis gam iſt nicht weit. 94 
beſtritten die Feind, ſo kan ich 34 2260 
gehn zur Ruh, wo Abraham Aſt du, OJ Eſu! dañ deine 
den gantzen Saam wiꝛd zu ſich Gunſt vor mir verborgen, 
ſammlen in den Schooß, und daß ich muß leben in Schmer⸗ 
machen aller Sorgen loß. ten und ſtetigen Sorgen: laß 
5. Ich will mich nun aufs neu dich. doch ſehn; weil ich muß 
befleiſſen, zu dienen ihm ohn traurig umgehn, vom Abend 
Heucheley, ja gar ohn einigs bis an den Morgen. 
truͤglichs Gleiſſen verbleiben 2. Ach bleib ſo lange nicht vor 
bis in Tod getreu: ſo kan ich mir in Noͤthen gefehieden! thu 
dort zur Frikdens⸗Pfort eins mir doch ſchen min Eh 
Ab NER, * u B& w ß 


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339 


tzen den inneren Frieden: ich bin achtung und Spott in den fo 
ja dein, wie Fönt verlaſſen ich dunckelen Zeiten. 5 
ſeyn, und bleiben von dir ge⸗ 7. Da oft geſchienen, er hätte 
ſchieden. mich gaͤntzlich verſtoßen, und 
3. Toͤdliche Wunden von Lei⸗ feine Gnad und Huld waͤre auf 
den u. vielem Beſchweren thaͤ⸗ ewig verſchloſſen. O was vor 
ten mein Leben bey nahe im E⸗ Noth war da mein taͤgliches 
lend aufzehren: weil IEſus Brod! doch kont mich nichtes 
Hertz mir ſich verbarg in dem umſtoſen. 
Schmertz, ſcheinets ohn Ende 8. Ich war zu frieden, nahm 
zu waͤhren. auf mich die vielerley Schmer⸗ 
4. Naͤchte und Taͤge ging öffz gen, damit ich nicht mein Heil 
ters vom Abend bis Morgen, moͤchte auf ewig verſchertzen. 
daß ich moͤcht finden den Lieb⸗ Ich weiß, die Zeit wird noch 
ſten, der ſich mir verborgen. O hinnehmen mein Leid, und viel 
harter Orangl in ſo viel Schmeꝛ Gedraͤnge im Hertzen. 
tzen, wie lang muß ich mich 9. So bald ich alſo zufrieden, 
graͤmen und ſorgen. im tiefeſten Beugen, thaͤt er ſich 
5. Ploͤtzlich erſchienen die lan⸗ felber in Liebe und Freundlich⸗ 
ge gewuͤnſchete Stunden, daß keit zeigen, ſprach:meine Braut 
ich den Liebſten erblickt u. am die mir in Liebe vertraut, drum 
Cxeutze gefunden. Ich ſtund thu dich 15 mir her neigen. 
erblaßt: Es war vergeſſen der ro. Wohl nun, fo bin dan dem 
Braſt, und aller Schmertzen Herzog des Lebens vermaͤhletz 
verſchwunden. l es ſey mir alles ſonſt andre auf 
6. Nun ſoll in Ewigkeit nichts Er entſeelet. Nun iſts ges 
mehr mich von ihm abſcheiden, ſchehn: ich werd mit Freuden 
weil ich veꝛbunden ihm in ſo viel eingehn, wo man ſein Lob ſtets 
Schmertzen und Leiden: da erzehlet. | 


nichts als Noth, Truͤbſal, Ver⸗ 
I“ | Mus 


1.9 


Ich 


Di 
er * 


340 
4. Leg mir nur auf das Creutz 


35 

CH armer Staub, den du zu tragen, damit es mich recht 
erwaͤhlet, O groſer GOtt! niederbeugt, denn du ja ſelber 

von Ewigkeit, aus Gnaden u. mir gezeigt, daß ich muß tere 

Varmhertzigkeit zu deiner Sin den hier geſchlagen, auch ſelbſt 

der Zahl gezaͤhlet, der wirfft ſich von meinen liebſten Freunden, 

hier zu deinen Fuͤſen in tiefſter bekleidet mit viel Schmach u. 


Hertzens⸗Demuth hin; laß auf Spott: was Wunder, daß ich 


mich deine Gnade flieſen, zu von den Feinden werd gar ge⸗ 
beugen meinen harten Sinn. treten in den Koth. 
. Ich weiß, mein SOtt, ich 5. Ich wuͤſt ja nichts von wah⸗ 


muß zu nichtes von deiner ren reuden, wann nicht das 
Hand werden gemacht, auch Leiden vorher gieng; drum ach⸗ 


anders aus mir werden ichtes; wird angethan fuͤr 


von mir ſelbſten ſo geacht, ſoll te ich viel zu eure na 80 | 
eiden. 3 
drum will ich alles gerne lei⸗ ruhe ſanft in deinem Willen, 


den, was dein Rath uͤber mich und lege mich in deine Schooß, 


verhängt, denn wer genieſen du kanſt ja bald den Janimer 
ſoll der Freuden, muß werden ſtillen, und machen von Be⸗ 
hier gedrückt, gedraͤngt. ſchwerden loß. 5 
3. Doch wie ſo ſanft thun dei⸗ 6. Ich leugne nicht, ich habs 


ne Schlaͤge dem Geiſt, ob's verdienet durch meine Schuld 
gleich dem Fleiſch thut weh, der und Miſſethat, daß du ent⸗ 


Geiſt wird wie ein munters zeuchſt mir deine Gnad, doch, 


Reh, zu lauffen fort die Creu⸗ weil dein Sohn hat auegefühe 
tzes⸗Wege, die du biſt ſelber net den Zorn, den Sünder ſol⸗ 
vorgegangen, mein JEſu, hier len tragen, ſo leg ich mich in 
auf dieſer elt; drum laß mich Demuth hin; will dulten die 
anders nichts verlangen als deilſame Plagen in einem tlef⸗ 
nut allein, was dir gefallt, gebeugten Sinn. e. 


| 


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* 


4 


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dem 


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| 


341 


7. Ein Schaf erſtum̃t ja vor den Liebes⸗Bund. 
dem Scherer, ein Lamm nicht 10. Nun Liebſter IEſu, ſey 
aufthut ſeinen Mund, wenn geprieſen vor deiner Liebe Hir⸗ 
man es hin wirft auf den grund, ken⸗Treu, daß du mich als dein 
und ſchlachten will; ſoll dann Schaͤflein frey, den Weg zum 
Beſchwerden und Leiden mich Leben haſt gewieſen, ja, leiteſt 
unruhig machen, wo bliebe mich mit deinen Augen, und 
dann die gamms⸗Natur; laß tröfteft mich mit deinem Stab: 
ſperren auf den Wolff den Ra⸗ ach! laß mich deine Gnade ſau⸗ 
chen, er treibt mich fort auf ben; weil ich von dir das Le⸗ 
ZESU Spur. en hab. Fe 
8. Denn ſo ich ſoll zu JIEſu 36 
Heerden gezaͤhlet werden, und Ch bin ein Taͤubgen ohn 
geſtellt, muß ich ſchon hier auf 6 Eh⸗Gatt, gantz einſam und 


dieſer Welt ein ſanfftes Lam̃ verlaſſen, find offtmals weder 


und Schaͤflein werden, das Zweig noch Schatt, wo ſich 


ſich läßt ſchlagen und verwun⸗ koͤnt niederlaſſen mein matter 
den; giebt hin die Woll, ja Geiſt und muͤder Sinn, der ſic 
Babe und Blut, den Woͤlffen, allein gericht dahin, das lie 


aͤren, und den Hunden, leid t verliebte Hertz zu finden, um ſich 
alles mit gar ſanfftem Muth. in Lieb ihm zu verbinden. 


9. Ja, ſo weit muß es mit mir 2: So denck ich hin und den⸗ 
kouimen in der Verleugnung cke her, in vieler Müh und Sor⸗ 
und Abſag, daß ich auch fuͤhre gen, vergieſe faſt ein Thraͤnen⸗ 


keine Klag, und ſolten auch die Meer, weil ſich ſo haͤlt verbor⸗ 


wahre Frommen mich ſcharff gen mein liebſter Freund, die 
urtheilen und verdammen, ſo reine Taub, an den ich nur ale 
muß, im innern Seelen⸗ leine glaub; doch hoff ich, er 
Grund, mein Hertz in lichter wird ſich noch paaren, u. mei⸗ 


Lohe flammen, und dringen in nen Braut = Schatz mit be⸗ 
9 | | wahren 


den Nacht und Tag, bis er mich mir ſtehen bey. 


Schaͤtt, worin kan ſicher raten mir verlieren: alles Klagen 
mein Geiſt, der ſich ſo abgematt war umſonſt. 


faſſen, zur Ruh auf nichts mich ſen gon. 
F. Als auf den blut gen Creu⸗ ſen hier in meinem Trauer⸗ 


342 / | | 
wahren. Liebe traͤnckt: und mir heilet 
3. Er iſts doch felbft, der mit meinen Schmertzen, den er 
mein Hertz mit ſeiner Lieb ent⸗ wſelbſt mir eingeſchenckt. 
führet, und durch das Ziehen 2. Ich waͤr ſchier im Leid zer⸗ 
überwaͤrts den reinen Sinn ge⸗ gangen, weil mich ſeine Huld 
ruͤhret: drum werd ich wohl und Treu thaͤt nicht mehr in 
nicht laſſen nach / ich zehle Stun Lieb umfangen, und in Noth 


wird in Lieb umarmen, und in 3. Dann ich kent ihn nicht 
der offnen Seit erwarmen. mehr ſpuͤhren, ſeine treue Lies 
4. In dieſer Hol da find ich bes⸗Gunſt thaͤt ſich gantz in 


in Hitz und Tages⸗Laſten, wen 4. Meine Liebe machte Leie 
in der keuſchen Liebes⸗Pein er den, meine Leiden machten 
meinte faſt verſchmacht zu ſeyn: Pein: weil in den betruͤbten 
drum will ich mich in Hoffnung Zeiten mußt von ihm verlaſ⸗ 


niederlaſſen 5. Meine Thränen, die vergoſ⸗ 
tzes⸗ Stamm, woran die Lieb Stand, waren meine Bunde⸗ 
gehangen, und hat alda gehaͤff⸗ Genoſſen, wit es meinemOtt 
tet an mein ſehnliches Verlau⸗ bekannt. 5 
gen: diß iſt der Ort, aliwo ich 6. Doch will ferner feiner waꝛ⸗ 
nun will gantz gelaffentlich auf ten, wie mir feine Huld zus 
ruhn, und laſſe nicht mehr ab theilt, ſeiner treuen Lieb nach⸗ 
u girren, bis er mich wird in arten, die mir meinen Schmer⸗ 
ch einführen. Witzen heit "297, 1 
37 7. So kan ich mit Freud hin 
s bin froh in meinem walſen nach der ſtillen Ewig⸗ 
J Herten, weil mich JEſus keit 


343 


keit, wo, nach Gottes Wohl⸗ von ihme trennen, und will in 
0 wird vergeſſen alles allem Zwang und Drang ihn 
eid. meinen Liebſten nennen. 


i 4. Und hätt ich nicht zu jeder 
J CH bin getroſt, und hoch Zeit fein Liebes⸗Hertz verſpuͤ⸗ 
erfreut, und kan in Hoff⸗ ret in meinem viel gehabten 


nung wallen, weil mir aus Leid, ich wäre abgeirret von 


N 


! 
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N 


Gottes Gütigfeit mein Theil meiner rauhen Himmels: 
iſt zugefallen. Ob mich ſchon Bahn, wo ich bin eingetreten: 
oft noch Kummer drückt und drum bleibt er mir mein Hel⸗ 
Bitterkeit mich traͤncket, ſo fers⸗Mann in allen meinen 
acht ich mich doch hoch be⸗Noͤthen. | 
gluͤckt, weil fo viel Heil ge⸗ 5. Und will fein groſe Wun⸗ 
ſchencket. der⸗Macht unendlich hoch erhe⸗ 
2. Mein Kummer, den ich tra⸗ ben, weil er mich hat fo wohl 
ge hier, thut mich zu GOTT bedacht in meinem gautzen 
inleiten, und macht mich ſelig Leben: und ſcheinets auch ſchon 


dort und hier, mit viel er oftermal, er habe mich verlaſ⸗ 
wuͤnſchten Freuden. Und weil ſen, will bleiben ich in gleicher 
mein Hertz in GOtt erfreut: Wahl, und in Gedult mich 
ſo iſt mir aller Kummer ein faſſen. 


füfer Traum, und Himmels⸗ 6. Und nehmen an von feiner 
Beut, und nur ein ſanfter Hand, was die mir zu will füs 
Schlummer. gen, allhier in meinem Leidens⸗ 
3. Dann Gottes Huld und Standt: und laſſen mich be⸗ 
eee gnuͤgen, wie ſeine Huld mir 
erathen und in ſo manchem ſchencket ein durch ſeine Gut 


bitterm Leid mich aller Sorg und Gnade, und trinck behertzt 
entladen: drum ſoll mich auch den Myrrhen⸗Wein auf mei⸗ 
| Ben Lebenlang 8 nein Creutzes⸗Pfade⸗ 9 0 
. a 2 } 


“© 9 


r 37 i 


344 


7. Ich bin im Geiſt ſehr hoch ſch werden. „ 
erfreut, doch dabey tief gebeu⸗ 4. Der reines inn nach Ott 
get, wenn ich gedenck der Gu⸗ hian macht alles Dunckle wei⸗ 
tigkeit, die mir mein GOtt er⸗ chen: drum werde ich auf mei⸗ 
zeiget: er fuhret mich gar väter: ner Bahn mein rechtes Ziel er⸗ 
lich auf den geheimen Wegen, reichen. 799 


ug Und balte an bey feiner lafſen: hab auch ſonſt eau an ö 
Treu, daß er mich nimmer fa dre Haab, noch einig Ding zu 
1 


egen... In e en VV 
g. Drum freu ich mich auf e- 9. Drum werd ich nach voll⸗ 
ne Welt da alles neu wird wer⸗ brachtem Streit und ausge? 
den dahin hab ich mein Ziel ge⸗ führten Proben alldort in alle 
ſtellt, drum acht ich kein Bes Ewigkeit ihn ohne Ende l | 
vr x 25 0 


1 


1 
N 


| 40. 
I gehe zwar ſo hin, und 
trage meinen Jamer, weil 
mir mein rechtes Looß 
wird werden dort zu Theil: 
wann ich werd gehen ein in mei⸗ 
ne Ruhe⸗Kam̃er, fo folget end⸗ 
lich dann das lang gehoffte 
Heil auf meine Noth u. Hertze⸗ 
leid das ich getragen hier in die⸗ 
ſer Sterblichkeit. 
2. Ach waͤr ich einmal nur zu 
meinem Ziel gekommen, wor⸗ 
nach ſich lang geſehnt mein 
ſehr verliebter Sinn: ſo waͤr 
ich von mir ab, und meiner 
gantz entnommen, dann muͤßte 
aller Schmertz und Kummer 
fallen hin. Nun aber, da ich 
noch beſchwert mit mir, ſo 
wird das Hertz durch manchen 
Schmertz verzehrt. 
3. Wie wird mein müber 
Geiſt allda ſo ſanfte raſten, wo⸗ 
hin die Hoffnung jetzt ſich ſehnt 
und eilet fort: nach viel gehab⸗ 
ter Muͤh und ſchweren Tages⸗ 
Laſten, wann ich werd gehen 


Ba frohen Himels⸗Pfort. 


1 " 
x 1 71 
| 


— 


hin, wo ich in vielem Druck bes 


un wirds auf ewig ſeyn un 


345 


truͤbt geſeſſen bin. | 
4. Bin ich ſchon ſehr gering 


und klein auf dieſer Erden, und 


mit ſo mancher Noth und bitt⸗ 
rem Schmertz umſtellt: ſo 
wird mir endlich doch, was ich 
gehoffet, werden, wann Glaub 
und Lieb im Streit zuletzt den 
Sieg erhaͤlt. Doch ſchenckt mir 
oft die Hoffnung ein zum Troſt, 
in meinem Leid, viel ſuͤſen 
Freuden⸗Wein. 

5. Doch wird es anders ſeyn 
an jenem frohen Morgen, 
wann er wird ſchencken 
mir, was ich ſo lang geſucht: 
dann geht zu End mein Leiden, 
Noth und Sorgen, da bring 
ich dann die ſuͤſebeidens⸗Frucht 
mit vollen Garben heim nach 
Haus, die ich allhier geſaͤet 
mit vielen Thraͤnen aus. 
6. Und weil das keuſche Lam 
mich hat darzu erleſen zu helfe 
fen tragen nach ſein Creutz in 
dieſer Zeit: ſo freuet ſich mein 
Hertz, und iſt in GOtt geneſen. 
Dann dort werd ich gekroͤnt 
mit Preiß u. Herrlichkeit, wen 
2 aller 


346 


— — 


aller Todes⸗ſchmertz zu End, Gunſt geſchieden. 
und meine Glaubens⸗Fahrt im 3. Fuͤhrwahr iſt diß der groͤſte 
Haven angeländt. Schmerk auf dieſer Welt zu 
7. Drum ruh ich auch ſo ſanft nennen, wann auch das treue 
in ſeines Willens Schrancken: Liebes⸗Hertz uns gantz nicht 
wie es ſein weiſer Rath be⸗ mehr will kennen. Ach was vor 
ſchickt und machen will, daß bittre Pein? wo man ſo gantz 
ſey mein Looß und Theil, ich verlaſſen, in lauter Elend wuß 
werde nimmer wancken, und gehn die betruͤbte Straaſen. 
in SZelaſſenheit ihm innig hal⸗ 4. Doch findet der verliebte 
ten ſtill. dann ich bin gantz Sinn, wenn lang genug gelit⸗ 
fein Eigenthum, diß iſts, was ten, daß aller Schmertzen faͤllet 
mich erfreut, und meines Gei⸗ hin, und alle Feind beftritten, 
ſtes Ruhm. dabey erlangt die Kron, die in 
A Gedult erloffen, ſo daß nach lan⸗ 
CHgeh oft traurig hin und gem Schmertz endlich das Ziel 
8 her, mit vielem Leid umge⸗ getroffen. 3 
benz fo daß es mir fällt faur u. 5.Und weil ich dann bin heim 
ſchwer, und muͤde bin zu leben. gebracht, nach viel gehabtem 
Ich ſehne mich dorthin, wo es Jammer, kan ich GOtt dienen 
wird beſſer werden, nach dem Tag und Nacht in meiner ſtil⸗ 
fo müden Gang und Leiden len Kammer. Dann ſeine treue 
hier auf Erden. Gunſt, die mich vor ihm macht 
2. Da wird mein lang⸗ und flehen, hat meine Niedrigkeit 
vieles Leid auf ewig ſeyn ver⸗ in Gnaden angeſehen. 8 
geſſen, und wo, in der betruͤb⸗ 6. Und mir mein Hertz genom⸗ 
ten Zeit, oft einſam bin geſeſſen: men hin, daß ich nuch thaͤt ver⸗ 
gantz Rath⸗und Huͤlfe⸗ſoß, im ſchreiben im allerꝛeinſten Jung⸗ 
Jammerthal hienieden, und fraun⸗Sinn, ihm ewig treu 
mußte ſehen mich von Gottes bleiben. Diß hab ich 


1 


347, 
waͤhlt zu meinem Theil auf Er nach ſeinem Sinn, 
Erden, ob ich ſchon wandern 5. Und ſehr geheimen Gottes⸗ 
muß durch vielerley Beſchwer⸗ Rath erkauffet aus der Welt: 
den. gebracht zur neuen Zions⸗ 
7. Alldort, in jener Herrliche Stadt, und vor ſich auserwehlt 
keit, da bluͤhet meine Krone, 6. O freue dich! du keuſches 
wo ſelbſt des Lammes Freund⸗ Heer, und jungfraͤulichs Ge⸗ 
lichkeit wird ſeyn der Keuſch⸗ ſchlecht: und geb dem keuſchen 
heit Lohne. Drum ſeynd wir Lamm die Ehr vor ſein erwor⸗ 
ihm getreu allhier, in Niedrig⸗ ben Recht. 
keiten, weil es alldorten lohnt 7. Und laſſe deine Weiſen 
mit vielen tauſend Freuden. hoͤr'n, ſo wie es ihm gefällt: bis 
42. du dort wirſt ſein Lob vermehꝛn 
C hab das hoͤchſte Gut in jener neuen Welt. 
D erblickt, nach Gottes wei⸗ 43. | 
ſem Rath, das mir Hertz Seel CH habe mir erwaͤhlt zu 
und Geiſt erquickt aus unver⸗ Ri) meinem Theil auf Erden, 
dienter Gnad. was mir alldorten einſt in je⸗ 
2. Diß Gut hat mich gezogen ner Welt wird werden: muß 
hin, und tief genomen ein, daß ich ſchon oftermal mich gantz 
ich nach dem verliebten Sinn verlaſſen ſehen; will ich doch 
ſein Eigenthum kan ſeyn. in Gedult der treuen Lieb nach⸗ 
3. Die Vorſprach, die mich gehen. 
IeEſus lehrt, erfreuet Hertz und 2. Dann ihre Freundlichkeit 
Mund: drum wird in mir ſein hat mich an ſich gezogen, und 
Lob vermehrt all Zeit und Tag durch der Liebe Macht mein 
und Stund. Hertze uͤberwogen, daß ich ge⸗ 
4. In deſſen Vorbitt und Ge⸗ geben hin ihr meinen gantzen 
bet ich tief verbunden bin, ſamt Willen, um den verliebten 
ſeiner gantzen Liebes⸗Kett, die Sinn mit Liebe zu erfüllen. 
KL x3 3. Da⸗ 


— — 


— — 


—— 


3 


348° | 
z. Darum ich auch allhier 7. Und muß ich ſchon noch 
der eitlen Luſt entſaget, und oft im Elend umher gehen, 
hab mit IE Sl mich ans und in der Leidens⸗Noth vers 
Creutze hin gewaget: er iſt doch liebte Thraͤnen faen: will ich 
gantz allein mein Liebſtes hier doch bleiben treu in dem, was 
im Leben, drum ich auf ewig ich geſchworen, weil ſie durch 
mich zu eigen ihm ergeben. ihre Huld mich ihr hat auser⸗ 
4. Dann feine treue Lieb fo Foren. | 
ſchr um mich geworben, daß 8. Und mich vereinet hier mit 
er auch endlich gar am Creutz den verliebten Schaaren, die 
5 fuͤr mich geſtorben: drum will ihren Jungfraun-Schmuck 
N ich auch allhier in Lieb ihn auf dieſer Welt bewahren: 
ſtets umfaſſen, weil er aus Lieb und einzig nur allein dem rei⸗ 
für mich den Himmel hat ver⸗ nen Lamm nachgehen, bis es 
laſſen. ſie wird mit ſich in ſein Gezelt 
F. Und fich gegeben hin fuͤr erhöhen. 
einen Suͤnden⸗Buͤrgen, da 9. Und machen gehen ein in 
er am Ereutze ſich ließ ſchlach⸗ die geheime Kamer, allwo ver⸗ 
ten und erwuͤrgen, und hat ſo geſſen gantz der viele Schmertz 
wiederbracht, was ſonſten war und Jammer: wir bleiben ihm 
verloren, und uns zu ſeinem getren, bis es uns fo erhoͤhet, 
Lob und Eigenthum erkoren. ſo haben wir ein Gut, das 
6. Orum will ich auch nichts nimmermehr vergehet. * 
mehr auf dieſer Welt verlan?n?2?n?s? 44. 
gen, als daß ich bleibe ſtets N CH haſſe alle falſche Wege 
an ſeiner Liebe hangen; dann IJ bemühe mich mit allein 
die hat mich beſucht ſchon in Fleiß, daß ich nicht weich vom 
der zarten Bluͤthe, und mich ſchmalen Stege, damit ich mei⸗ 
zu ſich gebracht durch ſeine gro⸗ ne Pilger⸗Reiß mit Freuden 
fe Güte. an. © no erfuͤll aufer den, wei ar 
an at 


De 5 


. 


e 


Ba a 3 
ne Zeit nun bald zum End, und unſer Hoffarts⸗Feuer aufſtei⸗ 
GStt mein Leiden und Bez get, das nur in eigner Liebe 
ſchwerden alsdann in lauter brennt. ER 
Freuden wend't. 5 F. Dann wer mit Kronen 


2. Drum eil ich, daß ich werd denkt zu ßrangen dort nach der 


entbunden von dem, das mich Ueberwindungs⸗Jeit, der muß 
ſo oft geblend't, ja gar verfuͤhrt allhter am Ereutze hangen mit 
a. überwunden, waf ich ſchon IEſu in viel Sa mertz u. Leid: 
allen Fleiß anwandt: ich will nichts wollen, wiſſen, noch be⸗ 
hinführo mich befleiſſen, daß gehren, als ihm in allem wer⸗ 
ich nur ſelbſten ſage ab, und al⸗ den gleich, ſo wie er ſelber uns 
ler eignen Lieb entreiſſen, ja gar thut lehren: habt lieb einander, 
verfluchen bis ins Grab. ſag ich euc ß. 
3. Und will mich hin zu JEſu 6. Wer ſeinen Bruder noch be⸗ 
wenden, weil er es iſt, der helffen ſchwehret, und ſein Mitglied 


kan, init Freud daſſelbe zu vol⸗ im Geiſte drückt, der iſi noch 
lenden, was er in mir gefangen nicht zu GOtt bekehret, und 
au: dann es iſt auch fein Rath noch in Falſchheit gantz ver⸗ 


und Willen, daß ich durchs ſtrickt: fein Thun iſt nur be⸗ 


Creutz ihm ahnlich werd drum truͤglichs Gleiſſen, fein Hertz 
thut er ſelbſten nich anfuͤllen, nicht auf der rechten Bahn: 
daß ich ihm folgen kan auf Erd. drum will ich mich mit Ernſt 


4. Mein Kleid iſt ſchwartz, das befleiſſen, zu fliehen dieſen füls 


ich hier trage, mein Glantz und ſchen Wahn. 5 
Schein oft gantz verdeckt, wan 7. Ich will mich lieber ſelber 
auf mich faͤllet Schmach und richten, und meinen Bruder 


Plage, daß es den@eift darnie⸗ laſſen frey, die eigne Lieb im 
der druckt; doch wird man nur Grund zernichten, beweiſen, 
dadurch gebenget daß man die daß ich recht getreu mit denen 
Perle nicht verſchwendt, wann ich in Lieb verbunden, ſo 10 

iin . 


350 


ich aller Glieder Freund, und den dabey laden auf, auch nim⸗ 
hab den beſten Schatz gefun⸗ mer kan in Ruhe raſten, und 
den, den mir nicht rauben kan hindert nur imLebens⸗Lauf. 
der Feind. 1. Laßt eure Geiſter tief ein⸗ 
8. Und ob auch meine liebſte flieſen in Gottes Meer der Lie⸗ 
Bruder ſich gegen mir verſtel⸗ be rein, das wird die Bitterkeit 
ten hart, ſo ſenck ich mich in De⸗ verſuͤſen, fo oft gekraͤnckt die 
muth nieder, dieweil ich kenn Liebs⸗ Gemein, und wird die 
der Liebe Art: in Schaͤrffe mei⸗ Brudeꝛ⸗Liebe gruͤnen, die Blaͤ⸗ 
net ſie s am beſten, weil ſie ent⸗ ter ſchoͤn ſich breiten aus, und 
deckt den Heuchel⸗Schein: ihr zum Genuß der Heiden dienen: 
Saltz heilt Wunden und Ge⸗ die Erndte bringt die Frucht 
preſten, ihr Feuer macht das nach Haus. | 
Hertze rein. 12. Ich freue mich ſchon in 
9. Wer ſich iſt ſelber abgeſtor⸗ dem Hertzen auf den vereinten 
ben, den quält die eigne Lieb Liebes⸗Sinn, der alle Bitter⸗ 
nicht mehr: das Heil wird nur keit und Schmertzen verſuͤſen 
im Tod erworben, drum will wird und nehmen hin, und ma⸗ 
ich geben GOtt die Ehr, und chen uns in eins einflieſen ſo wie 
meine eigne fahren laſſen, fo es iſt der Liebe Brauch: wer 
achte ich das Schmaͤhen nicht, dieſen Schatz mit thut geuieſen, 
und kan vertragen, wann der⸗ den trifft nicht mehꝛ de: Schlan⸗ 
maſen mich auch der liebſte gen Hauch. GE 
Bruder richt. 45 1 
10. Ihr Kinder unſrer Liebe CH kan nun in ſtillem 


9 | 


EDANDFE.OFEKDIRAENUBÄR , Dann der Herr bat mich 
Bi i gefuͤhret 


351 
gefuͤhret in die ſtille Einſam⸗ RED weiche nicht in mei⸗ 
keit, wo nichts mehr den Sinn ner Noth, ſolt ich auch ſchon 
beruͤhret, was in dieſer Welt darin vergehen: das Leiden 
erfreut. ’ bringt uns bin zu GOtt, der 
3. Darum will ich freudig hilft aus allen Wehen. 
wallen nach dem Ziel der E 2 Mein Looß allhier auf die⸗ 
wigkeit: und nah Gottes fer Welt iſt, alls um Gottes 
Wohlgefallen leben hier in die⸗ willen Leiden: weil es uns ma⸗ 
ſer Zeit. | chet auserwaͤhlt, und lohnt zu⸗ 
4. Dann ich ſeh die Ernde letzt mit Freuden. 
weiſſen dort in jener neuen 3. So bald mein Geiſt in 
Welt: drum will ich zu GOtt Gott erhoͤht, iſt alle Luft der 
hin reiſen, weil er mich Ihm Welt verſchwunden: und hab 
auserwaͤhlt. 1 ein Gut, das nicht vergeht, in 
5. Und will mich von Allem meinem Gott gefunden. 
ſcheiden, achten weder Spott 4. Drum will ich auch mit 
noch Hohn, bis ich werd all⸗ allem Fleiß ſein Lob allzeit in 
dort mit Freuden tragen mei⸗ mir vermehren: und ſingen auf 
ne Beut davon. die ſchoͤnſte Weiß mit denen 
6. Allhier bleibe ich ergeben Himmels Choͤren. 
der fo treuen Gottes ⸗Huld, 5. So wird der Geiſt in GOtt 
die in meinem gantzen Leben erneut, und muͤſſen weichen 
mich getragen in Gedult. die Beſchwerden: womit des 
7. Und geleitet zu den Schaa⸗ Lebens Nichtigkeit beladen hier 
«ren, die in reiner Liebe ſtebn, auf Erden. 2 
und den Jungfraun⸗Schmuck 6 Und weil mein Lauf zu 
bewahren, nur dem Lamme Gott hin geht, bin ich von ale 
nach zu gen. ler Welt geſchieden: und hab 
N 46. on ein But, das nicht vergeht, und 
V dabey ſteten Friden. 
es 99 Das 


— 


0 


het iſt, und uns erkauffet von viel gehabtem Leid und Dehn, 
der Erden: müß ewig und zu 6. So fie getrage hier auf Er⸗ 
jeder Friſt von uns verherr⸗ den, in dem gehabten Trauer⸗ 
licht werden. Stand: und info mancherley 
8510 e ee Beſchwerden, die aller Welt 
CH weiß gewiß, es wird find unbekannt. 
noch werden, was ich mit 7. Ich freue mich in meinem 

ad viel Muͤh geſucht: nach ſo Hertzen, und preiſe den ſo gu⸗ 
viel Truͤbſal und Beſchwerden ten GOtt: weil er in ſo viel 
wird zeugenſich die edle Frucht. Leid und Schmertzen mir hat 
2. Drum ſey getroſt in allen geholfen aus der Noth. 
Wehen, O liebe Seel! undd 48. 13 
dulte dich: du wirſt noch deine Ch weiß gewiß mein Theil 
Wunder ſehen, wie GOT 7 wird mir in jener Welt noch 
theilt aus ſo mildiglich Ae gleich in meinem 
3. An allen, derer Glück ver⸗ Leben hier in mancherley Be⸗ 
ſchwunden, fo hier in dieſer ſchwerden muß wandern mei⸗ 

Welt erſcheint: drum wird fuͤr⸗ ne . weil ich 
wahr was beſſers funden, wen ein Freindling worden, und ſe⸗ 
man hat lang genug geweint. he nur allein auf das, was mir 
4. Drum reiß ich fort mit wird ſeyn alldortenn 
eee meinem 2. Da alles Leid und Trau⸗ 
Weg zum Vaterland: fo wie rigkeit wird ewig ſeyn vergeſ⸗ 
es geht den fremden Gaͤſten, ſen, und wo in ſo viel ſchwe⸗ 
die hier der Welt ſind unbe⸗ rem Streit und Thraͤnen oft 
kann. geſeſſen: da ich oft dacht, ach! 

Dort ſehe ich mit vielen moͤgt mein Hertz im Leiden 

Freuden die reine Schaar am gar zergehen, ſo würd der bitt⸗ 
Reihen gehn: die ſelbſt das re Liebes⸗Schmertz mir 4 — 


x 71 * 
* x 


r 2 1 
1 


U 353 
:.; A ²˙ m ²˙ 3IE 
meine Wehen. gen vor GOtt, und ſo in ſtillem 

3. Dan der mich fo verliebt Ruhn ihm meine Noht anzei⸗ 
gemacht, und ſelbſt hat uͤber⸗ gen: damit er bleib mein Leben⸗ 
wogen: daß ich die eitle Welt lang mein Stab und Stecken 
veraͤcht' t, und ihme nachgezo⸗ in dem Gang, wen meine Fuͤße 
gen: wird nehmen hin mein ſtraucheln 
vieles Leid, und machen mich 2. Die groſe Noht u. Liebes⸗ 
geneſen, daß ich in ſuſer Geiſtes⸗ Pein hat mein Hertz ſo durch⸗ 

reud kan alles Leid vergeſſen. drungen, daß es faſt ſchien ver⸗ 

4. Er fuͤhret mich gar wun⸗ loren ſeyn, wo ich vor um ge⸗ 
derbar auf den geheimen We⸗ rungen: weil aller Hoffnungs⸗ 
gen, dann wo oft gantz kein Troſt dahin, und waͤs mir ſonſt 
Helfer war, thaͤt er mir ſelbſt wohl war Gewinn, macht mir 
beylegen die Gnade in dem tief⸗ jetzt Pein und Schmertzen. 
ſten Grund: wo ich war in ver⸗ 3. Ach iſt auch wohl ein groͤß⸗ 
laſſen, macht er t Er⸗ rer Schmertz im Jamer⸗Thal 


barmen kund, thaͤt mich mit hienieden! als wer von Gottes 
Lieb umfaſſen. Li.ebes⸗Hertz ſich finden muß 
F. Und weil die ſtille Ewige geſchieden. O das macht ſchwe⸗ 
keit zieht meinen Geiſt von hin⸗ re Sorg und Pein] wen man 
nen: ſo muß auf hoͤren alles Kent wandeln gantz allein feine 
Leid, wo ich geſeſſen innen. betruͤbte Straaſen. 


Des keuſchen Kampfes edle 4. Doch findet oft ein ſolches 


Kron muß mir doch endlich Hertz Troſt mitten in den Sor⸗ 


werden, weil ſie wird ſeyn mein gen, weil auch der allergröfte 
Gnaden⸗Lohn nach meinem Schmertz nur waͤhrt bis aͤn den 


Lauf auf 


| 
| 


| 


'$ 


| 


5 


Erden. Morgen: und bricht dan an ein 
1 neuer Tag, fo ſchencket GOtt 


* 49. f f 
| PR, ie mehꝛ vor jene Plag den Troft von 


zuthun, als meine A: Hunmels⸗Freuden. 


5. Bin 


* 


354 | 

5. Bin ich ſchon hier oft ſehr mir das Heil erworben. 
gedraͤngt, und trage meine La⸗ 9. Des freuet ſich mein biö- 
ſten, dort wird mir anders ein⸗ der Geiſt, fo oft er dran geden⸗ 
geſchenckt, da ich in Ruh werd cket, weil GOttes Guͤt ſich ſo 
raſten: weñ ſich veraͤndert dieſe anpreißt, und uns ſich ſelbſten 

eit ins ſtille Nun der Ewig⸗ ſchencket: ſo daß wir ſchon in 
keit, wird alles ſeyn vergeſſen. dieſer Zeit vergeſſen konnen al⸗ 

6. Allein iſt diß in meinem les Leid, und dort in Freuden 
Stand mein gröfter Schiner leben. 
zu nennen, wen GOtt fich ftellt 50. 0 
fo unbekant, als wolt er mich C werde aufs Neue von 
nicht kenen: da mir oft Zeit und 2 Innen beruͤhret, dieweil ich 
Stunden lang, wenn ich muß die wuͤrckende Gnade verſpuͤret, 
trauren für Geſang in heiſſen die täglich ertöͤdtet den irrdi⸗ 
Liebes⸗Zaͤhren. ſchen Sinn, wo alles ſonſt An⸗ 
7. Druͤm weiß ich auch nichts dre mit faͤllet dahin. Die leiden⸗ 
mehr zu thun, als ſtille ſeyn u. de ir gibt ſtetigs Gedeyen in 
warten, will bloß in ſeinem ſterbenden Gliedern den Lieben 
Willen ruhn, und der Gedult Getreuen, und thut ſie von In⸗ 
nacharten: fo werde ich durch nen und Auſen erneuenn 
Niedrigkeit zu ſeinem Lob und 2. O ſeliges Leiden! O Goͤtt⸗ 
Dienſt bereit ſchon hier auf dies liches Sterben! O ſelige Sees 
ſer Erden. lenl die alſo verderben, denn da 

3. So wall ich dann in Hoffe wird Welt, Teufel und Hoͤlle 
nung hin auf meiner Pilger beſiegt, die Starcken gebun⸗ 
Straaſen, u. will in dem ver⸗ den, die Hohen erlegt. O hei⸗ 
lobten Sin noch mehr in Lieb ligs Ertödten! ertoͤdte mein Le⸗ 
umfaſſen das theur u. werthe ben, was noch nicht en 
Sottes⸗Lamm, das für mich zum Opfer gegeben: 10 kan 
ſtarbam Creutzes⸗Stamim, u. dann der Hoͤchſte ebe 
e % . 3 | erheben. 


* 


. 


* 


tracht! O 


1 355 


— ⁰ydy K a 
erheben. Kinder der Liebe beſtehen. 

3. Und alſo ſein Bilde aufs 3 
neue formieren, ſo daß man von „ Eh will in Hoffnung ges 
Innen und Auſen kan ſpuͤhren hen hin auf den betruͤbten 
die Schmeltzung der Liebe, die Straaßen, bis fich, nach dem 
alles verſchafft, und taͤglich ein⸗ verliebten Sin, mein Geiſt kan 
floͤſet erneuete Krafft. O ſelig! nieder laſſen zuꝛ Ruhe, die Ott 
wer alſo im Leben kan prangen, hat bereit den liebverliebten 
durch ſtetiges Sterben dem To⸗ Seelen, die ſich in dieſer Lei⸗ 
de entgangen, und alſo geſtillet dens⸗Zeit zu ihrem Theil er⸗ 
das lange Verlangen. wehlen N 

4. O ſeligs Vertiefen im lieben⸗ 2. Das Creutz und vieles Un⸗ 
den Leben, da eines dem andern gemach, und mancherley Bes 
das Hertze kan geben in himm⸗ ſchwerden, ſo daß ſie oft den 


liſcher Eintracht und goͤttlicher gantzen Tag ſehr hart geklem⸗ 


Fuͤll, da jedes thut lieben ohn met werden: drum iſt mein 

Ende und lig Oheilige Ein⸗ Ziel dorthin geſteckt, wo ſich 
ſelige Stunden! wo wird alles wenden, wo aller 

Seelen find alſo zuſammen ver⸗ Jammer wird verdeckt, und 

bunden, und werden im lieben⸗ bleiben gantz dahinden. 

den Leben erfunden. 3. Dann Gott iſt meine Zu⸗ 

5. Die alſo vereinet, als Kin⸗ verficht in allen meinen Sa⸗ 


der nun wallen, die muͤſſen der chen, auf ihn iſt ſtets mein Heꝛtz 


oberen Mutter gefallen, die al⸗ gericht, er wirds doch endlich 
le mit toͤdlichen Schmertzen er⸗ machen, daß all mein Schmertz 
born, und alſo zum liebenden und vieles Leid, mit dein ich 


Leben erkohrn: auch täglich hier umgeben, ſich enden wird 


verſuſet die leidende Wehen, zu feiner Zeit, wann er mich 


9 
N 


1 
A Di 
| 


de wird gehen, ſo werden 175 4. Aus meinemLeid und Jam⸗ 


wañ Alles ſonſt andre zu run⸗ wird erheben 


* 


mer⸗ 


356 ' ” 
mer⸗Stand, den ich allhier ges Fluͤſſen, und dein friſcher Him⸗ 
tragen, der ihin am beſten iſt mels⸗Thau ſich ſo kraͤftiglich 
bekannt, weil ichs fan niemand ergieſen aufdie dürre Seclen⸗ 
ſagen, mit was vor Noth und Au: daß in deinem Gottes⸗We⸗ 
Bitterkeit mein Hertz oft wird ſen ich kan wiederum geneſen. 
ctraͤucket, und wie fo manches 5. Und fo deines Geiſtes⸗ 
Weh und Leid den armen Geiſt Fruͤchten, durch den neuen Le⸗ 
noch kraͤncket. beng-Saft, koͤnnen ſich in uns 


aufrichten, und erweiſen ihre 


52. 
Eſu, meines Hertzens Freu⸗ Kraft: daß wir mit viel Wun⸗ 
de, JEſu meine Luſt allein, der⸗Weiſſen dir Lob Ehr un 
du biſt meiner Seelen Weide, Ruhm erweiſen. . 
und mein Troſt in Creutzes⸗ 6. O dureines Seelen⸗Leben! 
Pein: drum will ich mein gan⸗ O du wahres Himmel⸗Brod! 


tes Leben ewig dir zu eigen ge⸗ du thuſt ſelbſten dich uns geben, 


ben um zu retten von dem Tod: der 
2. Dann nichts iſt, das mich ſonſt mächtig zu verſchlingen, 
ergetzen, noch mir kan erfreu⸗ und in ew'geQuaal zu bringen. 


lich ſeyn, als wann du mich laͤß 7. Ja, wann ich dig thu be⸗ 
ſeſt ſitzen, JEſu, zu den Füßen trachten, und erwag in meiner 


kehren. ne Fehl, mußt ſein theures 
3. Odu angenehme Wonne! Blut ver ieſen, und vor meine 
O du ſüſe Seelen⸗Luſt! gehe Suͤnden uͤßen. W 
auf, du Gnaden⸗Sonne! und d. Wer hat ſolche Liebes⸗Zei⸗ 


erfülle unſre Bruſt: wann wir chen wohl von einem Freund 


mit Gebaͤt und Flehen, HErr, geſehneder ſein Hertz fo tief fon. 
vor deinem Throne ſtehen. beugen, und die Liebſte faffen. 


f 4 Dann thun deine Gnaden⸗ gehn in die offne Wunden⸗Hoͤh⸗ 


7 le 


dein: wo durch deine ſuͤſe Leh⸗ Seel, iſt es theuer mir zu ach⸗ 
ren ſich mein Hertz kan zu dir ten, daß mein Freund, der oh⸗ 


* 


7 K 


* 


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4 7 7. 


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. 


le, zu vergnügen ihre Seele. auch ergeben, ihn zu lieben gantz 
9. Dieſe Kron hat mir erwor- allein: er kan ſtillen mein Ver⸗ 


ben das erhoͤhte GOttes⸗Cam̃: langen, daß in allen meinen 


* 


* 
a 
| * 

4 


es allein iſt mir geſtorben, und Drangen ich dennoch kan ſelig 
hing an des Creutzes Stamm. ſeyn. 7 \ * 
Ja ſein ſanft⸗und niedrige We⸗ 2. Dann ich weiß ſonſt nichts 
ſein iſt vor allen auserleſen. zu machen, als, in allen meinen 
10. Und wann ich ſolt weiter Sachen, nur in feinem Willen 
ſagen von der groſen Liebes- ruhn: weil er ſelber angefan⸗ 
Treu, die mein Freund in die⸗ gen, was wird ſtillen mein Ver⸗ 
ſen Tagen mir daneben leget langen, und mir ewig wohl 
bey durch den reinen Geiſtes⸗ wird thun. zen 
Mund in dem innern Seelen⸗ z. Hier, in meinen Leidens⸗ 
Grund: Tagen, will ich ihm mein Creutz 


11. Find ich mich all zu gerin⸗ nachtragen: ob ſchon oft, in mei⸗ 


9 ſolches nach der Wuͤrdigkeit nein Lauf, ich mich drehen muß 
hier in Worten vor zu bringen, und ſchmiegen, daß ich faſt muß 
weil wir noch in einer Zeit, da unten liegen, wann ich gern 
wir nicht vollkommen rein, u. wolt ſteigen auf. 
von uns geſchieden ſeyn. 4. In das allerreinſte Weſen, 
12. Drum will lieber hier mit wo mein Hertz in Gott gene⸗ 
Schweigen, und in Leideus⸗ fen, in der bittern Liebes⸗Pein: 
Niedrigkeit, mein Hertz in den doch ich ruh in feinem Willen, 
Staube beugen hier, in dieſer er wird meinen Schmertzen ſtil⸗ 
Lebens⸗Zeit: damit auf gehei⸗ len, u. mir anders ſcheucken ein. 
me Weiße feine Liebe leidend 3. Daß ich freudig koͤnne fa: 
preiße. gen: nun ſind alle Feind geſchla⸗ 
11 4 . 3. gen, die mir ſo viel Muͤh ges 
EsSus iſt mein liebſtes macht: da ich GOtt werd ewig 
Leben, drum hab ich mich loben, weil er mich, nach ſo viel 
un 5 Proben, 


358 


Proben, hat zu ſeinein Reich 4. Die Blätter dieſer Frucht⸗ 
gebracht. barteiten die dienen auch zur 
Tce leb Artzeney, und zum Genuß der 
Ommt all ihr lieben treu⸗ wilden Heiden, damit ſich alle 
en Seelen, die ihr mit mir Welt erfreu, und ſehe klar und 
verbunden ſeyd, wir wollen offenbar die fruchtbarkeiten in 
Gottes Lob erzehlen, dann es dem Land, die uns macht Chri⸗ 
bricht an die Frühlings⸗Jeit, in fit Geift bekannt. 
Geiſt man ſieht, wie alles blüht, F. In deſſen Mitten iſt erbau⸗ 
und breit t ſich aus zur Frucht⸗ et daͤs heilig neu Jerusalem vor 
barkeit; drum iſt die Erudte die, ſo GOkt ſich hat vertrauet, 
nicht mehr wei Jacobs Geſchlecht und ihre 
2. Der kalte Winter geht zu Stamm die werden all mit 
Ende es ruckt herbey das fro⸗ frohem Schall, hell jauchzend 
de Jahr, drum hebet auf Hertz, rühmen in dem Gang, und ſn⸗ 


Haͤupt und Haͤnde, weil nun gen schön des Lamms Geſang. 
wird hell und offenbar, was 6. Das Heiligthum ſteht in 
lang verdeckt, u. war verſteckt, der mitten in dieſer neuen guͤld⸗ 
es bricht nun an der ſchoͤne Tag, nen Stadt, allwo die Prieſter 
darinn man jauchzend fingen u. Leviten GOtt zu dem Dienſt 
mag. dbbiſtellet hat: daß ſie der Hut 
3. Gelobtes Land, ich ſeh dich warten vor Gott, und dienen 
rünen, und blühen weiß im ihm mit groſer Freud; weil ſie 
choͤnſten Flor, auch Früchte von ihm dazu bereit. 4 
tragen, die da dienen zur Speiß 7. Sie tragen all des HErrn 
der reinen Engel⸗Chor, ich Geräthe in reinem, jungfraͤu⸗ 
mein die Braut, die ich ver⸗ lichem Geiſt, und ſtehen an der 
traut dem Lamm allhier auf heil gen Staͤtte in ſchoͤnſtem 
die Welt, und nur gethan, S; nuck der helle Reizt Doch | 
wog iim gefl. acht un Schenm vir ser dc 
n N i me f 


359 


vr — = — — 


mein) klar wie ein Cryſtall dein Gelſt mich unterweiſe, lehr 


weis und hell, fie ſtehen da auf und fuͤhre. Ich armer Wurm 
ihrer Stell. 05 bin voller Unperſtand, und dei⸗ 
8. Und thun ihm ſtetig Opfer ne Weg, ſind mir ſehr unbe⸗ 

bringen auf ſeinem guͤldenen kannt. een eee 
Altar, und Lieb⸗ und Lobes⸗Lie⸗ 2. Dañ du die Deinen fuͤhrſt 
der ſingen, GOtt u. dem Lam⸗ gantz wunderbarlich ſehr hoch⸗ 
me imerdar: dabey ſieht man und tiefe Weg, ich ſeh es klaͤr⸗ 
ſchoͤu angethan die Braut, die lich: drum ſellg iſt, der ſich dir 
ſich vorm Koͤnig neigt, wenn gantz giebt hin in einem nied⸗ 
er ihr feinen Scepter reicht. rig und gebognen Sinn. 

9. Sie ſteht vor ihm in hohen 3. Und laͤßt ſich gaͤntzlich dei⸗ 
Eh ren ihr Angeſicht glaͤutzt wie ner heil gen Führung, ſich 
die Sonn, wenn fie ſich fo zu uͤbergiebt in Demuth dein r 
ihm thut kehren, ſetzt er ihr auf Regierung, der wird gewahr, 
ein guͤldne Kron. O Herrlich daß du ihn bringeſt durch viel 
keit! die GOtt bereit den Sees enge Furcht aus aller Augſt 
len, die hier in der That, ihm und Furcht. | 
nachgefolget Fruͤh und Spat. 4. Drum weil dein Rath ſchon 

20. Ich freue iich ſchon in alles hat beſchloſſen, wie es ſoll 

dem Geiſte, ob ich ſchon noch gehn, den niemand kan um⸗ 
auf Erden bin, und will mich ſtoſſen: ſo legt mein Hertz, mein 
nun aufs allermeiſte bemuhen, Seel und Geiſt ſich hin vor 


daß ich komm dahin, zu dieſer dir, in einem gantz gelaßnen 


a die allzumal mit groſem Sinn. 5 
uhm und Sieges⸗Freud er⸗ F. Ich weiß zwar, daß ich dir 
heben Gott in Ewigkeit. oft widerſtanden: doch, weil 
gei mich mein GOtt und gen, werd ich hinfort auf dic 
Ert, ich geh ſonſt irre: allein nur ſehn, und ſuchen kei⸗ 
| 


dein Licht mir hae ae | 
ich 


360 


ne andre Weg zu gehn. 
6. O HERR! mein Geiſt zeꝛ⸗ 
ſchineltzt in deiner Liebe, weil 
ich fühl deines Geiſtes ſtarcke 
Triebe: was bin ich, daß du 
ſchaͤtzeſt nich fo hoch, und zaͤh⸗ 
leſt zu den Deinen; bin ich do 
7. Ein armer Staub, und du 
der groſe Schoͤpffer, zerbrech⸗ 
lich Thon, und du der heil ge 
Toͤpffer: doch, weil du mich 
nach deinem Bild gebildt zur 
neuen Creatur, ſo werd erfüllt 
8. An mir dein weiſer Rath 
und heil ger Wille, und führe 
mich recht in die Geiſtes⸗Stil⸗ 
le, wonach mein Geiſt ſchon 
lang geſeh net ſich, weil er 
findt nirgend Ruh, als nur in 


9. Drum ſey dir mein Ver⸗ 
langen angelegen, und ful im 
innern mich mit Krafft und 
Segen, damit ich gaͤntzlich 
werd der Unruh loß, von allen 
Cr eaturen frey und bloß. 
10. Dann kan ich erſt im Gei⸗ 
ſte dir recht dienen, wann aus 
mir wird dein heil ges Leben 
gruͤnen, das da geſchieden iſt 


* 
111. 


—— — 


von allem Ichts, und ruht al⸗ 


lein im puren lautern Nichts. 

11. Mein Geiſt iſt hoch er⸗ 
freuet ſchon im Vorrath, die⸗ 
weil er ſchauet ein die groſe 


Genad, die du ihm ſchencken 
ch wirſt, du hoͤchſtes Gut, weil 


er allein in deinem Willen 
ruht. i 

12, Drum will ich mich dir 
gaͤutzlich anbefehlen, und aus 


ſer deinem Willen nichts er⸗ 


waͤhlen: ſolt ja auch kommen 
an ein groſer Sturm, ſo weiß 
ich, du wirſt retten deinen 
Wurm. Ä RE 

13. Und feinen: Feinden nicht 
gar uͤbergeben, weil du ſelbſt 
in mir angezuͤnd't dein Leben, 
das wirft ſich nun zu deinen 
Fuͤſen hin, und opfert dir ich 
im gebeugten Sinn. 94 


; a 56. 1. 14 
M Ein euſtes Leben ſteht in 

N Schrancken, das Innre 
iſt verſenckt in GOtt: iſt diß 
ohn hin und wieder Wancken, 
ſo werd ich frey von aller Noth. 

2. Ob ich ſchon oft muß trau⸗ 


rig gehen, daß mir faſt Leib u. 
Sr ben, 5 r faſt £ Sail 


50 


361 


Seel verſchmacht't: wann nur nicht mich treffen würd ein 
thut GOttes Will geſchehen, Schmertzen: das Huld⸗ reich 
daß ich ſo weꝛd zu ꝛecht gebracht Angeſicht wuͤrd mir nicht mehr 
3. Der Chriſten Sinn heißt: erbleichen, bis ich die volle 
vieles Leiden, jo kommt der Beut alldorten würd erreichen 
Geiſt zur Ruh in GOtt: der in jener Ewigkeit. 
Nutzen lohnt mit vielen Freu⸗ 3. Alleine, was ein Wunder? 
den, drum uͤberſteigt er alle eh ich mich um thaͤt ſehn, ging 
oth. Ar meine Sonne unter, und ich 
4. Drum wird die Hoffnung mußt traurig ſtehn: da ging 
endlich geben, nach ausge⸗ es an ein Zagen, weil ich no 
ſtandner vieler Noth, alldor⸗ jung uud klein, und konte kaum 
ten ein gantz ander Leben, das ertragen ſo gar verlaſſen ſeyn. 
heißt: Geneſen ſeyn in GOtt. 4. Wie hart war da zu leben 
5. Dann werd ich preißen dem jungen Kinder⸗Stand, 
ſeinen Namen in jener ſtillen weil ich hat hingegeben mein 
Ewigkeit: und wo die From⸗ Liebſtes aus der Hand: doch 
men allzu fanımen ihn loben hielt ich an mit Flehẽ in tief ge⸗ 
ohnecend und Zeit: (da hoͤret beugtem Sin, bis daß mir mei⸗ 
auf mein vieles Leid.) ne Wehen wurde genoinen hin. 
a 57. 5. O treuſter meiner Seelen! 
Men Freund hat mich be⸗ ich laß dich nünmermehr, was 
Al wogen, durch feinen rei⸗ ſoll das ſorglich Qualen? ich 
nen Sinn, mein Hertz an ſich ſehe ja vorher: wie du zu allen 
gezogen, daß ich es gab dahin: Zeiten mich haft fo wohl vers 
ee il e die mich ſehn mit Troſt und Suͤſigkei⸗ 
verliebt gemacht, waren die ten in meinen Leidens⸗Wehn. 
ſanfte Stricke, daß ich an ihn 6. Ich war ja nie, vergeffen, 
gebracht. wann ſchon mein Trauer⸗ 
2. Es ging dann an ein Her⸗ Sinn, wo ich betruͤbt geſeſſen, 
hen, meint zwar, daß nim̃er 332 gemeint 


362 | 


gemeint ich wär dahin: ließ er N EinGeift iſt hoch erfreut, 
ſich doch bald ſehen, und both N und breüet vor Verlan⸗ 
mir ſeine Hand, ließ mich nicht gen, daß ich zum Ziel gebracht, 
länger. gehen in meinem Trau⸗ wo IEſus vorgegangen: und 
er⸗Stand. meinem Glaubens⸗Lauf ge⸗ 
J. So thaͤt ſich oftmals keh⸗ öffnet ſo die Bahn, wo der ver⸗ 
ren zu mi mein liebſte; Freund, liebte Sin auch nim̃er irren kan. 
und thaͤt dem Unfall wehren, 2. So walle ich dann hin 
wo ich es nicht vermeint: wan im Glauben, Lieb und Hoffen, 
ich intrüben Zeiten bey nah zu bis ich mit voller Krafft mein 
Fall gebracht, fo fund er mir rechtes Ziel getroffen: Und fallt 
zur Seiten, hielt ſelber vor mich mir in dem Lauf gar oft was 
Wacht. Toͤdlichs fürs werd ich doch ge⸗ 
g. Ob es ſchon ſcheint ein hen ein zu: engen Himels⸗Thuͤr 
Schmertzen, von ihm verlaſ⸗ 3. Dan mein verliebter Zeiſt 
fen ſeyn, fo iſt es doch im Her⸗ bleibt unverrüͤckt in Schran⸗ 
tzen nur eine Liebes⸗Pein: cken, wo er ſonſt oͤftermal durch 
weil ſeine Treu vor allen ſchon hin und wieder Wancken ge⸗ 
hat zuvor erſehn, nach ſeinem irret von der Bahn und rei⸗ 
Wohlgefallen zu heilen unſre nen Liebes⸗Sinn; nun aber 
Wehn. 8 hab ich mich auf ewig geben hin 
9. Drum will in allen Toͤd⸗ 4. Zu bleiben recht getreu wie 
teen ich leiden in Gedult, und GOtt mich ſelbſt will leiten, 
in den groͤſten Noͤthen erwar⸗ durch Leben oder Tod und viel 
ten ſeiner Huld. Trag ich Gefaͤhrlichkeiten: werd ich nur 
ſchon viel Beſchwerden hier in zubereit zum Looß der wahren 
der Sterblichkeit, dort wirds Frommen, vereinet mit der 
ſchon beſſer werden in jener Schaar, die aus viel Truͤbſal 


Ewigkeit. ommen. 0 
a a 5. Der Eid iſt doch gem 


0 


| 


R 


363 


——————— en —— 


um nimmermehr zu weichen, Creatur. 
bis daß das rechte Ziel ich werd 2. Drum ſehn ich mich ſtets in 
in GO T erreichen: mein dem Geiſte, zu achten nur auf 
Kampf Platz heißt Gedult,der Gottes Winck, und übe mich 
Sieg Gelaſſenheit, ſo endet ſich aufs allermeiſte, daß ich in De⸗ 
zuletzt der viele harte Streit. muth gantz erſinck in Gottes 
6. Und weil mein Leben hin Kraft, die Leben ſchafft der See⸗ 
an meinen GOtt ergeben, ver⸗ len, die ſich ihm ergiebt, und u⸗ 
acht ich Welt und Zeit, und ber alles treulich liebt. 
alles Widerſtreben: Die Lieb 3. Dann ich kan aus Erfah: 
wird halten aus, verdoppeln rung ſagen, was groſe Luſt und 
das Verlangen, bis daß ich Suͤſigkeit genieſen, dies mit 
gantz und gar im Meer der IEſu wagen, und lieben ihn in 
Lieb zergangen. Freud und Leid, in Creutz und 
7. So bin ich heim gebracht Noth bis in den Tod; und ach⸗ 
nach vielerley Beſchwerden, die ten weder Spott noch Schmach 
Kron iſt beygelegt, die mir all⸗ zu folgen ihm getreulich nach. 
dort wird werden: der reine 4. Die werden wunderbahr 
Jungfraun⸗Schmuck, das gefuͤhret von Chriſti Geiſt im 
helle weiſſe Kleid, wird mich innern Grund, mit Krafft und 
verklaͤren dort in jener Ewige Tugend ausgezieret, daß davon 
keit. | überläuft ihr Mund: des Gei⸗ 
N Br fies Safft iſt ſo ſchmackhafft, 
M Ein Geiſt iſt über ſich ge⸗ daß alles Aeufre ſich verliehrt, 
M zogen, zu ſteigen in die E⸗ wenn fie der Geiſt ins Innre 


wigkeit, weil JIEſusbbiebe mich führt. 


bewogen, zu fliehen die Ver⸗ 5. Da hören fie das fanffte 


gaͤnglichkeit, denn keine Luſt iſt Sauſen, wenn Gott ſelbſt in 


mir bewuſt, als nur zu folgen der Seelen ſpricht, da muß ſich 
gef Spur in aner nee legen alles Brauſen, ſonſt hoͤ⸗ 
33 f ren 


364 


ren ſie die Stimme nicht der 9. Ihr Liebſten, weil ihr nun 
ſanfften Lufft, die lieblich rufft vermahlet des allerhoͤchſten Kos 
der Seelen zu im Heiligthum, nigs Sohn, u. mit zur Braut⸗ 


zu breiten aus des HErr en Zahl ſeyd gezehlet, auch habt 


Ruhm. gehoͤrt die Stimme ſchon: die 
6. Dann ſinckt die Seel in da rufft laut der werten Braut, 
Demuth nieder, verdeckt, vers daß fie fich halten ſoll bereit, 


huͤllt ihr Angeſichtz doch ſtaͤrckt weil bald, bald angeht die 


fie JIEſus Liebe wieder, ſo daß Hochzeit. N 
fie ſchaut ins Lebens⸗Licht: _ ro. Halt t euch bereit, und 
ſchwingt ſich empor im ſchoͤn⸗ ſchmuͤckt euch prächtig, der 
ſten Flor, und ſingt dem Schoͤp⸗ König ſchenckt euch ſelbſt den 
fer Lob und Preiß auf eine gantz Schmuck, er will euch machen 
befendre Weiß. recht andaͤchtig, wenn ihr nur 
7. Bald finckt fie wieder in die ſehet nicht zuruck, und ruͤſten 
Stille, und leget ſich in Gottes aus in allem Strauß mit Glau⸗ 
Schooß, alda genieſet fie die ben Muth und Tapferkeit in 
Fe der Gottheit, O! Ge⸗ Liebe und Gerechtigkeit. 


eimniß groß, daß Gott ſo 11. Mit Denuth wird er euch 


ſpielt mit ſeinem Bild, und ſich auch zieren, weil ſie die Zierde 


der Seelen ſo dargibt, dieweil an dein Kleid der Hochzeit, den 


er ſie in Chriſto liebt. es will gebühren der Braut, zu 


8. Er hat ſie ihm zu eigen ge⸗ ſtehn in Niedrigkeit ſtets für 


ben, als ſeine alleꝛliebſte Braut, dem Thron des Könige Sohn, 


weil er geopfert auf ſein Leben, ja werffen ſich zun Fuͤſen hin in 
da er ſich ihr am Creutz ver⸗ einem tief gebognen Sinn. 


* 


traut: drum iſt fie fein, und 12. Seht, Liebſten, ſo muͤſt ihr 
nicht gemein, er will ſie haben euch uͤben, und taͤglich mit dem 
antz allein, drum muß fie Schmuck umgehn, und nichtes 

euſch und heilig ſehnn. auſer IeEſu lieben, ſokbnntt de | 

a 8 * 0 


| 


4 


365 


—— 


vor ihm beſtehn, und gehn mit Liebe wolſt umarmen, und 
ein, gantz heilig rein, zu ſeinem inich zu deiner Braut erkauf⸗ 
1 1 Abendmahl mit der ge⸗ fen aus der Welt, daß ich als 
heiligten Braut⸗Zahl. Jaungftau wuͤrd vor deinen 
60. Thron geſtellt. und 


| 0. RG 
M) u Geiſt verlangt zum 5. Ach! drum iſt auch mein 


Ziel unt aller Macht zu Geiſt gantz uͤber ſich gezogen, 


| kom̃en, das mir iſt vorgeſteckt, weil deine Liebe hat mein Herz 
wornach die wahren 


romen tze gantz bewogen zur wahren 
gelauffen jeder Zeit, bis ſie er⸗Gegen⸗Lieb, er will dir gantz 
langt die Kron, die ihnen bey⸗ allein, als ſeinem theurſten 
Sb ihr Heiland, GOttes Schatz, hinfort ergeben ſeyn. 
Sohn. [cg .Er achtet alles gering, weil 
2. Ich hab denſelben auch zu er dich hat erblicket, und du ihn 


meinem Schatz erkohren: weil oftmals auch mit deiner Lieb 
er mich erſt geliebt, da ich doch erquicket. O Himmels ſuͤſe 
war verlohren, ja, was noch Luſt, davon die Welt nichts 


mehr, er ward um meinet wil⸗ weiß: wer JEſu dich geneußt, 
len Fleiſch, daß er koͤnt machen der hat die wahre Speiß. 1 
mich recht heilig, rein u. keuſch. 7. Lebt jemand dir allein, der 


3. Creutz trug er williglich, weiß davon zu ſagen, was deine 


ſo lang er war auf Erden, er Liebe wuͤrckt, wie ſie kan alles 


wolte auch verſucht, wie andre trage: ja ſelbſt das groͤſte Creutz 
Menſchen, werden: O was vor iſt ihm ein ſuſe Luft; nichts, 


Liebes⸗Treu, die unausſprech⸗ nichts, als Lieblichkeit, iſt ſol⸗ 
lich groß, daß du verlieſeſt auch cher Seel bewußt. 


dein s liebſten Vaters Schooß. 8. Wohlan dann alle ihr, die 
1 Hab ichs um dich verdient? ihr euch habt ergeben dem 
ach uein nur dein Erbarmen Braͤut gam IJEſu Chriſt, ihm 


war Urſach, daß du mich in gantz allein zu leben ä en 
I Fi eb 


366 | 
der rufft euch zu: ich ſtimme ſich an ihn haͤlt feſt, erfaͤhret ſei⸗ 
mit ihm an: ach bleibet doch ge⸗ ne Treu, wie er die Seel erloͤßt, 
treu dem keuſchen Ehemann. und macht ſie voͤllig frey. 

9. O! haltet was ihr habt, 13. Ruh, Fried und Selig⸗ 
daß niemand eure Kronen euch keit thut fie alsdann genieſen, 
raube, denn es wird die Keuſch⸗ wenn IEſus auf ſie laͤßt die 
heit euch wohl lohnen: den Stroͤm des Lebens fliefen: in⸗ 


Siegern dieſes Kampfs iſt bey⸗ dem ſie nun gantz leer von aller 


gelegt groß Gut; drum ſtehet fremden Lieb, an IEſu han⸗ 
feſt, und laßt nicht ſincken eu⸗ Sal durch ſeines Geiſtes⸗ 
ren Muth rieb. 

1. Laßt andre ihre Luft in 14. Tod, Leben, Engel, und 
Fleiſches⸗Wolluſt ſuchen, ein was mehr mag ſeyn zu nennen, 
Streiter JEſu Chriſt muß ſol⸗ ja hoch⸗ And tiefes auch mag 
ches all s verfluchen, und uͤber⸗ ſie von ihm nicht trennen, fie 
winden weit aus Lieb zum lebet nun in ihm, ob gleich noch 


Braͤutigam, ſo kroͤnet ihn als⸗ in der Zeit, ſo iſt doch ſolche 


dañ das theureGottes⸗ Lamm. Zeit ihr . Ewigkeit. 
i 60 


11. Folgt fleiſig deſſen Spur, 


laßt euch Niemand verrucken Men Hertz iſt voller Troſt 


das Ziel, wornach ihr laufft/ ob und Freud, weil GOT 


8855 mit vielen Stricken die mich thut unendlich laben mit 


elt euch fangen will: veꝛlacht feiner Huld und Freundlichkeit, 
all ihre Gunſt, bleibt JIEſu und allerſüßſten Himels⸗Ga⸗ 
b F e Liebes⸗ ben. Ich ſehe ſchon ein gantze 
Brunſt. ⁸·j. 
132. Auf ihn alleine ſchaut, heit Licht vor Augen ſtellt. 


er gibt euch Kraft zu ſiegen 2. Drum gehi freudig fort 


wider alle Teufels⸗Brut: er die Bahn auf den gerechten Pil⸗ 


e 
* 1 a 


andre Welt, die mir der Weis⸗ 


tt laßt Keinen liegen. Wer BEERESIAHBEN ale 


8 3 


| 


367 
rer Wanders- Mann, der nur Heerd, und ſchmuͤcket ſich in 
das hoͤchſte Gut thut faſſen, allen Wehen, daß fie bald zu⸗ 
GO TT ſchencket mir viel neue bereitet werd in GOttes Hau⸗ 
Kraͤfte ein, daß ich kan gantz ſe ein zu gehen. Du Jung⸗ 
getroſt und freudig ſeyn. fraun Chor! ſeh deine Krone 

3. Was Freud und Wonne bluͤhn: bald wird das Lamm 
gehet auf, wo man zum rech⸗ uns alle zu ſich ziehn, 
ken Ziel gekommen, und, nach 7. In ſeinen hoch erhabnen 
dem müden Lebens⸗Lauf, von Trohn, den ihm ſein Vater 
Gott wird ſelber aufgenom̃en ſelbſt erbauet:da bluͤht der volle 
zur frommen Schaar, die er Gnaden⸗Lohn vor die, ſo ſich 
ſich hat erſehn, daß ſie alldort mit ihm vertrauet. Wohl dan, 
zur Herꝛlichkeit eingenn. wir ſind ihm alle zugezehlt, 
4. Drum laßt uns fleiſig fol⸗ weil er uns hat erkauffet aus 
ei 1 e 
heimen Wege, damit in allem 8. Nun Amen! es wird bald * 
Ungemach ja Niemand von geſchehu, was wir geglaubt 
uns werde traͤge: weil feine im Dulten, Hoffen: wir koͤn⸗ 
Huld ſo treulich ſchencket ein nen ſchon im Geiſte ſehn, daß 
viel reichen Troſt und ſuͤſen uns das rechte Ziel getroffen. 
Freuden⸗Wein. Und weil wir find mit ihm hier 
5. Und hat ſich auch zu uns arm und klein, ſo werden wir 
gewandt, und unſte Kleinheit auch dort mit gehen ein. 
Angeſehen, und ließ in unſerm 9. In unſrer treuen Mutter 
Trauer⸗Stand uns nie ohn Stadt, wo die Erloͤßten innen 
Hilf und rathloß gehen: und wohnen: und Gott, nach ſei⸗ 
Uns in ſo viel Noth geſtanden nem weiſen Raht, wird ewig 
bey, damit ein jedes gantz ſein über ihnen thronen. Und weil 


* 


eigen ſegr. wi.ir ſtehen unter feiner Huld, 
6. Des freuet ſich e ſo warten wir guch ſein in viel 
enn Aa a. Gedult 


Gedult. dienen früh und ſpat im rein⸗ 
62. ſten Sinn, wann man giebt hin 
5 M Ein Hertz iſt wohl u vol⸗ fein Liebſtes hier auf dieſer 
N ler Freuden, weil ich mit Welt, ſo wie es ſich GOTT 
Ieæſu Rieb erfüllt, die in fd vie⸗ hat erwehlt. N 
Tem Weh und Leiden nur allen 5. Drum iſt es feſt bey mir be⸗ 
meinen Schmertzen ſtillt. O ſchloſſen, auch in dein groͤſten 
hohe Gnad! O weiſer Rath! Schmertz und Noth, zu folgen 
die mich ſo hat genommen hin, ihm gantz unverdroſſen, und 
daß ich nun gantz ſein eigen bin. treu zu bleiben bis in Tod: weil 
2. Drum will in meinem gan⸗ ſeine Gunſt ſo gantz umſonſt 
tzen Leben befleiſſen mich getreu mich hat zur reinen Schaar ge⸗ 
zu ſeyn, und ihm auch bleiben bracht, wo man ihm dienet Tag 
ſo ergeben, daß weder Trug und Nacht. | f 
noch Heuchel⸗ Schein mich Daß us en * 
ſcheiden kan auf meiner Bahn, M Ein Ieſu leite mich ſelbſt 
die geht doꝛthin nach jene: Welt, deine Wege, damit kein 
wo aller Zeit ein End beſtellt. Dornen⸗Stich mich mache 
3. Deß bin ich froh, und ſehr traͤge. Werd ich von dir ge⸗ 
gebeuget, weil GOtt durch ſei⸗ wandt, fo muß ich irren, drum 
negroſe Gnad mir dieſen hohen muß mich deine Hand ſelbſt 
Weg gezeiget, und offenbaret leiten, fuhren. 
feinen Rath. Die Creutzes⸗ 2. Viel eng und rauhe Weg 
Moth iſt Himmel⸗Brod, weil muß ich durchgehen durch 


k — 


— — 


man dadurch wird hell u. weiß, mancherley Gehaͤg und harte 
zu gehen ein ins Paradeis Wehen. Dann wann in mei⸗ 
4 Lob, Preiß und Danck ſey nem Stand dahin will komen, 
dem gegeben, der mir durch ſei⸗ daß ich werd GOTT bekannt 

ne groſe Gnad geſchencket hat und allen Frommen: 
in neues Leben, daß ihm kan 3. So muß verſagen mich und 

1 4 » N hM, * . meinen 


- 369 
"meinen Thaten, ſonſt geh ich ne, ſo eingepflantzet bin zum 
hinter ſich, kann mir nicht ra⸗ wahren Reben, unendlich da 
then. M in eigen Wohl und ausgruͤn im reinen Leben. 
Seyn muß ich verneinen, will 8. Des bin ich Freuden⸗voll, 
ich in RD: gehn ein, und zu hab Fried- im Hertzen, weil 
den Seinen. SoOtt mir thut ſo wohl, und 
4 hellig iſt der Sinn der meinen Schmertzen genoſnen 
reinen Seelen, die alles geben gantz dahin, nach viel Gefahren 
hin und ſich vermaͤhlen dem vereinigt meinen Sinn den rei⸗ 
lieb⸗und werthen Lamm, für nen Schaaren Ir 
uns geſtorben, und an dem 9. Des Lames Jungfraun⸗ 
Creutzes⸗Stamm das Heiler: Zahl, die es erwehlet, und hie 
worben. * in Creutzes⸗Thal mit ſich vers 
5. O SeESll bleib gepaart maͤhlet: daß ſie zu GOltes Lob 
mur in der Treue, daß deine die kleine Heerde, in ſiebenfü⸗ 
Gegenwart mich ſtets erfreue: cher Prob gereinigt werde. 
fo bleib ich dir bewährt in rei⸗ 10. Wie hoch wirds ſeyn ge⸗ 
nen Schrancken, und dir ſtets acht, wann die erſcheinen um 
zugekehrt ohn einzigs Wan⸗ weiſſen A nach 
ken. langem Weinen: das iſt des 
6. Du biſt mir doch mein Ein Geiſtes Licht in dem Gedraͤn⸗ 
und Alles worden, mein ſteter ge, wann uns die Hilf gebricht 


Gnaden⸗Schein in deinem in unſrer Enge 
Orden. Mein Troͤſter in der 11. Die Hoffnung und Ge⸗ 
Noth und bittren Leiden, Aus⸗ dult macht ſchon gelingen, daß 
helfer von dem Tod und truͤ⸗ wir von Gottes Huld Lob⸗ 
ben Zeiten. Liͤeder ſingen: wir find. nun 
7. Wie ſchoͤn wirds ſehen aus, hoch erfreut, die Truͤbſals⸗ 
Wann ich, der Deine, in deinem Stunden haben den Sinn er⸗ 
Bebes⸗ Haus, und der Semtel neut, . Gott verbanden. 
aaa NE 


* 
370 
6.1% fen erliegen, bis daß ich gefun⸗ 
M Ein inigſtes Sehnen nach den das wahre Vergnuͤgen. 
Goͤttlichem Sin iſt gaͤntz 65. . 
lich gerichtet alleine dahin: von y ß ich ſchon oft traurig 
allen vergaͤnglichen Dingen gehn, meine Saat mit 
auf Erden von innen und auſen Schmertzen ſaͤen: ſchenckt mir 
befreyet zu werden. | doch die Hoffnung ein, auf den 
2. Sonſt bleibet mein Tichten bittern, ſuͤſen Wein. 
ein nichtiger Wahn, wann mir 2. Thut es ſchon oft ſchwer 
ſich nicht oͤffnet die Goͤttliche zugehn, unter ſo viel Leid und 
Bahn: doch will ich in Dulten Wehn: geh ich doch gantz freu⸗ 
und Hoffen und Schweigen dig fort, bis erlangt die Him⸗ 
treu bleiben, und flehen mit mels⸗Pfort. n. 
tiefeſtem Beugen. 3. Ich hab diß zum Troſt er⸗ 
3. D JeEſul nein Leben und waͤhlt, weil mich GOtt hinzu 
innigſte Luſt, wie lechzet mein gezehlt: wo ihm giebet ſteten 
Hertze, wie brennet die Bruſt: Ruhm ſein erwehltes Eigen⸗ 
daß ich dich doch moͤchte in Lie⸗ thum. „ 
be umfaſſen, und alſo in Ewig⸗ 4. Dann ich bin in Gott ge⸗ 
keit nimmermehr laſſen. wiß, daß, der ohne Hinderniß 
J. Doch will ich erwarten in nur kan halten treulich aus, 
vieler Gedult, bis er mich bringt zuletzt die Frucht nach 


umgiebet in Gnade und Huld: Haus. 


5 14 


und ſolt mir zuweilen das Her⸗ F. Drum ergeb ich mich aufs 


tze zerflieſen / o wird er doch end neu, daß ich Gottes eigen ſey: 


f 


lich mein beiden verfuſen. weil ſein groſe Bit und Guad 
Er weiß doch am beſten was mich an ſich gezogen hat. 

nuͤtzlich u. gut, und wann auch 6. Solt ich auch in Schmertz 
ſchon ſincket zuweile der Ruth und Leid bringen zu mein Le⸗ 
ſo werd ich doch nimer im Hof bens⸗Zeit: wird mir doch zu 
* 1 8 g 5 . 


x 371 
meinem Theil dort das aller⸗ vom Feinde ward auf manche 
groͤſte Heil. | Weiß gedrungen, ſo daß es 


5 66. ‚seien, ich waͤr von ihme gantz 
N Un walle ich getroſt auf bezwungen. f 
meinem Glaubens- Wege, 5. Ich aber bliebe doch mit 
weil ſich geoͤffnet mir die Thür innigem Verlangen an Ieſu 
zum Hinunels⸗Stege: ich gehe reiner Lieb und feiner Zuſag 
dann nun ein zur ſtillen Ruhe⸗ hangen: bis daß fein Liebes: 
Kammer, da ich werd ſeyn be⸗ Herß ſich thaͤte zu mir kehren, 
freyt von allem Leid und Jam⸗ zu nehmen hin mein Leid und 
mii | viele heiſſe Zaͤhren. | 
2. Dann da nach langem 6. Nun aber iſt mein Hertz 
Schmertz ich mich erſeuckte in Liebe gantz zerfloſſen, weil 
nieder, hat ſich mein Braͤu⸗ ich in ihme hab das wahre Gut 
ligam in mir gefunden wieder: genoſſen: das alles uͤberſteigt, 
der doch in meiner Noth, und und machet mich vergeſſen, wo 
vielen Hertzens⸗Preſſen ſich ich in ſo viel Leid oft traurig 
von mir abgewandt, ob haͤtt bin geſeſſen. 1 
er mein vergeſſen. 7. Es iſt ja nichtes hier auf 
3. Ich hab zwar feine Lieb im dieſer Welt zu nennen, das ein 
innern Grund verſpuͤhret, als verliebtes Hertz von ihme koͤn⸗ 
fein verliehter Blick mein Her⸗ te trennen: das einmal iſt ge⸗ 
he hat berühret, und er die Zu⸗ traͤnckt aus ſeinem reinen We⸗ 
ſag hat gegeben meiner Seelen, ſen, und ſich der Weisheit 
mich als fein Eigenthum mit Schatz vor Allem hat erleſen. 
ihme zu vermaͤhlen. 8. O was vor ein Genuß und 
4. Doch wurde ich gar bald Freude wird empfunden! wo 
von ihme gantz verlaſſen auf die veꝛſammlet ſind, die JEſus 
maler Blaubene-Bahn, Ich ſich verbunden. Ich freie mich 
mußte oft erblaſſen; wenn ich ohn End, weil ich nun bin ge⸗ 
. Aa a3 | zehlet 
Es 
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* 


Dun: 


22 


ĩ—æV—ↄ -ü-X.n;f —— — — ĩ 


— 


zehlet zur keuſchen Jungfraun⸗ 3. Da ich bin worden unbe⸗ 
Schaar, die JESll find kaut den allerliebſten Freunden: 
vermaͤhlet. weil ſie nicht wußten meinen 
9. Zu folgen feinem Gang Stand; ob ſie es ſchon nicht 
ohn einziges Ermuͤden, weil meinten. ü 
wir gegangen ein, wo bluͤhet 4. Gar oft ſprach ich in mei⸗ 
ew'ger Frieden: drum achten nem Leid: Ach GOtt! koͤnt ich 
wir kein Ding noch einzige vergehen: ſo waͤre meine Nich⸗ 
Beſchweꝛde, weil wir nach vie⸗ tigkeit das Ende meiner Wehẽ. 
lem Leid von ihm verherrlicht 5. Ich ging in Trauren und 
werden. im Braſt, im Schmertzen und 
10, Hier bleibet zwar der Troſt Wehklagen. Ach G Otti ſchenck 
gar oft im Creutz verborgen, mir doch einmal Raſt, ſouſt 
weil wir noch tragen um viel müßt ich gar verzagen. 
bittres Leid und Sorgen: die 6. Zu einem mal wurd mei⸗ 
Erndte wird ſich doch nach ne Noth in lauter Freud geen⸗ 
vielem Leiden finden, und der det: drum dancke ich dem guten 
gehabte Drang auf Ewig hin Gott, weil er es umgewendet. 
verſchwinden. 7. Und mich erquicket nach 
| 67. dem Leid, und ſo viel harten 
N UN werde ich ſehr hoch Proben: drum will ich ihn in 
beglückt, weil in fo lan⸗ Ewigkeit davor ohn Ende lobt, 
em Hoffen oft gehen mußte | 68. 171 
hart gedrückt, da mich das Lin: M UN will ich mit Freuden 
luck troffen. wallen nach dem Ziel der 
2. Und mußte ſeyn als wie Ewigkeit, und nach GOttes 
verſtoͤrt, vertrieben und ver⸗ Wohlgefallen treten in den 
ſchoben: weil Gott nicht mei- harten Streit: wo der Kampf 
ne Klage hoͤrt in meinen Lei⸗ die Sieges⸗Kron tragen wird 


* 


dens⸗Proben. zꝛiulttzt davon, u. die Apen 
| hi Aa Pre 


Kay 


% 


— 


* 


373 
Preſſen werden ewig ſeyn ver⸗ B ich ſchon jetzt annoch 
geſſen. | muß oftmals traurig 


nn EA — —ũ—ͤͤ——̃ — —ö 


weiß, ob ſeine Gnad mich hat 2. Dann Zions Hoffnung 
völlig eingenomen in das Looß kroͤnt den lang geführte Streit, 
der wahren Frommen. die bittre Thraͤnen⸗Saat er⸗ 

3. Dieſes trag ich in dem Her⸗ wuͤrbet ihre Beut. O ange: 
tzen, dieſes iſt mein Sorgen: nehme Ruh nach dem fo mü⸗ 
Stein, daß ich doch in allen den Gang, allwo von Trau⸗ 
Schmertzen möchte Gottes ei- rigkeit oft Zeit und Weile lang. 
gen ſeyn: fo wird mir einſt zu⸗ 3. Dann wañ ich ein Gedenck, 
getheilt, was mir meinen mit was vor groſer Guͤt mich 
Schmertzen heilt, und ich kaͤm GO T Tan ſich gebracht in 
durch langes Sehnen hin zu meiner Jugend Bluͤth: fo muß 


Gott nach vielen Thraͤnen. rflieſen gantz weil oft, eh ichs 


4. Doch wohl mir, es wird bedacht, mit Jammer wurd 


noch werden, was ſo manche umſtellt von Traurigkeit der 


Zeit und Tag ich geſucht mit Nacht: N 
vlel Beſchwerden, und mit vie⸗ 4. Die meinen Geiſt bedeckt, 


| ler Noth und Klag. Ich bin da es ſchien aus zu ſeyn, die⸗ 


| 
| 


ſchon in Gott erfreut, weil in weil mein liebſter Freund mich 
ſo viel Schmertz und Leid er gehen ließ allein: und ſich vor 


bisher mein Troſt geweſen. mir verſtellt, als ober weg ge⸗ 
Wohl dan nun, ich bin geneſen wandt, und mich verlaſſen haͤt 


4 


69. uin meinem Trauet-Stand, 
5. So 


8 


5 
1 
* 


374 


5. So iſts doch nun geſchehn, ſolt nicht leiden gern, daß er 
daß, eh ichs wurd gewahr, ich erhoͤhet werd mit denen? die 
ihn erkannt, und daß er mir ein erkaͤmpfft die edle Ritter⸗Kron 
Andrer war: weil ich ihn nur unter ſo vieler Schmach, Ver⸗ 
geſucht, wo es gantz lieblich iſt, achtung, Spott und Hohn. 
drum mußt erfahren erſt, wie 10. Die reine Jungfrauſchafft, 
er das Leid verſuͤßt. die ſich GOtt zugedacht, wird 

6. Wann wir verlaſſen gantz, hier auf dieſer Welt von Freund 
mit Dunckelheit umſtellt, ſo und Feind veracht: weil der ver⸗ 

werden wir erſt recht von ihme liebte Sinn allein ſich hinge⸗ 
auserwaͤhlt: das iſt fein Ruhe⸗ than zu IEſu, der da iſt der 
Bett, ſo er ſich zugedacht, wann treuſte Ehemann. 2 7 

wir bedecket find mit einer 11. Drum fans nicht anders 
ſchwartzen Nacht. ſeyn, es iſt dahin das Recht all⸗ 

7: Die Liebes: Blicke, die er hier auf dieſer Welt dem Jung: 
mir hat zugeſandt, da ich ver⸗ frauen⸗Geſchlecht. Doch iſt 
laſſen ſchien in meinem Trau⸗ kein andre Bahn, ſie bleiben bey 
er⸗Stand: die brachten mich ſo der Wahl dem, der ſie hat ge⸗ 
weit in Liebes⸗Trunckenheit, zehlt zur keuſchen Jungfraun⸗ 
daß ich vergeſſen kont mein vie⸗ Zahl. 5 4. 
les Hertzen⸗Leid. 70. re 
3. Und weil nun Lieb und O Du allerreinſtes Weſen! 
Leid ſind meine Reiß⸗Gefaͤhrt, ſo ich eintzig hab erleſen 
ſo kan vergeſſen ich auch alle mir zum Schatz und 2 
Freud der Erd: dieweil mein thum, daß ich ewig dein verblei⸗ 
liebſter Freund die groͤſte Bit⸗ be, und ſo meine Zeit vertreibe, 
terkeit in mir veraͤndern thut zu erzehlen deinen Ruhm. 
in lauter Geiſtes⸗Freud. 2. Dann ich thu mich innigſt 

91 Es iſt ein kurtze Zeit die ſehnen, daß vereinigt werd mit 
Schmach allhier auf Erd, wer Denen, die N 

N i | nach 


* 


nachgehn: und erkauffet von und Segen, die mir zugetheilet 

der Erden, daß ſie dort nach viel ſind. 

Beſchwerden ohne Ende GOtt 7. Drum ſey auch, in meinem 

erhoͤhn. | Leben, dir viel Preiß u. Danck 
3. Drum will ich der Lieb hin⸗ gegeben, wellen du fo manche 

Ger hier mein Liebſtes in dem Jahr haſt mit deinen Liebes⸗ 
eben: was ihr noch an mir Armen mich getragen mit Er⸗ 


mißfaͤllt, muß ſeyn gantz und barmen, und gebracht zut 


gar vergeſſen, ſonſten kan ich frommen Schaar. 
nicht geneſen, noch ihr werden g. Die ſich ſelbſt mit GOTT 
zugeſellt. verbunden, und fo haben uͤber⸗ 
4. Dann ihr Rath laͤßt nimer wunden, durch des Lammes 
wancken; ſondern haͤlt in ſteten Blut, im Streit: die GOtt 
Schraucken den in fie verlieb⸗ wird mit Sieges⸗Kronen dort 
ten Sinn. Bin ich mühſam in jener Welt belohnen in der 
und beladen, thut ſie ſelbſt dem ſtillen Ewigkeit. 
Elend rathen, und nimmt allen | 71. 
Schmertzen hin. O Freundlichs Umarmen! 
„ Band Kind-berglich ſey O O gütigfter Hirt! Ich 
900 Leben dir zu eigen uͤberge⸗ ſchenck dir mein Hertze, wei du 
ben, daß ich aller Sorgen loß. mich gefuͤhrt durch mancherley 
a du wilt nur Kinder ha⸗ Noͤthen, und taͤtſt micherꝛctten, 
en, die ſich an den Bruͤſten la⸗ wo ich mich auch oͤfters ſchon 
ben, und fo ruhn in deinem tödtlich verirrt. 
Schooß. or 2. Ach IEſul mein Schoͤnſtez, 
6. Dann ich weiß ſonſt nichts für allen erkorn, durch deinen 
a machen, weil GOtt alle mei⸗ Geiſt find wir als Kinder ge⸗ 
ne Sachen bringt zu einem gu⸗ born: dich ewig zu lieben, ohn 
ten End. In des weiſen Fuͤb⸗ einigs Betruͤben, was von dir 
ders Wegen feh ich lauter Gnad gefunden, wird numer verlorn. 


— 
d Ai * 
* 


A v 
375 


3. Du rufeſt uns felbften ins Angeſicht Gottes zu ſehn. 
Hertze hinein: ach laßt euch 8. Wie ſieht man macht alles ſo 
Nichts blenden mit eitelem herrlich erneut, wenn himmli⸗ 
Schein! Ich bin ja das Leben, ſche Geiſter da ſtehen bereit: u. 
das Rahe kan geben, auf zeit- laſſen ſich hoͤren mit lieblichen 
lichs Vergnügen folgt ewige Choͤren, den Hoͤchſten zu loben 


Pein. ohn Ende und Zeit. 
4. Gluͤckſelige Stunden zu 72. 
hangen andir, du wahres Ver⸗ O Himmliſches Weſen! O 
gnuͤgen, gib, daß ich verlier Goͤttliche Lieb! wie labſt 
mich ſelber in allen, ſo kan dir du die Deinen, die alles vernei⸗ 
gefallen, mich alſo zu ſchmuͤcken nen, was nicht iſt aus deinem 
mit himmliſcher Zier. geheiligten Trieb. 
5. Den Goͤttlichen Hungerden 2. Dein Weſen wird nimmer 
haft du erweckt, viel herrliche ohn Leiden erkannt in ttefeſtem 
Kronen zum iele geſteckt. Wer Beugen, im Still-feyn und 
hier mit thut ſterben, wird dor⸗ Schweigen wird man erſt be⸗ 
ten ererben ein Leben, das nim⸗ freyet vom Eitelkeits⸗Band. 
mer vom Tode erſchreckt. 3. Denn da muß aufhoͤren der 
6. Es iſt ja unſchaͤtzbar die truͤgliche Schein, das hin und 
ewige Freud, drum laßt uns vez⸗ her Sinnen muß alles zerriu⸗ 
geſſen das Leiden der Zeit: kein nen, weil man wird getraͤncket 
Auge kans ſehen, noch Hertze mit Goͤttlichem Wein. ; 
verſtehen, was Gottes Liebha⸗ 4. Die vielerley Sorgen die 
ber vor Gutes bereit. fallen dahin: wann man ſo er⸗ 
7. Doch welche im Geiſte des geben, zu Ehren zu leben dem 
Glaubens anflehn, die können Lamme nach feinem verliebeten 
erblicken in mancherley Wehn, Sinn. . er 
was dorten vor Süfn, und 5. O Liebe! wie labeſtu Geiſte 
was zu genieſen, wo ewig das und Hertz: wenn man 78 vd | 


nieſet, wird all s verſuͤſet, was 3.Diehat der Vater ſich er⸗ 
öfters gakraͤncket in Leiden und kohren, geſammlet aus der gan⸗ 
Schinelt. tzen Welt, in FEfu Chriſto 

6. Viel Freude und Wonne neugebohren, und gantz zum 
erquicket den Sinn, drum lob Eigenthum erwehlt zu einer 
ich mit Halle und froͤlichem Braut, die ihm vertraut, und 
Schalle GOtt, dem ich zu eis fie mit JEſu Blut erbeut, da 
gen gegeben mich hin. ſie erbaut aus feiner Seit. 

7 Er wird mich berathen, wen 4. Wir ſind nun feſt mit ihm 
Alles vergeht, wenn Alles vers verbunden, zu halten aus bey 
schwindet: wenn Alles ſich en⸗ feiner Treu, weil er den Teuffel 
det, ſo hab ich ein Leben, das uͤberwunden, und macht uns 
ewig beſteht. von ihm loß und frey: damit 

wir nur auf ſeiner Spur fort 


i 23. 
FJeEſu! Kraft der treuen wandeln in dem Lebens⸗Weg. 
ar) 9 


Seelen, die ſich dir gantz er⸗ Ach werde doch ja keines traͤg! 
geben hin, und dir mit Ernſt 5. Wir koͤnnen Gottes Guͤte 


ſich anbefehlen: ſo daß ſie hier preißen, die er an uns erwieſen 


— 


| 
| 


\ 


| 
} 
| 
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| 


} 
1 


ihm gantz ergeben ſeyn. a die er bereit den Seinen, die 
170 | 2 > 


nach deinem Sinn, im engen hat, daß er uns gantz ohn alles 
Weg, und ſchmalen Steg nur Gleiſſen gebracht zu ſolcher ho⸗ 
leben in gantz reiner Zier, daß hen Gnad: ja ſo, daß wir nur 
ſie allein gefallen dir. ihm allhier zu Ehren leben auf 
2. Und allem haben abgeſa⸗ der Welt, bis wir vor feinen 
get, mit vollem Ernſt die Welt Thron geſtellt. 


verflucht, ſich ſelbſt verleugnet, 6. Drum ſollen wir G Ott ſtets 


und gewaget mit JEſu in die erheben: weil er uns aus bes 
ſcharffe Zucht der Creutzes⸗ dachten Rath gebracht zum 


Noth, bis in den Tod, zu folgen reinen Gottes⸗Leben, geſtellt in 


nach ohn allen Schein, daß ſie ein beſondern Grad der Selig⸗ 


ig hier 


378 


bier keuſch und rein zu eigen ihm nerlich, und thu mir voll ein: 
ergeben ſeyn. ſchencken vom Waſſer, das von 
7. So daß ſie in ihm haben deinem Stuhl ausflieſet, ſo kan 
Frieden in ſtiller Ruh u. Her⸗ ich die Schul des Leidens wohl 
hens⸗Fꝛeud, dabey ſich gaͤntzlich aushalten. 
abgeſchieden von aller Unge⸗ 4. Und werd in deinem Wil⸗ 
ſtümmigkeit: u. alſo fort, nach len ruhn; ob ſchon die Feinde 
Gottes Wort, im Leben folgen toben, nichts wird mir koͤnnen 
früh und ſpath, bis ſie erreichen Schaden thun: ja alle Leidens⸗ 
Salems⸗Stadt. Proben die werden mich in 
74. deinen Bund noch tiefer führen 
O IE Sul mein getreuer in den Grund, wo ich kan recht 
Hirt, wie haſt du mich ge⸗ geneſen. 
leitet, wenn ich im duncklen 5. Denn du mit deinem bitt⸗ 
Thal verirrt, haſt duden Weg ren Tod das wahre e er⸗ 
bereitet: und mich gefuͤhret bey worben, und haft geſiegt in 
der Hand, daß mirs durch dei⸗ Schmertz und Noth, da du am 
ner HUF Beyſtand bishero iſt Creutz geſtorben: drum will 
gelungen. ich dir ſtets folgen nach in al⸗ 
2. Drum ich mich wieder in TlemLeid und Ungemach, ſo lang 
den Bund aufs neue will ver⸗ ich leb auf Erden. | 
ſchreiben, weil du mein Hertz | 75. 4 
mit Lieb verwundt, dir ewig IE! thu mir doch die 
treu zu bleiben: und auch mit  Schmergen verſuͤſen, und 
denen, die erkohrn, und ſich zu laß mich die Fruͤchte der Liebe 
eigen dir verſchworn, dich lo⸗ genieſen: ich warte deſſelben mit 
ben hier auf Erden. groſem Verlangen, weil dir 
3. Und wann die Feinde dru⸗ ſchon fo lange in Liebe nach⸗ 
cken mich, daß ſie den Geiſte gangen. IR a | 
Fränefen, fo ſtaͤrcke du mich in⸗ 2. Und hab mich e 
iR TE "| 


| 
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I 


379 


dich nimmer zu laſſen, und ſolt aus unſern Noͤthen: und endigt 
ich auch drüber im Tode erblaſ⸗ unſer Leid, daß wir nach ſo viel 
ſen: die Treue, die du mir ins Drangen zur ſtillen Ewigkeit 
Hertze geſchrieben, die laͤſſet zu einem mal gegangen. 
mich nimer aufhoͤren zu lieben. 75 FH HG 
3. Und weil du mein Leben O Fauben einfallen Un⸗ 
und Luft meiner Seelen, ſo —ſchulds⸗Leben! du haſt den 
will ich mich mit dir am Creu⸗ Geiſt verliebt gemacht, drum 
tze vermahlen: das ſoll mir das hab ich um dich hin gegeben die 
Liebſte ſeyn allhier auf Erden, eitle Freud und allen Pracht: 
fo werd ich dort mit dir vers weil ich mit JEſu mich vers 
herrlichet werden. binde, ſo lang ich leb in dieſer 
I Zeit, drum ich auch nichts als 
ſtille Ewigkeit! wie tief Leiden finde, weil meine Liebe 
biſt du verborgen? ich war gezweyt. N 
habe dich ſchon oft geſucht mit 2. Biß machte meinem Her⸗ 
vielen Sorgen; doch findet man Ken bange, daß ich nach Got⸗ 
dich nicht in ſeinem eignen Mei⸗ tes reiner Lieb mich ſehnte, in 
nen: wer worden gantz zunicht, viel Creutzes⸗Drange, zu flie⸗ 
kan ſich mit dir vereinen. hen ſolchen falſchen Trieb: den 
2. Der Glaube Hält ſich feſt, ich oft in dem Hertzen ſpuͤret, 
wo alles gantz verſchwunden: wordurch die reine Liebes: 
in dieſem leeren Nichts wird Kraft ſich nach und nach in mir 
erſt die Ruh gefunden. Diß iſt verlieret, daß aus getrocknet al⸗ 
der neue Weg, der bey ſo vielen ler Saft. l 
Sorgen in unſerm Fleiſch⸗Ge⸗ 3. Drum halte ich ſtets an mit 
haͤg uns bleibt ſo lang verborge Wachen und Flehen vor dem 
3. Bis Gottes Gnade kommt Gnaden⸗Thron, daß GOtt be⸗ 
An unſer Nichts getreten führt rathe meine Sachen, die mich 
ſelbſt die Sache aus, hilfft uns bedraͤngt vor laͤngſten ſchon: 


} 
1} * 


| 
* 


B 


nn ee EEE nn, 
weilmeinHertz noch nicht gantz mein Geiſt und Hertz fich ſtets 
geſchieden von dem, was heiſſet erfreut: weil ich erlanget hab 
Eigen⸗Lieb, kont ich in nichtes die Gnade, daß Einfalts⸗Lieb 
haben Frieden bey ſolchem mein Bruſt⸗Gewehr, drum 
Schein und Heuchel⸗Trieb. thut mir auch der Feind kein 
4. Zwar übt die Weisheit Schade, ich gebe ihm nicht 
meine Sinnen durch manches mehr Gehoͤr. Ju 
Creutz in ihrer Schul, da muß 78 
des Hertzens Stoltz zerrinnen; Was groſe Noth und 


der ſich geſetzet auf den Stul: Schmertzen find ich mir 


und wolte gerne unterdrücken noch zugeſellt! O was Qualen 
den neu gebornen Liebes⸗Geiſt, in dem Hertzen! wenn die Lie⸗ 
den Gott mit Einfalt thaͤte be ſich verſtellt: koͤnt ich doch 
ſchmuͤcken, und oft mit Him⸗ für Leid und Wehen oft im 
mels⸗Freude ſpeißt. Elend gantz zergehen. 


5. Ich wall nun hin auf mei⸗ 2. Daͤ muß aller Schein vers | 


ner Straaſen zur engen ſchma⸗ ſchwinden, wo kein Leben wird 
len Himmels: Thür, ob wohl geſpuͤrt: wañ kein Troſt⸗Wort 
viel leide ohne Maaßen, ſo mehr zu finde 
weiß ich doch, daß GOtt da⸗ gantz verliert, 
für mir geben wird, auf mein liebſtes Leben, 
Begehren, den lang verlang⸗ Elend ſchweben. 


ten Gnaden⸗Lohn, und wird 3. Schmuck und Kronen find 


mir noch die Gunſt beſchehren. verſchwunden, alle Herrlichkeit 
zu werden eins mit feinem iſt hin. Ich kann nichts als 
Sohn. ö Jammer finden, wo ich mich 
6. O Taͤublein! laß dich jetzt auch wende hin: wo ich ſonſt 


0 


1 


und ſich alles 
wo zuvor mein 
muß ich jetzt im 


hernieder, weil ich nun Eins noch ſchwebt in Freuden, treffen 


Au. nicht gezweyt, die Einfalts⸗ mich befrübte Zeiten. 


Lieb beherrscht mich wieder, „ Doch wud G Ott dens taub 
et 995 . N 


| 


| 
| 


| 


ö 


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* 
+ 


erheben, wo jetzt alles gantz da⸗ 
hin; aus dem Sterben kommt 
das Leben, aus dem Leben der 
Gewinn: ich kann ſchon der 
Frucht genieſen, die mir thut 
mein Leid verſuͤſen. : 
F. Darum will ich mir genuͤ⸗ 
gen laffen, wie mir beygelegt, 
muß ich ſchon im Staube lie: 
gen: dann ſo kommet man zu⸗ 
recht, weil die viele Noth und 
Schmertzen heilen die ver⸗ 
wundten Hertzen. 

6. Ich weiß beſſer nichts zu 
finden, als mich ſo zu geben hin: 
dann, wo alles thut verſchwin⸗ 
den, iſt der groͤſeſte Gewinn. 
Iſt mein Leben gantz bezwun⸗ 
gen, fo iſt mirs im Sieg ge⸗ 


ungen. 
7. Ja es iſt nicht wohl zu ſa⸗ 


* 


gen, was vor Segen und Ge⸗ 


nuß den’, die Lieb im Hertzen 
tragen, letzt daraus erwachſen 
muß. Dann die ſich hier ſelbſt 
verlieren, wird Gott in fein 
Reich einführen. 


Pforten: da mich viel Leiden 
ohne Zahl umgeben aller Orten 

2. WMann ſich die bittre Thraͤ⸗ 
nen⸗Sagt thut ohne Maaß er⸗ 


gieſen: und ich gantz ohne Hilf 


und Rath im Elend muß zer⸗ 


flieſen. | 0 
3. Drum werd ich oft gering 
und klein in meinem Trauer⸗ 
Stande: weil ich noch als ein 
Gaſt muß ſeyn in einem frein⸗ 
den Lande. 

4. Gott hat ſich mir zwar zu⸗ 
erkannt durch ſeine Gnad und 
Guͤte: doch werd ich oft in mei⸗ 
nein Stand des vielen Kumers 
muͤde. ee 

5. Weil ſchon ſo manche Zeit 
und Jahr oft in ſo harten Preſ⸗ 
ſen in vielen Toͤdten und Gefahꝛ 
im Elend bin geſeſſen. 

6. Doch ſchenckt die Hoffnung 
anders ein, wann ich ihr nach 
thu gehen: ſo macht ſie lauter 
Zucker⸗Wein aus allen meinen 
Wehen. en | 

7. Drum werde ich mein Les 


benlang auch nimmermehr ver⸗ 


dl, 8 | 
2 Wie ſo oft und manches⸗ geſſen: was Gott mir oft in 


mal ſitz ich an Meſechs⸗ſo viel Drang fuͤr Gutes einge⸗ 


meſſen | 


. 


x. Drum wall ich hin mit ten, bis ich werd verneut von 
vieler Freud, und trage meine dir, daß ich noch auf dieſer Er⸗ 


382. 


meſſen. « Gang, und mit Liebe angezo⸗ 
8. Er ſah gar oft vom Him⸗ gen: daß ich mich mein Leben⸗ 
mel her auf uns, ſein kleine lang dir verſchrieben, treu zu 
Rap daß in to groſen Noͤ⸗ ſeyn, auch in allem Schmertz 
then ſchwer nicht All's verder⸗ und Pein. 
bet werde. | 3. Doch muß ich mich oft 
9. Wie oͤfters hat fein Vater⸗ noch ſehen von dir ſo geſchie⸗ 
Hertz in den auch bittren Noͤ⸗ den ſeyn. Ach das macht mir 
then ein End gemachet allem viele Wehen, viele Schmertzen, 
Schmertz u. ſelber den vertreten Angſt und Pein: daß ich oft 
10. Dann er iſt immer treu ge⸗ in meiner Noth ruffe: ach mein 
ſinnt, obs ſchon oft anders ſchei⸗ treuer GOTT! 
net: in Noͤthen hilft er feinem 4. Hilff mir doch in meinen 
Kind, wenns lang genug ge⸗Noͤthen, und erloͤße mich von 
weinet. mir: führe mich durch alle Toͤd⸗ 


— —— 


Laſten: weil nach fo viel ge⸗ den kan mit dir vereinigt werde 
habtem Leid werd fanft und 5. Dann das iſt ja mein Ver⸗ 
güfe raſten. f langen, O du meine hoͤchſte 
| 30. Liuſtl daß ich moͤge dir anhan⸗ 
See e lo⸗ gen, und mir nichts mehr ſey 
oben! Gott, du meine bewußt, als zu lieben dich al⸗ 
hoͤchſte Freud, wann ich wer⸗ lein ohne allen Trug u Schein. 
de, nach viel Proben, ſeyn von 6. OHYEN IEſul du mein 
meinem Leid befreyt. O ich Leben, ach verzeuch doch lan⸗ 
freu mich deiner Gut in dem ger nicht! dir hab ich mich 
Hertzen und Gemüth. gantz ergeben: laß doch ſeyn f 


we nn nn 


2. Deine Treu hat mich bes auf mich gericht deine Segens⸗ 
wogen, dir zu folgen in dem volle Kraft, die mir Wen 4 


Weſen kön 


Freud gewandt. 


7. Dorten wirds erſt beſſer 


O Wie thut mein Hertz ſich werden, wann die gantze Sie⸗ 


ſehnen nach der ſtillen E⸗ 
wigkeit! ein zu gehen bald mit 


ges⸗Schgar wird in GOTT 


erhoͤhet werden, ihn zu loben 


denen, wo vergeſſen alles Leid. immerdar. 


2. Die IH Gott durch Creutz 
und Schmertzen und viel Elend 


auserwehlt: daß fie werden 


82. | 
BR dem! der gefunden 


hat ſein beſtes Theil durch 


rein im Hertzen, leben, wie es Gottes Gnad, daß er in allem 


Gott gefaͤllt. 
3. Drum wohl denen! 
nicht weichen hier von dieſer 


rauhen Bahn: bis ſie mit dem gebracht, währt fü 
Steges⸗Zeichen werden dorten Kampf die gantze Na i 
0 Leidens⸗Prob ſchenckt endlich. 


angetan. | 
4. Dann das Creutz, das fie 


faͤhrt: der ſie durch des Creu⸗ 
tzes⸗Zagen machet rein, wie 


Gold, bewaͤhrt. 


5. Drum will ich ihn hertzlich 


loben hier ſchon in der Sterb⸗ 


lichkeit: weil er durch ſo hohe 


Proben uns gebracht zur Se⸗ 
ligkeit. minen 
6. Owie freuet ſich mein Her⸗ 
tze! weil GOtt meinen Trauer⸗ 
Stand und mein langes Leid 
und Schmertze hat in 1 25 
eo 898 


ſeinem Thun ſtets kan in Got⸗ 
die tes Liebe run. 


2. Der wird zum rechten Ziel . 
n der 
: dien 


ein viel Troſt und ſuͤſen Freu⸗ 
hier tragen iſt des Koͤniges Ge⸗ den⸗Wein. 8 


3. Wohl mir! weil ich diß ut 


erwehlt, drum werd ich auch 


nicht mehr gefaͤllt: die hart u. 
rauhe Winter⸗Zeit veraͤndert 
ſich in lauter Freud. 

4. Nun ſpuͤrt die Seele im Ge⸗ 
nuß den Gnaden⸗vollen Ueber⸗ 


fluß: weil ſonſten alles fallt das 


hin, was nicht gericht nach 

Gottes Sinn. „ 
J. Diß iſt mein eintzigs Ziel 
auf Erd, daß ich mit GO T 
verei⸗ 


* 


8 


—— — — 


vereinigt werd: und wandle in und labet ſich, und kan vergef⸗ 


der Nikdrigkeit allhier die ganz fen Welt und Zeit, und lebt im 
tze Lebens⸗Zeit. Nun der Ewigkeit. 
6. So waͤchſt der neuen Menſch⸗ 12. Nun muß verſchwinden 


heit Zweig in ZEfu Kirch und alle Pein, weil man in GOtt 
Liebe⸗Reich in mir mit vollem gegangen ein:der Frieden währt 
Segen aus zur Freud in Got⸗ ohn End und Zeit, ſchon hier, 


tes Tempel⸗Haus. und dort in Ewigkeit. 2 
7. O ſelige Zufriedenheit nach | 


1 %% 
Ufft getroſt, blaßt die Pos 


lang gefuͤhrtem Kampf und R 
ſaunen, ſetzt alle Voͤlcker 


Streit. Was ſchoͤne Früchte 


ſiehet man auf dieſer neuenFrie⸗ in Eꝛſtaunen, ihr Zions⸗Waͤch⸗ 


dens⸗Bahn. ter allzugleich: rufet auf, die 


. Wir preifen das. erhöhte ſo da ſchlafen, daß fie ergreif⸗ 
‚La ‚das ſo erniedrigt zu uns fen ihre Waffen, dieweil nun 
kam, und lernen feine fanfte bald zu einem Reichder Kong 


Tritt, nach Liebe Art, aufjeden einziehen wird und als der gro⸗ 


ſe Hirt zu ſich ſammlen, in ſein 


Schritt. 
9. So faͤngt das rechte Leben Gezelt aus aller Welt, die er 


an, das man in ihn nur finden zu Erſtlingen erwaͤhlt. 
kan: und bluͤht der reine Zunge 2. Schweiget nicht, ihr treue 
fraun Sinn, der ſich ihm gibt Knechte, verkuüͤndigt unſers 
zu eigen hin. Gottes Rechte dem gantzen 
10. O edler Zweig! O edles Haufe Iſrael: damit ſich auch 
Reiß, das grünst aus dem Pa⸗ die Verſohrnen aufinachen mit 
tadeis! Nun gehet auf ein fro⸗ den Erſtgebohrnen, und füllen 
her Tag, worinn vergeſſen alle ihre Lamp mit Oel. Daß kei⸗ 
Klag. se nes bleib zuruͤck; ſondern ſich 
11. Nun ruht die Seel gantz herrlich ſchmuͤck zu dem Feſte, 
auſſer ſich in Gottes Schooß, das Gott der KERN, W 
97708 , REN m ner 


* 


— 


385 
ner Ehr, ausruffen laͤßt dem ihres Koͤnigs Rechte, und ach⸗ 
gantzen Heer. ten ſeiner Gnade nicht: drum 

3. Geht einher, erfüllt mit geht aus auf die Straaß, und 
Gnaden, als Knechte, die zur ladet ohn Ablaß alle Arme, ſo 
Hoch zeit laden, ſehr freund⸗ und an den Zaͤnn verlaſſen ſeyn, von 
ltebreich anzuſehn; damit viele jederman geacht unrein. 
lüfternd werden, ſich loß zu ma⸗ 6. Auch den Krippeln, Lah⸗ 
chen von der Erden, um freudig men, Blinden thut dieſes groſe 
mit hinauf zu gehn, zur Stadt Heil verkuͤnden, und nöthigt ſie 
Jeruſalem, alwo ſich die zwoͤlf mit allem Fleiß, auch zu die⸗ 

Stamm ſammlen werden zum fen Mahl zu komen, das GOtt 
Hochzeit⸗Feſt, damit die Gaͤſt bereitet feinen Frommen, und 
ſich ſchmmucken auf das allerbeſt. laden laͤßt auf manche Weiß: 

4. Wollet auch nicht unterlag drum ſpahret keine Muͤh, es 
ſen zu gehen auf der Heiden ſey ſpaht oder früh, an zuprei⸗ 

Straafen, und ihnen machen fen diß groſe Heil, das in der 
auch bekannt, daß der HERR Eil wird werden Gottes Volck 
voll Heil u. Gnaden, ſehꝛ feeund⸗ zu Theil. | 

lich lage zur Hochzeit laden, und 7. Denn die Zeit iſt ſchier ver⸗ 

groſe Koſten angewandt: floſſen, die GOTT in feinem 
drum wolte er auch gern, daß Rath beſchloſſen, drum fend’£ 
aus der Nah und Fern moͤch⸗ er aus zum letzten mal ſeine 
ten kommen zu dieſem Mahl Boten ſeine Knechte, zu aller⸗ 
ein groſe Zahl, nach Gottis ge⸗ ley Volck und Geſchlechte, da⸗ 
heim⸗und weiſer Wahl. mit nun werde voll die Zahl, 
5. Denn weil, die geruffen wa⸗ die er ſich auserwaͤhlt, und ſie 
ren, den HErren haben laſſen dazu gezehlt: darum komet ihr 
fahren, und ihr Aug auf die Hochzeit⸗Leut, es iſt nun Zeit, 


Welt gericht, hoͤhnen, ſchmaͤ⸗ daß ſich mach jederman bee 
hen ſeine Knechte, verwerffen reit. N eee 12 
1 | Greta Ä | 84. Seht; 


386 


84. machet vergeſſen. 
S Eht! wie der edle Zweig 7. O du erhoͤhtes Lamm! das 
in Gottes Liebes Reich von den Himmel kam, und 
ſehr ſauft und milde ausgruͤnet, mir erworben fo groſe Seligkeit 
daß mau ſieht, wie alles lieb⸗ in vielem Schmertz und Leid 
lich bluͤht in dem Gefilde. am Creutz geſtorben. 

2. Seht! wie die reine Schaar 8. Druni ſoll mein Alles dir, 
dorten bey Paar und Paar O allerſchoͤnſte Zier! nun ſeyn 
am Reigen gehen: und wie ſie ergeben: es fall nur alles hin, 
in dem Gang mit ſchoͤnem Lob⸗ was nicht nach deinem Sinn, 
geſang das Lamm erhöhen. das muß nicht leben. | 

3. Im Geiſte ſiehet man, daß 9. Die treue Gottes⸗Huld hat 
wachſen ſchoͤn heran die Ciebes⸗ in fü viel Gedult mich lang ge⸗ 
Zweige: und jedes ſeine Kraft tragen. Ach ſolte ich dañ nicht 
und vollen Lebens⸗Saft dem mit gleicher Gegen⸗Pflicht 
andern zeige. | auch Alles wagens _ 

4. Diß zeiget, daß die Zeit nun⸗ 10. Viel Kronen find bereit in 
mehro nicht mehr weit, da bald jener Ewigkeit den treuen Hel⸗ 
wird kommen der ſchoͤne frohe den: die bis zum Blutes⸗ 

Tag, wo alles Ungemach iſt Kampf wider der Suͤnden 
weg genommen. Dapff ſich freudig ſtellten. 
5. Drum acht ich keinen 1 Drum eile ich nun fort 
Schmertz , ſo krancket mir mein nach dem verheiſſnen Ort gantz 
Hertz, weil ich vernommen die ohn Ermuden: bin ich dabey 
groſe Seligkeit, die GOtt hat ſchon klein, ſo ſchenckt 1, 
zubereit vor ſeine Frounmen. doch ein viel ſuͤſen Frieden. 

6. Mein Hertz iſt innigſt wohl, 12. Und ziehe dann ſo hin nach 
und eitel Segens⸗voll, weil ich dem verliebten Sinn in Dulten 
geneſen in Gottes Gnad und Hoffen, bis nach ſo vielem Leid 
Huld, der alle meine Schuld und manchem hatten en 

W. . 5 1 ; . : * 


> 


‚387 


mein Ziel getroffen. Liebe theuer kauffen, und wann 
85. er dann in dieſes Netz verſtrickt, 

S O iſt die Gnaden⸗Wolcke ſetzt in die Mutter auf den 
dann erſchienen, und hat Schooß, und theilt ihm mit ein 

das inne Heiligthum erfüllt: Prieſter⸗Looß, dann gruͤut er 
dann der, fo pfleget dem Altar aus u. wird nicht minder durch 
zu dienen, hat durch ſein Amt ſie ein reicher Vater vieler 
nun alles Weh geſtillt. Um Kinder. | 1 
ihn iſts Licht, in ſeinem Gang, 4. So geht er dann nicht die 
erthoͤnet ſchoͤn der Schelle n- gemeine Wege, dann wan ihm 
Klang. Und wann er dienet Rath in feinem Amt gebricht, 


— 


in dem Duncklen, pflegt Licht pflegt er ſich vor den Gnaden⸗ 
und Recht auf feiner Bruſt zu Stul zu legen, und wird von 
funckeln. ſeiner Mutter unterricht t: 
2. Der harte Streit, die Rum⸗ drum ſpricht der Geiſt: macht 
mer volle Stunden, die man allem Land diß hohe Wunder⸗ 
im Jammer oͤfters zugebracht, Spiel bekannt, wie daß ein Koͤ⸗ 
find gantz dahin, nud wie ein nig ſey geboren, an dem die alte 
Rauch verſchwunden, weil unſ⸗ Welt ihr recht verloren. 

rer wird in Gnaden nun ge⸗ 5. Jehova hat nun unſer Hoꝛn 
dacht. Drum ehret nur das erhaben, es ſey geſegnet jeder, 
Lilien⸗Kind, das man im der da ziert den Gnaden⸗Stul 
Thal der Roſen findt, und mit ſeinen Opffer⸗Gaben: ge⸗ 
klagt ihm eure Hertzens⸗We⸗ ſegnet ſey, wer den Altar be⸗ 
hen, ſo wird der Schmertz und rührt. Verachte niemand deſ⸗ 
Kulmer bald vergehen. fen Stand, dem GOTT ges 
3. Zwar pflegen viele nach füllet hat die Hand: es wird 
dem Ziel zu lauffen; doch wer kein Anſchlag ihm verheelet, 
zu dieſem Amt ſoll ſeyn ge⸗ des Prieſters Lippen hats noch 
ſchickt, den muß die Menſchen⸗ nie gefehlet. 
n Mees. 3 6, Drum 


388 
6. Drum, die ihr liebt den rei⸗ Triebe. | 1 
nen Prieſter⸗Orden, ſeyd Tau⸗ 5. Die verzehren gantz und 
ben⸗ rein, verleget nicht den Eid, gar, was vor Schlacken an ihr 
damit ihr dem, der GOtt iſt war: daß fie mehr und mehr 
ſauer worden, auf ewig hin wird kleiner, und wie Gold im 
ans Hertz gebunden ſeyd: ver⸗ Feuer reiner. a 
doppelt dem nicht feine Muh, 6. Weil ich denn fühl den Ge⸗ 
der vor euch ſorget ſpath und nuß, und den ſuͤſen Liebes⸗Fluß, 
früh: und wann euch aͤngſten, der in meine Seele flieſet, und 
die euch haſſen, ſo thut die ſich allda ſtarck ergieſet. 
Hörner des Altars umfaſſen. 7. Wenn ich in der Stille bin, 
86. und Geiſt, Seele, Hertz und 
Woͤnd ich in der Stille fing, Sinn iſt in GOtt gantz aufs 
Wund mit meinem Geiſt gezogen, werd ich mehr u. mehr 
eindring in das ſanffte Gottes⸗ bewogen. 
Weſen, ſo kan Geiſt und Seel 8. Nur zu folgen dieſer Spur, 
geneſen. daß der Goͤttlichen Natur ich 
. Dann da offenbahrt ſich theilhafftig möge werden, weil 
Gott, wo die Creatur iſt todt: ich noch auf dieſer Erden. 
wo die Sinen ftill u. ſchweigen, 9. Daß alſo vergoͤttet ich, auch 
da thut ſich der Schoͤpffer zei⸗ ſo moͤge tragen mich, als wie 
gen. einer, der erkauffet von der er⸗ 
3. Ja er ſpricht fein Lebens⸗ den, und ſo lauffett. 
Wort in der Seelen alſo fort: 10. Nach der ſel gen Ewigkeit, 
weckt ſie auf zum Gottes⸗Le⸗ und ſich ſtetig haͤlt bereit, einzu⸗ 
ben, thut ihr innere Kraͤfte gebẽ gehen in die Stadt, die GOTT 
4. Daß davon fie wird recht" ſelbſt gebauet hat 8 
klein, dringet gantz in ihn hin⸗ 11. Vor die, ſo verleugnet hier 
ein, und zerſchineltzt vor lauter alle Wolluſt Pracht und Zier 
Liebe durch die ſtarcken Feuer⸗ dieſer Erden, ja was W 10 ii 
"u ! 41 l — u / 


4 


Drang su ER VERBRENNEN ZRERENERENRIERREEN 1. RERETRLERUESENAE dpi, 
auch ſelbſt gehaſſet ſehr. len Heil gen wahren Frommen, 
12. Mein Geiſt wird jetzt die auf ſo viel und ſchwere Krieg 
ſchon gewahr, wie ſo eine ſel ge erlanget haben ihre Kron, und 
Schaar zur Geſellſchafft ich bes den verheiſſnen Gnaden⸗Lohn. 
kommen, indem ich mir vor⸗ 2. Doch wird mein IJEſus vor 
genommen mich ſtreiten, weil er der aller⸗ 
13. Eine ſolche hohe Reiß: treuſte Hirt, und ſelbſt mich, als 
darum geb ich Ehr und Preiß ſein Schaͤflein leiten; ob ich oft 
unſerm Gott, der uns erkoh⸗ ſcheine gantz verirrt: dann bey 
ren, und aus ſeinem Geiſt ge⸗ ihm kan ich ſicher ſeyn als ein 
bohren. getreues Schaͤfelein. i 
14. Darum muntern wir uns 3. Diß iſt mein innigſtes Ver⸗ 
auf, und verfolgen unſern Lauf: langen, zu folgen ihm in reiner 
werden weder ſchwach noch Treu, damit ich bleib an ihm 
matt, weil uns der geſtaͤrcket behangen, und alſo gantz ſein 
hat eigen ſey: dann ſein geheimer 
25. Bey dem Kraft und viel Liebes⸗Sinn macht, daß ich ſo 
Vermoͤgen: wuͤnſchen dabey verliebet bin. 6 
Gluͤck und Segen, die ſich dieſe 4: O treue Liebe! laß mich höͤ⸗ 
Reiß erwehlen, und mit JEſu ren dein Ja-Wort ſelbſt im 
ſich vermaͤhlen. tiefſten Grund: ſo kan ich auch 
16. Daß ſie bleiben ihm ge⸗ dein Lob vermehren, und bleibe 
treu, bis daß fie mit uns aufs treu in deinem Bund. Vin ich 
neu, werden in dem Himmels⸗ ſchon hier gering u klein, wirds 
Saal, halten mit das Abend⸗ dort um fo viel beffer ſeyn. 
88. 5 


mahl. . | 
87. DIR Ann wird doch einft das. 
M Ann wird die Zeit doch Gluͤck erreicht, daß ich in 
einſten kommen? daß ich Gott geneſen, und alle Angſt 
erlaug den vollen Sieg, mit al⸗ u. Kum̃er ſchweigt, wo Ion fox 
1 7 ang 


1 


290 . 


BT nn 
fang geſeſſen, in vielen Schmer⸗ mein vieles Leid vergeſſen. 
tzen und Weh⸗Tagen, daß faſt 89. 
mit Worten nicht zu ſagen. DICH iſt das Leben diefer 
2. Ach! daß doch balde kaͤm > Zeit? ich ſehn mich nach 
die Zeit, daß ich koͤnt freudig ſa⸗ der Ewigkeit: dann hier auf 
gen: GO That gewendet all dieſer rauhen Bahn iſt nichts, 
mein Leid, daß bis daher ge⸗ das mich vergnuͤgen kan. 
tragen, das meinem Liebſten oft 2. Drum hab ich alle Luft ver⸗ 
verborgen, und doch verneut ſagt, und es auf IEſum hin 
wurd alle Morgen. gewagt: daß ich mit ſeiner 
3. Drum ſieh mich O HErr! Laͤmmer⸗Heerd vereinigt und 
gnaͤdig an, und thu mir Troſt verbunden werd. . 
einfcheneken, daß ich nicht weis 3. Da finde ich die rechte Full, 
che von der Bahn, durch Kraͤn⸗ worinn mein Hertze ſanft und 
cken und durch Dencken: ſo ſtill kan an der füren Weide 
werd in allen Hertzens⸗Preſſen gehn, all wo vergeſſen alle 
doch deiner nimermehr vergeſſe Wehn. MET 
4. Dann du biſt felber Rath 4. Die ehmals quaͤlten mei⸗ 
und That; drum will in mei⸗ nen Sinn, eh ich mich gantz er⸗ 
nen Sachen hoch preißen deine geben hin. Nun wird mir ſo 
Guͤt und Gnad, die es aufs gemeſſen ein, daß ich kan ſanft 
Beſt thut machen: und will und ſtille ſeyn. f 8 
dir auch ſo ſeyn ergeben allhter, 5. Ich habe zwar von Ju⸗ 
in meinem gantzen Leben. gend an mit Fleiß geſuchet dies 
5. Mun will auf meiner Trau⸗ fe Bahn: doch wegen jungen 
er- Bahn fort gehen meine Kinder Sinn that ich gar oͤf⸗ 
Straaſen, der, wo das Beſte ters fallen hin. * 
geben kan, wird mich nicht mehr 6 Weil noch nicht klaͤrlich 
Verlaſſen Dan wannich wer⸗ kont einſehn, daß man in Bote 
de ſeyn in Gott geneſen iſt all tes Reich muß eee 


391 


FERNE TESTER TEE EEE TREE RE Ger 
fal, Schmertzen, Creutz und tröſtets uns, daß es dir ſo ge⸗ 
Noth von Jugend an bis in fallen, und nehmen alles an 
den Tod. von deiner Hand. 
7. Wohl dan ſo ſey der Schluß 4. Wir bleiben dir dann be⸗ 
emacht, weil ich zu dieſem ſtens anbefohlen in Leid und 
Jie gebracht: daß mich kein Freud zu ſeyn mit dir vereint: 
Schmertze ſcheide mehr, faͤllts dein Lob vermehre ſich bey uns, 
auch ſchon oͤfteꝛs ſaur u. ſchwer. obwohlen es öfters ſchon alle 
8. Weil er ſo treulich mich ge⸗ hier noch anders ſcheint. 
führt, wo ich auch öfters: war 5. Zwar konten wir noch wohl 
verirrt: und mich gebracht zur was groſes ſagen; doch iſt es 
reinen Schaar, die gantz und beſſer hier zu bleiben klein: es 
gar ſein eigen war. endet ſich das Weh der Trau⸗ 
| 90. er⸗Tagen, dann werden wir 
DU As iſt wohl Beſſers auf erſt fehen, was wir ſeyn. 
der Welt zu finden, als 6. Hier leben wir zwar noch 
SOLL allein nur bleiben zuge⸗ in vielen Schmertzen, weil wir 
kehrt: wie man ſich ſonſten noch auf der langen Reiße ſind: 
auch wolt dreh n und winden; doch loben wir, und dancken 
fo gibt er doch, was unſer Hertz GOtt von Hertzen, dieweil es 
begehrt. W M nimmt zuletzt ein gutes End. 
2. So find wir dir dann 91. 
gaͤntzlich uͤbergeben, du wirſt DIR AS Schmertzen haben 
wohl wiſſen nut uns um zu⸗ W mich umgeben auf mei⸗ 
gehn: wir haben ja kein Recht ner Leid und Trauer⸗Bahn, 
vor unſer Leben, dann niemand dieweill mein antzes Thun und 
ohngericht vor dir kan ſtehn. Leben faſt aller Orten ſtoͤßet 
3. Wir muͤſſen zwar noch hier an. Ich hab ja ſo viel Fleiß 
auf Erden wallen, und iſt uns gegeben um Gottes Huld und 
unſer Looß oft unbekannt: 50 e Treu: gleichwohl 9 
13% 1 e den emen 


39% 

nur mein Beſts im Leben, als Wunder⸗Licht. 
bbs ein Widerſtreben ſey. 5. Und weil ihr Rath kan rich⸗ 
2. Mun weiß nichts anders tig führen auf dem ſo engen 
mehr zu machen, als mich zun Ereutzes⸗Gang: ſo will ich ih⸗ 
Fuͤßen legen hin, und GO TT rer Spur nachſpuͤhren, bis ich 
befehlen meine Sachen in ei⸗ den vollen Sieg erlang. 
nem kleinen Kinder⸗Sinn: u. wird mir endlich noch einkom⸗ 
will mein Thun ohn End be⸗ men, was mir von meinem 
weinen, bis ich erlange ſeine Gott bereit, da ich im Looß 
Huld, und er die Gnaden⸗Son der wahren Frommen ihn lo⸗ 
laßt ſcheinen, um weg zu neh⸗ ben werd ohn End und Zeit. 
men meine Schuld. 6. Dann werd von Gottes 
3. Er kan ſchon aus der Noth Güte fagen, wie feine treue 
erretten, waͤrs auch ein Wunder⸗Hand geſucht, erret⸗ 
Schmertzen bis in Tod: fo bald tet und getragen, und alles Leid 
er uns thut ſelbſt vertretten, ſo hinweg gewandt. Drum ſte⸗ 
faͤllt dahin der Suͤnden⸗Spott. het meine Hoffnung feſte, ob 
Und weil in allen ſchweren meine Krafft ſchon gantz dahin: 
Proben geſpuͤhret ſeine Vaters⸗ er bleibet mir der Allerbeſte, 
Treu, ſo will ich ihn auch ſte⸗ weil ich nun gantz ſein eigen bin 
tig loben, wie groß auch ſonſt 7. Mein Freund hat mich nun 


in jener Welt, werd ich ſtets ch rein und tugend⸗ 
ſuchen ohne Wancken zu leben, nErbe ſegnet mei⸗ 


zu führen einen rechten Wan⸗ dergleichen Balſam an. 
del durch ihre Krafft und 3: 


393 


Ein Gegenwurf des kommen, und auf mich ſich le⸗ 


32. Pfalms. get hart, hat mich gaͤntzlich uͤ⸗ 
1 bernommen, u. BUN a 
4 nen Rath: daß auch alle meine 


IR Eh dem Menſchen! der da Kräfte find gautz trocken aus⸗ 
wandelt in dem Pfad der gezehrt, und mein Thun und 
Eigenheit, der fo viel hat miß⸗ mein Geſchaͤffte iſt zermalmt 
gehandelt feine gantz Lebens- und umgekehrt. 
Zeit: dem fein Sund iſt aufge⸗ 5. Ich weiß nichtes mehr zu 
decket, die er ausgeübet hat, u. machen, als beweinen meine 
ſonſt hinters Licht verſtecket die Suͤnd, und befehlen Gott die 
unrein und böfe Art. Sachen, werden als ein kleines 
2. Weh mir! deſſen Miſſetha⸗ Kind: das ſein Thun mit Ernſt 
ten zugerechnet werden hier, ich bereuet, bis das Vater⸗Hertz 
muß leiden groſen Schaden, u. die Schuld ſchencket und die 
vor Angſt verſchmachten ſchier: Sund verzeihet: ſo erwirbt 
weil der Geift iſt eingegangen man Gottes Huld. ? 
in den falſchen Trug u. Wahn, 6. Endlich werd ich auch noch 
und nur gleiffend thaͤte pran⸗ komen ſchon in dieſer Pilgrims 
gen, wo er was thaͤt fangen an. Zeit zu den Aus er w ehlten 
3. Zwar ich wolt es ſtets ver⸗ Frommen, die GOtt bitten in 


Gebein, und ob ich mich ſchon ſich regen groſe Fluthen, Angſt 
89 5 quaͤhlen, kont ich doch Truͤbſahl, und die Erd ſich Wil 
nicht ruhig ſeyn: dann die Suͤn⸗ u dag wir ſtehen ohne 
verborgen lag, ward erregt mit 7. Gott allein iſt mein Erret⸗ 
vieleim Schmertzen, daß ich ter, in der allergroͤſten Noth iſt 
ſtuſzte Nacht und Tag. er allzeit mein Vertreter wider 
| Hund if aller Feinde Spott: daß ich 
| Dod z auch 


394 
r ] lä 
auch in allen Proben fpühre ſei⸗ und nach dem Tod. 
ne groſe Treu. Drum will ich 11. Darum freu ich mich des 
ihn ruͤhmen, loben, weil er mir HErren, und will es verſchwei⸗ 
ſo ſtehet bey. gen nicht, weil er mich zu ſol⸗ 
8. Seine Hand kan richtig chen Ehren hat gebracht durch 
führen auf des Creutzes ſchma⸗ fein Gericht: daß ich kan mit 
fen Weg: immer will ich dem feinen Frommen loben ihn und 
nachſpuͤhren, und darauf nicht fröfich ſeyn, werd auch nim⸗ 
werden traͤg: bis ich auch hin⸗ mermehr entnom̃en ſeiner hei⸗ 
durch werd kommen zu der Lies ligen Gemein. a 
berwindungs⸗Zeit, u. zu Got⸗ 93. 
tes wahren Frommen, die er DIR Enn ich hier mit meinen 
nur mit Augen leit t. e Thaten bin gekom̃en an 
9. Denn werd ich ihn erſt recht das Ziel, ſo fleh ich zu GOtt 
loben, weil er oft ſo wunder⸗ um Gnaden, der mir aus der⸗ 
bar mich gefuͤhrt durch ſo viel ſelben Füll kan hinnehmen mei⸗ 
roben, und errettet von Ge⸗ ne Schuld, im Erwarten in 
ahr: wann ich war, wie Roß Gedult, bis er mir mit Liebes⸗ 
und Mäuler, wiedrig rauh u. Blicken wird mein mattes 
ungeſchlacht, hat er doch durch Hertz erquicken. 9 6 
Liebes⸗Seiler meinen Sinn zu⸗ 2. Dann wann oͤfters mei⸗ 
recht gebracht. ne Sache durch und durch ge⸗ 
10. Und hat der Gottloſen faͤhrlich ſcheint, und ich nicht 
Plagen vaͤterlich von mir ge⸗ weiß, was ich mache, kommt 
wandt, und in Cangmuth mich der allerbeſte Freund: nimmt 
getragen, bis mein Hertz ihn mich auf in ſeine Huld, und 
recht erkannt. Nun ſteht mei⸗ verſoͤhnet ſelbſt die Schuld, 
ne Hoffnung feſte auf ihn, den weiß mir Hilfe mit zu theilen, 
gerechten Gott, er ſoll blei⸗ u. den bloͤden Siñ zu heilen. 
ben mir der Beſte, weil ich leb 3. Der die Liebe u, a 
hr 9 annte 


5 


ee ee eee 
kannte, die in heiſſer Liebes⸗ uͤbergebe in das Grab: und 
Glut bis zum Tod am Creu⸗ weil ich hierzu erkohren, iſt des 
tze brannte, und ſich meiner Todes Macht verloren. | 
Seel zu gut in der duncklen 7, Es wird keine andre Buͤr⸗ 
Todee⸗Nacht hat zum Opfer de hier zu tragen aufgelegt, 
dargebracht, und den Lohn, ſo als ein Schaf in Chriſti Huͤr⸗ 
ich verdienet, mit viel Schmer⸗ de und in ſeiner Heerde traͤgt: 
tzen ausgeſuͤhnet. hoͤr ich nur die Hirten⸗Stim, 
4. Eile ich mit ſtarckenSchrit⸗ bin ich ſicher vor dem Grim. 
ten nur in GOttes Kirch hin⸗BBleibet man nur ohne Wan⸗ 
ein, wo ſich JEſus in der del, ſo gefaͤllet GOtt der Han⸗ 
Mitten alle Tage findet ein: del. Pt 
und als Hirte Tag und Nacht 3. Es bringt tauſend Luſt 
über feine Heerde wacht, kan und Freuden, auf der Erden 
ich mit derſelben prangen, und Nichts zu ſeyn. Auf der rei⸗ 
bin Tod und Hoͤll entgangen. nen Seelen⸗Weide geht man 
5. Weil ich da mit allen froͤlich aus und ein: drum 
From̃en nun kan ſteigen Hum⸗ will ich mein Leben lang fol⸗ 
mel auf, und bin an den Ort gen aneines Hirten Gang, weil 
gekommen, wo die Gnade ih⸗ er mich zur Zahl gezehlet, die 
ren Lauf über GOttes gantzes er fuͤr ſich auserwaͤhlet. | 
Haus alle Tage fuͤhret aus, u. 9. Und fo bin ich wohl be⸗ 
als warme Sonnen⸗Stralen zathen, weil ich mich vergeſ⸗ 
kan des Hertzens Land be⸗ fen Fan; ob es gleich mit mei⸗ 
mahlen. | nen Thaten wenig oder nichts 
65. Da kan ich mich ſelbſt ver⸗ gethan, die doch nur ſich ſelbſt 
geſſen, Dee was ich wolt n. gemeint, wo's aufs beſte hat 
war, weil mein ſeligſtes Ge⸗ geſcheint: und weil ich mich 
neſen nur darinnen offenbar, E Ott ergeben, werd ich dor⸗ 
daß ich, was ich bin und hab, ten ewig leben. 
3 dd 94. Wenn 


ij a — * 
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0 


396 


94. Feuer, daß ihr nicht habt koͤnnen 
en IEſus die Herten erkalten: er iſt unſer Koͤnig, 
S entzündet mit Liebe, und heißt JEſus mit Nauen: kom̃t 
in uns erwecket viel heilige Trie⸗ lobet mit Levi und Abrahams 
be: ſo lodern die Flammen, und Saanen. | 
ſchlagen zuſam̃en, dieweil wir 6. Denn darum hat er euch 
von Gottes Lieb⸗Feuer her⸗ aufs neue geruffen, drum 
ſtammen. tretet im Geiſte auf hoͤhere 
2. Daſſelbe verzehret die Rau⸗ Stuffen: verfaßt das, was bild⸗ 
he u. Strenge, dieweil uns ſein lich, und dient GOtt im Weſen, 
Zucht⸗Geiſt ſtets haͤlt in der weil er euch zu ſolchem Dienſt 
Enge: der ſchmeltzet das Ertze, warlich erleſen. 
und machet es lauffen, daß da⸗ 7. Wir fühlen im Geiſte, daß 
von abflieſen die Schlacken mit wir was gewinnen, wenn wir 
Haufſen. in das Sterben einführen die 
3. So bleibet im Feuer das Sinnen: drum wolle ſich jedes 
Gold nur noch übrig, ich mei⸗ ſtets üben im Leben, das We⸗ 
ne die Seele, ſo recht klein und ſen der Weſen im Geiſt zu erhebe 
niedrig: wer ſich nicht will laſ⸗ 8. Dann weil wir aus Geiſte 
fen ſo rein gen durchs Feuer, der und Weſen gebohren, u. GOtt 
wird von dem Winde zerſtaͤu⸗ uns zum Dienſte im Geiſte er⸗ 
bet wie Spreuer. kohren: muß alles verfhwins 
4. Drum kommet ihr Kinder, den, was auſer uns ſchallet, da⸗ 
die ihr noch geblieben bishero mit der Geiſt Gottes im JInne⸗ 
im euer, und nicht aufgerteben ren wallet. Ei, | 
vom Feinde, der oft mit Macht 9. Wenn der ſich beweget, dan 
an euch geſetzet, geſuchet zu ſie⸗koͤnnen wir fingen, im Geiſt u. 
ben, und doch nicht verletzet. Gemuͤthe recht Opfer GOT 
5. Kommt, lobet den Schmel⸗ bringen, und wenn er auch wol⸗ 
tzer/ der euch hat behalten im te die Zunge auſteng 
80 WM aͤuſeren 


. 
F 


———— 


— | 


397 


auſeren Muſic mit Lobes⸗Ge⸗ 14. So kehre ein jedes inwen⸗ 
füngen. dig die Sinnen, damit wir viel 
10. So halten wir ſtille, und innere Kräfte gewinnen; fo 
laſſen ihn ſchlagen die Saiten wird denn das Aeuſre vom In⸗ 
der Liebe um Gott zu lobſa⸗ nern ausſchallen, und Gott, 
gen, ja fingen Lob⸗Pſalmen, der da Geiſt iſt, die Lieder ge⸗ 
wie David geſungen, im Geiſt fallen. | 
und Gemuͤthe mit Hertzen und 15. O Brüder! mein Hertz iſt 
Zungen. | erfuͤllet mit Freuden, den HEr⸗ 
11. Dieweil wir ja wiſſen, daß ren zu loben, ſein Ruhm augs 
Gott thut gefallen, wenn Kin⸗ zu breiten, und wer da entzuͤn⸗ 
der von diebe entzündet ſo lallen: det vom Feuer der Liebe, ſich 
bis daß ſie vollkommen ins In⸗ mit mir im Loben und Dans 
nere dringen, wo ſich der Geiſt cken recht uͤbe. 
thut in das Heiltigthum ſchwin⸗ 16. Ein jeder betrachte, was 
gen. Gott uns erwieſen, damit doch 
12. Da wird dann gehoͤret von ſein Name werd von uns ge⸗ 
Kindern der Liebe, was Gottes prieſen, dieweil er ſich unſter 
SOeiſt wuͤrcket aus Goͤttlichem aus Gnaden erbarmet, in JE: 
Triebe, das iſt dann nichts ſu, dem liebſten Sohn, freund⸗ 
fremdes, weil Gott ſelbſt bez lich umarmet. 
wogen, das Hertz und die Zun⸗ 17 Ja haͤlt uns zuſummen in 
ge zum Loben gezogen. Goͤttlichen Schrancken, daß 
13. Und weil wir deswillen weder in Leiden noch Proben 
nun wieder beyſammen, zu lo⸗ wir wancken: fo daß unſte Fein⸗ 
ben und ruͤhmen den herrlichen de ſich doͤrffen nicht freuen, weil 
Namen des Herren, der uns Wind uns noch Stürme nicht 
dus den Voͤlckern erkauffet, mit koͤnnen zerſtreuen. 
Feuer und Geiſte um Lichte ge- 18. Ihr Schweſtern, die ihr 
tauffet: aaaauch en 15 
2 — 1 isher 


398 a 


— PR. SE AIR Saal eure 1 m Maar 
bisher treu bleiben im leidenden werdet zu ihnen genommen. 
Pfade: ſtimmt au mit uns liebe 23. Dann werd’t ihr empfan⸗ 
lich dem König zu Ehren, das gen den Lohn eurer Treue, ein 
mit wir fein Loben ſtets kraftig jedes von Hertzen ſich mit mir 
vermehren. N erfreue, und hör nicht auf JE⸗ 

19. So werden die oberen Choͤ⸗ fun hier unten zu loben, bis daß 
re mit fingen, wenn wir uns wir zuſaimmen ihn loben dort 
inwendig ins Heiligthum oben. 1 
ſchwingen: da wird denn recht 95. | 
ſchallen das Lob hier auf Er⸗ DIV Enn mir das Creutz will 
den, und Gott wird im Him⸗ D machen Schmertzen, u. 
mel verherrlichet werden. die Verſuchung auf mich 

20. Ich hoͤr ſchon im Geiſte dringt, ſo fliehe ich zu JEſu 
uns lieblich antworten, dieweil Hertzen, mein Geiſt ſich uͤber 
ich erblicket geoͤffnet die Pfor⸗ alles ſchwingt: weil GOttes 
ten: allwo wir zuſammen bald Rath beſchloſſen hat, daß, wer 
werden eingehen, und unſeren mit Chriſto leben will, muß 
König von Angeficht ſehen. haben ſeines Creutzes viel. 

21. Indeſſen ſo haltet im Brenz 2. Drum kommt, ihr Creu⸗ 
nen die Lichter, daß man auch tzes⸗Brüder, kommet, die ihr 
kan ſehen an euren Geſichtern: zur Fahn geſchworen habt; ihr 
wie freudig ihr gehet dem wißt ja, daß das Creutz uns 
Braͤut gam entgegen, der euch frommet: wohl dem, den Ott 
hat erfuͤllet mit Liebe u. Segen. damit begabt, weil es macht 

22. Es warten auf euch ſchon zart, was rauh und hart, zer⸗ 
die himmliſchen Schaaren,die: malmet alle Eigenheit, und 
weil ihr thut euren Schmuck uns von Eigenlieb befreyt. 
reinlich bewahren: drum hal⸗ 3. Nehit auf euch Chriſti 

et cuch fertig, die Stund wird Joch mit Freuden, und tragt 
bald komen, daß ihr von GoOtt fein Creutz ihm willig nach, 

eo 10 


* 


399 


Ja ſchaͤtzet hoch all fine. Leiden, bram, Iſaac und Jacob, ihm 

dieweil Verachtung, Spott u. geben Preiß und ewigs Lob. 
Schmach nur fällt auf die, ſo 7. Dem ſtünnmet jetzt hier all 
sem hie bekennen vor der zu ſammen ein Lob⸗Lied nach 
Welt gantz frey, und bleiben dem andern an: entbrennt in 
bis in Tod getreu. guter Liebes⸗Flammen, und 
4. Ihr Schweſtern, die ihr ſeyd vereinigt wie ein Mann, 
mit in Bunde, weil ihr auch zu halten aus den Kampf u. 
Glieder an dem Leib, kein Un⸗ Strauß, bis wir gehn ein zu 
kerſcheid iſt in dem Grunde, ſeiner Freud, da weder Streit, 

denn da iſt weder Mann noch noch Schmertz noch Leid. 
Weib: drum weichet nicht 8. Indeſſen haltet aus die 
gon eurer Pflicht, wie ihr euch Proben, worzu ihr euch ſo 
IeEſu habt vertraut, als ſei⸗ oft verbindt, und achtet keiner 
ne keuſche werthe Braut. Feinde Toben, weil JEſus ſel⸗ 
5. Wir wollen uns aufs neu her uͤberwindt: und ſec laͤgt die 
verbinden, dem Braͤutigam Feind, weil er der Freund, der 
getreu zu ſeyn; es laß ſich doch euren S 115 ſich dargibt, und 

an keinem finden Verſtellung euch bis an das Ende liebt. 
oder Heuchel⸗Schein: prüft 9856. N 
euer Hertz, es iſt kein Schertz, MIT freuet ſich mein Geiſt 
dieweil ein jedes Glied muß Wund Hertz in dem verſteb⸗ 
fon an JEſu Letb keusch, hei ten Liebes Schmertz der durch 
lig, renn. der Weisheit Strahl berührt 
6. Nun JeEſus, der ung ein: die mich zu ſich ins Eine fuhrt. 


ab, und uns aus underdlen⸗ hin, worein ich ſo verlieber p ig: 


1 


794 


6 Di 
* SL, 
3, Die 


Glieder⸗Zahlt damit wir all, 17 140 daß ich zu der Schaar 
3 a 5 EE . 


ins Hummels Saal, e ehlt 
* nee eee Silbe 123 


| 115 


10 zu ſeinem groſen Abend 2. Das Looß iſt mir gefallen: 
ter Gnaden ebracht zu ſeiner mein Lieb ſtes hier auf dieſer 


00 a 
— —ͤ—ę— — — „VC 5 
3. Die hier dein reinen Lamm 9. Drum bleibt der Schluß 
nachgehn, wie es ſich wenden mir feſte ſtehn, daß ich will ih⸗ 
thut und drehn. Gehts ſchon rem Winck nachgehn: weine 
durch enge rauhe Weg, ſo wer⸗ mich hat fo wohl bedacht und 
den fie doch niemals trag. zur Jungfrauen⸗Zahl gebracht 
4. Fuͤhrt es ſie bis ans Creutz 10. Die nimer aus dem Tem⸗ 
hinan, fie folgen mit auf dieſer pel gehn, und ſtets das werthe 
Bahn: gehts auch durchs finſt⸗ Lamm erhöhn: das ſie erkauf⸗ 
re Todes⸗Thal, fie folgen ihm fet aus der Welt, zu gehen ein 
nach uberall. ins Himmels⸗Zelt. 1 
J. Führt es ſie an der Hoͤllen 11. Da dann der reinſte Jung: 
Ort, und zu des finſtern Todes fraun⸗ Sohn wird ſelber ſeyn 
Pfort: fo bleibt die Liebe ihr ihr Theil und Lohn: ſo ſind ſie 


2 —— 


Gewicht, daß ſie nicht gehen dann zu Ehren bracht, weil ſie 
hinder ſich. | die eitle Welt veracht. 

6. Wie ſicher kan ich gehenhin 97 . 
in dem ſobieb⸗verliebten Sinn. W̃᷑ Je herrlich und lieblich 
Wann mirs an Rath und Hülf wird dorten erfcheinen des 
gebricht, die Weisheit iſtinein Lammes Braut, want ſich ge⸗ 
Unterricht. Br endigt das Weinen: wan Seuf⸗ 
7. Der hat das beſte Theil er⸗ zen und Schmertzenund Leiden 
wehlt, der fich der reinen Lieb dahinden, wird Gott ihr viel 
verimählt: und wo die Lieb ſelbſt Frieden und Segen zuwenden. 
rathen kan, fo iſt man auf der 2 O herrliche Zeiten !wo dieſes 
rechten Bahn. krblicket, und Der pp Geis 
3. Drumſuch ich auch kein an⸗ ſter im Vorſchiua entzücket, 
der Gut, als was die ieb bey⸗ zu ſchauen hinein in Dis ae 


legen thut. Wer ühr nachgeht Stille, wo wahres Vergnuͤg 
in ſaur und ſüß, der gehet ein und Zöttliche Fuͤlle. 
ins Paradies. 3. Und weil Er uns traͤcket 


—— 


am Brunnen der Gnade, fo 
wandeln wir freudig im richti⸗ 
gen Pfade: und wenn wir er⸗ 
muͤdet durch Hitze ermatten, 
thut er uns bethauen u. wie⸗ 
der beſchatten. a 
4. Das giebet erneuete Kräfte 
zu gehen durch Leiden und Noͤ⸗ 
then durch Schmeꝛtzen und We⸗ 
hen: und wann wir aufhoͤhere 
Stuffen gekommen, ſo werden 
wir tiefer in GOtt eingenom⸗ 
men.. 
F. Da wird uns gezeiget im 
Geiſte von inen, was man nicht 
kan ſagen noch faſſen mit Sin⸗ 


nen: und ſehen im heiligen Goͤtt⸗ 


lichen Werden, wo endlich ver⸗ 
ſchwinden die viele Beſchwer⸗ 


den. \ 


* 
2 
1 
* 


I. 


Apbarligen Dingen 


1 


a I 


6. Kein Munde noch Zunge 


407 
Bain die alſo eindringen ins 
Goͤttliche Werden, wo endlich 
vergeſſen die Sorgen der Erden 

8. Wie mußt ich mich ofter⸗ 
mals drehen und wenden, eh daß 
ich die heumliche Wege kont fin⸗ 
den: drum dring ich hinein⸗ 
waͤrts ins inere Leben, da wird 
mir die Fulle des Geiſtes ge⸗ 


eben. N 

9. Gott hat mir gezeiget die 
Quelle der Freuden, da hohl ich 
Erquickung in Schmertzen u. 
Leiden: und werde nicht muͤde, 
bis das ich gekom̃en zum Goͤtt⸗ 
lichen Erbe im Looße der From⸗ 
men. 

10. Wo alle zuſammen mit 
herrlichen Weiſen und ſtetigem 
Loben ihm Ehre erweiſen: und 


| | alſo in Gottes Gezelte eingan⸗ 
kan reden noch ſagen, was da gen, allwo ſie mit Kronen in 
wird vor himmliſche Koſt auf Ewigkeit prangen. 


etragen: wo Seelen von allen 11. Und ſtehen da vor ihm im 


geſchie⸗ 


thum dringen. 
33 


17 


an i nn 


| en geſchie⸗ herrlichen Lichte, ach ſehet die 
den, und zu Gott ins Heilige Wunder: erfüllte Geſchichte! 

8 wo Gott ſich mit feinen Ge⸗ 
J. Ich werde zur innigen De⸗ ſchoͤpffen vermaͤhlet, die er ſich 
muth bewogen, weil Sott zur heilt 


mich in ſolche Sram, I“ 


en Braut⸗Jahl se. 
MR hr 


* 
. 


407 


— 


12. Ihr meine Geliebten, die ſerm Leid? ſehr gedultig un 
mit auf dem Wege, ach! werd't ſanfftmüͤthig, eh er unſer 
doch in Ewigkeit Keines mehr Hertz erfreut: und hilfft aus 
traͤge: weil JEſus iſt alſo uns der groͤſten Noth, zeigt ſich als 
ſelber vorgangen, eh daß er im ein treuer Gott; darum will 
Triumph alldorten kont pran⸗ ich ihn von Hertzen loben in 
A a HT den groͤſten Schmertzen. 
13. Und ob wir noch einige 2. Wer ſich ihm zum Opfer 
Stunden zu ſtreiten mit Wa⸗ giebet, der iſt ſelig und erfreut, 
chen und Baͤten in dunckelen wann er oft ſchon hart geſie⸗ 
Zeiten: fo werdet nicht müde, bet in der truͤb⸗ und duncklen 
weil bald wird geſchehen, daß Zeit: weil GOtt iſt ſein Troſt 
unſere Feinde mit Schanden ‚allein, drum er auch ohn lee⸗ 
beſtehen. xen Schein all fein Liebſtes 
14. Und weil uns der Holde ſo in dem Leben ihm zum Opfer 
richtig thut führen, fo werden 70 . 4 
wir nimmermehr von ihm ab⸗ 3. b wir ſchon oft ſehr ver⸗ 
irren: bis er uns erhöhet zum laſſen, daß es ſcheinet aus zu 
Goͤttlichen Schauen, vereint ſeyn: wann wir feine Guͤt um⸗ 
mit den reineſten Tammes⸗ faſſen, muß die allergroͤſte 
Jungfrauen. Pein werden lauter Suͤßig⸗ 
15. Die alles verlaſſen aus bie⸗ keit, wenn er unſer Hertz er⸗ 
be zur Tugend, und ſich ihm freut, thun wir in der Lieb zer⸗ 
vermahlet in bluͤhender Ju⸗ fließen, die er uns gibt zu ge⸗ 
gend: drum iſt uns vergeſſen nießen. 0 
die Freude der Erden, dieweil 4. Lob und Preiß ſey GOtt 
105 alldorten verherꝛlichet eau RR 15 bey 151 ran 1 
en. e | Fund ſpath: dafür will ich ihn 
ic An CRM nf Zi Fauch loben, was er mir er⸗ | 
DIE iſt doch der HErr fo wieſen hat meine gantze Le⸗ 
gütig und getreu in un? bens⸗ 


403 


bens⸗Zeit in ſo vielem Druck len allhier in dem Creutzes⸗ 
und Leid, und will ſein nicht Thal, und ſonſt anders nichts 
mehr vergeſſen, weil ich nun erwahlen, als zu bleiben in der 
in ihm geneſen. Zahl, die zwoͤlf mal zwoͤlf tau⸗ 
5. Dann ich kan nicht gnug ſend heißt, hin zur andern 
erheben ſeines groſen Namens Welt gereißt, und alldort, 
et was 1 ich ge⸗ 20 ſo viel dh GOtt 
en damit ich ſein Lob vermehr. ohn Zeit und Ende lob. , 
O wie ſelig ift der Sinn! der ne at Rh muff 
mit Allem ſich gibt hin: wer DIE lange ſolls noch waͤh⸗ 
wird konnen wohl errathen? W ren, daß ich muß traurig 
was diß ſind vor Helden⸗Thatẽ gehn, und meine Zeit verzeh⸗ 
6. GOtt du groſer Him̃els⸗ ren in ſo viel Leid und Wehne 
Koͤnig! rufe doch noch viel her⸗Iſt es dann ſo beſchloſſen zu 
bey, daß der Deinigen nicht meinem Hertzen⸗Leid, daß ich 
wenig, die dir alle recht getreu: muß ſeyn verlaſſen die gantze 
daß noch mehr hinzu gezehlt, Lebens⸗Zeit. 72 
die dem reinen Lam vermaͤhlt, 2. So n e in Wille 
und erkauffet von der Erden, in JEſu Lieb verſenckt, um 
daß ſie gantz ſein eigen werden. ihm zu halten ſtille, wie er es 
7. Dann ſo bald die Zahl vol⸗ fügt und lenckt. Er wird mich 
llendet, die das Lamm ſich hat wohl berathen nach meiner 
erſehn, ſo wird alles unge⸗ Traurigkeit mich aller Sorg 
wendet, und die alte Welt ver⸗ entladen in jener Ewigkeit. 
gehn. O du herrlich⸗ſchoͤner 3. Es iſt zwar ſchwer zu tra⸗ 
Pracht in des Lammes Nie⸗ gen die harte Leidens⸗Noth, 
dertrachtl der alldorten wird wenn man von Gott geſchla⸗ 
erſcheinen nach ſo viel gehab⸗ gen, getreten gar in Koth: da⸗ 
tem Weinen. RNaeben ſehr beladen mit vieler 
8. Ich will meine Tritte 1725 Hertzens⸗Pein, da anders 
Pan Ä e 3 jr nichts 


404 


nichts kan rathen als Heilige gegangen im jungfraͤulichen 
Stillesfeyn. | Sinn, der nach fo vielen Dran⸗ 
4. Doch ſoll die Noth nicht gen den Schmertz wird neh⸗ 
brechen den lang geſchehnen men hin. | 

Eid; ob mich ſchon oft that 8. So aber muß umſchweben 
ſchwaͤchen die groſe Bloͤdigkeit: in vielem bittern Leid, daß oft 
ſo bleibet doch mein Hertze faſt muͤd zu leben von groſer 
gantz innigſt anvertraut, den Traurigkeit. Doch wird das 
ich im Todes⸗Schmertzen all⸗ lange Hoffen noch lauffen fröͤ⸗ 
dort am Creutz geſchaut. lich ein das heißt, es iſt getrof⸗ 

5. Und weil zur Recht' und fen: ich geh zur Ruhe ein. 


Lincken mir Tauſend Noth 8 100. 
kommt ein, ſo fall im Nieder⸗ Je manches Leid wie 
ſincken noch im̃er tiefer drein: N manche Wehen hat nicht 


ſtat da ich meint zu raſten, auf feiner Pilger⸗Fahrt, mein 
nach ſo viel bittrem Leid, kom⸗ armes Hertze durchzugehen 
men noch größte Laſten in der weil ich mit IEſu mich ge⸗ 


betrübten Zeit. paart: ein Hertz, das ſich GOtt 
6. Doch bin in feinen Haͤn⸗ hat ergeben, um ihin zu dienen 
den, ſo wie ſein weiſer Rath gantz allein, dem wird das 
wird alles drehn und wenden rechte Sterbens⸗Leben mit rei⸗ 
durch feine hohe Gnad. Dan chein Maaß gemeſſen ein. 
ſolten meine Thaten mich brin⸗ 2. Drum kan ich weiter nicht 

en zu dem Ziel, es waͤr ſchon viel fagen, dieweil es nur iſt 
jängſt gerathen, und haͤtte alle GOtt bekannt, was ſolche muͤſ⸗ 
Jul? ee hier ertragen, die ſich ſind 
, So daß ich gantz behende kommen aus der Hand : doch 
tönt wallen dort hinan, allwo kommt man erſt zum rechten 
zum vollen Ende die rauhe Weſen, wann alles iſt in uns 
Creutzes⸗Bahn, die ich allhier zernicht t: was eignes W llen 
A — 7 4 8 5 


* 
. a 2 ich 
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7 


| 
1 
14 JE 
1 


40 


4. O was ein Gluͤck wird da Forthelf mir auf meinen We⸗ 
efunden! wo einſt ertoͤdtet die gen, daß ich kan wallen fort 
atur, da iſt der Jam̃er uͤber⸗ im Segen. 
wunden, da findet ſich die rech⸗ F. Dort iſt mein Gluͤck, ich 

te Spur: wo man kan ſtetig ſeh nicht mehr zuruͤck: betrog⸗ 
Opffer bringen dem groſen ner Schein, du 'gehftetht in 
Gott der uns erwehlt, und mich ein. Ich will GOtt in 
taͤglich neue Lieder ſingen, weil der Wahrheit dienen, ſo wird 
wu zu ſeinen Volck gezehlt. mein Leben ſchon ausgruͤnen. 
10. 6. Wann das erſcheint, was 
III ſchoͤn gehts zu, wo man damit gemeint: das 
wi Nan in ſtiller Ruh auch Wunder: Spiel trifft endlich 
nichts mehr weiß, als daß man doch ſein Ziel, wir glauben, 
Ssſtt gibt Preiß, und ſucht was wir jetzt nicht ſehen, es 
in ſeinem gantzen Leben in kei⸗ mag fonft alles untergehen. 
nein Ding zu widerſtreben. ro: 
20 O ſichreStill! wer ruht in Si Jene ſich mein Geiſt 
deiner Fuͤll, dem wird die Zeit und Sinn nach dem, was 
zum Nun der Ewigkeit: er Goͤttlich 


406 


Göttlch heißt: ich weiß doch 


ſonſt kein ander Gut, als wo 
man alles gantz in GOtt ver⸗ 


lieren thut. 


ut. ER 1 : - 
2. Mein tief verliebter Sinn noch unbekannt. 


. O ſanfter liebes⸗Schoos! 


hat mich gebracht zuletzt da⸗ 
hin: wo ich vergeſſen alles Leid, 


ſo nichts mit bringet heim in je⸗ da ſonſten nichts gemeſſen ein, 


als was das Hertz macht ruhig, 


ne Ewigkeit. 


3. Drum hab ich auch mein 


2 


Ziel nach dem vereinten Liebes⸗ 
Spiel, der reinen Schaar und 


Laͤmmer⸗Heerd, daß ich auf 


ewig hin mit ihm vereinigt 
werd. ER RR BR 1 
4. Und ſo dem reinen Lamm, 


da mir die hoh⸗und tiefe 
wo man iſt aller Sorgen loß: 


ſanft und ſtille ſenn. 


wohl, weil ich bin alles Guten 
voll, von Gottes reicher Huld 


7. Wo aller Kum̃er hin, der 
ehmals plagte meinen Sinn, in 
dem ſo jungen Kinder⸗Stand, 
Weg 


und Gnad, die mich in ſich ver⸗ 


kleint, durch feinen weiſen Rath 


10. Und mich gebracht dahin, 


das von GOtt aus dem Him⸗ wo mein verliebter Liebes⸗ 


mel kam, zu folgen 
dieſer Welt, bis wir zuſammen 


5. Da wir dann mit eingehn, 
wo die vereinte Choͤre ſtehn: all⸗ 
wo das gantze Sieges⸗Heer, 
Gott und dem Lannn gibt 


Ruhm und ewig Preiß u. Ehr. 


6. Drum bin ich auch nun ſtill⸗ 


Rat 9 IHR 
bey der ſo reichen Guaden⸗Fuͤll, e Je ſehuet ſich mein Hertz 
die da indie Fer au wo W̃ | 
man iſt heimgebracht in ſeiner 


42 


Mutter Haus. 


“ ** 


N 
2 1 


464 
3 * LE er, 7 


nach auf Sin, ſich hat geſehnet ſpat und 
fruͤh:das iſt nun frey geſchenckt, 
dort vor Gottes Thron geſtellt. vergeſſen alle Mü | 


Mh 
11. Drum bin ich in Verwahr 


mit der verlobten Jungfraur⸗ 


Schaar, wo ſelbſt das Lamm, 
der treue Hirt, ſie haͤlt in ſe aer 
Hut, das Keines mehr abart. 


Zu bee Got⸗ 


tes treue Lieb mich ihm erle⸗ 


ſen: damit ich bald erlang nach 


1 
2 


n ER 


ji 


4% 


langem Sehnen, was ich ſo oft gen und Gewinn, was wir ver⸗ 
geſucht mit vielen Traͤhnen. langen: die volle Gottes⸗ Huld 


2. Ach aber! waͤr ich mir nur thut ſich nun zeigen, drum ge⸗ 
einſt entnommen, fo wuͤrde ich ben wir ihr Ehr mit tiefſtem 
auch wohl bald darzukommen: Beugen. 


nun aber ich noch bin mit mir 7. Danck ſey dem weꝛthẽ Lam̃, 


beſchweret, wird meine Zeit u. das uns erkohren zur keuſchen 


Kraft im Leid verzehret. Juungfraun⸗Jahl und neu ges 


3. Doch hat die treuebieb mein boren: wir wollen ſeinen Ruhm 
Heꝛtz gebunden, daß ich in Hoff⸗ hier ſtuͤndlich ehren, und dort in 
nung ſchon den Schatz gefun⸗ Ewigkeit fein Lob vermehren. 
den: drum weꝛd ich bleiben treu, 104. 

und nimmer wancken, weil ſei⸗ DIR Je ſelig ift, wer alles hin⸗ 
ne Liebe mich ſo haͤlt in Schran⸗ « 

cken. i | erſt das rechte Leben, was noch 


eu. | 
+. Und den verliebten Sinn von unfern Kräften: kommt, 
‚sehr oft beruͤhret, fo daß ich ih⸗ zwar eine Zeit uns nutzt und 
re Brunſt in mir verſpuͤret: fromt: doch ſoll uns Gottes 
drum will ich ihm dafür viel Gnad umfaſſen, fo iſt uns das 
Ehr erweiſen, und ohne End u. Gewinn, wann zeitlich faͤllt da⸗ 
Ziel ihn ſtetig preißen. hin worauf wir thaͤten uns ver⸗ 
5. Es kan nicht anders ſeyn, es laſſen, da lernet man erſt recht 
muß noch werden, was man fo: daneben, daß ſelig ſey, wer alles 
lang geſucht mit viel Beſchwtr⸗ hingegeben. 
den. Die ſuͤſe Leidens⸗Frucht 2. Es iſt Gefahr, ſich denen 
wird ſich ſchon finden, und alle wilden Wellen mit Schiff und 


| Traurigkeit machen verſchwin⸗ Fahrzeug zu geſellen; doch iſts 


den. 22 5 noch mehr, wann es geſchicht, 
6. Die Nacht iſt bald dahin, daß unſer Schiffiein gar zer⸗ 
es kommt gegangen, mit = uns Dann wann der Glaub 


das 


Zn 


gegeben, dann da gruͤnt 


488 5 
das Schiff regiere: fo wird es tzes⸗Jahren. 5 
dahinein, wo harte Auſtoß⸗ 5. Diß iſt die Prob, daß wir 
Stein, mit vollen Segeln hin⸗ zur Kirch verbunden, allwo der 
gefüͤhret. Da muß der harte Eckſtein wieder funden. Es iſt 
Sinn zerſchellen, mit viel Ge- das Urtheil zwar gefaͤllt, daß 
fahr in denen wilden Wellen. hier der harte Sinn zerſchellt; 
3. Es koſtet viel, ſtets neuen doch wann wir in der Prob 
Muth zu faſſen, wann man ſich beſtehen, ſo wird zuletzt erkannt 
eimmal eingelaſſen mit dem, der des weiſen Fuͤhrers Hand, die 
uns zu groß und klein; hier haͤlt uns beſchuͤtzt in allen Wehen. 
nicht Prob der falſche Schein. Diß iſt in unſern Creutzes⸗ 
An dieſen harten Anſtoß⸗Fel⸗ Stunden der Troſt, daß wir 
ßen zerbricht die Creatur, und mit Chriſti Kirch verbunden. 
muß auch die Natur wie Wachs 6. Drum rühmt mit mir Den, 
im Feuer gar zerſchmeltzen: wer der uns thaͤt bewahren in viel⸗ 
hier nicht lernet ſich zu haſſen, und mancherley Gefahren, der 
wird ungeſchickt ſtets neuen in dem Sturm fo ficher ſchlief, 
Muth zu faſſen. N als ihm der Juͤnger Angſt zu⸗ 
4. Ein Liebling, der in feinen rief: dem auch die wilde Meeres 
Ereutzes⸗Jahren die Schule Wellen, als er ſich in der Nacht 
noch nicht hat erfahren, der hat zu Fuß darauf gemacht, len 


die Richtigkeit noch nicht an konten feinen Glauben fällen 
Gott in ſeine Hand gekrigt: Wir haben vieles hier erfahren, 
Er kan noch wol in feinen Wal⸗ wie er uns pflegt in Noͤthen z 
ſen, wann Aergernüß und bewahren. * 2 


Schmach nun kommen an den 105. 1 
Tag, wie dort die Jünger WJ ſtill iſt Zion worden 
ſchwerlich fallen. Wer die Na⸗ nach der betruͤbten Zeit; 
tur mit GOtt will paaren, er⸗ der e eee SAT 
führt viel Angſt in ſeinen Creu⸗ ſich wieder e die 
nge⸗ 


U 
n 09 


angenehme Sonne ( aus dBurhHinmel-fürkehr. Das 
Gottes Freundlichkeit) geht Lamm, fo uns erwaͤhlet, daß 
auf mit voller Wonne nach wir dort dargeſtellt; zur reis 
der betruͤbten Zeit. nen Schaar gezehlet, erkauffet 
2. Des thut ſich hoch erfreu⸗ aus der Welt: 
en die zꝛeine Jungfꝛaun⸗Schaaz: 6. Gibk Segen, Kraft, Ges 
fo gehen ihren Reihen gar ſchoͤn deyen, daß wir, als wie ent⸗ 
bey Paar und Paar, nach je- zuͤckt, uns allzuſamen freuen, 
nen Zions⸗Freuden, wo aller daß wir ſo hoch begluͤckt: fü 
Engel Choͤr GOtt ohne End daß wir gantz vergeſſen, was 
und Zeiten fingen Lob, Preiß Zeit und Jaimmer heißt, fein 
und Chr. Gut iſt unermeſſen, die er an 
3. Nunmebro ift vergangen uns erweißt. | 
die ſchwartze Trauer⸗Nacht, 7. Drum werden wir befte 
da wir in fo viel Drangen ver⸗ hen in der betruͤbten Zeit, da 
hoͤhnt, verſpot t, verlacht. Nun nichts als lauter Wehen und 
thut in Liebes⸗Blicken, von je⸗ Geiſtes Engigkeit verdunckelt 
ner Herrlichkeit, er unſer Hertz gar das Lichte, da anders nichts 
erquicken nach ſo viel bittrem zu ſehn, als ob wir im Gerich⸗ 
id te nun müßten gar vergehn. 
4 O angenehmes Weſen! g. Es iſt nicht wohl zu ſagen, 
wie lieblich iſt zu ſehn, daß wie⸗ wie ſein fo treuer Rath unend⸗ 
derum geneſen Zion nach ſo lich Sorg thut tragen, wo man 
viel Wehn: das ſelige Gedeyen im Lebens⸗Pfad treu bleibet 
in Huld und Freundlichkeit ohn Ermuͤden: kommt her, ihr 
thut uns ſehr hoch erfreuen in meine Braut; ich ſcheuck euch 
unſrer Niedrigkeit. meinen Frieden, nach ſo viel 
F. Wir find nicht mehr be⸗ bitterm Leid. | 
trübet, weil GOtt von oben 9. Ich will euch wohl bereiten 
her uns viel Gedeyen giebet und machen auserwehlt; ſeyd 
5 Affe nur 


1 
70 


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* 


410 


T ˙¹˙1AWꝛͥmÃͤͥ ʃ:mr t ̃ ̃—bner RR um ur a . regen 
nur getreu im Leiden, ihr ſeyd 13. In Jammer, Schmertz 
ja ſo vermaͤhlt. Muͤßt ihr ſchon und Leiden, und ſo viel bittrer 
hier auf Erden, oft traurig ein⸗ 1 nun geht man mit viel 
her gehn, dort wirds ſchon an⸗ Freuden zur Lammes⸗Hoch⸗ 
ders werden, wo all mit Freu⸗ zeit ein. Da werden alle leben 
den ſtehn in groſer Hertzens⸗Freud, Gott 
10. Vors Vaters Stul und und das Lamm erheben in alle 
Throne, wo das erwehlt Ge- Ewigkeit. 
ſchlecht pranget in ihrer Krone, 188 
ſo jedes daſelbſt traͤgt. Drum Wa geh ich hin? auf daß 
gehet hin mit Freuden den ich find der Seelen Schatz 
ſchimalen⸗Himmels⸗Steig: ich und Leben: dann feine Lieb hat 
will die Eng erweiten, damit mich entzuͤndt, mich ihme gantz 
der Schmertzen weich. zu geben. f 
11. Diß iſt das Freuden⸗Le⸗ 2. Drum hab ich auch in 
ben, ſo uns das Lamm anbeut, meinem Sinn der eitlen Freud f 
wann wir ſein Lob erhꝛben hier entſaget: und habe mich zum 
in der Niedrigkeit. Sind wir Creutze hin mit vielem 
ſchon lang geſeſſen in Schmer⸗ Schmertz gewaget. f 
sen und viel Leid, fo iſt doch 3. Die Freude, die ich bey 
nun vergeſſen die viele Trau⸗ dem Schmertz im Treutzes⸗ 
rigkeit. Thal hienieden genieſe, troͤſtet 
12. Wir wollen nun erheben mehr mein Hertz, als dieſer 
die Geiſter allzuſam, GOTT Welt ihr Friede⸗ 4 
Ruhm und Preiß hingeben, u. 4. O ſuſes Creutz! DLebend: 
dem erwuͤrgten Lamin: das Wort! du haft mir Kraft ge⸗ 
alle wird erhöhen zur reinen geben, daß ich mit dir, der See⸗ 
Jungfraun Schaar. Da wird len Hort, in Salems Pfort 


> 


decht offen ſtehen, was hier ver⸗ kan leben. | | 
borgen war 1 5. Ach was iſt doch Meg | 
| „ ſe 


* 


411 


ſe Welt mit ihrer Freud zu Heil bekleidt, und macht mein 
achten fie iſt ein Tand, der Leid verſchwinden. | 
bald zerfällt, und macht das 


107. 
Hertz verſchmachten. DIR O iſt doch mein Schön: 
f meiner 


6. Ich habe nun au W ſtex anjetzo zu findene den 
Bahn das rechte Ziel getroffen: ich nur vor allen ſonſt andern 


weil Creutz und Leiden iſt fort erwaͤhlt: weil er ſich ſo freund⸗ 
an mein Theil, das ich zu hoffen. lich mit mir thaͤt verbinden, da 


7. So leb ich dann in GOt⸗ er mich hat unter die Seinen 
tes Huld, und weiß von kei⸗ gezehlt: wie willig und freu⸗ 
nen Sorgen: als nur, daß ich dig kont ich dahin geben mein 
moͤg ohne Schuld in ihm ſtets Liebſtes, um alſo nur ihme 
ſeyn verborgen. zu lehen. | | 
8. Ich thaͤte oftmal hin und 2. Doch wurd ich gar balde 


her im Lauffen mich verweilen: von ihme verlaſſen, das bracht 


weil mirs zu eng und ſchier zu mir viel toͤdtliche Schmertzen 
ſchwer, um weiter fort zu eilen. und Pein, ſo daß ich hierinnen 

9. Nun aber hab ich vieles mich ſchwerlich kont faſſen, die⸗ 
winn imCCreutzes⸗Thal gefun⸗ weil ich in allem mich fande 


den: ich acht mich ſelig, wañ allein: mein Leiden u. Jam̃er 


ich bin mit Schmertz u. Noth war ſchwerlich zu tragen, weil 


verbunden. ich ihn nicht konte in Worten 


190, Darum wohl mir! es iſt erfragen. 


vollbracht, der Tod iſt nun ge⸗ 3. Ich thaͤte umwandeln 


rochen: denn, da ich dieſe viel Tiefen und Hoͤhen, und 
Welt verlacht, iſt ſeine Macht ſuchte den Liebſten bey Tage 


zerbrochen. und Nacht, diß brachte mir 


11. So fahr nur hin, O Ei⸗ vielerley Schmeꝛtzen u. Wehen, 


telkeit ich will mich dem ver⸗ dieweil er mein Hertze fo an 
binden, der mich mit fo Er fich gebracht: ſo daß ich auch 
1 SR | 


meinte 


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412 5 
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meinte ihn nimmer zu laſſen, gen, im Still⸗ſeyn thut ſtetig 
und ſolt ich auch drüber im mein Liebſter ſich zeigen. 
Tode erblaſſen. 7. O wohl dann! wie iſt 
4. Doch da ich gedachte, ich mirs ſo trefflich gelungen, weil 
müßte vergehen, wurd ich dar⸗ meinem Geliebten ſo nahe ver⸗ 
auf balde ein anders gewahr, wandt, und zu ihm ins inure 
und ſahe den Liebſten zur Sei⸗ Gemache gedrungen, allwo 
ten mir ſtehen: O Wunder! er mich ihnie zu eigen erkaüt. 
erſt wußt ich nicht, ob er es Drum werd ich wohl bleiben 
war; doch machte er weichen ihm ſtetig ergeben, weiler mir 
mein aͤugſtliches Graͤmen, und geſchencket ein Goͤttliches Leben 
thaͤt nur die vielerley Schmer⸗ 108. 5 
tzen wegnehmen. Wa ſoll ich hin? wo ſoll 
5. Und weil ich in meinem Wich bleiben? daß doch ein⸗ 
Geliebten geneſen, ſo mußte mal werd in mir ſtill; ſoll 
verſchwinden die Kaͤlte u. Froſt, mich dann immerhin umtrei⸗ 
und wo ich vorhero in Schmer⸗ ben die Unruhe die ich doch 
tzen geſeſſen, werd ich nun ge⸗ nicht will: ach ſoll der Schmertz 
ſpeiſet mit Goͤttlichem Troſt. dann ewig waͤhren? der im⸗ 


Inn ſtillen Erſencken nach vie- merhin verneuert wird, ſoll 


lem Ermüden wird endlich ge- mir dann Leib und Seel ver⸗ 


funden der innere Frieden. zehren? daß ich muß bleiben 


6. Die toͤdtliche Schmertzen, gar verirrt. | 
die bittere Leiden, die kommen 2. Ich weiß ja keine Ruh 
von unſerm verdoꝛbenen Stand zu finden, kein Troſt in mei⸗ 
und wer ſich von allem auf ner roſen Noth. Soll dann 
Erden kan ſcheiden, dem wer⸗ die Hoffnung gar verſchwin⸗ 
den die Wunder des Hoͤchſten den? fo muß erblaffen ich im 
bekannt. Drum will ich mich Tod: dan was mir vormals 


ſchnuegen im heiligen Schwei⸗ machte Freude, das bringt ’ 


* 


auch in dem, was genefen heißt: 


4¹3 


mir jetzt viel Schmertz und net immerzu. 


Pein, und wo ſonſt meine 2. Werden ſeiner Tage viel, 
Secler⸗Weide, muß ich jetzt fo iſt dieſes fein Luſt⸗Spiel: in 
in viel Elend ſeyn. des HErren Gegenwart leben 
3. Ach Gott! wo hab ichs fo nach Kinder⸗Art. 
doch verſehen? (muß ich geden⸗ 3. Weil ſein Licht im Dunck⸗ 
cken oftermal,) daß ich in ſo len ſcheint, muͤſſen weichen ſei⸗ 
viel Noth und Wehen in man- ne Feind: weilen fte das Licht 
cher bittrer Hertzens⸗Quaal erſchreckt, das ein Ottes⸗Kind 
muß bringen zu all meine Zei⸗ bedeckt. N 
ten, und ſeyn von allem Troſt 4. Darum iſt die Lieb ſein 
entbloͤßt: wann wird ein End Brod, welches ihm in Noth 
doch meinem Leiden? wann und Tod zugetheilt von GOt⸗ 


werd ich von mir ſelbſt erloͤßt? tes Hand auf dem Weg zum 


Ke e en e nickt = Wer it dieſer Cieb ver⸗ 
Ude Ic den dh ſehn, fürchtet keine Leidens⸗ 
ee Wehn: iſt vergnüget, wie 
entladen, kommt ein anders Fit will un 100 get, weiß 
noch ſo ſchwer; doch, obſchon Maaß und Ziel er weiß 
bleibt mein ſteter Schmertzen ” 9 Herk! du biſt ſehr gez 
a treu, deine Guͤt iſt ewig neu: 
itt Doch ein er n leit und fuͤhre deine Heerd, daß 
OH das mid) zur andern fie dir gefällig werd. 
elt hinweißt. 7. Floͤße in ſie Muth und 
Seh Kraft, daß dein Goͤttlich Ei⸗ 

I Er im HErrn geſchlafen genſchafft ſie bereicheinderZeik, 
Hein, muß ein Liebling wie auch dort in Ewigkeit 
GOttes ſeyn: des Gemuͤthes g. Da dann wird das Jung⸗ 
ſauffte Ruh waͤchſt und gruͤ⸗ fraun⸗Heer froͤlich ſingen Chor 


414 


um Choͤr: Halleluja ſey dem de, und dem Bild der Sterb⸗ 
Lam, unſerm Seelen⸗Braͤu⸗ lichkeit, nennen fine Anver⸗ 
tigam. wandte: vor dein viel gehabtes 
300 acht dur FR ee Sn dir en 1 
Ir fein ſauffteLie⸗ dort viel ſuͤſen Freuden⸗Wein. 
bes⸗Macht: nun der Streit f Io > 
ſich hat geendt ider wir GOtt Zi: Herzlichkeit thut blüs 


ohne Eud. hen: der zwoͤlf Staͤmmen 
110. ungfraun⸗Zahl thun ſich alle 
| 3 Age nicht, du kleine Heer⸗ ſamt bemuͤhen, zu verneuen ih⸗ 
de, wann du muſt verlaſſen re Wahl. Wer allhier gering 
ſtehn, dort wirds Alles anders und klein, wird alsdann das 
werden, wann dich wird dein Schönfte ſeyn. | 
Freund erhöhn. Hier veracht, 2. Die das Lamm ſich hat er⸗ 
ering und klein, heiſet dort ver⸗ wehlet, ſind erkauffet aus der 
derrlüadt ſeyn. Welt, und mit ihm am Creutz 
2. Sey nur froh, es wird dir vermaͤhlet, daß fie dort mit 
werden, was du haſt ſo lang ge⸗ dargeſtellt vor GOtt und des 
ſucht, dann dein Jammer hier Lammes Thron, prangend in, 
auf Erden bringt alldorten ſei⸗ der Sieges⸗Kron. er 
ne Frucht. Geht dein Schmertz 3. Dann die hier auf dieſer Er⸗ 
noch tiefer ein, dort wirds ſo den ſich erwehlen Creutz und 
viel beſſer ſeyn. Schmach, werden dort verherꝛ⸗ 
3. Halte deine Krone feſte, laß licht werden, wann da konmt 
den Jungfraͤulichen Schmuck der ſchoͤne Tag: da ihr viele 
bleiben dir das Allerbefte, ſehe Traurigkeit wird verkehtt in 
ja nicht mehr zuruck. Wenn Huumels⸗Freud. 5 
du ang genug geweint, wird 4. Freue dich du kleine Heer⸗ 
dei allerſichſter Freund de, Zious Tochter, eyd bereit 
4. Dich eriöjen von dem Ban⸗ obſchon hier auf dieſer Erde all 
f e 


1 * 415 
les ligt in ſchwerem Streit, zugedacht nach der ſchwartzen 
heißt es doch: ihr Jungfraun Trauer⸗Nacht. ER 
wacht in der Stund der Mit⸗ 9. Du wirſt dich unendlich 
kernacht. freuen, preißen Gottes Freund⸗ 

5. Und thut eure Lampen lichkeit, weil er dich nun thut 
ſchmuͤcken fertig und fein wohl verneuen vor dein viel gehabtes 
bereit, weil man ſiehet naͤher Leid. O der angenehmen Ruh! 
rücken die ſo lang gewuͤnſchte jo da bluͤhet immerzu. | 
Zeit: dann wer da will gehen 10. Dann wird alles lieblich 
ein muß rein und jungfraͤulich ſtehen: Zion die geliebte Braut, 
ſeyn. | wird aus ihrem Kercker gehen, 
„6. Den Schmuck thut er ſelb⸗ und mit Wunder angeſchaut, 
ſten ſchencken: wo wir nur im die mit Ehr und Majeftät iſt 
reinen Sinn, ſtetig uns nach von ihrem GOtt erhoͤht. 
ihme lencken, wird er uns ſchoen IE, 
bringen hin, wo die Zahl, die den wird nun bald erſchei⸗ 
er erwehlt, und mit ihme ſich I nen in ſehr groſer Herrlich⸗ 
vermaͤhlt. SSR. keit, da ihr viel und langes 

7. Dann wird Zion fröͤlich ſte⸗ Weinen wird verkehrt in lau⸗ 

hen, wann die gaͤntze Creutzes⸗ ter Freud. Deine viele har⸗ 

Schaar wird erloͤßt von ihren te Preſſen, ſamt der ſchwar⸗ 

Wehen, nach fo vielerley Ge- Gen Trauer⸗Nacht, werden 
fahr: da wird JEſus, GOttes ewig ſeyn vergeſſen, weil dein 
Sohn, ſelbſten ſeyn ihr Theil Heil nun iſt erwacht. 

und Lohn. 2. Deine viele Muͤh und 
8. Dann wirds heiſſen: kom Sorgen, und dein viel gehab⸗ 
Gdaebte, du ſolt werden hoch tes Leid werden dir an jenem 
erfreut: du warſt lange die Be⸗ Morgen lohnen mit viel Him⸗ 
trübte, dein Schmuck iſt nun mels⸗Freud: wann der frohe 
weiſſer Seid, die dir von rg Tag erſcheinet, der von ER 
N e 8 99 f 0 


4b 


; * 9 4 3 n 
fo fang erſehn, dann hat Zion ſchlechte, das ſich Edott ſelbſt 
ausgeweinet, wird aus ihrem zugedacht, und gelehret ſolche 
Kercker gehn. Rechte, ihm zu dienen Tag 
3. Dann wird ſie in groſen und Nacht: dieſes iſt der rein⸗ 
Freuden und mit vielen Wun⸗ ſte Orden der verlobten unge 
dern ſehn ihre Erndte ſich aus⸗ fraun⸗Zahl dabey gantz ſein 
breiten, und in vollen Aehren eigen worden aus ſehr tief ge⸗ 
ſtehn. Nan wird werden erſt heimer Wahl. | 
verſuͤſet ihr fo bittre Thraͤnen⸗ 7. Wohl dann nun! es iſt 
Saat, weil ſie nun dafür genie⸗ gelungen Zion, der geliebten 
ſet ew'ges Leben ew ge Gnad. Braut, weil ſie ſo iſt einge⸗ 
4. Alles Seufzen iſt ver⸗ drungen, und im Geiſte den 
ſchwunden, aller Schmertz iſt geſchaut, der allhier amCreutz 
gantz dahin, weil die lang ge- erhoͤhet, dort zur Herrlichkeit 
wünſchte Stunden kommen gebracht; hier auf dieſer Welt 
ein mit viel Gewinn. O wie verſchmaͤhet, und von jeder⸗ 
wird die vor Betruͤbte in ſo man veracht. u 
groſen Freuden ſtehn, weil 8. O wie breunet das Ver⸗ 
ie nunmehr die Geliebte, und langen, Allerſchoͤnſter, nur 
geheilet ihre Wehn. nach dir; weil in fo viel Lies’ 
5. Sie wird ohne Ende prei⸗ bes⸗Drangen wir beklemmet 
ſen das Lamm, ſo von Gott ſind allhier: da wir in ſo man⸗ 
erhoͤht, und ihm mit vie Wun⸗ chen Wehen und bedraͤngtem 
der⸗Weiſen geben Ehr und Geiſtes⸗Leid öfters ſeufzend 
Majeftät. Drum find dig umher geben in der truͤb und 
hochtheure Seelen, die allhier duncklen Zeit. % 
auf dieſer Welt ſich dem Lam̃ 9 Doch wir ſind dir feſt ver⸗ 
am Creutz vermaͤhlen, und zur bunden, und der Eid iſt lang 
Braut⸗Zahl ſind gezehlt. geſchehn, obſchon manche Tau⸗ 
6, O du lieb und werth Ge⸗ er⸗Stunden annoch über u 3 
5 1173 


417 


— 


ergehn: warten wir doch ſei⸗ Thore offen aller Orten weit 
ner Guͤte, wie uns die wird und breit, und ihr Gluͤck 
theilen aus, nach der angeneh⸗- kommt eingeloffen in der fro⸗ 
men Bluͤthe bringet man die hen Ewigkeit. | 
Frucht nach Haus. ir 
10. Glauben, Dulten, Lieb 113, | 
und Hoffen find hier unfte f 
Reiß⸗Gefaͤhrt, wem das Ol dir, Herr Je, ich 
Gluͤck fo eingeloffen, wird O mich gaͤntzlich wende, du 
von keinem Leid beſchwert; wollſt mir doch mit deiner Lieb 
dann iſts beſte Theil gefun⸗ beyſtehn: zu bleiben dir getreu 
den, wan des Holden Freund⸗ bis an mein Ende, und alſo 
lichkeit wird ohn alle Maaß ſtets nur deinem Fuß nachgehn. 
empfunden in dem allergroͤ⸗ 2. Ach lehre mich von Hertzen 
ſten Leid. | dich umfaͤſſen! und ſey mein 
1. Darum freu dich, du Helfer, wann mirs übel geht: 
Geliebte, muſt du ſchon oft dann wann in ſolchem Stand 
traurig gehnz du biſt nicht von dir verlaſſen, ſo werd ich 
mehr die Betrübte, wann leichtlich hin und her geweht. 
dich wird dein GOtt erhoͤhn, 3. Dann ſo du biſt mein Hel⸗ 
und mit groſer Freud und fer und Erretter, ſo kan in al⸗ 
Wonne bringen in ſein Haus len Noͤthen halten aus: und 
und Stadt, vor dem glorieu⸗ bleibeft du mein Schild und 
ſen Throne preiſen fine hohe mein Vertreter, fo ſchadt mir 
Gnadz. nichts, waͤrs auch der haͤrtſte 
132. Nun wird Zion ewig Strauß. | 5 
‚grünen, und in GOtt erneu⸗ 4. Ach! daß ich doch, dieweil 
et ſtehn, weil ihr ſchoͤner Glantz ich leb auf Erden, dir bleiben 
erſchienen, wird das Alte gantz möcht getreu, wie dirs gefaͤllt:e 


vergehn. Nun ſtehn 2 ich alldort verherrlicht 
17 1 8 2 


99 werden 


1 


418 


een . —— 


werden mit denen, die du dir und ſtetem Hoffen fällt endlich 
ſelbſt auserwehlt. alle Sorg daͤhin. Wann alles 
| 9 iſt dahin gegeben, was unſer 
5. Drum ſchaffe ſelbſt, daß ich Auge wuͤnſchen mag: ſo kom̃t 
folg deiner Lehre, und jage nach man zu dem wahren Leben, wo 
dem reinen Kinder⸗Sinn: das ſich verlieret alle Klag. 
mit kein eitler Wahn mich mehr | 
bethoͤre, dieweil ich nunmehr 2. Will man die Ritter: Kron 
gantz dein eigen bin. erlangen, ſo muß man kaͤmp⸗ 
fen bis aufs Blut: mit IE ſu 
6. So will ich dann von Her- an den Creutze hangen, eh man 
tzen mich befleiſen in meinem erlangt das hoͤchſte Gut. Im 
Leben dir zu ſeyn getreu: bis ich Creutz erlangt man Kraft zum 
dich werd ohn Zeit und Ende Siegen, wer darin treu an ſei⸗ 
preißen alldort, wo du wirft nem Ott: der wird auch nim⸗ 
machen alles nu. mier unten liegen bis auf die 
letzſte Sterbens⸗ Noth. 


5, Wie wohl wirds ſeyn, aun „ 
ich werd ſeyn gezehlet zu der 3. Die Zeit iſt kurtz allhier 
verlobten keuſchen Jungfraun⸗ auf Erden, da unſte Buß j 
Zahl: die ſich in dieſer Welt durchs Creutz erhoͤht. O moͤcht 
dem Lamm vermaͤhlet, weil fie ich treu erfunden werden! bis 
erkaufft zu feinem Hochzeit⸗ mir die letzte Kraft vergeht. O 
Mahl. SeErr! thu mir doch ſelbſt bey⸗ 

| stehen, und hilf mir aus von al⸗ 
114. ler Schmach, daß ich moͤg dei⸗ 

| nem Fuß nachgehen bis auf den 

3 Uletzt wird doch das Ziel letzten Todes⸗Tag. a 
getroffen, wornach ich Mug . | — 
‚geloffen bin: nach vieler Muͤh 4. Verſaltze mir mein a: 1 
a f | 0 guf 


419 


auf Erden durch deines Todes 6. Des bin ich froh und hoch 
Ditterkeit: ſo kan der Geiſt ge⸗ erhaben, ob ich ſchon oft noch 
heiligt werden annoch in mei⸗ unten lieg, weil durch des ho⸗ 
ner Lebens Zell. Und weil des hen Geiſtes Gaben uns ſchon 
Creutzes Heimlichkeiten, und iſt zugetheilt der Sieg. Wir 
feine Tiefen, hab erſehn: drum wollen Gott unendlich loben 
wird mich auch hinfort nichts mit ſeiner gantzen Ritterſchafft, 
ſcheiden bis in die allerletzten die er durchs Creutz ſo hoch er⸗ 
Wehn. hoben zum Sieg, durch ſeine 


| Wunder⸗Kraft. 
5. Es muß doch alles gantz 

umkommen in dieſes Lebens 7. Wir wollen uns unendlich 

Wuͤſteney: wird man ſchon al⸗ freuen, die wir alſo in Eins ge⸗ 
ler Ding entnommen, ſo wird bracht, erweiſen, das wir die 

der Geiſt zuletzt doch frey, daß Getreuen, ſo ihme dienen Tag 
ker ſich kan hinaufwaͤrts ſchwin⸗ und Nacht. Diß ſollen unſre 
gen, weil Alles gantz zu Bo⸗ Rechte heiſſen, ſo lang wir le⸗ 
den liegt, und kan dem Tod ſein ben in der Zeit: damit wir ihn 
Grab⸗Vied ſingen, der ihn ſo ohn Ende preißen ſchon hier 
manche Jahr bekriegt. und dort in Ewigkeit. 


9993 RN 
£ 5 


Meer, 
2. Mich bedecken und umge⸗ uͤbergroß: der die Wunden hat 


| Von der 
Zerfallenen Hütte 
Davids, 


Und ihrer Wiederaufrichtung 
Durch den, der u das Panier der 
Voͤlcker | 


1. 72 | 

Aus der Prophetiſchen Wurtzel gufgeſucht / und zur 
Kirchlichen Uebung mitgetheilet pon einem 
nach der ſtillen Ewigkeit wallenden — 


Friedſamen. 


| 2er ſehen aller Orten, weit u breite 
och wie iſt ſo gar ver⸗ 4 lde ſchmertzlich iſt zu 
gangen Zions Herr⸗ ſehen, wie ſie nun verlaſſen 
lichkeit und Ehr! ach ſteht, und betruͤbt umher muß 

der vielen Truͤbſals⸗ gehen, datz ihr alle Luft vergeht. ö 
Orangen! die, als ein ergoſſen 5. Doch laͤßt Hoffen nicht ver⸗ 
zagen, iſt der Schmertz ſchon 


ben, ſtatt den Ehr und Hertz geſchlagen, wird uns machen 
lichkeit; muß ich in dem Elend frey und loß. 5 


ſchweben, in der trüb und dun⸗ 6. Ach! wie wohl wirds dann 


ckeln Zeit. | ergehen, wann der Troſt vom 
3. Solls dann ſeyn umſonſt Hünmel her uns wird heilen 
eſchehen, daß ſich hat vor die unſre Wehen, die jetzt, wie ein 
er Zeit ihre Schönheit laſſen tiefes Meer, Kr 
| - 7. 


421 


7. Ueber uns dahin gegangen: 2.Die Stund der Mitternacht 
da es ſchiene aus zu ſeyn, bey iſt kommen, darum wacht, ihr 
fo vielen bittren Drangen, und Hochzeit⸗Gaͤſte: die Lampe 
ſehr ſchwerer Leidens⸗Pein. fuͤllt mit Oel, bereitet Leib und 

8. Drum wohlan, es bleib da⸗Seel zum Hochzeit⸗Feſte. 
hinden aller Schmertzen ſamt 3. Wie iſt der Gang ſo ſchoͤn 
den Wehn muͤſſen gantz und und lieblich anzuſehn der reinen 
gar verſchwinden, weil uns thut Seelen, die ſich ergeben hin im 
ein Troſt aufgehn. keeuſchen Jungfraun⸗Siñ dem 

9. Darum freu dich, du Be- Lamm vermaͤhlen. 
truͤbte, trage deinen Witwen⸗ 4. Das Gluͤck kommt ſchon 
ſtand: du biſt dennoch die Ge⸗ herbey, wer nur iſt recht getreu: 
liebte, ob du ſchon biſt ſchwartz dem wird es werden. Wir ſpuͤ⸗ 
gebrannt. ren ſchon die Freud und groſe 

10. Wirſt du doch in Ehren Seligkeit nach den Beſchwerdẽ 
prangen fuͤr den Augen aller 5. Nun wird nicht mehr ge⸗ 
Welt:nicht gedencken mehr der ſchehn / daß ſie wird jemand ſehn 
Drangen hier in dieſer Trauer⸗den Kummer nagen: dieweil 
Zelt. ii jederzeit des Geiſtes Lauter⸗ 

11. O! was Freude wird er⸗ keit im Hertzen tragen. 
ſcheinen dort, nach der betruͤb⸗ 6. Der ſchoͤne Perlen⸗Krantz, 
ten Zeit, wo vergeſſen alles und heller Lichtes⸗Glantz, 
Weinen in die Laͤng der E- ſchmuͤckt unſte Geiſter. Wir 
wigkeit. find in GOtt erhöht, weil je⸗ 

2. des ſo nachgeht dem HErrn u. 
A Uf, Zioniten! auf, beſchlei⸗ Meiſter. | | 
Pe nigteuren Lauf, die Stund 7. Die reine Liebes⸗Tritt, wo⸗ 
iſt kommen, daß die erkauffte rin man ſich bemüht, find 
Zahl zum frohen Hochzeit: ſanft und milde: das Lam̃ gibt 
Mahl bald wird genommen. ſelbſt den Preiß, wir Wie 
kr 5 m 


— 


422 | \ 


— 


ihm den Kreiß in dem Gefilde. ley, in vielen Freuden. 
9. Wer haͤtte wohl gedacht, 14. Was groß u. herrlich war, 
daß nach fo langer Nacht und wird dieſer edlen Schaar zu Eh⸗ 
vielem Meinen fo groſe Selig: ren ſtehen: der Koͤnge grofe 
keit in der Erquickungs⸗Zeit Macht, u. Fuͤꝛſten hoher Pracht 
werde erſcheinen. wird mit eingehen. ‚OR, 
9. Wer hier gering und klein, 15. Diß iſt das groſe Heil, ſo 
wird dort das Schönfte ſeyn, dir zu deinem Theil von GOtt 
man wird es ſehen, wie alles aufgangen. Die Welt iſt hin⸗ 
umgewandt in dem ſo guͤldnen gericht 't, und gantz und gar zer⸗ 
Stand nach jo viel Wehen. nicht 't ihr leeres Prangen. 
10. Man wird ſich wundern 16. So wird alldort erhoͤht, 


ſehr, wann aller Orten her die wer hier dem Lamm nachgeht, 


Voͤlcker kommen: das Glück und thutes wagen; auch in der 
nur anzuſehn, ſo alsdann wird groͤſten Pein bis in den Tod 
aufgehn den lieben Fromen. hinein, ſein Creutz zu tragen. 
11. O Wunder! was iſt das? 17. Wann ſchon der groſe 
die vor im Elend ſaß, ſieht man Schmertz oft dringet tief ins 


nun führen ins Könige Zelt Hertz, es bringet Leben; wann 


hinein, allwo fie groß und klein der verltebte Geiſt ſich nicht von 


ſchöͤn helfen zieren. Ihm abreißt, zum Widerſtrebe 


12. Man wird es kaum ver⸗ 18. Die groſe Herrlichkeit, die 


ſtehn, wann man wird komen uns aldort erfreut, hat ihre | 
ſehn mit ſo viel Hauffen vonal- Blüthe alhier im Creutzes⸗ 
len Orten her, der Erden und Thal: wer bleibt in ſeiner Wahl, 


vom Meer, die dir nachlauffen. u d wird nicht muͤde, 


13. Viel Wunder wird man 19. Bringt eine Erndte ein, 


ſehn, die einmal find geſchehn mit groſem Freuden⸗Schein, 


vor denen Zeiten; fie bringen nach den Beſchwerde Der Hoff? 
all herbey viel Guͤter mancher⸗ nung altes Kleid wird, in der 


güldnen 


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güldnen Zeit, verneuet werden hin und gantz umgeben; nun 
20. Wohl dann, es wird ge= iſt dahin der ſchwere Streit, 
ſchehn, wir wollen freudig gehn weil allbereits beſitz ein ander 
der Braut entgegen. Was da Leben. Was ſonſt ſo viele Wehn 
anſtaͤudig ſey wird unſers Lam⸗ und Schmertzen hat gemacht, 
mes Treu uns ſelbſt beplegen. iſt nun als wie dahin, und in 
21. Bir find ja feine Heerd, Vergeß gebracht. 
die es fich von der Erd erkaufft 2. Wo find nun meine Feinde 
vor allen: drum hat auch ſelbſt hin? Ich weiß, daß viel bereits 
die Braut, die es ſich ihm ver⸗ der Tod wird nagen: weil ſel⸗ 
traut, ein Wohlgefallen, biger war mein Gewinn, zur 
22. An uns als ein Geſchlecht, Zeit, da ich ſehr hart von Ott 
wo ſie kan Mutter⸗Recht gar eſchlagen: nun aber iſt dieſelbe 
kuͤhnlich uͤben. Wir ſind ihr zu⸗ Zeit als wie dahin, die ſuͤſe 
gezehlt, weil wir auch mit er⸗ Frucht kommt mir nun ein init 
wehlt in viel Betruͤben. viel Gewinn. g 

23. Wir gehen auf ſie dar, ſte 3. Was mir zuvor viel Bitter 
wird ſelbſt machen wahr, daß keit gebꝛacht, iſt mu nunmehr 
wir find Kinder vom Jung⸗ als wie zum Himel worde. So 
frauen⸗Geſchlecht, wo ſie hat viele Moth, ſo vieles Leid ich tra⸗ 
Mutter ⸗ Recht, trotz wer es gen mußte von der Suͤnder Or⸗ 
hinder. den, hat mich geſetzet hin Gas 
24. Sie wird uns führen ein, auſer Ort und Zeit, daß ich kan 
wo die Verliebten ſeyn, ſo viel leben, wie in Nun der Ewigkeit 
erlitten: und theilen aus den 4. Drum bin gantz Sorg⸗ und 
Preiß, aufs Hoͤheſten Geheiß, Bilderloß, weil mich die Ewig⸗ 
in groſem Frieden. keeit als wie umgeben: fo man⸗ 
„ 3. Fiat chen Streit, ſo manchen Stoß, 
D As Mun, die ſtille Ewig⸗ der mich betraff, daß oft ehr 
keit hat W 15 zu leben, iſt sau 
| ' daß 


Ni 


424 | 


daß ih kan anfftund ſtille ſeyn, groſen Heil gezogen; die Lang⸗ 
weil in mein Ruhe⸗Zelt ichnun muth Gottes nahim mich hin, 
bin gangen ein. daß meine Alberheit in Lieb be⸗ 
F. Und ob ich ſchon gantz todt wogen: die lieſe nimmer nach, 
und ſtill vor aller Welt als wie bis ihr war ſelbſt zu Theil, was 
ein Wunder worden: die E- ſie gezogen an zu dieſem groſen 
wigkeit bringt alle Fuͤll, und Heil. er 
ſcheidet ab vom argen Suͤnder⸗ 9 Und weil durch meine Al⸗ 
Orden. So leb ich dann, daß berheit der Welt u. allem Ding 
ich vergeſſe Welt und Zeit, u. fo gar entkommen, ſo hat die 
richt mein Thun dorthin zur ſtille Ewigkeit denſelben Sinn 
ſtillen Ewigkeit. nun gantz in ſich genommen. 
6. Da gruͤnet aus der Lebens⸗ So hab in Wohl und Weh mei⸗ 
Baum, des Fruͤchte ich ohn ne Gleichguͤltigkeit, weil ich ge⸗ 
Jeit und End genieſe, wobey gangen ein zur ſtillen Ewigkeit. 
ein ewig weiter Raum, das 10. So ſey zuletzt noch diß ge⸗ 
mir des Leibes Bitterkeit macht ſagt: der Wechſel iſt bey mir 
ſüſe, da ſitz ich dann, genieſe ſehr wohl getroffen, ich hab ge⸗ 
angenehme Lufft, wo jede ftille funden, was gemacht, daß ich 
Seele, eins zum andern, rufft. dem Creutz ſo ſchnell bin nach⸗ 
7. Wie angenehm iſt dieſer geloffen. Nun gruͤnet aus das 
Ort, wo man fo füß kan ruhn reine Geiſtes⸗Flement, da mir 
im kühlen Schatten, der Friede mein Feuer⸗Quall im ſanff 
bplübet fort und fort in aller ten Oele brennt. N 
Voͤlle vor die Abgematten. O 4. 1 
angenehmer Ort! O heiligs N As Creutz der Drang die 
Sti le⸗eyn! bey allen die da⸗ Schmach, der Braſt kan 
ſelbſt einmal gegangen ein. die Gedult wohl üben; 
.Es kommt mir niemal aus wer einmal ſolcher Wander⸗ 
dem Sinn, was mich zu dieſemm Gaſt, lebt niemal 75 17 
an 0 4 | gu N 


u. bg * * 


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4 


truben: doch richtet ſich in Hoff⸗ bittren Drangen. + 
nung auf das lang⸗verlaugte . Die ſchoͤne Frucht der neuen 
Sehuen bey dem ſo muͤden Le⸗ Welt macht alles Leid vergeſ⸗ 
beus⸗Lauf und vielen bittren fen, wo man, in fo viel Hitz u. 
Thraͤnen. Kalt, oft einſam iſt geſeſſen. 
2. Ach GOtt! ſolls ewig waͤh⸗ Wo der Genuß der edlen Sagt 
ren dann, daß ich muß ſeyn in vom Perlen-Zweig empfun⸗ 
Braſtene Iſts ſchweres als ichs den, iſt aller Schmertzen in der 
tragen kan, wie ſoll ich koͤnnen That zu einem mal verſchwun⸗ 

raſten? Wanns ſcheint, ob waͤr den. 
das Zielerreicht bey ſo viel 6. Doch muß Gedult im Hof⸗ 
Noth⸗Gedraͤnge, bin ich als fen ſtehn in den betruͤbten Ta⸗ 
wie im Tod erbleicht, und bleib gen, wañ man in ſo viel Drang 
in ſteter Enge. | muß gehn, daß kaum iſt aus zů 
3. Doch wird in dieſem Traueꝛ⸗ ſagen. Wann es iſt trüb vom 
Spiel das wahre Heil errunge: Hünmel her, weil Gott ſich 
ſo bald erreicht das rechte Ziel, ſelbſt verborgen, und man be⸗ 
jo heiſts: es iſt gelungen. Gott truͤbt muß gehn einher vom A⸗ 
Lob vor ſo viel bittres Leid und bend bis an Morgen. | 
viele Hertzens Preſſen, weil mi: 7. So muß der neue Lebens⸗ 
die wahre Seligkeit dafür wird Zweig allhier, in fo viel Dran⸗ 
eingemeſſen. gen, ſtets dringen durch inGot⸗ 
4. Der Perlen-Baum das kes Reich an nichtes bleiben han⸗ 
Reiß aus Gottes Hertz ent⸗ gen. Weil er von einer andern 
ſprungen, kommt, nach ſo vie Welt, ſo muß er hier auf Erden 


hervor gedrungen: und zeigt quaͤlt, dort wirds ſchon beſſer 
ſich als ein Paradies in vielem werden. \ 
ſchoͤnen Prangen, deß Fruͤchte 8. Nach dem ermuͤdtenbebens⸗ 
ich numnehr genieß, na jo viel Lauf wird ſich die Frucht ſchon 
e Nhe zeiger 


lem Todes⸗Schweiß, gar ſchoͤn ſtets ſeyn gedraͤnget und ge⸗ 


D 


416 


zeigen, die hier im Drang ge banon, der prächtig ſteht. Der 
wahren auf, im Schmiegen u. Schmuck Carmel und Saron 
im Beugen. Drum muß Ge⸗ iſt bey ihr, und ſtehet da im 
dult und Hoffen ſtehn bis alles ſchoͤnſten Pracht und Zier. 
Leid gewendet, und wan 3. Dieweil ſie ſehn des HErꝛen 
ich werd zur Ruh eingehn ſo iſt Herrlichkeit, als GOttes 
der Lauf vollendet. Schmuck, der ſich ſehr weit 
9. So wird derchlaubens Lauf ausbreit t. Stärcket die müd- 
gekroͤnt nach ſo viel bittern und traͤge Haͤnd, und lahme 
Drangen, wann man iſt lang Knie, die ſtraͤuchlend find. Sagt 
genug verhoͤhnt: ſo kommt der den verzagten Hertzen: ſeyd ge⸗ 
Troſt gegangen zur Freud gar troſt und unverzagt, GOtt is, 
hoch vom Himmel her, aus der euch erloͤßt. 
Gottes Hertz entſprungen. Iſt 4. Dann Gott hat einen dag 
dann die Noth ſchon Tentner zur Nach beſtellt, zu helfen de⸗ 
ſchweꝛ/heiſts doch:es iſt gelunge nen, die er auserwehlt. Dann 
a ae wird den Blinden das Geſicht 
Jeſajaͤ Cap: 385. ertheilet in dem Wunder⸗Licht. 
Ann wird die Wüͤſt und Dabey der Tauben Ohren mit 
Eindd luſtig ſeyn; in Zi- viel Freud geöffnet werden zu i 
ons Reich viel Freude brechen derſelben Zeit. 1 
ein. Und das Gefilde fröfich 5. Alsdann werden die Lah⸗ 
ſtehn, das ſchoͤn und lieblich an⸗ men fpringen auf, Da die 
zuſehn. Sie werden blühen, Hirſche thun in Ihrem Lauf. 
wie die Lillen und Roſen ander Der Stummen Zungen find 
Weid ſehr wunderſchoͤn. bereit zu loben Gottes Guͤtig⸗ 
Sie werden blüͤhn über die keit: was groſe Freude wird 
maaſen ſchoͤn, mit vieler Luſt u. man hörn und ſehn, wann alles 
groſen Freuden ſtehn, weil wird in die Erfüllung gehn? 
ihre Herrlichkeit erhoht, wiege 6. Dann werden fee | den 


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427 
Wuͤſten⸗Flaͤch viel angenehme die Zeit herein, da Schmertzu. 
Stroͤm und Waſſer⸗Baͤch. Seufzen wird vergeſſen ſeyn. 
Wo es ſonſt trocken vor der 6. 
Zeit, ſoll'n Teiche ſtehen weit DAs lieblichelmarmen der 
und breit: und wo es dürrund = füfen Himmels⸗Lieb kan 
mager war vorher, ſollen nun Hertz u. Geiſt erwarmen durch 
Brunnen fliefen hin und her. ihre Feuer⸗Trieb: wo Hertzen 
7. Wo Schlangen ſich zuvor ſich vereinen in dieſem Liebes⸗ 
gehalten auf, ſoll Schilff, Rohr Sinn, muß bald im Geiſt er⸗ 
Graf im Segen wachſen auf. ſcheinen, was darin vor Gewiñ. 
Und wird daſelbſten ſeyn die 2. Viel Segen und Gedeyen 
Bahn, ein Weg, wo niemand muß davon flieſen aus, wer 
irren kan: weil er wird heilig kommt an dieſen Reihen, bringt 


heiſſen und dabey wird ſeyn vor ſeine Frucht nach Haus: da 


die, fo ihrem GOtt getreu. gruͤnt das Gnaden⸗Leben ſchoͤn 


3. Und wird daſelbſt kein Loͤ⸗ aus im neuen Bund, die Seel 


we ſeyn zu ſehn; noch einig reiſ⸗ kan GOtt erheben zu aller Zeit 
ſend Thier denſelben gehn. und Stund. 

Drum wird man wandeln zu 3. Die reine Lebens ⸗Quelle da 
der Zeit mit groſer Freud und ſchoͤn thut flieſen aus, wo ſich 
Sicherheit. Dann die Erloͤß⸗ an ſeiner Stelle erbaut ein Got⸗ 
ten durch des Herren Gnad tes⸗Haus von Seelen, die erge⸗ 


kommen nun wieder auf den⸗ ben dem reinen Liebes⸗Sinn, 


* 


1 
* 
1 


ſelben Pfad: und alles Widerſtreben verſagt 
9. Gehn Zion hin mit groſer auf ewig hin. 9 
Freud und Ehr, und ſammlen 4. Wie muß nicht alles ſchwei⸗ 
ſich von allen Orten her, dann gen, und gantz erſtaunet ſtehn, 
wird die Herrlichkeit angehn, wann ſich die Fruͤchte zeigen, 
die Zion wird ohn End erhoͤhn: daß jedennan kan ſehn die Blaͤt⸗ 
diß wird geſchehn, wann 8 15 Frucht und Bluͤthe von in 

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1 


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fo reinen Schaar, die Gottes gen: und zeigen eine offne Thur 
Treu und Güte ergeben gantz den Elenden, und ſeinen Rath 
und gar. | vortragen: auch, die zerbroch⸗ 
5. O Segens⸗voll Vergnuͤ⸗ nen Hertzens ſind, verbinden 
gen! wer in dem Hertzen hegt ſaufft und ſehr gelind, und 
des reinen Geiſtes Siegen, den was gefangen war, zu pred 
Gottes Kirche traͤgt: die Fuͤlle gen die Erledigung, und was 
muß uns laben aus ſeiner Se⸗ gebunden, die Oeffnung, und 
gens⸗Kraft, mit ſuſen Himels⸗ ein gnaͤdiges Jahr. 
Gaben und allerreinſtenSafft. 2, Zupredigen, und noch dar⸗ 
6. Wie muß nicht da ausflie⸗ zu auch einen Tag der Rache, 
ſen von eins ins andre ein, wan den Erloͤßten zur Freud und 
ſich fo thut ergieſen der ſuͤſe Geis Ent in ihrer Ruh, und alle 
ſtes⸗Wein: fo iſt der Kirchende⸗ Traurigen dabey zu troͤſten. 
ben, womit ſie GOtt begabt, Zu ſchaͤffen, daß für Traurig⸗ 
und ihr zu eigen geben, was ſie keit und Aſch ein Schmuck dem 
ſo innig labt. werd bereit, der Zion zugedacht: 
7. Der wird uns neu gebaͤren, und Freuden⸗Oel fur Traurig⸗ 
der wird es richten aus, u. uns ſeyn, für des betrübten Gei⸗ 
zu Lob und Ehren bringen in ſtes⸗Pein den ſchoͤnſten Klei⸗ 
Gottes Haus: die Frucht von der⸗ Pracht. 1 
feinen Thaten iſt Man u. Him⸗ 3. Sie werden ſchoͤn gepflan⸗ 
mels⸗Brod. In ihm iſts uns tzet ſtehn, als Baͤume der Ge⸗ 
gerathen, wir find erlößt vom rechtigkeit, zum Preiße des 
Tod. | HErren, der ſie wird erhoͤhn, u. 
n Nin t ſchmuͤcken auf die allerſchoͤuſte 
Jeſaja Cap: 61, Weiſe. Sie werden bauen, 
D Er Geiſt des HErrn was ver wuͤſt, und, was vor Zeit 
a Hrn iſt in mir, weil verſtoͤret iſt, aufbringen, daß 5 
er geſalbet mich, dabey zu ſa⸗ zu ſehu die Städte, ſo zerſſehr N 
* 71 1H. 4 


I, 


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4 


429 
ſehr, und wuͤſte ſtehn von alters Ich mache einen Bund u. Eid 
her) nunmehr erbauet ſtehn. der waͤhren ſoll in Ewigkeit: 

4. Dann wirft du in Erſtau⸗ daß werden ſoll bekannt ihr 
nen ſtehn, wenn Fremde ſtehn, Saam unter den Heiden all, 
und deine Heerde weiden: und u. ihr Nachkom̃en uͤberall bey 
dabey wirft mit Augen ſehn, Voͤlckern, Sprach und Land. 
daß Auslaͤnder dein Acker⸗Feld 7. Und jederman, der ſie wird 
bereiten: und dir alſo zu Dien= ſehn, wird kennen fie, daß ſie des 
ſte ſeyn, weil dir dein Gluͤck iſt Herren Saamen, geſegnet für 
kommen ein, daß du von Ihin da zu ſtehn, um aus zu⸗ 
GOtt erhöht als ein er⸗ breiten feinen groſen Namen. 
wehlte Prieſter⸗Schaar, ſo oh⸗ Ich bin im HErren hoch er⸗ 
ne Ende, Zeit und Jahr in ſei⸗ freut, und meine Seel zu dieſer 
nem Dienſte ſteht. Zeit ſehr froh in meinem GOtt, 

5. Und wirſt dabey zu ſolcher weil er mich hat gekleidet an mit 
Zeit mit groſer Ehr der Heiden vollem Heil ohn allen Wahn, 
Guͤter eſſen, u. uͤber ihrer Herr⸗ zum Troß der Voͤlcker Spott. 
lichkeit dich ruͤhmen: ſtatt, da du 8. Gerechtigkeit iſt wie mein 
zuvor geſeſſen, da Schmach u. Rock, womit er mich bekleidet 
Schande um dich her, (und ſie und umgeben, als einen Prie⸗ 
darob frolocken ſehr) wirſt du ſterlichen Schmuck und Zierde 
ein anders ſehn. GOtt wird eines Braͤutigams daneben: 
dir doppelt ſchencken ein, und als eine Braut, die im Ge⸗ 
wird dein groſer Freuden⸗ſchein ſchmeid, (wann fie hoch zeitlich 
auch nimmermehr vergehn. angekleidt, ſehr zierlich da thut 
6 Dann ich bin HErr, ſpricht ſtehn. Gleichwie die Erde Gruͤ⸗ 
unſer Gott: und haſſe die ges nes trägt, wenn ihr wird Saa⸗ 
raubte Opffer⸗Gaben. Und die men beygelegt, das lieblich an⸗ 


mein deucken in der Noth, ſollen zuſehn. 0 | 
dafuͤr den Lohn zur letze haben. 9. So wird der HErr Aike 
44% \ | 9 ei 


1 


439 


tigkeit und Lob aufwachſen laf ſchieden vom Bild der Sterb⸗ 


fen für den Heiden; und wird lichkeit im Jammerthal hienie⸗ 
in der Verheiſſungs⸗Zeit ſein den in der betruͤbten Zeit. So 
groſer Nahm und Ruh ſich bleib ich dann beladen in mei⸗ 
weit ausbreiten. Das iſt das nem ſchweren Drang, muß 
Erb, fo dem Geſchlecht verheiſ⸗ oft des Troſts entrathen, daß 
ſen, fo hier ſchlecht und recht, Zeit und Weile lang. 

und ſehr gering geacht. Nun 4. Doch weil in mich gedrun⸗ 


wird mit Wunder angeſchaut, gen vom Brunnen, der zum 


wie fie daſelbſt von Gott er⸗ Heil aus GOttes Hertz ent⸗ 
baut, der ſie zu Ehren bracht. ſprungen, auch mir zu mei⸗ 
8. nem Theil: ſo werd ich wohl 
Deer Schmertzen, den ich noch ſehen mein dürr und mag⸗ 
ſeide um GSttes wahre res Reiß gar ſchoͤn im Gruͤ⸗ 
Treu, benim̃t mich aller Freu⸗ nen ſtehen aufs Hoͤheſten Ge⸗ 
de, wie groß dieſelbe ſey. O heiß. . 
wann des Leibes Laſten ich 5. Drum will den Jamer 
antz entnommen waͤr! wie tragen in dieſer Sterblichkeit, 
üſe koͤnt ich raſten im ſtillen weil nach den Trubſals⸗Ta⸗ 
riedens⸗Meer. gen ein Beſſers ift bereit: des 
2. So aber bleibt mein Leibes bittre Drüfen, ſo hier 
Schmertzen, der Drang laͤßt geſchencket ein, wird Gott 


ſchwerlich ab: das Kraͤncken in noch wohl verfüfen mit vielem | 


dem Hertzen wird waͤhren bis Freuden Bein. n 


ins Grab: die Hoffnung beſſ⸗ 6. Wie koͤnte ſonſt ertragen 
rer Zeiten ſchenckt wohl oft an⸗ der ſchwach und bloͤde Sinn, 
ders eins doch ſind mir dieſe wann er von GOtt geſchla⸗ 


reuden nur bittrer Myrrhen⸗ gen, daß aller Muth faͤllt hin: 


wann nicht ein Segen blieben 


ein. ’ 
3. Weil nicht kan ſeyn ge⸗ von Gottes rründüchke | 


3 


431 


die uns ins Hertz geſchrieben die Begierde hin, und breitet 
durch ſeine Guͤtigkeit. aus die Haͤnde. Ach GOtt! 
7. Diß iſt mein Brod der wann wird doch einft das Lin: 
Seelen, faͤllts ſchon oft ſaur kraut abgemaͤht? | 
und ſchwer; ſo kan ich doch er⸗ 4. Das uns den Weg ſo ſchwer 
zehlen, was vor ein tiefes und ſauer macht im Gehen, oft 
Meer, das man thut Liebe nen⸗ Todes⸗Bitteꝛkeit danebe ſchen⸗ 
nen, und von Gott in uns cket ein: daß in und auſer ung 
fließt, die loͤſchet alles Brenen, faſt anders nichts zu ſehen, als 
das unſer Leid verſuͤßt. was dem Geiſt bringt Nothu. 
b 9. ſchwere Leidens⸗Pein. g 
S Je Hoffnung trägt mich 5. Wie gerne moͤcht ich doch in 
Thin, zur Freud, die dort voller Wuͤrde ſehen das Prie⸗ 
wird werden in ſener Ewigkeit, ſterlich Geſchlecht, das Gott 
nach dem ermüͤdten Lauf; da ſich hat erwehlt: die Tag und 
enden ſich die viel und mancher⸗ Nacht vor ihm in feinem Dien⸗ 
ley Beſchwerden, ſo oft den ſte ſtehen, und machen, daß noch 
muͤden Geiſt im Gang gehal- viel den Seinen zugezehlt. 
ten auf. 6. So wird der Schmertzen 
2. Das lang verlangte Glück ſich, den Ehrifti Kirche traͤget, 
wird endlich noch erwachen, durchs Hohen⸗Prieſters Amt 
wann brechen wird herein, was und Lehre loͤſen auf: wann ſein 
Gdtt vor uns erſehn: da er es Geſchlecht da ſteht, vor Gott 
auf einmal wird alles anders des Altars pfleget, durch ihren 
machen, und wir mit groſer Opffer⸗Dienſt das Rauchweꝛck 
Freud aus unſerm Kercker gehn ſtelget auf. 
3. Doch weil die Glaubens⸗ 7. Das braͤcht den Frieden ein, 
Fahrt noch nicht iſt gantz zum der Chriſti Kirch erworben 
Ende, und der ſo muͤde Geiſt oft durchs Hohen⸗Prieſters Blut, 
hart im Klemmen ſtehtz ſtrockt fo er vergoſſen hat, da er zum 
9 # Ber. Opffer 


7 


1 - 
— 


1 


2 N 
43 


2 


Opffer ward, u. an dem Creutz das Bezaͤhmen des Schoͤpffets | 
geſtorben, und ſelbſten hat er⸗ Macht, und laufft bald wieder 
füllt den gantzen Gottes⸗Rath. ſeine Bahn. Man bringet Feu⸗ 
3. Wir ſehen zwar im Geiſt er aus der Erd, die doch von 
den Himmel ſich bewegen, wo⸗ oben Speiß beſchert: Auch Sa⸗ 
durch ſich werden bald die Kraͤf⸗ phir findet man: und dabey 
te theilen aus, die Gottes Geiſt Goldes⸗Staub wie Sand, den 
in Krafft denfelben wird beyle⸗ Steig kein Vogel je erkannt, 
gen, die da vereinigt ſtehn als noch funden ihre Bahn. 
wie ein Gottes⸗Haus. 3. Die Wege, fo verborgen lie⸗ 
10 gen, hat nie ein ſtoltzer Sinn, 
ob Cap: noch reiſſend Thier berührt. 
Hiob Cap: . Man thut die ſtarcken Felßen 
Es hat das Silber feine rügen, man graͤbet Berg um, 
Gaͤnge; das Gold hat feinen daß Baͤche raͤus gefuhrt. Was 
Ort, da man es ſchmeltzen thut. koͤſtlich ſieht das Auge an; man 
Die Erd bringt Eiſen in der wehrt dem Strom, daß er nicht 
Menge; aus Steinen ſchmeltzt kan fortſetzen ſeinen Lauf. So 
man Ertz in heiſſer Feuers-glut. wird, was drinn verborgen 
Man kan erforſchen auch die war, ans Licht gebracht und 
End, fo denen Zünfternüffen offenbar, ſo folgt ein anders 
find geſetzt, aufs euſerſt an. drauf. | 
Auch Steine die im Dunckeln 4. Aber wo ſind der Weißheit 
ſeyn, und Todes: Schatt ohn Wege? und wo iſt wohl die 
Lichtes⸗Schein: findt man doch Statt, die dem Verſtand be⸗ 
ihre Bahn. reit, weil niemand weiß derſel⸗ 
2. Ein Bach bricht loß von ſet⸗ ben Stege, noch auch die Wuͤr⸗ 
nen Daͤmmen, daß man auch digkeit, ſo iſt auf ihrer Sa 
keinen Fuß mehr dahin ſetzen Bey Menſchen⸗Kindern iſt ſte 
kan. Faͤllt wieder weg durch nicht, auch in dem Dune 
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433 
ohne Licht, noch in dem tiefen aller Creatur. 
Meer. Der Abgrund ſelbſt muß 7. Der Tod und das Verder⸗ 
Zeuge fiyn, daß ſie nicht bey ben ſprechen: wir haben ihr Ge⸗ 
ihm gangen ein, noch ſeye da ruͤcht mit unſerm Ohr ge⸗ 
umher. hört. Wann fie wird unſre 
5. Man kan kein Gold um ſie Thorheit kaͤchen, iſt unſer Thun 
hingeben, noch Silber waͤgen dahin und unfre Macht zerſtoͤrt. 
dar, womit man ſie bezahl. Dann Gott allein weiß ihren 
Auch Gold von Ophir wird Pfad, und kennet, was ihr wei⸗ 
nicht heben, wärs auch das fer Raht in ſich beſchloſſen haͤlt. 
Koͤſtlichſte, und ſehr viel an der Danner ſteht aller Enden her, 
Zahl. Berill, Saphir, Gold auf Erden und dem groſen 
Und Cryſtall mag ihr nicht glei⸗ Meer, und auf der gantzen 
chen uberall, ſolts auch das be⸗ Welt. 
ſte ſeyn. Die ſchoͤnſte Kleinod 8. Da er dem Wind macht 
un Geſicht, Ramoth und Gas fein Gewichte, und wog die 
bis acht man nicht, daß ſie ſie Waſſer ab mit einem vollen 
kauffen ein. Maaß. Da er dem Regen 
6. Kein Perle iſt ihr zu ver⸗ macht die Richte: den Blitzen 
gleichen, der Topaſier wird ihren Weg, die tief und boden⸗ 
nicht geſchaͤtzt, ihr gleich zu loß. Da hat er ſelbſten ſie er⸗ 
ſeyn. Das feinſte Gold wird ſehn, und ſie erwehlt, fuͤr ihm 
nicht erreichen, daß es bring zu ſtehn (worzu fie auch bereit) 
das Gewicht, wodurch man ſie u. durch geforſchet ihren Rath, 
bringt ein. Ach! wo iſt dann der ſich vereint gefunden hat 
der Weisheit Rath? und des mit Gott in Ewigkeit. 
Verſtaͤndes Ruhe⸗ſtatt? wo 9. Der ſpricht zum Menſchen: 
findt man ihre Spur? weil ſie laß dich lehren: die Furcht des 
verborgen, was da webt, und Herren iſt Weisheit, Verſtand 
hier auf dieſer Erden lebt bey und Ehr, und wer von Her⸗ 
ce Jiiz den 


434 


1JIö;é;ĩ5XãuS nmayesg 
tzen fich thut kehren vom böfen in dich verſuncken, und als im 
Weg, und folget meiner reinen Meer der reinen Lieb er⸗ 
Lehr. Der hat gefunden ihre truncken: wie biſt du mir ſo 
Gaͤng, die Hoͤh, die Tiefe und wohl! wer fang errathen, wie 
die Laͤng, und iſt berathen wohl. Gottes Gut fo reichlich mich 
Dann in derſelben Unterricht, beladen. | 
iſt weiſer Rath, was ſie auch 5. Wer dich beſitzt, O reiner 
ſpricht, iſt alles Guten voll. Geiſt von oben! iſt ſtets in dei⸗ 
f 3 ner Wunder Kraft, erhoben. 
Eden reiner Geiſt iſt von ſehr O Weſenheit! ich müßte gantz 
hohem Adel, ſein gantzes vergehen, wann du nicht ſelbſt 
Thun iſt lauter ohne Tadel: mich thaͤtſt in dich erhoͤhen. 
er iſt vor GOtt auch in ſo ho⸗ 6. Wo alles iſt als wie zur 
hen Ehren, daß er ihn laͤßt kein Aſchen worden, da lebt man in 
Ding von ihm abkehren. des Geiſtes reinem Orden: ein 
2. Ein kleines Kind, ſo die⸗ leerer Tand, und was ſich ſonſt 
ſes Geiſts Geſchaͤfften theil- wolt blehen, muß weichen die⸗ 
hafftig wird in ſeinen Wun⸗ fen reinen Geiſtes⸗Wehen. 
der⸗Kraͤfften: iſt hoch gelehrt, 7. Die Niedertracht iſt die⸗ 
den Gröften gleich zu achten, ſes Geiſtes Weſen: was Liebe 
drum ſoll ja niemand dieſes hegt, iſt von ihm auserleſen. 
Kind verachten. Wo Harmonie in geiſtlichen 
3. O hohe Gnadl ſo ſelbſt von Geſchaͤfften, da laßt er ſpuͤren 
Gott ertheilet, die alle Wun⸗ ſich in Wunder⸗Kraͤfften. a 
den ſamt den Schmertzen hei⸗ g. Getheiltheit iſt bey ihm zum 
let: nichts ſchoͤners iſt, nichts Tod erkohren, auch Zweyheit 
lieblichers zu nennen, als wo werden muß als wie verlo⸗ 
diß Geiſtes⸗Feur thut ſtetig ren. Wann dieſes alles hin, iſt 
brennen. . wie gefunden, wo dieſer reine 
4. O reiner Glantzi ich bin Geiſt iſt mit verbunden. 4 
9. 


Se 1 


9. Weg Bitterkeit, ſamt allen 14. Die Tauben Art, fo 
argen Drüfen, du biſt von Gott man thut Einfalt nennen, das 
und feinem Geiſt verwieſen: ich Wunder ⸗Kind von dieſes Get: 
liebe nur, was Lauterkeit und ſtes Brennen, zeigt ſich gar 
Leben, und was den Geiſt ſich Huld⸗ und liebreich im Geſich⸗ 
macht in GOtt erheben. te, in aller Freundlichkeit und 

10. Wo Lauterkeit und reine reinſtem Lichte. 

Liebe wohnen, Fan dieſer Geiſt 15. Da ſieht man anders 
in feinem Tempel trohnen. nichts, als ſchoͤne Sachen, wer 
Wer den nicht hat, iſt wie zum nicht aus Gott, thut einen 
Tod erkohren, und muß zuletz⸗ Hohn draus machen. O wol! 
te ſeyn als gar verlohren. wer dieſes Geiſtes Kind iſt 
11. Wie lieblich laͤßts herge⸗ worden, kan ſtehn im aller⸗ 
gen ſich anſehen, wo dieſes rei⸗ reinſten Jungfraun⸗Orden. 

nen Geiſtes Winde wehen: die 16. O reiner Geiſt! thu dich 
Lauterkeit bleibt mir, was ich in uns verklaͤhren; thu deiner 
erleſen, dieweil ſie dieſes reinen Tugend Kraft in uns vermeh⸗ 

Geiſtes Weſen. „ren: fo wird die Jungfrau⸗ 

132. Ein Hertze, fo erfährt ſchafft im ſchoͤnſten Weſen ſich 

deſſelben Thaten, dem iſts zu zeigen ſo, wie du es ſelbſt erleſen 

einem mal in GOtt gerathen: 17. Und ſind wir dann diß reis 
wo dieſer reine Geiſt das Ru⸗ nen Geiſtes Kinder, ſo werden 
der fuͤhret, wird Hertzens⸗Treu folglich dann wir auch nicht 
und Lauterkeit verſpuhret. minder, nach ſeinem hohen Sin, 

13. Die Jungfrauſchafft im reinſten Leben, ihm ohne 

von Gott ſo hoch beliebet, er⸗ End und Zeit bleiben ergeben. 

reichet nicht, wer dieſen Geiſt 12. 5 

betruͤbet: wer aber ihn beſitzt Baruch 5. . 
iu ſeiner Bluͤthe, iſt gantz Af⸗ Fache, dich, Jeruſalem, gantz 
feeccten⸗loß, voll aller Güte. O ſehr, und ſieh den Troſt ge⸗ 

13 * Jiiz gangen 

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438 


— — 


— — 


— 


gangen von deinem GOtt von F. Dann Gott wird dein 
Morgen her, mit vielem ſchoͤ⸗ Herrlichkeit ſchnell laſſen offen⸗ 
nen Prangen: dann deine Kin⸗ baren, ſo weit der Himel ſich 
der groß und klein, die von dir ausbreit, und wirſt mit Freud 
weggefuͤhret ſeyn, kommen mit erfahren: daß dich Ott ſelbſt 
großen Haufen. in Ewigkeit wird neüen Pre if, 

2. Von Morgen und von Gottſeligkeit, Gerechtigkeit 
Abend her, wie dir dein GOtt und Friede. 
verſprochen, der dich wird laſ⸗ 6. Drum mache dich mit 
ſen nimmermehr, weil deine Freuden auf, und tritt auf dei⸗ 
Sund gerochen: der, deſſen ne Höhe, Jeruſalen, merck 
Name heilig ift, und was er eben drauf, und dich ſehr weit 
ſagt, nicht mehr vergißt, wird umſehe: und ſchaue deiner 
dich zu Ehren bringen. Kinder Zahl, wie ſie mit Hau⸗ 

3. Drum ziehe aus dein fen überall zu dir verſammlet 
Trauer⸗Kleid, Jeruſalem, du werden. * 
Liebe, vergeſſe der vergangnen 7. VonAbend und vonMor⸗ 
Zeit, und dich nicht mehr be⸗ gen an ſie kommen mit viel 
krübe: zeuch an den Schmuck Freuden durch den, der alles 
von deinem GOtt (in Herr⸗ ſchaffen kan, muß ſich ihr Lob 
lichkeit) der deine Noth hat ausbreiten: weil ihrer wieder 
ewig abgewendet. iſt gedacht von GOtt, der ſie 1 

4. Zeuch die Gerechtlgkeit zuſammen bracht, zu ſeinen 
nun an, die dir dem GOTT hohen Ehren.. 1 
wird geben, und ſetzen auf die 8. Sie find zu Fuſe in viel 
Ehren⸗Kron, die dich kan hoch Noth von dir hinweggetrieben; f 
erheben: dann der, deß Name erhoͤhet bringet fie dein GOtt 
ewig iſt, nunmehr gantz an⸗ zu dir nach viel Betrüben: 
ders dir einmißt, ais in ver⸗ macht fie zu Egren allzugleich, 
gangnen Zeiten. als Könige Kinder e 

Ei eich 


| 


* 417 


Reich, ſehr hoch in GOtt er⸗ du unfruchtbar warſt in den 
haben. ; | vergangnen Zeiten: ruf laut 
9. Dann Gott wird aller und jauchze hell wie die Po⸗ 
Berge Hoͤh niedrig machen u. ſaunen, ſetz Voͤlcker, Sprach 
eben; die langen Ufer an der undLeushe in Erſtaunen. Dan 
See, und Thaͤler gleich erhe⸗ die fonft einſam war, und nie⸗ 
ben: und machen eine ebne mal ſchwanger worden, breit 
Bahn, daß Iſrael frey mans ihren Eaamen aus an allen 
deln kan, und preiſen GOtt End und Orten. 
mit Namen. i 2. So ſpricht der groſe HErꝛ: 
10. Dann werden alle gruͤ⸗ es ſoll und wird geſchehen, daß 
ne Waͤld und Baͤume geben man die Kinder dein wird al⸗ 


Schatten, wie es dem Hoͤch⸗ ler Orten ſehen: und ihre Zahl 


ſten ſelbſt gefaͤllt, zur Ruh der wird groͤſer ſeyn zu nennen als 
Abgematten. Da wird dann derer, die ſich thut zum Mañ 
ſtete Wohlluſt ſeyn, wann bekennen. Drun thue deinen 
Iſrael gegangen ein, wo es Raum in deiner Huͤtt erwet⸗ 
wird ſicher wohnen. ten, und deine Wohnungen 


I. Drum Iſtael ſey Freu⸗ wie Teppich ſchoͤn ausbreiten, 


S 8 Rolocke, ruͤhm und huͤpfe lohnen. 
O cauf vor groſen Freuden, die * 4. Drum 


| 
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* 
— 1 


| 


1 
F 


den⸗voll, du biſt bey GOtt in 3. Dehn deine Seile lang, 
Gnaden, er wird dich ſelbſt thu keinen Fleiß mehr ſpahren, 
berathen wohl, und aller Sorg ſteck deine Naͤgel feſt, dann du 
entladen: er wird dir reichlich wirſt bald erfahren, daß du aus 
ſchencken ein Barmhertzigkeit, brechen wirft mit grofen Freu⸗ 
mit ſtetem Schein des Troſtes den, zur linck und rechten Seit 


dich umgeben. dich weit ausbreiten: und wirſt 


ee dein Erbe ſehn in wuͤſten Staͤd⸗ 
Be ten wohnen die Heiden, wo⸗ 
Jeſajaͤ Cap: 4. mit Gott dir wird zu Ehren 


Drum foͤrchte dich nur nicht, Erbarmen faſſen. 
du wirft nicht mehr zu Schan⸗ 7. Ob ich mich ſchon zur Zeit 
den, werd ja nicht blöd, du ſolt des Zorns vor dir verborgen, 
nicht mehr in deinen Landen den will ich um ſo viel mehr iñna⸗ 
Hohn deiner Veraͤchter um dich de vor dich ſorgen, ſpricht dein 
fehen, noch deine Spotter ſehen Erbarmer, der dich nicht will 
vor dir ſtehen: die Schande dei⸗ aa eee en 
ner Jungfrauſchafft wird ſeyn, will umfaſſen. Und ſolches ſoll 
vergeſſen: die Schmach von mir ſeyn, wie ich mit Eid ver⸗ 
deiner Witwenſchafft iſt wie ſprochen, daß nimmermehr die 
verweſen. Erd durchs Waſſer werd gero⸗ 

5. Dann der dich hat gemacht, chen. i | 
iſt ſelbſt dein Mann und Vater, 8. So hab ee geſchworn, 
ein Maͤchtiger, deß Name hei⸗ dich nit mermehꝛ zu ſchelten, 
ſet: ein Berather; und ein Er⸗ oder dich laſſen was in meinem 
loͤſer, der ſich heilig nennet: den Zorn entgelten. Und obſchon 


alle Welt vor ihren Gott bee Berg und Huͤgel ſollen weichen 


kennet. Er hat dich im Geſchrey von ihrm Ort, wirſt du es doch 


ſeyn laſſen Bab Zeiten, als ein erreichen: was dir mein Frie⸗ 
verſtoſen Weib voin Mann und dens⸗Bund in Gnaden hat ver⸗ 


allen Leuten. ˖ ſprochen, ſoll fallen nimermehr, 


6. Als wie ein junges Weib, noch werden je gebrochen. 


das ſehr betrübt zu nennen, wan 9. Du Elende, über die alle 


es verlaſſen iſt, und niemand ſie Wetter gehen, u. du Tꝛoſtloſe ſolt 
will kennen. Spricht nun dein nun bald mit Augen ſehen, daß 
Gott (der dich hat angeſehen) deine Steine wie ein Schmuck 
du ſolt nicht mehr betruͤbt und bereitet; dein Grund von Sa⸗ 


traurig gehen: ich habe dich ein phiren ſchoͤn ausgebreitet. Die 
kleinen Augenblick verlaſſen; Fenſter von Cryſtallen hell und 
nun aber will ich 17 mit viel klar zu ſehen; dir Thore von 

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2 
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* x 70 
* 7 


| 


2 439 


Rubinen ſchön da follen ſtehen. wirft du im Gericht durch mei⸗ 
10. Und alle deine Grentze von nen Geiſt verdammen. 
erwehlten Steinen, und dei⸗ 13. Das iſt das Erbe derer 
ner Kinder gantze Zahl (ohn Knechte, die des HErren: die 
Schein und Meinen) ſollen ge⸗ feine Macht erhoͤhn, und ſeinen 
lehrer ſeyn vom HErrn, dane⸗ Ruhm vermehren. Gerechtig⸗ 
ben will Frieden ich in ihren keit und Schmuck iſt ihre Kro⸗ 
Grentzen geben. Du ſolt nun ne, die er zur Letze gibt zum vol⸗ 
durch Gerechtigkeit bereitet weꝛ⸗ len Lohne. Diß iſt ein wahrer 
den, kein Schrecken ſoll dich Eid, den er hat ſelbſt geſprochen, 
treffen mehꝛ nach de Beſchwerdẽ drum wird er auch in Ewigkeit 
IT. Es wird dich kein Gewalt nicht mehr gebrochen. | 


noch Unrecht mehr umſtellen; . 14 
und ob fie ſich ſchon alle rotten N e 
dich zu fällen, werden fie doch Jeſaiaà Cap: ır. 


an dich nicht koͤnnen kommen, G Eh auf, du edles Reiß, von 
weil es ohn meinen Rath iſt Y Iſai eutſproſſen, und brin⸗ 
fuüͤrgenom̃en. Und blaͤßt man ge deme Frucht aus deiner Wur⸗ 
ſchon das Feuer auf, ein Zeug tzel Safft, damit der Geiſt des 
zu machen; ſchaff ich es doch, HErrn auf dich werd ausge⸗ 
wie es ſoll gehn in deiner Sa⸗ goſſen, 11 koͤnne ruhn auf dir 
chen. Wie 4 mit ſeinek vollen Krafft. Der 
12. Siehe, ich ſchaffe es, daß Weisheit Rath, Staͤrck und 
der Verderber tichte Verderben, Verſtand wird ihm von Gott 
danut ich fein Thun und Tand ſeyn zugewandt, Erkaͤnntnuß, 
zernichte. Dann aller Zeug Furcht des Herren: nach der 
ſo iſt, um dich zu draͤngen, dem wird riechen er allein, und wo 
ſoll es nimmermehr an dir ge⸗ die wird zu finden ſeyn, wird er 
lingen: und alle Zungen, wel⸗ ſich hin zu kehren. 
che wider dich anflanımen, die 2 Er wird nicht richten nur, 
n Kern; oe 


** 


449 2 
wie ſeine Augen ſehen, noch werden beyſammen liegen! ſo 
ſtrafen, wie es wird mir Ohren daß mau noch dabey wird mit 
angehoͤrt; ſondern wird un Ge⸗ viel Wunder ſehn den Loͤwen 
picht den Arm ſelbſt beyſtehen, zahm und gautz gelind: dabey 
und ſtrafen die in Gut, ſo elend Stroh eſſen, wie ein Rind. Ein 
nud beſchwert. Er wird mit Saͤugling wind bejahe, daß ihm 
ſeinem Stab die Erd ſchlagen, ein Luſt bey en Ottern ſey, und 
damit ein Ende werd dem ein Entwehnter wird gantz 
Greuel der Gottloſen. Er wird frey zum Baſilisken nahen. 
mit ſeinem Athem den Gottlo⸗ „Daf man wiꝛd niꝛgends mehꝛ 
fen toͤdten und verwehn, wie es verletzen noch verwunden: auf 
fein Rath beſchloſſen. meinem heil gen Berg iſt Si⸗ 
3. Gerechtigkeit wird ſeyn die cherheit umher: weil das Er⸗ 
Gurt an feinen Lenden: Wahr⸗ kaͤnntnuß ſich hat aller Orten 
heit wird ſeyn die Gurt in ſei⸗ funden, und ſich ausbreitet 
ner Nieren Seit. Die Woͤlfe weit, wie Waſſer übers Meer. 
werden ſich hin zu den Line Und wird geſchehen zu der Zeit, 
mern wenden, und ihnen woh⸗ daß man wird ſehen weit und 
nen bey, ohn allen Streit und breit Iſai Wurtzel ſtehen zum 
Neid. Die Pardel werden, oh⸗ 0 aller Voͤlcker Heer, die 
ne Scheu, den Boͤcken friedlich ſich von allen Orten her werden 
liegen bey: daueben wird nach ihr umſehen. 1 
man ſehen, ein kleiner Knab 6. Und feine Ruhe wird ſeyn 
wird Loͤwen mit Kälber und Herrlichkeit im Siege, und 
Maſt⸗Vieh in viel Fried voꝛ ihm wird zur ſelben Zeit der HErr 
her machen gehen zum andern mal ausſtrecken 
4. Auch Küh und Bären wer⸗ feine Hand, daß er fein Volck 
den ſich zuſanunen fügen, auf erkriege, fo überblieben iſt von 
einer Weide gehn, daß ihre jun Voͤlckern überall. Aſſirer Pas 
gen ſchoͤn in Einigkeit und dried tros und die Schaar in 0 
ai: A | renland 


* 


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441 


— — — 


renland und Sinear, Egypten ten lohnen. 
und daneben Hamath und Ela⸗ 5. Edom und Moab wird die 
miter Heer, und von den In⸗ Re fehniegend falten, die 
ſuln in dem Meer, wo ſie zuvor Kinder Ammon auch, werden 
ergeben. gehorſam ſeyn, Der HERR 
7. Und wird ein hell Panier wird ſelbſt den Strohm des 
aufwerfen untern Heiden, daß Meers laſſen veralten, der um 
die verjagten allzuſamen heim⸗Egypten her, und Ehre legen 
gebracht. Und die Zerſtreue⸗ ein. Und ſeine Hand wird ſehr 
ken in Juda wird er weiden: u. geſchwind fahren mit feinem 
ringen all zu Hauff durch ſeine ſtarcken Wind, die ſieben 
Wunder⸗Macht. Von Mor: Ströme ſchlagen, daß man da⸗ 
gen, Abend, Mitternacht und durch wird koͤnnen gehn mit 
Mittag wird zu Hauffen bracht Schuhen und gantz unverſehn 
Juda mit den Geſchlechten. Laͤſte hinüber tragen. 
Der Neid, ſo wider Ephraim 10. Diß iſt und heißt die Bahn 
iſt aus, fo daß die beyde Staͤm dem Volck, ſo uͤber blieben (und 
nicht mehr ziehn aus zu rechten. heißt des HErren Erb, das nach 
8. So daß Ephraim wird Ju⸗ Ihm iſt genannt) von Aſſur, 
da nicht mehr bekriegen; und wie zur Zeit, da ſie in Eil ver⸗ 
Juda Ephꝛaim anfeinden mim⸗ trieben, und mit ſehr groſem 
mermehr, dagegen werden fie Raub ziehn aus Egypten⸗Land 
2 auf dem Halſe liegen der 15. 5 
boͤß Philiſter Rott und ihrem Pfalm. 68. 
gantzen Heer, ſo gegen Abend G O T ſtehe ſelber auf: laß 
ziehen auf, und ſich ſo gleich zu deine Wunder ſehen: zer⸗ 
jenein Hauff, die gegen Morgen ſtreue deine Feind, mach deine 
wohnen, und ſie berauben, daß Haſſer flieh n. Vertreibe fie, 
jhr Heer ſich wird erheben nim⸗ das fie wie Rauch im Wind 
mermehr, noch ſich mit Beu⸗ vergehen: wie Wachs im Feuer 
1 ek: ſchmeltzt 


42 


442% | 
4 2 X 
ſchmeltzt ohn einiges Bemuͤh' n. ren den Hunger nagen, beiſſenz 
So müſſen kommen um die ihm abtrüͤnnig ſeynd wor⸗ 
die Gottloſen fiir GOtt, die dir den in feinen Bund. Gott! 
zuwider ſeynd und treiben ihren da du zogſt einher vor deinem 
Spott. ' Volck mit Pracht, lieſt in der 
2. Dagegen muͤſſen ſich all die Würten ſehn dein groſe Wun⸗ 
Gerechten freuen, u. froͤlich ſeyn der⸗Macht: 
für GOtt, von Hertzen ſeyn bee F. Da bebete die Erd, und dei⸗ 
reit. Lobſinget froͤlich Ott, ne Himmel troffen vor dir in 
lobſinget ihr Getreuen: lobſin⸗ Sinai; der du Iſraels GOtt. 
get ſeinem Nam, der hoch zu Auch gabeſt du zur Zeit, in dem 
jeder Zeit. Macht Bahn dem, fie auf dich hoffen, ein fanfften 
der einher geht ſanfft, gelind u. Regen hin in ihrer groſen Noth. 
mild, und freuet euch fur ihm: Und dein verſchmachtet Erb, 
weil er der Frommen Schild. das duͤrr, erquickeſt du: daß 
3. Er heiſet ſelbſten HErr: u. deine gantze Schaar drinn woh⸗ 
thut ſich Vater nennen der nen kan in Ruh). | 
Waͤyſen und dabey der Wit⸗ 6. Gott labet mildiglich die 
wen Unterricht. Er iſt ein ſol⸗ Armen undEElenden, theilt feine 
cher GOtt: wo man ihn thut Güte aus, ſpeißt ſie mit ſeinem 
bekenen, hat er ſein Heiligthum Gut. Der HErr wird nun ſein 
u. Wohnung aufgericht. Ein Wort mit groſer Schaar aus⸗ 
Gott der Einſamen: die von ſenden; die gute Bottſchafft 
ihm ſo geliebt, daß er ihn auch wird den Voͤlckern machen 
zuletzt das Haus voll Kinder Muth. Die Koͤn ge muſſen 
gibt. 1 fliehn, und ziehn nicht wieder 
4. Die ſo gefangen und, und aus: und die zu Hauſe blieb, 
doch die Seine heiſen: die fuͤhrt den Raub wird theilen aus. 
er ſelber aus zur rechten Zeit u. 7. Wenn ihr zu Felde liegt, ſo 
Stund. Und laͤßt die Ande⸗ glänzt in euren Nahe DR 


— — 


443 


Gold⸗ und Silber⸗Schein wie ro. Damit du, O HEr:GOtt! 
Tauben⸗Flügel ſchoͤn: und da auch kanſt daſelbſten wohnen; 
der Maͤchtige thaͤt Könige zer⸗ gelobet ſey dein Nam, der uns 
ſtreuen, da wareſt du Schnee⸗ zu jeder Zeit, wann du auflegſt 
weiß auf Zalmon anzuſehn. ein Laſt, uns thuſt mit Güte 
Der Berg Gottes bleibet, iſt lohnen: daß wir ſehn deine 
fruchtbar lieblich ſchoͤn: was Hilf und groſe Freundlichkeit. 
huͤpffen Huͤgel dann und Berg, Wir haben einenc Ott, der hel⸗ 
dit nicht beftehn. fen kan aus Noth: und einen 
8. Dann GOtt hat Luſt allein HErrn, der uns erretten kan 
auf dieſem Berg zu wohnen: vom Tod. 
der Herr, fo ewig iſt, hat ihn 11. GOtt aber wird den Kopff 
darzu erwehlt. Der Wagen der Feinde gar zerſchmeiſſen, u. 
Gottes, wo Gott ſelbſt thut Haarſcheidel, der fort in ſeinen 
innen thronen, iſt tauſend tau⸗ Suͤnden faͤhrt. Doch ſpricht 
ſend mal mit Thronen her um: der HErr: ich will aus Baſan 
ſtellt. Daſelbſten iſt der HErr kommen heiſen etliche, die ſehr 
auch mitten unter ſie, da er ſein fett zur Schlachtung ſich ge⸗ 
Wohnung hat im heil gen Si⸗ naͤhrt: auch will ich etliche noch 
nai. gu mir hohlen her vom Ende al⸗ 
9. Da biſt du, als ein Held hoch ler Welt, und aus dem tiefen 
in die Hoͤh gefahren: und das Meer. 0 
Gefaͤngnuß ſelbſt gefangen ein⸗ 12. Drum wird dein Fuß im 
efuͤhrt. Da wurden hoch er⸗ Blut der Feind gefaͤrbet wer⸗ 
reut, die ſonſt gefangen waren, den; und deine Hunde ſind vom 
weil ſie zu ſeiner Zeit durch dich Blut derſelben ſatt. Da ſah 
find ausgefuͤhrt. Auch die Ab⸗ man deine Gaͤng, O GOTT! 
truͤnnigen, und dabey noch ver⸗ vor deinen Heerden, wie du da 
boßt, hat deiner Gaben Fuͤll gehſt einher ins Heiligthumes 
dennoch daraus erloͤſßt. Stadt. Da zeuchſt du ſchoͤn 
Be y net: einher 


4+4+ 


5 2 0 Au \ WERE. . 
einher in deinem Pracht und füllen; treib fie mit Stangen 
Ruhm, daß deiner Ehre voll weg, verſtoͤre ihre Ruh. Der 
dein gantzes Heiligthum. Ochſen mit Kaͤlbern, der Voͤl⸗ 
13. Da gehn die Sänger mit cker allzumalz treib alle von dir 
vorherin groſen Ehren, darnach weg, laß koimmen ihren Fall. 
die Spielleuth, die unter der 16. Den, der ſich niederwirfft 
Jungfraun⸗Zahl, die alle mit bey Gold und Silber⸗Stuͤcken, 
diel Freud des Höͤchſten Ruhm und bäfet ſelbe an, als ſeiner 
vermehren, jene mutdol geg Finger Werck. Die Voͤlcker, 
und die mit Paucken⸗Schall. die da Luft zum Krieg, wirſt 
Lobt alle unſern GOtt in du wegruͤcken, und ſie verſtoͤren 
den Verſammlungen, die aus gar durch deine Macht und 
Iſraels Baum entſproſſen und Staͤrck. Egypten kommt zu 
erſehn. * dir, die Fuͤrſten find in Nothz 
14. Der kleine Benjamin wird auch Mohren⸗Land ſtreckt aus 
da mit Pracht erſcheinen, und die beyde Hand zu GOtt. 
feine Herrſchafft ift die hoͤchſt 17. Kommt aller Orten ber, 
im Koͤnigreich, Der Fuͤrſten ihr Königreich auf Erden lob⸗ 
Juda Schmuck wird in Pur⸗ ſinget dieſem GOtt, lobſinget 
pur erfcheinen ; die Fuͤrſten Se: ihm mit Macht. Der auf den 
bulon und Naphthaly zugleich. Himmeln faͤhrt, laßt hell und 
Dubhaſt gerichtet auf, O Gott! lichte werden, und iſt von An⸗ 
dein Reich mit Pracht; daſſel⸗ begin inſeinem ſchoͤnen Pracht. 
be ſtaͤrccke uns dunch deine Wun⸗ Sein Donner wird gehoͤrt mit 
der⸗Macht. | ſtarcker Stimm und Schall, 
15. Die Koͤnge werden dir um daß in viel Furchten ſtehn die 
deines Tempels willen von al⸗ Voͤlcker überall, 4 
en Orten hei Geſchencke fuhren 18. Gebt unſerm GOtt die 
zu. Schilt eins das Thier im Macht und Herrlichkeit dane⸗ 
Rohr, die Rott, die nicht zu ben, die er in Iſrgel 1 


#45 


nung aufgericht. Auch ſteht Gebeine find verbrandt, ver⸗ 
man feine Macht mit auf den trocknet, wie ein duͤrres Land. 
Wolcken ſchweben, da jede in 3. Mein Hertz iſt in mir gantz 
der Eil ſeinen Befehl ausricht. zerſchlagen, wie Graf verdorꝛt 
Gott du biſt wunderbar in dei⸗ in heiſſen Tagen daß ich ver⸗ 
nem Heiligthum, weil da erha⸗ geſſe auch mein Brod zu eſſen in 
ben iſt dein Nam und groſer fo vieler Noth. 
Ruhm. 4. Mein Fleiſch klebet an den 
19. Dubiſt GOtt Iſrael, und Gebeinen für Seufzen und 
wirſt dabey noch geben, daß klaͤglichem Weinen: ich bin ei⸗ 
man dein groſe Macht wird an nem Rohr⸗Dommel gleich, in 
den Voͤlckern ſehn: und wirſt Wuͤſten hin und her verſcheucht 
ſie allzumal mit Sieges⸗Kraft 5. Gleichwie ein Kaͤutzlein in 
erheben, daß ſie mit Herrlichkeit den Staͤdten, ſo ſind verſtoͤret, 
und groſen Freuden ſtehn. Und ſich muß retten: fo muß ich auch 
ruffen aus (weil ſie befreyt von geachtet ſeyn von dem, der zu 
aller Noth) gelobet ſey der mir gehet ein. 8 
Heir, der groſe Wunder- 6. Ju Nacht und Tag ich ine: 
Gott. mer wache, gleichwie ein Vo⸗ 
16. gel auf dem Dache: der einſam 
Pſalm. 102. und verlaſſen ſehr, und niemand 
Err höre mich, dann ich ihn will kennen mehr. 
H will baͤten, hoͤr mein Ge⸗ 7. Dann meine Feinde, die 
ſchrey in meinen Noͤthen: merck mich ſchmaͤhen in meinem Leid 
doch auf meines FlehensStim, und vielen Wehen: die ſchwe⸗ 
und mein Gebaͤt zu Ohren ren wider mich zur Zeit, mir 
nimm. | anzuthun viel Herkenleid. 
2. Dañ meine Tag ſind ſchnell 8. Mein Brod, das man mir 
vergangen, gleich wie ein Rauch gibt zu eſſen, wird mir mit A⸗ 
bey ſo viel Drangen, und mein ſchen en einer 
5 | mit. 


446 | 


mit Weinen ift vermengt, der allzuſamen; und aller Koͤn ge 
mir wird taͤglich eingeſchenckt. hoher Pracht hoch ehre deine 
9. Wenn mich ſolt deine Huͤlfe Wunder⸗Macht. < 
decken, muß ich vor deinem 15. Die Huͤlffloß und ver⸗ 
Zorn erſchrecken: du hebſt mich laſſen ſtehen, die laͤßt er ſeine 
auf, und wirffſt mich hin, Wunder ſehen: verſchmaͤhet 
das ſchmertzet den betruͤbten nicht des Armen Rath, der kei⸗ 
Sinn. nen Troſt noch Helffer hat. 

10. Dann meine Tag ſind 16. Diß wird man in die Rol⸗ 
wie ein Schatten verſchwunden leſchreiben, damit es fuͤr u. für 
und all meine Thaten: mein mög bleiben zum Wunder den 
Leben iſt verdorret gar wie Nachkommen ſtehn, und alſo 
Graß, das abgemaͤhet war. Gottes Macht erhoͤhn. . 

11. Du aber, HErr, thuſt 17. Er ſchaut von feiner heil⸗ 
ewig walten, und deine Jahr gen Hoͤhe, vom Himmel her, 
ſind ohn Veralten: dein Buͤte daß er anſehe den Elenden, der 
waͤhret ſtets bey dir, und ohne Rath, und nirgends kei⸗ 
dein Gedaͤchtnuß fur undfür. nen Helffer hat. 1 

12. HErr ſchaffe Huͤlff mit 13. Daß er errett, die hart 
deinen Armen, thu deines Zi⸗ gefangen, und zu ihm ſchren 
ons dich erbarmen: dann es iſt in ihren Drangen: und ma⸗ 
Zeit, daß du fiehft drein, damit che loß ſchnell und behend die, 
bald deine Huͤlff erſchein. ſo Kinder des Todes ſind. 

13. Dann deine Knechte ſtehn 19. Daß ſie zu Zion mit viel 
in Drangen, und ſehnen ſich Freuden den Volckern deinen 
in viel Verlangen: daß man ſie Ruhm ausbreiten: und in Je⸗ 
möcht erbauet ſehn, und ihre ruſalem mit Schall dein Lob 
Mauren fertig ſtehn. ausbreiten all zu mall. 
14. Damit die Heiden deinen 20. Wann alle Voͤlcker auf 
Mamen fürchten und ruͤhmen der Erden daſelbſt e 5 

such oinmen 


; 447 


kommen werden: und alle Koͤ⸗ Jeſaja 49. 
nigreich darzu dienen dem E Oeret mir zu, ihr Inſulent 
HErzn in ſtoltzer Ruh. ſpricht der HErꝛ von Kraft 


21. Er thut verkuͤrtzen mei⸗ und Staͤrcke: ihr Voͤlcker in 
ne Tage, drum ich in viel Be⸗ der Ferne fehet und merckt auf 
trübnuß ſage: mein GOtt! feine Wercke. Der HErꝛ hat 
nimm mich nicht vor der Zeit meiner ſchon gedacht, eh ich in 
hinweg in meiner Nichtigkeit. Mutter⸗Leib erwacht, u. noch 

22. Dann deiner Jahre iſt war unbekannt: er hat mir 
kein Ende, du haſt geſetzt der meinen Mund bewaͤhrt, ge⸗ 
Erde Gruͤnde: die . ſchaͤrfft wie ein zweyſchneidig 
deiner Finger Werck, ſind Zeu⸗ Schwerdt durch ſeine ſtarcke 
gen deiner Krafft und Staͤrck Hand. 

23. Dennoch werden ſie 2. Mit ſeinem Schatten hat 
ſchnell vergehen; du aber blei⸗ er mich wie mit einem Schild 
beſt ewig ſtehen: ſie werden, bedecket; er hat mich, als ein n 
wie ein alt Gewand, verwan⸗ ſcharfen Pfeil in feinen 
deln ſich durch deine Hand. Koͤcher geſtecket, und ſpricht zu 

24. Du wirſt fie wie ein mir: du biſt mein Knecht If 
Kleid umwenden, wann ihre rael, der mir ſchaffet recht, und 
Tag und Jahr ſich enden: du giebet ſteten Preiß: doch dach⸗ 
aber bleibeſt, wie du bift, und ke ich: es ſey umſonſt, mein Ar⸗ 
deine Jahr zu jeder Friſt. beit waͤr ein leerer Dunſt; obs 

25. Die Kinder deiner Knech⸗ ſchon auf fein Geheiß. 
te eben, die werden in die Laͤn⸗ 3. Und meine Sache waͤr des 
ge leben: ihr Same und Ge HErꝛn, weil er mich ihm ſelbſt 
ſchlecht bey dir wird ſtehen blei⸗ erkoren, und daß inein Lohn 
ben fuͤr und fuͤr. bey ihm wird ſeyn, und nim̃er 
Bi) 7 gehen verloren. Und nunmehr 
> 17. ſpricht der HErꝛ, der mich von 
a LI Mutter⸗ 


448 N 


Mutter⸗Leib bereit, daß ich des HErꝛen Lob zu vermehren. 
Jacob bekehren ſoll zu ihm, Diß iſt dein Ruhm, ſo dir ver⸗ 
„nis eine Schaafe⸗Heerd, daß heißt, der in Iſrgel heilig heißt, 
er nicht weggeraffet werd; ſon⸗ und dich erwehlet hat. So 
dern des Guten voll. ſpricht der HErꝛ: ich hab 
4. Drum bin ich herzlich vor bereit gehoͤrt dich zur gnaͤdi⸗ 
dem HEIM geachtet und hoch gen Zeit, nach meinem weiſen 
erhaben, weil er mit hoher Rath. vi 
under Kraft mich dabey 7. Und habe dir am Tag des 
thut ſtetig laben, und ſpricht: Heils geholffen, und be huͤtet 
es iſt gering und ſchlecht, daß dich, und dich zum Bund 
du erwehlek als mein Knecht, des Volcks geſtellt, daß durch 
die Staͤmm zu richten auf Ja⸗ dich werde aufgericht das Land, 
cobs, der vor zerſtreuet war, und nehmſt die Erbe ein, die 
und die verſchloſſen in Verwahr vor fo lang verſtoͤret ſeyn, zu 
werden gebracht zu Hauf. ſagen: kommt heraus, was vor 
5. Ich habe dich auch noch ge= ſo lang gefangen war, im Fuͤn⸗ 
macht, daß du ſeyſt das Licht ſternuß verſchloſſen gar: die 
der Heiden, damit durch dich harte Zeit iſt aus. re 
in aller Welt mein Heil ſich 8. Daß fe am Wege ſich 
koͤnne ausbreiten. So ſpricht weiden, und in aller Fuͤll ſich 
der HErr, der dich erloͤßt, und laben; auf allen Huͤgeln hin 
Iſrael ſo reich getroͤſt, zu dem und her ſuf und gute Weide 
derachten Mann, zu dem, der haben. Weder des Durſts 
aller Greuel iſt, und jederman noch Hungers Pein bey ihnen 
ihm Leid einmißt, weil ers wird zu ſehen ſeyn, noch heiſſer 
nicht helffen kaçan. Sonnen -Stich: dann ihr Er⸗ 
6. Auch Koͤnige die ſollen barmer fuͤhret die zum Lebens⸗ 
ſehn, dabey ſtehen dich zu ehren, Waſſer, damit fie daſelbſt er⸗ 
und Fuͤrſten werden baͤten an, erquicken ſich. | Br = 
ene 1455 9. Ich 


”- 


* 1 1 
1 


Lo 


9. Ich will (ſpricht er) all mal verſchwinden. 
meine Berg zu ebenen Wegen 2. Mein Laufen iſt gethan, ich 
bahnen, und meine Pfade ſol⸗ geh in fanfften Schritten, fo 
len auch erhaben ſeyn allen de⸗ bleibt mein Helfers⸗Mann mir 
nen, die da kommen von Fer⸗ ſtets in meiner Mitten. Iſt 
ne her, von Mitternacht und hoher Muth ſchon hin, die 
von dem Meer zu meiner Herzꝛ⸗Juͤnglings⸗Krafft verſchwun⸗ 
lichkeit. Auch dort vom Lan⸗ den, ſo iſt ein beſſer Gut doch 
de Sinim her wird ſammlen nun in GOtt gefunden. 
ſich ein große, Heer in der Erf⸗ z. Die Hoffnung iſt mein 
quickungs⸗Zeit. Stab, worquf ich mich thuleh⸗ 
10. Jauchzet, ihr Himmel, nen; des Geiſtes reiche Haab 
über dem, das ich alsdann find oft viel bittre Thraͤnen. 
ſchaffen werde: lobet, ihr Ber⸗ So wird der müde Gang mit 
e, frolocket mit Jauchzen, Gottes Troſt erfüllet, wann ſei⸗ 
reue dich, Erde, dann ſelbſt ne treue Gunſt mir aus dein 
der Her Kin Volck erlöͤßt, u. Hertzen quillet. 
ſie ſo reichlich hat getroͤſt, daß 4. Was weiters mir zu thun, 
ſie ſehr hoch erfreut. Die lang ſo will von groſer Muͤde gantz 
im Elend mußte gehn, thut ſtille ſeyn und ruhn in Gottes 
Gott in Gnaden nun anſehn: Gnad und Guͤte: die wird den 
O lang erwuͤnſchte Zeit. bloͤden Sinn mit hoher Krafft 
. bereichen, daß ich in Ewigkeit 

H bin ein Wander⸗Gaſt, werd nimmer von ihm weichen. 
5 hab wenig Freud auf Er⸗ 5. Sonſt gehets ſachte hin, bey 
den, mein Ziel iſt abgefaßt, was den betruͤbken Zeiten zur ſtillen 
mir aldort wird werden. Der Ewigkeit, die wird die Eng er⸗ 
müde Lebens ⸗Lauf wird feine weite: da iſt der lange Schmeꝛtz 
Zeit ſchon finden, wo mein fo zu einem mal verſchwunden, 
langer Schmertz wird auf ein das ewig bleibend Gut in ſtil⸗ 
1 LI | lex 


* 
8 
| 

| 


9 


4509 


ler Ruh gefunden. mirs hinweg nehmen: dann 
6. Diß iſt der ſüſſe Troſt, der viele Stricke fie mir umher 
mir ins Hertz geſchrieben, drum legen, wo ich hingehen muß 
werd in Ewigkeit nicht hören auf meinen Wegen. 
auf zu lieben. O theure Gottes⸗ 3. Schau ich zur Rechten 
Lieb! thu mich doch ſelbſt be⸗ her, die fromm zu nennen, da 
kleiden, und bring mich an den thut mich weder Freund noch 
Ort der lang erwuͤnſchten Bruder kennen: dann wo ich 
Freuden. meine Zuflucht auf thaͤt ſtellen, 
7. Ach] wie bin ich fo mud der die ſuchten meine Seel ins 
lang und rauhen Wege: Ach! Netz zu fallen. ö 
wann wird Gott mein ſelbſt 4. HEr, zu dir ſchreye ich, 
einmal im Schooſe pflegen: ſo und thue ſagen: du bift mein 
wär ich ſelig dann, nach ſo viel Zuverſicht in meinem Zagen: 
langem Hoffen, und hätt auf mein Theil im Lande derer, 
dieſer Bahn, mein rechtes Ziel die dir leben, merck auf zu 
getroffen. meiner Klag u. Hertzens⸗Bebk. 
19 5. Dan ich bin ſehr gering u. 
0 duͤne worden, Verfolger mich 
Pſalm 142. umgeben aller Orten: die mir 
J CH ſchreye, HErꝛ, zu dir zu mächtig find auf allen Sei⸗ 
J mit meiner Stimme, ich ten, drum hilff, O HErz! in 
flehe, Herz, zu dir, O Her den betrübten Zeiten. | 
vernimme: ich ſchuͤtte aus Be⸗ 6. Fuͤhr meine Seele aus des 
kuͤmmernüß der Seelen, und Kerckers Proben, damit ich 
thu ihm alle meine Noth er⸗ deinen Namen koͤnne loben: ſo 
ehlen. werden ſammlen ſich zu mir die 
2. Dann wann mein Geiſt Frommen, weil du mir thuſt 
in Aengſten und in Graͤmen, ſo wohl, daß es gelungen. 
nimmt er ſichs an, und thut 1 
MR N Pſalm 


451 


20, ſich, hee wet . 
5 und pred’gen von de rren 
Pfalm az. groſen Namen. | 
M Ein Geiſt iſt Hoffnungs⸗ 5. Da wird man noch daneben 
voll erfreut auf die folang ſehn zwölf Stühle ſchöͤn berei⸗ 
erwünſchte Zeit, die mir von tet ſtehn, die zum Gericht der 
Gott geredet worden: daß wir zwoͤlff Geſchlechte: drauf wer⸗ 
bald werden allzumal mit gro⸗ den ſitzen allzuſamm die zwoͤlff 
ſer Freud und Jubel⸗Schall Apoſtel, die dem Lamm gefol⸗ 
eingehen zu des neuen Tempels get u. nun find zu ſeiner Rechten 
Pforten. a 6. Als Fuͤrſten und als Koͤni⸗ 

2. Dan wird man groſe Wun⸗ gel nebſt dem, fo wohnet in der 
der ſehn, wann unſte Fuͤſe wer⸗Hoͤh) die Staͤmm und Erden⸗ 
den ſtehn in Jeruſalems güld- Krayß zu richten. Dann wird 
nen Thoren: die Tag u. Nacht die alte Welt vergehn, der Voͤl⸗ 
ſtets offen ſeyn, und kein Unrei⸗ cker Rath wird nicht beſtehn, 
nes gehet ein, ſondern nur was weil ihr Gericht wird all ihr 
ſich G Ott ſelbſt hat erkoren. Thun zernichten. 

3. Jezuſalem, du guͤldne Stadt! 7. Wohl dem, der hat Jeruſa⸗ 
die GOtt fo ſchoͤn erbauet hat, lem gewuͤnſchet Glück, daß ihre 
daß ſie wird bleiben ewig ſte⸗ Staͤmm gebracht hinauf zu 
hen: die Voͤlcker werden allzu⸗ dieſen Ehren: und die dich lie⸗ 
mal durch deiner zwoͤlfen Tho⸗ ben gleicher Weiß, die kommen 
re Zahl mit Wonn und Jubel⸗ auch zu ihrem Preiß, wo man 
Freud zu dir eingehen. thut ſtets des HErren Lob ver⸗ 

4. Dann wird man in Erſtau⸗ mehren. 
nen ſtehn, wann man die Wun⸗ 8. Es muͤſſe Friede ſeyn bey 
der an wird ſehn, da die zwoͤlff dir in deinen Mauren für und 
Staͤmme alzuſammen hoch fuͤr, und Heil in deiner Stadt 
preiſen deſſen hee 9 Pallaͤſten. Die dir ae 

Mir g RF e weſen 


4444414444443 41% 


45% 


—— —— — —jä—— 


* 


weſen gram, die werden nun⸗ Lammes Ritterſchafft, fo hat 
mehr aͤllzuſam unter der Dei⸗ geſieget in der Krafft, daß feine 
nen Fittigen ſanfft raſten. einde find vor ihm umkomen. 

9. Hie Voͤlcker alle ſtehn be⸗ 13. Mun wird der Drach die 
rett, daß ſte an deiner Herrlich alte Schlang (das uns ſo oft 
keit und Schöne ſich ohn End gemachet bang) gefangen und 
erfreuen. Dann GOtt iſt ſelbſt ſehr hart gebunden in Abgrund, 
in deiner Mitt, und ſchaffet dei⸗ wo viel ſchwere Pein ihm wird 
nen Graͤntzen Fried, weil er ohn Maaß bereitet ſeyn, weil 
thut alles gantz in dir verneuen. JIEſus und fein Heer hat uͤber⸗ 

10. Um meiner Brüder allzu: wunden. 
mal, Apoſtel und Propheten 14. Diß wird dann waͤhren 
Zahl, und aller treuen Freunde tauſend Jahr, daß er, und ſei⸗ 
willen wuͤnſch ich dir Segen, ne gantze Schaar, ſehr hart ge⸗ 
Fried und Heil, ſo komm ich fangen werden liegen. Nach⸗ 
auch zu meinem Theil, und hel- dem wird er zum letzten mal 
fe mit dein Lob ohn End er⸗ einholen ſein Gericht und Fall, 
fuͤllen. wann ihn GO TT ſelbſt vom 

11. Dann um des Herren Himmel wird beſiegen. 
Haus und Stadt, die er ſo ſchoͤn 15, Damuß er in dein Schwe⸗ | 
erbauet hat, will ich dir ſtetig fel⸗Pful, ſamt feiner falſchen 
Heil zulegẽ:u meine tieue Dien⸗ Laͤſter⸗Schul, viel lange Ewig⸗ 
ſte thun, daß ich auch koͤnne in keiten baden: da dann ein jeder 
dir ruhn, im Frieden, den du ſeinen Lohn empfangen wird, 
wirſt daſelbſt zulegen. wie er gethan allhier, und ſich 

Aus Offenb: 19 und 20. nicht wollen laſſen rathen. 
Nun freue ſich das gantze Heer, 16. Nun ſiehet man im Geiſte 
die dort auf weiſſen Pferdten ſchoͤn Himmel und Erd erneu⸗ N 
her zur Zeit des groſen Streits et ſtehn, weil nunmehr iſt vor⸗ 1 

mit kommen. Ihr ſeyd des bey gegangen die a eee 15 
. 5 em 


9 
7 


2 
1 


453 


ihrem Schein, die nun wird deine Duͤrſtige, und deinem 


gantz vergeſſen ſeyn, dieweil ein Dienſt Ergebene; traͤnck uns 
andre nun hervor thut prangen in unſrer Bitt am Brunn des 
17. Nun ſiehet man die ſchoͤne Lebens. \ | 
Sta t, die GOtt ſich felbftere 21. So wird uns noch in 
bauet hat, in kuͤmmerlicher unſerm Band dein treue Huld 
Zeit auf Erden: da oft die und Gunſt bekannt, weil wir 
Steine Blut geſchwitzt zu; Zeit, noch leben hier auf Erden: und 
wann ihre Feind erhitzt, drum gehet uns der Troſt mit fort, 
wird nun alles fo viel beſſer bis wir, nach dem Verheiſ⸗ 
werden. ſſungs⸗Wort, alldorten gantz 
18. O Herzlichkeit! die wird durch dich verneuet werden. 
geſchaut an der vermaͤhlten 21. 
Lammes⸗Braut, nimm uns J | 
auf alle zu den Deinen: wie: Pſalm 45, | 
ſchreyen dich inſtaͤndig an, löf M Ein Hertz bringt fuͤr ſehr 
doch bald aufden harten Ban, N angenehme Dinge, von 


und mache bald ein End dem einem Könige ich lieblich ſinge: 
langen Weinen. auch meine Zung ſoll nicht in 
19. Ja komm, Hen IEſu, mir bekleiben, viel Wunder: 


hohl uns ein, wo wir mit dir ſchoͤne Ding will ich fuͤrſchreibẽ 
vermaͤhlet ſeyn: laß bald das 2. Wie ſchoͤn biſt du, weil du 
Alte gantz vergehen, damit zu der Schoͤnſt zu nennen von 
End der ſchwere Drang, da oͤf⸗Menſchen⸗Kindern, die man 
ters Trauren für Geſang bey uur thut kennen? auch deine 
dem ſo langen Schmertz und Lippen ſind Holdſeligkeiten; 
vielen Wehen. drum Gott geſegnet dich zu 

20. Wirſt ſchencken du, was allen Zeiten. | 


deine Hunft verheiſſen uns hat 3. Guͤrte dein Schwerdt um 


gantz um ſenſt, fo iſts in allem dich, OHeld! laß ſehen, wie du 
\ in 


Nicht vergebene: weil wir find 


45% 

in deinem Pracht einher thuſt 3. In deinem ſchoͤne 
ehen: zeuch prächtig aus in Schmuck gehen die Toͤchter 
ajeftat und Ehren, zu gut der Könige einher, als die Ge⸗ 
der Wahrheit hohen Wunder⸗ ſchlechter: in groſer Wuͤrdig⸗ 
Lehren. keit und hohen Ehren, die mit 
4. Lehr die Gerechtigkeit ohn des Könige Lob und Ruhm 

Stille⸗ſchweigen, ſo wird dein vermehren. 

rechte Hand die Wunder zei⸗ 9. Die Braut ſteht da in Gold⸗ 
gen: ſcharff deine Pfeile find geſtickten Kleidern, in groſem 
vor andern allen, daß Voͤlcker Pracht, dem Koͤnige zur Sei⸗ 
um und um dafür hinfallen. ten. Hoͤr Tochter, ſchaue drauf 
F. Sie gehen tief ins Hertz neig deine Ohren: vergiß deins 
des Koͤnigs Feinde, ſo koͤnnen Vaters Haus, da du geboren. 
Wunder ſehn, die feine Freun⸗ ro. So wird der Koͤnig Luft 
de. O Gott: dein Stul in zu dir dann haben, daneben 
Ewigkeit wird ſtehen; das ſich an deiner Schöne laben. 
Scepter deines Reichs wird Die Tochter Jor wird mit Ge⸗ 
nicht vergehen. ſchenck da ſtehen: die Reichen 
6. Du haſt Gerechtigkeit ge⸗ in dem Volck werden dir flehẽ. 
liebt, daneben gehaßt, was 11. Des Königs Tochter iſt 
Gottloß iſt in ſeinem Leben: inwendig holde; von auſen 
drum hat dich, Gott, dein geht fie in geſticktem Golde: 
Gott mit Freuden⸗Oele geſal⸗ in ſolchem Kleider⸗Pracht ficht 
bet mehr als deine Mitgeſelle. man fie führen zum König in 
7. Auch iſt dein Kleider⸗ den Saal mit Jubiliren. 
Schmuck von eitel Myrrhen, 12. Die Jungfraun folgen 
Aloes, Kezia muß ſelben zieh⸗ ihr mit den Geſpielen, die dar⸗ 
ren: wann du einher trittſt in gu auserwehlt unter ſehr vie⸗ 
deinen Palläften von Helffen⸗ len: die führe man zu dir mit 
bein, zur Freud in deinen Feſten. Freud und Wonne, da 1 18 
8 enn et ee enen 


* 


455 


ſelbſt ihr Schmuck und Ehren⸗ ten Ziel gebracht, kan fanfft und 
Krone. 5 ſtille ſeyn, kein Zweiffel haͤlt 
13. Sie gehen im Pallaſt mich weiter auf, weil ich mit 
in hohen Ehren, und laͤſſen meinem Glaubens⸗Lauf in 
Wunder⸗ſchoͤne Stimmen hoͤ⸗ Gott gegangen ein. 
ren. An ſtatt der Vaͤter kriegſt 2. Iſt dann auch wohl was 
du im Vermaͤhlen ein groſe beſſers auf der Erden, als wo 
Kinder⸗Zahl, die nicht zu zehlẽ. man ſtets mit Gottes Huld ver⸗ 
14. Die wirſt du ſetzen auf ſehn: traͤgt man dabey ſchon 
dein hoch Geheiße zu Fuͤrſten mancherley Beſchwerden; ſo 
auf dem gantzen Erden⸗Kray⸗ kan ſie doch ein leichter Wind 
ſe: drum will, zu deines hohen verwehn. Wann mich der zeit⸗ 
Namens Ehren, von Kind zu lich Kummer kraͤnckt, werd ich 
Kindes Kind es laſſen hoͤren. mit Gottes Huld beſchenckt, die 
15. Drum werden preiſen mir mißt anders ein, des Gei⸗ 
dich der Voͤlcker Sunimen, ſtes Frucht und Lieblichkeit 
wann ſie von aller Welt zu macht mir des Leibes Bitterkeit 
Haufen kommen: das groſe zu lauter Freuden⸗Wein. 
Freuden⸗Feſt wird ewig waͤh⸗ 3. Wie iſt dem Hertzen doch ſo 
rer, und wird es weder Zeit wohl gerathen, daͤs leben kan in 
noch Krafft verzehren. ſanfft⸗ und ſuͤſer Still, des vie⸗ 
22. len Drangs und aller Sorg 
M Ein Hertz iſt froh, weil ich entladen, u. liebet ohne Maaße 
Ein Gott geneſen, und End und Ziel: wird ihm ſchon 
kan ſehr ſanfft in feiner Liebe oft ſein Kleid befleckt, ſeinbicht 
ruhn, und weil das hoͤchſte Gut mit Fuͤnſternuß bedeckt, es blei⸗ 


mir hab erleſen, wird ſonſten bet ungeſtoͤrt. Die edle Frucht 
nichts mir koͤnnen Schaden des Leidens ſchafft dem Hertzen 
thun: der Schluß hat mich ſo immer neue Krafft, ſo bleibt 
wohl bedacht, daß ich zum rech⸗ fein Licht verklaͤrt. 


M mi m 1. So 


456 


4. So muß die Hoffnung ſelbſt 3. O was angenehme Luft! 
dem Hertzen rathen, das unver⸗ waun ſo eins zum andern rufft: 
ruckt in Gottes Liebe ſchwebt: ſuͤſe Lieb erfullt mein Hertz, weiß 
Gedult und Langmuth ſind die von keinem Sünden⸗Schmertz 
Helden-⸗Thaten, wo man in 6. Das iſt Freud, die höher 
allem Ott zu Ehren lebt. Des ſteht, als wo man der Welt 
Leidens ſuͤſe Bitterkeit macht nachgeht: was empfunden und 
weiß und hell das Hoffnungs⸗ verſpuͤhrt, hat kein fleiſchlich 
Kleid, wie ſchoͤn wirds dorten Hertz beruͤhrt. 
ſtehn, wann mich des treuen 7. Diß hab ich mir zugedacht, 
Gottes Huld durch ſeine Guͤte mich geſehnet Tag und Nacht: 
und Gedult macht in ſein Reich bis mein Hertz in GOtt erfreut. 
eingeht. O der lang⸗erwuͤnſchten Zeit. 
: 23. 8. Alles andre iſt dahin, weil 
M Ein Hertz iſt in GOtt mein ausgeleerter Sinn iſt er⸗ 
| verliebt, weiler mich ohn fuͤllet nun mit Krafft, die ein 
Ende übt: fein zu ſeyn ohn wahres Weſen ſchafft. 4 
Ziel und Zeit, unverruͤckt in 9. Haͤtte mein verliebter Sin 
Ewigkeit. nicht erſt alles geben hin: nim⸗ 
2 Alle Suͤſigkeit der Welt mer waͤr mir kommen ein, daß 
endlich mit der Zeit hinfaͤllt: ich kan fo ſelig ſennn. 
aber GOttes Freundlichkeit 10. Ach wie iſt mir nun fü 
bleibet ohne End und Zeit. wohl! weil ich alles Guten voll 
3. O wie manchen Liebes⸗Blick kan vergeſſen Welt und Zeit, 
ſchickt er meiner Seel zuruck! weil mein Hertz in Otterfreut 
wann fie einſam u. allein, ſchei⸗ 11. Recht vergnuͤgt heißt him⸗ 
net gantz verlaffen ſeyn. lliſch ſeyn; weg mit allem leeren 
4. Nichts iſt lieblicher zu ſehn, Schein: wer in Liebe lang ge: 
als in Liebe GOtt nachgehn: weint, wird zuletzt ein Gotte 
nichts bꝛingt reichern Sege ein, Freund. 
als mit Gott vereinigt ſeyn. 


47 


024. F Schmertzen oft Zeit und Wei: 
M Ein Leben iſt verſuncken le lang. | 
Y einm ſtillen Friedens⸗Meer, 5. Doch kan man ſchwer ver: 
wer darin gantz ertruncken, kan geſſen in dieſer Sterblichkeit, 
ruͤhmen Gottes Ehr: wie ſanf⸗ wo man betruͤbt geſeſſen in fo 
te laͤßt ſichs raſten, wer da ge⸗ viel bitter Leid: da oft in To⸗ 
ſchiffet ein, iſt frey von allenLa⸗ des⸗Zuͤgen der arme Geiſt ver⸗ 
ſten, wärs auch die ſchwerſte ſenckt, verlaſſen mußte liegen, 
Pein. gleich wie un Meer ertraͤnckt. 
2. Wie mancher Schmertz u. 6. Haͤtt ich in denen Tagen der 
Wehen, wie viel betruͤbte Zeit, kuͤmerlichen Zeit mein Creutz⸗ 
muß uͤber uns ergehen, eh wir lein nicht getragen in Demuts⸗ 
in GOtt erfreut: das Beſte, wo Niedrigkeit: gewiß ich war ent⸗ 
wir meinen an GOtt getreu zu kommen des treuen Schoͤpffers 
ſeyn, muß erſt, bey langem Rath, beraubt der wahren 
Weinen, als wie verloren ſeyn. Frommen, und Gottes Guͤt 
3. Wann ich nur thu geden⸗ und Gnad. 8 
cken, wie manchen Tag und 7. Wie wohl iſt dem geſchehen, 
Jahr ich bey fo vielem Kraͤn⸗ der in dem Leiden treu, ſolt er 
cken, in mancherley Gefahr, auch drin vergehen, GOtt ſte⸗ 
betruͤbt einher gegangen: ſo het treulich bey den lieb⸗verlieb⸗ 
koͤnt vor Leid vergehn; doch ten Hertzen, die um das wahre 
hatte mein Verlangen GO TT Gut erdulten alle Schmertzen, 
endlich angeſehn. gings auch bis an das Blut. 
4. Man kan es niemand ſagen, 8. So hab ich durchgedrun⸗ 
was heißt: Geneſen ſeyn, und gen in vielerley Gefahr, bis end⸗ 


wie nach fo viel Zagen Gott lich es gelungen, da ich geneſen 


anders ſchencket ein. Der für war: mußte der Schmertzen 


Troſt im Hertzen erſetzt den lan⸗ weichen, der Kummer fiele hin, 


gen Drang, wo ſonſt in tauſend mußt, wie im Tod, erbleichen 


1 


| 
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* 


478 


mit doppeltem Gewinn. freudig ſagen: nun heiß ich 
9. So wird das Ziel erjaget GOttes Eigenthum, nichts 
bey mancherley Gedraͤng, der beſſers kan mir werden, als 
Kummer, der uns naget (daß daß ich ſeinen groſen Ruhm 
wir in ſteter Eng) muß endlich hoch preiſe hier auf Erden. 
mit vergehen; der Frieden brin⸗ 3. Es kommt mir dann zu 
25 ein viel Segen, nach den meiner Freud das Beſte ein⸗ 
ehen kommt ſuͤſer Freuden⸗ geloffen, weil nach fo viel und 
Wein. bittrem Leid mein rechtes Ziel 
10. Ol moͤchte man bald ſehen getroffen: ſo daß ich kommen 
die gantze fromme Schaar ent⸗ zu der Tracht in dem verlob⸗ 
nommen ihren Wehen u. man- ten Orden, wo man GOtt die⸗ 
cherley Gefahr: fo würde Zion net Tag und Nacht ins innern 
ſingen (mit vieler Sieges⸗ Tempels Pforten. = 
Freud) von groſen Wunder: 4. Nun iſt zu einem mal ers 
Dingen in alle Ewigkeit. jagt, was in ſo langen Zeiten 
2 in vielen Worten nicht geſagt 
Nin bringet mir die Hoff⸗ bey fo viel Niedrigkeiten: diß 
nung ein mein lang⸗ver⸗ iſt nun mein verliebter Sinn, 
langtes Sehnen: was in ſo daß ich mit allen Seelen ver⸗ 
bittrer Liebes⸗Pein geſucht eine mich auf ewig hin, die ſich 
mit vielen Thraͤnen. Der dem Lamm vermaͤhlen. 
Schmertzen, der mich uͤber⸗ 5. O lang⸗verlangter Hoch⸗ 
haͤufft in ſo viel Tag und Jah⸗ zeit⸗Tag! O lang⸗verlangte 
ren, iſt nun als wie im Meer Stunden! weil nach ſo lang⸗ 
erſaͤufft, ſamt vielerley Zefahrẽ und vielem Ach das beſte Theil 
2. Nun wird mein Gluck gefunden: die Welt, mit ihrer 
das beſte Looß nach denen Truͤb⸗ Eitelkeit, iſt mir als wie ver⸗ 
ſals⸗Tagen mir legen bey in weſen, des Todes Krafft und 
meinen Schooß, daß ich kan Bitterkeit auch e 
1 x N ergeſ⸗ 


| 459 
vergeſſen. und ſchweren Pilger⸗Reiße: 
6. O reiner Geiſt von oben weil ihm der Weg fällt lang 
her! vereine uns im Weſen und krumm, viel Tages⸗Laſt 
mit jenem Jungfraͤulichen ihm oft gemachet heiſe. Was 
Heer, die du dir auserleſen:daß ihm aufs Hoͤheſten Geheiß ver⸗ 
ſie alldort in groſer Freud, mit ſprochen, wird wohl dorten 
vielen ſchoͤnen Weißen, GOtt werden, drum er fo ein muͤhſa⸗ 
in die Lang der Ewigkeit ohn me Rriß getreten an allhier auf 
Zeit und Ende preiſen. Erden. 

7. Was ſoll uns wohl in un⸗ 2. Das Aug nach jener Ewig⸗ 
ſerm Looß mehr ſcheiden hier keit laßt hier beym ſtille ſtehn 
auf Erden? wer einmal ruht nicht lang verweilen: weil gantz 

der Lieb im Schooß, kan nicht vergeſſen Welt und Zeit, ſo iſt 
beweget werden: die Liebſte, das Beſt von da hinweg zu ei⸗ 
die wir uns erwehlt, heißt So⸗ len. Obſchon die Kleider alt 
phia mit Namen, und ob der und ab, an Brod und Waſſer 
Himmel ſchon einfaͤllt, ihr Eid oft Gebreſten; die Ewigkeit 
haͤlt uns zuſammen. bringt in das Grab die Noth 

8. Sie ſchmuͤcket unſre Sin⸗ betruͤbter Wander⸗Gaͤſten. 
nen aus mit Weisheit, Zucht 3. Die lange Zeit und viele 
und Ehre, daß wir ein reines Jahr, ſo dieſe Reiße ſchon all⸗ 
GoOttes⸗Haus: durch ihre hol⸗ hier gewaͤhret, ſamt Schmertz 
de Lehre wird uns ertheilet, und vieler⸗Tods⸗Gefahr, da 
was gebricht, wir ſind durch man von groſem Leid oft faſt 
ſie umſchloſſen: ihr Rath gibt verzehret: wird ſchon zuletzt 
ſteten Unterricht, wer wird ſich legen bey, ſamt allem, was 
ihn wohl umſtoſen. genannt mag werden in dieſes 

26. Lebens = Wüfteney, alhier auf 
Nil ſieht der Geiſt ſich ein: der muͤhſamen Erden. ö 
Amal um auf feiner lange 4. Drum will aufs neue ſetzen 
| Mmmz ; n, 


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469 | 


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an, obſchon mit ſtetemSchmer⸗ 7. Der Gang geht wieder rich⸗ 
tzen bin umgeben: man muß lig fort, der Geiſt haͤlt ſeine 
fortgehen dieſe Bahn, ob man Wag, in Lieb und Leiden; ſein 
ſchon oft auch muͤde wird zu le⸗ Unterricht heißt Gottes Wort: 
ben. O Schmertzen! die oft diß iſt ſein Lebens⸗Brod in trü⸗ 
wie ein Meer uͤber dem Haupt ben Zeiten. So geht man end⸗ 
zuſcunmen ſchlagen, daß auch lich ſachte ein in ſein Gezelt und 
das Reißen wird fo ſchwer, daß Ruhe⸗Kammer, da dann wird 
kaum mit Worten aus zu fage. gantz vergeſſen ſeyn die lange 
F. Doch kan kein Zweifel kom⸗ Reiß und vieler Jammer. 
men ein, ob wohl von in⸗ und | I 

auſen nichts als Wehen; und Oban der Kraͤfften! thei⸗ 
wenn der Himmel fiele ein, ſo le aus dein Wort in reiner 
laͤßt ſichs doch nun nicht mehr Klarheit, daß wir ein reines 
ſtille ſtehen. Die Welt geht Gottes⸗Haus in unverfaͤlſch⸗ 
ſelbſt mit Tode ab, wañ tref⸗ ter Wahrheit: ſchaff ſelbſt die 
fen ſie die viele Wehen, die volle Richtigkeit durch deines 
Herrlichkeit fällt mit ins Grab, Geiſtes Lauterkeit in Wort 
wird gantz und gar zu runde und Werck und Lehre: daß kei⸗ 
gehen. nne Peſt im Finſtern ſchleich, 
6, Diß iſt die Urſach, daß ich noch auch die helle Mittags 
nicht der Welt mich anvertraut Seuch den lautern Sin bethdde f 
in meinem Leben; weil alles 2. Wir ſind ja nichts ohn 
doch zuletzt zerbricht, hab ich deine Gnad, dein Wort muß 
mich auf die muhſam Reiß be⸗ ſelbſt uns lehren ſouſt kan der 
geben. Wie ſelig iſt demnach boͤſen Wercken That den Sin 
der Sinn, der ſich alſo der Welt von dir abkehren: dein Geiſt 
entnomen, weil ihm ſein Gluͤck woll ſelbſten legen bey, was 
mit viel Gewinn dafür wird Lauterkeit und Wahrheit ey 
häuffig dort einkommen. die uns kan wohl bergigen 
8 8 9 m 


4 


mit das reine Glaubens⸗Licht, koͤnnen ſagen: ich dancke dir 
fo aller Falſchheit Krafft durch⸗ in Ewigkeit, weil du mich haft 
bricht, ſelbſt zeug von unſern geſchlagen mit deinem Zorn 
Thaten. und ſtarcken Hand, und ſich 

3. Die Lauterkeit erwirbet derſelbe lungewandt, und mich 


Gott, wird weder muͤd noch mit Troſt umgeben. 


traͤge: wer die beſitzt, wird 2. Gott iſt mein Heil, ich 
nicht zu Spott auf feinem bin erfreut, frag nichts nach, 


Glaubens⸗Wege: drum hal⸗ jener Wercke, weil er mich ſel⸗ 


ten wir inſtaͤndig an: ſey ſelbſt ber angekleidt mit Sicherheit 
das Licht auf unſrer Bahn, u. und Staͤrcke: Er iſt mein 
thu den Wandel ziehren mit Pſalm, mein Heil, mein Schutz 


deines GeiſtesReinigkeit, dan der wider aller Feinde Trutz 


6 
_ 


wo du ſelbſt an unſrer Seit, mich hat mit Krafft umgeben. 


ſo koͤnnen wir nicht irren. 3. Nun ſchoͤpffen wir mit 


4. Indeſſen bleibet uns der groſer Freud Waſſer aus dem 
Troſt in unſer Hertz geſprochen, Heil⸗bronnenz es hat die fang 
daß wir durch deine Machter- gewünfchte Zeit das Glück 
ioͤßt, die alle Feind gerochen. uns zugewonnen: drum dan⸗ 
Der Glaube giebet Tapffer⸗ cken wir ihm ins gemein, und 
keit, und macht, daß wir in pred'gen von dem Namen ſein, 
Gott erneut ſchon hier auf der groß und hoch zu nennen. 
dieſer Erden: die Hoffnung 4. Sein Thun werd aller 


haͤlt uns aufgericht, daß wir Orten her den Voͤlckern ange⸗ 


in GOttes Wunder⸗ Licht all⸗ prieſen: verkuͤndigt zu ſeins 
dort verherrlicht werden. Namens Ehr, was er an uns 
| 28. erwieſen. Lobſinget ihm mit 
IJeſaja 12 hohem Pracht, was an uns 
O Komm doch bald er: thut fein Wunder⸗Macht, 
wuͤnſchte Zeit dariun wir machts kund in allen Kane 
1.3 | 5. Jauch⸗ 


462 


F. Jauchzet u. ruͤhmet weit ren, muͤſſen hier viel Sch mer⸗ 


2 


und dreit, wer in Zion thut tzen rühren: geht man hon 


wohnen, weil die ſo lang ge⸗ gebuͤckt/doꝛt wic man eꝛquickt 


wuͤnſchte Zeit uns thut mit 4. Wann die Suͤſigkeit der 


Segen lohnen: weil ſelbſten Welt dort bringt Schmertzen 


Gott in feiner Stell, der Hei⸗ ein, ſchenckt GOtt dem, der 

lige in Iſrael, bey dir nun ihm gefällt, hier denſelben ein: 

groß iſt worden. wann die Seel das Gluͤck er⸗ 
* 


ſehen, ſo wird werden nach den 


9. 
S le, was iſt ſchoͤners wols Wehen, iſt ihr Schmertz und 


als das hoͤchſte Gut: iſt Pein füfer Freuden⸗Wein. 


dein Hertze Traurens⸗voll, weil 5. Wann der Schmerzen 
die Feuers⸗Glut in der Truͤb⸗ überwiegt deinen blöden Sinn: 


fals- Hitz dich brennet, daß dich ſteh im Glauben aufgericht, 


auch kein Freund mehr kennet. laß ihn fallen hin. Will der 
Habe guten Muth, hoff das Muth noch ferner ſincken, laß 
hoͤchſte Gut. dich GOttes Liebe lencken, fo 
2. Wie verliebt muß ſeyn wird fallen hin dein ſo blöder 
ein Hertz, das niemal erbleicht? Sinn. 
und im allergröften Schmertz 6. Es kan doch nichts ſchoͤ⸗ 
nicht von JEſu weicht. Wan ners ſeyn, als das höchfte Gut, 
die Truͤbſals⸗Wellen prallen, geht der Schmertz oft tiefer ein, 
daß der Muth will nieder fal⸗ laß die Liebes⸗Glut allen 


7 


len, und in allem Schmertz Wahn in dir verzehren, was 


brennt als eine Kertzz nicht thut die Seele naͤhren, ſo 
Hoffnung traͤgt den ſchweꝛ⸗ waͤchſt dir der Muth in der 
en Stein: wenn man nur ge⸗ Liebes⸗Glut. 

buͤckt auf ſich nimmt die ſüſe 7. Laß dir lencken deinen 

Den wo man fehr gedrückt. Sinn, wie es Gott erſehn: 


dort ſoll der Hunmel zieh⸗ er wird alles N 


1 463 
dir machet Wehn. Wo das abgematt, bis daß ſein Recht 
bleibend Gut gefunden, da iſt au Erd wind alle: Orté walten, 
aller Schmertz verſchwunden, daß auch die Inſule warten auf 
und die viele Wehn muͤſſen ſeinen Rath. So ſpricht der 
gantz vergehn. ai groſe GStt u. HErꝛein Star⸗ 
8. Vas ich lieb, wird nicht ges cker und Allmaͤchtiger, der ſchaf⸗ 
ſehn hier auf dieſer Welt, mein fet und ausbreitet die Himmel 
Verloͤbnuß bleibet ſtehn, iſts, und die Erd dabey ziert mit Ge⸗ 
daß die hinfaͤllt, fo wird alles waͤchſen maucherley in ihrem 
anders gehen, und man wird Schmuck gekleidet. . 
mit Augen ſehen, was ich mir 3. Der den Volck, ſo drauf iſt, 
erwehlt hier auf dieſer Welt. Leben und Othem giebet; und 
30. denen, die drauf gehn, den Geiſt 
eie n Jeſaia des Lebens mit. Jehovah iſt 
S Jehe, das iſt mein Knecht, es, der dich hat ſo hock geliebet, 
den ich mir hab erwehlet, und durch Gerechtigkeit beru⸗ 
an welchem meine Seel ein fen hat in Guͤt: der bey der 
Wohlgefallen hat: mein Geiſt Hand gefaſſet dich, dabey bes 
ſoll ruhn auf ihm, den ich ihm huͤtet gnaͤdiglich, und dich zum 
zugeſellet, damit er mache kund Bund gegeben, daß du ſolt ſeyn 
den Heiden meinen Rath. Er der Heiden Licht, den Blinden 
wird nicht gehn in Heucheley, öffnen das Geſicht: die G' fan⸗ 
noch rufen aus mit viel Ges genſchafft auf heben. 
ſchrey, was ihm iſt zugemeſſen, 4. Und führen aus, die find 
was ſehr zerſtoſen und veꝛkleint, im Kercker hart verſchloſſen; 
das Tocht, ſo wie verloſchen Jehovah iſt ſein Nam; Er wird 
ſcheint, wird machen er geneſen ſein groſe Ehr nicht geben an⸗ 
2. Er wird das Recht in Kraft dern hin, die ſich daran zu ſtoſ⸗ 
u. Wahrheit lernen halten: u. fen, noch ſeinen groſen Ruhm 
dabey niemal muͤd noch werde der falſchen Goͤtter Heer. Was 
e Nun kommen 


‘Ya * 


2 
R 


464 


66111111111! En Se 
kommen ſoll, ſagt er vorher: zu ſich enthalten lange Zeit, wird 
ſeines Namens Ruhm undeEhꝛ, er nunmehro, wie un Streit, 
laßt er uns neues hoͤren, eh es mit viel Geſchrey obſiegen. 
in ſeinem Licht geht auf u. wan 7. Ich will (ſpricht Er 1) ſie 
es kommt in ſeinem Lauf, muß alle gantz und gar verſchlingen, 
ſich ſein Lob vermehren. verwuͤſten alle Berg und Huͤ⸗ 
5. Singet ein neues Lied, thut gel kehren um, und alles Graß 
ſeinen Ruhm ausbreiten bis an will ich verdorren und umbrin⸗ 
das End der Welt, und aller gen: und Waſſer Ströme, die 
Orten her: machts kund in In⸗ fonft fliefen weit herum, mach 
ſulen, und unter allen Hei⸗ ich zu Inſuln hin und her, und 
den, auch die in Schiffen ſind, u. trockne aus das groſe Meer zu 
fahren auf dem Meer. Ihr denen ſelben Zeiten. Aber die 
Städt und Müften! rufet Blinden werden gehn im We⸗ 
laut, ſamt Doͤrffern, fo da⸗ ge, den fie noch nicht ſehn, weil 
ſelbſt erbaut, wo Kedar innen ich ſie ſelbſt will leiten. 
wohnet. Es muͤſſe froͤlich jauch⸗ 3. Ich will ſie fuͤhren ſelbſt die 
zen ihm, und rufen aus mit Steig, die ſie nicht kennen, und 
ſtarcker Stimm, was hoch auf will die Fuͤnſternuß vor ihnen 
Bergen wohnet. machen Licht. Das Krumm 
6. Daß ſie dem HErrn die Ehr u. Hoͤckericht, will ich als eben 
geben mit groſer Freude, und nennen: ſolchs will ich ihnen 
in den Inſulen ausrufen feinen thun, und fie verlaſſen nicht. A⸗ 
Ruhm: dann Er wird als ein ber, die ſo auf Goͤtzen ſich ver⸗ 
Rieß ausziehn mit Sieges⸗ laſſen, daß ſie ohne mich zum 
Beute, und als ein Krieges⸗ ſtummen. Goͤtzen ſagen: Ihr 
mann die Länder kehren um. ſeyd die Goͤt ker, die ung hoͤr n 
Er thoͤnt und jauchzet wie ein die ſollen allzuruͤcke kehr 'n, und 
Heldz er wird beſiege alle Welt. ihre S bande tragen. 5 


Weil er vorher geſchwiegen, u,. 9. Hoͤret, ihr Tauben, an und 
„ 21 k h N ſchauet 


7 


465 


— 


ſthauet her, ihr Blinden, wer fen, dieweil geſuͤndiget wir wis 
iſt auch wohl fo blind, als mein der unſern Ott: und wurden 
getreuer Knecht, und wer iſt auf dem Weg bald muͤde und 
wohl ſo taub, als mein Bott, verdroſſen, gehorchten auch da⸗ 
den ich ſende? Wer iſt ſo blind bey nicht ſeinem weiſen Rath. 
als der vollkommen u. gerecht. Drum hat er ſeinen groſen 
Man predigt viel, fie haltens Grimm geſchuͤttet aus mitlinz 
nicht; ſie hoͤren nicht, was man geſtuͤmm; und ſeines Zornes 
auch ſpricht: doch thut er wohl Machten: und ſie gezuͤndet um⸗ 
an ihnen, um der Gerechtigkeit her an, wer mercket wohl, was 
und Pracht, die ſeine Lehre Er thun kan, und thut es recht 
herrlich macht, worinn man betrachten. 

ihm kan dienen. 41% 

10. Dann es iſt ein beraubt Sd muß die Hoffnung dañ 
und g’plündert Volck zu ach⸗ das Leiden wieder kroͤnen, 
ten, in Holen ſehr verſtrickt, nachdem wir lang gebuͤckt und 
in Kerckern tief verſteckt: ſie traurig umher gehn; und wer 
find zum Raub worden, daß in viel Gedult und Langmath 
man ſie nicht thut achten, ſeine Thraͤnen laͤßt flieſen mit 
weil kein Erretter da, der ſich dahin, wann er vor GOtt thut 


an ſie erſtreckt. Wer iſt wohl, flehn: und fein und andrer Noth 


der zu Ohren nimmt? u. mer⸗ und Elend thut vortragen, wird 
cket drauf, wie GOtt beſtummt, oft ſehr wunderbar mit Kraͤff⸗ 


was hernach erſt ſoll kommen ten angethan, daß er im De⸗ 


Wer hat den Jacob uͤberbracht muths⸗Sinn kan alles aufihn 


zu plündern, und zum Raub wagen, wäre auch der gröfte 


7 
3 


gemacht, und aller Freud ent: Schmertz; er geht kein andre 
nommen. Bahn. 

᷑. Der Herr hats ſelbſt ge: 2. Ob ſichs ſchon oft in Noth 

than; dann ers zuvor Wel en Elend laͤßt anſehen, als ob 
Br : nn 2 | 


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I: 


466 


die Hoffnung aus und waͤre 
gantz dahin, ſoͤ thut doch ofter⸗ 
mal ein neuer Troſt aufgehen, 
wenn unſte Leidens ⸗Frucht ein⸗ 
bringet den Gewinn: Der 
lang⸗ und viele Schmertz, der in 


Gedult ertragen, bringt uns hüllt 
viel Suͤſigkeit undcottes Troſt End dei 
herbey. O ſelig! wer es kan in nen, ſo iſt 


Noth aufs aͤuſerſt wagen, und 
bleibet feinem GOtt bis in den 
Tod getreu. un 


3. Kein groͤſer Gut kan uns 


noch hier noch dorten werden, 


als wer ohn alle Maaß hier ſei⸗ 
nen Jammer traͤgt: danncgot⸗ 


tes reiner Geiſt macht freundli⸗ 


che Gebärden: ſo oft die Trans 
rigkeit den Muth darnteder 
ſchlaͤgt. Wer ſeinen Troſt al⸗ 
lein aͤuf Gottes Hertz hin ſparet, 
wenn er verlaſſen ſteht, und kei⸗ 
nen Helffer hat, dem wird ſein 
edler Schatz in Gottes Huld be⸗ 
wahret, bis daß er wird zuletzt 
aus feiner Fulle ſatt. 
4. Geh hin, O liebe Seel! und 


trage deinen Jammer, die Guͤ⸗ ei 
te Gottes wird dir endlich hel⸗ zuletz 


€ 


in der Seel empfunden! wenn 


er 


ſich in deine Ruhe⸗Kam̃er mach 
viel gehabter Müh und ſo viel 
hartem Strauß. Was dir all⸗ 
dorten wird zu deinem Troſter⸗ 
ſcheinen, iſt hier in ſo viel 
Schmertz und Leiden einge⸗ 
lt; und wann wird ſeyn zu 
dein lang⸗und vieles Wei⸗ 
ven, ſo iſt dein langer Wunſch 
zu einem mal erfullt. 
F. O was vorSüſſigkeit wird 
man nur einen Blick thut in 
das Wohl hinein, wo unſer vie⸗ 
les Leid, und langer Schmertz 
verſchwunden, der uns ſo oft 
gebꝛacht viel bittꝛe Todes⸗Pein. 
Unendlich iſt die Saat, die uns 
zum Heil erworben, wenn unſ⸗ 
re Leidens⸗Frucht im Segen 
grünet aus. Und was auch 
ſcheinet oft gar in dem Tod er⸗ 
ſtorbẽ, bringt ſeine reiffe Frucht 
in unſers Gottes Haus. 
6. Drum bin ich Freuden⸗voll 


und trage meinen Jam̃er, weil 


mir viel reicher Troſt daneben 
eingeſchenckt. Ich gehe doch 
t in meine Ruhe⸗Kamer, 


fen aus, und bringen heim zu gllwo in Ewigkeit man 77 
7 i nicht 


467 
nicht mehr gedenckt. Wie wird ihr Erbgeſchlecht thut ihr Spiel 
der reiche Troſt der oft ſo tief nur verlachen, gibt auf ſein 
verborgen alhier im Ereutzes⸗ Bürgerrecht. 
Thal ſo wunder ſchoͤn aufgehn: 4. Sch. hätte nie gemeinet, 
Drum freu ich mich ſo ehr auf daß dieſer edle Glantz, der vor 
jenen frohen Morgen, wo all ſo hell geſcheinet, ſo wuͤrd ver⸗ 
mein vieles Leid nicht mehr dunckelt gantz. Ach! ach! wie 
wird ſeyn zu ſehn. viele Schmertzen und groſe 
S Ophia bleibt verlaſſen in dem Hertzen, ſo traͤgt daruber 

der betruͤbten Zeit; ich Leid. 
ſelbſt geh meine Straaſen in 5. Wie hat der Schmuck der 
groſer Traurigkeit, muß vie Liebe verändert die Geſtalte wie 
len Kummer tragen, dieweil ſeynd die Feuer⸗Triebe verloſchẽ 
ihr reines Licht ſo gar in Wind und erkalt: Sophia ſteht ver⸗ 
geſchlagen, ſoll mich das ſchmeꝛ⸗ laſſen, muß ſeyn als Kinder⸗ 
hen nichtt: J iloß, ihr Schoͤuheit thut erblaſ⸗ 
2. Ihr klug⸗ und weiſer fen bey dieſem harten Stoß. 
Handel iſt worden wie zum 6. Weil ſelbſten ihr Geſchlech⸗ 

Spott, der reine Liebes⸗Wan⸗ te ſich hat von ihr gewandt, 
del verbleicht, geht ab mit Tod. verachtet ihre Rechte und geiſt⸗ 
Die Sinnen ſind erſtorben zum lichs Eheband: was ſoll nan 
himmeliſchen Lauf, drum iſt doch nun ſagen bey dieſem 

das Spiel verdorben, fo ſie ge- Trauer⸗Spiel? viel Wunden 
vichtet auß; n ſind geſchlagen, das macht den 
3. In unſrer Zeit und Ta⸗ Schimertzen viell. 
gen was Wunder ſahe man? 7. Doch will den Schmer⸗ 
wer kont nicht alles wagen guf Ken tragen, der mich ſo ſehr bes 
der verliebten Bahn: nuͤn ſieht leidt in denen Truͤbſals⸗Tagen 


* 


man andre Sachen, weil ſelbſt und groſer Traurigkeit: bin 
en r Nnnz ich 


u 
1 


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we; R 


468: 


ner EEE nern nennen nennen 
ich ſchon Wittwe worden, muß ich doch nicht minder treu blei⸗ 
einſam umher gehn, wird doch ben bis in Tod. Sie laͤſſet 
der reine Orden dort fo viel nicht gerathen in Thorheit mei⸗ 
ſchoͤner ſtehn. nen Sinn, daun ihre Helden⸗ 
8. Gehab dich wohl, du Hol Thaten ziehn mich ſtets zu ihr 
de, du bleibeſt meine Braut, hin. | 
dort glaͤntzeſt du von Golde, 12. Muß ich ſchon Schmer⸗ 
das wird im Geiſt geſchaut. Ken leiden, weil ſehe um mich 
Thut ſchon mein Glück nicht her fo viele von ihr ſcheiden und 
ſcheinen in der Unfruchtbarkeit: ihrer reinen Lehr: die doch vor 
werd ich doch, nach viel Wei⸗ denen Tagen, die nunmehr ſind 
nen, dort ſo viel mehr erfreut. dahin, thaͤten faſt alles wagen 
9. Sophia wird mir leben, um ihren reinen Sinn. 
wann andre Todes⸗Faͤll ſehr 13. Ob ich ſchon bin beladen 
ſchlechte Loſung geben, bleibt mit Schmertzen um und um, 
ſie an ihrer Stell: ſie thut mir ſo thu ich doch einladen, daß 
nicht veralten, ihr Schoͤnheit jedes nochmal komm: ſo ſich 
nimmt nicht ab, wann andre vor denen Jahren, in groſer 
todt erkalten, und müffen in Freundlichkeit thaͤten in Liebe 
das Grab. paaren in der ſo guͤldnen Zeit. 
10. Mein Glück wird ſchon 14. Kommt wieder, kommt 
erſcheinen auf meinem Hoch⸗ gegangen, weil ihre Liebes⸗ 
zeit⸗Tag, muß ich (bon oft jetzt Treu in ſo viel bitternDrangen 
weinen bey ſo viel Ungemach: bisher geſtanden bey. Ihr Lob 
nach vielem Schmertz u. Qua⸗ thut nicht veralten, ſie bleibet, 
len, und fo viel bitterm Leid, wie fie iſt, fie thut auch nicht 
wird ſie ſich mir vermaͤhlen in erkalten, ob man ſchon ihr ver⸗ 
jener Ewigkeit. gißt. 
11. Obſchon ihr eigne Kinder 15. Nun will ich mich erſen⸗ 
ſie treten in den Koth, ſo will cken in unſre erſte 8 105 
75 + am⸗ 


% 


u 


49 


Jammers nicht gedencken, wie weil Zion der Freuden und Eh⸗ 
groß derſelbe ſey. Sie wird ren entnommen; was vorhin 
es ſchon noch machen, daß ich geweſen ihr Sieges⸗Gepraͤng, 
ohn End und Zeit werd ihrer ſteht nunmehr in Trauren u. 
dorten lachen in jener Ewigkeit. vielem Gedraͤng. Die Herꝛ⸗ 
16. Jetzt will ich mich ihr lichkeit, wo ſie zuvor in erha⸗ 
üben in treuer Ehe⸗Pflicht, u. ben, ligt nun in dem Staube 
achten kein Betruͤben, wie miꝛ und Aſche begraben, verſchwun⸗ 
auch ſonſt geſchicht: die Treu den des Geiſtes inwendige Ga⸗ 
wird nicht veralten, ich bleib in ben. 
ihr erfreut, die Lieb wird nicht 2. Der Eifer ſo vieler und 
erkalten bis in die Ewigkeit. tapferer Helden, die ſonſten zu: 
17. Dann wann ich thu ge⸗ vor ſich ſo ernſtlich anſtellten, 
dencken der vielen Zeit und verloͤſchet, daß wenig mehr das 
Jahr, was ſie mir thaͤt von zu ſehn, faſt jedes thut ſei⸗ 
einſchencken in mancherley Ger nen Gedancken nachgehn: was 
fahr: fo werd ich in Gebärden aber noch übrig, iſt Kleinheit 
gantz auſer mir geſtellt. O und Zagen, in tiefeſtem Beu⸗ 
was wird mir erſt werden an gen und bitteren Klagen, weil 
ihr in jener Welt. man thut viel Schmertzen im 
18. Weil in ſo vielen We⸗ Hertzen umtragen. 
hen fie mir geblieben treu, wan 3. Diß machet, daß alles in 
ich ſchien zu vergehen, mir hat Zweifel gerathen, weil gantz 
geſtanden bey. Was ſoll mich ſind verſchwunden die eigene 
dann mehr ſcheiden von dieſem Thaten; drum gehen die Sins 
reinen Stand, ich achte Leid nen auf andere hin, verachten, 
wie Freude in unſerm Ehe- veꝛſchmähen den medꝛigen Sin 
Band. Ü So bleibet die Ichheit u. Mein: 
1 35 heit erhobẽ, man thut ſich nicht 
V Jel Schmertzen und Lei⸗ beugen in Soͤttlichen Proben, 
den iſt über uns kominen, worin 


Een 


479 


worin man kan lernen GOtt Liebe) wann alles ſonſt andre 
dancken und loben. vergeht. So muß ſich doch end⸗ 


4. Was ſoll man nun ſagen lich in dieſem Grund zeigen, 
in ſo viel Beſchwerdenẽ die auf wie alles verſtu nmen und ſtil⸗ 


uns gekommen, was wird le muß ſchweigen, wo innige 
noch draus werden: das eige⸗ Hertzen zuſammen ſich beugen. 


ne Leben erhebt das Geſicht, 7. So feſt ſich verbunden in ſte⸗ 


verdunckelt das reine u. Goͤtt⸗ tem Verlangen, wann kom̃et 


2 


liche Licht. Wie ligt nicht der die Hülffe aus Zion gegangen: 
Weinberg der Liebe verſtoͤret? damit wir erlöſet von ſo viel e⸗ 
die himmliſche Sinnen ſind ab⸗ drang, wo Hertze und Geiſte 


waͤrts gekehret, ſo werden die in ſtetiger Eng. O Zei! ach 


leidende Schmertzen vermehret hilff uns aus unſeren Wehen! 


g. Ben denen, fo heimlich voll und laß uns, den Deinen, doch 


Seuffzen und Klagen, und Huͤlfe geſchehen, damit wir 
tödliche Wunden im Hertzen bald koͤnnen zur Ruhe eingehẽ. 
umtragen: weil Einheit und 8. Da werden wir alle nur ſin⸗ 
Kleinheit, als beſteſte Haab, gen und ſagen von Guͤte und 
verſchwunden, vergeſſen, ver⸗ Gnade, wie die uns getragen, 


ſuncken ius Grab. Zertheilete geleitet, gefuͤhret den richtigen 


Sinnen in eignen Gedancken Weg, wenn alles geſchienen zu 
gehn nimmermehr richtig in worden ſeyn traͤg. O wohl 
Göttlichen Schrancken, und uns! es werde nun alles vers 
machen nur Jagen und hin u. geſſen, wo wir ſind ſo lange in 
Schmertzͤ geſeſſen, dieweil wir 
6. Zwahr iſt uns ein Weni⸗ im Goͤttlichen Weſen Geneſen. 


her Wancken 


ges übrig geblieben, o auch N 
in dem Tode nicht aufhoͤrt zu Pſalm tor. 0% 


lieben, diß heiſſet man Blau: On Gaad und Guͤte will 
ben, der ewig beſteht (durch O ich dir, HEN, e ; 
N inne Mu elbe. 


EEE 


* 


ur. 


471 


— •—AEmnwmakñsn] ;ĩ 


ſelbe ich verſpuͤr in allen Din⸗ den Getreuen, dieweil ihr Thun 
gen. Dein Recht und Lob wird thut neben mir Gedeyen. Ich 
nummermehr vergehn, drum liebe nur, die fromm, einfaͤltig, 
will ich deines Namens Ruhin ſchlecht, daß ſie ins HErren 
erhoͤhn. 1 Hauſe treue Knecht. 7 

2. Ich will fürfichtig ſeyn in 7. Die Falſchen muͤſſe ploͤtzlich 
allem Handel, damit aufrich⸗ von mir weichen, die Luͤgen⸗ 
tig ſey mein gantzer Wandel Maͤuler gantz und gar erblei⸗ 
bey denen, die mir zugetheilet chen: dann die von ſolcher Art, 
ſeyn in Gottes Haus, da wir gedeyen nicht, das Dunckle wei⸗ 
gegangen ein. cdlet vor dem hellen Licht. 
3. Kein boͤſe Sach wird in mir 8. Sehr fruͤh wird GOtt ver⸗ 
ſürgenommen, damit ich bleib tilgen die Gottloſen, der Uebel⸗ 
um Looß der wahren Frommen. thaͤter ihren Rath umſtoſen, 
Wer uͤbertritt, und bleibt nicht damit fie gantz und gar gekeh⸗ 
auf der Bahn, ſich gantz und ret aus von Gottes Stadt und 
gar zu mir nicht gleichen kan. ſeinem Tempel⸗Haus. 

4. Ein Hertz, ſo thut verkehrte 9. Gelobt ſey GOtt, der Va⸗ 
Wege gehen, laß ich nicht mehr ter aller Frommen, weil er in 
an meiner Seiten ſtehen. Kein Guͤt zu uns hernieder kommen: 
Boͤſer darf in meiner Huͤtten und in derſelben uns ſo wohl be⸗ 
ruhn: drum wird auch ſonſt dacht, daß alles, was verloren, 

mir nichtes Schaden thun. wiederbracht. 

5. Wer mit Verleumden thut 35. 
den Naͤchſten ſchmaͤhen, muß V On Hertzen will ich lieben 
gantz hinweg, und kan nicht bey den, der mich erſt geliebt: 
mir ſtihen. Wer hohen Muth, will achten kein Betruͤben, werd 
und ſich in Stoltz anbeut, ſeh ich ich ſchon oft geſtebt: wann alle 
nicht an zu ſtehn an meiner Seit Macht der Hoͤllen mich ſchwaͤ⸗ 

6, Mein Auge ſiehet ſtets 157 chen wolt und fällen, werd ich 
mie 0 O nur 


47% 
ER AREA —V 
nur mehr geuͤbt, da thut flieſen ein, ſo bald in 
2. Zu lieben ohne maaßen, dieſen Wegen Hertzen vereinigt 
faͤllts ſchon oft ſaur und ſchwer, ſeyn: die Schmertzen müſſen 
in dieſer Liebes⸗Straaßen geht weichen, die Macht des Tods 
IEſus ſelbſt vorher: erleichtert erbleichen, man ſchenckt nur 
Anſre Laſten, daß wir oft ſanff⸗ Liebe ein. 
te raſten im ſtillen Friedens⸗ 7. Diß iſt das Gnaden⸗Leben 
Meter? id ein im neuen Bundes⸗Blut, das 
3. Wie ſchoͤn ifte anzuſehen, JEſus uns thut geben. O was 
wenn man die Liebes⸗Schaar ein hohes Gut! das an dem 
dem Lamme ſieht nachgehen, Ereuß erworben, da er daran 
obs ſchon erwuͤrget war: iſts 8 gedaͤmpfft der Hoͤl⸗ 
doch erhoͤht mit Freuden, die len Glut. | 
folgen auf die Leiden und man⸗ d. Was wird die Seelen ſchei⸗ 
cherley Gefahr. deen? die fo vereinet ſtehn auf de⸗ 
4. Zuletzt wird voll Verguu⸗ nen Himmels⸗Weiden, dem 
gen, wer ſich auf dieſem Gang Lamme nur nachgehn, in ſanf⸗ 
recht buͤcken lernt und ſchmie⸗ ten Liebes⸗Tritten, wo es vor 
en, ob Zeit und Weile lang in uns gelitten, geheilet unſre 
den betꝛuͤbte Zeiten, da Schmeꝛ⸗ Wehn. 8 | 
Ken, Noth und Leiden u. Trau⸗ 9. Das ſelige Gedeyen kommt 
ren für Geſang. uns vom Hummel her: kommt 
5. O was vor Süfigkeiten alle ihr Getreuen, und ruͤhmet 
werden geſchencket ein, wo man Gottes Ehr, der uns in Gnad 
getreu im Leiden, und allem begoſſen, mit Strömen über- 
Schmertz und Pein! man kan floſſen aus feinem Liebes⸗Meer 
es kaum vortragen, noch es mit 10. Der Segen muß uns kroͤ⸗ 
Worten ſagen; doch heißts nen, wir ſind in GOtt vereint: 
recht ſelig ſeyn. die liebe macht uns ſehnen nach 
6. Unendlich iſt der Segen, der unſerm liebſten Seu ſen 
N 1 elhſten 


N 


473 


ſelbſten unſre Schmertzen wird dir nun aufgegangen. 
heilen in dem Hertzen, wenn ſei⸗ 2. Die Heiden werden in dem 
ne Huͤlff erſcheint. Licht, das uͤber dir ſo hell an⸗ 
a1, Mein Hertz iſt voller Freu⸗ bricht, mit groſer Freude dir 
den, ich leb in GOtt vergnuͤgt: nachgehen. Auch Koͤn ge wer⸗ 
nichts wird mich von ihm ſchei⸗ den dir zuſtehn, wann fie den 
den, waͤrs auch das ſchwerſt ſchoͤnen Glantz anſehn, der nun 
Gewicht. Thut ſchon der Lie⸗ thut uͤber dir aufgehen. Sieh 
bes⸗Schmertzen oft kraͤncken nun mit Augen rund umher, 
in dem Hertzen, ich ſtehe auf⸗ wie fie ſich alle um dich her in 
gericht. | deinem Schooße ſammlen. 
12. Was wird zuletzt errun⸗ 3. Da wirſt du ſehen von dem 
gen, iſt ohne Maaß und Ziel; HErrn, daß deine Söhne. dir 
wanns heißt: es iſt gelungen von fern geſam̃let und zu Hauf⸗ 
in dieſem Liebes⸗Spiel, ſo iſt fen kommen: und deine Toͤch⸗ 
das Hertz geneſen, erlangt das ter, die bereit, erzogen dir an 
wahre Weſen aus Gottes Gna⸗ deiner Seit, als ein Geſchlecht 


den⸗Fuͤll. der wahren Frommen. Dann 
36. wird in vieler Luſt und Freud 
Jeſaia 60. dein Hertz ausbrechen zu der 


DIR Ach auf, und brich im Zeit, u. Gottes Wunder preifen 
Licht herfuͤr, weil dein 4. Wann ſtch die Menge an 
Licht kommt entgegen dir, und dem Meer zu dir wird ſamlen 
thut in Herrlichkeit aufgehen. um dich her, und zu dir kommt 
Wann Fuͤnſternuß die Erd be⸗ die Macht der Heiden: wann 
deckt, und Dunckelheit die Voͤl⸗ der Kameelen Menge dich bede⸗ 
cker ſchreckt, wirft du mit gro⸗ cken wird, da werden ſich er: 
ſen Freuden ſehen, wie Gottes ‚öffnen dir die frohe Zeiten. Die 
Glantz und Herrlichkeit ſich Laͤuffer kommen ſchnell voran, 
Aber dir fo ſchoͤn ausbreit, der von Epha und aus Midian, mit 

Kö * Gain Luſt 


l. 


Luft dich anzufchauen. was mehr zu ehren meinem 
5. Aus Saba werden komen Namen. 125 
all mit groſer Freud und Jubel⸗ 8. Dann wirſt du deine Wun⸗ 
Schall, dich mit Geſchenck u. der ſehn, wan alles dir zu Dienſt 
Gaben ehren: Gold, Silber, wird ſtehn, und Freinde deine 
Weyrauch legen dar, vor dir u. Mauren bauen, und Kon ge 
deiner gantzen Schaar, dem werden noch daͤrzu dir dienen in 
groſen G Ott zu Lob und Eh⸗ gar ſtiller Ruh, daß es mit 
ren. Die Heerden Kedar groß Wunder anzuſchauen. Dann 
und klein die gehen alle bey dir wie durch meines Zornes Hand 
ein, u. ſam̃len ſich mit Hauffen. geſchlage dich in deinem Stand, 
6. Auch find die Boͤcke Neba⸗ thu ich mich dein erbarmen. 
joth dir zugedacht von deinem 9. Die Thor ſind offen Tag u. 
Gott, daß fie dir gern u. wil⸗ Nacht, daß durch ſie werde ein⸗ 
lig dienen: die wirft du opffern gebracht die Full und gantze 
williglich auf meinem Altar Macht der Heiden; und ihrer 
ewiglich, als ein Zeſchenck mich Koͤn ' ge hoher Pracht wird nun 
zu verſuͤhnen. So wird mit hel⸗ zu dir hinein gebracht, daß fie 
lein Lichtes⸗Schein das Haus bey di fich koͤnnen weiden. Dan 
des HErrn gezieret ſeyn, weil welche Koͤnigreiche ſich dir nicht 
es darzu erbauet. ergeben williglich, ſollen vertil⸗ 
7. Wer ſind dann die, ſo flie⸗ get werden. i 


Ta her als Wolcken und ein 10. Die Herrlichkeit vonbiba⸗ | 


auben⸗Heer, und nun zu non, der Cedern-Baͤume 
ihren Fenſtern eilen? dann alle Schmuck und Kron, wird mit 
Inſulũ hin und her, auch groſe viel Ehren an dich kommen; 
Schiffe an dem Meer, die har⸗ auch Tannen, Buchen, noch 
ren mein im lang Verweilen: dabey Buchs⸗Baͤum, ſo daß 
zu bringen deine Kinder her, nichts ſchöͤners ſey, weil alles 
ſamt Gold und Silber, und Trauren weg gemeinten d 


175 


wird GOtt mit viel Preiß und Allmaͤchtiger, der dich erloͤßt 
Ruhm ſchoͤn ſchmuͤcken aus von allen Wehen. Du wirſt 
ſein Heiligthum und Staͤtte mit Gold bereichet ſeyn, ſtatt 
feiner Fuße. Ertz wirſt du es nehmen ein, 
11. Auch werden kommen ſehr und Silber ſtatt des Eiſen. 
gebückt zu dir, die dich zuvor 14. Ertz wird dir ſeyn an Hol⸗ 
gedruͤckt, und all, die dich ge tzes ſtatt, Eiſen für Stein nach 
laͤſtert haben: die werden fallen meinem Rath, den ich hab uͤber 
dir zu Fuß, daß jederman ſich dich beſchloſſen. Die Fuͤrſteher, 
wundern muß, weil du ſo hoch die nun bey dir, die lehren Frie⸗ 
von GOtt erhaben. Man wird den fuͤr und fuͤr, und halten den 
dich nennen eine Stadt des gantz unverdroſſen: auch deine 
Errn, (ein Zion) der dich hat Pfleger werden ſtehn, Gerech⸗ 
o wunderſchoͤn erbauet. tigkeit dich laſſen ſehn, und ob 
12. Statt wo du muſt verlaſ⸗ derſelben halten. 
fen ſtehn, und deine Haſſer vor 15. Kein Frevel wird gehoͤret 
dir ſehn, als ob dein niemand mehr in deinem Lande um dich 
haͤtt geachtet: wird dich dein her, noch Schaden mehr in dei⸗ 
Gott zur Pracht und Zier u. nen Grentzen. Weil Lob in 
Freude machen fuͤr und fuͤr, deiner Thore Pracht, und Heil 
weil du biſt waͤhrt fuͤr ihm ge⸗ bey deiner Mauren Wacht in 
achtet. Dann wird dein Hertz dieſem ſchoͤnen neuen Lentzen. 
mit Troſt erfreut, und wirſt in Die Sonne wird nicht mehr 
vieler Suͤſigkeit Milch von den bey dir ſcheinen des Tags in ih⸗ 
Heiden ſaugen. ö rer Zier, noch auch der Mond 
13. Der Koͤn' ge Brüfte wer⸗ dir leuchten. | | 
den dich ſaͤugen gar ſuß und 16. Der Herr ift ſelbſt dein 
mildiglich, daß du erfahren ſolt ewigs Licht, das dir zum Heil 
und ſehen, daß ich dein Heiland iſt aufgericht, u. deinem Preiß 
bin und HErꝛ, ein Starcker u. in deinem Lan de. Dann wird 
n Oo o3 | dein 


476 
dein Licht und Sonen- Shen, 1% 
u. Mond nicht mehr im Wech⸗ W die Krafft von JE: 
ſel ſeyn in dem von GOtt ver⸗ I fi Worten unſte Geiſter 
heißnen Stande. Gott iſt recht durchgeht, wird in un⸗ 
dein Licht in Ewigkeit, die Tag ſerm Bundes⸗Orden GOttes 
des Traurens und viel Leid ſol⸗ Wunder⸗Macht erhoͤht: alles 
len ein Ende haben. | andre muß fich neigen, wann 
17. From und Gerechte wer⸗ der groſe Wunder⸗Mann thut 
den ſeyn dein Volck, ſo bey dir des Hoͤchſten Rath anzeigen, 
dh def ein, und werden ewig⸗ und die wahre Lebens⸗Bahn. 
ich beſitzen das Erdreich wie 2. Seine Wort find Geiſt u. 
ein Gottes⸗Zweig, den er ge⸗ Leben, theilen Krafft und We⸗ 
pflantzt in feinem Reich zu ſei⸗ fen mit, wer ſich denen uͤber⸗ 
nein hohen Preiß und Nutzen. geben, wird mit Segen üͤber⸗ 
Der Kleinſte wird in tauſend ſchütt: wodurch das verboßte 
Zahl, und der Geringſte uͤber⸗ Leben, und der alte Suͤnden⸗ 
all ein maͤchtig Volck wird Greul wird zum Tode hinge⸗ 
werden. geben, und erlangt das wahre 
18. Diß wird Gott, als ein Heil. IM 
ſtarcker HErr, ein Schreckli⸗ 3. Was iſt beſſers wohl zu 
cher und Maͤchtiger durch ſeine finden allhier auf der gantzen 
Hand in Eil ausrichten: wan Welt? als ſich GOttes Rath 
ſeine Zeit zu End wird ſeyn, ſo verbinden, ſo wie ers beſchloſ⸗ 
wird er plotzlich brechen ein, der ſen haͤlt: ſeine Lehr und ſeine 
Voͤlcker Thun und Tand zer⸗ Worte zeigen uns die rechte 
nichten. Diß iſt der Wunſch Bahn zu der wahren Lebens⸗ 


der kleinen Heerd, damit doch Pforte, worauf niemand ir⸗ 


bald erfüllet werd, was GOtt ren kan. 


fo lang verheiſſen. 4. O wie muß nicht alles 


31 ſchweigen! wann der Geiſt ins 
ee Pertze 


477 


—  — — 


Hertze prägt, was das aͤuſre men, was des Geiſtes Rath 
Wort thut zeigen, ſo den Muth und Sin, der das Fleiſch uicht 
nur niederſchlaͤgt:da wird Amẽ, nur thut zaͤhmen, ſondern gantz 
was erichen G Ott in feinem will richten hin. 
weiſen Rath, und die Suͤnd 8. Obgleich viele Winde 
muß untergehen, fo wie ers be⸗ brauſen, machen oft ein ſtarck 
ſchloſſen hat. Gethoͤn, daß ſich jederman von 
5. Wann die Krafft im We⸗ auſen dabey ſchmuͤcket trefflich 
fen ſchencket, was das Aufte ſchoͤn: find es leider doch nur 
Wort ſonſt ſpricht, wird der Dinge, die vergehen mit der 
alte Menſch ertraͤncket, und auf Zeit, und dabey viel zu gerin⸗ 
ewig hingericht: da kan ſelbſt ge zu dem Looß der Ewigkeit. 
das Weſen zeigen, was ſo lang 9. Nimmer waͤr ein Babel 
im Schein geblüht, und der worden, noch fo mancherley 
leere Wahn muß ſchweigen, Gepräng, wann man haͤtt des 
weil man nun was anders ſieht. Geiſtes Worten nachgefolget 
6. ObGeſetz und aͤuſre Wor⸗ in der Eng. O wie fill muß 
te manchen Unterricht uns alles werden! wo das innre 
ſcheuckt, fo wird doch die enge Wort ſelbſt ſpricht, alles, was 
Pforte nicht eröffnet, noch zer⸗ auf dieſer Erden, wird zu 
fprengt: weil der Menſch mit Grunde hingericht. 
ſeinen Thaten ſich nur in dem 10. Da thut man den FIrtedẽ 
Weg thut ſtehn, daß ihm Ott lehren, die Gerechtigkeit aus⸗ 
nicht ſelbſt kan rathen, wie fin, ihre Saat muß ſich ver⸗ 
man da hinein thut gehn. mehren, und wird nimermehr 
F. O wie mancherley Geſtal⸗ vergehn. O wohl dem! der 
ten bringt das aͤuſte Wort diß getroffen, bringt dort feine 
hervor! wo die Liebe thut er⸗ Garben heim, hat das hoͤchſte 
kalten, und das innre Geiſtes⸗ Gut zu hoffen, gehet mit zum 
Ohr nicht iſt offen zu verneh⸗ Himmel ein. art i 
N 11. 0 


478 a 
11. Alles andre iſt verloren, fo beſchloſſen hat. Koͤnten wir 
ob man ſich ſchon darum alldort eingehen ohne Schmer⸗ 
kraͤnckt, was den Frieden nicht Ken, Creutz und Hohn, Gott 
erkoren, wird viel Schmertzen haͤtt es uns laſſen ſehen, und 
eingeſchenckt. Wo das alte erfüllt an feinem Sohn. 
Suͤnden⸗Leben bleibt in feiner 15. Dann ſo bald Ott ſelbſt 
Wurtzel ſtehn, iſt ein ſtetigs thut reden, und ſein Wort ins 


Widerſtreben wider die, ſo Hertze ſpricht, muß der alte 


GOTT nachgehn. Menſch erroͤthen, wird auf e⸗ 


12. O wie iſt die Welt zer⸗ wig hingericht. Dann es kan 


theilet in den Sinnen mans nicht andere werden, wollen 
cherley! jedes ſeinen Weg fort wir zum Himmel ein, muͤſſen 


"  eilet, fraget nicht, wo der doch wir verneuet werden, und diß 


ſey, den die Heiligen gegan⸗ bringet Schmertz und Pein. 
gen durch die Welt in GOttes 16. Solches wird noch end⸗ 
Reich, und bey ſo viel Creutzes⸗ lich gehen über Himmel, Erd 
Drangen wurden weder matt und Meer, wann die Welt die 
noch weich letzten Wehen treffen werden 


Ya 
13. O du feliges Abfterben! rund umher: wann die Him̃el 


fo uns lehret Gottes Wort; werden knallen durch des gro⸗ 
wer nicht will alſo verderben, ſen Schoͤpffers Macht, wird 
wird gequalet hier und dort: die Welt zu boden fallen, ehe 
wann das Wort ſelbſt zu uns ſie darauf bedacht. 
redet, und anzeiget ſeinen Rath, 17. Dann wird auf der gan⸗ 
wird der alte Menſch ertödtet, Ken Erden Schrecken, Ang 
und erworben GOttes Gnad. und Furcht entſtehn: und die 
14. Fahr nur hin, du leeres Elementen werden von ſehr 
Prangen, das noch Heiſt noch groſer Hitz zergehn: alsdann 
Weſen hat: ich bleib an dem wird der Sünder Hoffen ſeyn 
Creutze hangen, weils OOtt wie Stroh um Same 


* 


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und der Schmertzen, der fie‘ Ann in ſehr groſer Trau⸗ 
troffen, iſt ein unerſchoͤpfflich rigkeit, in ſchwerer und 
Meer. | betrüͤbter Zeit Zion ſcheint 
18. Dieſes zeigen uns die gantz verlaſſen, und gar ver⸗ 
Botten, die GOtt in die Welt geſſen ſeyn bey GOtt, in ihrer 
geſandt, und von den Gottlo- groſen Leidens⸗Noth; fo thut 
ſen Rotten von der Erden aus⸗ er ſie umfaſſen, und ſpricht: kan 
gebannt. Die Apoſtel und auch ein Mutter⸗Hertz vergeſ⸗ 
Propheten zeigen uns die rech⸗ fen ihres Kindes Schmertz, daß 
te Bahn, die uns kan vom Tod ſie nicht ſolt erbarmen über den 
erretten, und dem groſen Fluch Sohn bes Leibes ſich? und ob 
und Bann. ET, es wär, will ich doch dich faſ⸗ 
19. JEſus ſtehet in der Mit⸗ fen mit meinen Armen. 
ten, breitet ſeine Arme aus an 2. Und dich vergeſſen nimmer⸗ 
dem Creutz, und ſchaffet Frie⸗ mehr, ob du gleich ſcheinſt ver⸗ 
den, daß erbaut ein GOttes⸗ laſſen ſehr; in meine Liebes⸗ 
Haus. Diß iſt unfer Troſt zu Haͤnde ich dich mir hab gezeich⸗ 
nennen hier ſchon in der Sterb⸗ net ein, daß du mein Eigen⸗ 
lichkeit: wer den thut am thum ſolt ſeyn, und mich nicht 
Creutz bekennen, iſt von Tod mehr abwende von dir, daß je⸗ 
und Hoͤll befreyht. derman wird ſehn, daß deine 
20. Drum wohlan es muß ge⸗ Mauren fuͤr mir ſtehn, Trotz, 
lingen, wer den treuen Helfer den' n die dir zuwider. Dann 
hat, wird ſein Triumphs⸗Lied deine Bauleut ſind nicht traͤg, 
dort ſingen in der neuen Zions⸗ und die Verſtoͤrer fliehen weg, 
Stadt. Gehen ſchon die kleine und kommen nimmer wieder. 
Wehen oft ſehr tief ins Hertz 3. Drum mach dich auf und 
hinein, wird er uns do dorter⸗ ſieh umher, wie fie von allen 
hoͤhẽ, u. ohn Zeit u. End erfreun Enden her mit groſen Hauffen 
neee kommen. So wahr ich lebe, 
Jeſaia Cap 49. Vers 114. PpB ſrricht 


480 


ä — — —— — — 


3 4 — ä — [ 
ſpricht der HErr: du ſolt mit dann die geweſen? So ſpricht 


2 —— 


dieſein gantzen Heer, als einem der HErr, durch meine Hand 


Schunck der Frommen dich den Heiden wird mein Nam be⸗ 
kleiden au wie eine Braut, die kannt gemacht, die ich erleſen. 
ſich dem groſen GOtt vertraut: 6. Die werden deiner Soͤhnen 


dann wird zu enge werden dein Zahl und deine Toͤchter allzu⸗ 


wuͤſtes und zerſtoͤrtes Land, u. mal auf Arm und Achſeln tra⸗ 


das zerbrochne in dem Stand gen; und bringen alle mit her⸗ 
der Niedrigkeit auf Erden. zu, damit ſie bey dir finden Ruh, 
4. Wann der Verderber fern und deiner Füͤll ſich laben. Koͤ⸗ 
wird ſeyn, und dir das Land ge⸗ nige werden Pfleger ſeyn, und 
raͤumet ein, werden einhellig Sürften werden ſchencken ein, 
ſagen die Kinder deiner Un⸗ und an den Bruͤſten ſaͤugen, u. 
Fruchtbarkeit, die du, in der be⸗ fallen im gebognen Sinn aufs 
trübten Zeit, im Hertzen haſt Angeſicht zur Erden hin, und 
getragen: der Raum iſt uoch zu tief vor dir ſich beugen. 
eng fuͤr mir, ruck hin, damit 7. Und noch dabey zum letzten 
ich kan bey dir indeinemSchat⸗ Raub auflecken deiner Fuͤſe 
ten wohnen. Dann wirſt du Staub, für deine Schmach auf 
im Erſtaunen ſtehn, wann du Erden. Dann wirſt du ſehn, 


wirſt deine Kinder ſehn, wo⸗ daß ich der HErr: und wie ich 


mit dir GOtt wird lohnen. laſſe ninnnermehr an mir zu 


| 


5, Und fagen wirft: wer hat Schanden werden, die in der 


mir die gezeuget, daß ſie mit groſen Traurigkeit geharret 
viel Müh zu mir mit Haufen mein in allem Leid. Kan man 


kommen. Ich mußtunfrucht⸗ auch einem Rieſen den Raub 


bar und allein verſtoſen und hinnehmen oder kan jemanden 
vertrieben ſeyn, und aller Freud des gerechten Mann Gefangene 
entnommen. Wer hat dann auf loͤſen. 


dieſe aufgebracht? ich war ja 8. Aber ſo ſpricht Eder 


einſam und veracht, wo ſindñ 


in 
. * 77 


K * N 


| 481 
HEn: nun ſoll dem Starcken jetst will! ich meinen Jammer 
um ihn her ſein Raub genom⸗ tragen, waͤhrt auch mein 


men werden. Auch werden die Schmertzen bis in Tod; dort 


Gefangenen dem Rieſen gantz werd von GOttes Guͤte ſagen, 
genommen hin, gebracht zu dei⸗ weil er geholffen aus der Noth. 
nen Heerden: und deine Hade⸗ 2. Der Schmertzen, der mich 
rer will ich verfechten ſelbſt, das zeitlich quaͤlet, iſt ſo von GOt⸗ 
mit ſie dich nicht mehr beſtrei⸗ tes Huld erſehn, und wuͤrde 
ten ſollen. Und deiner Kinder ich auch wie entſeelet, dort 
gantze Zahl will ich erretten alle wirds um fo viel beffer ſtehn: 
zumal, nach Wunſch und muß ich ſchon oft als wie er⸗ 
Wohlgefallen. blaſſen in meinem hohen Lei⸗ 
9. Und deiner Schinder Speiß dens⸗Stand, ſo kan mich doch 
ſoll ſeyn ihr eigen Fleiſch, und GOtt nicht verlaſſen, weil mir 
als mit Wein vom Blute trun⸗ iſt ſeine Guͤt bekannt. 
cken werden. So wird erfah⸗ 3. So manchen Tag, ſo man⸗ 
ren alle Welt, daß meine Herr⸗ che Jahre hab ich im Schmeꝛ⸗ 
schafft hat umſtellt den gantzen Ken zugebracht: fo bald der 
Krayß der Erden. Weil ich ein Welt entriſſen ware, hatt ich 
Heiland bin und Herr, ein mein Elend Tag und Nacht. 
Starcker und ein Maͤchtiger Ach GOtt! laß bald zu Ende 
in Jacob, da ich wohne, und ein gehen den Leid- und harten 
Erlöfer, ſo daß ich zu feiner Zeit Jammer ⸗Stand: es find ja di: 
ſehr mildiglich theil aus den die viele Wehen, die ich erlit⸗ 
rechten Lohne. ten, ſelbſt bekannt. | 
g 39. 4. Ach wie in ſo viel Truͤb⸗ 
SR un meine Tag und fale- Hiken-muf der in SOtt 
Jahr zu Ende, die ich verliebte Sin auf dieſer Welt 


gelebt in dieſer Zeit, ſo ruhen oft aͤngſtlich ſchwitzen! bis al⸗ 


| 


meine müde Hände nach fo le Schlacken fallen hin. So 
iel Muͤh und bittrem Leid: P pp? bald 


48% 
8 e 


bald ich in dem Elends⸗Ofen nach lang⸗ und viel gehabtem 
bin ſiebenmal, wie Gold, bes Leid werd ich in GOtt verherꝛ⸗ 
währt, ſo iſt zu End das lan⸗ licht werden alldort in jener 
ge Hoffen, und bin in JEſu Ewigkeit. 


Lieb verklaͤrt. 40. 
5. Indeſſen ſoll Gedult mich Er das hoͤchſte Gut beſi⸗ 
ſpeiſſen, bis Gott erſehen ſei⸗ tzet, und den treuen Helf⸗ 


ne Zeit, die mich wird aus fer hat, der alldorten Blut ge⸗ 
dem Elend reiſſen, wo gantz ſchwitzet, und erworben GOt⸗ 
dahin mein langes Leid. Dig tes Gnad: der hat ſeine Zeit 
iſt mein Troſt in meinem Za⸗ erreicht, alle Angſt und Kum⸗ 
gen, daß ich zuletzte lern dabey mer ſchweigt, und kan ruhen 
von Gottes Güt und Wun⸗ im Ermatten unter des Ge⸗ 
dern ſagen, und was ein treuer liebten Schatten. 

Gott er ſey. 2. Es iſt freylich nicht zu ſa⸗ 
6. Was wird alsdann vor gen, was Genuß und hohe 
reud erwachen, wann aller Gnad Seelen in dem Hertzen 
ammer iſt dahin, und alle tragen, die GOtt dienen früh 

meine Leidens⸗Sachen gelöfet und ſpath: aller Jammer iſt 

auf mit viel Gewinn: dann dahin, der in EStt verliebte 
werd von vielen Wundern far Sinn iſt nun kommen zum 
en, wie GOttes Huld und Geneſen, wo er ſonſt betruͤbt 
reundlichkeit in viel Erbar⸗ geſeſſen. | 
men mich getragen durch feine 3. Selbſt der Himmel muß 
groſe Gütigkeit. ſich neigen, wenn verliebte Her⸗ 
7. Drum will in allen mei⸗ ten ſtehn, und vor GOtt die 
nen Sachen erwarten feinen Knie beugen, ihn um ſeine 
weiſen Rath, und ihn in allem Huld anflehn. O was reicher 
laſſen machen, wie er es ſelbſt Ueber fluß und für Segen 
beſchloſſen hat: es wird mir und Genuß, wann Gott ſelb⸗ 
ſthon mein Gluͤck noch werden, % in ſten 
| 4 


ſten Freud im Weinen ſchen⸗Liebes⸗Sinn, der zuletzt mit 


483 


cket ein den lieben Seinen. ſo viel Freuden uns nimmtal⸗ 
4. Nichts iſt beſſers auf der len Schmertzen hin. O was ein 
Erden, noch zu finden auf der vergnuͤgter Stand! wer alſo 
Welt, als voll GOttes Liebe GOtt zugewandt: nichts kan 
werden, und zu thun, was ihm ſolchen mehr bethoͤren, der ſich 
gefaͤllt: dann dieſelbe iſt ein laͤßt die Liebe lehren. 
Licht, das gibt ſteten Unter⸗ 8. Dieſe Liebe wird genen⸗ 
richt, wann die Kraͤffte ſelbſt net GOttes hohe Wuͤnder⸗ 
erkraͤncken, und ſich in den Krafft: wer den dort am Creutz 
Schlaf erſencken. bekennet, dem iſt Sieg und 
5. Kommt, ihr Lieben und Heil verſchafft. Dann da hat 
Getreuen, tret't mit Freuden die Lieb erbeut ein ſo groſe Se⸗ 
dieſe Bahn: GOttes Lieb wird ligkeit: O GOtt⸗Liebe! ſchenck 
uns verneuen, loͤſen auf den uns allen, dir in deine Arın 
harten Bann, ſo in Dunckel⸗ zu fallen. 
heit der Welt uns bisher noch 41, | | 
hart verſtellt. GOttes Lieb IE freudig und lieblich 
wird uns berathen, aller Sor⸗ ſind unſere Gaͤnge, wan 
gen gantz entladen. Jecſus erweitert die toͤdtliche 
6. Wann der fuͤnſtern Welt Enge: ſo gehen wir Kung 
Geſchaͤffte machen unſre Geiz die himmliſchen Straaſen; o 


ſter trüb: kommen dieſe Lich⸗ wir fie ſchon oͤfters mit Thraͤ⸗ 


tes⸗Kraͤffte, ſo da heiſſen G Ot⸗ nen benaſſen. 

tesbieb, ſchaffen in demDunck⸗ 2. Nun ſtehet man wiede⸗ 
len Licht, daß die fuͤnſtreNacht rum blühen die Roſen, die vor⸗ 
zerbricht. So kan Geiſt und hin in Strenge und Kaͤlte ver⸗ 
Krafft und Leben uns ſehr ſchloſſen: was lange in Schmer⸗ 
hoch in GOtt erheben. tzen und Leiden geſeſſen, iſt 


7. Was wird ferner uns nunmehr in Freuden des Him⸗ 
mehr ſcheiden von dem hohen PP Piz mels 


484 


J... ⁰yd 
mels geneſen. gen? was wird dann noch tref⸗ 
3. Wie wurden die traurige fen der Suͤnder Gemeine, die 
Stunden fo lange, da duncke⸗ denen Betrübten verdoppelt 
le Machte uns machen fehr ban⸗ das Weinen. 
ge: weil alle Einfluͤſſe des 8. Doch wollen wir ſchwei⸗ 
Himmels entzogen, der vor⸗ gen vonSchmertzen und We⸗ 
mals doch unſere Hertzen be- hen, dieweil uns die Sonne 
wogen. thut wieder aufgehen: was 
4. Da jedes ſich ihme zu ei- vorhin fo harte in Kaͤlte ver⸗ 
gen ergeben, um alſo nur ihme ſchloſſen, wird nunmehr mit 
zu Ehren zu leben. O Zamer! himmliſchen Thauen begoſſen. 
was Schmertzen wurd oͤfters 9. Wir koͤnnen nicht ſagen, 
empfunden in denen betrübe⸗ was uns iſt gefunden, weil 
ten Zeiten und Stunden. unſere toͤdtliche Schmertzen 
5. Die Pforte der Liebe war verbunden: das fanffte Auf: 
harte verriegelt, der Brunnen kom̃en gibt ſeligs Gedeyen, 
des Lebens verſchloſſen, verſie⸗ drum koͤnnen wir alle von Her⸗ 
gelt: in Schmertzen und Trau⸗ Ken uns freuen. 
ren mußt jederman ſtehen, ſo 10. Ach Zu! du treuer 
pald er nur dieſes im Blicke und holdeſter Buhle, bleib du 
erſehen. ö doch Berather in unſerer Schu⸗ 
6. Die vormals als brennen⸗ le: verlaſſe uns mimmermehr, 
de Fackeln im Scheinen, die gib uns Gedancken, daß alle 
moͤchten vor Schmertzen das in Ewigkeit nimeꝛmehr wanckẽ 
Hertze ausweinen: weil IX. Der Segen, womit dich 
Schmach und Verachtung von die Salbung begoſſen, komm 
Böſen und Frommen von na⸗ reichlich auf jedes von innen 
he und ferne iſt über fie kom̃en. gefloſſen: ſo koͤnnen wir zeigen 
7. Wer ſolte nicht trauren in die liebliche Bluͤthe an Herbe 
Zeiten und Tagen, wan Ot⸗ und Geiſtern, an Sinn und 
ges Ergebne ſo harte geſchla⸗ Senſu⸗ 


486 


Gemüthe. daneben die Freyheit des Him⸗ 
12. Du haſt uns, O Holder! mels gefunden. 
ſelbſt an dich gezogen, ſo daß 17. Drum wollen wir blei⸗ 
wir ſind alle in Liebe bewogen: ben das Wunder der Zeiten, 
und alſo entkommen der Freude zur Hochzeit des Lammes uns 
der Erden, damit wir nur dei⸗ alle bereiten, als Jungfern und 
ne Ergebene werden. Bnaͤute im lieblichen Pꝛangen, 
13. Drum wollen wir dei⸗ bis daß uns kommt IEſus ent⸗ 
ner in Liebe nur warten, das gegen gegangen. 
mit wiꝛ deꝛſelben in allem nach⸗ 18. Und wird uns in himm⸗ 
arten: und ob wirs ſchon oͤfters liſchen Braut⸗Saal einleiten, 
vorhero verſehen, ſoll jedes doch daſelbſten die koſtbarſten Ta⸗ 
deinem Fuß treulich nachgehen. feln bereiten: er wird ſich aufs 
14. Und wirſt du in unſern ſchuͤrtzen, den Liebſten zu die⸗ 
Gezelten verbleiben, fo koͤnnen nen, wer wird wohl die Schoͤn⸗ 
wir ſtetig daſſelbe Werck trei⸗ ſte ſeyn da unter ibnen? 
ben: wo jedes das Schoͤnſte 19. Indeſſen muß Freude u. 
und Liebſte will werden, ſowie Wonne aufgehen bey allen, 
du biſt ſelber, an Sinn und die allhier dem Lamme nach⸗ 
Gebaͤrden. | gehen: bis daß wir erlangen 
15. Uud weil wir find dei⸗ das ſel ge Gedeyen, da JIEſus 
nem Geruche nachgangen, fo uns alle wird gaͤntzlich erneuen 
werden wir alle den Segen er⸗ 42. 
langen: wo ſtetes Umarmen Wi kindlich und hertzlich 
im reineſten Lieben, und jedes läßt ſich es anſehen, wann 
dem Lam̃ĩe auf ewig verſchriebe Seelen dem reineſten Lamme 
16. So ſind wir dann wie⸗ nachgehen; geſchmieget, gebeu⸗ 
deer aufs neue berathen, der vie⸗ 85 Goͤttlicher Art, dane⸗ 
len Gebreſten und Sorgen ent⸗ ben in reineſter Liebe gepaart. 
laden; das heimliche Aechzen So muͤſſen ſchoͤn klingen die 
ond Kraͤchzen verſchwunden, RE e liebe 


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487 


lieblichen Lieder, die alſo anſtim⸗ ler Schmuck, Ehre war gaͤntz⸗ 
men die reinſten Gemüther: lich dahin. In Wolcken, be⸗ 
Sophia ſtimmt ſelbſt mit von truͤbten und dunckelen Zeiten, 
oben hermeder. thut unſere Liebe den Braut⸗ 
2. Michts ſchoͤners auf Erden Schmuck bereiten, ſo ſteths ſo 
wird jemals geſehen, als wann viel ſchoͤner in Goͤttlichen 
man vereinete Hertzen ſieht ges Freuden. 
hen, die anders nichts ſuchen 5. Die Liebe von oben bringt 
als eintzig allein in reineſter Lie⸗ toͤdtliche Schmertzen, weũ See⸗ 
be vereinigt zu ſeyn: die Freu⸗ len dieſelbige tragen im Herten, 
de des Himmels muß blühen da muͤſſen erkrancken die Sinen 
auf Erden, wan Goͤttliche Herz der Zeit, weil ſelbe von himm⸗ 
tzen verherrlichet werden, und liſcher Liebe gezweyt. Wie lieb⸗ 
ſtetig erſcheinen in reinen Ge- lich hergegen laͤßt es ſich anſe⸗ 
baͤrden. g hen, wo Wehen erſtorben die 
3. Was Freude in dieſem irrdiſche Wehen, und ſonſten 
Jungfraͤulichen Orden weil nichts anders als Liebe zu ſehen. 
Sophia Mutter und Schwe⸗ 6. Der Braut⸗Schatz des 
ſter iſt worden, und alle zuſam⸗ Himmels wird da erſt erwor⸗ 
men ein Goͤttlich Gebluͤt, jung⸗ ben, wo Seelen den irrdiſchen 
fraͤulich geſinnet in Hertz und Sinnen erſtorben: wo himm⸗ 
Gemüth. Ach! laß uns doch liſche Liebe ertoͤdtet den Sinn, 
ewig in dieſem Sinn ſtehenlund erwachet ein neues mit vielem 
alſo dir ſtetig⸗OLamme! nach⸗ Gewinn. O Schoͤnheit! wo 
gehen, und ja nicht erbleichen irrdiſche Liebe begraben, da 
in Schmertzen und Wehen. koͤnnen ſich Hertzenam Himm⸗ 
4. Die Sonne des Himmels liſchen laben, wo niemand was 
thut wiederum ſcheinen nach beſſers kan finden noch haben. 
vielem Betrüben und ſchmertz⸗ 7. Obimmliſche Schönheit O 
lichem Weinen, da alles gebeu⸗ Mutter der Liebe! ſcheuß deine 
get im niedrigen Sinn, weil al⸗ „ tene e e 


— 


verliebete Straalen hernieder: 
du biſt es doch, die uns alleine 
gefällt vor allen ſonſt andern al⸗ 
hier auf der Welt. Ach laß 
uns doch nimmermehr werden 
gezweyet, durch deine Einflüffe 
wird alles verneuet, verbunden, 
verſammlet, was ſonſt war zer⸗ 


ſtreuet. 8 
8. Und ob ſich ſchon wenige 
laſſen hier finden, die ſich mit 
dir lauter in Liebe verbinden: 
ſo brennets doch ſtetig auf un⸗ 
ſerer Bruſt, daß uns keine andre 
als deine bewußt. Dein ſuͤſes 


Anlocken macht alles vergeſſen, 


wo wir auch in toͤdlichen 


Schmertzen geſeſſen, dieweil du 


einſchenckeſt das wahre geneſen 
9. Du hohe Gebieterin Goͤtt⸗ 
licher Seelen, die dich nur al⸗ 
leine zum Braut ⸗ Schatz er⸗ 
wehlen: gib Hertzens Vergnuͤ⸗ 
gen in reineſter Brunſt, laß 
fremde Zuneigung ſich regen 
umſonſt, damit uns kein an⸗ 
dere Lockung bethoͤre, die Sin⸗ 
nen verblende und von dir ab⸗ 
kehre: dagegen die reine Lieb in 
uns vermehre. 


iſt zu End das Leiden. 
q f 


488 


10. Laß toben die Sinnen im 
irrdiſchen Himmel, wir koͤnnen 
nur ſpotten dem leeren Getuͤm⸗ 
mel, dieweil uns ſind andere 
Sachen bewußt, als die uns nur 
ſchmertzen auf unſerer Bruſt: 
dein Anzug muß ſtetig im Gꝛun 
de verbleiben, der kan ſchon die 
fremde Geſchaͤffte vertreiben, 
daß wir dein Getreu⸗ und Erge⸗ 
bene bleiben. | 

11. Diß bleibe geſchrieben, u. 
werde geſungen, daß es dir an 
uns iſt zum Segen gelungen. 
Drum bleibe, O Fuͤrſtin! in 
unſerm Gebiet: wir opffern 
dir Hertze, Geiſt Sinn und Ge⸗ 
muͤth. Sind wir dann nun 
deine Ergebene worden, ſo kanſt 
du ſtets walten in unſerem Or⸗ 
den als reine Jungfraͤuliche 
Bundes⸗Conſorten. 


| 43. _ 
Wir lieblich iſt der Gang, 
der uns zur Ruh hinleitet, 
noch lieblicher der Ort, wo ſelbe 
iſt bereitet. Fahr hin, O mei⸗ 
ne Seel! geh ein zu deinen Freu⸗ 
den, die harte Zeit iſt aus, es 


2 Nun 


489 


2770 0 ² u a 
2. Nun ſicht es anders aus, weil ich gelebt auf Erden, mich 
als in den Truͤbſals⸗Tagen, da ſo vereint zu ſehn mit dieſen 
ich zwar allezeit von Gottes Laͤmmer⸗Heerden. Vor alle 
Huld getragen. Nun werd Bitterkeit, womit wer oft ge⸗ 
ich meine Saat in vieler Ruh traͤncket, ward uns viel reicher 
genieſen: der Friede nach dem Troſt von oben eingeſchencket. 
Streit wird alles Leid verſuſen 7. O wann ich drau gedeuck! 
3. Wie manche Zeit u. Jahr, was Gott gab zu genieſen vor 
wie viel betrübte Stunden reichen Himmels⸗Troſt in uns 
mußt gehen ich dahin, bis mir fern bittern Drüfen: fo iſt kein 
mein Schmertz verbunden. O Wunder, daß Betrübtnuß 
ſeliger Gewinn! wo ich nun⸗ macht zu ſcheiden von der ſo 
mehr anlaͤnde, die harte Zeit iſt edlen Schaar, die ſo verliebt im 
aus, und alles Leid zu Ende. Leiden. a 
4. Doch war mir diß ein 8. Nun gehe ich dann hin, und 
Schmertz, annoch zu denen wuͤnſche meinen Lieben (der 
Zeiten, weil, eh ich es vermeint, gantzen Schweſterſchafft, die 
mußte von hinnen ſcheiden: mir ins Hertz geſchrieben) zu 
dann dieſes war mein Wunſch, bleiben treu an GOtt und ſei⸗ 
noch laͤnger hier zu leben mit nen lieben Frommen, ſo werden 
der verlobten Schaar, die ſich wir alldort wieder zuſammen 
dem Lamm ergeben. kommen. en 
5. Wie lieblich war der Gang, FR 44. 
den wir zufammen hatten, weil W̃ Je ſchoͤn und herrlich iſt 
ein ſo hohe Gnad uns hat ſo der Gang, wann Seelen 
wohl beratben. Wie manche in vereintem Geiſte wallen: 
Liebes⸗Luſt ward in betrübten wie thun nicht oft im ſchwer⸗ 
Zeiten vom Himmel einge- ſten Drang die allerbeft und 
ſchenckt in unſern Niedrigkeite. ſchoͤnſte Lieder ſchallen. Die 
6. Diß war mein groͤſte Freud, Einheit in e | 
11 f ie: 6 


490 


ſoc H Ottes Geiſt das Paradieß Die Eigenheit gibt GOtt wol 
aufſchlieſet, Dig iſt des reinen Preiß, wo fie kan in ſich ſelb⸗ 
Geiſtes Fuͤll, die oft die groͤſte ſten ſeyn erhoben; gehts an⸗ 
Bitterkeit verfuͤſet. ders als wie ihre Weiß, ſo kom̃t 

2. Wer in der Selbheit Wil- hervor ein unverſoͤhnlichs Tobd 
len ſteht, und dienet GOtt nach 5. Die Einigkeit, ſo Liebe hat, 
eigner Wahl und Meinen, wird iſt unſre Quell, aus GOttes 
ploͤtzlich, wie vonn Wind, ver⸗ Hertz entſprungen: wer thut 
weht, ſo bald die Krafft im verachten dieſen Rath, iſt von 
Weſen thut erſcheinen. Die der Suͤnd und alten Feind bes 
Probe von dem reinen Licht, zwungen. Das Himmelreich 
aus GOttes Geiſt und feiner wird offenbar, wo Liebe ihren 
Fuͤll er boren, iſt, daß ſie dieſen Thron⸗Sitz aufgerichtet: und 
Wahn zernicht, den ſich der wo der reinen Kirchen Schaar, 
Selbheit Sinn aus ſich erkorè in Einheit ſteht, iſt aller Greul 


3. Des abgefallnen Men⸗ 
ſchen Stand iſt, ſich und feinen 
Sinn als GOtteeꝛheben:dꝛum 
kan eꝛauch dem Bruder Band, 
ſo IEſus Naht ung lehrt, die 


Ehr nicht geben. Die Selb⸗ 
heit iſt der Suͤnden Krafft, 


worindie Welt wird zum Ge⸗ 
richt erhalten, und wen ſie ein⸗ 


mal in Verhafft, der muß an 
Leib u. Seel u. Geiſt erkalten. 
4. Wo dieſer Greuel abge⸗ 


than, da grünet aus dem Tod 


1 


ein ander Leben, u. bricht herfuͤr 0 
ein andre Bahn, worin Ge⸗ das Paradieß ausgruͤnen: was 
laſſenheit kan SOtt erheben. Qq q z | 


vernichtet. 

6. Kommt her, und ſeht den 
hohen Staat, worin man ſieht 
die reinen Geiſter ſtehen, ver⸗ 
einet nach des Hoͤch ſten Rath: 
in teiner IE ſus⸗Lieb dem Lam 
nachgehen. Weg Eigenheit, 
dein fremdes Schild kan allhier 
nicht auf eine Stund beſtehen: 
wo das veꝛeinte Einheits Bild, 
erbleicheſt du, und muſt zu 
Grunde gehen. | 

7. Nichts ſchoͤners iſt auf 
dieſer Welt, als wo man ſieht 


Ein⸗ 


Er 


Ein⸗ und Reinigkeit darſtellt, gen in GOtt genefen ſeyn an⸗ 
da iſt das ſchoͤne Himmels⸗ noch zun Zeiten, und mußte 
Bild erſchienen. Viel Freund⸗ doch ſo bald von hinnen ſcheiden 
lichkeit vom Himmel her laͤßt 3. Wie mancher Schmertz u. 
ſich hernieder auf die Lieben, Leid hat mich umgeben in der 
ſo gehn im Jungfaun⸗ſchmuck betruͤbten Zeit und kurtzen Le⸗ 
einher, auf ewig hin dem keu⸗ ben Was wird die Ruhe ſeyn 
ſchen Ranım verſchrieben. nach ſo viel Leiden? Ich werde 
. Was wird wohl dieſen ſchauen GOTT nit vielen 
ſchoͤnen Glantz hinfuͤhro mehr Freuden. | 
koͤnnen bemackeln, weil ſelbſt 4. Die Schmertzen find da⸗ 
der Weisheit Perlen⸗Krantz hin, nach viel Verlangen, nun 
daſelbſtenſcheint als reine Lich⸗ wird mich Gottes Güt erſt 
tes⸗fackeln? Oſchoͤner Schmuck recht umfangen: weil er der 
in ſolchem Stand! den diß Ge Suͤnden Sold ſelbſt wollen 
ſchlecht in Niedrigkeit thut tra⸗ büßen, und meinen Todes⸗ 
gen. Zuletzt wird man mit Schmertz dadurch verſüſen. 
Gott verwandt, wo man um F. So ſcheide ich nun hin, ihr 
ſeine Lieb thut alles wagen. Schweſtern alle, ſeyd meiner 
45. ein Gedenck zu tauſend malen: 
I Je find doch meine Tage vergeßt des Jammers nicht all⸗ 
S ſo verkürtzet, die Schwe⸗ hier auf Erden, fo koͤnt ihr dor⸗ 
ſtern, Bruͤder, Freunde ſtehn ten mit verherrlicht werden. 
beſtuͤrtzet: ich ſelbſt wolt GOtt 45. 
erft in die Arme faſſen, mußt IT wirds zuletzt fo ſchoͤn 
aber ploͤtzlich gehn die Todes⸗ =» ausſehn, want aller Jam⸗ 
Straaßen. mer gantz wird ſeyn verſchwun⸗ 
2. Wie iſt mein Schmertzen den? wie werden nicht die vie⸗ 
doch ſo bald vergangen? da ich le Wehn vergeſſen ſeyn, und 
mich ſehnte mit ſo viel Verlan⸗ bleiben gar dahinden. en 


491 


die Traurigkeit der Nacht Zeit, wann er des Leidens 
mir oft viel Schmertzen zu: Bitterkeit wird nehmen gantz 
gedacht, daß alle Hoffnung hin, dahin. 
ſo wird doch endlich meine 4. Drum will ich jetzt ſo gehen 
Saat, durch GOttes reiche Guͤt hin, u. tragen meinen Schmer⸗ 
und Gnad, einbringen den Ge- Ken, Leid und Jammer: dort 
winn. blüht mein Heil mit viel Ges 
2. Muß ich jetzt ſchon in vie⸗ winn, wann ich werd gehn 
lein Leid und Elend ſeyn als in meine Ruhe-Kammer. 
waͤr ich gar vergeſſen: thut Drum iſt mein Hertz in GOtt 
mir doch GOttes Guͤtigkeit erfreut, weil dort das Gluck 
aus ſeiner Füll viel reichen der Ewigkeit mich wird in ſich 
Troſt einmeſſen: und wann erhoͤhn. Da wird ein Ende der 
der Schmertz mir ſchencket ein Gefahr, die Herrlichkeit, ſo of⸗ 
viel bittre Weh'n und Todes⸗ fenbar, wird nimmermehr 
Pein, ich weiß kein ander Ziel. vergehn. 5 
Wann die Gedult die Hoff⸗ 46. 
nung naͤhrt, und Langmuth En ift erhöht: Ehr und 
recht in GOtt bewährt, da ift Majeſtaͤt iſt ihr Schmuck 
es nie zu viel. und hohes Prangen, weil ſie 
3. Mein Elend gehet mir hier am Creutz behangen, wird 
zwaꝛ nach in allen meinen Tꝛit in Majeſtaͤt fie von GOtt er⸗ 
und Wander ⸗Schritten trag hoͤht. 
ich des Leibes Ungemach. Ach 2. Zion wird verneut; die Veꝛ⸗ 
wie fo viel muß ſeyn allhier ges heiſſungs⸗Zeit bringet ein die 
litten! doch iſt der Troſt ins ſuͤſe Beute, vor ihr viel gehab⸗ 
Hertz gepraͤgt; obſchon der tes Leide wird ſie nun erfreut, 
Kummer niederſchlaͤgt den und von GOTT erneut. 
tief gebeugten Sinn. GOtt 3. Hat die lange Nacht ihr 
weiß ſchon ſeine Stund 12 viel Leid gebracht, wird 1510 | 
N 143 | vie 


493 


a sn a ĩͤ . — 
viel ſchoͤner ſtehen, wann fie je⸗ auf die Hoͤh u. dich weit umſeh. 
derman wird ſehen gehn im 9. Alle, die dir feind, und zu⸗ 
Lichtes⸗Pracht, nach der lan- wider ſeynd, werden kommen, 
gen Nacht. tief ſich neigen: und vor deiner 
4. War ihr Witwen⸗Stand Hoͤh ſich beugen, alle die dir 
ſchon mit GOtt verwandt al⸗ feind, und zuwider ſeynd. 
hier bey fo viel Beſchwerden: 10. Dein gehabtes Leid in be⸗ 
was wird erſt aldorten werden, truͤbter Zeit, wo du warſt ſo 
wann es umgewandt im Er⸗ lang geſeſſen, wird auf ewig 
quickungs⸗Stand. ſeyn vergeſſen; O was groſe 
F . Schoͤn, wie Roſen ſtehn, iſt Freud folget nach dem Leid! 
ſie a zuſehn: wann ihr Glantz 11. Deine Jungfrauſchafft, 
thut höher ſteigen, thut ſich ihre die lang in verhafft, da du mu⸗ 
Schoͤne zeigen: lieblicher zu ſteſt traurig gehen, die Veraͤch⸗ 


ſehn als die Roſen ſtehn. ter um dich ſehen, bricht aus der 


6. Der Propheten Sinn gehet verbafft in des SGeiſtes 
auf dich hin: deine Schoͤne Krafft. | 
macht fie grünen, daß dir muß 12. O! wie ſchoͤn wirds ſtehn, 
25 Segen dienen, was ihr ho⸗ und ſeyn anzuſehn, wenn dein 


er Sinn auf dich deutet hin. Liebſter ſelbſt wird kommen, 


7. Wann dein Glantz wird der den Schmertzen weg ge 
ſeyn wie der Sonnen⸗Schein, nommen, ſamt den vielen 
dann wird über dir aufgehen, Wehn. Owie ſchoͤn wirds ſtehn 
was im Duncklen fie gefehen 13. Dann wird dir zu Theil 
ohne Lichtes ⸗Schein, was wird ein ſo groſes Heil, weil dich 
ſchoͤners ſeyn⸗ Gott ihm hat erſehen: iſt, nach 
8. Tritt nun auf die Hoͤh, dich fo viel Leid und Wehen, ein ſo 


ſehr weit umſeh, wie von allem groſes Heil worden dir zu 


End der Erden nun zu dir ver⸗ Theil. 
ſammlet werden. Drum tritt 


Pſalm 


9 E 


1 494 


— 


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47. und dir zuwider ſeyn. 


Dialm 3% 3. O GDttder Heerſcharen! 

D U Hüter Iſrael! der du / ſey unſer Troſt in Zagen, laß 
wie eine Heerde, Joſeph leuchten über, uns dein gnaͤdig 

und fein Geſchlecht bisher ger Angeſicht: erhoͤre unſte Bitt, 
huͤtet haſt: erſcheine über uns, wend dich zu unſerm Klagen, 
damit geſehen werde, wir hoch damit geneſen wir in deinem 
auf Eherubim du dich geſetzet reinen Licht. Du haſt uns ein⸗ 
haſt. Laß dein Gewalt und gehohlt, gepflantzet als die Re⸗ 
Macht fuͤr Ephraim hergehen, ben, zum Weinſtock hinge⸗ 
auch Benjamin, der dir mit bracht, der aus Egyptenland 
jenen zugezehltz Manaſſe muͤſ⸗ geholt dahin, wo man dir 
fe auch, HErr, deine Wunder Preiß und Ruhm thut geben, 
ſehen, wann deine Huͤlff er⸗ und Voͤlcker (dies nicht werthz 
ſcheint, nachdem es dir gefällt. vertilgt durch deine Hand. 


2. Ach! troͤſte uns doch nun, 4. Du haft gemacht ihm 
O Otti in unſerm Zagen, Bahn, und laſſen wurtzeln, 
laß leuchten über uns dein na⸗ grünen, fo daß er weit und breit 
den ⸗Augeſicht. Ach wie ſo lang das Land erfuͤllet hat; fein 

wilt du nicht hoͤren unſer Kla⸗ Schatten mußte Verg und 
gen? wend ab den groſen Zorn, Wald zum Segen dienen die 
den du auf uns gericht Wir Cedern Gottes gar wurden 
eſſen unſer Brod gar oft in nach weiſem Rath bedecket uͤ⸗ 
vielen Thraͤnen, und ſchenckeſt berall. Du haſt ihn aller Or⸗ 
ohne Maaß ung täglich wie- ten gebreitet aus, bis an das 
der ein: wir find zum Zanck aͤuſerſte an Meeꝛz u. ſeine Zwei⸗ 
geſetzt den Nachbaren, und ge ſind daſelbſt geſehen wor⸗ 

denen ein Spott, die deine Feind, den, daß drüber jederman 0 


7 


4 * 


495 5 


— —— 


hat verwundert ſehr. 


5. Warum haſt du dann ſei⸗ 
nen Zaun um ihn zerbrochen, 
daß ihn zerreiſſen kan, wer nur 
vorüber geht? Die wilden 
Schweine ſeynd daſelbſt hinein 
gekrochen, ein jedes wildes 
Thier verderbet feine Stätt. 
O Herr GOtt Zebaoth! thu 
dich doch zu uns wenden: ſchau 
doch vom Himmel her, und 


ſieh uns gnaͤdig an; ſuch dei⸗ 


nen Weinſtock heim, daß ſich 


die Schoͤßling finden am 
Stamm, daß niemand ſie da⸗ 


— 


von abbrechen kan. 


6. Und zwar nur um den 
Zweig, den du dir feſt erweh⸗ 
let, weil er ſo gar verbrandt 
und ausgerott muß ſeyn. Von 
deinem ſchelten HErr, wurd er 
als wie entſeelet: wend deine 
Hand uͤber den Mann der Rech⸗ 
ten dein, über des Menſchen 


Sohn, den du dir ſelbſt erſehen: 


ſo weichen wir nicht mehr vom 
Leben deiner Gnad. Laß le 
ben uns, damit wir koͤnnen dich 
anflehen: fo werden wir in 
dir aus deiner Fulle ſatt. 


NITASETTÄINNIITE ARTE UT En 


eh 88 


e 9 r 2 


Regiſter. 


8 A. Das Creutz der Drang 
Ach Gott! ich flehum 


424 


296 Das freudige Lallen 156 


3 


Ach Gott! thu dich 296 Das gruͤnen unſrer Sant 2. 
Ach Gott! wie mancher x Das kleinſte Ich und 309 
Ach HErꝛ! wañ wird 297 Das Leiden waͤhret 310 
Ach HErr! wie lang 299 Das liebliche Umarmen 127 
Ach konune bald! mein 301 Das Nun die ſtille 423 
Ach verzeuch doch! 303 Dein helles Licht 158 
Ach wie iſt fo gar ver⸗ 420 Dem Hærren jauchzt 311 
All dein Thun und 144 Dem HErren fingt 312 
Alle die im Geiſt er⸗ 303 Der bittre Kelch und 158 
Alles was wir alhier 45 Der Engel Chor 142 
Auf du gaͤntze Zions⸗ 146 Der frohe Tag bricht 160 
Auf du keuſches Jungf: 149 Der Geiſt des HErrn 428 
Auf du meine Seele 150 Der Glaube ſiegt durch 48 
Auf ihr Säfte macht 152 Der HErr groß und 3173 
Auf ſchmücke dich 1355 Der Herr iſt hoch in 163 
Auf ud machet euch 304 Der reine Geiſt aus 316 
Auf Sioniten auf 421 Der reine Lebens Geiſt 164 

B. Der Schmertzen den 430 
Bin ich arm und kleine 305 Der Tag von Freuden 49 
Bin ich ſchon der Welt 306 Der tiefe Fried 3 
Bin ich hier ſchon 307 Der Weg zum Vat: 165 
Bin ich ſchon Lebens 2 Des HErren Zweig iſt 167 

D. Die Bluͤth iſt mus is | 
Dann wird die Wuͤſt 426 *** 


125 
Dir. 


Die Braut hoͤrt ſchon 
Die Flammen der Liebe 
Die Flammen reiner 
Die feurige Liebe 
Die Freud am HErrn 
Die heilige Einheit 
Die himmliſche Liebe 
Die Hoffnung ſteht 
Die Hoffnung traͤget 
Die klugen Jungfraun 
Die Liebe die ſi 


Regiſter. l 


— — —A—2—— . —ę—ę— 


143 Ein Laͤmmlein geht 6% 
168 Ein lautrer Geiſt iſt 8 
15 Ein Prieſter der ge⸗ 326 
316 Ein reiner Geiſt iſt 434 


317 Ermuntert euch ihr Kin: 328 
50 Erſencke dich in deinen 64 
55 Erſencke dich mein Hertze 330 

5 Es freue ſich der gantze 9 

431 Es hat das Silber 432 

174 Es iſt des Leidens 331 

318 Es iſt fuͤhrwaht 302 


Die Liebes Gemeinſchafft 320 Es iſt geſchehn, wir 10 


Die Liebe iſt mein Looß 
Die Liebe wuͤrckt und 


Die reine Jungfrauſchafft 
Die Sonniſt wieder auf 177 Freu dich, 
Die ſtarcken Bewegung \ 


Die Stille des Geiſtes 


6 Es ziehe uns der 333: 

57 . 8 

58 Freu dich, 30 435 
N ion 190 


180 
182 


reudig werd unſerem 188 
reudig will ich ſingen 189 


Die ſtilleSabbaths⸗Feyr 185 Freuet euch nicht meine 333 


Die Straaßen Zions 
Die Suͤſe, die mich 
Die Weisheit iſt mein 
Die Welt iſt mir 


Die Wunden, die ich in 


Die Zeit iſt aus mein 
Du Hüter Jirgel 


Ein Geiſt, den Gott 
Ein Hertz, das GStt 


— 


Eu Herz das ſic Git 


323 Fried und Freud ſey 191 
324 Froh bin ich weil ich 335 
186 Selene IRRE 


7 Gedencke, HErr, an 192 
60 Geh auf du edles 439 
494 Gelobt ſey GOtt der 194 
Gelobt ſey GOtt zu 194 

325 GOtt der du mich 337 
60 Gott ein Herrſcher 196 
61 Gottes Wohnnng iſt 8857 


13 Regiſter. 


Gott iſt bekannt dem 199 Ich gehe hin und wandle 15 
Gott ſtehe ſelber auf 441 Ich gehe nun in Hoff: 344 
Gott wir kommen dir 66 Ich gehe zwar ſo hin 345 
Groſer Gott, ich will 201 Ich geh gebuͤckt den 212 
Groſer König, rreuer 204 Ich gehroft traurig 346 
Gute Nacht, O Welt 206 5 En das Re 347 
. 8 abe mir erwehlt 347 
aſt du O IEſu 338 Ich hab mir die ewige 72 
Err hoͤre mich dann 445 Ich hab wied'r einen 215 
Her JEſu Chriſt Ach 207 Ich haſſe alle falſche 348 
ertz der Liebe reine Ich kan nun in ftillem 350 
Hertzens⸗Brüder die e Ich lauf den ſchmalen 117 
immels⸗Luſt ift 1 Ich lebe vergnuͤgt 73 
det mir zu iht 147 80 lebe zwar ſo hin 15 
| 16. Sy deño 
Jauchzet ihr Kinder von 212 Jh ah att M = 
Ich IN uch | 35 Ich reiße fort nach jener 16 
i een bah II Ich ſchreye Herr zu dir 450 
Ich 5 sa 0 12 Ich ſehe die Pflantzen 213 
x 0 om ein ſe r beſchwer: 71 Ich ſehe mit Freuden Ar 
ch bin ein Taͤubgen 341 0 wee ihr | 351 
Ich bin froh i me. 42 Ich weiß gewiß es 5e 
Ich bin getroſtund 343 Ich weiß gewiß men 352 
Ich bin in GOtt 3 33 weiß nichts anders 383 


| bin ſehr gerin 13 Ich werde aufs neue 354 
na bin Wen no r Ich werde kräftig ange: 226 
Ich bleib daheim damit 51 Ich will den HErren 225 
Br Ab N 


Er 


Reifer. * 


Ich will in Hoffnung 355 Mein Seiſt iſt Hoffnungs 452 
Ich will tragen meine 1 Mein Geiſt iſt über 363 
ef den ich liebe 78 Mein Geiſt iſt voller 84 
IEſu meines Hertzens 3 56 Mein Geiſt verlangt 365 
IeEſus ſſt mein liebſtes 357 Mein Gluck das ich.. 8 
Ihr Br: und Sch: von 228 Mein Hertz bringt für 453 

hr Bürger des Himels 229 Mein Hertz das dit bereit 85 
82 Gaͤſte machet 230 Mein Hertze iſt plöblich 85 
In der ſtillen Hertzens 233 Mein Hertz iſt Freuden } 87 


In der Stille ohn! 234 Mein Hettz iſt froh 455 
In GOtt werficbet 17 Mein Hert iſt in Gott 456 
Iſt es nun aus mit 29 Mein Hertz iſt voller 366 


ſ mein Beben fe 18 Mein Hertz iſt wohl 368 
a ſt mei u ee 18 Man Herb tan wohl 35 
Kan das Verlangen 18 Mein Hertz ſoll fingen 89 
Kinder der Liebe die 236 Mein Hertz weiß keine 19 
Kinder unsrer Liebe 237 Mein IeEſn leite nich 368 
Kommt all ihr lieben 358 5 mes Seien 
f 1 | 238. L So 370 
„Kom it ihr 7 9 238 De 1 0 ne 4 5 
Leit mich mein Gott 35% Sein Lr, tverſuncken 457 
Lobſinget lobſinget dem 239 Mein Lieb⸗verliebter Br: 20 
; I a 2 ſoll 1005 243 
Mein auſers Leben ſteht 360 t n Verlangen hat == 
Meine Freude iſt dahin 83 Muß ich ſchon oft traurig 370 
Meine Seele ſoll nun 241 un fr N ( 
Mein Freund hat mich 361 Nun bringet mir die 458 
Mein Geiſt iſt hoch er: 362 Nun fiießt die Liebe A 
a „ Nun 


* 


2 
aa 


= 


* . Reg iſter. 
Nun gehen die Geiſter 92 O JeEſu thu mir doch 378 
Nun gute Nacht du 244 O ihr Kinder einer 256 
Nun hab ich meinen 245 O komm doch bald 461 
Nun iſt die frohe Zeit 94 O mein Täublein reiner 107 
Nun iſt mein Glaubens 94 O ſtitle Ewigkeit 379 
Nun komen die Halen 96 O ſtille Friedens⸗Ruh 257 
Nun muß der Perlen 100 O ſüſe Himmels⸗Luſt 259 
Nun ſieht der Geiſt 459 O ſuͤſer Fried O edle 109 
Nun ſind wir auf der 21 O Tauben⸗Einfalt 379 
Nun fingen wir das 190 O was groſe Noth 380 
Nun wall ich getroſt 371 O was herrliche Gänge 110 
Nun walle ich im 101 O was vor enge Pfaͤd 261 
Nun werde ich ſehr 372 O was vor Gunft und 262 
Nun werde ich wieder 246 O was vor verborgne 112 
Nun will ich mit Freuden 372 O was wird das ſeyn 114 
Nun wird mein Hertze kor O Weisheit fahre fort 116 
ö 5 O wie ſo oft u. manches 38x 
O auserwehlte Schaar 148 O wie thut mein Geiſt 264 
Ob ich ſchon jetzt annoch 373 O wie thut mein Hertz 383 
O duallerreinſtes 374 O wie werd ich dich noch 382 
O du ſeligs einſam 104 O wie wohl und herrlich 116 
O du tiefe GOttes ꝛoß O wohl dem der gefun: 383 
O du tiefe Liebe GOt ros O wo iſt mein Braͤut: 118 
O freundliches Umar 375 P 
O HErꝛ der Krafften 460 Perl aller keuſch⸗ ver- 119 
O himmlisches Weſen 376 REES | 
O himmliſche Wohlluſt 250 Rufft getroſt blaßt die 384 
O JEſu Krafft der 377 © S | 
DO Ieſu meiner Seelen 252 Seele ſchließ dich en 121 
O Eu mein getreuer 378 Seele was iſt ſchoͤners 462 
OFEN reine Lebens 254 3 Sceht 


= 


Regiſter. a 


Seht die edlen Schaaren 22 
Seht wie der edle Zweig 


Siehe das iſt mein 
Singet lobſinget dem 
So ift die Gnaden 
So koͤnnen wir dann 
So lebet man in GOtt 
So muß die Hoffnung 
Sophia bleibt verlaffen 
So zeuch sn hin 


Unſer 
Unſre Do muß 


Vereinte Lieb laß mich 
Viel Schmertzen und 
Von Gnad und Güte 
Von e ich 


Wach auf und brich 
Wann alles iſt in mir 
Wann alles zu 
Wann die Kra 
Wann ein Geiſt iſt. 
Wann GOtt fein Zion 
Wann ich in der Stille 
Wann in ſehr groſer 

Wann meine Seel in 


ner] 
Leben iſt verbor: 


Pulver 
fft von 
iſt in 


Wann ſich das Glück 
386 Wann wird die Zeit 
463 Wann wird doch einſt 


31 
389 
389 


266 Wann Zion wird entbun 69 


387 Was hilfft mich dann 
24 Was iſt das Leben 


267 Waͤs iſt doch Beſſers 


465 Was iſt doch Liebers 
467 Was iſt wohl Beſſers 
Was Schmertzen haben 

Weh dem Menſchen 
26 Weil die Wolcken⸗Seul 
17 Wen die Liebe aufge⸗ 
Wenn das ſanffte GOt: 
122 Wenn der reine Lebens 
469 Wenn himmliſche Liebe 
470 Wenn 


Wen 
473 Wenn mein Geiſt iſt in 


124 Wenn mir das Creutz 
28 Wer das hoͤchſte Gut 
476 Wer die ew'ge Schatz 


28 Wer die Liebe Gottes 
267 Wer im HErrn ge: 
388 Wer kan verdencken 


29 Wer 


ich hier mit mei: 3 
471 Wenn IeEſus Brunen 
IEſus die Hertzen 3 


127 
390 


189988 
Oe 
MN Be 2 


283 


479 Wer wird in jener neuen 135 
bin ich doch allhier 33 


Wann meine Tag und 481 Wie faͤhret dahin mein 136 
Wann mein Ziel iſt recht 30 Wie fein ſiehts aus der t 
FFF r e e ee eee, 


3 


Kegiſter. 
Wie freudig und lieblich 433 Wir leben gantz ver: 40 
Wie freuet ſich mein 399 Wir leben in viel 41 
Wie herrlich und lieblich 400 Wir leben wohl und 41 
Wie innig kan ein Hertz 35 Wir ſitzen nun in tiefer 42 


Wie iſt doch der Herr ſo 402 Wo der Tauben Einfalt 140 


Wie kan doch ein Hertze 35 Wo die vereinte Krafft 43 
Wie kan mein Hertz 36 Wo geh ich hin auf? 410 
Wie kindlich und hertz: 486 Wo iſt doch mein 411 
Wie lange fol mein 36 Wo ſoll ich hin 412 
Wie lange ſolls noch 403 f 

Wie lieblich iſt der 488 Jage nicht du kleine 414 
Wie macht die Lieb ſo 37 Jeuch hin O liebe Seel 286 
Wie manches Leid 404 Zion bluͤht und gruͤnet 137 
Wie ſchoͤn gehts zu 405 Zion geht ſchwartz 287 


Wie ſchoͤn u. herrlich iſt 489 Zion hat im Geiſt 289 
Wie ſehnet ſich mein Geiſtaos Zion iſt erhöht 492 


Wie ſehnet ſich mein Hertz 406 Zions Herrlichkeit thut 414 


Wie ſelig iſt wer alles 407 Zion werde hoch er: 291 


Wie find doch meine 491 Zion wird nun bald 415 
Wie find wir nun pin: 37 Zu dir HErr Jen 417 


Wie find wir nun ſo 38 Zuletzt muß werden 44 


Wie ſtill iſt Zion worden 408 Zuletzt nach wohl voll: 293 


Wie thut die Lieb ſo 39 Zuletzt wird doch das 418 


Wie wirds zuletzt ſo 491 


"u 


1 


PR * 1 r- s 
Es re 


ein 
Angenehmer Geruch der 


Moſcnund Bilien 


Die im Thal der Demuth unter 
den Dornen hervor gewachſen. 


Ales aus der Brüderfihen E Ge cl. 
4 Mate in BETHANIA, 


| Im Jahr des Heils 1 75 6, 


nn 


Die Hütten der Heiligen find er⸗ 
bauet, der Tempel ſtehet da nach 
ſeiner Weiſt. Das Feuer bren⸗ 
net auf dem reinen Altar, und 

die Opfer und Brand⸗Opfer 

ſind angenehm vor dem HErrn 

DOffenb. Xi. 3. 

Siehe, die Hütte Gottes iſt bey den 
Menſchen, und er wird bey ihnen wie 
in einer Huͤtten wohnen und fie wer⸗ 

den fein Bold ſeyn, und GOtt ſelbſt 
wird bey ihnen ſeyn als ihr GOtt, u. 
Gott wird abwiſchen alle Thraͤnen 
von ihren Augen. N oö Ein 3 


Ein Ausfluß 


Golles und ſeiner Viehe, 
Aus der | 


Huſiliſchen und Paradiſiſchen Gold⸗ader / oder Brunnen des 
Lebens entſprungen; Aus der Bruͤderlichen Geſellſchafft in 
Bethanien entſproſſen und herfuͤrgebracht. Betreffende 
den Inhalt von der unſchaͤtzbaren vom Himel gebrachten 
Bruder⸗Lieb; als welche JEſus auf Erden geleh⸗ 
ret und dargethan: Als welche in ſich hält die huͤnm⸗ 
liſche Weiblichkeit, in dem Bilde der allerreinſten 
Jungfrau Sophia vorgeſtellet, aus welcher 
die Fruchtbarkeit der neuen Welt oder das 

goͤttliche Geſchlecht entſproſſen, alles 
unter dem Bilde der unſchaͤtzbaren 
Filadelfiſchen Bruder⸗Liebe 
an den Tag gegeben. 


JEſus, als das von Gott erhoͤhte 
Lamm, wolle uͤber und in uns allen wallen 
und geiften, biß Bruder⸗Liebe aldort in jener Welt in der 

allerſchoͤnſten Schönheit und Bildeder Jungfran 
Sauen e 
er D. 
SALE . 


* 


KR 


1 Johannis ii. 13, 14. 
eErwundert euch nicht, meine 
Bruͤder, ſo euch die Welt haſſet. 
Wir wiſſen, daß wir aus dem Tod zu 
dem Leben uͤbergangen ſind, dann 

wir lieben die BRU J DER. 


SI Piladeipie! wie lieblich gruͤneſt du 
in dem ſo edlen Band der reinen Bruͤ⸗ 
derſchafft; Wie herrlich iſt dein Gang, wann 
noch mit kom̃t dazu / daß man an dir kan ſehn, 
die kleine Segens⸗Krafft. Iſt die Gedult 
dabey und kom̃t zu ihrem Preis/ Daß man ſie 
kan bey dir an allen Orten ſehn: So wird 
nicht treffen dich, wann GOtt den Erden⸗ 
Kreiß Wird richten / daß er wird ſehr ſchnell 

Zu Grunde gehn. 


. 


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8 


2. Sie ſchmeltzet alle Schla⸗ ſchaft erwirbet feine Todes⸗ 
cken weg, die oft gemacht ſo fin Kraft: Drum thut die 
ſter traͤg: O wol! weil uns dig wahre Bruder⸗Treu gebaͤren 


3. Nun wird die hohe Ritter⸗ waͤhrt, weil JEſus ſie uns ſelbſt 
ſchafft, die durch des Höchſten gelehrt: Sie toͤdt den alten 
Wunder⸗Krafft: Geboren aus Bruder⸗Haß, des Eains Bild 
dem Bruder⸗Recht, als wie das Suͤnden⸗Faß. C: eit 
em goͤttliches Geſchlecht. 9. O theuren Brüder alzu 
4. O was ein Wunder man mal! acht hoch dietheure Bru⸗ 
da fieht! alwo die Bruder⸗Lie⸗der⸗wahl: Dann ware keine 
be blüht: Die IJEſus ſelbſt ge⸗ Bruͤderſchaft, wir blieben in 

prieſen an, und fo gebrochen dem Tod verhaft, 
dieſe Bahn. 10. Der Erſtgebohrne Bru⸗ 
5. Dis Wunder wird ſich weit der hat diß Band geſtifft im 
und breit eröffnen in der goͤddnen Waſſerbad: DerGroͤſte da dem 
Zeit: Was hier verdeckt verdun⸗Kleinern weicht, und macht, 
Felt war, wird dort in Klarheit daß ſo die Lie be leucht t. 
offenbar. Ya 1 
* 


? 


er 


nn 


11. Der Vorgang hats fo weit und lebte man auch Engel'rein. 
gebracht, daß Er in ſeiner letz⸗17. Seht! was dis vor ein ho⸗ 
ten Nacht Den Brüdern wa⸗ her Staat, ſo Bruder⸗Liebe in 
ſchen thaͤt die Fuͤß, O wie iſt ſichhat: Dieweil ine wird 
Bruder⸗Lieb fo ſuͤs! erhoͤht, dem Grͤelk Nichts an 
12. Da gab Er ein Gebott ſo Ehr entgeht. 
neu, das lehrt was Bruder⸗Lie⸗ 18. Hier iſt der Zierat JEſu 
be ſey: Zuletzt bracht Ihn die Chriſt, wo eins des andern 
Liebes⸗Noth gar bis zum bit: Schönheit iſt: O! wie thut es 
tern Creutzes⸗Tod. ſo ſchoͤne ſtehn, wo nichts als 
13. Diß Liebe⸗Feuer brand ſo Bruder⸗Lieb zu febn. 
heiß, daß es aufſchloß das Pa⸗ 19. Sie leuchtet vor in jene 
radeis: Wer ſolt nicht gern ein Welt als wie ein Paradieſes⸗ 
Bruder ſeyn in der ſo ſeligen Feld: von Roſen Lilien man⸗ 
Gemein? ſcher Art, weil Liebe ſich mit Lie⸗ 
14. Ja alles, was ſonſt ange⸗ be paart. co | 
nehm, iſt nichts zu achten ge⸗ 20. Hier ſieht man auch im 

en dem: Was diß vor eine Prieſter⸗Recht das hoch und 
| Rn: 

r 


Schmuck gar praͤchtig ſtehn 
zum Dienſt des HErrn ſeht 
wunderſchoͤn. 3; 


Ä aft. 
15. Dieweil der Koͤnig aller 
Welt ſich ſelbſten vornen ange⸗ 
ſtellt: Wo alle Heil gen groß N 
und klein nun müſſen ſeine dar auf Gottes goͤldenen Altar: 
Brüder ſeyn. Hier wird verſöhnt im Prie⸗ 
16. liben Brüder den⸗ ſt 

. cket nach! was liche Geſchlecht. 3 
Bruderlib ein hohe Sach: dann 22. Hier ſieht man auch die 


alhier gilt kein andrer Schein heilge Wahl zwölf mal Talk 
| Fate 


un wo eine folchel göttliche Geſchlecht in ihrem 


21. Und bringen ihre Opfer 


ſter⸗Recht das gantze Menſch⸗ 


; 


jr 
’ 


5 


— — — 


tauſend Jungfraun⸗Zahl: die Weiſen Stein, der macht das 
alzuſammen eine Braut, ſo Hertze Engel⸗rein: Die Bru⸗ 
aus des Prieſters Seit erbaut. der⸗Liebe it der Schild, ſo ſelb⸗ 
23. Der hohe Staat fo da zus ſten darſtellt dieſes Bild. 

ſeh n wird machenſ in Erſtau⸗ 29. Dabey bringt uns die Bru⸗ 
nen ſtehn: Daß Voͤlcker wer: der⸗Wahl mit hin zur keuſchen 
den Schaaren⸗weiß dem Hoͤch⸗Jungfraun⸗Zahl: Die folgen 
ſten geben Ehr und Preiß. dem erhoͤhten Lamm, das von 
24. Da wird gekroͤnt die Bru⸗GOtt aus dem Himmel kam. 
derſchaft, ſo hier mit JEſu 30. O wunderbart ein dürres 
Leidens⸗kraft gekleidet an auf Reis ſchloß wieder auf das Pa⸗ 
dieſer Welt, und ſo gethan, radeis: Die ſchoͤnſte Frucht def 


was Ihm gefaͤllt. ſelben bluͤht, wo man nur Bru⸗ 


25. Diß heißt recht Philadel⸗ der⸗Liebe ſieht. 

phia, wo Bruder⸗Liebe machet | Hr lieben Brüder 
ja: Was Gott ſo lang verhei⸗ 3 „ RL alzumall ſeht doch, 
fen hat der Bruder⸗Lieb nach wie unſre hohe Wahl ſich brei⸗ 
ſeinem Rath. ber tet aus in Chriſti Reich, weil 
26. Ich freue Mich der Bruͤ⸗ wir der reinen Kirchen Zweig. 
derſchaft, weil ſie iſt meiner 32. O Bruder⸗Liebe! ſey ge⸗ 
Seelen Kraft: Die Bruder⸗Lieb tröft, du wirft von aller Noth 
iſſt Lebens⸗Brod, und kan er⸗ erloͤßt: Bald bricht herein die 


retten von dem Tod. ggoͤldne Zeit, wo dir viel Kro⸗ 


27. Dann diß iſt gar ein ho⸗ nen find bereit. 
her Grad, wann Bruder⸗Lie⸗ 33. Vor deine Schmach auf 


be Einfalt hat: Weil ſie dergie⸗dieſer Welt wirſtu vor Gottes 
be Waͤrterin und pfleget ſtets Trohn geſtellt: Als wie ein goͤtt⸗ 


- 
7 
& 
4 
7 
* 


* 


ä 
REES 


dem Kinder-Sinn. liches Geſchlecht, ſo volles 
28. Hier findt man auch 5 Stadt⸗und Buͤrger⸗Recht. 
e 3 34. 


6 


. nu nee nu case — AB" ET E a a 3 . —.—— — 


34. Nebſt Dem, ſo wohnet in tes Ruhe ein. | 

der Hoͤh, regieren mit als Ko⸗ 40. Sie triumphirt in allem 
nige: Biß wiederum herzu ge- Leid, verfüfft des Lebens⸗Bit⸗ 
führt , was von dem Schoͤpffer terkett: Iſt oftmals unſte Kraft 


abgeirrt. dahin, herrſcht ſie in dem ver⸗ 


35. Dann wird man mit viel liebten Sinn. 1.5 
Wunder ſehn, das Prieſterlich 41. Sie hat uns auch mit 


Geſchlecht da ſtehn: Die allzu⸗GOtt vermaͤhlt, u wann wir 


mal mit halten an, daß aufge⸗ oft als wie entfeelt: So loͤßt ſie 
hoben aller Bann. auf, was ſchwartz und trüb, 
36. Durchs Teuffels Grim̃ u. das neüen wir dan Bruder⸗Lib. 
boͤſen Neid iſt das Geſchoͤpff von 
Gott gezweyt: Die Liebe holt 
es wieder ein, daß alles wie zu⸗ 
vor wird ſeyn. 


uns her: Und machet Bahn 
dem bloͤden Sinn, der oftmals 
37. Dann was der Zorn hat faſt als wie dahin. " 

tod gemacht, wird durch die 43. Wann ich gedeuck, wie 
Liebe wiederbracht: Die Liebe manche Nacht wir ſchon bey⸗ 
toͤdtetSuͤnd und Tod, und was ſammen zugebracht: Da fie 
ſich hat gezweyt von GOtt. uns war ein Feuer⸗Seul, fo 
38. O Bruder⸗Liebe biſtu dal ruf ich aus: OG Ottunein Heyl. 
fo find wir ſelbſt dem Schoͤpfer 44. Was Wunderwege haſtu 
nah: Die Bruder⸗Lieb iſt hoch ſchon geführet uns auf dieſer 


42. Gehts oft in Angſt durchs 
rothe Meer, ſo geht ſie ſelber vor 


geacht, weil durch ſie alles wie-Bahn: Gingen wir troſtloß 


derbracht. hin und her, ſo halffſt du uns 
39. Und weil ſte nun iſt unfer vom Himmel her. 

Theil, erwirbt ſie uns das groͤ⸗ 45. Wann oft dahin war al⸗ 
fie Heyl: Sie iſt ein Troſt in ler Muth, mußt Mana fallen 
aller Pein, und fuͤhrt in Got⸗ uns zu gut: So haſtu 5 75 
1 ur 


1 


9 
2 
# 
v 
1 


Rubin, vor ihr faͤllt alle Schoͤn⸗ 
heit hin: Sie übertrifft 


keiner weich 


Be 


7 


durch gebracht, bey vielem E- ſie nicht: drum komt man öffs 


lend Tag und Nacht. 


46. O 


keit. 


mehr von der Bahn 52. 

Die Frucht von unſerm vielen Jungfrauſchaft, 

Leid grünt gus ee Ewig⸗nimand in Verhaft:Sie lindert 
ges | 


ters ins Gericht: Wann Her⸗ 
lieben Brüder! Ken nicht find Engel⸗rein, ent⸗ 
dencket dran, daß zieht ſie ſich mit ihrem Schein. 


Dann ihr Panir heißt 
auch fuhrt ſie 


Schmertz und Todes⸗Pein, 


47. J hab oft Wunder⸗dingſgeußt in Gebreſſten Oele ein. 


geſchaut, die man der 


Weit 53. Als ich die Jungfrauſchaft 


nicht anvertraut: Daß wann erwaͤhlt, ward ich durch ihren 


der Feinde Wuth erhitzt, 


Bruder⸗Liebe Blut geſchwitzt. Mutter, 


48. Auch wann ich oft ins ſte⸗ 
cken kam, ſo 
den Schlamm: Und ſchloß des 
Kerckers Thuͤre auf, daß ich 
fort ſetzte meinen Lauf. 

49. Wohl tauſend mal hab 
ichs verſucht, mich zu entziehen 
ihrer Zucht: Do 

Hader bald geſchlicht. 

50. Dann ſchoͤner iſt fie als 


den 
Hparint, und was man ſonſt 
noch ſchoͤnes findt. ut 

Ji. Derbottnes Naſchen leidt 


ch wann ich 
ihr ſah ins Geſicht, ſo war der 


| 


“ 


die Geiſt beſeelt: Sie ward mir 


Schweſter, Braut, 
von GOtt er⸗ 


54. Und ob man ſchon viel von 
ihr ſpricht; kom̃t ſie doch ſelten 
an das Licht: Damit ihr Per⸗ 
len reines Kleid nicht ſchaͤnde 


Mein Paradies, 


trat Sie zu mir in baut. 


Cains Gifft und Neid. 


55. Drum ſind wir oft ſo tod 
und kalt, fo mager, finfter, 
ungeftalt: Dann, wann Det 
Pord:Windbiäfet drein ſo zieht 
fie ibre Segel ein. 
56. Doch wañ ſie praͤchtig trit 
hervor, ſo leuchtets als ein En⸗ 
gel⸗Chor: Dan ſcheinet praͤchtig 
ihr Gezelt als ein erhabnes Blu⸗ 
men⸗ 


br D 


u ——— —— ͥͤ — nn. — ei 


men⸗Feld. Leid gethan, nimmt ſie ſich 
57. Wer ſeiner ſelbſt iſt kom⸗ deſſen gantz nicht an. 
inen los, kan ruhn der Weiße 63. Aus dieſem tiefen Liebes⸗ 
heit in dem Schoos: da wird Meer flieſet die Bruder⸗Liebe 
gelehret, wie man ſpricht: die her: Drum traͤgt ſie auch die 
Bruder⸗Lieb verwelcket nicht. Sieges⸗Kron in allem Streit 
58. Wolt mich ſonſt etwas und Krieg davon. 
laden ein, das ich ihm ſolt zu 64. Sie iſt als wie ein Krie⸗ 
willen ſeyn: So frag ich nach ges⸗Held, und ſchlaͤgt die Fein⸗ 
der Lieberey, und obs auch de aus dem Feld: Wann ZE- 
Bruder⸗Liebe ſey. ſus gehet ſelbſt voran, greiffen 
59. Die Bruder⸗Liebe hat kein fie es noch beſſer an. 
iel, wann fie dem uten thut 5. Apoſtel und Propheten 
zu viel: So legt fie ſich ins Zahl haben getroffen dieſe 
Krancken⸗Bett, allwo der Wahl: Den heil gen Vaͤttern 
Weißheit Lager⸗Staͤtt. in der Wuͤſt hat Bruder⸗Lieb 
60. Gar bald iſt dieſer Fehl den Tod verſüßt. 
verſuͤhnt, man lernet, was dem 66. Auch die Martyrer groß 
Bruder dient: Und liebt nur und klein ſind ſo zum Himmel 
fo, wie es thut wol, wär man gangen ein: Die Bruder⸗Lieb 
1 auch noch ſo Liebens⸗voll. hat fie erfreut, daß ſie die Rar⸗ 
hagab: 61. Die wahre Liebe kommt ter nicht geſcheut. 7 
F 


b " aug Gott, drum uͤberſteigt 67. Viel Jungfraun haben 
« ſie alle Noth: Ob auch ſouſt dieſe Bahn getreten freudig 
| alles fiel dahin, bleibt doch ihr auch mit an: Da ward geſcheuet 
| hoher Liebes- Sen, keine Pein, ein jedes wolt das 
62. Die wahre Lieb ſieht kei⸗Erſte ſeyn. 4 
| ne Suͤnd, fie lebt in allem wie 68. Drum iſt die Bruder⸗Lie⸗ 

| ein Kind: Wird ihr etwas zu be währt, wei man Dune fie 
. on 


* 
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* 
** 7 
— 


— — 


— 


von dieſer Erd Wird auser⸗ 
kaufft und gantz verneut, allwo 
nichts mehr wird ſeyn gezweyt. 
69. Dann wer nicht in der 
Liebe ſteht, zuletzt mit ſeinem 
Thun vergeht: Doch bleibet 
ihm viel ſchwere Pein, er muß 


von Gott geſchieden ſeyn. 


70. O Bruͤder⸗Liebe! hoch ge: 
acht, wer deinen Adel recht be⸗ 
tracht: Der hat beſtiegen Welt 
und Zeit, lebt in dem Nun der 

Ewigkeit. | 
71. Die Liebe ift von ſolcher 


Art, ſie machet uns mit GOtt h 


1 art: Will anders was 
ch 


recht Jungfraͤulich 


iſchen ein, das muß nur 
ſeyn. 


72. Weil dort das Schoͤnſt, 
ſo wird geſehn, ſind Jungfraun, 


| 


| 
| 


ſchneyt, 


* 


v 


die dem Lam̃ nachgehn: Drum 
muß man auch in dieſem Looß 
die Schweſter Liebe achten groß. 
73. Die Liebe fo vom Himel 
iſt Jungfraͤulich, 
macht gantz verneut: Gibt al⸗ 


les hin, was fie nur hat, weil 


diß des weiſen SchoͤpfersRaht. 
74. Er fandte feinen z 


8 


Sohn zu uns, vom hohen 
Himels⸗Trohn: Der auch ge⸗ 
than nach deſſen Sinn, da Er 
ſein Leben gab dahin. 

75. Diß iſt ein Vorbild nach⸗ 
zuthun, die Lieb kan nicht in 


die groͤſte Noth, wann Bru⸗ 
der⸗Liebe kranck und tod. 


Kom! du hohebi⸗ 
76,8) bes- Tracht, die 


IEſus uns vom Himel bracht: 
Und ſchenck uns allen ſolchen 
Sinn, wo man kan alles geben 
hin. | 

77. Weil alle Meinsund Ei⸗ 
genheit uns von dem Schoͤpf⸗ 
fer hat gezweyt: Dann hier 
auf dieſer edlen Bahn ſieht man 
erſt, was die Liebe kan. 

78. In dieſer angenehmen 
Sach folgt man der erſtenKir⸗ 
chen nach: Da keiner ſagte: 
das iſt mein; O koͤnt auch wol 
was ſchoͤners ſeyn? 
79. Der Jungfraun⸗Schaar 
iſt dieſes Loos gegeben auch in 
ihren Schoos: Zu geben hin, bis 
alles gleich, ſo geht man 15 15 


Wercken ruhn: Sie gibt ſichin 47 


b: obat : 


dort erhoͤht: Das Gluͤck wird trag ich 


irren kan. der rechte Kinder⸗-Sinn nehm 
85. Dann Liebe und ein klei⸗ alle Eigenheit dahnn 
nes Kind einfältig wie die Tau⸗ 91. Wie wird es doch ſo ſchoͤn 
ben find: Sie heget nicht Ver⸗ ausſehn, wann wir als Gottes 
dacht noch Neid, weil ſolches Kinder gehn: In voller 17 | 
5 f 1% 


— — 


Gottes Reich. nur die Liebe zweyt. i 
90. Iſt diß nicht eine ſchoͤne 86. Der Liebe Augen find: 
Sach? wo man ſo geht der Lie gantz rein, ſie laſſen nie was bös: 
be nach: Und treibt das Vor⸗ ſes ein: Wird ſie ſchon oft be⸗ 
ſpiel in der Zeit, was dort wird leidigt ſehr, ſie liebet nur noch 
ſeyn in Ewigkeit. bruͤnſtiger. 

81. Dann Bruder⸗Lieb gar 87. Drum iſt ſie ſo ausbün⸗ 
ſchoͤn ausſieht, weil fie hier gruͤ⸗ dig ſchoͤn, und nicht bey jeder⸗ 
net waͤchſt und bluͤht: Dort man zu ſehn: Sie bleibt das 


aber wird fie anders ſeyn ſehr allerhoͤchſte Gut, das nimmer⸗ 
hoch erhoht gantz Engel rein. mehr vergehen thut. 
82. Dan alles hier im Mech: 88. Ich eſſe mit, wanns Liebe 


ſel ſteht, was hier iſt klein, wird ſchneyt, gehe anders her, ſo 
Leid: Ich kan nicht 
dort erſt offenbahr, weil hier iſt leben, wies auch geh, won 11 


alles wandelbar. nicht Bruder⸗Liebe ſeh h: f 
83. II. trete wir getroſt die bahn 89. Die Bruder⸗Lieb iſt hoch⸗ 


fo geht die Weißheit vornen geehrt, wann fie im Leiden recht 
an. Und weil diß iſt ihr reines bewaͤhrt: Und nicht ermuͤdet 
Spiel, daß ſie es alſo haben will: in dem Kampff, wo man ver⸗ 
84. So folgen wir getreulich treibt der Suͤnden⸗Dampff. 
nach, und ſehn auf die gerechte Di, Liebe, 
Sach: Wir gehen ſo der Liebe 90. flieſe ein! mach al⸗ 
Bahn, im Klein⸗ſeyn man nicht le Hertzen dir gemein: Damit 


1 
a sn ea arts FE ae a ĩͤ ... : —ͤ—é BUN EB 


tzens Freundlichkeit voll Liebe chen Wehrt nichts gleichet ihr 
und Gottſeligkeit. auf dieſererd: Wars guch das 
92. So bald ich Bruder⸗Liebe ſchoͤnſte im Geſicht, ſo iſt es 
feb, fo wird mir wol, wo ich ſonſt doch zu achten nicht. 

weh: Und wird ein Bruder⸗ 98. Daun dieſes hohe Wun⸗ 
Hertz betruͤbt, iſt mir, als haͤtt der⸗Gut, macht oft den Brüs 
ich es veruͤbt. dern neuen Muth: Zu ſeyn ge⸗ 


ſchwerſte Stein bey Bruͤdern vereinten Bruder⸗Sinn. 

ohne Lieb zu ſeyn: Ich köͤnt 99. Und ſcheint die Bruder⸗ 
ja nicht dem Lamm nachgehn, Lieb verſchmaͤht, ſie wird nur 
wañ ichs imdieben ſolt verſehn. mehr von GOtt erhöht: Wan 
Press, Mein Hertz ſucht nur die alles oft als wie zerfaͤllt, leucht 
Bruder⸗Lieb, was mich auch ſie uns vor in jene Welt. 


weiß ihr nichts zu ſch jtzen gleich Schüler bin, ſo weiß ich doch 
wärs auch ein irrdiſch Könige in dieſem Sinn: Wird Bru⸗ 
reich. der⸗Lieb mir machen raum, daß 
9 %. Wo Bruder⸗Liebe allzeit ich ein Zweig amLebens⸗Baum 
prennt, daß auch kein Schick⸗ zor. Drum bin ich auch ſo 
ſäal ſelbe trennt: Das iſt fuͤr⸗ ehr verliebt, damit ich werd 
wahr ein groſes Gluck, dabey durch fie. geübt: Wann Bru⸗ 
das hoͤchſte Meiſterſtuck. der⸗Lieb nuch hohlet ein, kan 
906. Dann wer dis hohe Gut ich ein rechter Schüler ſeyn. 
erreicht, wanns anders geht, 102. Drum ich inich auch da⸗ 
gantz ſtille ſchweigt: Den kan rinnen üb, und ſtrebe nach der 
kein Unglück fällen mehr, wans Bruder⸗Lieb: Und was auch 
Ihn auch umgibt wie ein Meer. wolt in mich hinein, das muß 


97. Die Bruder⸗Lieb haͤlt Gu Bruder⸗Liebe ſeyn. 
m} 2 . a 


103* 


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93. Ich waͤr mir ſelbſt der treu aufs äuferft hin in dein 


ſonſt wolt machen trüb: Ich xoo. Ob ich gleich noch ein 


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12 


| D Je Liebe iſt bleibt mit GOtt verwandt; 
103 ir von ſolcher Art, ob fie ſchon oft uns unbekannt. 
daß ſie dem ſanfftendam nach⸗ 109. Wer fie beſitzt, iſſt Le⸗ 
art: Hat Demut und dabey bens⸗brod, und iſt befreyt vom 
Gedult, und weiß nichts von ew'gen Tod; Doch kommt der 
des Naͤchſten Schuld. alte Menſch nicht dran, drum 
104, Die Bruder⸗Lieb heilt flieht er auch die Bruder⸗bahn. 
alle Pein, fie führt zuletzt in 110. Die Bruder⸗Lieb hat 
Gott hinein: Drum iſt fie vielen Schmertz, biß alle Brit 
auch von ſolchem Wehrt, daß der wie ein Hertz. Ol wie iſt 
ihr nichts gleichet auf der Erd. Bruder⸗Lieb fo füß, wann fie 
105. Die Bruder⸗Lieb hat fol: fliegt auf das Paradies. { 


che Treu, wer weiß wol, was 111. Drum hab ich fie mir 
ihr Adel ſey? Ob man ſie ſchon auch erwaͤhlt, werd ich ſchon 
beſchreiben wolt, es gleicht ihr oft als wie entſeelt: Der Bru⸗ 
nicht das beſte Gold. der⸗Liebe Süͤſſigkeit iſt s alten 
106. Sie iſt nicht nur allein Menſchen Bitterkeit. 14 
von heut, ſie flieſet aus der 112. Wer in dem alten Men⸗ 

Ewigkeit: Wan fie nicht waͤr, ſchen liebt, die Bruder⸗Liebe 
es wär kein GOtt, wir blieben nur betruͤbt: Weil Bruder⸗ 
alle ewig tod. Liebe iſt aus GOtt, iſt ſie des 
107. Bald ſcheint die Bru⸗ alten Menſchen Tod. i 
der⸗Lied veralt; bald ift ſie 113. Drum halte ich vor ſe⸗ 
wie im Tod erkalt: bald ſteigt lig ſeyn, wann Bruder⸗Lieb 
fie wieder aus dem Grab, ſeht hat ſchwere Pein. Wo Ei⸗ 
doch des Hoͤchſten Wunder⸗gab! gen⸗Lieb ſucht Suͤſſigkeit, ſteht ! 
108. Jetzt ſcheint fie als der Bruder⸗Lieb in ſchwerem 
volle Tag, bald hat ſie lauter Streit. . a 
Noht und Klag: Sie iſt und 114. Dañ iſt die Bude 5 
a = be) 


2 
en Dune 


IM: 119. Wann Bruder⸗Liebe ift fie doch mit Schand beſtehn, 
zur Seit, ſo ſteht man feſt in verfallen u. zu Grunde gehn. 
allem Streit: Und bleibt ver⸗ 125. Aufs neue will ich ge⸗ 


eint mit IᷣEſu Chriſt, der 8 hin, in dem e 
ö 3 s 


1 


e 


be ſchoͤn, wann fie im Creutze ſer aller Bruder iſt 
täglich grün: Dann diß iſt ih 120. 9 Ch Brüder! 
re groͤſte Freud, wann Liebe . I tretet all mit 
herꝛſcht im Bruͤder⸗Streit. an, weil er der Stiffter dieſer 
115. Die Bruder⸗Lieb macht Bahn: Uns als ein Goͤttli⸗ 
licht und hell, weil ſieſches Geſchlecht gebracht zu die⸗ 
das rechte Balſams⸗Oel: Sie ſem Bruder⸗Recht. 


iſt uns alle Tage neu. O 121. Seht doch, wie Gottes 


Gottes⸗Lieb! O Bruder⸗Treu! Gnaden⸗Fuͤll, in dem verein⸗ 
116. Sie iſt und bleibet ewig ten Liebes⸗Spiel, Stets fliefet 
grün in dem fo treuen Bru ' ein ſehr ſchoͤn und hell aus der 
der⸗Sinn: Sie iſt das rechte fo reinen Lebens⸗Zuell. 
Himmel⸗brod, weil fie befreyt 122. O wie iſt Bruder⸗Lieb 
vom ew'gen Tod. ſo ſuͤßl fie flieſet aus dem Pas 
117. Die wahre Lieb iſt Her: radies: Und machet richtig 
im Haus, wer die nicht hat, unſre Bahn, daß keiner dar⸗ 
den kehrt man aus: Drum auf irren kan. 5 
will ich weichen nimmermehr, 123. Drum will ich bleiben 
weil ſie allzeit mein Bruſt⸗Ge⸗ recht getreu, verſagen alles, 
wehr. was auch ſey: Muß ich ſchon 
118. Und geh ich gern und durch das Todes⸗Tahl hin big 
willig dran auf der gebroch- zum bittern Creutzes⸗Pfal. 
nen Ereutzes⸗Bahn: Die mich 124. Will ich doch weichen 
nach meiner Glaubens⸗Reiß nimmermehr; obgleich viel 
kan führen in das Paradeiß. Feinde um mich her: Muͤſſen 


ver 


a4 


— — — r.. ͤ—„VT..: . ——— —— 


— 


der⸗Sinn: Was nicht ſo iſt, ihrem Fuß nachgeht. 1 
was nicht ſo heißt, noch, was 131. Die Bruder⸗Lieb hat 
mit Bruder⸗Liebe ſpeißt. den Beſcheid, ſie heget Hertzens 
126. Die treu⸗verliebte Jung⸗Reinigkeit: Ihr Weſen fließt 
fraun⸗Schaar geht auch mit aus Gottes Schooß, drum 
an bey Paar und Paar: Zu bleibt ſie mir das beſte Looß. 
treten in den Freuden⸗Saal, 132. Ich freue mich in die⸗ 
wo Gottes Braut ihr Hoch⸗ ſem Heil, weil ich auch daran 
zeit⸗Mahl. habe Theil: Daß ich darf mit 
127. Da wird erhoͤht das wer⸗ am Reihen gehn, wo ſich laͤßt 
the Lamm, das hier getretten Bruder⸗Liebe ſehn. 
in den Schlamm: Zu uns in 133. Dann wer nicht Bru⸗ 
unſter hoͤchſten Noht, und uns der⸗Liebe hat, der geht nicht 
erloͤſet von dem Tod. ein in Gottes Stadt: Die von 
128. Nun iſt gehoben aller der Lieb Tinctur erbaut, als 
Bann, ſeht doch! was Bruder⸗ ein vermaͤhlte Jeſus⸗Braut. 
Liebe kan: Sie laͤſſet fahrn, I Je ſchoͤn 
was ihr Gewinn, und gibt ſich 34. | wirds da 
für den Bruder hin. a ſeyn an zu ſehu, wañ alle Bruͤ⸗ 
0 35: 129. Wer ſolt nicht gern ein der werden ſtehn: Sehr hoch 
Bruder ſeyn bey der ſo ſeligen erhoͤht mit Preiß und Ruhm, 
Gemein: Weil JEſus ſelbſten als Gottes wehrtes Eigenthum 
vornen an, und ſo geoͤffnet die 135. Der Brüder und Junge 
ſe Bahn. frauen Zahl werden zuſamen 
120. DN iſt der ſtimmen all, Gar Wunder⸗ 
air, 3 * Schluß, in ſchoͤn im hohen Thon, erhoͤhet 
Ewigkeit werd ich nicht treten auf dem Berg Zion. J 
mehr zur Seit: Weil Bruder⸗ 136. Die Bruͤder⸗Lieb heilt 
Liebe hoch erhoͤht den, der ſtets alle Wehn, die oft durch Seel 
90 * un 


* 


A 
5 — * 


va { 15 
MN :d 
und Geiſte gehn: Iſt man folgen dieſem reinen Trieb: ſo 
auch toͤdlich ſchon ver wundt, lehret uns die Bruder⸗Lieb. 
ihr Balſam macht das Hertz. 142. Und wallen dann mit 
geſund. . vieler Freud den Weg zurStil⸗ 
137. Wer nicht verlaͤßt ſein len Ewigkeit: Und wann wir 
Ich und Mein, geht nicht in da gegangen ein, wird Bru⸗ 
die Geſellſchafft ein: Dann der⸗Lieb das ſchoͤnſte ſeyn 
wer fich ſelbſt nicht laſſen kan, 43. Dann was hier nur im 
muß weichen von der Bruder⸗Vorſpiel war, wird dorten 
Bahn. \ werden offenbar: Was bier 
138. Die endlich alle bringet nur wie ein tunckler Schein, 
ein, in 5 Ent au der a eier 
Gemein Der Erſtgebornen, 1 44 e freuet ſich 
die man kan im Himmel ſehn 144. Men Hertz u. 
geſchrieben an. Sinn, daß ich auch mit gezaͤh⸗ 
139. Drum halt ich hoch die let bin In dieſes Loos, O wie 
Bruder⸗Lieb/ weil fie macht ſo ſchoͤn iſt Bruder⸗Liebe anz: 
alles andre trüb Und ſchwartz, zuſehn. . 
waͤrs auch der ſchoͤnſte Schein, 145. Ich will vergeſſen, was 
| der doch nicht geht zum Him⸗ ich war ergeben mich der Lie⸗ 
mel ein. Nie be gar: Und ob ich wuͤrd darob 
140. Die Bruder⸗Lieb hat entſeelt, die Bruder⸗Liebe nie⸗ 
dieſen Brauch, (weil fie ein rei⸗ mahls fehlt. 
ner Gottes⸗Hauch) Sie liebt 146. Sind wir durch Kleinheit 
nicht nur in Suͤſſigkeit; ſie kommen hoch, zu tragen unſers 
ſteht im allerſchwerſten Streit. IEſu Joch: So wird die ſanf⸗ 
rr. Und weil die Bruder⸗ te Laſt uns leicht, wo ſich nur 
FR fo ſchoͤn, fo laßt uns ih⸗Bruder⸗Liebe zeigt 
0 zem Winck nach gehn: Und 147. Dew gerötüßhung i | 


16 


6: meldpi 
herfuͤr mit deiner ſchoͤnen Blu⸗ 153. Dan wer einmal geſchrie⸗ 
men⸗Zier: Erfreue die Ge- ben an, zu gehen dieſe Bru⸗ 
wächre dein, laß Bruder⸗Lieb der⸗Bahn: Der kan nicht wei⸗ 
wie Blumen feyn. chen mehr zuruͤck, ſonſt iſt ver⸗ 
148. Daß der Geruch ſich brei⸗ ſchertzt das groſe Stück | 
te aus, zur Freud und Luſt in 154. Der wahren Ruh in je⸗ 
Gottes Hauß: Wie Lilien und ner Welt, worzu wir ſind ſchon 
Roſen weis, O Bruder⸗Lieb! hier erwaͤhlt: Zu halten aus, 
O Paradeis! daß wir bereit zu der ſo groſen 
149. Wie wird es ſtehen doch Herrlichkeit. ö 
fo fein, wann alle Bruͤder Blu⸗ 155. Dann Lieben, Leiden, 
men ſeyn: Und lieben auch in Dulden macht, daß man zum 
allen Wehn; nichts lieblichers age gebracht: Obs auch 


wird ſeyn zu ſehn. cſchon oft geht ſaur und ſchwer, 
150. O Auserwaͤhltes Lilien⸗ G Ott ſchickt es fo vom Himmel 
Kind! daß ſich mit uns in Lieb her. 1 
verbindt: Gib, daß wir dir nur 156. Das fo vereinte Bruder: 
folgen nach, biß daß anbricht Band bringt uns ins rechte 
der frohe Tag. Vatterland: Ich will befleiſen 
251. Iſt dieſes Loos uns zu⸗ mich aufs neu, daß auch ein 
gedacht von dem, der uns ſo ſolches Glied ich ſey. 1 4 
klein gemacht: So lieben wir 157. In der verlobten Bruͤ⸗ 
in Nidrigkeit, weil Bruder⸗der⸗Zahl, wo man getreu in 
Liebe uns erfreut. ſeiner Wahl: Dann wer die 
152. So gehen wir bey Paar Bruder⸗Lieb erhaͤlt, der iſt der 
und paar, wie eine weiſſe Tau⸗ groͤſte Glaubens⸗Held. 
ben⸗Schaar: Und lieben, biß 1 8 Ode en 
wir alle rein, zu gehen in 11 15 * wie ſo ſchoͤn iſt 
Himmel ein. | dein Gezelt, wers recht eis | 


— 


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— enger 


— — ——— — = 


Weis nichts von Cains Pet: ift das Haus, wo fie iſt von 


der⸗Mord, iſt hier ſchon Got⸗ gegangen aus: Drum kan ſte 
tes und auch dort. auch ſo gar nicht ruhn, ſie muß 
159, Wo ſtetig ſolche Liebe unendlich gutes thun. 

quillt, der iſt mit Gottes Huld 165. O! waͤr ich a damit 
erfüllt: Der Lampen Schein, bereicht, ſo haͤtte ich mein Ziel 
das reine e ſtets, erreicht: Und waͤr geworden, 
weil niemals Oel gebricht. was ich ſolt, mein Glantz waͤr 


Go 50. Die Liebe iſt ein ſchoͤnes koͤſtlicher als Gold F:Zeßma 
Kind, ſo man im Thal der Ro⸗ 166. Doch bleibt die Bruder⸗ 


| 
| 


4 
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Gold kommt ihr nicht bey, daß in Ewigkeit: Und weil ſie nini 
11 wird vergehn, das machet 


1% 
8 


Es ihr zuvergleichen fen. 
1864. Der Schoͤpffer ſelbſten 


Wr 


ſen findt: Gar ſehr behende, Lieb erhoͤht, wer nur derſelben 
eh man ſpricht, iſt ſie aufs Fuß nachgeht: Dem iſt ſie all⸗ 
Naͤchſten Dienſt gericht. zeit ſein Gewicht, daß er kan 
61. Sie iſt das veſte Bruder⸗ſtehen aufgericht. 


Band, das IEſus ſelbſt gibt 167. Als IEſus ſelbſt nach 


in die Hand: Und wer gebracht Gottes Raht getragen unſre 
in dieſes Spiel, muß lieben oh⸗Miſſethat: Ging ſehr beladen 
ne Maas und Ziel. ſelbſt voran, und ſo geoͤffnet 
162. Drum lieben Brüder dieſe Bahn. 

laſſt uns gehn, um dieſes Wun⸗ 169. Iſt dieſes nicht ein Lie⸗ 
der anzuſehn: Wie Liebe gibet bes⸗Band, das uns ſelbſt macht 
alles hin, in einem kleinen Kin⸗ mit Gott bekaunt? Und wer 
der⸗Sinn. es lernen will verſtehn, muß 
263. Ihr Weſen thut GOtt Bruder⸗Ciebe nur anſehn. 
felbſt erhöhn, drum iſt ſte auch 169. Weil fie ein Wunder die⸗ 
ſo Wunder⸗ſchoͤn: Das beſte er Zeit, und wirds auch ſeyn 


fie ſo wunder⸗ſchoͤn. 
C 170 


2 | 
1 


15 


18 


— — 


— 


150. Wann fie in Liebe uns GOtt Geholffen aus ſo vielem 
anblickt, ſo werden * Leid: fo danck ich ihm ohn End 
Geiſt erquickt: Daß unſers Le⸗ und Zeit. 5 
beus Bitterkeit verſuͤſſt, durch 176. Ol wie oft war mein muͤ⸗ 
ihre Freundlichkeit. der Geiſt faͤſt hin zur andern 
17 1. Siepfleget auch demKin⸗Welt gereißt: Wann mußt in 
der⸗Sinn, damit er falle nicht jo viel traureg ſtehn, und von. 
dahin; Wann es an Hilff und Betruͤbnus faſt vergehn. 

Rath geh icht, fo. gibt fie all⸗ 177. Letzt ward mein Hertz 
zeit Untekricht. dahin gekehrt zu ſehn was Bru⸗ 
172 IR ſchoͤn und der- Liebe lehrt: OBruder⸗Lie⸗ 
Ä eh W üblich iſt zu fehn, |beiniinın mich ein, mach mich 
wanncChriſti Schaf und Laͤmer ein Kind der Liebe ſeyn. 
ehn Auf angenehmer Himels⸗ 178. Die Bruder⸗Liebe iſt viel 
eid, in lauter Huld und wehrt, wan man im Leiden ſehr 
Freundlichkeit. beſchwehrt: So hilfft ſie aus, 
173. Da ſelbſt der Wolff als wo etwa Schuld, und traͤgt die 
wie ein Lamm ſich weidet mit, Schwachen in Gedult. 
und worden zahm: O! ſuͤſe 179. Dis hab ich in viel Noth 
Frucht der Seligkeit, wo man erlebt, wie Bruder⸗Liebe traͤgt 
nichts ſieht von reid u. Streit. und hebt: Ach! wie ſo oft wurd 
174. Die Lieb ſo uns vom ich erfreut durch ſie, in meinem 
Himmel leucht, macht alles Hertzenleid. 4 
friedlich und gebeugt: Wann 18. O Lieben Bruͤder! den⸗ 
auch ſchon drückt ein Sorgen⸗cket dran, was Bruder⸗Lieb an 
Stein fo macht fie es ertraͤg⸗ uns gethan: So wol bey Tag 
lich ſeyn. 5 gals wie bey Nacht, die wir im j 
6 Inbna: 175. Wann ich gedenck, in wie Elend zugebracht. 
viel Noth der gute und getreue 181. Wie oft gedacht der Die 
N > . 4 


N 


Bun 


7 186. 


. 


de Sinn, nun iſt die Bruder: 
Lieb dahin: M 


ein klaͤglich Trauer⸗Spiel. 

fir g 2. Wann der mühſam und 
lange Zwang fo hart gedruckt 
in unſerm Drang: Daß auch 
Gedult und Hoffnung hin in 
dem noch blöden Kinder⸗Sin. 
183. Doch, wann ich thu ge⸗ 
deucken dran, was Bruder⸗Lieb 
zuletzt gethan: So weichet der 
ſo lange Schmertz, weil Bru⸗ 
der⸗Lieb erfreut mein Hertz. 
184. Die wirds auch bleiben 
gantz allein, wann aller Welt 
ihr leerer Schein Dahin wird 
fallen und vergehn, ſo bleibt 
die Liebe ewig ſtehn. 

185. Drum bleib nunmehr die 
Bruder Lieb mein Troſt, waũs 


finſter ſchwartz und trüb: Sie 


an drehe ſich 
auch, wie man will: ſieht man wi 


2 a“ 

| Hertzens⸗Bruͤ⸗ 
I 15 O der allzumal, die M 
zu dieſer hohen Wahl Be⸗ 


rufen, da man hingezehlt, wo 
man dem reinen Lam vermaͤhlt. 


188. Doch hier auf dieſer rau⸗ 
hen Bahn iſt Bruder⸗Liebe ſtets 
voran: U. hilfft uns trage unſte 
Schmach, ſo wol bey Nacht 
als wie bey Tag. 

189. So geht die Lieb dann 
mit einher, die alle Tag wird 
herrlicher: Das muß die groͤſte 
Schoͤnheit ſeyn, wann Bruͤder 
fo vereinigt ſeyn. 

190. So ſtehn wir in der Lie⸗ 
bes⸗Kett, und ſtreiten alle um 
die Wett: Mit ringen dringen 
durch die Welt, als wie ein tapf⸗ 
rer Sieges-Held. 

191. Dis heiſſt wol rechte Bru⸗ 


bleibt getreu, haͤlt veſt an Ott 
und hilfft zuletzt aus aller Noth. 
g. Komm Bruder -Lieb wie 
Gold bewaͤhrt auf Gottes reis 
nein Fener⸗Herd: Durchgluͤh 
mein Hertz mit deiner Glut fo 
rd zuletzt noch alles au 


u; : 
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** 
1 A Hit 


der⸗Treu, wo man einander ſte⸗ 
het bey: In ſchwerſtem Kampf 
biß in den Tod, und weichen 
auch in keiner Noth. 1 
192. O Bruder⸗Liebe! Chri⸗ 

ſti Bild, fo aus der wahren Ein⸗ 
falt quillt: Du biſt uns ja viel 
koͤſtlicher als edle Stein und 
2 groſe 


0 


20 


MO: ,., 3. Das iſt der Bruder⸗Lie⸗ es bald um mich geſchehn. 
be Schild, wann nach des Ho⸗ 199. In dieſer Noth und bitt⸗ 
hen prieſters Bild Die Bruͤder rem Leid bracht ich zu ein gar 
um des Bruders Noth ſich ges lange Zeit: Da nichts als E 
ben hin big in den Tod. lend um mich her, und mich um⸗ 
194. O Bruͤder! mercket Got⸗geben wie ein Meer. | 
tes Rath, und thuts erweiſen in 200. Da oft gedacht in mei⸗ 
der That: Das es nicht ſey ein nem Sinn, ach GOtt! wo ſoll 
leer Gedicht, wovon der bloſe ich fliehen hin? Soll ich dann 
Mund uur ſpricht: gar verſtoſen ſeyn von den ſo 
195. O wie iſt Bruder⸗Lieb lieben Bruͤdern meine 
fo theur! wann brennt das heiſſe 201. Doch! da ich fo anſieng 
Truͤbſals⸗Feur: Wo nichts als zu flehn, wurden geheilet mei⸗ 
Elend Creutz und Noth, gehn ne Wehn: Die Bruder⸗Liebe 
gar viel Freunde auf ein Loth. brach herfuͤr, und zeigte mur die 
196. Und fällt dann gar ein offne Thür. | | 
harter Stein, gehn noch mehr 202. Wo Philadelpia aus: 
auf ein Quintelein: O lieben bluͤht, und man nur Bruder⸗ 
Bruͤder! dencket dran, bedenckt, Liebe ſieht: Drum will ich all⸗ 
was Bruder⸗Liebe kan. zeit dencken dran, was Bruder⸗ 
197. In was vor Elend Noth Lieb an mir gethan. | 
und Pein ich war gelaſſen gantz 203. O Bruder⸗Lieb! du edles 
allein In dem fo ſehr betruͤb⸗Band, das uns vom Himmel 
ten Stand, das iſt allein nur zugeſandt: Du güldner Rohren, 
Gott bekant. Stab biſts allein, daß mit der 
198. Zuletzt, nach fo viel bitt⸗ himmliſchen Gemein | 
rem Schmertz, wacht auf der 204. Wir ſind verbunden hier 
Bruder⸗Liebe Hertz: Und heil⸗ auf Erd, daß nur eure | 


Gilt groſe Ehr. | te meine viele Wehn, fonft wär 


E 1 
21 


— 


eine Heerd: Durchs Lammes Gottes gern Genuͤgen leiſten 
Blut wir Bruͤder ſeyn, des nah und fern: Das Hohenprie⸗ 
freuen ſich die Engel dein; ſſterlich Gebaͤt unter den Bruͤ⸗ 
205. Wir haben ſchon im Geiſt dern einher geht. | 
geſehn die Himmels⸗Leiter Ja⸗ zız. Der Wille Gottes dieſer | 
cobs ſtehn: Da reine Engel uns iſt, daß eins des andern Bal⸗ Rn 
verwandt in dem ſo treuen Bru⸗ ſam iſt: Der unter Brüdern „„ ö 
der⸗Band. ſehr im Schwang, ſo lernen 0 
206. Da bringen wir die Opf⸗ wir des Lamms Geſang. 
fer dar als eine reine Prieſter⸗ 212. Diß nehmen wir gar wol 
Schaar: Des Hohen⸗Prieſters in acht, weil alles dadurch wie⸗ | 
Creutzes⸗Tauff macht unſer derbracht: Was durch die Suͤnd | 
Rauchwerck fteigen auf, ſſich hat verletzt, aus Gottes | 
207. O Segne uns! du Ja- Ordnung ſich geſetzt. f 
cobs⸗Stern, weil du geſandt biſt 213, Weil Brüder mit am 5 
von dem HErrn Zu deinen Reigen gehn, wo dieſes liebe 
Brüdern hier auf Erd, fo bald Lobgethoͤn Gehoͤret wird in 
die Zeit erfuͤllet ward. Gottes Krafft, mein Wuͤnſchen 
208. Biſtu als Bruder uns geht, daß mit theilhafft 
gebohrn, von einer Jungfrau 214. Moͤgt werden an dem 
auserkohrn: Haft unſer Elend Juhel⸗Jahr, allwo der Brüder 
g nicht geſcheut, O! Wunder als ganse Schaar Zum Dienft 
ler Ewigkeit. des Lammes ſtehn bereit, daß 
209. Weil dann des erſten alle Creatur verneut. | 
Menſchen Sohn verlaſſen ſei⸗ 21 Sen 
nes Vatters Thron: Und uns 5 „verlangte Stund! 
gelehret Bruder⸗Lieb, fo drin⸗O Bruͤder! die mit mir im 
get uns des Geiſtes Trieb. Bund: Wir ſehnen mit inni⸗ 
Ao, Daß wir dem en Flehn, daß wir des HEr⸗ 
N 5 ren 


Kr 
4 
0 


bye 


22 


Tag bald ſehn. | 


ſals⸗Feuer ſchon oft heiß, die 
Bruder⸗Lieb waſcht alles weiß. 


216. Wer ſeinen Bruder hertz⸗ 


lich liebt, und ſeinen Naͤchſten 222. Schaut doch diß groſe 


nicht betruͤbt: Hat ſchon in die-Wunder an, und ſeht, was 


ger Sterblichkeit ein hohen Bruder⸗Liebe kan: Wo andre 


Grad der Seeligkeit. 


oft viel Schoͤnheit ziert, die 


15217. Ich freu mich auch in Bruder⸗Lieb ſich ſelbſt verliert. 


dieſem Spiel, das Lieben it) 223. Obwohl Natur Lieb 
mir nie zu viel: Dult ich dabey noch ſo zart, iſt Bruder⸗Lieb 
ſchon manchen Hohn, die Lies von ſolcher Art: Daß ob man 


be traͤgt die Beut davon. 
218. Wen Bruder⸗Liebe ſtets 


‚entzündet, iſt worden als ein 


ohne Falſch, gantz Engel⸗rein. 


Liebes⸗Welt iſt vo 
2 221. W B 


kleines Kind: Er weiß nichts 
mehr von Ich und Mein, iſt 


219. Die Bruder⸗Lieb hat 


Ihr gleich uͤbel ſpricht, ſo 
ſcheints, als ob ſie hoͤrte nicht. 

224. Sie iſt fo ſtumm, ſie iſt 
ſo blind, ſie weiß nichts von 
des Naͤchſten Suͤnd: Ihr Aug 
iſt zu und abgekehrt von allem, 
was die Lieb beſchwert. 


ſolchen Preiß, ſie gruͤnet aus 225. So iſt der Gang fein 
dem Paradeiß: Sie iſt fo ho⸗ſchoͤn geziert, wo Liebe ſtets 
her Tugend⸗Art, daß ſie ſich das Scepter fuͤhrt: Wo De⸗ 


mit der Gottheit paart. 

220. Sie iſt ſo adelhafft und 
rein, im Himmel wird nichts 
ſchoͤners ſeyn: Die gantze neue 
{ derſelben 
angefuͤllt. 


* 


und ſuͤſes Joch: Brent Truͤb⸗ 


| ruder⸗Lieb! wie 
biſt du doch ſo gar ein ſanfft⸗ 


mut Huld und Freundlichkeit 
iſt worden unſer Ehren⸗Kleid. 
226, So find wir nun ein 
Tempel⸗Haus, wo Gottes Geiſt 
ieht ein und aus: Und reine 
iebes⸗Harmonie den Wandel 
zieret ſpat und früh, 12795 
227. Drum fahr nur hin, du 
eitle Luſt, du bleibſt verbannt 
Y aus 


u 


2 3: 


2 Tb A ee a a nissen — — — 


aus meiner Bruſt: Ich leb in wohl, weil wir ſind alles Gu⸗ 


einer andern Freud, weil Bru⸗ ten voll: Sind wir dabey ſchon 
der⸗Lieb mein Hertz erneut. arm und bloß, ruhn wir doch 
228. Kommt, ihr Geſpielen, in der Liebe Schooß. 

all mit an, und helfft beſingen 134. So wird die Jungfrau⸗ 
dieſen Plan: Laßt eure Liebe: ſchafft begraͤntzt, weil Bruder⸗ 
und Leb⸗Gethoͤn erklingen mit Lieb fo helle glaͤntzt: Die Ro⸗ 
gar Wunder⸗ſchoͤn. ſen Lilien ſtehen ſchoͤn, wo man 
229, Denckt doch, wie manche kan Bruder⸗Liebe ſehn. 


Zeit und Jahr aus wie viel E 235. Olieben Bruͤder! liebet 
ſend und Gefahr: Aus wie ſofnur, die Liebe geht die Ereu⸗ 


manchem harten Strauß die tzes⸗Spur: Durchs Creutz 
Liebe hat geholffen aus. wird Bruder⸗Liebe rein, ſo daß 
230. Da oft der Feind war ſo auch kan nichts ſchoͤners ſeyn. 
erhitzt, daß auch der Leib faſt 236. Des Goldes Glantz iſt 
Blut geſchwitzt: Wann ſchiene nichts geacht, wer ihren Adel 
das gar aus zu ſeyn, ſchenckt recht betracht: Der gleicht fie 
fie uns Troft und Hilfe ein. nicht dem ſchoͤnſten Stein, fie 
231. Wann wir oft in ſo vie⸗ muß die Schoͤnheit ſelber ſeyn. 


ler Moht, da Bruder⸗Lieb faſtf 237. Aldorten jene ſchoͤne 
wie zum Spott: Ließ ſie bald Stadt, die lauter Thor von 


ihre Schönheit ſehn, und thaͤ⸗ Perlen hat: Muß ihre Schoͤn⸗ 
te heilen unſre Wehn. heit legen ein, wann kommt 
232. Die Frucht von unſerm der Bruder⸗Liebe Schein. 

vielen Leid iſt nun, was Bru⸗ 238. Weil fie der Glantz der 
der⸗Lieb erfreut: Weil ihr ſo neuen Welt, ſo von GOtt ſelb⸗ 
treue Gnad und Huld hat aus⸗ ſten iſt umſtellt. Hier in der 


Un find wir ſie vollenden ihren Lauf 


i 
N 


1 geſoͤhnt die viele Schuld. Blut⸗ u. Creutzes⸗Tauff thut 
233. N worden wieder, 239. 


* 


239. Doch ſieht man da das biß er geſchlacht am Creutzes⸗ 
ſchoͤnſte Bild, wo ſtetig Bru⸗ Stamm. 
der⸗Liebe quillt: Wo ſelbſt die 245. Da ward aus feiner. 
Weißheit lieblich fein, muß Seit erbaut die allerreinſte 
Bruder⸗Lieb noch ſchoͤner ſeyn Gottes⸗Braut: Diß iſt die 
240. Wer hier der Bruder: Mutter von dem Geiſt, wor⸗ 
Lieb nachgeht, der wird aldort aus die Bruder⸗Liebe fleußt. 
von GOtt erhoͤht: Wer hier 246 D Je Jungfrau 
in eigner Lieb aufſteigt, der 4 wird in jener 
wird aldorten erſt gebeugt. Welt Ihm ſelbſt zur rechten 
241. Dann wer in eigner Lie⸗Seit geſtellt: Dan wird, was 
be lebt, der Bruder⸗Liebe wis lang verloren war, in voller 
derſtrebt: Kommt nicht ins Schoͤnheit offenbar. 
Paradiſes⸗Kreiß, verdirbet als 247. Hier wird die Bruder⸗ 
ein duͤrres Reiß. Lieb verneut, weil nichtes mehr 
242. Die Bruder⸗Lieb kan wird ſeyn gezweyt: Sie geht 
alles thun, ſie macht ſuß nach in ihren Urſprung ein, das 
der Arbeit ruhn: Wird man wird ein ſchoͤne Jungfrau ſeyn. 
geſpeißt mit Hoͤllen⸗Noht, ſie 248. Ihr Name heiſſet So⸗ 
kan erloͤſen von dem Todt. phia, wir lebten nicht, waͤr ſie 
243. Die Bruder⸗Liebe iſt es nicht da: Sie iſt das allerreime 
gar, ſieht man aldort die ſel ge ſte Licht, wo niemals Bruder⸗ 
Schaar Mit Harffen Cym⸗ Lieb gebricht. | 
beln GOtt erhoͤhn, die Bru⸗ 249. Sie ift der Bruder⸗Lie⸗ 
der⸗Lieb kan vorn an gehn. be Schild, das reinſte Licht 
244. Der gro GOtt vom auch Gottes Bild: Wer ihrer 
Himmels⸗Thron wurd ſelbſtè Schönheit nach will gehn, der 
der Jungfrauẽ⸗Sohn: Nahm laß nur Bruder⸗Liebe ſehn. 
die Geſtalt zum Bruder⸗Nam, 250, Sie iſt der Liebe A ! 
| erd 


* 
. 
12 


ni 


Heerd, worauf die Bruder⸗Lieb 256. Wann Zorn und Rache 


Pr: 25 


— — — 


‚bewährt: Sie machet auch mit angebrandt, hat ſie das Rauch⸗ 


Söytt vermaͤhlt, wann man faß in der Hand: Und wann 


zur Jungfraun⸗Zahl gezaͤhlt. uns nagt der Schlangen⸗Biß 
251. Oer Weißheit reiner Le⸗ tritt Bruder⸗Liebe in den Riß. 


bens Saft reicht daꝛ de: Bruder) 257. Der Erſte, ſo diß Spiel 


Liebe Kraft: Iſt man nur wohl erdacht, hat ſich fuͤr uns zum 


damit verſehn, kan man durch Fluch gemacht: Ein Goktes⸗ 
Tod und Hoͤlle gehn. Moͤrder und ein Dieb iſt, wer 
252, Sie iſt die hoͤchſte Ma⸗ noch heget eigne Lieb. 


heſtaͤt, wer nur ein Prieſter und 258. Dann wann uns Bru⸗ 


Prophet: Ihr Schmuck iſt der⸗Lieb erfreut, fo find wir wie 


r 


nur von Heiligkeit, auch Liebe von GOtt erneut: Dann w ei 


und Barmhertzigkeit. nicht riecht nach Bruder⸗Lieb, 
253. Die Bꝛude:⸗Lieb loͤſt alles macht finſter, kalt, und ſchwartz 


auf ſchon hie in dieſem Creu⸗ und trüb. 


1 


d 
5 
2 


verborgen war. | | 
254. Diß iſt der Bruder⸗Liebe nach der Weiſen Stein, der uns 


Brudeꝛ ſeine Schuld: Sie eifert 
ſelten übers Ziel, dann diß ver⸗ ſtudirt, der ſieht nicht, ob ſein 
üdirbt ihr reines Spiel 5 | 


tzes⸗Lauf: Dort wird erſt recht 259. Wer Bruder⸗Liebe hoͤher 
ſeyn offenbar, was hier verdeckt ſchaͤtzt, als wo man nur von 
Lieben ſchwaͤtzt: Der graͤbet 


Staat, daß durch des weiſen macht recht Jungfraͤulich ſeyn. 
Schoͤpffers Raht Durch Bru⸗ 260. Wer recht mit Bruder⸗ 
der ⸗Lieb und Prieſterſchafft Lieb gekrönt, der wird oft biß 
dort werde alles wiederbracht. zum Tod verhoͤhnt: Weil er in 


N 255. Dann Bruder⸗Lieb hat Liebe tragen kan, wo ihm ein 


viel Gedult, fie ſchenckt dem Bruder Leids gethan. 
261. Wer einmal dieſe Schul 


Bruder irrt: Er liebet nur, u. 
| laͤßts 


” 


2 | | ie 


ſo ſeyn; durch Lieb geht man 
zum Himmel ein. 

262. Es wird kein Fehler mehr 
geſehn, die Sunde ſelbſt muß 
gantz vergehn: Ja, dieſes hohe 
Wunder⸗Gut macht oft den 
Bruͤdern neuen Muht. 

263. Das Richter⸗Amt iſt ab⸗ 
gethan, weil Liebe alles tragen 
kan: Die Sünde wird darob zu 
Spott, und gehet endlich ab 
mit Tod. 


ſich übt, und jederzeit aufrich⸗ 


beiten; 264. Wer in der Bruder⸗Lieb 


der aus der Hand: Der 


tig liebt: Erfaͤhrt derſelbenKoſt⸗ 


barkeit, waͤrs auch erſt nach 
betruͤbter Zeit. 1 
265. Es kommt der Bruder⸗ 
Liebe Band gaꝛ ſchweꝛ un eh 
ich 
nicht hat aus falſchem Trieb 
geſellet zu der Bruder⸗Lieb. 


S iſt niemand 
266. oe fagen kan, 
ſo nicht betritt 


man davon ſpricht; wers nicht 
erfaͤhrt, der weiß es nicht: Doch, 
wer nur guten Samen ſaͤet, der 
ſchweige doch, wenns uͤbel geht. 
268. Er kommt auff als ein 
guter Baum, die Bruder⸗Liebe 
macht ihm Raum: Er fallt 
nicht als ein loſer Mann, er 
ſieht nur, was die Liebe kan. 
269. Wer Unſchuld hat und 
lernt Gedult bey Bruͤdern, ſteht 
in Gottes Huld: Deß freu ich 
mich, und dencke dran, was 
ſolche hat an mir gethan. 
270. Wers wiſſen wolt, wies 
gehet zu, ſey fleiſig, daß er 
Wercke thu: Und ſeine Worte 
richte ein, wie ſie dem Bruder 
lieblich ſeyn. 1442417 
271. Er ſorge, wenns ihm 
gluͤcken thut, obs auch dem 
Bruder gehe gut: Ob nicht ſein 
Gutes ohne Schmertz ein Raub 
ſey in des Bruders Hertz. 


die Bruder⸗ 272. Die Bruder⸗Lieb haͤlt 


Bahn: Noch jemand, ders be⸗ dieſen Schlag, fie weiß von kei⸗ 


greiffen ſolt, wie man 
wird eingeholt. 


dabey nem Ungemach: Wird ſie 
trüb und ſchwartz gemacht, fie 
267, Auch hilfts unc, daß dacht. aus der finſtern 


oft 


273. 


5 


273. Ob ſie ſchon öfters kom̃t 
in Noht, und ſcheinet wie der 


kalte Tod: Gar bald macht fie 
uns wieder froh, und brennet 
hell und Lichter⸗loh. 

274. Ihr Tuhn iſt alzeit wun⸗ 
derbaꝛ, wan ſcheinẽ wiꝛ in Tods⸗ 
Gefahr: Gar bald erſcheint ihr 
hohes Licht, wir ſtehen wieder 


aufgericht. 
one Die Bruder⸗Lieb, das 


Licht⸗Flaͤmlein gibt von ſich 
einen hellen Schein: Daß jeder: 
man daran erkennt den Zunder, 
der im Hertzen brennt. 

276. Wen Gottes Freund⸗ 
lichkeit anſtrahlt, und reine Lieb 
das Hertz bemahlt: Der zeiget 
es im Angeficht, ob er das Ja 
im Hertzen ſpricht. 

277. Und an der Stirne man 
es ließt, ob Liebe aus dem Her⸗ 
tzen flieſt: Wo Liebe aus dem 
Hertzen quillt, iſt aller Hader 


gantz geſtillt. 


| B einer gaͤb 
278. O kin Hand und 


Gut, die Liebe groͤßre Dinge 


thut: Die Liebe ladet ie 


2. 
und ſpricht: du muſt gantz an⸗ 
ders ſeyn. 1 

279. Die Liebe ſelber ſich ver⸗ 
giſt, und in des Bruders Her⸗ 
tze flieſt: Kein Gutes wird hier⸗ 
bey verſchertzt, und liebte man 
noch ſo behertzt. 


nicht von ihm flieht. 


280. Die Bruder⸗Lieb, der 
reine Geiſt, auch ſelbſten Jung⸗ 
frau iſt und heiſt: Dann Lieben 
aus der Eigenſchaft urſtaͤndet 
nicht aus Gottes Kraft. | 

281. Der Bruder iſt auch 
mit gemeynt, deꝛ uns auch gantz 
zuwider ſcheint: Das Glied am 
meiſtẽ wiꝛd geſchmuͤckt, das uns 
dazu ſcheint ungeſchickt. 

282. Wal ſie bedeckt die fuͤnſt⸗ 
re Larv, der Liebe man alsdañ 
bedarf: wer nur in guten Ta⸗ 
gen liebt, der wird im Leiden 
oft geſiebt. 

283. Die Liebe traͤgt viel 
Hertzenleid, und tritt im Leiden 
nicht beyſeit: wann ſie den Bru⸗ 
der fehlen ſieht, ſie in der Noht 


| 


1 # 


284, Und nimmt ihn felb 
auf ihren Schooß, wann er iſt 
5 3 I na⸗ 


} 1 
Di ap e 


der ſanft herfaͤhrt, und uns die 


233 
290. Wo iſt, O Hoͤlle! nun; 
auch ſo anpreiſt, daß ſie ihn, dein Sieg? Hier legt ſich aller 
wenn er hungrig, ſpeiſt. Streit und Krieg: Die Lieb iſt 
285. Und achtets vor kein kommen aus den Drang, und 
Ungemach, zu tragen ſeines ſingt des keuſchen Lamms 
Bruders Schmach: Tritt ſelbe: Geſang. a 
mit die Kelter⸗Preß, und lie⸗ 291. Das⸗Laͤmmlein hat al⸗ 
bet ihn gantz ohn Intreß. hier das Lob, weil es erwieſen 
286. Wann nur der Bruder ſeine Prob: Und auch vor Ott 
iſt getroͤſt, ſo iſt er ſelbſt vom ins Mittel tratt, als es vor ſeine 
Tod erloͤßt: Und traͤgt er ſeines Wuͤrger bat. “in 
Bruders Schuld, damit er⸗ 192. O Lieb! wann ein ver⸗ 
wirbt er Gottes Huld. liebte Mund wolt machen deine 
287. So kom̃t man endlich Wuͤrde kund: So würde es ver⸗ 
duꝛch die Eng u. ſteiget auf vom geblich ſeyn, dann fie if. weder 
Lob⸗Gepraͤng Zum Schloß groß noch klein. 
der Ehr und Herrlichkeit, wo 193. Sie iſt ja Gottes We⸗ 
man nichts weiß von Her⸗ ſenheit, und hat ſich eine Staͤtt 
tzenleid. bereit: Wo alles iſt gantz rein 
1288. Dis macht Bahn dem, und nett, da iſt ihr keuſche 


Liebe ſelbſt gelehrt: Dab ee ck 

iebe ſelbſt gelehrt: Dabey N weckt die 
dieſelbe erſt geſtift, da er dem 294. O Liebe ja 
Tode ward ein Gift. nicht auf, ſie ſelbſten iſt bedacht 
289. Der Hoͤlle gab er den darauf: Sie ſtehet auf, was 
Sententz, und ward ihr eine ihr gefällt, und tritt herfuͤr aus 
Peſtilentz: Wo iſt dein Stachel dem Gezelt. 
nun? O Tod! du bringeſt uns 295. Sonſt bleibt fie jederzeit 
nicht mehr in Noht. in Ruh, und weiß zu ge 4˙ 


nacket oder bloß: Die Liebe ſich 


4 N 


— mut 


"7 | 


dern Buhlern nach: 


| 


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29 


ab und zu: Die Lieb ſey hoch und Stein, wo ſie gelaſſen iſt 
gebenedeyt, weil ſie uns macht allein: Doch wann der Glaube 
ſo hoch erfreut. f um fie her, der wirft den groͤ⸗ 
296. Sie iſt des hoͤchſten ſten Berg ins Meer. 
Gottes Braut, wer auf ſie hat 302: Diß iſt des Glaubens 
fein Schloß gebaut: dem bleibt Wunder⸗Kraft, daß er der Liebe 
ſie ſonſt gantz wunder⸗ſtill, und Ruh verſchaft: Sie ladet ſich 
regt ſich nur in dieſem Spiel. ſonſt Laͤſten auf, daß ihr bald 
297. Doch, wann uns trift gieng das Leben drauf 80 
viel bittrer Schmertz, ſo oͤffnet 303. Dann Einfalt machet 
fie gar bald das Hertz: Und jagt ſie ſo blind, und ſunpel als ein 
uns nur von lauter Lieb, und kleines Kind: drum muß der 
ihrem keuſchen Feuer⸗Trieb. Glaub ſie leiten fuͤhrn, ſonſt 
298. Ihr hoͤchſtes Gut iſt thaͤte ſie ſich ſelbſt verliern. 
Gottes Sohn, um ſie verließ er 304. Doch, wann der Glaube 
feine Trohn: Drum hat ſie auch Wunder würckt, ſo ſtellt die 
ihr einzige Theil in Ihm, dazu Liebe, eh maus merckt, Des 
ihr gröftes Heil. Schoͤpffers Kraft u. Bilde dar, 
299. Drum achtet ſtes die das von Anfang verloren war. 
groͤſte Schmach, zu S0 an⸗ 305. O Bruder⸗Liebe! bren 
Ich ſinck ſo fort, in; dir liegt Gottes 
Gnaden⸗Wort: Du traͤgſt ein 
mich ſatt von dieſer Koſt. hohes Wunder⸗Gut, das alle 
00. Jemehr man dieſe Koſt Welt verſoͤhnen thut. 
genießt, jemehr man ſich aus 306. Diß iſt der goͤldne Watte 
Lich vergiſt: So, daß auch Lieb der⸗Stab, des Koͤnigs Sold, 
zur duncklen Nacht thut ma⸗ die reichſte Haab: Was hier auf 
chen, was ſonſt hoch geacht. Erden reich und febon, iſt nur 
301, Die Liebe traͤget ic er Thorheit anzufehn, . 


D 


nun hin und bin getroſt, ich ef 


30 


—— — 


307. Gegen dem groſen Wun⸗ haftig breiten aus in unſers 
der⸗Gut; wann Bruder⸗Liebe Gottes Stadt und Hauß. 
waͤchſt der Muht: Muß alles 310. Die Bruder⸗Liebe bleibt 
andre in das Grab, weil Bru⸗ erhoͤht, in Ewigkeit ſie nicht ver⸗ 
der⸗Lieb die reichſte Haab. geht: Sie wird zuletzte ſtehn er⸗ 
308. Als ich den hohen Preiß baut als eine reine Gottes⸗ 
erwaͤgt, den Bruder⸗Lieb im Braut. 
Schooſe traͤgt: Wurd meine 3rr. Diß iſt der Schluß von 
. e Jack tingirt von dieſem Lied: Wann Bruder⸗ 
dieſeſn edlen Saft. Liebe aus gebluͤht: So wird die 
309. Drum muß der ange⸗ Frucht ein güldner Schein im 
nehmGeruch des Bruder⸗Bal⸗Paradiſe Gottes ſeyn. 
ſams ſüͤſe Frucht: Sich adel⸗ i 


Nachklang. 


So muß dle Bruder⸗Liebe lieblich grünen, | Diß iſt die Kraft von dieſem Lied, 


Wo die Natur in der Verweſung ſteht; Wo Bruder⸗Liebe alles kan beſteigen, 

Der Bruder⸗Balſam muß zum Segen dienen, Dann wer noch etwas Boͤſes ſieht, 
Wens hagelt, ſchneyt u durch einander weht. Der muß von Bruder⸗Liebe ſtille ſchweigen. 
Hat Bruder⸗Lieb die Schul ſtudirt, . t 

Daß fie im Elend keine Klag laͤſt hoͤren, Freylich bringt Bruder⸗Lieb den edlen Segen, 
So iſt nichts mehr, das ſie beruͤhrt, Der neuen Welt herfuͤhr: was dort wird ſeyn, 

Was ſonſt den Sin in etwas koͤnt bethoͤren. Tuht klaͤrlich zeigen ſich in denen Wegen, 

Hk Wo Bruder⸗Lieb ſchenckt lauter Balſam ein, 

So bald der Bruder⸗Balſam wird empfunden, Iſt diß der Liebe Thaͤtigkeit, 5 
So macht er auch der Liebe weite Bahn, Daß ſtets der Balſam thut auf andre flieſen, 

Haß nichts vom Sünde⸗Gift wird mehr gefunde: So iſts die Frucht der Seligkeit, 

Hier ſieht man bald, was Bruder⸗Liebe kan. Die man wird hier und dort ohnEnd gen ieſen. 


KT en m n x.ͥꝑ⅛ꝝx?⁶.ʒů nen 


* = 


Ein 
Angenehmer Geruch der 


Silin 


Die im Thal der Demuth unter 
den Dornen hervor gewachſen. 


Alle aus der Schweiterfichen‘ Gesel 
1 ſchafft in S ARO N. 


| 


N 


Im Jahr des Heils 17 5 % | 


— 


Der Himmel freue ſich, und die 
Erde ſey froh, dann die Heili- 
gen des Hoͤchſten nehmen das 
Königreich ein, und die Elenden 
und Verlaſſenen kommen empor. 


Wir hören Lobgeſange gegen dem Alf 


gang, dann die vom Ende der Erden 
kommen, und bringen ihre Gaben zu 
Ehren dem Allmaͤchtigen. 


a. * 


BERBERSESTELSLSSELLETLLBLLTLERLERT 
Sn er I Sn 


CC nt 


& In Ausfluß und Strom, der aus dem Brunnen der Liebe Got⸗ 


© 


tes herab gefloſſen ins Thal, wo FEfus feine reine Lämmer⸗Heer⸗ 
de weidet. Alles aus der Schweſterlichen Geſellſchafft in Saron, 
als welche den Tuͤttel tragen des Geſchlechts der Jungfrauen, die 
allhier dem Lamm nachfolgen, wo es hingeht. NN 


ti}: 

Mag deswegen dieſes Lieds Inhalt wohl ein Wunder der Zeit oder ht Ü 1 
Roſe und Lilie der Ewigkeit genennet werden. Das von Gott er⸗ 
hoͤhte damm wolle mit feiner Krafft⸗Weſenheit in derſelben Geſellſchafft 
walten und geiſten, biß ſie in Ihm erhoͤhet werden auf dem Berge 
Zion, alwo das neue Led geſungen wird, welches niemand lernen kan, 
ohne die Auserkauffte von der Erden, als Jungfrauen, die dem Lainmm 
nachfolgen, wo es hingeht: weſſen Glantz ſich ausbreiten wird uͤber 
alle Himmel, und ſie werden prangen im ewigen Krantz in Paradiſi⸗ 
ſcher Schönheit. Amen, Halleluja, Ja Amen. 


955 f Fruehling en des Lamms Geſang: Das 
luͤht, die neue Lied wird noch geſpart, 

Sonne ſteigt, ſeht, biß daß die Braut dem Lam 

2 was ein 8 

Glantz ſich zeigt! 3. Anjetzo wird nach lan⸗ 
ao chkeit pom 1 Hünmel gaz Nacht von Zions Reich ein 

4 f ns das ungfraͤu⸗ Wort geſagt: Man ſinget aus 

Heer. | demſelben Trieb, was Jung⸗ 

3 ur hört man in dem fern: und was Schweſted⸗Lieb. 

1 Zauiben-Rlang der Sungfau . 4. Weil ſelbe fie Hun 

Me; me 


E 


2 


— —— — — ——— 


mel her, drum wird ihr nichts ſchoͤne Bild, woraus die 
ſeyn ähnlicher: Als der ſie von Schweſter⸗Liebe quillt. 
daher gebracht, und als ein 10. Wo ſonſten lieb der 
Lamm am Creutz geſchlacht. Weiſen Stein, iſt Schweſter⸗ 
5. Da hat ſich dieſe Frucht Liebe Engel⸗rein: Wo De⸗ 
geſaet, die nun bey uns in Ach: mut iſt des Glaubens Schild, 
ren ſteht: Sie heiſſet Jungfrau iſt Schweſter⸗Liebe Gottes 
Schweſter⸗Lieb, O reiner Bil 


ild 
. , Glantz! O Gottes ⸗Triebl Ur Je Schweſter⸗ 
br (in: 6. Drumiftdie Schweſter⸗ II. D Liebe hat den 


Lieb fo treu, daß fie im Tod Preiß, ſie fuͤhret uns ins Pa⸗ 
nicht bricht entzwey: Sie iſt radeis: Sie iſt der Braut⸗ 
von ſolchem hohen Staat, wor⸗Schmuck jener Welt, die Zier⸗ 
an Gott fein Gefallen hat. de, jo GOtt ſelbſt gefaͤllt. 
. DieSchweſter⸗Liebe iſt 12. Sie iſt der edle Lilien⸗ 
fo rein, im Himel wird nichts Zweig, fo gruͤnet aus in Got⸗ 
ſchoͤners ſeyn: Ihr Schmuck tes Reich: Ja auch das ſchoͤ⸗. 
iſt aus dem teinften Licht, ne Roſen⸗Feld, das hier etz 
drum ihr an Schoͤnheit nichts ſcheint im Jammer⸗Zelt. ö 
gebricht. 1 13. Ob gleich der Dorn⸗ 
g. Wo Jungfrauſchafft ſtich noch dabey, die Lieb, ſo 
der Welßheit Raht, iſt Schwe⸗ einmal recht getreu: Wird 
ſter⸗Lieb aus freyer Gnad: nur noch mehr dadurch ent⸗ 
Und was den beyden heiſet zuͤndt. O ſüſe Lieb! S Hot⸗ 
nah, iſt Namens Jungfrau tes⸗Kind. (ih: mmatan 
Sophia. 14. Wo kom̃t die Schwe⸗ 
9. Jeſus hat dieſes ſelbſt ſter⸗Liebe her? fie fließt aus 
lehrt, die Schweſter⸗Liebe Gottes reinem Meer: Drum 
och geehrt: Maria war das lieb ich fie fo Engel⸗ rein, 15 
| ' ich 


PN —— — —ů — 6 1 . 
ich gern möcht ihr eigen ſeyn. rathen mich ſo wohl: Und 
15. Ich hab fie mir ſelbſt mich nun hat dahin gebracht, 
auserwaͤhlt, daß ich ihr wer⸗ wo man ihm dienet Tag und 
de zugezaͤhlt. O was ein Gut Nacht. 
und Liebes⸗Looß thut fie uns ar. Die Liebe weiß von 
geben in den Schooß! feiner Muͤh, ob fie ſchon wuͤr⸗ 
166. Die Schweſter⸗Liebſcket ſpat und früh: Sie iſt das 
iſt allzeit wohl; obſchon oft reine Himmels⸗Bild, womit 
Leid⸗ und Jam̃er⸗voll: Sie die neue Welt erfüllt. 
waͤchſt in allem Leiden aus, 22. Die Schweſter⸗Liebe 
und bringt die ſchoͤnſte Frucht ſteht ſehr hoch, weil ſie das al⸗ 
nach Haus. j lerſuͤſſſte Joch: Wird man ge⸗ 
17. Ich bin voll ſuͤſer Gei⸗ traͤnckt mit Myrrhen⸗Wein, 
ſtes⸗Freud, weil Schweſter⸗äſchenckt fie dagegen Suͤſes ein. 
Liebe mich erneut: O wohl!] 23. Wann Gott die Sei⸗ 
wer komen in die Wahl, den nen wird erhoͤhn, wie Lilien 
N ſtüꝛtzt nicht mehr der groͤſte Fal und Roſen ſtehn: So bleibt 


18. Wer in der wahren die Liebe Koͤnigin, und kroͤnet 
Liebe bleibt, der iſt mit GOtt den verliebten Sinn. 

ſelbſt einverleibt: Drumfuchet 24. Sie muntert immer 
nur die reine Lieb; obs ſchon freudig auf, und foͤrdert un⸗ 
oft fuͤnſter, ſchwartz und trüb. fern Ereutzes⸗Cauf: Will oft 
1059. Die wahre Liebe haͤlt verloͤſchen unſer Schein, ſo 
Gewicht; ob wirs ſchon oft⸗geußt fie heilige Oele ein. 
mals mercken nicht: Sie loͤſet 25. So wird das Hertze 
auf viel ſchwere Buͤrd, wo aufgericht, erhoben unſer 
man oft toͤdtlich ſich verirrt. Glaͤubens⸗Licht: Wir werden 
h: 20, Drum iſt mein Hertze wie ein gruͤner Zweig in Got⸗ 
n weil age tes und in Chriſti Reich. 5 

2 1 


8 
1 


NE 


} 


4 


„ & Schwefter:Lieb| der Ewigkeit, ein Tröfterim 
2 6. O beleucht uns all in Traurigkeit: Suchſt du der 


daß keins veꝛſcheꝛtze ſeine Wahl: wahren Tugend Bahn, ſeh 


Du biſt das beben in dem Tod, nur die Schweſter⸗Liebe an. 
wer dich genießt, iſſt Himels⸗ 32. Leucht Jungfrauſchaft 
rod. in jene Welt, iſt Schweſter⸗ 
27. Wie iſts fo ſchoͤn, wo Lieb ein Blumen⸗Feld Von 
Liebe quillt, dann da grünt Roſen, Lilien mancher Art, 
aus das Jungfraun⸗Bild: wo man dem reinen Lamm 
Wolt anders was in uns hin⸗ nachart. | 
ein, ſo muͤßts das Schoͤnſte 33: Diß iſt die Frucht vom 
ſelber ſeyn. Himmel her, find gleich die Buͤr⸗ 
28. O Schweftern! blei⸗ den oftmals ſchwer: Daß man 
bet all getreu, weil reine Liebe dabey viel bittre Pein, die 
allzeit neu: Lieb iſt ein Schatz, Schweſter⸗Lieb ſchenckt Suͤ⸗ 
der nicht vergeht, weil er in je⸗ſes ein. mar ja: 1 
ner Welt beſteht. 534. Drum war Ich auch 
29. Wann die Natur hat als wie entſeelt, eh Ich mir hat 
ſchwere Pein, ſchenckt Liebe diß Looß erwaͤhlt: Um mich 
lauter Suͤſes ein: Wer will er⸗ ſo zu verleiben ein, in JEſu 
rathẽ den Genuß doch bringts Kirch Die Kleinſt zu ſeyn. 
der Eigen⸗Lieb Verdruß. 385. In dieſem kleinen Kin⸗ 
30. Seht, was ein Wun⸗ der⸗Sinn hab Ich es nun ge⸗ 
der man da ſieht, alwo die bracht dahin: Daß all mein 
Schweſter⸗Liebe blüht: Sie Thun fo eingericht, daß mir 
macht aus Wermuth Zucker⸗ niemals die Lieb gebricht 
Wein, was konte auch wohl 36. Drum bin Ich ſelig 
beſſers ſeyn? nun gemacht, weil Ich zu die⸗ 


31. Sie iſt das Schloß ſem Ziel gebracht: 1 


57 


222... ͤ̃ ˙—⏑⅛—ßsrẽÜ : —— ET TEE 


Schweſter⸗Liebe mich ver⸗ 47. Diß iſt mein Theil, 
gnugt, wordurch Ich mich den Ich erwaͤhlt, daß Ich bleib 
und Welt beſiegt. ewig zugezaͤhlt Der vorer⸗ 

7. Ach! Ich hab ſonſt waͤhlten Laͤmmer⸗Heerd, die 
nichts auf der Welt (Sie iſt auserkauffet von der Erd. 
mir nur ein Meſechs⸗Zelt:)) 43. Drum gehen wir auch 


Als nur die liebe Schweſtern alſo hin, und lieben nur den 


mein, die ſollen mir die Lieb⸗Kinder⸗Sinn: Wan Liebe zie⸗ 
fie. ſeyn. irret unſern Gang, fo lernen 
38. Sie find mein Troſt wir des Lamms Gefang.- 


und meine Freud, weil wir gar 44. Wie hat doch ſeine 


manche Trauer⸗Zeit Haben Freundlichkeit uns ſtets ge⸗ 
beyſamen zugebracht in man⸗fuͤhrt die Lebens⸗Zeit: Biß 
cher tuncklen trüben Nacht. wir erlernet dieſe Spur, wo 
39. Eh wir erlernet dieſe man einander liebet nur. 
Lieb, ſo machet licht, was 45. Drumloben wir auch 
ſchwartz und truͤb: Daneben fruͤh und ſpat die groſe Gute 


bot bekam zu Lohn vor ihre und Genad: Daß GOtt uns 


Treu die Dornen⸗Kron. ſo zuſammen bracht durch ſei⸗ 
10. Owohll weil wir uns ne grofe Wunder⸗Macht. 
hingekehrt, was JEſu Raht 46. Und weil uns GOtt 
und Willen lehrt: Daß in dem ſo angeſehn, geholffen aus ſo 
ſehr verliebten Sinn ſich eins vielen Wehn: O liebe Schwe⸗ 
vors andre giebet hin. ftern! :dencket dran, daß keins 
41. Das iſt nun worden mehr weiche von der Bahn. 


umſonſt und ſo, daß nichts als zu unſrem Troſt: Wer ſolt 
Vieb uns mache froh. N nicht trincken dieſen Wein, um 


* abgericht Zu lieben gantz Liebes⸗Moſt uns eingeſchenckt 
ſtetig 


unſre Pflicht, ſo find die Her⸗ 47. Seht, was vor ſüſer 


22 


— — 9 VE NO LEE ODE 2 EEADETNE SKINS 5 


ſtetig voller Lieb zu ſeyn. Reich: Der das Gedeyen da⸗ 
48. Dann wers einmal zu gibt, hat uns bis in den 
daran verſehn, und ſoll doch Tod geliebt. ua 
mit am Reigen gehn: Hat 54. Nun gruͤnt die Schwe⸗ 
ſchwere Pein und viele Noht, ſter⸗Liebe ſchoͤn, weil ſie durch 
fein Leben iſt ein bittrer Tod. ſo viel Noht und Wehn Ge⸗ 
49. Soll jemand geben gangen ein gar lange Zeit in 
weiſen Raht, der ſelbſt die wah⸗ viel Gedraͤng und bittrem Leid 
re Lieb nicht hat: Der hat vielf ss. Drum ſteht die Lieb 
Pein, fällt ſich ſelbſt ſchwer, der Schweſtern hoch, weil ſie 
und andern unertraͤglicher. das ſanffte IEſus⸗Joch Hier 
Fo. Die Liebe iſt ein ſtar⸗ tragen im verliebten Sin, um 
cker Mann, dieweil ſie alles den ſie alles geben hin. 
tragen kan: Will man ſie bit⸗ 56. Ja auch ihr Liebſtes 
ten um Gedult, ſo weiß ſie auf der Welt, um nur zu thun, 
nichts vons Naͤchſten Schuld. was Gott gefaͤllt: Und mei⸗ 
51. O wie ſo wohl iſt uns den allen ſolchen Schein, der 
geſchehm daß wir an dieſem nicht mit geht zum Himel ein. 
Reihen gehn In Engeliſcher 
Harmonie, um Gott zu die⸗ 
nen ſpat und fruͤh. | 
52. Ich freue mich in die⸗ 
ſem Gang; obſchon oft Zeit 
und Weile lang: Im Dunck⸗ 
len bricht herfuͤr ein Schein, 


liebt gemacht, war meines Lieb⸗ 
ſten Niedertracht: Iſt ſonſt 
noch was, das mich bꝛacht dran 
ſo iſt, was man nicht ſagen kan. 
58. Das Liebſte, das mir 


* 


57. Was mich ſo ſehr ver⸗ 


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gedenck, wie Ich erwaͤhlt, zur 67. Sie liebt nicht nur, 


nicht mid, obs ſchon oft mich an ihr mim̃er ſatt, an ihr 


die ewig nichts kan machen 70. O hochgeſchaͤtzte Got⸗ 
truͤb: Bisher hat fir geholffen tes Lieb die nichts kan ma⸗ 


- 
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N . 


7 


— — 


meinem Leid, weil diß mir oft aus ſo viel und manchem har⸗ 
vertreibt die Zeit: Wann Ich ten Strauß. 


heilge Jungſiaun⸗Zahl gezaͤhlt was ihr-gefällt, auch was ſich 

60. Drum komt ihr lieben ihr entgegen ſtellt: Sie liebt 
Schweſtern mein, die bisher nicht nur in Schmach u. Spott 
treu geblieben ſeyn: Wir mol: fie läßt ſich treten gar in Koht. 
len lieben bis in Tod, fo kan 66. Obgleich verdunckelt 
uns ſcheiden keine Noht. wird ihr Schein, ſie ſpricht: 

61. Die reine Liebe baut wañ wir nur Kinder ſeyn. Wolt 
ihr Haus in Seelen, die ge- man uns nehmen gar dahin, 
kehret aus Der Welt: und ſo bleibet doch derſelbe Sinn. 
bleib ich fo geſinnt, fo kan Ich. 67. Sie iſt mir gar aus⸗ 
ſeyn ein Gottes-Kind. buͤndig ſchoͤn, drum will ich A 

62. Die reine Liebe wird ihrem Fuß nachgehn: Ich eß N 


ſchwartz und trüb ausſteht: gebricht es nie an Raht. 
Wird fie ſchon oft gering ge 68. O wohl! wer funden | 
macht, fie weiß nichts als von dieſe Spur, wo man nichts 
Niedertracht. kan als lieben nur In Leiden 

63. Sie macht ſich oͤfters gleich wie in der Freud, und 
blind u. taub, damit ihr nichts vieler Hertzens⸗Engigkeit. b | 
die Liebe raub: Wan Eigen⸗ 69. Drum ſoll dig eintzig 


| 
| 
| 


Liebe kommt in Noht, iſſt ſeyn mein Ziel, dem ich nun 


Schweſter⸗Liebe Himel⸗Brod ſtets nachjagen will Zu lieben 
O Unverfaͤlſchte in der groͤſten Pein, dig wird 
4. O Schweſter⸗Liebl wohl Schweſter⸗Ctebe ſeyn. 


chen 


ſina: 


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TT 6, STREBEN BER UR ER WEG u | STE SAG 


chen ſchwartz noch trüb: Ihr wies jedes Haben will. 


Glantz und Schein wird blei⸗ 76. Dieſelbe hab ich mir 
ben ſtehn, wann alles andre erwaͤhlt, fie mich zur Jung⸗ 
wird vergehn. fraun⸗Zahl gezaͤhlt: Ihr Luſt⸗ 


€ 


71. Drum kan und mag Spiel iſt mein gröfte Freud, 


nichts ſchöͤners ſeyn, als ſich die ich genieß in dieſer Zeit. 
in Gottes Lieb erfreun: In 77. Ihr treuer Raht hat 
Leiden und in Traurigkeit hat mich belehrt, daß ich ihr gantz 
man die wahre Seeligkeit. werd zugekehrt: Es iſt in ein 
72. Die Schweſter⸗Liebe hoͤchſte Luft und Freud zu fies 


geht voran, ſie fuͤhrt uns auf hen ihrem Dienſt bereit. 


der Tugend Bahn: durch Lie 78. Wie edel iſt der Liebe 
ben find wir kom̃en hoch, ſie Zier, ſie leuchtet aller Tugend 
hilfft uns tragen Chriſti Joch. für: Hier traͤgt ſie oft der Ju⸗ 


a: 73. Sie hat durchs Creutz gend Hohn, dort prangt ſie in 


uns neugebohrn, zur Kind⸗ der Ehren⸗Kron. 


ſchafft Goktes auserkorn: Diß 79. Hier wird die Tugend 


Erbtheil iſt uns beygelegt oft gebeugt, daß ſie gantz ſtum 


durch Lieb, die alles hebt und und ſtille ſchweigt: Thut ihr 
trägt. nun jemand Leiden an, fie nim̃t 


74. Die Weisheit rufft: ſich deſſen gantz nicht an. 


komt her zu mir, die Schwe⸗ 80. Bald dringt ſie in das 


ſtern komen mit Begier: Zu innre ein, allwo verſuͤſet alle 


folgen ihrer reinen Lehr, und Pein: Sie dringt durch alle 


geben ihren Winck Gehör. Fünſternuß, biß ihr das Beſte a 


75. Sie kan doch ſonſten zum Genuß. 


mit uns zu thun: Und weil ſe Seligkeit wird 


ſie liebet ohne Ziel, ſo een aldorten zubereit: wann 
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nirgend ruhn, ſie hat nur ſtets 81 A Eh! wie ein gib) 


7 


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iht! >. 
0:32. Die Weisheit ift ein 


ken in das 
Di was ſich ſo 


Paradieß aufſchleußt: Durch 


Liebe ſind wir neugeborn, zur 


ewgen Jungfrauſchafſt erkorn 
37. O Liebel die fo Bete bis in Tod. 


1 


mit der Zeit. 


Schweſter⸗Liebe mich erfreut, 


in aller Noht und Traurigkeit 


92. Wie manche rauhe 
Zeit ging hin, eh mein in GOtt 
verliebter Sinn Veſt ſtehen 
kont in aller Noht, um treu zu 


93. 


/6: /alme 


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10 


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93. Ich war verliebt zul gibſt dich ſelbſt und Alles hin, 
lieben nur, und wußt nicht, daß ach ſchencke mi: auch ſolch; Sin 
der Weisheit Spur Ging, 99. Die Jungfrauſchafft. 
durch ſo manche rauhe Weg, ſo Liebe hegt, ſtellt dar ein Gotz; 
daß ſchieꝛ geglittẽ auf dem ſteg. liches Geſchlecht: Um die gab . 

94. Wann nicht die liebe ich mein viebſtes hin, mit alle 
Schweſtern mein genommenſ was ich hab und bin. 
hin den Anſtoß⸗Stein: Der 100. O was ein Segen! 
auf mich ſtieß in harter Zeit, den man ſieht, allwo die reine 
in meinem groſenHertzen⸗Leid Liebe blüht: Es kan und mag 
95. Drum ſetz ich fort die nichts ſchoͤners ſeyn, wen nur 
Wanderſchafft, und bleib in erfreut derſelbe Schein. 
reiner Lieb verhafft Mit allen 101. Der Schmertzen, der 
An p: Schweſtern groß und klein auf mich oft umſtellt, macht leben, 
een ewig hin gepaart zu ſeyn. wie es Gott gefällt: Der leh⸗ 
96. Will anders was in ret, daß man lieben kan, und 
meinen Sinn, laß ich es fah⸗ auch nicht irret auf der Bahn. 
ren ſo dahin: Daß es mein 102. Will ſincken oft der 
| Hertze nicht beruhr, und von ſchwache Muth, die Schwer 
. der Schweſter⸗Lieb abfuͤhr. ſter⸗Lieb macht alles gut: Wan 
ſonſfü lia 97. Wann uns die Lieb tunckel wird der Lampen 
vom Himel ſchneyt, fo macht Schein, geußt Schweſter⸗Lie⸗ 
fie uns in Gott erneut: Will be Oele ein. h Serj a: 
anders was darzwiſchen ein, 103. O waͤr ich gaͤntzmit 
das muß nur Schweſter⸗Lie⸗dir gepaart, und deiner reinen 
be ſeyn. Taüuͤben⸗Art: So wird der⸗ 
98. O Allerliebſte Lie⸗ſelben Lieblichkeit hinnehmen 
70 bes Zier! du biſt meine Alberheit. 
das Schoͤnſte mir und dir: U. 104. O Liebl wann du biſt 
i um 


m 


um mich her, fo biſt du mir Grab hinein, nr 

ein Bruſt⸗Gewehr: Beleuch⸗ 110. Iſts, daß ich mich 
te mich, du ſchoͤnſtes Licht, weil hierinnen üb, ſo wirds bald 
Aug u. Hertz nach dir gericht. klar durch Schweſter⸗Lieb. O 


105. Dann diß die rechte liebe Schweſtern! geht allzeit 


Lebens⸗Bahn, worinnen nie⸗ dem Kleinſteè vo: mit Thaͤtigkeit 


mand irren kan: Drum komt 111. Hat oft der Kinder⸗ 


ihr Lieben, laßt uns gehn, wo Sinn viel Wehn, ſo laßt nur 
man kan lauter Schoͤnes ſehn. Schweſter⸗Liebe ſehn: Bricht 
106. Und ob wir ſchon oft die herfuͤr mit ihrem Schein, 
Trauzens⸗voll in dieſemLiebes⸗ wird Wehmut lauter Zucker⸗ 


Spiel, ja wohll Da kommt Wein. ſeh meſſania: 
kein andre Freude ein, als was 112. Wer ſich der Liebe 


in Gott macht ſelig ſeyn. einverleibt, auf ewig ihr getreu 


ly, Kaͤm man auch ſchon verbleibt: Und weichet nicht in 
in groſe Noht, die Liebe liebet Creutz und Noht, der wird 
bis in Tod: Und ſcheints auch vermaͤhlt dem keuſchen GOtt 
oft, ich wär dahin, ich bleib 113. Brennt Eigen⸗Lieb 


un Lieben, wie ich bin. oft ſchwaꝛtz u. heiß, die Schwe⸗ 


108. Doch werd ich oft in ſter⸗Lieb macht alles weiß: Bin 
meinem Leid ohn Liebe hin u. ich verirrt, Raht⸗ Hilffe⸗loß, 


her zerſtreut: So bald ich az zeigt Schweſter⸗Liebe ihren 


ber Liebe ſpuͤhr, fo bricht ein Schooß. e 
neues Licht herfuͤr. | 114. Gott hat mich gnaͤ⸗ 


| 1 09, S O loͤß dann auf dig angeſehn, drum werd ich 


O liebſte Lieb! koͤnnen wohl beſtehn: Er iſt 


was mich hat oft gemacht ſo mein Troſt und Unterricht, 

trüb: Schenck ewig dir getreu wann nur hält Liebe das Ge⸗ 

zu ſeyn, bis ane ede wicht. rn pn 
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115 


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12 


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115. Er iſt der rechte Mor= Oft ſchlaf ich faſt daruͤber ein, 
genſtern, der uns erſchienen O was koͤnt angenehmers feyn! 
von dem HErꝛn: Und uns in 121. Drum iſt mein Hertz 
Lieb zufammen bracht, uin ſo ſehr erfreut, daß ich vergeſſe 
Gott zu dienen Tag u. Nacht. alles Leid: Und was mich eh⸗ 

116. Drum bim ich auch mals hat gekraͤnckt, iſt wie ins 
fo iũig wohl, Lieb macht mich tiefe Meer verſenck. 
alles Guten voll: Sie ſchenckt 122. Dann Liebe iſt das 
oft ſolche Voͤlle ein, fo daß auch ſchoͤnſte Bild, weil ſie aus Got⸗ 
kan nichts beſſers ſeyn. tes Hertzen quillt: O wie wird 

fa Zinobin u. Sind andre Dinge alles Leid verfügt! wo dieſe 
5 noch fo ſchoͤn / ſo Rittſſenſte doch 175 unendlich fließt. fer 


schnell vergehn: Die Liebe aber hr 3. Wer ſich einmal da⸗ 
hat kein Ziel, drum iſt ſie mir hin gekehrt, zu ſehn, was die⸗ 
auch nie zu viel. ſe Liebe lehrt: Der wird ein 
118. Ich werde ohne End Kind von ſolcher Art, das ſich 
erfreut, weil Schweſter⸗Lieb mit Tauben⸗Einfalt paart. 
mein allezeit Gepfleget in fo| 124. Ich habe mir diß Theil 
mancher Noht, wann ich ver⸗erwaͤhlt, daß ich ſo werd dem 
laſſen ſchien von GOtt. Lamm vermaͤhlt: Und was 
119. So bin ich dan durch mir ſonſt hat lieb zu ſeyn, das 
| Lieb vermaͤhlt, daß ich als ſind die liebe Schweſtern mein 
f Jungfrau werd gezählt Zur 125. Drum komt miꝛ auch 
reinen Kirch, die GOtt an⸗ ein mit Gewinn viel Troſt in 
ſchaut als ſeine allerreinſte dem verliebten Sinn: Liebt ich 
Braut. . noch ein gen eitlen Dunſt, ver⸗ 
120. So iſt dann Schwe⸗ liert ich des Geliebten Gunſt. 
ſter⸗Lieb mein Looß, weil ich 126. Der mich ſo ſehr ver⸗ 
kan ruhn in ihrem Schooß: liebt gemacht, daß ich ne ‘ 
N f f 418 | Welt 


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7 

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3 — 


Welt verlacht: Und mich durch 132. Drum rüͤhmich Got⸗ 
eine hohe Wahl gebracht zur tes Wunder⸗Macht, die mich 
keuſchen Jungfraun⸗Zahl. in dieſes Looß gebracht: Zu fol⸗ 
127. Drum bin ich auch gen nach dem reinen Lam, das 
ſo heim gebracht in die verein: von GOtt aus dem Himel kam 
te Liebes⸗Tracht: Wo Schwe⸗ 133. Es tritt zu uns in 
ſter⸗Liebe ohne Lohn dienet unſrer Noht, und geht vorher 
dem keuſche Jungfraun⸗Sohn durch Hoͤll und Tod: Wann 
128. Drum wall ich hin, Troſt und Hoffnung gantz da⸗ r d N 
und leb vergnuͤgt, well ich han hinz es richtet auf den bloͤden ei. 
Haß und Neid befiegt Ich Sinn. eis | 
folge nun der Tugend Bahn, ſo 134. Die Krafft der Liebe 
Schweſter⸗Ltebe lehren kan. mich verbindt, daßz ſich gantz 
7129. Drum iſt mein Hertz keine Klage findt: Ich bin ver⸗ 
ſehr wohl gemacht, weil ich in gnuͤgt, u. liebe ſo, daß Schwe⸗ 
dieſes Spiel gebracht: Woſſter⸗Lieb mich mache froh. 
Schweſter⸗Liebe ſtets erfreut 135. Weil ſie mir alle zu: 
in allem Leid und Traurigkeit. geſellt, zu wallen hin zur and⸗ 
120 Es mich ver⸗ reu Welt: drum iſt der Schluß 
| 3⁰ Sgnüͤgt das Lie⸗ bey mir gemacht, daß alles 
bes⸗Band, wurd ich gar oft in andre ich veracht. f 
meinem Stand Durch man⸗ 136. Ob manche harte 
che Trübſal hart geſicht, daß rauhe Zeit mir hin will neh⸗ 
pott verdeckt das Gnaden⸗Licht men alle Freud: Daß Schwe⸗ 
| 131 Nun aber ich mich ſter⸗Liebe hart geſicht, jo hält 
hingekehrt, zu ſuchen nur, was fie doch in mir Gewicht. 
Liebe lehrt: Kommt mir nun 137. Des freut ſich mein 
ein viel Troſt und Freud, nach verliebter Sinn, weil ich ſo eine, 
viel⸗gehabtem nen verleibet bin In Gottes Kir 
311. 3 


3 all⸗ 


Ik: 

ches eingeſchenckt, daß wir mit 

Bitterkeit getraͤnckt: So mißt 

fie lauter Süßes ein, das muß 
Schmertzen mich umſtellt, ſo dann Schweſter⸗Liebe ſeyn. 
werd ich doch nicht mehr ge 141. Drum bin ich froh, 
fallt: Wann oft in 1 daß ich erſehn, in dieſem Looß 
Gefahr, ſtellt ſie gar bald ein einher zu gehn: dann diß nimt 
anders dar- hin die Traurigkeit, wann 

b: mar 3 rum werde ich gar Schweſter⸗Liebe, mich erfreut. 


— nn 


allhier auf Erd, daß ich ein 
Kind derſelben werd. 
138. Wann auch viel 


oft erfreut, weil wir als reine ſchr 452,5 hat die vieb mich rae 
Lames⸗Braͤut: Durch Schwe⸗ duch erſehn, in ihrem Sin ein⸗ 
ſter⸗viebe ſchoͤn gemacht, die her zu gehn: Und mir dabey 
uns ſo hat zuſammen bracht. noch zugeſellt viel Leiden hier 
140. O, Schweſtern' ſeht auf dieſer Welt. Wu 
das edle Bild, woraus die rei- 146. Damit ich alſo rein 
ne Liebe quillt: Sind eure Her⸗ bewaͤhrt, bis alles Ich u. Mein 
tzen kalt und leer, gebt nur der verzehrt: Dann wird die Lie⸗ 
Schweſter⸗Lieb Gehör. be ſchencken ein auf bittren ſuͤ⸗ 
1141. Sie iſt das allerhöch: fen Freuden⸗Wein 
ſte Gut, und hilfft uns kaͤmpf⸗ 14 Wen durch 
fen bis aufs Blut: Sie heiſſet Als: AD zeiden wird 
Gottes Freundlichkeit, ein Troͤ⸗ betrübt, fo wird die Schwe⸗ 
ſterin in Traurigkeit. ſter⸗Lieb geuͤbt: Iſt man da⸗ 
142. Ich will ihr nun noch tinnen recht getreu, ſo wird 
mehr getreu zu ſeyn befleiſen ſie alle Tage neu. 1 
mich aufs neu: Weil ſie des 148. Iſt anderswo was 
Hoͤchſten Wunder⸗Krafft, die ſchoͤn und fein, muß Schwe⸗ 
alles Leiden von uns rafft. ſſter⸗ dieb noch ſchoͤner ſeyn: Sie 
143. Und wann uns ſol⸗ macht dem Schoͤnſten Num | 
Sun 2 kaum 


RE RE N 17 

Raum, weil ſie ein Zweigam 154. Drum geb ich dir 
Leb ens⸗Baum. mein Leben hin, dann in dir 
149. Dit Schweſter⸗Liebe Sterben iſt Gewinn: Und wer 
mich erfreut, weil in ſo vieler ſich gantz in dir verliert, wird 
Traurigkeit So manchen Tag nicht vom andern Tod beruͤhrt. 
ſo manche Jahr wir zuge⸗ I Rum find die 
bracht in viel Gefahr. | 55. Schweſtern 
150. Die Sc chweſter⸗Lie⸗ wehrt geacht, die in der Liebe 


be hat viel Noht, bald ſckeint Schul gebracht: da man ſich 


fie wie der kalte Tod: Bald ſin der Keuſchheit übt, und um 
ſcheint ſie, ob ſie waͤr erſtickt, die Wett einander liebt. 
bald fie der Schweſtern Hertz (ch 56. O reine Liebe! nim̃ 


erquickt. mich ein, ich moͤchte dir gern 


151. O Schweſter⸗Liebl aͤhnlich ſeyn: Dan diß iſt mei⸗ 
du hoͤchſtes Gut, du gibſt dem ne groͤſte Freud, wan ich durch 
Hertzen neuen Muht: Und wer reine Lieb erneut. 

da muͤd und abgematt, findt 157. Dann diß ein unver⸗ 


bey dir ſeine Ruhe⸗Statt. welcklich Looß, das uns gege⸗ 


152. Drum iſt mein Aug eben in den Schooß: Es waͤh⸗ 


auf dich gericht, OSchweſter⸗ ret ohne End und Ziel, wär 


Liebl dich laß ich nicht: Dann auch des Leidens noch ſo viel. 


wann ich gantz in dich verſetzt, 158. Sie iſt der reinen 


eo kan nichts ſeyn, das mich Gottheit Licht, durch fie wird 


verletzt. falſche Lieb zernicht: Ihr 


153. Du biſt mein Aufent⸗ Glantz vertreibt die fügen 


halt allein, mein Troſt, wann Nacht, die uns oft in viel Leid 


es ſcheint aus zu ſeyn: Ich gebracht. 
fllieh zu dir in meiner Noht, 159. Sie leuchtet uns auf 
weil du erretten kanſt e Bahn, daß wir uns 


nir⸗ 


ſo Pia: 


„ N 
Aria A * 


——.— 


— 


nirgends ſtoſen an: Iſt ſie 165. Wer nicht kan liebe 
nicht da, ſo fallen wir, und in der Noht, der muß verlaſ⸗ 
irren dabey für und fuͤ. ſen ſeyn vonc Ott: Drum will 
160. Die Schweſter⸗Lie⸗ im Leiden Liebend ſeyn, wie 
be iſt ein Gut, gar oft ſchenckt mir auch wird geſcheucket ein. 
‘fie gantz unvermuth Viel Sü⸗ 166. Drum bin ich in mir 
ſes ein in unſerin Leid vertreibt hoch erfreut, weil Liebe mich 
des Hertzens Bangigkeit. hat allezeit Getragen u. ge⸗ 
161. Gar fruͤh von mei⸗ holffen aus, wann oft nicht 
ner Jugend an hab ich geſu⸗ wußte, wo hinaus 
ao, het dieſe Bahn: Wo man 167. Und wan der Schmeꝛtz 
iim Lieben ſich verliert, dabay war übergroß, ruht ich in des 
mit Tugend ausgeziert. Geliebten Schooß: Nichts an⸗ 
162. Deswegen in demſel⸗ ders darf in mich hinein, es 

ben Sinn mich ihr zu eigen muß nur reine Liebe ſeyn. 
geben hin: Damit in allem ſo 168 Deeds iſt ſo 
moͤcht ſeyn gantz Jungfraͤu⸗ 100. ausbuͤndig 
lich und Tauben⸗rein. ſchoͤn, wer ſtets thut ihrem 
163. Drum wohl, weil ich Fuß nachgehn: Der weiß von 
diß Looß erwaͤhlt, wo man keinem Druck noch Drang, 
nur thut, was Gott gefaͤllt: weil ihm noch Zeit noch Weile 

Und weichet nimmer aus der lang. | 

Eng, wär auch noch ein ſo 169. Dabey iſt Schweſter⸗ 
* Gedraͤng. Lieb ſo rein, ſie macht uns 
fh: alhe 164. Ob gleich viel Elend recht Jungfraͤulich ſeyn: Und 


und viel Moht oftmal geweſen auch holdſelig tugendhafft, 

war mein Brod: Schenckt mir das iſt der Schweſter⸗Liebe 

doch nun die Liebe ein, daß Krafft. ses 

kan in allem anders ſeyn. 170. Wer damit ſtetig an⸗ 
7 ge⸗ 


17 
gefüllt, wo reine Lieb unende) 176. Viel Waſſer waͤgen 
lich quillt: Der wird von Z Ott ſie nicht ab, noch daß ſie braͤch⸗ 
ſtets angeſchaut als ine allerz ten ſie ins Grab: Fließt gleich -; 
reinſte Braut. ein Strom über ſie her, fie K 

171. O reine Lieb! erfuͤll brennet nur noch hefftiger. 
uns all, die wir zu ſolcher heile | 177. Ob Noht u. Tod fie 
gen Wahl Vor vielen andern ſchon umſtellt, nichts iſt, wo 
auserſehn, daß wir der Liebe fie wird dran gefällt: Sie iſt 
Fuß nachgehnn. ein Faͤhnlein, das ſtets ſiegt, 
172. Sie iſt das edle Got: wo alles ſonſt darnieder liegt. 
tes⸗Bild, weil fie von deſſen 178. Wird unſer Schiff? 
Hertz ausquillt: Der ſich am lein oft bedeckt mit Meeres⸗ 
Creutz zu todt geliebt, diß iſt Wellen, ſie nichts ſchreckt: Sie 
der Troſt, wañ wir betruͤbt. iſt in allem oben an, drum ſie 
173. Die wahre Liebe e⸗ auch nichts beſiegen kan. 
wig ſteht, wann alles andre 179. Sie iſt das allerhoͤch⸗ 
ſchnell vergeht: Sie weichet ſte Gut, wañ ſincken wolt der 
nicht in unſrer Noht, bis wir ſchwache Muht: So ſchenckt 
verneuet find in Gott. ſie Krafft und Leben ein, ſo daß 
174. O Liebe! du haſt mich auch nichts kan beſſer ſeyn. 
befiegt, darzu mein Hertz inn 180. Diß iſt die Spur wo 
Gott vergnuͤgt: Ich weiß Schweſter⸗Lieb macht licht, 
ſch: von keiner andern Pein, als was tunckel ſchwartz und truͤb: | 
ewig dir getreu zu ſen. Wer diß nicht hat, iſt Gottes 
uſifn 175. O Schweſter⸗ Lieb! Feind, hätt er ſich auch zu todt 
halt feſt an GOtt, weil Liebe geweint. | Nr 
ſtaͤrcker als der Tod: Ein Flam⸗ 181. Doch, wer die reine | 
me, die ein ewigs Feur. O wie Liebe keũt, acht nicht, wie heiß 2 
5 iſt Schweſter⸗Lieb ſo theur! das Feuer ee | | 


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73 


| Schlacken nim̃t dahin, u. rei⸗ 187. Es iſt bey mir ſo aus⸗ 
e mgt den verliebten Sinn. gemacht, daß ich hier alle ðꝛeud 
fd: Menn 182. Und weil die treue verſagt: Und was mein 
Liebes⸗Hand mich hat ge⸗Troſt dafuͤr zu ſeyn, das ſind 
bracht in dieſes Band: So die liebe Schweſtern mein. 
lieb ich, wies erträglich iſt, wie 188. O was ein Gluͤck u. 
man mir auch ſonſt oft ein⸗ groſes Heil iſt worden mir da⸗ 
mißt. N durch zu Theil: Daß ich in 
183. Die Schweſter⸗Lieb Chriſti Kirch gebracht, wo 
iſt frehlich ſchoͤn wer nur recht man ihm dienet Tag u. Nacht. 
drin einher thut gehn: Der kan 189. Drum hab auch ge⸗ 
auch in der groͤſten Pein den⸗ geben hin, das liebſt in dem ver⸗ 
noch von Hertzen ſelig ſeyn. ſiebten Sinn: Daß ich recht 
18 Wi e pflegt einverleibet werd, und allen 
| 4. hauf ſeiner Bahn Schweſtern lieb und werth. 
wann ihm was wird zu Leid) 190. Wie GOttzerfzeulich 
gethan: Dem muß es glücken iſt der Gang, bey viel und 
uber Nacht, daß er zum rech⸗ manchem harten Drang: Und 
ten Ziel gebracht. wann der Dorn⸗Stich bringt 
185. O liebe Schweſtern viel Wehn, thut Schweſter⸗ 
was ein Gut, wann uns im Lieb zur Seiten ſtehn. 
Leiden waͤchſt der Muht: Es 191. O liebe Schweſtern! 
gibt uns taͤglich neue Krafft, wie ſo froh bin ich, daß wir 
1 auf unſer rauhe Wanderſchaft. find worden fo: Daß nichts 
725 186. Daß wir einander kan heilen unſre Pein, es muß n 
N bleiben treu, und Keins des an⸗ nur Schweſter⸗Liebe ſeyhn. 
dern Schmertzen ſcheu: Viel⸗ 1 92. Dañ Schweſter⸗Lie⸗ 
mehr in einem reinen Sinn, be fo beſtellt, daß fie im Leiden 
ſich eins vors andre gebe hin. nicht zerfällt: Iſts trüb 0 und 


pw: A | 


19 


dunckel um fie her, fo weicht Leben nicht Hintvagt: So iſt 


fie noch viel weniger. es nur ein leer Gedicht; ob man 


193. Dann fie liebt alle⸗ gleich noch ſo ſchöͤne ſpricht. 
zeit nur. ſo, daß ſie kan ſeyn im 
Leiden froh: Wenn ſich der 
Glantz der Schoͤnheit zeigt, u. nie dem Guten widerſtrebt: 
fo wird fie klein u. ſehr gebeugt. Den kan ſie machen rein und 

194. Dan oft der ſchwaͤr⸗ klein, waͤr auch ſein Hertz ein 
tze Trauer⸗Flor gezogen an Felſen⸗Stein. | 
dem Jungfraun⸗Ebor: Hier 200. Wo wahre Liebe das 
iſt Gedult der Wanderſtab, u. Gewicht, da iſt ein ſolches 
auch des Hoͤchſten Wundergab ſcharff Gericht: Sie laͤutert 

195. Wann wir in der be⸗ auch den reinsten Sin, der ſich 
trübten Zeit durch Engel⸗ChoͤGOtt wolt ergeben hin. 
re wie verneut: So ſiehet man 201. Damit er von Un⸗ 
mit Wunder an, was Liebe lauterkeit von Eigen⸗Liebe 
in dem Leiden kan. gantz befreyt: Dann was noch 


196. Das iſt ihr Schmuck nicht iſt Engel⸗ rein, kan nicht 


und Jungfraun⸗Zier, wann ins Heil ge gehen ein. | 
fie im Ceiden bricht herfuͤ: 102. Diß iſt der lautern 
Wer lieben wolte ohne Pein, Liebe Spur, wo man der Goͤtt⸗ 
kan nicht zum Himel gehen ein lichen Natur Theilhafftig wiꝛd 
197. O wahre Liebel brich ohn eitlen Ruhm, und geht 
herfür, und zeige uns die off⸗ ins innre Heiligthum. 

ne Thuͤr: Zu gehen freudig 203. Allwoͤ man erſt recht 
aus und ein, daß nichts ver⸗Liebe pflegt, als wie ein Prie⸗ 
dunckle unſern Schein. ſterlich Geſchlecht: Wer dieſes 
| 198. Da, wo man mir Amt einmal vertritt, der ift 
von Lieben ſagt, und doch ie Goͤttlichem Gebluͤt. 
3 5 


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240 


Er in der wah⸗ 
199. Wen Liebe lebt, 


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204. Und waͤr die Liebe auf das Bild der Sterblichkeit 


nicht fo ſchoͤn, was ſolte uus ſo 210. Im ieben wird fonft _ 


machen gehn Die rauhe Bahn nichts: geſehn, als was kan. 
in dieſer Zeit, in ſo viel Muh rein vor GOtt beſtehn: Sie 
und Hertzenleid. lloͤſet allen Fluch und Bann, 
205. Wo Liebe ſtets den ſeht doch, was wahre Liebe kan. 
Scepter führt, iſt alle Thor⸗ zr. Die reine Liebe flie⸗ 
heit wie verirrt: Sie iſt der ſet ein daſelbſt, wo Hertz und 
klugen Lampen Licht, wo es Sinen rein: Ihr Weſen ſelbſt 
niemal an Oel gebricht. iin Gott beſteht, dieweil ſie 
206. DieSchweſter⸗Liebe nimmermehr vergeht. 
iſt gar ſchoͤn, ſie macht uns ꝛ 12. Wie kan ein Hertz 
Gottes Fuß nachgehn: Fuͤhrt fo ſtille ſeyn, das gantz mit 
ſie ſchon oft in Creutz u. Noht, Lieb genommen ein: Nichts 
fie kan erloͤſen von dem Tod. wird gehoͤrt, nichts wird geſehn 
207. Die Schweſter⸗Lieb als nur was kan vor GOtt 
kan leiden viel, ſie hat kein an⸗ beſtehhhnn. 
der End noch Ziel: Scheint oft "273. Drum hab ich auch 
mal alles Grade krum, ſie iſt dig Eins erwaͤhlt, fuͤr allem, 
als wär fie taub und ſtumm. was auf dieſer Welt: Die Lie⸗ 
208. Es iſt gar lieblich an be herꝛſcht durch alles hin, was 
zu ſehn, allein der reinen Lieb ſcheint Verluſt, iſt ihr Gewin. 
nachgehn: Sie bringet uns 214. Wo Liebe felbſten 
zuletzt dahin, daß nichts bethoͤ⸗ bricht die Bahn, beym Fehlen 


ret unſern Sinn. man nicht irren kan: Und 
209. Die Liebe, ſo bey waͤrs einFall, wo alles bricht, 


Schweſtern blüht; ſteht höher, durch Lieben wird man auf⸗ 
als was man ſonſt ſteht: weil gericht. 

fie hat Unverweßlichkeit, loͤßt 215. Darum, ihr lieben 
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Schweſtern mein, wir wollen einander ſeyn ſo nah verwandt. 
ſtets Liebfertig ſeyn: Dann 221. Iſt dann auch wohl 
Liebe iſſet Lebens⸗Brod, und ein beſſer Gut, als wo die Lieb 
hilfft zuletzt aus aller Noht. ſtets breiten thut Der Schwe⸗ 


216. Kein Leiden iſt, das ſtern, die im reinen Sin ſich 


fie beſchwert, weil ſolches nur Jungfraͤulich ergeben hin! 
die Liebe naͤhrt: Und kommt 222. Zu leben in der Liebe 
auf ſie ein harter Stoß, ſie ſo, daß ſie ſonſt nichts kan ma⸗ 
ruht der Weißheit in dem chen froh: Als nur dieſelbe bie⸗ 
EN Je reine Lich Hertzen ſucht 

Tr. Je reine Liebe Hertzen ſucht. wo 
2 17 . Dic einde, 223. Sie ſchencket oft in 
wo Ichheit oder Zweyhbeit iſt: vielem Leid, wann Schweſter⸗ 


Wer ſeiner ſelbſt nicht komen Lieb im harten Streit: Viel 
| bittre Suͤſigkeiten ein, fo wer⸗ 
218. Die Jungfrauſchafft den wir recht Findlich-Eleim, 

ſo Gott erwaͤhlt, glaͤntzt da, 224. Drum iſt uns auch 
wo man ſich ſelbſt entfällt: ſo wohl geſchehn, weil wir die 
Drum will ich ſagen ab, was Wege koͤnnen gehn: Wo man 


ab, der iſt der Liebe Todẽ⸗Grab 


mein, ſo kan ich recht Jung⸗ erwirbt zum Ehgemahl den, 
fraulich ſnn. ſo erwuͤrgt am Ckeutzes Pfal. 


ſo hoch, ſie zieht nicht mit am war mit gemeynt, um welche 
fremden Joch: Wer gern wolt wir ſo lang geweint: Doch blieb 
ruhn in ihrem Schooß, der bey ſo viel Schmach u. Hohn 
i ae, Sn deter Gal „ch un Bat ine 


H: 220. Kein groͤſer Gluͤck, 
kein groͤſer Heil koͤnt werden le 
mir allhter zu Theil: Als in arzeiger ſich im Lichtes⸗Glantz 


wi; 


6 


bes⸗Frucht, die man in reinen 


219. Die reir e Liebe ſteht 225. Die Jungſtauſchafft 


„ „% Mun hat der ſchoͤ⸗ 
22 6. N ne Perle Krantz 


dem treuen Schweſter⸗Bar d C3 Wo⸗ 


22 N 
8 


Womit die Jungfrauſchafft 232. Und leget bey den 
gekrönt, wann fie iſt lang ge⸗ſchoͤnen Krantz, der Weisheit 
nug verhoͤhnt. Schmuck im Lichtes⸗Glantz: 
227. Und kommen zu der O Wunder! weil wir hier ſo 
Aehnlichkeit, daß wir erbaut klein, und ſollen dort fo ſchoͤne 
in JEſu Seit: Und heiſſen die ſeyn. h dnsthld an 
eliebte Wahl der Tauben: u. 233. Es iſt ein unverweß⸗ 
Jungfrauen⸗Zahl. lich Gut, das uns erhaͤlt die 
228. Drum wird uns auch Liebes⸗Glut: Und ſcheinen wir 
der Gang oft leicht, wann ſich oft dumm und thor, gar bald 
nur Schweſter⸗Liebe zeigt: bricht Schweſter⸗Lieb hervor 
weil ſie die Frucht vom Himel 134. Bekraͤntzet unfre 
her, und auch der Jungfraun⸗Simpelheit; vergeſſen wir die 
Schmuck und Ehr. Traurigkeit: Da ſehen wir, wie 
229. Und weil wir in das Wunder⸗ ſchoͤn die Schweſter⸗ 
Looß gebracht, daß jedes nur Liebe uns macht gehn. 
darauf bedacht: Wie es dem 235. Mit groſer Freude 
Andern ſey zur Freud u. Troſt unſern Gang, vergeſſen unſern 
in der betruͤbten Zeit. Trauer⸗Klang: So wird be⸗ 
230. Dann koͤnt auch wol reitet in viel Leid der Jung⸗ 
was beſſers ſeyn, als wann in fraun⸗Schmuck zur Hochzeſf⸗ 
ſo viel bittrer Pein Der Lie⸗ Freud. Re N 
be Balſam ſtetig fließt, der al⸗ 236. Wolt ſich ſchon ſonſt 
le Bitterkeit verſuͤßt. was preiſen an, uns zu ermuü⸗ 
231, O Schweſtern was den auf der Bahn: Es kan 
ein hoher Preiß, wo Schwe⸗ nicht ſeyn, weil unſer Wohl iſt, 
ſter⸗Liebe brennt ſo heiß: Daß was uns dorten werden (ol; x 
ihre Brunſt uns mach fo rein, 237. Drum freuen wir 
daß jedes kan jungfraͤulich ſeyn uns in dem Gang: ob gleich 


KERNE 
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23 
oft Trauren für Geſang: Und 2 Ann alles, was 
heiſe Thraͤnen flieſen hin, es iſt 43. ie Augen ſehn, 
der groͤſeſte Gewinn. iſt nichtig, kan gar bald ver⸗ 

238. Daß man nicht weicht, gehn: Der Tod nimmt alle 
wañ auch wird trüb der Him⸗Schoͤnheit hin, fo oft bethoͤrt 
mel und die Schweſter⸗Lieb: den albern Sinn. ' 
Dann in der Prob fällt nuf 244. MWeraber feufcheLies 
dahin, was nicht nach lau⸗ be ſucht, und ſich errettet durch 
term Gottes⸗Sinn. die Flucht: Der findet die er⸗ 

239. Wer nicht kan leiden, habne Bahn, wo auch kein 
geht vorbey, was Schweſter⸗Thor drauf irren kan. 0 
Lieb ihr Adel ſey: Dann ſie 245. Und wandelt dañ ſehr 
im Duncklen oft erſcheint, wan freudig fort, hoͤrt und verſteht 
wir uns faſt zu todt geweint. kein eintzigs Wort: Das ihm 

. Sie bringet neue ſonſt wolte reden drein, er ach⸗ 
Schönheit an, fo fieht man, tets nicht, laͤßts nur ſo ſeyn. 

was die Liebe kan: Sie macht 246. Bis daß nach viel ge⸗ 

das Alte wieder neu, fo ſieht habter Muh ſein Tagwerck iſt 
man, was ihr Adel ſey. ch: E vollendet hie: Und nach des Le⸗ 

Ignaz 41. Dann fie iſt allzeit bens BEN verſetzt zur 

ſolcher Art, daß ſie ſich mit der ſtillen Ewigkeit. 

Keuſchheit paart: Bis ſie in 247. Da wird mit Him⸗ 

dem verliebten Sinn gibt end⸗ mels⸗Luſt geſpeißt der keuſch 

lich Alles gar dahin. und reine Liebes⸗Geiſt: Das 

2242. Michts iſt, das ſie ſich viel Eedraͤng iſt ab und loß, 

vorbehaͤlt, waͤrs auch das liebſt man ruht der Weisheit in 

auf dieſer Welt: Dann fie. hat dem Schooß. 655 
alle Ding verſagt, wärs auch 248. Diß iſt das End von 

Na * hoͤchſten Tugend Pracht. dieſer Bahn, ſeht Seinen 

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24 
2 WWS ̃ ͤT— dT!!! Vase a EN 


was die Liebe kau Wir hier Thun oft ins Gericht: Daß 
nur ihrem Fuß nachgeht, der ſie auch ſo gering gemacht, wie 
wirdalldort von Gott erhöht.) Staub auf Erden nichts geacht 
2.49. Die Treu erwirbt 254. So machet ſolches 
Standhafftigkeit, wodurch be. doch nicht bang; ob Zeit und 
ſtiegen Welt und Zeit: Wer Weile öfters aug: So wird 
darin feig und nicht behertzt, man doch nicht abgeneigt moch 
hat bald der Weisheit Kron daß man ſich der Lieb entzeucht. 
verſchertz , 2355. Er macht die Schwe⸗ 
g Dann in derſelben ſter⸗Lieb nur neu, von aller 
Lager⸗Staͤtt iſt alles ſauber Ich⸗ u. Meinheit frey: So 
rein und nett: Drum wird wird man recht wie Gold be⸗ 
anlichts da genommen ein, es währt, wann alle Schlacken 
muß nur gantz Jungfraͤulich find verzehrt.. 


uin Bu 
256. Doch iſt die waͤhrte 


feat. EINEN 35 ö * e 7 
kit f Liebe wie biſt Schweſterſchafft, nebſt Lieb u. 
25 J. O duſoſchön, wer Leid mit Ol verhafft: Der 


iſdlte dit nicht gern nachgehn? wird nach vieler Traurigkeit 
9 8 7 10 Hu 1 5 0 e kleidẽ in e 
Hiſt , nichts iſt, es wird durch 9 2 nn wird mann 
dich ver fuß. 25 7. Dire Schönbelt 
Drum heißt: lieb ſehn, wan Erd und Himmel 
nur ohn Mnaß und Ziel, die ſchnell vergehn: Wan alles 
Sthweſteru liebt man nie zu durch einander ſchneyt, ſo 
macht ſie uns in GOtt erneut. 
258. Sie ſelbſten bleibet 


— 


Lieb vermaͤhlt. unbewegt: ob ſie ſchon alles 
1653) Drum kan es ihnen hebt und tragt. Aldort in ſe⸗ 
Fehlen nicht, kommt ſchon ihr ner Ewigkeit ſieht man 15 f 

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ihre Lauterkeit. Lieb vom Himmel kam: Und 


ß Wann ſie in Fönigz hat uns an die Lieb gebracht, 


lichem Pracht erſcheint in da es für uns am Creutz 
ihrer under⸗Macht: Der geſchlacht. 


Sonnẽ⸗Glantz iſt Tunckelheit 265. Dieſelbe Liebe iſt die 


vor ihrer groſen Herrlichkeit. Flamm, die uns geſchuieltzet 


260. Dann werden in Er⸗ fo zuſam: Daß der verliebte 


ſtaunen ſtehn, das groſe Wun⸗ Sinn uns ſpeißt, und jedes 
der anzuſehn: Die, ſo ihr Thun Nam Jungfraͤulich heißt. 
alhier veracht, und ihr Ge⸗ 266. Diß iſt die Kraft von 
ſchlecht verhoͤhnt, verlacht. dieſem Lied, dieweil ein jedes 
261. Dann wird fie koͤ⸗ ſich bemuͤht: In dieſem Spiel 
niglich regiern, nach allem ſo ſchoͤn zu ſeyn wie ein eins 
Wunſch den Scepter fuͤhrn: faͤltigs Taͤubelein. 3 
So wie es Gott befehloffen 267. So kan die hoͤchſte 
hat von Ewigkeit in ſeinem Wunder⸗Kraft bethauen uns 
Raht. mit ihrem Saſt: So find wir 
262. Weil Liebe iſt ſein koͤniglich geziert, daß eins des 
eigen Bild, der hohen Gott⸗ andern Hertze ruͤhrt. 
heit Kron und Schild: So viel 268. Weil ſie der Lampen 


ſich ihre Frucht vermehrt, wird Oel und Schein, drum muß 


Gottes Namen hochgeehrt. ihr Glantz ohn End erfreun: 

263. Auch iſt ſonſt nichts, Gehts anders her, ſo lieben wir, 
das mich erfreut, als Liebe, ſo ſo bleibt ſie unſre Kron u. Zier. 
das Hertz erneut: Dieſelbe 269. O ſchoͤne: Schmuck: 


bleibt mein Eigenthum, und O edler Zweig! ſo grünet aus 
will ihr geben ſteten Ruhm. dem Liebereich: Die Liebe wird 


264. Und auch dem aus⸗ uns all erhoͤhn, um rein vor 


erwaͤhlten Lam, das bloß I Gottes Thron zu ſtehn. 


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270. O Schweftern!; laſt Schluß nur dieſer ſey, daß 
uns dencken dran, daß wir ges alle bleiben ewig treu. p guſeng 
treu auf dieſer Bahn: Sind yu. Die Schweſter⸗Liebe 
wir gleich wol gering und klein, hat die Art, daß fie. die Jung⸗ 
aldort wird alles anders ſeyn. frauſchaft bewahrt. Sie was 

271. Der Liebe Brunnen, ſchet alles rein und weiß zu 
wie man ficht, hat ausgeboren gehen ein ins Paradeis. 
dieſes Lied: Der Wunſch vom W 
a Schluß⸗Lied. 101717 
W᷑ Ann die vereinte Harmonie die Geiſter halt in eine zuſam men, 

So wird die viel gehabte Müh verzehrt, wie Stopplen in den Flam̃en. 


Weg Eigenheit! wir ſind nun Eins in Gottes Liebe worden . 
Du wirſt verbannt, und kanſt nicht ſtehn in dem ſo hehen orden. 


Die Einigkeit hat GoOtt zum Grund, und bringet ein, was war verloren: 
Diß iſt die Fruͤcht vom neuen Bund, weil 5 aus Gottes Geiſt geboren. 
Wer die nicht hat, wird ausgekehrt von denen reinen Chören: 
Die Kett zerbricht, wann Eigenheit nur Ja die Stimme, hören, 


2 t F 1 0 2. N 5 
Iſt etwas noch, das an ſich hält, und laf fein Guts nicht mit einflieſen, 

f Pee fein Glück in jener Welt, und muß gar ängklich dafür büfen. 
Wee ſich verläßt, heift wolgeborn, und iſt ſchnell angeländet, Mun 
W aller Jammer gantz dahin und anf einmal verſchwindet. ti 


. 235 1 4 „ . 1 1 * * 
Drum wollen wir in dieſem Band der Lieb fein feſt zuſammen halten, 
Wo dieſes Feuer anzebrandt, muß eigne Lieb als wie erkalten. RT” 
. Es ift Gefahr, wo mans verficht, und fällt aus denen Schrancken: 
Wer gehet aus der Harmonie, muß hin und wieder wancken. J Ar 


1 a z * 
Wir wollen dann den hohen Preiß vereinter Liebe feſt bewahren, 
Weil di die allerſchoͤnſte Weiß der Lieder in den Junafraun⸗Schaaren: 
145 1 nicht ſo klingt, iſt abgethan hey denen reinen Choͤren, R 
Die Eintracht laßt zu jeder Zeit Ne ſchoͤnſten Weiſen hören. 


Drum lernen wir auch vielerley der Stim⸗ und Thonen, daß fie klingen, 
So können wir, wies font auch ſey, die allerſchönſten Lieder ſugeg E * 


de Salomo! hohl aus der reinen Schaar die reine Taube, 1 4 — 
Daß nuſte Junzfrauſchafft und Kron ja ewig nie mand raue. 
a inn in n 4 * in ant! 0s 
Nin u 1 N D ö E BARTH N aa 


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14 


Naoachgeſammleter Anhang. 


Johr, lift Gott alfag en 
ei Mofa ve Ge Bari ne 5. Die Helden gehen aus, 


tt ter den Dornen 
55 Garten der Chriſlichen n und die in Gottes Haus als 


Tl gen nern en He treue Knechte: Sind noch nicht 
tes innerm Heiligthum. ir und Fit mid zu ch an 
| und Fried Gottes Geſchlechte. 

Des Hochſen Wunder⸗ 6. Das neue Jions⸗Heer 

Kraft aufs neu wird ſie⸗ aus GStt vom Himel her, zeigt 
ehaft, und laͤſt ſich 4 eine Bluͤthe. Der Fridens⸗Bott 
eigt. an die neue Maͤhr, da aß macht Bahn im Weg nach 

oh erwaͤhlte Heer ſoll tryum⸗ Canaanı und 121 Ne 

7. Drum freuet fich mein 
. Der Frtpene⸗Bott geht Hertz, und achte nicht den 
aus, und achtet keinen Stꝛaͤuß, Schmertz dẽ ich muß leidẽ: Weil 
voll Geiſtes Triebe: Daß man worde mir bekant des Weg zum 


ſich macht bereit zur frohen land, der güldnen Zeite. 
REN in reiner Liebe. e Ache (iD e 


Das gantze Zions⸗Heer t zuruft aufs ne 
gibt dieſem Ruf Scher, mit Kan Lamt hen, ie A = 
1 05 Freuden: ſie ſind darauf gene⸗Kraft aglich acht ſiege⸗ 
edacht, des Höchften Wunder⸗ 15 in allen Wehen. 
Made weit aus zu breiten. 9. Mun iſt die Zeit geborn, 
4. Jetzt iſt die rechte Zet wo funden, was verlorn, das 
0 daß man ſich mach bereit 1» Blüehgetzoften Das Heil tuht 
| dieſen Tagen: Was vor verbor⸗ un aufgehn, was lang kein 


den wat, fo manche Zeit und Aug geſehn, komt eingeloffen. 
> Ba 


3 ne * 


— — — — —— 


10, Jeruſalem die Stadt, man das neue Lied, und preiſtk 
fo guͤldne Tohre hat, zeigt ihre Gottes Wunde: Guͤtz. 
Schoͤne; Die Waͤchter rufen 2. Da gehet Gottes Volck 
aus: geht ein in Gottes Haus hinein, empfängt den Kelch 
mit Lobgetoͤhne. mit ſuſem Wein, und Brod aus 
11. Kraft, Ehr und Herr⸗JIJEſu Haͤndẽ: Da ſtehn die Juͤn⸗ 
lichkeit ſey unſerm GOtt be⸗ ger all bereit, umworffen mit 
reit, wann ſeine Frommen von dem weiſſen Kleid, beguͤrt an 
allen Orten her der Erden, und ihren Landen. Sie heben Hertz 
dem Meer zu Hauffen komen. und Hand empor, und oͤffnen 
12. Wir ſehen ja voran Gottes Hertz und Ohr. 
auf unſter Glaubens⸗Bahn, 3. Kommt doch herzu in 
was Gott thut ſchencke: Was aller Eil, und gebet acht aufs 
wird erſt ſeyn bereit, wan man rothe Seil, wo kein Blut wird 
wird alles Leid nicht mehr u Die Feinde müſſen 
gedencken. da hinauf, dann GOtt behutet 
13. Tryumph, Victoria, dieſes Hauß, und wachet umver⸗ 
des Herren Tag iſt nah, man droſſen. Hier iſt die Liebe das 
Hörer Weiſen: Wie das erwählte Panter, da man Ihm dienet für 
Heer des Schoͤpffers Macht und für, r. 
und Ehr thut herrlich preiſen. 4. Der ſchmale Weg nach 


e eee e „Canaan, da auch kein Kind 
Dx Zeit rückt nun mit mehr irren kan wird nun aufe 
acht herbey,da Ephrata neu bettete: Weil die Geſalb⸗ 
wird werde frey vom Dienſt der ten vorher gehn, und vor das 
Eitelkeit: Das Fꝛiedens⸗Haus Volck mit vielem Flehn u. Seuf⸗ 
iſt ſchon erbaut, wo GOtt ſich n zu Gott baͤtk. So fließt 
ſelbſt mit Menſch vertraut in das reine Salbungs⸗Oel von 
dieſen letzten Zeiten. Da ſinget ihnen her auf Leib 8 


4 


— 


alle Jahr, und bin beſchuͤrmet 


viele Koſtbarkeiten. O lang ge⸗ 


* 
3 


5. Ein neues Wunder nun Hertzen keuſch und rein, laſt euer 
erſchallt, das gehet durch den Lob⸗Lied hoͤren: Bin ich ſchon 
gantzẽ Wald, daß auch die Thieꝛ ſchwach, und kan nicht gehn, 
zahm werden: Wo weder Hütt fo darf ich doch die Freude 
noch Hauß zu ſehen, da ſieht ſehn, und helf das Lob vermehrc. 


man Gottes Diener ſtehn in hei⸗Die Engel freus ſich ſchon lang 


ligen Gebaͤrden. Nun komnit auf euren ſchoͤnen Lobgeſang. 
das endlich an das Licht, wo⸗ 9. Ich kan vergeſſen alles 
von der Geiſt fo vieles ſpricht. Leyd, mein Hertze wallt vor lau⸗ 
6. Halleluja ich ſtimm mit ter Freud von Dancken und von 
zu, wo dieſe find in ſtoltzer Ruh, Loben: Dann die Verhetſſung 
will ich mein Pfund beylegen: iſt geſchehn, die Frommen wer⸗ 
Bey dieſer heiligen Gemein den bald eingehn, nach viel 
ſoll auch mein Huͤtt u. Woh⸗ gehabten Proben. Ich will 


nung ſeyn, ſo erb ich mit den mein Leben geben hin vor 


Segen. So werd ich juͤnger GOtt, das bleibet mein Gewinn. 
10, Ich heb mein Haupt 
vor Gefahr. mit Freudẽ auf, weil ich erlangt 
7. Hier findt man Ruh ins die Geiſtes⸗Tauff, und werd 
HErven Saal, wo die Jung⸗ auch neu geboren: ich trag das 


frauen allzumal ſich ſchmuͤ⸗Creutz ſchon lange Zeit, und bin 


cken und bereiten. Hier mangelt zum Gottes⸗dienſt bereit, ich 

weder Oel noch Wein, die Lie⸗ werd nicht gehn verlohren. Tri⸗ 

be ſchencket reichlich ein ſo um ph, Triumph Victoria und 
ewiges Halleluja. 9 


Err Je Chriſt, du 

8. Ihr Bruͤd ru. Schwe. höͤchſtes Gut, und Lüfte 
ſtern groß und klein, die 155 im ſpiel meiner Seelen: Sun 
m | 2 Hul 


wuͤnſchte frohe Zeit! des Lam̃es 
Hochzeit wird bereit. | 


| 
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Huld für Wander thut, will mich von der Erd, aus unver⸗ 
ich mit Freud erzehlen. dienten Gnaden. 0 
2. Bin ich ſchon nur ein 8. Und mir erworben eine 
glimmend Tacht, und ſehr ge⸗Ort in Gottes Haus zu Ehren: 
ring auf Erden: Dort wird der Wo Gottes Kinder fort und 
Heilgen Nidertracht in GOtt fort ewig ſein Lob vermehren. 
Khöhet werden. 9. Was groſe Freud und 
3. Drum reiſe ich im Se⸗ Seligkeit wird alsdann erſt 

gen hin in meinem Trauer⸗ſtan⸗ aufwachen: Wañ alle Fromen 
de: Dort blüht mein Heil mit ſeyn befreyt vons Todes Grim 
viel Gewinn in dem verheiſnen und Rachen. 
Lande 10. Kot ihr verlobten in 

4. Alwo das Hoffen kom⸗dem Bund, die mit mir auf 


men ein der Lieb⸗Erwaͤhlten dem Wege: Seyd Gott getreu 


rommen: Wo alzumal zu mit Hertz und Mund, und wer⸗ 
ehen ſeyn, die aus viel Truͤbſal det nimmer träge. | 
komen. eine 11. Weil Gottes Lieb un⸗ 
5. Weil ſich geendet alles endlich groß die IEſus thaͤt voꝛ⸗ 
Leid, und Elend hier auf Erden: tragen: Da er verließ ſeins Vat⸗ 
Wird es in jener Freuden⸗Zeit ters Schooß u. ließ ans Creutz 
um ſo viel beſſer werden. ſich ſchlagen. 7 N 

6. Drum iſt mein Hertz 12. Aus lauter Lieb und 


durch Gottes Gut und Liebe Guͤtigkeit umſonſt dahin gege⸗ 
hoch erhaben: Weil er im Her⸗ben: Ins Todes Grimm und 


tzen und Gemuͤth mich thut Bitterkeit, ſein unſchuldiges 

unendlich laben. eben. | ABLE: 

7. Des Bundes Blut, p| 13, 

theur und wehrt, hat meiner Yun dran, was wird aldor⸗ 

Suͤnde Schaden geheilt, eꝛkauft ten werden: Nach der gebroch⸗ 
7. | 2 2 nen 


Drum wollen wi ſtets 


— 9 
ung 
5 4 
DDP 


3 


nen Creutzes⸗VBahn, und Leiden tragen: Die kommen aus ſo 
hier auf Erden. 1 viel Gefahr, und heiſſen Truͤb⸗ 
14. Dann was ein jeder ſals⸗Tagen. 

ſaͤet aus in dieſem kurtzen Leben: 20. Was groſe Freud wiꝛd 
So bringt er eine Frucht nach da geſehn an denen Lamms⸗ 
Dea der Lohn wird ihm ge⸗ Jungfrauen: Die nimmer aus 
geben. dem Tempel gehn, ohn Ende 

15. O Wol demnach! wer Gott anſchauen. 
feine Saat im Segen thut aus⸗ 21. Ach jal es iſt die Herr⸗ 
breiten: Den wird die unver⸗ lichkeit, Die nimmer 99255 auf⸗ 
diente Gnad mit groſem Heil hoͤren: Weil ſie in alle Ewig⸗ 
. | fkeit wird ohne Ende währen. 
16. Bi Boins She u Das geli 2 Zion ia Gottes 
errlichkeit, da man mit ſchoͤne Das gelielte Sion wird in Gottes Herne 
Hale Ihn in die Lang der de Jen an tem Creune bene derben 
Ewigkeit wird unaufhoͤrlich fe e 
Dr innwendig gantz herrlich und mit guͤl⸗ 


e 5 Stücken gekleidet mit Frend 
Dann wird die Freud Wanne im des nis Pala see vir 


und hohe Würd recht klar ge. e 

ſehẽ werden; Die nie ein menſch⸗ Hach, Ale 9 dan. 

e e an gedenck, wie viele bittre 
1 Schmertzen mir taͤglich einge⸗ 

en eh dien ſcenckt Ach! möge ich doch Bald 

en ſehr ſchoͤne: Und auf d ſehen das Heil von oben her, 

Berge Zion ſtehn, mit oilem ie ammer⸗Meer. 

ö re eine groſt ie biel and manche 

Schaari die Sieges⸗Pa n che und bitſeſz t 


n ſonſt muß von deid e 7; 


& 


fagen, wie feine groſe Treu in 
trübten Zeit. Acht wie haͤlt ſich meinent vilen Sed mir hat 
verborgen das lang erblickte geſtanden bey: Waͤr dieſes nicht 
Heil, daß ſo viel ſchwere Sor⸗ geſchehen in der betruͤbten Zeit, 
gen worden zu meinem Theil. halt muͤſſen ich vergehen vo 

3. Achl wem ſol ich es kla⸗ vielem Weh und Leid. | 
gen? wer weiß von dieſer Noht? 7 


oft uber mich ergehen in der be⸗ 


Ol wie iſt Gottes Guͤte 
doch wil den Jammer tragen, ſo ſuͤſe in der Eng, wenn man 
ſolts waͤhrẽ biß in Tod. Villeicht von Seuffzen muͤde bey ſo viel 
hat GOtt erſehen nach ſeinem Noht⸗Gedraͤng: Weil oft die 
weiſen Naht, wie mir hier ſol ſchwere Laͤſten drucken den 
geſchehen auf feinem Lebens⸗ bloͤden Sinn in ſeinem vilem 
d. N [Braſten, daß aller Muht 
4. Drum mich ſo hart ge⸗ faͤllt hin. 
troffen die kümmerliche Zeit, 8. Wer haͤtte ſollen mey⸗ 
daß faſt dahin das Hoffe von nen in feiner Jugend⸗Zeit, daß 
Gottes Guͤtigkeit. Ach! wie ſol ſo ein langes Weinen und vie⸗ 
ich erheben den matt⸗ u. blöden les Hertzenleid noch wäre durch 
Sinn, mein kuͤm̃erliches Leben zu gehen in dem ſo treuen Sin, 
mimmt alle Kraft dahin. biß alle bittre Wehen nehmen 
F. Iſt dann mmfonft ge⸗ das Alte hin. 
loffen fo manche Zeit u. Jahre 9. Doch iſt es nun getꝛoffd, 
ſol dann mein langes Hoffen nach vielem Hertzenleid er⸗ 
ſelbſt ſeyn verloren gars Doch wirbt das lange Hoffen die 
wil, weil ich ſehr müde, warten wahre Seeligkeit. Bald werd 
im Demuts⸗Sinn, big das mir ich Garben binden auf mei⸗ 
Gottes Güte nimmt meinen nem Traͤhnen⸗Feld, dann 
Kummer hin. wird mein Gluck ſich finden 
6. Ich kan es doch nicht in jener neuen Welt. | 
. ; 10 


pn 


€ 


— —— — — — 


10, Drum wil den Jamer ſtete Schmertzen ſchwaͤchen 
tragen, der mir iſt aufgelegt, Kraft und Helden Muth. 
bald werd von Güte ſagen, 3. Wurd ich nicht in mei⸗ 
und wie uns Gott oft trägt. ner Bluͤthe, in der zarten Ju⸗ 
Nach den betruͤbten Zeiten gend ſchon öfters von viel 
geht man zur Ruhe ein, al⸗Seuffzen müde, weil ich truge 
wo die viele Leiden ewig ver⸗ meinen Hohn. Kumer⸗volles 
geſſen ſeyn. | N war zu je⸗ 
| 5, 00 eit mein S 11 
Das Hertze, welches in heiliger Schmeltze, truͤbnus meiner Seelen mu 
„ d wo if dan 
e ee wo iſt dann ſeine 
ben Seen.. Gute, die mich ſonſt fo vaterlich 
9 hat in meiner Jugend⸗Bluͤte 
der unverſehnen Drange oft gelabt fo ſuͤſſigliche Weil 
/ über die, (nebſt vieleim mir scheint in fo viel Wehen, 
Leid) alle Wetter find ergange; als ob ich verſtoſſen wär, und 
Ol dez ſehrbetruͤbten Zeit: Auch von Elend müft vergehen in 
das Schifflein war bedecket dem tiefen Jammer⸗Meer. 
gantz mit Wellen rund umheꝛ, * Doch, das Fuͤncklein, ſo ; 
weil ſich Gottes Gunſt verſte⸗ mir blieben, heiſt Gedult in 
cket in dem Voden⸗loſen Meer. vielem Leid, und weil die ins 
4. Acht wo habich es ver⸗Hertz geſchrieben, werd ich dan 
ſehen, dacht ich oft in meinem und nun erfreut: Dieſes iſt mein 
| Sinn; follen dann die viele Trauer⸗Speiſe, dieſes macht 
Wehen nehmen mich lett gar mich dorthin ſehn, wo mein 
dahin Hab ich nicht von gan⸗ duͤrr⸗und magres Reiße wird 
| boch Hertzen ſtets geſucht das in voller Blüte ſtehn. 
hoͤchſte Gute nunmehr Bi 6. Bin ich dann damit be⸗ 
1 | B frathen 
10 4 


* 


Ro 
* 


2 
— — ——— — -— — 


rathen, wird die Hoffnung u wehrte Entſprieſung 
bringen ein, wo ich aller Sorg aus Goͤttlicher Liebl wie 
entladen, und ſo vieler Liebes ſuß find doch deine geheiligte 
Pein: Wird es endlich noch Trieb: Denn wer fie genieſet, 
gelingen, daß nach fo viel Weh muß werden verſuͤſet, was für 
und Leid werde dortLob⸗Lieder ſteꝛ u. bitter u. ſchwartze u. trüb. 
fingen in der ſel gen Ewigkeit. 2. O IJ Eſu, mein Leben 
7. Drum ſey ſtill, O liebe und einige Zier! ach, laß dir 
Seele! hab Gedult und leide gefallen zu wohnen bey mir! 
dich, du entgehſt der Trauer: Kan ich dich nicht haben, find 
Hoͤhle, und das Wetter leget andere Gaben verloren, und 
ſich: Ich ſeh ſchon im Blick er⸗waͤrs auch die ſchoͤneſte Zier. 
ſcheinen, nach der langen 3. Vertreibe, OFEN im 
ſchwartzen Nacht, wo zu End iunerſten Grund die Seuche, 
das lange Weinen, und man ſo öffters mich tödlich ver⸗ 
zu dem Ziel gebracht. wundt: So kan ich eindringen, 
8. Ol wie werd ich end⸗ und endlich erringen, durch 
lich loben, nach ſo vielem Weh deine Genade den ewige Bund. 
und Leid, Gott nach fo viel 4. Achl laß mich ſtets woh⸗ 
Wunder⸗Proben, in der frohe nen in deinem Gezelt, weil ich 
Ewigkeit. Jetzund will ich mir daſſelbe vors beſte erwaͤhlt. 
leiden, tragen, waͤrs auch ſchon Viel heiliges Kuͤſſen man da 
die geöfte Pein, bin ich ſchon thut genieſen, weil Geiſte und 
noch hart geſchlagen, dort Hertze mit JEſu vermaͤhlt. 
wird alles anders ſeyn. 5. OI eEſu Jehoval du 
6. llliebliche Wonn komm, leuchte 
bel „une en doch in mir, du Göttliche Son! 
e 0 oralen BIN a HS Reha kh A 
be ane Turtel⸗Tauben wird nach Nen Licht⸗Stralen, ſo trag ich 
einem kleinen Ungewitter angenehm in dem u das 
eiligen Andencken Sottes u, feinen Liebe, 


fe: 


—— — 


das Liebſte, das Beſte davon. 
6. Mein Holder, 
Liebſter und einige Luſt, la 
niir doch nichts änders mehr 
werden bewuſt, Als dich nur 
alleine zu lieben gantz reine: 
Ach! laß mich ſtets trincken an 
deiner Lieb⸗Bruſt. 


7. Dich Loben und Lieben d 


iſt herrlich und ſchoͤn, und alſo 
nur deinen Fuß⸗Tritten nach⸗ 


gehn: Laͤſt nimermehr wancke 
in heiligen Schrancken, wann 
Himel und Erden auch ſolten 


vergehn. 


c — — — —— 


‚29 


10. Kolm alle ihr Fromen: 


mein frolocket zugleich, daß keines 
laß mehr werde noch matte noch 
weich: Im Dancken und Lobe, 
in Leiden und Proben; dieweil 
wir erblicket das Soͤttliche 
Reich. | u 


* IS N v 

as ſanffte Oel unſers Ober⸗Hohen⸗Prie⸗ 
fiers Chriſti JTEſu flieſet reichlich von ſei⸗ 
nem geſegneten Haupt bis an den Saum 
ſeines Kleids, als da iſt ſein heiliger Leib 
und Glieder ſeinet Kirchen: So werden 
unſere Gebaͤter angenehm vor dem reinen 
Angeſichte Gottes, und unſerer wird im 
N gedacht in feinem‘ innern Heilig⸗ 
hum. gr u EDEN, 72 


2 


E wie viel und ſchwere 


8. Wie herrlich und lieb⸗ N Sänger ach wie viele Roht⸗ 


lich wird ſchallen der Klang, 
wenn Jungfern dort fingen 
den neuen Geſang: Von Men⸗ 
ſchen erkaufet, im Blute ge⸗ 
tauffetz treu bleiben auf Erden 
im bitterſten Drang. 
9. Dann werden ſie Choͤre 
um Choͤre da ſtehn, und alſo 
mit Freuden dem Lame nach⸗ 
gehn: Mit ſchoͤneſten Weiſen, 


Gedraͤnge! eh man kom̃t zum 
rechten | el 
ſchwere Sachen ſtoſen zu wer 


iel. O was viel u. 


tuht verlachen dieſer Welt ihr 
eitles Spiel. Doch will ich 
aufs neue dem Beſten nachja⸗ 
gen, nicht achten, was andre 
auch dencken und ſagen. 
| B In ich gleich zur Seit 


gefallen, und geirrt in 


unendlich zu preiſen den, ſo hat meinem Wallen auf der ſchma⸗ 


geheilet die Schmertzen 7 


Wehn. 


en Lebens⸗Bahn. Was ein 


2 


x 


> 
6 


. EN X 
2 * * 


10 


—— — 


Wunder, weil geſehen, daß fo uͤbergroß: Nunmehr aber, da 


wenige beſtehen, wo Gott al⸗ erwachet, wo mich lauter Guͤt 
llein helffen kan. Doch ſoll diß anlachet, kan ich ruhn in Got⸗ 


nun bleiben, wie oben beſchrie⸗ tes Schooß. O Freude im Le⸗ 
ben, mich wieder aufs neue im ben! nun kan ich vergeſſen, wo 
Guten zu uͤben. ſſonſten vorhero bin traurig ges 
Cageſtus felbft macht Weg⸗ geſeſſen. l 1 
geleiſe auf deꝛ ſchweꝛen Pil⸗ Fa mußte ich oft ſagẽ: 
ger⸗Reiſt, wer dem folget, ir⸗ Ach mein GOtt: was muß 
ret nicht. Finden ſich gleich ich tragen bey der Widerwaͤr⸗ 
ſchwere Sachen, wer nur thut tigkeit? Iſt mein Handel dañ 
die Welt verlachen, wird im verdorben, ſo iſt IEſus doch 
Fallen aufgericht. Drum will geſtorben, daß ich werd von 
mich aufs neue ſo uͤben im Le⸗ mir befreyt. Diß ſoll mir nun 
ben, damit ich nur bleibe dem bleiben ins Hertze geſchrieben, 
Guten ergeben. daß nicht will aufhören nur 
D Ann weil ichs gar früh JEſum zu lieben. 

verſehen, da wolt JEſu Geher anders willic wei⸗ 
Fuß nachgehen, weil ich nicht nen, wolt mich blenden lee⸗ 
genug geliebt: Hat ſichs gar res Scheinen, bleibt die Liebe 
bald umgewendet, daß das rech doch mein Ziel: Was man au⸗ 
te Aug Heede demea. fer dem thut machen, iſt nur 
re ſehr betruͤbt. Drum will Tand und leere Sachen, und 
ich nun allem demſelben abſa⸗ ein eitles Kinder⸗Spiel. Drum 
gen, was mich nicht macht Lie⸗ will ich nunmehro nur deme 
be im Hertzen umtragen. nachfragen, was ſtetig macht 
Ed ich kam an dieſe Enge, Liebe im Hertzen umtragen. 
wo das rechte Noht⸗Ge⸗ Ca Aette ich vor denen Zeiten 
draͤnge, war mein Jammer | ſelbſt von SOtt mich 14115 
tie 


leite, ich waͤr anders als ich bin; 


L Aeßt er mich ſchon oft dar⸗ 


11 


— 


waͤr zſſchweben: Es iſt doch fo aus⸗ 
aber ſo iſts nicht gerathen, weil gemacht, daß ich bleib an ihm 
in allen meinen Thaten herꝛſch⸗ behangen, wie es auch vorhin 
te lauter Eigen⸗Sinn. Drum! ergangen, iſt es alles nun ver⸗ 
will mich auf ewig verlaſſen in ſagt. O ſeligs Gedeyen! weil 
allen, um alſo dem Schoͤpffer wieder gefunden, wo ich mich 
zum Beſten gefallen. vor Anfang mit habe verbund 
Ch lief wohl in meinem Uß ich ſchon in vielen Soꝛ⸗ 
5 Meynen, und bey vielem gen, von dem Abend bis 
leeren Scheinen war es ein be⸗ an Morgen meine Zeit ſo brin⸗ 
truͤbte Sach: Weil dadurch gen hin: Es iſt alles abgemeſ⸗ 
das Beſt verſehen, wo man ſen, wer das hoͤchſte Gut erle⸗ 
eigne Weg thut gehen, und ſen, findt alldorten den Gewiñ. 
nachfolgt des Fleiſches Klag. Dꝛum will mich auch üben ohn 
Drum will ich hinfuͤhro mein Klagen und Zagen, zu lernen 
Eignes rergeſſen, fo kan ich im mein Creutze mit Freuden zu 
Goͤttlichen Weſen geneſen. tragen. | 
K Ommt dann auf die Prob M Ehm ichs an, wies Gott 
das Beſte, wer an GOtt M beſchloſſen, kan ichs tragen 
ſich nur haͤlt feſte, kan nicht unverdroſſen, waͤr es auch der 
fallen noch vergehn. Wer ſich ſchwerſte Stein: Liebe lehret 


ſelbſten kan verſagen, wird in alles tragen, und wers kan 


allen Truͤbſals⸗Tagen konnen aufs aͤuſerſt wagen, geht zuletzt 
bleiben und beſtehn. Drum zum Himel ein. Drum will 


will ich in allem nur dieſes er⸗ ich nachjagen, was mich thut ſo 


waͤhlen, worinnen mich G Ott üben, weil ich mich GOtt has 
kan zu den Seinigen zaͤhlen. be zu eigen verſchrieben. 
n Warum will ich nun 


H 
neben hin und her im Elend O lieben, Lebens⸗lang mich 
B 3 alſo 


12. ’ 


— — — . —ñœ6ã4EF — — LEN 


alſo üben, daß ich bleibe G Ott ſollen, diß eiſt meiner Seelen 
getreu: gehets anders, als ich Trauck: Rau ich GOtt mein 
dencke, ich mich nach der Sa- Hertz vortragen, hör ich nicht, 
che leucke, wie ich ihin gefaͤllig was andre ſagen: ſondern preiß 
ſeh. Diß ſoll mir nun bleiben ihn mit Geſung. O ſeligs Vers 
das Liebſte auf Erden, bis daß gnügem nun wird mir einkom⸗ 
ich werd dorten verherꝛlichet men, daß ich werd vereinet den 
werden. Goͤttlichen Frommen. 


MRongen andre in viel Freu⸗ Achen, die ich nicht kan 
P den, will ich traurig gehn faſſen, will ich alle fahren 
und leiden, was Gott ber 
mich verhaͤngt: Sind es Sa⸗ 
chen, die vergehen, will ich mich meine Sachen Andern nicht 
nach dem umfehen, was mir Beſchwerden machen, fo treff 
Heil und Segen bringt. O fees ich die rechte Bahn. Nun 
ligs Vergnuͤgen wer dieſes ges wird mirs bald gluͤcken, ich 
troffen, iſt tapffer bey langſa⸗ werde geneſen, nachdem ich fo 
men Schritten geloffen. lange bin traurig geſeſſen. 

IUaälen mich viel andre Seen mich die beſtẽ Freun⸗ 

Sachen, will ich laſſen es de in den Koht, als waͤrens 
ſo machen, und des Meinen Feinde, will ichs leiden in Ge⸗ 
nehmen wahr: Wolte mich dult. Lernt man ſolche Laͤſte 
daneben kraͤncken, was man tragen, und dabey ſich ſelbſt 
ſonſt ſo leicht kan dencken, heiſts verſagen, wird erworben Got⸗ 
bey mir: Es iſt Gefahr. Drum tes Huld. Nichts beſſers auf 
will ich in allem dahin mich Erden wird jemals gefunden, 
beſtreben, vor Gott und den als wer ſich in Liebe zum Leis 

den verbunden. | 


laͤſſen, Tagen, daß geht mich 
nicht an. Ich will ſehn, daß 


Menſchen unſchuldig zu leben. 
R Eden andre, was ſie wol⸗ 
len, Ehriſten leben, wie fie 


Un⸗ 


Nverruͤckt ſoll dieſes ſtehen, 
daß ich will in allen Wehe 


U 


bleiben meinem Ott getreu. & 


Rennt mich an ein befftig 
Schnauben, will ich es vor erſt 
nicht glauben, bis ich frage, 
was es ſey. Und wann ich ſo 


13 


weil ich verſaget das hin und 
her Wancken. 

(s⸗Buͤrde ſind die Laͤſte, ſo 
hier tragen Wander⸗Gaͤſte, 
ſieht man nur nicht ſauer drein: 
Es thut heilen alte Wunden, 


faͤllts ſchwehr in betrubten 


bleibe in liebenden Schranckẽ, Stunden, dort wird alles an⸗ 


fo kan ich in Ewigkeit nim⸗ 
mermehr wancken. 

V 
Gott ergeben, ! 
mand reden drei | 
mich an ſonſt nichts kehren, 
was mich einer wolte lehren, 


wolt mir je: | 


ders ſtyn. O ſeligl wer fo ſich 


zum Creutze hingeben, erlan⸗ 


Oll Vergnügen iſt mein get aldorten das ewige Leben. 
Leben, weil ich mich hab s 


Ene alte Suͤnden-⸗Falle, 
die nur ſtuͤrtzen in die Hoͤl⸗ 


n: Thu ich lle, ſind auf ewig abgethan. Ich 


hab alles hingegeben, was nur 


heiſet Widerſtreben, weil ich 


das muß lauter Liebe ſeyn. O geh ein andre Bahn. Und ſolt 


ſelige Zeit 
worinnen 
gen gefunden. | 

Ill mein Himmel wer: 


den truͤbe, frag ich nach! 


en! O ſelige Stunde! ich unendlich im Elend um: 
das wahre Vergnuͤ⸗ſchweben, fo will ich doch ewig 
Gott bleiben ergeben. 


Agen, Klagen will ich mei⸗ 
den, mich von allen Din⸗ 


derſelben Liebe, die macht licht, gen ſcheiden, was mich nicht 


was fünfter ſchwartz: Wolten alldort erhöht. 

zuletzt geſungen, 
es iſt gelungen, weil mein 
Thun in Gott beſteht. O 


groſe Meeres⸗Wellen gegen 
mir ſich hoch auf ſchwellen, ich 
erſenck mich niederwaͤrts. 


Drum werd ich feſt bleiben in heiligs Verſag 
auf Erden die weil es m 


Goͤttlicken Schraucken, die⸗ 


So wird noch 
daß es heißt: 


gen der Dingen 
acht 
dor⸗ 


14 


nn An ee ——— — — nn mann nn — 


dorten verherrlichet werden. bey Nachte und Tage zu loben: 
8. Auch lernen daneben mit him⸗ 
Num kommen gefloſſen die liſchen Weiſen das neue Lied 
A güldenen Zeiten, wo man fingen, den Hoͤchſten zu preiſen. 
ſieht des Lames Jungfrauen 6. Was werden vor herr⸗ 
ſich weiden: Und gehen am liche Wunder geſehen?s wann 
Reihen mit lieblichem Singen, Seelen ins innere Heiligthum 
im heiligen Schmucke Ihm gehen: Und bringen die willige 
Opfer zu bringen. Opfer, daneben dem HErren 
2. O herrlichſte Schoͤnheit ſich ſelbſten zum Eigenthum 
der Goͤttlichen Seelen die alſo geben. | 
die Wunder des Herren er⸗ 7. O ſeligs Geneſen! O 


zehlen: Und bleiben erhaben himmliſchs Gedeyen! wann 


in liebenden Flammen, zu loben Stroͤme des Lebens uns innigſt 
des HErren geheiligten Name. erfreuen: Und machen uns gruͤ⸗ 
3. Die Stroͤme des Lebens nen im Paradies⸗Garten mit 
unendlich aus flieſen, den lieben⸗ ſchoͤneſten Fruͤchten, von man⸗ 
den Hertzen die Leiden verſuͤſen: cherley Arten. 1 
Viel Dancken und Loben muß 8. So bleiben die heilige 


ſtetig erklingen dem König von Seelen in Schrancken, wann 


Oben mit lieblichem Singen. himliſche Liebe ſie nimer laͤſt 
4. O huͤpfet von Freuden wancken In herrlichſter Zierde 
ihr treueſte Seelen, wir wollen und Schoͤne da ſtehen, auch 
die Wunder des Schoͤnſten er⸗nim̃ermehr weichen inSchmeꝛ⸗ 

zehlen: Daß Herrlichkeit, Ehre tzen und Wehen. 
und Glorie erſcheine an ſeiner 9. Die Einheit erneuet 
vermaͤhlten u. lieben Gemeine. mit himmliſchen Freuden, ſo 
5. Weil Er uns ſo treulich muͤſſe verſchwindẽ die trauri⸗ 
zuſammen gezogen Ihn ſtetig ge Zeiten: U. wo man zuvor 
| in 


2 ns nee 15 


in viel Schmertzen geſeſſen, Hertzen uns freuen. 
muß alles vergehen und wer⸗ 14. Wann Liebe in Liebe 
den vergeſſen. In eines thut flieſen, ſo koͤnnen 
10. Ich ſehe ſchon bluͤhen wir innere Kraͤfte genuͤſen: 
die guͤldene Krone in himli⸗ Hier alles Vergeſſen heiſt ſeligſt 
ſcher Schoͤne, mit Freude und Verweſen, und koͤnnen in 
Wonne: Wo reine und lieben⸗Goͤttlichem Werfen geneſen. 
de Hertzen in prangen, fo alhier 17. Wir wollen uns leben 
Find ſtetig dem Lame nach⸗ in Schmertzen und Leiden, fo 
gangen. wird uns in Ewigkeit nichtes 
11. O ſeligſte Seelen! mehr ſcheiden: Und wan wir 


zeigt reine Gebaͤrden, wir ſind Beherrſcher der Sinnen ſind 


ja zuſam̃en erkauft von der worden, jo müſſen ſich öffnen 
Erden: Unendlich muß unſer die guͤldene Pforten. 

Gebaͤte aufſteigen dem Lame 16. Nun wil ich mich nich⸗ 
zu Ehren mit tiefeſtem Beugé.] tiger 1 entladen, weil 
12. Einfaͤltig, von Hertz, Gott mich beguͤnſtigt mit him⸗ 
in liebenden Flammen, die liſchen Tathen: Und wann ich 


weil wir entſproſſen aus him̃⸗ ſo bleibe in Goͤttlichen Schran⸗ 


| du Mutter der Bloͤden, ach, 
Untreu erroͤthen! gib ſelber 


| 
| 
| 


| 


liſchem Saamen: Weg zwey⸗ cken, fo kan ich in Ewigkeit 
heit, wir haben nun beſſere Sa⸗nimermehr wancken. 
chen, drum koͤnnen wir deine 17, Und bleibe verbunden 
Verbildung verlachen, mit allen Getreuen, die GOtt 
13. Ol ewige Weißheit, thut von innen und auſſen ver 
neuen: Hier ſing ich mit Klein⸗ 
laß uns doch nimmer durch heit in Leiden und Proben, dort 
werd ich unendlich des Schoͤpf⸗ 
fers Macht loben. e 
18. Kraft, Ehr u. Macht 
mee ' Herr⸗ 


das Beſte zum guten Ge⸗ 
deyen, fo koͤnnen wir alle er 


A 


Frommen, die der Goͤttlichen 


16 


— 


Herrlichkeit ſeye gegeben dem Natur 


der uns geſchencket ein heiliges 6. Theilhafft worden, und 


Leben. Hier wollen wir laſſen zum Orden derer Seelen zuge⸗ 


die Trauer⸗Stim klingen, biß zaͤhlt, die da heilig und jung⸗ 


daß wir dort werden das neue 21 5 ſich mit IEſu ſelbſt ver⸗ 
maͤhlt. 


Lied ſingen. . 
| 9. 7. Gott geſuchet und ver⸗ 
DIR Er Gott liebet, und ſich fluchet alle Luft der Eitelkeit, 
aber in der Lieb getreu ſich ergeben, um zu leben in der 
zu ſeyn, wird nicht müde, bis Zucht und Heiligkeit. 
der Friede nimt fein gantzes 8. Ob zwar wenig unterthaͤ⸗ 
Weſen ein. nig dieſem Geiſt der reinen 
2. O was Wonne bringt die Juen ſind doch viele, die das 
Sonne in das rechte Friedens⸗ Ziele mit viel Schmertzen lang 
Haus! ſie macht lichte das geſucht. | 
Geſichte, treibt die Finſternis 9. Und geftritten, viel erlit⸗ 
hinaus. f ten in dem ſchweren Kampf 
3. Und macht helle jede Stel⸗ und Streit, hart gerungen 
le, die vor finſter, ſchwartz u. durch gedrungen, bis ſie gaͤntz⸗ 
trüb, fie erneuet und befreyet lich find befreyt. 1 
ſolches Haus ven fremder Lieb. 10. Von den vaſten, und nun 
4. Und gibt Weſen zum ge⸗ raſten in dein reinen Liebes⸗ 
neſen jeder Seel, die ſich ſo übt, Schooß und der Hoͤle, wo die 
und den Glauben nichts laͤſt Seele wird vonCreaturen bloß. 


rauben, ſich zum Opffer GOtt 12. Darum fingen fie und 


dargibt. 755 bringen unſerm GOtt Danck, 

5. Drum ihꝛ Liebe, thut euch Ruhm und Preiß, laſſen hoͤ⸗ 
üben, und folgt dieſer Friedens⸗ ren ihm zu Ehren Lieder auf 
Spur, weil ihr kommen zu den ie ſchoͤnſte Weiß. 


12. 


| 
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17 


wu. Du 


— ——— — 


12. Mein Hertz wallet, mein flieſen in der Liebe Ungrund⸗ 
Mund lallet, ruͤhmt mit ihnen Meer, und dem Herren aller 
Gottes Gnad; weil Er Kraͤf⸗Herren geben Danck, Preiß 
te zum Geſchaͤffte wiederum ge⸗Ruhm und Ehr 4 
ſchencket hat. 19. Mit den Frommen, die 

13. Und aufs neue ſeine Treue da kommen aus Truͤbſal und 


ſpuͤren laͤſt im innern Grund, groſſem Leid zu den Freuden, b 


feine Guͤte im Gemuͤthe ſchme⸗ die bereiten GOtt ein Lob in 
cken laͤſt der Seelen Mund. Ewigkeit. N 
14. Wer kan dencken, was zu 


10. i ! 
ſchencken unſerm Ott vor ſol⸗ M Ein Geiſt iſt erfreut, weil 


che Gnad? ich will geben hin Gott mich verneut, und 


mein Leben, opffern mich ihm ſeine Genad zum Leben, das 


früh und ſpat. ewig, beruffen mich hat. 
ag. Und im Schweigen tief 2. Die Goͤttliche Lieb mit 


mich beugen vor der hoͤchſten maͤchtigem Trieb die hat mich 


Majeſtaͤt, einwaͤrts kehren, al⸗beruͤhrt, und über den irrdiſchen 

da hoͤren, was mein Lehrer Himmel geführt. 

und Prophet . 3. Da ſeh ich die Schaaꝛ vorm 
16. Mich wird lehren, mein goͤldnen Altar, die bringet dem 

Begehren ſoll nur hingerichet HErrn Lob, Ehre, Kraft 

ſeyn, wo die Fuͤlle in der Stil⸗ Weisheit und Herrlichkeit gern. 


le mir ſpricht Kraft u. Weſe ein. 4. Ich huͤpffe und ſpring für 
17. Das wird fromen, wenn Freuden und ſing mit ihnen 


ich kommen zu der ſtillen Sab⸗ das Lied des Lamm es und Mo⸗ 
baths⸗Ruh, wo nach Leiden fe mit Hertz und Gemuͤth. 


ich in Freuden leben kan, und 5. O felige Stund! nun wird 


noch dazu. Ä auch mein Mund eröffnet, um 
18. GOtt genieſen au zer⸗Lob mit ihnen zu . 
2 ei⸗ 


21 


5 


heiligen GOtt. kroͤnt; drum jauchzet, daß 
6. Der uns durch viel Leid u. Himmel und Erden erthoͤnt. 
Truͤbſal bereit, gemachet recht | 10. Die Stunde iſt da (ſingt 
neu, von Banden und Truͤbſal Hallelujah!) daß alle gehn ein 
und Aengſten gantz frey. zur Hochzeit des Lammes, die 
7. Nun kau uns nicht mehr heilig und rein. 
das feindliche Heer der grim⸗ 11. Man ruffet ſchon laut 
migen Rott beaͤngſt gen, weil der himmliſchen Braut: der 
fie find geſtuͤrtzet von GOtt. Koͤnig iſt nah, er kommet, er 
8. Sie werden gequält, und komniet, ſingt Hallelujah. 
wir ſind gezählt zu Abrams Antwort der Braut. 
Geſchlecht, dieweil wir gehal⸗ 12. Wir fuͤhlen den Segen, 
ten das Goͤttliche Recht. und gehn ihm entgegen, und 
9. Wir ſind nun erloͤßt und ruffen ihm zu: komm Liebſter 
wir find getröft, mit Segen ge⸗ und bring uns zur ſeligen Ruh. 


8 


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Geſaͤng der einſamen 


Vurtel Daub, 


Enthaltend eine neue Sammlung 
| Geiſtlicher Lieder. 


EPHRATA Drucks der Bruͤderſchafft 


Im Jahr 17 5 5 


1 


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32 5 


TITAFITTIAFIAUERN N RIERERTTITTES 


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ins Hertz hinein, die ſchoͤnen Himmels⸗Lehren, und 
Wunder an zu preißen, laſſen jedes, wie es kan, die ſchoͤn⸗ 

die mir ſtets vor den Augen ſten Weiſen hören. 
ſeyn, und mich dich loben heie| 4. Drum werden fie auch 
fen: Ich bin geführt an einen nimmer muͤd, die Liebe blüht 
Ort, wo ich im Frieden wohne, in Flammen, weilſie aus Goͤtt⸗ 
und Gottes Kinder fort und fort lichem Gebluͤt, der ſie gebracht 
dir dienen ohne Lohne. zuſammen: das Lamm, ſo ihre 

2. Drum will dir dancken fruͤh Ehr und Pracht, bleibt ohne 
und ſpath, weil du mirs laͤßſt End erhoben, drum thun ſie 
gelingen, daß ich aus unverdien⸗ auch zur Mitternacht Ihn all⸗ 
ter Gnad auch darf im Chor zuſammen loben. Be 
mit fingen: wo man die ſchoͤn⸗ 5. Halleluja! ich bin erwacht 
ſten Weiſen hört von denen rei⸗ ich will auch mit eintreten, wo 77 
nen Schaaren, und ohne End man Gott dienet Tag und 
dein Lob vermehrt, wann fie Nacht mit Singen u. mit Baͤ⸗ 
beyſammen waren ten: und will mein beſtes wa⸗ 

3. Zur Mitternacht, wann gen dran, daß ich kan mit erlan⸗ 
alle Welt in tiefen Schlaf erſun⸗ gen der Keuſchheit Kron auf die⸗ 
cken, ſo gehn ſie ein in Gottes ſer Bahn, worin man dort wird 
Zelt, oft wie vor Liebe BA prangen. 0 

. Kar TEE 0 


005 Ch G Ott! ſchreib mir und ſtimmen ihre Lieder an mit 


. 


i home miſſer. 


un „ een, ra 


2. . Drum, O ihr Klugen! 
A Th Hertzens ⸗Bruͤder! mercket doch, wie Pharao euch 
ſtehet auf, und foͤrdert Laſt und Joch verdoppelt ſucht 


euren Glaubens⸗Lauf: zu legen auf, um euch zu hemen 


erweckt den Geiſt, und geht her⸗ in dem Lauf: dann was den al⸗ 
für, der Bräutigam iſt vor der ten Menſchen ziert, die Seel 
Thür: richt eure Lampen kluͤg⸗ vom hoͤchſten Gut abfuͤhrt. 
lich zu, und eilt zu der verheiſſ 6. Dann haben wir nur das 
nen Ruh gemeint, was allhier ſichtbar⸗ 

2. Daumunfregeit heißt Mit⸗ lich erſcheint: ſo iſt das Hertz 
ternacht, und Zioͤns Heiland iſt ſchon umgewandt nach Sodom 
erwacht, drum rufft der Waͤch⸗ und Egyptenland, und kan es 
ter auf der Waart: es eilt zu jeder an uns ſehn, daß uns be⸗ 
End die Creutzes⸗Fahrt. Wer liebt zuruck zu gen. 
wolte dann ſo thoͤricht ſeyn, und 7. Ach wie verſtrickt iſt unſre 
Sorglos wieder ſchlafen ein. Zeit in der erlaubten Eitelkeit! 
3. Ihr, unſers Koͤnigs Sie⸗ das kommt daher, weil in der 
ges⸗Beut, die ihr mit mir bes Buß nicht feſt gegruͤndet iſt der 
ruffen ſeyd: erweckt den Ernſt, Fuß. Die Huͤfft im Kampff 
verſaͤumet nicht den Glaubens⸗ nicht wird verrenckt, noch auch 
Wandel in dem Licht, weil ihr, des Todes Pfort zerſprengt. 
nach der Senaden⸗Wahl, erfehe 8. Dann aus dem Elementen⸗ 
ſeyd zum Abendmahl. Haus faſt niemand mehr ſich 

4. Hier wird das Braut⸗Feſt wagt heraus: man wuͤrcket 


zubereit in mancher Creutzes nur Gerechtigkeit, darin der al- 


Niedrigkeit: wer dieſe Zeiten te Menſch ſich freut, und bauet 


achtet nicht, muß endlich hoͤren ſo das alte Land, die neue Welt 
im Gericht, wann wird ver⸗ bleibt unbekannt. 


ſchloſſen ſeyn die Thür, ich fee 9. Man buhlet nur mit einer 


euchnicht, weicht von mir. Braut, die aus des Adams 


Seit 


| 


Seit erbaut, und diß iſt dieche⸗ Tod die Feind beſiegt Und was 
legenheit, da unſte Liebe wird der Augen Luft verfügt, wird 
gezweyt, wann der vergiffte blindungs nun im Tod gebuͤßt. 
Zucker Mund uns macht ver 3. 0 f riſtis 5 
geſſen unſern Bund. 9 Ch machet euch bereit, die jr 
10. Dann wer das Sünden⸗ ihr ſeyd Ehrifti Brüder der wer 
Bett berührt, des GeiftesKräfe Herriftener Haupt, u. ihr ſeyd f 
fe bald verliert: da kommet der ſeine Glieder: wer in der Liebe 
Philiſter Schaar, und ſchnei⸗ ſteht, kan ja nicht ſehen zu, daß | 
det ihm ab ſeine Haar, ſo folgt einer trag allein, und er bleib in ar: 
darauf das Trauer⸗Spiel, daß der Ruh: a 
er muß mahlen in der Muͤhl. 2. Die Liebe dringet ihn, daß | 
11. Drum die ihr Gottes er das Creutz will tragen weil 
Erb⸗Geſchlecht, und habt das IEſus geht voran, will er es 
Naziraͤer⸗Recht gebuͤſet ein in mit ihm wagen, und ſolt er wer⸗ 
ihrem Schooß: die Locken ſind den muͤd/ ſo weiß er diß 
bald wieder groß, beweiſet fer⸗dabey, wer IEſu gehet nach, 
ner eure Krafft, wann fie euch dem iſt er auch getreu. iD, 
zwinget in Verhafft 3. Bewahrt die edle Zeit, die 
1a. Zwar wen getroffen die⸗ ihr noch habt zu lebẽ, der HErr 
ſes Spiel, kan anderſt kommen iſt ja nicht weit er kan euch 
nicht zum Ziel, als daß er buͤß Krafte geben, er ſelber geht vor⸗ 
daß Leben ein; doch kan ihm diß an, und macht den Weg bereit, 
nicht ſchaͤdlich ſeyn, weil er ja daß ihr koͤnt folgen nach bis in 
ſonſten nichts verliert, als nur die Ewigkeit ee 9 
das Bild, das ihn verführt“ 4. Owas für groſe Freund wird | 
13 Ihr reinen Geiſter, Got⸗ ſeyn beh allen denen, die in der 5 
tes Zier, merckt auf, es iſt nun Ewigkeit ſich nach euch hertzlich 5 | 
| 


vor der Thür die Zeit, da Sim⸗ſehnen wenn ihr euch machet 


ſon zwar, erliegt; dochein dem loß von dieſer eitlen Welt, ſo 
1 3 neh⸗ 


6 
nehmen ſte euch auf zu ſich ins Suͤnden Abgrund machet reg. 
Himmels ⸗Zelt. 4. So wird mir dann die 
5. So groß wird ſeyn die Quell verwehrt, und ich werd 
Freud, daß niemand es kan ja- trocken ausgezehrt, daß mir 
ht u. en, in jener Ewigkeit, bey al: entgeht der Lebens⸗Saft, und 
len, die getragen, in Schooße A⸗ zu dem Gehen alle Krafft: drum 
brahams, zu jener Freuden⸗ bleibt das beben dieſer Zeit mein 
Zahl, und werden halten mit Gegenpart in dieſem Streit. 
das groſe Abendmahl. 5. Und dieſes haͤufft mir mei⸗ 
. 10 4. ne Schmach, weil ich muß fuͤh⸗ 
mi A möcht ich endlich brechen len alle Tag, daß auf mir ligt 
durch durchs Fleiſch⸗Gehaͤg der Feinde Spott, weil ich ge⸗ 
und ſeine Burg, und durch die nieſe Gunſt bey Gott, und doch 
alte Suͤnden Welt, darin ung mi meiner Wanderſchafft in 
viele Netz geſtellt: ſo koͤnte ich ihrem Land bin in Verhafft. 
im Heiligthum verkuͤndigen 6. Doch macht mir dieſes 
des Hoͤchſten Ruhm. mehr Beſchwerd, wann ich da⸗ 
2. Drum eilt mein Geiſt zu neben innen werd, daß, die mir 
ſeinem Looß, um bald zu wer⸗ſolten Balſam ſeyn, mir oft 
den frey und bloß von dein, was viel Bittres ſchencken ein: wie⸗ 
ihn allhier beſchwert, und ihm wohlen nach der Liebe Pflicht 
oft alle Kraft verzehrt: ſo daß mein Thun und Wandel einge⸗ 
ich ſeufzend gehe hin, weil ich ſo richt. 
ſehr gedraͤnget bin. 7. So lieb ich dann den Creu⸗ 
3. Dann oft macht mir die al⸗ tzes⸗Pfal und meines Meiſters 
te Schlang durch ihren Stachel Naͤgel⸗Maal: ich ſchelt mit 
angſt und bang: wann wieder nichten, wann auch mir wird 
nach Egyptenland der Seelen nachgeredt zur Ungebuͤhr: ich 
Aug wird umgewandt, das in ſegne deine der mir flucht: ſeht, 
des Fleiſches Vorgehaͤg der dieſes iſt des Creutzes 81 J A 
8 


| 


7 


— — nenn — — — 


3. Ich bin verſtummet wie Creutzes⸗Weg : ſo wunderts 
das Kamm, das dorten an dein mich, daß man fo blind, ſo irr u. 
Creutzes⸗Stamm nicht hören fleiſchlich ift geſinnt, und ſuchet 


lieſe feine Stimm; ob gleich die Ruh ins Feindes Land, da uns 


Schaͤrer über ihm. Donn das Creutz iſt zuerkannt. 


Stillſeyn in der Leid ensj⸗ Nacht 13. Das Creutz erwirbt der EN 


hat uns das Heil zu wegẽ bracht. Seelen Koft, und preßt herz 

9. Und waͤnn mir Ungemach aus den ſuͤfen Moſt; es beuget 
ſchleicht nach, fo huͤt ich mich mich und machet klein, u. lehrt 
vor aller Klag: dann dieſes iſt mich ſchlecht und niedrig ſeyn; 
die rechte Cur, fo buͤßt das Le⸗ auch giebt mirs ſteten Unter⸗ 


| ben der Natur, und man wird richt in der verlobten Liebes⸗ 


endlich gar befreyt von des Ge⸗ Pflicht. 
richtes Strengigkeit. 14. Es iſt mein Leit⸗Stern u. 


10. Wohlan! ich faſſe mich Compaß, und leitet mich ohn 


aufs neu auf ewig dem zu blei⸗ Unterlaß den rauhen Weg nach 
ben treu, der mir fo reichlich Golgata: Oſelig! wer demſel⸗ 
ſchencket ein den Kelch mit bit⸗ ben nah, daß er das Eli ſtimme 
term Myrrhen⸗Wein: und tra⸗ an, fo iſt zu End die Creutzes⸗ 
ge meinen Leidens⸗Stand, der Bahn. g 

mir von oben zuerkannt. 18. O was erwirbt die Lei⸗ 
11. Und ſolte ich auch Lebens⸗ dene⸗Zeit vor eine groſe Seelig⸗ 
lang nur müͤſſen ſingen den Ge⸗ keit! Hertz und Gewiſſen wer⸗ 
‚fang von Jammer und von Here den rein ine Lichtes Glantz ge⸗ 
tzenleid: ſo wolt ich doch nicht kleidet ein: ſo gehet ein ins Him⸗ 
ſeyn befreyt von dieſer angeneh⸗melreich, wer liebt und leidet 
men Buͤrd, dardurch man end⸗ hier zugleich | 

lich ſelig wird. 16. So muͤſſe mir dann in dem 
12. Stum wan ich bey mir ü- Streit Gedult ſtets bleiben an 
berleg den eng⸗ beſchraͤnckten der Seit. So manchen a 


r Ken a 


3 87 
ſo manche Kron ein ſolcher Strei⸗der Prophet und Evangeliſt: 
ter traͤgt davon: diß iſt kein lee⸗ wer ſich in Gehorſam wird zu 
res Mund⸗Gedicht, Ahn ihr bekennen, den ſie au 5 
hat es uns n | König. und Prieſter auerh 
Wer fich ihr Ks nichts ne⸗ 


fen fl: Karte 555 Weg it, die ben ihr liebet, den wird fi emit 


Wahrheit und Leben Wie heiligem Geiſte erfuͤllen, daß 
ſolches der Geiſt hat von oben Stroͤme der Warheit von ihne 
bezeugt, der, als Er getaufft ausquillen. 
ward, ob ihme thaͤt ſchweben. 4. So gehts dem, der en 
O ſtelig! wer 1 EI am ſtum zum Süßer eee ‚fo 
erreicht, das er iſt zum Lieben wird er, wie fell bſten bezeuget 
durchs Waſſer verſchrieben.ſein Mund, mit un et Di s 
Da heißt es aus Waſſer und 10 d. Het, u. 
Geiſte gebohren, und a d | j die B des 
reh e Braut⸗Zahl er⸗ gms, Pig 

kohren. je 11 eſtreben nur Ihm 

©, Im Waſſer gelobete Treu ben, damit, wann erſe 
und Bekaüũtnuß eroͤffnet die die Mitternachts⸗ Kin de 
Thuͤre zum richtigen Pfad: da wir werden als | 
find ſich des Geiſtes febr] nahe Wahrheit erfunden. 5 
ee da wird uns 5. n 0 e 


e 
110 laß dich nicht irren f ae 
noch jemand verwirren zu ge⸗ 1 Ja it: 
hen die Wege, die Chriſtus ge: ft 
Face A 9 era 5 an 1 = | 


0 15 1115 W 


4 (mncc | 8 


Und kluͤglich ihr Geiſtliches Frucht geſchafft: die Hoffnung 
Tagwerck vollenden. ſpricht, es wird gelingen, dann 
5 6. Gott hilfft ſtets den alten Feind 
Ne heil ge Euſt⸗Spiel reiner in uns bezwingen. 
Art der Kinder, die die ob 4. Wau uns in dieſer Zeit ges 

re Mutter kennen, iſt, daß ſie lingt, ſo iſts auf Seithen Got⸗ 
ehlich find gepaart, u. in der heil⸗ tes gar verlohren: dann was 
gen Lieb als Engel brenen: es nicht durch das Sterben dringt, 
hat Ott ihnen zugeſagt, vor ſie wird nur in dieſes Leben ausge⸗ 
zu ſorgen Tag und Nacht, bohren. Wer ſich vom Creutz 
auch ſtets in ihrer Mitt zu hat abgekehrt, ſeinutes in der 
wohnen, und ſie mit Gnade u. Zeit verzehrt, und kan nicht im 


9 


Barinhertzigkeit zu lohnen. Gericht beſtehen, wann feine 


daß fie nicht auch zugleich er⸗ 


2. Sie find zwar öfters ſehr Zeit dahin, muß er zu Grunde 
ſeſchwert mit vielem Jam̃er gehen. | 
in denveidens⸗Tagen; doch hat 5. Des Lebens Wurtzel und 
ſte Gottes Treu gelehrt an ſeiner Gewicht iſt Creutz, wer damit 
Gunſt mit nichten zu verzagen: reichlich iſt verſehen, bringt ſei⸗ 
ſie werden niemals fo gedrückt, Wunder an das Licht, wann 
Erd und Hümmel wird zu 
quickt der Troſt von oben in dem Grunde gehen: die Ewigkeit iſt 
ertzen, daß fie vergeſſen alle dieſer Zeit in ihrer Hoͤhe, Laͤng 
ehen Leid und Schmertzen. und Breiteinlungrund, der nicht 
3. So pflegt deren den⸗ zu ergründen, vor ihr muß al⸗ 
Zweig ſehr Wund erkſchoͤn les Leben dieſer Zeit verſchwin⸗ 
im Sterben aus zu grunen: den. 
wer lebt u. ſtirbet hier zugleich, Zuſatz. 8 
dem muß der Tod ja ſelbſt zum See Brunn! ergie⸗ 
Lebẽ dient. So wird in truͤb⸗u. e dich, und laß die Got⸗ 


| fünſtrer Nacht dem Leben Der, tes⸗Fuͤlle auf uns regnen, das 


* 
9 ae g 


mit wir wandeln wuͤrdiglich 4. Da wird man erſt das 
auf deinem Weg, da uns pflegt Wunder ſehn, das uns allhier 
zu begegnen viel Creutz in un⸗ fo in der Eng gehalten, daß 


ſerm Leidens Stand, und ſtaͤr⸗ wir bey fo viel Leid und Wehn 
cke uns durch deine Hand, da- die Rein⸗und Einheit liefen 


mit wir ringen um den Segen, nicht erkalten: und wie der 
den du den treuen Streitern reinen Liebe Flamm, die aus 


endlich wirſt beylegen. dem Paradieſe kam, hielt un⸗ 
2. Wir ſehen ja nicht mehr fer fehnliches Verlangen bey 
zuruͤck, und wollen nicht dem ſo viel Noth und Tod ſo man⸗ 


Creutzes⸗Dorn entweichen, che Jahr gefangen. 
bis daß wir werde Zions Gluͤck . Nun Amen, dieſes fen der 


nach abgelegter Leibes Buͤrd Schluß, wann in der Creu⸗ 
erreich: der uns durchs Creutz tzes⸗Schul wir nicht ermuͤden, 


ſo zubereit, der ſtehe ſtets an der Tod dem Leben weichen 
unſrer Seit, und woll uns mit muß, und dringt hervor der 
den Augen führen, fo wird lang⸗gewuͤnſchte Frieden: 


einſt unſer Haupt die Sieges⸗ wann wir nicht weichen von 


Krone ziehen. 
3. Dann wird man ſingen 
von der Beut, wann aller 


Streit iſt in den Sieg ver⸗ 
ſchlungen, und in der ſtillen 
Ewigkeit dem HErrn das 6 
Halleluja wird geſungen: die 


Wunder⸗ſchoͤne Herrlichkeit 
wird dann erwecken tauſend 


Freud, und was empfinde unſ⸗ 


re Seelen, wird eins dem an⸗ 


dern mit Verwunderung er⸗ 
zehlen. | 


der Bahn nach dem verheiſſ⸗ 
nen Canagan, und bleiben treu 
in unſerm Wallen, ſo wird 
zuletzt noch unſer Lob und 


anck erſchallen. 
DREIER 


Daur dem Gnaden⸗Bund, 
de GOtt im Waſſer⸗Bad mit 
uns aufrichtet, da wir uns 


7, | 
r Glaubens⸗Grundruht 


ihm zu ſeinem Dienſt verpflich⸗ 


tet, zu bleiben ihm getreu von 
| | Her⸗ 


u 


| 
| 


Bund, im innern Grund. 


nem Liebes⸗Rath in uns thaͤt 
uns mit Licht und Klarheit 


mit ſchnellem La 


11 


Hertzens⸗Grund im Gnaden⸗ 6. Und wie die Lehr, ſo iſt 
Bund. denn auch daher ihr Leben boͤß, 
2. Eh dieſer Bund von GOttſihr Hertze falſch im Grunde, 
uns worden kund, da warenſund laͤſtert Gott darzu mit 
wir als die verirrte Schafe ihrem Munde; veracht, ver⸗ 
und lagen feſt im tiefen Suͤn⸗ ſpottet ſeinen Gnaden ⸗Rath 
den⸗Schlafe, und wußten mit Wort und That. 

nichts von Gottes Gnaden 7: Dennoch ſo bricht mit 
Macht nun an das Licht die 


— — — 


zu 
ung dubch fein iſt ohn unſer wiederſtehen der Luͤgen, daß 
Wiſſen mit ſeim Bild gezeich⸗ es jederman wird ſehen, wie 
net, wovon wir kunten wer. alle Falſchheit werden wird 
den nicht enteignet; weil ſeine zernicht durch dieſes Licht. 
falſche Lehr und groſſe Lift) 8. Drum kommt herbey ge⸗ 
ſehr kraͤfftig iſt. | troſt, und ohne Scheu, die ihr 
4. Da aber Gott nach ſei noch bis daher im Ruff geblie⸗ 
ben, doch aber nicht in Chriſti 
Tod verſchrieben, gebt ſeinem 
Leben, und auch feiner. Lehr 
Kraft Ruhm und Ehr. 
9. Und werdet klein, dringt 
mit Gewalt hinein ins Reich 
a in Eil der Himmeln durch die enge 
| gyptens Pforte, folgt länger nicht der 
Fleiſch und Babels Lehr zu Schlangen klugen Worte, die 
Taffen , und die verruchte Hur euch bisher nur hat gehalten 
mit Ernſt zu haſſen, weil ihre auf in eurem Lauf ne ae 
Lehr nichts iſt als Menſchen. 10. Es rufft euch GOtt 


Der W. 0 hatt Warheit, und wird kraͤftig 


offenbahren ſeinen Willen, u. 


thaͤt anfüllen, da ſah ein jeder 
in dem Lichtes⸗Schein die 
Warheit ein. | 
5. Und macht f 

7 


Tand, gegruͤndt auf une, durchs Creutz an heft de 
i f 0 


2 


12 


daß ihr euch ſolt mit ihm ver⸗ 
ſoͤhnen laſſen, und feinen Frie⸗ 
dens⸗Bund zu Hertzen faſſen, 
weil in ihm liegt der Grund 
der Seltgkeit auf den Beſcheid: 

11. Daß man Gehör geb ſei⸗ 
nem Wort und Lehr, und laß 
ſich mit ihm durch den Tauff 


nen ſich mit ſeinem 
Chriſti Tod. 


thut beugen, und laͤßt verſoͤh⸗ 
Gott durch 
15. O ſelig iſt demnach zu 
jeder Friſt, der alſo wird mit 


feinem GOtt verſöhnet, ob er 
gleich drob wird von der Welt 
verhoͤhnet, ſo folgt doch drauf 


begraben, und ſo darauf em⸗ 
pfang des Geiſtes Gaben, die 
Gott dem Glauben theur ver⸗ 
heiſſen hat auf ſolche That. 

12. Es kan das Heil uns 
werden nicht zu Theil, es ſey 
denn, daß wir folgen Chriſti 
Leben, u. uns in ſeinen Creutz⸗ 
Tod einergeben, zu tragen ihm 
ſein Creutze willig nach durch 
Spott und Schmach. 

13. Diß iſt der Rath, den 
Gott beſchloſſen hat, den 
ſelbſt ſein liebſter Sohn auch 
mußt erfuͤllen, zu offenbahren 
uns des Vatters Willen, und 
daß allein der Weg zum Vat⸗ 


ter iſt durch IEſum Chriſt. 


14. Wer dieſen hoͤrt, 
von Gott gelehrt, 
Leben immer hoͤher ſteigen, 


der iſt 


und kan ins 


hier und in Ewigkeit die F 
ligkeit. g i Frifrich Fe | 

Je Bruder⸗Lieb haͤlt wah⸗ 
D re Treu, ob gleich Verſu⸗ 
chung mancherley: ſie ſteht im 
Leiden, wie in Freud, diß ſtillt 
des Hertzens Bangigkeit. 

2. Die Bruder⸗Lieb wird im: 
mer gruͤn, im beiden iſt diß ihr 
Gewinn: daß ſie im Zagen nicht 
gewagt lie bat es auf den deren 
ewagt. | 
3. Die Bruder-Lieb hat fe 
ſten Grund, das wird erſt in 
dem deiden kund: bricht der Na⸗ 
tur Gewalt entzwey, ſo wird 
die Bruder⸗Liebe fren. 

4. Dann bricht die Bruder⸗ 
Lieb herfuͤr, weil GOttes Gna⸗ 
de leuchtet ihr: ſie bricht durch 


— 


alle Finſterniß, fo wird die Bru: 
der 4 


K 


weil er ſich unter Gottes Rath 


1 
2 


4 


23 


der⸗Liebe ſuß. Frucht iſt da. 

F. Die Brudeꝛ⸗Liebe dringt 11. Wir ringen nach der Bru⸗ 
hinein in IEſu Hertz auch bey der⸗Lieb, gibts gleich ſo man⸗ 

der Pein: wird fie oft wund, fo che freche Dieb, und Feinde die 

heilet der fie wieder, der ihr Man ſie rauben gern; ſo ſtehet ſie feſt 

und Herr. in dem HErrn. its 

6. Die Bruder⸗Lieb hat viele 
Pein; doch oft im Weinen Zu⸗ 
cker⸗Wein: ihr Hertzens Thraͤ⸗ 
nen ſteigen auf, und helffen foͤr⸗ 
dern unfern Lauf. der nach der Hoͤh geneigt. 

7. O Bruder⸗Liebel brich her⸗ 13. Die Bruder⸗Liebe wech 
für, und brenne doch auch recht ſelt ab, jetzt heißt es: an das 
in mir: mach mein Hertz recht Creutz und Grab, dann bricht 
zum Brand⸗Altar, ſo brenn ich fie wieder neu herfur. O Bru⸗ 
mit, doch ohn Gefahr. der⸗Liebe GOttes Zier. 

8. Brenn, Bruder⸗Lteb, bren 14. Heut iſt die Bruder⸗Liebe 
immer fort in IEſu oder GOt⸗ ſchwartz, bis morgen licht⸗ hell 
tes Wort: ſo brennt das Hertz, iunenwarts: ſehr liebend in der 
verbrennt doch nicht, diß iſt ein Brüder Grund, da ſtehet feſt 
wunderbar Geſchicht. deer Creutzes⸗ Bund. 
9. Darob ſich Moſes hat ent 15. Die Bruder⸗Lieb fließt 
ſetzt, fo uns im Bruder⸗Geiſt nach dem Maaß der Gnad in 
ergetzt: erzittert man im Geiſt ein geheiligt Faß, und wieder 
dafur, ſo brich du doch in mit aus zu GOttes Ehr, fo iſt die 
herfuͤr. Liebe ja nicht ſchwer. 
10. OBruder⸗Liebe brich her 16. Die Bruder⸗Lieb geht 


oft gedrückt, im Lieben doch nie⸗ 
mal erſtickt: der Palmbaum 
wird zur Erd gebeugt, und wie⸗ 


für, ich foͤrchte mich gar nicht enge her und iſt in GOttern⸗ 


vor dir: Gebaͤren bringet Zit⸗ weitert ſehr: ſie wird jet aug 


tern ja, auch Freude, wenn * weit, ſo fine Die 
| 3 Liebe 


— 


12. Die Bruder⸗Lieb wird 


14 
Liebe, liebe Leut. Dampff. | 94 
27. Die Bruder⸗Liebe dringt 23. So gehet es im Bruder⸗ 
durch Noth, meint man ſchon Lauff, jetzt gehts hinunter, dan 
oͤfters , ſie ſey Todt: dann drin⸗ hinauf: bald in die Tief, jetzt 
gr fie ins Leben ein, fo muß die in die Hoͤh, jetzt in das Wohl 
ruder⸗Liebe ſeyn. bald in das Weh. | 
18. Die Bruder⸗Lieb wächft| 24. 8 
in der Zeit, ihr Baum ſteht in iſt erſtickt, bald: fie hat meinen 
der Ewigkeit: drum wird ſie Geiſt erquickt. Jetzt ſcheint fie. 
nimmermehr vergehn, das wer⸗ wie erſtorben ſchier, bald hilfft 
den treue Brüder (Glieder) ſehn. fie wieder dir und mir, 
19. Die Brudersfiebe wird 25. Dann wird das Feuer 
beſtehn, wann andre wie ein angezuͤndt, das war ein kleine 
Schneck vergehn: dann fie er⸗Weil gehemmt: jetzt brennt die 


halt in JEſu Sieg, bey allem Flamine Lichter⸗loh, verzehret 


blut gen Kampff und Krieg. Holtz, Heu, Stopffel, Stroh- 
20. Sie iſt ein unverweßlich 26. Seht, was die Bruder⸗ 
Gurt, DIE macht den Bruͤder⸗ Liebe kan, ſeht, welchen Wald 
Hertzen Muth: ſie waget es auf ſte zuͤndet an: vermag die fal⸗ 
Gut und Blut, ſeht, was die ſche Zunge diß, vielmehr die 
Bruder⸗Lieb nicht thut. wahre Lieb gewiß. er 
r. Sie iſt ja ſtaͤrcker als der 27. Ich faſſe hierzu auch ein 
Todt, und feſt auch in der Hoͤl⸗Hertz, und ſuche ſte, wäre auch 
len⸗Noth; das hat dein JIEſus in Schmertz: fie laßt ſich finden 
Liebes⸗Hertz erwieſen in dem in der eit, und bleibet feſt in 
Hoͤllen (bittern) Schmertz. Ewigkeit. * 
22. Sieh ſeine bruͤderliche Treu 28. Sie iſt die Frucht vom 


und wags darauf, er ſtehet bey: hoͤchſten Gut, die Flamm des | 
verzage nicht im Brudeꝛ⸗ HErrn iſt reine Glut: wer 
Kampff, er gehet über wie ein boͤſe iſt, bleibt nicht an ihr/ ie iſt 


ver⸗ 


+ 4 


24%, Jetzt heiſßts: die Liebe 


15 
verzehrend für und für. Lieb in reinem Grund, wokies 
29. Den frommen Hertzen be einſpricht IEſu Mund. 
machet ſie gantz leichte all ihr 35. Drum Bruder, O be⸗ 
Glaubens⸗Muͤh: ſind ſie wie ſchneide dich! und hilf, daß ich 
kalt, O wie ſo warm iſt doch der beſchneide mich: kein unbeſchni⸗ 
Bruder⸗Liebe Arm. ten Hertz kan ſeyn in treu und 
30. Umfangend iſt die Bru⸗ wahrer Brüder Gmein. 
der⸗Liebz doch nur den Treuen 36. Der HE beſchneidet 
nicht fuͤr Dieb: Ach ſeelig wer uns im Geiſt, er macht, daß 
ſie hat und haͤlt, der iſt weit Bruder⸗Liebe fleußt: ſo gibt es 
uber alle Welt.. Reben und auch Wein, diß ha⸗ 
31, Ach war ich doch von dir ben wir im HErrn gemein. 
zentzünd! du Bruder⸗Lieb, ja 37. Wer will den Einfluß 
Gg Ottes Kind: Geburt aus hindern ſo, daß wir nicht ſolten 
ED, du Flam̃ des HErrn, werden froh: wir trincken all 
wer dich hat, wird verzehret aus einer Quell, genannt 36 
gern.? „ n ſus Immanuel (diß Brünnlein 
32. Wer dich nicht hat, iſt flleßet immer hell. 
ſtets in Noth, man meint zu 38. Da trincken wir und 
leben und iſt Todt: Man hält| werden ſatt, und ob ſie waͤren 
ſich und verliert fich doch, ach noch ſo matt: kommt, liebe 
diß iſt ja ein ſchweres Joch. Bruder ſehet diß, hier waͤchſet 


— 


33. Viel ſchwerer als der Ber⸗ auf das Engel⸗Süuß. FERN ARE ap 2 


— — — — 


ge Stein, ein immer Leid und 39. Davon ſie eſſen gleich 

Noth und Pein: nicht wir, dieweil ſie unſre Brüder 
| hier: fie trincken mit uns Zu⸗ 
einmal ein recht Todten⸗Thal.ſcker⸗Wein, wann wir den 
34. Diß dringt mein armes Creutz⸗Kelch trincken fein. 

Exite ſo, und wär gern aller 40. Sie heiſſen Brüder, und 
Bruͤder froh, durch Bruder: ſinds auch, es iſt bey ihnen 95 


ſieben in der Btuͤder⸗Zahl iſt 


— 


I 


N 


——— 


— 


— — — — 
—— . — 


— 


— — —— 


{ 2 ii + A 
——e— 


| 
| 
| 
5 
| 


Fri ten ma 


16 


Gebrauch, daß ſie einander Chriſtt ſchmalenCreutzes⸗ e⸗ 
flammen an, ſo thun ſie bey gen. N: 6 
uns nun und dann. 2. Chriſtus, der helle Mor⸗ 

41. Damit wir ſollen ſeyn gen⸗Stern, den Abraham 


zn Mund, fie flaminet auch im worden. | 


du wilt, mir iſt nicht wohl, wo ſchloſſen: die Welt, mit ihrem 
fe nicht au, Neich und Pracht, hat er am 


Das Ewigkeit mit ihrem hren Fürsten gusgeſtoſſen. 
Tag vertreibet alle Noth 5. Als er vollendet den Ereu⸗ 


17 


iſt ew'ges Leben ew'ge Gnad, Tauſend Tauſend ohne Jahl, 
und Schaͤtz der Ewigkeit die die all durch freyeblebes⸗Wahl 
Fuͤlle. ſein Creutz ſich haben auser⸗ 
6. Der dort am Creutz hing kohren. 
fo verſchmaͤth, bleibt ewiglich zo. Da ſah man auf der 
nun hoch erhöht, gecroͤnt mü gantzen Welt der Kirche Chri⸗ 
Ehr u. Herrlichkeiten: Er rufft ſti Marter⸗Feld erfüllt mit 
nun: wem gefaͤllt mein Reich, Blut und Marter⸗Cronen. 
der werd zu erſt am Creutz mir O wie viel Streiter haben nicht 
gleich, ſo will ichs ihm alſo be⸗ in dieſem Kampff das ew ge 
eiden. Licht durch Chriſti Creutz und 
7. Nach ihm hat die gezwoͤlff⸗ Todt gewonnen. | 
te Zahl, durch ſeine hohe Creu⸗ 11. Was ſahe doch das Maͤrt⸗ 
tzes⸗Wahl, die Creutzes⸗Bahnſrer⸗Heer ? daß fie zu dieſer 
zu erſt betreten: die all, auf Creutzes⸗Ehr ſo hitzig haben 
ihres Meiſters Stimm, bis an ſich gedrungen: die ſahen in der 
ihr Ende folgten ihm, durch Ewigkeit den Herzog unſter 
viel und manche Creutzes⸗Noͤ⸗ Seligkeit, dem es durchs Creutz 
then. ſo hoch gelungen. N 
3. Auf Erden war ihr Theil 12. Sein Licht das hat ſie ſo 
und Lohn die hochgeſchaͤtzte entzuckt, daß ſie vor Liebe 
Marter⸗Cron, die ihnen wur⸗ gantz verruͤckt von aller Welt 
de aufgeſetzet: durch Sterben geachtet worden: weil fie vor 
ſind ſie gangen ein dorthin, wo Welt⸗Luſt, Ehr und Freud des 
auf des Ereutzes⸗Pein ewige Creutzes⸗Sckmach und Bit⸗ 
Ruh und Freud ergoͤtzet. terkeit erwehlet in dem Creu⸗ 
9. Doch ward duch fie der tzes⸗Orden. 1 
Creutzes⸗Krantz noch lange 13. Dem folgte nach ein an⸗ 
nicht erfüllet gantz: denn Chri⸗ der Heer, das auch des Creu⸗ 
ſtus hat durch ſie geboren 55 tzes⸗Schmach und Ehr Be 


18 


nein Theil ſich auserwehlet: wahre Glieder⸗Schaar iſt we⸗ 
die in der Wuͤſten ohne Zahl ſentlich daran gehefftet: wer 
ſich ſelbſten au des Creützes diß Geheinmuß faßt und liebt,, 
Pfal freywillig haben ange⸗ der wird dadurch alſo geuͤbt, 
pfahleto : daß Fleiſch und Blut dran 
149 Sie haben dieſes Lebens wird eutkraͤfftet. 
Luͤſt in Durſt und Hunger 18. Sie gehen all den einen 
wohl gebuͤßt in Peltzen und in Weg; ob ſchon des Creutzes 
Ziegen⸗ Fellen: nit Mangel, Marter⸗Schlaͤg guf mehr als 
Truͤbſal, Ungemach dem eine Weiß geſchehen: das Le⸗ 
Uteutzes⸗ Lamm gefolget nach ben muß verleugnet ſeyn, es 
in Hoͤlen, Hütten und iu Cellen. laßt ſich nicht ohn Todt⸗ und 
Aus dieſen grünte ‚auch Pein zu Gott und in fein 
hervor der nuserwehlte Jung⸗ Reich eingehen. 2 203 
frau n⸗Chor, die durch daͤs 19. Die Weisheit Gottes 


Creutz ſich gar verſchnitten: die 
ich erwehlt den Jungfrau n⸗ 
Sohn zum Braͤutgam und der 
Keuſchheit Cron, durch ſeine 
Krafft am Creutz erſtritten. 


weiß und ſieht, wie jeder Zeit 
und jedem Glied das rechte 
Creutz ſie ſoll formiren. Die 
Mutter, die uns neu gebiert, 


9 + iur 


und in die neue Stadt einfuͤhrt, 


16 Die Linie aus dem Creu⸗ 
Itzes⸗Wort waͤchzt bis aus End 


der Zeiten fort, und gruͤnet 


allch in unſern Tagen: wir ſe⸗ 
hen ihr Gewaͤchs noch heut, 
der Creutzes⸗Chor der letzten 


' Fel w 
1 Der Exeutz⸗Baum ſteht 


m 


* 
— 
f. 


ird auch noch ſein e das iſt das Creutz 
tragen . unns toͤdt, 


ene da fuͤtwahr, und Chriſti 21. 


— 


kan alles Wunder⸗wol regiren. 
20. Sie ſchnitzt das Creutz 
nach ihrein Sinn, ſo daß ſich 
unſer Willen drin zum rechten 
Sterben hin kan geben: daun 
was nach unſerm Willen geht, 
nicht, das 
und gibt auch nicht 
ke Leben: dn 
Drum bringt ein 


das rech 41 
jede 
neue 


VVV 
neue Zeit ein neues Creutz und de wird das Wunder zeigen. 
neue Streit, wodurch uns Ott 25. Wir kommen immer naͤ⸗ 
will uͤberfuhrenz dann was wirſher dran, bis daß der letzte 
wiſſen, greiffen, ſehn, dabey Kampff geht an, da man das 
kan Witz und Wille ſtehn, und Eli Lama ſchreyet: da wird 
braucht ſich nicht gantz zu ver⸗ der Glaubens⸗Lauf vollbracht, 
1.2 neee uh det ſich des Creutzes 

22. Die Liebe zu dem hoͤch⸗ Nacht, wo ewige Leben uns 
ſten Gut, die ſchafft das Creutz, erfreuet. We een 
und gibt auch Muth; ob fiel 26. Da werden wir das Wun⸗ 
ſchon oft wird ſehr betrübet: der ſehn an den viel tauſend 
ſie wird im Creutz wie Gold Heiligen, die alle ſind am 


bewaͤhrt, wer liebt, und nicht Creutz geſtorben: wie jeder Zeit⸗ 
ihr Creutz erfahrt, der hat lauf Stand und Grad hier ſein 
noch nicht recht treu geliebet. beſondre Ereutz⸗Schul hat, da 
23. O Ereutzes⸗Brunn ins jedem feine Cron erworben. 
Lainmes Blut! wie biſt du 27. Da kriegen wir auch unſ⸗ 
unfrer Seel ſo gut, re Cron, die mir dann vor des 
machſt helle leider, reine Ser⸗ Lammes Thron mit allen 
len: wie machſt du ſo geſchlacht Heilgen, werffen nieder, und 
und klein? wo konte doch was loben das erwürgte Lam) 
beſſers ſeyn? als ſich gantz dei⸗ das durch den Todt am Creu⸗ 
ner Eur befehlen. bes⸗Staium das rechte Leben, 
24, Wir flögen hoch wie bringet wieder. e 
Lucifer und raubten GOH| 1. 3.0 en b: ſelir 
gar ſeine Ehr, wenn er Doe de iſt nunmehr W 
nicht durchs Creutz koͤnt beu⸗ er nah, daß man im Lande 
gen. Drum, Sue e ae Lied wird 
der, faßt doch Muth, es geht ingen; wir haben eine feſte 
gewiß noch alles gut, das En⸗ RR Rinne ne 
5 40 2 . 


* 


1 


dea ein ſolch neu Lied wird 


29, 
bauet hat, und die kein Feind Zion oft gedraͤnget hat. 


kan zwingen, ihr Schirm und 5. Er ſtoͤſſet fie durch fein Ge⸗ 
Schutz, ihr Maur und Wehr walt, daß ſie im Grund zur 
leyn Heil und Fried von oben Erden fallt, wie hoch und feſt 
her. fie ſtehet; fie wird zertreten 

2. Thut auf die Thore rund gantz und gar mit Fuͤſſen einer 
umher, verſchlieſſet ſolche nim⸗ armen Schaar, die ſte zu vor 
mermehr, wie vor der Zeit ge⸗ verſchmahet, mit Ferſen gantz 
ſchehen; daß das gerechte Volck geringer Leut wird ſie zerſtoſſen 
des HErrn von allen Enden ohngeſcheut. | 
nah und fern mit Freuden her⸗ 6. Der We auf welchem der 
ein gehen, welch lang auf Gerecht und Fromme geht, iſt 
ſolche Zeit geharrt, den Glau⸗ recht und ſchlecht, oh ihn ſchon 
ben treu und rein bewahrt. viel verlachen: der Steg, wor⸗ 
3. Du haͤlteſt Frieden ünmer⸗ auf der grechte Hauf fortſetzt 
dar der treu gebliebnen GOt⸗ im Glauben ſeinen Lauff, thuſt 
tes⸗ Schaar, wie du ihr zu ge⸗ du ſelbſt richtig machen, wir 
ſaget; dein Zuſag iſt gewiß und warten, HErr, auf dich allein 
feſt, drauf fie im Glauben ſich um Weg der heil gen Rechten 


verlaͤßt getroſt und unverzaget; dein | 

verlaßt euch ewig ohn Aufhoͤrn 7. Meins Hertzens Luſt und 
auf einen ſolchen treuen Herrn. gantzer Sinn ſteht nur allein 
4. Denn Gott der Herr gericht dahin, dein Namen hoch 
ein s Iſcaels iſt ewiglich ein zu ehren, und daß ich dein ein⸗ 
ji N: y ſtarcker Felß, der alle Macht daͤchtig ſey des Abends, wenn 
Wand wird brechen, er beuget die der Tag vorbey, des Nachts 
durch Schmertz und Weh, ſo dein zu begehren, darzu mit 
wohnen noch in Babels Hoͤh, meinem Geiſt in mir wach ich 

And wird fein Zion raͤchen, und frühzeitig auf zu dir. 
naueedrigen die hohe Stadt, die 8. Wo dein Recht geht im 
„ 0 Land 


* 


75 . 


21 


Land einher, dient es dem wirſt du verſchaffen in dir 
Volck zur Zucht und Lehr, das Fried und Ruh, und ewigs 
auf der Erd thut wohnen, zu Freuden⸗Leben: was hier durch 

üben Recht und G'rechtigkeit, uns wird ausgericht im Glau⸗ 
doch wenn gleich deine Guͤtig⸗ ben und aus Liebes⸗Pflicht, 
keit will der Gottloſen ſchonen, hat uns dein Geiſt gegeben; 
und ihnen ſich dein Gnad an⸗du Gott biſt unſer HErr 
beut, lernen ſie doch kein allein, ob gleich noch andre 
Gerechtigkeit. Herren ſeyn. 

9. Sie uͤben noch im richt gen 12. Die über uns auf Erd 
Land viel Ubelthaten, Sund regier'n, doch wenn fie G'wiſ⸗ 


und Schand, dein Recht ſieſſens⸗Herrſchafft fuͤhr'n, thun 


hoͤhnend ſchmaͤhen, weil ſie wir die Ehr dir geben, und den⸗ 
dein Licht und Herrlichkeit, wecken an den Namen dein, denn 
zu ſich dein Volck macht bereit, all, die todt in Suͤnden ſeyn, 


2 2 


mit nichten koͤnnen ſehen, denn nicht bleiben vor dir leben; 


ſie ſind blind, und ſehen nicht, 
welch hohe Ding dein Hand ft: 
verricht. ffuͤr geh'n. 

10. Wenn ſie es aber nock 13. Wenn du ſie heimſuchſt, 
einmal erſehen, werden ſie gantz wird ihr Pracht vertilget, und 
kahl beſtehn in groſſer Schan: zu nicht gemacht, da wird als 
de, wenn du im Eiffer dich dann verſchwinden all ihr Ge⸗ 
machſt auf, und den verboß⸗ daͤchtniß, weil du, HErr, fort 
ten Heiden⸗Hauf wirſt ſtecken faͤhreſt, aller Heiden Heer zu 
in den Brande, du wirſt ſie plagen, die dich ſchaͤnden. Du 
durch dein Feur verſehr'n, faͤhreſt fort, bis dein Gericht 
und dadurch deine Feind ver⸗ 

zernicht. 


vn. 
11. Uns aber, deinem Welck 


die, ſo verſtorben, nicht auf⸗ 
ſtehn, wenn deine Heil' gen her⸗ 


3 


der Heiden Macht und Werck 
14. Du wirft. dein Macht 
und 


N 


41 

und Herrlichkeit beweiſen in der Sünd mit dir hier abge⸗ 
Gerechtigkeit, bis alle Feind be⸗ ſtorben ſind, die werden zu dem 
zwungen in dieſer und in jener Leben mit ihrem Leichnam auf⸗ 
Welt, weil aller Zeit ein End erſtehn, wenn Zions Herr⸗ 
beſtellt, wenn Sünd und Todt ſchafft wird angehn, und dir 
verſchlungen. Herr, in der die Ehre geben: wacht auf, 


Trübſal ſucht man dich, dein und rühmt mit Freud und, 


Jacht macht ruffe aͤngſtiglich. Muth, die ihr bisher im Grab 
5, Gleichwie ein Wulb in geruht. Aebi 
Schwingerſchafft, die zue Ge⸗ 18. Dein Thau wird in der 
burt hat wenig Kraft vor neuen Welt ſeyn als ein Thau 
Angſt und vielen Wehen, in im grünen Feld, da alles lieb⸗ 
groſſen Schmertzen ſchreyet lich grünet; aber der andern 
ſehr, ſo gehts auch uns noch Todten Land, die hier dich ha⸗ 
ot, O Herr! wie du kanſt ben nie erkannt, nur ſtets der 
hoͤr'n und ſehen; der ſchwan⸗ Welt gedienet, wirft du ſtuͤr⸗ 
gre Leib macht viel Beſchwer'n zen in Feuer⸗Pfuhl, wenn du 
bis du uns voll wirft ausge Mär auf dem Richter⸗Stuhl. 
BAER N 19. Geh hin, mein Voſck! 
16. Diß macht uns oft die ein kleine Zeit, da ich dir hab 
Zeit noch lang, und will dem ein Statt bereit zu deiner Rz 
Geiſte machen bang, daß wir he⸗Kammer, halt noch daſelbſt 
kaum Odem holen, noch den ein wenig Rah, und ſchleuß die 
noch koͤnnen wir dem Land Thuͤre nach dir zu, verbirg 
nicht helffen, bis wir in dem dich vor dem Jamer der Welt 
Stand, wie uns dein Geiſt be⸗ ein kleinen Augenblick, bis daß 
fohlen, Babels Einwohner mein Zorn vorüber ruck. 
fallen nicht, bis Zion in uns 20. Dann ich, der HErr, 
auf gericht. werd ziehe aus im Eiffer⸗Geiſt 

17, HErr, deine Todten, die von Haus zu Haus, e 

12 n 92 eit 


5 
7 


3 


heit der Gottloſen heim zu ſu⸗ 
chen in Babels Land, alsdann 
wird offenbar bekannt das 
Blut, das ſie vergoſſen, und 
wird verheelen nimmermehr, 
2 Pr e erwuͤrgt um meine Lehr. 
enter: 11. 

Dilag unſre Krafft und 

groſe Thaten kans nich 


2 
23 


met, ernſtlich haſſen: und uns 
nach ihrer ſuͤſen Lehr einander 
lieben mehr und mehr 


grünen; wann eins dem an⸗ 
dern ſucht zu dienen: wann 
ſich verbindet Hertz und Hertz, 
weicht aller Jammer, Weh 


gelingen und gerathen: das 7. Kein Maaß und Meß⸗ 


Haus wird nur gebaut au 
Sand, und nnſer Hertz bleibt 
unerkannt, 

2. Soll Gottes Liebe inuns 
br ennen, ſo lerne man ſich ſelbſt 
erkennen: und halte alles in 
Verdacht, was uns den Hun⸗ 
mel truͤbe macht. 

3 Dann nur die Liebe kan 
uns geben das GOtt⸗gelaſſne 
Freuden⸗Leben: im Klein⸗ſeyn 


105 Schmertz. 


Stab iſt zu finden, der Liebe 
Abgrund zu ergruͤnden: ſo 
bringt man auch durch Woͤr⸗ 
ter nicht ihr Lob und Adel an 
das Licht. 

8. W0 fü e eimnal das Hertz 
durchdrungen, iſt Haß und 
Mißgunſt bald verſchlungen: 
und was noch fremde Kraͤffte 


gusgefe 


gt. 1 
giebt fie, groſen Muth, und 9. Doch diß geſchiehet: nicht 
daͤmpffet a durch Rechten, vielweniger 


4. Soll aber 


e das Ruder durch Streit und Fechten: 


führen, und unſre Tritt und dann wo die Liebe unten liegt, 
Gaͤng regieren: ſo muͤſſen wir da wird der Feinde Macht be⸗ 


sauf unſrer Fahrt Neeb. fiege 


rung ſeyn gepaart. 


10 Wann Erd und Himel 


Is. Wir müſſen unſern Rath wird vergehen, bleibt reine Lie⸗ 


61 


era, was von uns kom⸗ be veſte ſlehen: dann . 


6. So kan dae Paradies aus⸗ 


hegt, wird durch ſie weint 


r 02 0a 


24 


iſt Weſenheit, geſchieden von auf ſeine Staͤrck und ſeiner 
der Sinnlichkeit. ‚Hände Thun und Werck. 


11. Concept und Bilder fal⸗ 17. Damit will er die Liebe 


len müfjen, wo fie beherrſchet zwingen, und unter feinen 
die Gewiſſen: was Weſenheit Willen bringen: doch weil er 
nicht in ſich hat, macht keinen noch nicht iſt gebeugt, die rei 


Geiſt vergnuͤgt und fatt. ne Jungfrau von ihinffeucht 


12. Kein Menſch kan ihren 18. Wer noch gerecht in ſei⸗ 
Umzirck meſſen, jemehr man nen Wegen, dem handelt ſtets 


ER: 


von ihr pflegt zu eſſen, jemehr die Lieb entgegen: und wer 


man von ihr eſſen will: dann noch Unrecht in ſich traͤgt, 
in ihr wohnt die Gottes⸗Fuͤll. wird gar zur Tenn hinaus ge⸗ 
13. Sie iſt das Centrum in fegt. 7 
dem Leben, aus ihrem Brun 19. O ſelig! wer nebſt ihren 
entſpringt daneben ein Meer Gaben init nichts verlanget 
voll Weisheit und Verſtand, ſich zu laben und der all ſeine 
daran ihr Adel wird erkannt. Tage ſucht zu enden in der 
14. Wer durchs Geſetze ſie Liebe Zucht N 
beſchraͤncket, den Geiſt der rei⸗ 20. Dann die der Demuth 
nen Liebe kraͤncket: kein Men⸗ ſich befleiſſen, iſt reicher Troſt 
ſchen⸗Joch iſt ihr bewußt, ſie von ihr verheiſſen: und die im 
liebet ſtets in freyer duſt. Glauben und Gedult erwar⸗ 
25. Und ob ſie ſchon an nichts ten ihres Gottes Huld. 
gebunden; fo, wird doch reine 21. Die werden zwar auch 
Zucht gefunden bey dem Ge⸗ oft betruͤbet, und in dem Lei⸗ 
ſchlecht, wo fie zu Haus: dan den wohl geübet, und wun⸗ 
ſie treibt fremde Bulſchafft aus. derbarlich zubereit auf jene 
16. Wer über ſie iſt mißver⸗frohe Ewigkeit. 
gnüget, hat eigne Lieb noch 22. Drum halten wir ſie hoch 
nicht beſieget: er trotzet noch in Ehren: ſie wird der Nat 
771 9 


\ 25 
Rath zerſtoͤhren, und alles] 4. Da ließ die, fo ihm aus⸗ 
bringen an den Tag, was unſ⸗ erkohren zu feiner Braut, ihn 

rer Eintracht ſchleichet nach. nun allein, ſo Font es dann 

23. Dort werden wir erſt nicht anders ſeyn: ſein ſchoͤner 
recht fie preißen mit Wunder⸗Braut⸗Schmuck ging verloh⸗ 
ſchoͤnen Himmels ⸗Weiſen: ren, und er ward nach der 

wañ einſt im weiſſen Kleider⸗Thiere Art mit feines gleichen 

Zierd ihr gantzes Heer erſchei⸗ nun gepaart. 8 
nen wird. 5. So fiel der Menſch dann 
: ſacob marhz. im Exſincken in einen harten 
Eo der Menſch zu Got⸗Todes⸗Schlaf, und hat, als 
tes Ehre nach ſeinem Bil⸗ ein verirrtes Schaf, gewendt 
de zubereit, daß in die lange ſich von des Geiſtes Wincken: 
Ewigkeit er ohne Zwang Ge⸗ da ward der Baum geftellet 
ſetz und Lehre ihm diene, und dar, auf daß der Fall würd 
auch noch dabey ein Herr der offenbar. ep g 
Creaturen ſey. 6. Dann weils die alte 

2. Da ſolte er ſich auch ver⸗Schlang verſpielet, und A⸗ 
mehren durch Engel⸗reine dam erbt, was ſie verſchertzt, 
Himmels⸗Lieb, und ohne Luſt hat ſie der Handel ſo geſchmertzt 
und Suͤnden⸗Trieb die Kinder daß ſie an ihm den Muth ges 
von ſich ausgebaͤhren: damit kuͤhlet: drum mußt er aus dem 
mit ſolchem Gottes⸗Bild das Paradeis ſein Brod erwerben 
Paradieſe werd erfüllt. in dem Schweiß. 

3. Ach aber leider! was ge⸗ 7. So ſind nun alle Adams⸗ 
ſchahe? er hat verfehlet dieſe Kinder den Elementen unter⸗ 
Spuhr, weil er erforſchte die than, und baͤten dieſe Goͤtter 
Natur, und jedem Ding ins an, die ſie ernehren, und nicht 
Hertze ſahe: entſtund in ihm minder nach derer Krafft und 
die guͤſternheit durch die Magia Weſenheit gebildet ſeynd und 
dieſer Zeit. D zubereit, 


+ 


26 
— — 
8; Doch iſt der Menſch noch 12. Da font man Wunder⸗ 
mehr verſuncken er giebet auch Dinge ſehen, wie es ging die⸗ 
Gott kein Gehoͤr, ſein Geiſt fe vierzig Jahr, da ſich Figu⸗ 
kan ihn nicht ſtraffen mehr, ren ſtellten dar von deme, wie 
weil er im Eitlen iſt ertruͤn⸗ es ſolte gehen: wann endlich 
cken: drum hat der Mangel wird der Gnaden⸗Bund des 
alſobald erfordert. Prieſter Geiſts Geſchaͤffte machen kund. 
und Gewalt. 13. Das Volck pflegt im⸗ 
9. Da hat Gott Abraham mer abzumeichen, fie hingen 
kewehlet zu feinem Volck und gar den Goͤtzen an, weibnech 
rb⸗Geſchlecht, er zeigt auch nicht offenbahr der Mann, der 
Iſagt Fine Recht, und hat es heilen ſolte alle Seuchen: durch 
1 0 0 nicht vekheelet: aus ih⸗ den mit Gott verſohnet wird, 
Hi kam der groſe Hirt, der was jemals von ihm abgeirrt. 
alles ſatminlet, was verirrt. 14. Herngcher kamen auch 
10. Gott hats mit ihnen ſo Propheten, die ſandte vor ſich 
regieret, daß Iſtael in freim= her der Held: fie brachten von 
dein Land erkennen ſolte ſeine der neuen Welt hervor Geſich⸗ 
Hand: die in Egypten fie, ge⸗ cer, Traͤum und Reden, und 
führet, und dann auf die be⸗ wie ſich in der guͤldnen Zeit 
ſtimimtegeit ſie von der Dienſt⸗ ſolt enden aller Streit und Leid. 
‚barkeit befrez t. 15, Bis endlich der iſt ſelb⸗ 
11. Durch einen Mann, den ſten kommen der das Verlorne 
er beladen mit ſeinem Rath wiederbrachl; wiewohl von 
und Gottes⸗Macht: der von Jederman veracht: weil er 
den Seinen hochgeacht, weil das Creutz auf ſich genomen, ö 
er durch Krafft und Wunder⸗ und durch den bittern Creu⸗ 
Thaten das Land beweget und tzes⸗Tod uns wieder hat ver⸗ i 
gerührt, und fein, Volck fieg- ühnt mit BOtt. f 
reich ausgeführt, 156. Wer ihm gedencket nach 


Ä 27 
zu ringen, muß auf ſich neh⸗Prieſter⸗Amt und Scepter 
men gleiche Schmach, fo wird führt. 41 25 ans 
zuletzt der frohe Tag ihm die 20. Dann wird die Creatur 
erwuͤnſchte Erndte bringen: befreyet vom Oienſt der ſchnoͤ⸗ 
dann wo der alte Menſch er⸗ den Eitelkeit, wann ſich die 
liegt, der Neue uͤberwindt und Erde weit und breit vom Fluch 
ſiegt. aeentladet und erneuet, und 
17. Die nun von Chriſti GOtt ausgieſet ſeinen Geiſt 
Geiſt erwecket, und ihm gefol⸗ guf alles Fleiſch, wie er vers 

get in der Zeit; auch von der heit. 
groſen Herrlichkeit die Vor⸗ 21. Die nun das Luſt⸗Spiel 
koſt ſchon allhier geſchmaͤcket, dieſer Zeiten mehr lieben als 
ſo daß fie ſich dem Lamm vers die Guaden⸗Wahl, verſcher⸗ 
traut auf ewig hin als ſeine tzen auch das Abendmahl u. 


—— — — 


Braut: werden in dem Reich det Freu⸗ | 
18. Die werden, wann den die tauſend Jahre herr⸗ | 


Gott wird erſcheinen, und ſchen nicht, noch helfen halten 
das Gerichte fangen an, wie das Gericht. 
es die Schrifft hat kund gethan, 22. Drum die nicht Freunde 
gezehlet werden zuden Seinen ſſch erwerben durch Wehlthun 
und als des HErren Eigen⸗ in der neuen Welt, zur Lincken 
thum verkuͤndigen des Lam⸗ werden hingeſtellt, ihr Hoff⸗ 
mies Ruhm. „ nung wird un Tod erſteiben, 
19. Dann wird die Hoff: weil ſie nur haben in der Zeit 
nung Zions grünen, wann geliebt den Schein der Hei⸗ 

d e der de d e e dee 
£ „ wer jetzt vor ihm nieder⸗ 23. D * zweyte Tod haͤlt ſie 5 7 * 
fallt, wird dem erwuͤrgten gefangen bis auf das groſe 
game dienen; wann feine Jubel Jahr, da alles, was 
Er mit ihm regiert, 255 gebunden war „aufen 8 
Ber? ö | eit 


y: 5: 


28. 


% ni) Fl Ba uBy BEN Bu 
heit wird gelangen: wer fo bey dir hoch geacht, geb allem 
durchs Feuer worden rein, als⸗gute Nacht: dort wi ich erben. 
dann zur Ruhe gehet ein. 2. Ich hab erkannt, wie all 
24. Drum muß ſo manche dein leerer Tand gebauet iſt auf 
Jahr verwalten der Mittler Sand, wird nicht beſtehen. 


fein Verſoͤhnungs⸗Amt, bis Dort ſind bereit in jener Ewig⸗ 


alles, was von Adam ſtammt keit, nach dieſer eitlen Freud, 
im Feuer hat die Prob erhal⸗ viel tauſend Wehen 
ten: fo wird dann endlich of⸗ 3. Ich geh die Bahn, die 
fenbar das groſe Hall⸗und nür gerathen an, der ſelbſt 
Jubel⸗Jahr. mein Helffers⸗Mann, IEſus 
25. So macht der groſe Fuͤrſt mit Namen Es Alt, Genn, 
der Prieſter dem Vater alles weil dieſes Waffe Bad’ Er 
unter than, er loͤſet allen Fluch ſelbſt geſtifftet hat dem heilgen 
und Bann, weil er gebunden Saanen. er 
den Verwuͤſter: der Demuth 4. Wer diß verachtt, und 
Luſt⸗Spiel, das zuvor verwuͤſt laͤſſet aus der Acht, was Got⸗ 
gelegen, kommt empor. tes Raht bedacht, wird muͤſ⸗ 
26. Zuletzt wird er aus frey⸗ fen zagen: wann die erfreut, 
em Willen das Reich deim fo hier in dieſer Zeit ins To⸗ 
Vater raͤumen ein, dann wird des Bitterkeit es thäte wagen. 
der Vater alles ſeyn, und al⸗ 5. II. gingen ein, wo man ver⸗ 
le Hoͤh und Tiefen füllen. O ſagt dem Schein der nicht thut 
Gloria! O Herrlichkeit! dann machen rein von unſern Sün⸗ 
iſt zu End der lange Streit. den. Der Glaube ſieht allein 
13 auf Gottes Gut, wo man 
Ahr hin, O Welt! ich habe ſich fo bemüht, und laͤſſt dahin⸗ 
mir erwehlt, was meinem den. | a 
SoOtt gefällt, dir will ich ſter 6. Was Babel ticht wider 
ben. Ich hab verſagt, was das groſe Licht, ſo er ſelbſt air 1 
| | r gericht 


49 


gericht der Kirch zu gute: und Schweiß, zu gehen ein ins 
ſelbſt die Bahn alſo getretten Paradeis. | 
an, wo man nicht irren kan z. Er iſt der Artzt, durch ſei⸗ 
am Bundes⸗Blute. ne Hand ſchafft Gott, daß 
7. Weil dieſer Kauf im ho⸗ endlich alles Land muß wie⸗ 
hen Glaubens⸗Lauff durch ſei⸗ der zu ihm kehren: durch ihn 
ne Todes⸗Tauff zu gut geſche⸗ find alle Ding gemacht, und 
hen: wer folgt ſo gleich, auch werden durch ihn wiederbracht, 
nie wird matt noch weich, der zu Gottes Lob und Ehren. Er 
wird in Gottes Reich aldort hat der Liebe Quell entdeckt, 
eingehen. und uns vom Todes⸗Schlaf 
Frl. nad 14 eerrweckt. 
den Gottes⸗Lam! 4 Fuͤrwahr er iſt das Au. O, 
wie heilig und wie wun⸗ ein Gnaden⸗Blick macht alles 
derſam biſt du, wer kans er⸗ froh, was ihm kommt in die 
se von Anfang, da die Haͤnde: diß bleibt ein ewig fe⸗ 
elt gemacht, warſt du ſchon ſter Bund, daß der, fo aller 
in dem Geiſt geſchlacht, und Dinge Grund, wird ſchaffen, 
trugſt die Laſt der Suͤnden daß das Ende wird alles wie⸗ 
Aus dir fließt alle Gottes⸗ der ſtellen dar, wie es vor be⸗ 
Huld durch deine Langmuthſnen Zeiten war. 
und Gedult. 5. Zwar hat der Jammer 
2. Diß iſt der neue Gnaden⸗ keine Zahl, darin wir lagen 
Bund, der durch des Hohen⸗ allzumal: wer font diß Meer 
Prieſters Mund auf Erden ergründen? kein Engel, keine 
kundbahr worden: dann dieſes Maſeſtaͤt, kein Heiliger und 
Lamm trug unſte Noth als kein Prophet war ſtarck geung 
weſentlicher Menſch und SOtt, zu finden, daß er font heben 
und öffnete die Pforten, durch dieſen Stein, es mußt ein 
ſeinen Kampf und Todt Gottes⸗Traͤger ſeyn. | 
16 3 


E 


30, 

its ³˙ mern ie ET ER E 
F. O herrlich⸗hohe Wunder und vieler Müh vor dieſem Jo⸗ 
Eur! wann über alle Creatur ſeph beugen, und in der groſ⸗ 


das Lamm wird triumphiren: fen: Hungers⸗Noth ſich ihm 


wohl dem! dem dieſe Cur be: verkauffen um das Brod, ſo 
liebt, und ſich dem Creutzes⸗wird alsdann erweichen ihr 
Tod ergibt, der wird den Him⸗ harter Sinn nach langer Zeit, 
mel zieren, der kommt zuͤ der 
erwehlten Zahl, und zu dem 10. Das Lanim ſey hoch ge⸗ 
groſen Abendmahl. benedeyt, fein Reich und ſeine 
7. Wer aber hier den Bund Herrlichkeit wird alles uͤber⸗ 
verſchmaͤht, und ſeines Her⸗ 
tzens Rath nachgeht, wird doch 


und alle Feind, die ihm noch 


zuletzt noch finden, daß ihm jetzt zuwider ſeynd, die wer⸗ 


det Becher eingeſchenckt, da⸗ den ſich noch beugen vor ihin 
raus ein jeder wird getraͤnckt, und ſeiner werthen Braut; 
der noch gedient der Suͤnden die hier mit ihm am Creutz 
Die Schmach, die er hier hat vertraut 128 
geſcheut, wied dorten ſeyn ſein rr. Und endlich wird der wer⸗ 
Ehren⸗ Kleid. the Sohn mit ſeiner Herrſchaft, 

L. Doch wird diß ſchreckliche Reich und Kron dem Vater 
Gericht der Suͤnden Quelle willig dienen: dann wird des 
daͤmpffen nicht: dann der am Vaters Majeſtaͤt, die uͤber al⸗ 


Creutz geſtorben, der macht le Thronen geht, durch ſeinen 


durch feine Artzeney von Sün⸗ Sohn ausgruͤnen. Der Geiſt, 
den Tod und Hoͤlle frey, und der ſonſt verborgen war, macht 
hat das Heil erworben. In ſei⸗ alsdann alles offenbahr. 
nen Purpur⸗rothen Blut er⸗ Y, P. 6 171 f 

ſtirbt zuletzt der Hoͤllen⸗Glut. 


9. Dann werden ſie auch ihre I nicht unterdruͤcket von dem 


Kaie nach lan zem Leid Gewicht, das mir hat bene 
1 egt⸗ 


von ſeiner ſtrengen Herbigkeit. 


ſteigen: Sind, Teuffel, Tod 


Ef, | 
RE bin gedruckt und doch 


at 


31 


legt mein GOtt, der mich u al⸗ wahre Gute nicht, das ſich 
le Dinge nagt. fo lang ich war nach keines Menſchen Bildern 
in jenem Dienſt ver ſteicket hay richt. Bey mir iſt eines groß 
ich zum Bau des Teinpels ins und klein, ich pflege jedem fo 
gemein getragen bey die allerz zu ſeyn, wie er ich ſucht, und 
ſchwerſte Stein. Dañ da ich eꝛſt leb gelaſſen, drum kan mich 
darzwiſchen kam, und ſolche keiner mit der Selbheit faſſen. 
Laſten auf mich nahm, ward 4. Und waͤr noch eine Tiefe 
Gott geloͤßt, und ich bezwun⸗ zu ergruͤnden auf meiner lang⸗ 
gen, in Ihm iſt mirs, und Ihm gehabten Wanderfahrt, ge⸗ 
auch unch gelungen. wiß ich häfte keine Muͤh ge⸗ 
2. Doch war ich öfters blöd ſpahrt, und mich nicht denen 
u. voller Zagen, das Gute lag rauhen Creutzes⸗Winden zu 
mir anz doch wußt ich nicht, daß einem Spiel ſo gar gegeben hin, 
wer ſich G Ott u. Menſchen hat daß ich nun mir ein Wunder 
verpflicht, auf beyden Achſeln worde bin. So iſt mir dan nun 
muͤſſe lernen tragen, in wel⸗ kein Verluſt auf meiner Reiſe 
chem Looß und reinen Prieſter⸗mehr bewußt, und wann es 
Sinn ich nun ein Gottes⸗Traͤ⸗ ſcheint, es ſey verlohren, ſo 
ger worden bin. O ſelig! wer wird ein Phoͤnix aus der Aſch 
nie hoͤher ſteigt, als daß ſein Fuß gebohren. 
die Erd erreicht: dan deſſen Hoͤh 5. Die Eintracht meiner im 
bleibt ohnbeſieget, der feinem gelaſſnen Willen mit Gottes 
Bruder zu den Fuͤſſen lieget. Rath hat mich dahin gebracht, 
3. Concepten, Formen, Bil⸗ daß ich mir ſelbſt in allem ab⸗ 
der, Weiſen S rancken, die geſagt, drum kan ſtets reine 
andern bauen ihren Himel auf, Liebe aus mir quille. O wel 
die ſind vernicht in meinem ein hoch⸗begluͤckter Ehren⸗ 
Glaubens⸗Lauf; dan was ſich Stand! wer alſo Gott iſt 
formt nach menſchlichen Ge⸗ kommen in die Hand, daß er 
Dancken, das iſt noch lang das BER ana, ſich 


1 


ſich nach ihm lenckt und dreht Orden zur Ausgeburt der rei 
und ihm nicht mehr im Wegeſnen Liebe, worden 
ſteht. In dieſem Luſt⸗Spiel Henſchel: 16. millen 
iſt verſchwunden der Jammer Ch dancke Gott, wan ich 
vieler mißvergnuͤgten Stunde.] J betrachte, daß er mich hat 
6. Und haͤtt ich nicht diß Raͤ⸗ ſo vaͤterlich der Welt, die mir 
tzel bald errathen, gewiß ich viel Jammer machte entfuͤh⸗ 
haͤtte meinen Stand verletzt, ret und gebracht zu ſich, und 
als mich die Mutter von dem gab mir ſein Geſetz, wodurch 
Schooß geſetzt, und lie mich ich aus dem Netz, darin ich 
in dem Janimer⸗Waſſer ba⸗ehmals war verſtricket, gezo⸗ 
den, daß ich als wie entſeelt gen und heraus geruͤcket. 

in vieler Schmach oft in den 2. Und wann ich dencke an 
letzten Todes⸗Zuͤgen lag. Und die Muͤhe, die er an mich hat 

ob ſie ſich ſchoͤn hart geſtellt; angewandt, da er mir feine 

ſo hab ich mich doch nicht geſellt Gnad verliehen, und macht mir 
zu fremden agen und zu ſeinen Rath bekannt, (woraus 
denen, die neben ihrhuch frem⸗ in dieſer Zeit entſtund ſo 
der Lieb ſich ſehnen. mancher Streit) ſo pfleg ich 
7. Drum iſt der Hader end⸗ auf den Himmels⸗Wegen 
lich bald geſchlichtet, es iſt gez mich deſto ſchneller zu bewegen. 
ſchehn, die Wercke folgen nach, 3. Wie manchen Berg mußt 
und werden endlich bringen an ich beſteigen wie manche Bu⸗ 
den Tag, wann dieſes Welt⸗ ſche u. Gehaͤg, eh ſich die him 
Gebaͤu wird ſeyn vernichtet, meles⸗Thuͤr kont zeige u. der be⸗ 
was hier dem Ereutz fo nahe draͤngte Creutzes⸗Weg: daß 
war verwandt, und unſern weil Gerechtigkeit noch war 
bloͤden Augen unerkannt. Dan mein Ehren⸗Kleid, mußt ich 
wird, wer inich zuvor gedrückt, erſt ihren Schmuck verlieren, 
mich ſelig preißen und begluͤckt, eh ich Font feine Gnade ſpuͤh⸗ 
weil in gecroͤnten Prieſter⸗ ren. 


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4. Dann da ich dachte nun zu 
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ein, ließ ſich der Phariſaͤer ſehen, 
der mich verblendt mit ſeinem 
Schein: da ward mir in dem 
Grund erſt recht das Uebel 
kund, und weil ich ſahe nichts 
als Suͤnden, ſo blieb die Gna⸗ 
de weit dahinden. b 

5. Das Elend war faſt nicht 
zu tragen, weil ich ſo vieles an⸗ 
gewandt, und ſolt daneben 
doch verzagen an Gottes Gnad 
in meinem Stand: doch ging 
mir wieder auf in meinem 
Glaubens⸗Lauf die Sonn, u. 
macht mein Leid verſchwinden, 
da kont ich bald die Gnade 
finden. 

6. Drum ſoll mein Geiſt 
E Ott ewig loben vor feine Guͤ⸗ 


te, Gnad und Treu, weil er 
in ſo viel ſchweren Proben bis⸗ 


* 
3 


8 3 
der Welt, mit reinem Hertzen 
ſeine Rechte, und lebet ſo, wies 
ihm gefaͤllt: drum ruͤhm ich 
feine Enad, die mich behütet 
hat in ſo viel Jammer, Noth 
und Weinen, und mich geſam̃⸗ 
let zu den Seinen. 

8. Und weil nun dieſe Gnade 
gruͤnet, und unter uns das 
Ruder führt: ſo wird der Suͤnd 
nicht mehr gedienet, der alte 
Menſch ſein Recht verliert. Da 
lebt man in der Ruh, und lobt 
Gott immerzu, der nach viel 
Arbeit und Bemuͤhen hat ſei⸗ 
nem Erhe Heil verliehen. 

:(prıffina7. ; 
ICh dringe ein in JEſu 
2 Liebe, weil er allein mir 
helffen kan, wenn ich mich in 
dem Leiden übe, daß ich ſonſt 
keinen Troſt verlang, und hal⸗ 
te ſtill, nach ſeinem Will, 


her mir hat geſtanden bey: auch den er in ſeinem weiſen Rath, 
hat er den Altar, nicht ohne ſelbſt uͤber mich beſchloſſen hat. 
viel Gefahr, am End und Abend 2. Solt ich auch keinen Troſt 
dieſer Tagen bey uns, den empfinden, ſo lang ich leb auf 


Seinen, aufgeſchlagen. 
7. Daſelbſt verehret ſein Ge⸗ 
ſchlechte, das auserkauffet Be 


diefer Erd, wird ſich die Leis 
dens⸗Frucht doch finden, wenn 
IEſus meinen Leib verklaͤhrt: 
| in 


34 Be b: leſe⸗ ee 


in jener Freud wird all mein Der 122. Pfalm 
Leid vergeſſen und nicht mehr 18. | 
geſehn, wann ich vor GOtt Ch freue mich in meinem 
werd freudig ſtehn. Geist des, daß mir iſt von 

3. Thu ich mich ſchon in dem verſprochen, der ſeine Zu⸗ 


Schmertzen finden, fo leb ich ſag treulich leiſt, und was er 


doch in fanfter Ruh, weil ſie redt, nicht wird gebrochen, 
mich nur mit dem verbinden, daß wir bald alle werden ins 
der mir das Leiden fuͤget zu: gemein ins Herren Haus mit 
die Feuer⸗Tauff muß ihren Freuden gehen ein. 
Lauff durch alle Glieder fuͤh⸗ 2. Dann wird man unſre 
ren aus, bis ſie die Seele bringt Fuͤſſe ſehn, die bisher ſtunden 
nach Haus. in dem Hoffen in Jeruſalems 
4. Das Truͤbſals⸗Feuer Thoren ſtehn, die ohn verſchloſ⸗ 
muß mich brennen, daß es die ſen ſtehen offen, vor uns und 


Schlacken ſchmeltze ab, will alle, die der HErr erwaͤhlet aus 


ich mich einen Chriſten nennen, allen Voͤlckern auf der gantzen 
muß ich mit IEſu in das Welt. „ 
Grab: ich bin vergnuͤgt ſo 3. Jeruſalem iſt ſchoͤn ges 
wies GOtt fügt, werd ich baut, als eine Stadt der wah⸗ 
nur recht geleibet ein in feine renFrommen, die ſich der HErr 
heilige Gemein. hat ausgeſchaut, daß ſie dar⸗ 

5.. Da find ich viel getreue in zu Hauffe kommen; hin⸗ 
Brüder, die auch mit mir auf zur neuen Stadt Jeruſa⸗ 
vereinigt find, und helffe ſin⸗ lem, dahin ſich ſammlen die 
gen ihre Lieder, die durch das zwölf Jacobs⸗Staͤmm. 


Creutz gefloffen find: denn 4. Fürnemlich die gezwoͤlffte i 
nicht gefällt die Luft der Welt, Zahl des HErren Stamm, die 


drum fie auch mit der heilgen feinen Nahmen gepredigt habe 
Wahl dort werden halten A⸗ überall Iſraels Volck, dem 
bendmahl. heil⸗ 


2 / y HT 1 FR 
heilgen Saamen, die werden durch ſeines Geiſtes Kraft mir 
all in hoͤchſter Freud u. Wonn meines Hertzens Wunſch er⸗ 
ſtets fingen Danck dem HErrn füllen, ich wünſche dir viel 
in ſuͤſſein Thon. Segen Fried und Heyl, ſo hab 

5. Da werden auch zwölf ich auch an deinem Frieden 
Stuͤle ſtehn vor GOttes kla⸗Theil 


* 


rem Angeſichte, und man wird 9. Ich will hinfort zu aller 
darauf ſitzen ſehn die, wan der Zeit von unſers Gottes Hauſe 
König halt Gerichte, das Uir⸗ wegen, dir Treu zu leiſten, 
theil werden helffen führen ſtehn bereit in Kraft, die mir 
aus auf Stuͤlen in des König Gott wird zulegen, und will 
Davids Haus. dein beſtes ſuchen für und für," 

6. Jeruſalem wuͤnſcht Gluͤck fo. g'nieß ich auch das Gute 
und Heil, die ihr ſeyd ſeine einſt in dir. | 
treue Freunde, ihr folt dafür! 10. Lob ſey dem König von 
ein beſſer Theil ererben, als die Zion, der ewig berzfehet und 
ihre Feinde, es muͤſſe denen regieret auf ſeinem hocher⸗ 
allen wohl ergehn, die gegen habnen Thron, da Er ſeins 
dir in treuer Liebe ſtehn. Reiches Scepter fuͤhret; wer 

7. Es muͤſſe Ruh und Friede nur iſt ſeines Reiches Unter⸗ 
ſeyn, die ewig ohne End ſoll than, der ſtimm ſein Lob und 
dauren, weil kein Feind mehr Halleluja an. 
wird kommen ein inwendig 11. Ihr Bürger von Jeru⸗ 
zwiſchen deine Mauren, die ſalem thut Echnaren:weif 
Feinde müſſen weichen all zu den König loben, das wird 
ruͤck, weil deine Pallaͤſt ſind Ihm ſeyn recht angenehm, 
voll Sieg und Gluͤck. wenn ſein Nahme ſo hoch er⸗ 
8. Um meiner lieben Bruͤ⸗ hobenz ja alles, was zu feinem 
derſchafft, und aller treuen Dienſt bereit, vermehre ſeinen 
Freunde willen woll 8 Ruhm in Ewigkeit. 

ö 2 | 


36 


y: P. 3 19. ſichs raſten in unſers GOttes 

h gehe meine Straaſe als Haus. 
wie betrübt dahin, vielbeiden 5. Drum will in Hoffnung 
ohne Maaſe ſchwaͤcht oft den) ſtehen, bis mir mein Gluͤck kom̃t 

Pilger⸗Sinn: waͤr doch zumlein, und alle meine Wehea wer⸗ 
Endgeloffen die lang. ſchwe⸗ den vergeſſen ſeyn. Des Lebens 
re Reiß, da oͤfters mich betrof⸗bittre Druͤſen wird GOtt zu 
fenviel bittrer Todes⸗Schweiß. einem mal ⸗ in jener Walt ver⸗ 

2. Wnnn alle Welt hat Freu⸗ ſuͤſen im frohen Himels⸗Sgal. 
de in ihrem eitlen Sinn, mußt h. jo an: 20. miſſer | 
ich auf dürrer Heyde mein Eh gehe nun zur Kam ner 
Straaſe gehen hin, betruͤbt und Jein, und laß mein Hertz ge: 
sehr verlaſſen, von Freund und troͤſtet ſeyn; ich ruh an des Ge: 
Feind verlacht, daß mich oft liebten Bruſt, da labt mich ſuͤ⸗ 
kaum kont faſſen von Traurig⸗ e Him nels⸗LCuſt, und ſchließ 
keit der Nacht. die Thure nach mir zu, ſo kan 

3. Weil öfters blieb verbor⸗ nichts ſtoͤhren meine Ruh. 
gen der Troſt vom Himmel her, 2. Es iſt genug, daß ich ver⸗ 
und mich viel ſchwere Sorgen bracht ſo manche Stund in 
umgeben wie ein Meer: was fuͤnſtrer Nacht, ſo manche Ta⸗ 
Wunder, daß oft bebet mein ge, Jahr und Zeit in gutge⸗ 
Hertz von dem Gefuͤhl des meinter Eitelkeit: jetzt aber geb 
Todts, weil abgelebet, und ich alles hin, was mich be⸗ 
bald errreicht das Ziel. ſchwert in meinem Sinn. 

4. Doch hab im Blick erſehen 3. Dann wann mein Freund 
als wie ein dunckler Schein, durchs Fenſter guckt, wird 
die Pforten offen ſtehen, wo mein verliebter Geiſt entzuckt: 
ich werd gehen ein. Da legt mein Derke wird in ſchneller 
man ab die Laſten, da iſt der Ell durch ohe von feinem Lie⸗ 
Jam ner aus, wie ſuͤſe laßt bes⸗Pfeil, drum bleib ich al⸗ 


et MER 


lem 


| | 37 

2 2 7 2 2 ; 
lem abgekehrt, was meine Lie⸗ 3. Diß iſt der Stand der Nie⸗ 
be nicht vermehrt. drigkeit, den Ehriſtus feiner 

+. Nun iſt verloſchen und zu Kirch bereit: im Leiden lernet 
End, was man ſonſt falſche man Gedult, ſanfftmuͤthig le⸗ 
Liebe nennt: der viele Kumer, ben ohne Schuld, und trifft 
path und fruͤh ſamt mancher die Demuth noch mit ein, fo 
Arbeit Sorg und Muͤh, und wird man kindlich rein u klein. 
was mir ein Vergnügen war, 9. Wer hier in dieſer Schul 
iſt nun erkannt und offenbahr. bewaͤhrt, der wird von allem 

5. Ich mercke nun je mehr u. ſausgeleert, was ſonſten Hertz 
mehr, daß dieſes kommt von und Geiſt beſchwehrt: ſo wird 
oben her, wann wir von allem man recht zu GOtt gekehrt, da 


Welt⸗Gebrauß geleeret werden faͤllt hinweg der ſchwere Stein, 


teinlich aus: dann werden wir der ſonſt gemacht ſo manche 
nicht innig ſtill, ſo lernen wir Pein. f | 
nicht Gottes Will. 10. Da man oft gangen iſt 
6. Drum wer nicht dieſe klei⸗ einher in mancher Unruh und 
ne Welt betäubet und in Ord⸗Beſchwer, und blieb dahinden 
nung haͤlt, und ſeine Sinnen auf dem Weg, weil man zum 
fo regiert, daß Unſchuld ſeine Guten war ſo traͤg: das macht 
Gaͤnge ziert: der kan nicht ſi⸗ des Hertzens Acker⸗Feld mit 
tzen zu Gericht, wann Chriſtus Dorn und Diſteln war unmſtellt. 
einſt das Urtheil ſpricht. 11. O wie iſt dieſes Joch ſo 
7. Dann diß erfahr ich alle leicht! das uns hat IeEſus an⸗ 
Tag/ daß wo man leidt, iſt kei⸗ gezeigt: O wie iſt dieſe Buͤrd 
ne Klag: die Flag erheiſchet das ſo fügt fie ſchließt uns auf das 
Gericht, und wo man richt, Paradies, da blüht uns unſre 
da liebt man nicht, ja wer da Seligkeit, die uns in Ewigkeit 
richt, verlaumdet auch. Das erfreut.. | 
iftja RESET 12, O JeEſu] wahrer 9 
3 ſter 


1 * 


2 


38 i 


ſter⸗Fuͤrſt, wie ſehr hat dich nach 2. Da er mir in das Hertz 
uns gedürft, daß du verließſt geſchrieben, daß ich fein Ei⸗ 
deins Vaters Schooß, du ka⸗genthum ſolt ſeyn; drum will 
meſt zu uns arm und bloß: u. ich bleiben abgeſchieden von 
haſt verſagt die Herrlichkeit, aller Liebe, die nicht rein die 
die bey dem Vater dir bereit. falſche Luft bleibt unbewuſt, 
13. Drum folg ich dir zur mir nun in dem verlobten 
Schaͤdel⸗Staͤtt, da iſt der Platz, Sinn, den ich ihm geb zu eis 
wo uns das Bett iſt zubereit gen hin. 
vor die Natur: wer nicht ver⸗ 3. Bin ich ſchon oft zur 
laͤſſet dieſe Spur, wird Seit gefallen, und hab durch 
endlich rein an Hertzund Sinn, Schwachheit es verſehn, ſo 
und find im Sterben den Gewin hoͤrt er doch mein glaubigs 
14. Wohlan, mein ZEN, Lallen, und thut mir ſelbſt zur 
der du mich aufs neue lockeſt Seite ſtehn, reicht mir ſein 
kraͤfftiglich durch deine Tau⸗Hand im ſchwachen Stand, 
ben⸗Augen rein: verblende mich daß ich durch ihn kan feſt be⸗ 
mit deinem Schein, damit ich ſtehn, wann die Verſuchungs⸗ 
nim̃er von dir wend mein Aug Winde wehn. | 


„and Herb bis an mein End. 4. Drum acht ich keiner 
Inn 21 


1. Aagſt und Schmertzen, wenn 
ci Ch hab mit Zefa mich ſie ſchon gantz umgeben mich, 

verlobet, um treu zu blei⸗ weil er mich ſtaͤrcket in dem 
ben bis in Tod, ob Teuffel, Hertzen, und hat ſein Aug auf 
Welt darwider tobet, ſo halt mich gericht; wenn ich verirrt, 
ich mich an meinen Gott; thut er, mein Hirt, mich lei⸗ 


dann IeEſu Blut kommt mir ten, und mir ſelbſt beyſtehn, 
zu gut, daß ich kan halten die⸗ daß ich kan taͤglich weiter gehn. 


fen Bund, den er in mir thaͤt s. Zur ſtillen Ruh und Hertz⸗ 
machen kund. Vergnuͤgen, wo die vereinten 


Geiſter 


Geiſter gehn, und durch die Füſſen hin, macht uns in un? 
reine Liebes Zügen verbunden ern: Augen klein, und das 
vor dem Throne ſtehn wie eine Hertz von dem Hoffart rein. 
Braut, die ſich vertraut dem 9. Drum fahr nur fort mit 
Lamm allhter auf dieſer Welt, Liebes⸗Schlagen, mein GOtt, 
zu leben nur, wies ihm gefaͤllt. mit mir in dieſer Zeit; durch 
6. Es iſt doch nichts auf die⸗Liebe laß ich mich bewegen, zu 
fer Erden, das uns von JEſu ſtehen deinem Winck bereit, 
ſcheiden kan, wir wollen noch und geb mich hin, nach deinem 
getreuer werden ihm unſerm Sinn, zu halten aus dur 
Haupt und Ehe⸗Mann, und deine Gnad, wie es dein Rat 
dringen ein in ſeine G'mein, beſchloſſen hat. 4 
und ſtehen feſt auf unſrer 10. Muß ich das Creutz noch 
Wacht: daß wir ihm dienen laͤnger tragen, ſo ſey dein Wil⸗ 
Tag und Nacht le meine Ruh, damit ich in 
7. Die eitle Welt iſt nicht den Leidens⸗Tagen vollkomen 
zu ſchaͤtzen, weil wir mit ihm werd bereitet zu; daß ich die 
verbunden ſeyn, es kan uns Freud und Seligkeit ererben 
auch kein Sturm verletzen, kan durch GOttes Gnad, die 
dringt ſchon der Schmertz ins JEſus mir erworben hat. 
Hertz hinein, wir werden ſchon M dn 


dort nach dieſer Zeit, wenn wir J wig beſtehet, wen alles ſonſt 


gehn in die Eidigkeit. andre zu Grunde vergehet: die 

8. Durchs Creutz ſind wir Wurtzel iſt Leiden, die Fruͤch⸗ 
mit ihm verbunden, zu leben te ſind Freuden, da ſieht man 
fo, wies Gott gefällt, durchs das Leben am Creutze erhoͤhet. 
Creutz wird alles uͤberwunden 2. O Wunder! das Haupt 
die Suͤnd, der Teuffel und die iſt mit Dornen gekroͤnet, fein 
Welt, es beugt den Sinn zun Leben verachtet, Ve 


Hobel 
noch unfern Lohn empfangen 3 Ch ſpüͤhre ein veben, das e. 


— ee en ne ne 


48 
verhoͤhnet: die blutige Wunde, ſten Leiden. 
die er hat empfunden, die haben 2. O Brüder! wir wollen zu⸗ 
uns wieder mit GOtte ver⸗ſammen ung freuen, dieweil 
ſoͤhnet. e wir am Creutze gefunden den 
3. Was ſolt uns nun ſcheiden Treuen, der uns hat erkauffet: 
von Himliſcher Liebe? wir fin⸗ wir ſind ja getauffet zum To⸗ 
den im Leiden die maͤchtigſte de, was ſolt ung das Leben noch 
Triebe :es reinigt die Hertzen, reuen? 
verſuͤſſet die Schmertzen, ver: 8. Das immer nicht waͤhret, 
21205 die Geiſter zuſammen in ja balde vergehet, wir wiſſen 
Liebe. ein Anders, das ewig beſtehet: 
4. Was Freude auf Erden drum laßt ung nicht klagen 
ſolt koͤnnen uns trennen, wir in Schmertzen und Plagen, 
wollen kein andere Freude mehr wir ſehn ja das Leben am 
kennen, als die wir durch Ster⸗ Creutz erhoͤhet. | 
ben am Creutze erwerben: wo 9. Was innere Freude wird 
IeEſus uns ſelbſten auch Brüͤ⸗oͤſters verſpuͤhret, wenn JE⸗ 
der thut nennen. ſius die Hertzen im Grunde be⸗ 
. Und ſolten auch Himliſche ruͤhret, es ſeye in Freuden, es 
Freuden erſcheinen, die da eye mit Leiden, fein Scepter 
3990 nicht herrühren von Schmer⸗ beſtaͤndig im Frieden regieret. 
ten und Weinen: ſo fühlt man 10. O Schweſtern! die wir 
um Hertzen doch innere Schmeꝛ⸗ſind durchs Creutze vereinet, 
Gen, dieweil fie die Eintracht da nunmehr kein andere Liebe 
am Grunde verneinen. erſcheinet: als die uns erkohrẽ, 
6. Drum ſag ich: es ſoll mich mit Schmertzen geboren, wo 
von IeEſu nichts ſcheiden, und alle Getheiltheit auf ewig ver⸗ 
ſoltens auch Trohnen und Kro⸗ neinet. Da, 
nen begleiten: waͤrs Schmertzen ır. Was innere Freude wird 
zu nennen, ſo thu ich bekennen oͤfters gefunden, wann Gei⸗ 
deu, der da geſieget im bitter⸗ ſter 


r 5 ' 
a 8 


ſter zufammen von oben ver⸗ hat verſprochen, ſo werden wir 


verſchwunden. 
12. Was ſolt dann noch unſ⸗ Altar, der mich bishero hat 
re Vereinigung ſtoͤhren, wer getragen; ob ich ſchon abge⸗ 
will uns den Einfluß der Gei⸗ 
ſter verwehren. O heiliges Le⸗ 
ben! das in die gegeben, die zu Stand zu ſchuͤtzen pflegt aus 
der Geſellſchafft des Lammes lauter Gnaden, mich auch mit 


men in Liebe zerflieſen, weil Beſchwerden, 
wir ſo viel innerne Freude ge⸗ 
nieſen, nach dunckelen Zeiten, 
da Schmertzen und Leiden, 
ſich über uns thaͤten ſo haͤuffig zurecht werde gebracht durch 


14. Wir bleiben zwar ſtetig 
mit Leiden beleget, dann Lei⸗ 


41 


bunden: wann himmliſche mit ihm zu Ehren erhoben. 
Liebe bringt heilige Triebe, u. 23. | 

was uns noch graͤmet, iſtewig Ch will von Gottes Güte 
2 ſagen, weil ich gefunden den 


irret war: dabey hat ſeine 
Hand, die mich in meinem 


vielem Creutz beladen. 

2. Doch trag ich willig die 
dieweils gereicht 
zu ſeiner Ehr: und ſolt ich auch 
kleinmuͤthig werden, es dient 
nur, das ich mehr und mehr 


gehoͤren. 
13. Drum laßt uns zuſam⸗ 


feine Liebes⸗Macht, und durch 
die Wirckung ſeiner Wunden, 
die ich in mancher Noth em⸗ 


ergieſen. 


den iſts, was uns auf Erden pfunden. 
verpfleget: das hin und her 3. Es wird doch noch das 
Wacken, das auſer den Ziel getroffen; wann es ſchon 


wi 5 * 


Schrancken, wird alles durchs oͤfters uns gebricht: dann wo 
Leiden zu Boden geleget. die Liebe nehrt das Hoffen, 
15. Wir wollen nun alle den da kans am Ende fehlen nicht. 


Koͤnig dort oben in Freuden u. Wer oͤfters keinen Rath in die⸗ 


Leiden erheben und loben: em. Leben hat, der findt die 
wann alles gerochen, wie . bald wieder offen, 155 


e 


enth. 


* 3 2 fi 
ara 


troffen. 


45 
ſeines 


* — — nn 


Hertzens Wunſch ges bringen; doch will ich nun in 
| Gott eindringen. g 
4. Wer ſich allhier zum 7. Diß ſoll dann nun mein 
Creutz bequemet, obs ihm Eintzigs bleiben, daß ich ab⸗ 
auch ſchon beſchwerlich ſcheint, weiche nimmermehr, und will 
der wird gefeſſelt und bezaͤh⸗ aufs neue mich verſchreiben, 
net, darüber oft wird lang ge⸗ daß ich vor meines Gottes Ehr 
weint: dann da iſts Leben hin will leiden bis in Tod, und wan 
nach Gottes Rath und Sin, auch Schmertz und Noth mein 
und muß ſich im Gericht ver⸗Leben wolte gantz verzehren: 
zehren; doch kans die Hoff⸗ es wird dennoch nicht ewig 
nung nicht zerſtoͤhren. waͤhre u Kent 
5. Wann einſt der HErr wird b:nothanzjnie Rn 
Zion retten, dann wird mir eEſus iſt der treuſte Hirt ſei⸗ 
auch mein Theil und Looß, Iner Schafen; Er laͤßt keines 
dann wird er alle Band und ſo verirrt hinweg raffen: Er 
Ketten der Tochter Zions ma⸗ ruft immer mehr herbey zu der 
chen loß: da wird vergeſſen 


ſeyn die bittre Todes⸗Pein, 
und wird alsdann erſt frucht⸗ 
bar werden, was ausgedorrt 
auf dieſer Erden. | 
6. Mein Hertz wird oͤfters 


Heerde, daß die Zahl voll wer⸗ 
de. a 
2. Treuer Hirte hohl zu dir 
bald die deinen, die da gehen 
in der Irr von viel Weinen: 
die in ihrer Jugend⸗Bluͤt ſich 


aufgezogen, und dennoch darf verſchrieben dich ohn End zu h 


ichs wagen nicht, weil mich 
nicht wenig hat betrogen der 
falſche Schein vom eignen 
Licht, und mich vom Weg ge⸗ 

führt, daß ich oft wie verirrt 


* 


lieben. | rn 
3: Ach die fehnen ſich allhier 
und geloben, daß ſie bleiben treu 
an dir auch in Proben, die ſo 
haufig ohne Maaß fie umge⸗ 


muß meine Lebens ⸗Zeit zu⸗ ben, daß fie muͤd zu leben. 


4 Zeuch 


4. Zeuch uns ſchnell nach Li⸗ 9. Und wann wir aus deiner 
banon hinzulanffen, daß wir Full ſatt find worden, iſt er⸗ 
um der Weißheit Kron Oehl langt das rechte Ziel: Meſechs⸗ 
einkauffen: daß wir nicht in Pforten machten uns viel 


Tohrheit ſtehn, wann erſchei⸗Hertzenleid, da wir waren in 


net, warum wir geweinet. "fo viel Gefahren. 


5. Es iſt ja kein Kinder⸗Tand ro. O du werthe Sarons⸗ 


durch zukommen, wo man Blum! ſanf und milde, ſieh, 


wird mit Gott verwandt und wie hier dein Eigenthum im 


den Frommen: weil die Zeiten Gefilde ſich nach deiner Hilf 
ſehr bedrange hier im Leben, ſtreckt aus: O das Stehnen! 
wer ſich GOtt ergeben. und der vielen Thränen.. 

6: Diefes merck ich oͤffters 11. Doch, wann in betruͤb⸗ 


wol, wann ich gehe, daß ich ter Zeit Gott giebt Segen, 


Schmiertzens⸗Kummer voll ſo muß nicht die Eigenheit ſich 
nuch umſehe, daß fo ein ge⸗ drein legen: dann der reine Lie⸗ 
ringe Zahl, die ſich kraͤncken bes⸗Suͤm macht vergehen, 
und nach dir ſich lencken. was Gott nicht erſehen. 

2. Ach! ſo laß doch deinen 12. Wann der Balſam rei⸗ 
Geiſt in uns walten, der die ner Lieb kommt vom Himel, 


rechte Wege weiſt ohn Erkal⸗ fo wird Licht was ſchwartz u. 


ten: damit wir in Lauterkeit trieb: das Getuͤmmel, ſo die 
dich ſtets faſſen und nicht mehr Sinnen uͤberhaͤufft, muß ver⸗ 
verlaſſen. gehen ſamt viel andern Wehn. 
3. Deinen Segen theile mit 13. Iſt auch wol ein groͤſte 
deinen Lieben, die durch deine Freud hier auf Erden? als 
groſe Guͤt dir verſchrieben.ſo gehen an der Weid init den 
Zeuch uns tief in dich hinein Heerden; wo der gute treue 
und dein Weſen, fo find wir Hirt ihr ſelbſt pfleget, und im 
geneſen. | Schooß ſie träger. OD 155 
I BL TE e er u u 


vo. 


43 


44 | ner 
124. Was iſt muͤd und abge⸗ 3 Bald wird die Sabaths⸗ 
matt, ſchwach auf Beinen; Ruh erſcheinen, wann iſt vol⸗ 
O! des treuen Hirten Rath, lendt die ſechſte Zeit: dann wird 
der den Seinen ſo bekannt in dem Satan und den Seinen 
ihrem Leid und viel Wehen, der Kercker werden zubereit. 
wann ſte faſt vergehen. Der alten Schlang wird wer: 
15. O! wie wol iſt unſre den bang, weil man ihr legt 
Tracht, weil wir komen Gott die Feſſelan, daß ſte nicht mehr 
zu dienen Tag und Nacht mit verführen kan. 
den Fromen. Doch iſt unſre 
Freud verſpart, bis wir wer⸗ 
den dort verherrlicht werden. 


4. In dieſen tauſend Jubel⸗ 
Jahren wird ſich des Feindes 
Neid und Gifft nicht mehr auf 

a: miſſer. . . Erden offenbahren, dann fo 
o: ar die ihr euch laßt Chri⸗ bezeuget uns die Schrifft: daß 
Aten nennen, gedeuckt des Wolf und Lamm, was wild 

Erren alle Tag, daß jeder und zahm, wird in derſelben 
u lern recht erkennen, und Jubel⸗Zeit beyſammen gehn 

nicht umſonſt den Namẽ trag: auf einer Weid. 1 
wer Chriſtum liebt, und ſich 5. Die Voͤlcker werden nicht 

ergibt der reinen Zucht, der mehr kriegen, und ſich einan⸗ 

wird fuͤrwahr mit ihme herr⸗ der haſſen nicht, ſie werden 
ſchen tauſend Jahr. kommen und ſich ſchmiegen, 

2. Wer ſich befleißt dem zu und fallen auf ihr Angeſicht: 

entfliehe, was nichtig iſt, u irr⸗ und allzugleich in Chriſti Reich 

diſch heißt, und laͤßt ſein Her⸗das Lamm verehren und die 
e immer ziehen von oben Braut, die ihm aldann wird 


er durch ſeinen Geiſt: der wird anvertraut. 
alsdan mit ſtimmen an das 6. Da werden ſie die Schwerd⸗ 
neue Lied vor Gottes Thron, ter nehmen, ſamt allem, was 
Sion ihm und ſeinem zum Krieg gehoͤrt, und fie zum 
er 


% 


Ackerbau bequemen, weil nie⸗ und Spott, bekehren fich zu 
mand mehr den Frieden ſtoͤrt: ihrem Gott fi k 
Gerechtigkeit, Heil, Fried und ſeh: 2. Min 
Freud wird uͤberſchatten jeder⸗ mimt alle, ihr Kinder von 
Abrahams Saamen, die 


man, es wird verſchwinden 
Fluch und Bann. ihr noch herſtammet von Ja⸗ 


7. Kein Bruder wird den an⸗ cobs Geſchlecht; und ruͤhmet 


dern lehren, weil ſie die Sal⸗ des HErren geheiligten Na⸗ 
bung alle lehrt, noch ſagen: men, weil auf euch iſt kommen 
erkenne den HErren: dann je⸗ das kindliche Recht. 

der GOttes Stimme hoͤrt 2. Und ſeyd auch Mit⸗Erben 
Es werden dann Gott baͤten der himmliſchen Güter, weil 
an die Koͤn ge, Fuͤrſten groß JEſus durchs Creutze den Ein⸗ 
und klein, und geben ihm die 
Ehr allein. enden an euren Bemüthern, 
8. O ſelig ſind! die nicht er⸗ ihm treulich zu folgen bey Tas 
weichen im vorgelegten Kampf ge und Nacht. 20 8 
und Streit, bis ſie das Ziel und z. Und weil ihr aus himmli⸗ 
End erreichen u. gehen ein zu ſchem Saamen gebohren, zum 
dieſer Freud: da daͤnn das Lam̃ göttlichen: Leben im heiligen 
aus Davids Stamm, das ſie Schmuck, daneben aus aller⸗ 
erkaufft mit ſeinem Blut, zer⸗ley Voͤlcker erkohren, drum 
brechen wird des Treibers ſehe doch nimmermehr keiner 


Ruth. Ene zuruck. 99 

9. Dann wird er Iſraels Ge⸗ 4. Zu folgen dem Lamme 
ſchlechte, in ihrem lange Witt⸗ aus Heiligem Triebe, keuſch, 
wen⸗Stand, verleihen wieder zuͤchtig, jungfraͤulich, ohn al⸗ 


ſtine Rechte und fie geleiten in len Verdruß, den Namen des 


ihr Land: fo werden die, ſo nun Vatters an Stunen geſchrie⸗ 
allhie ſind aller Völker Graͤul 55 Zeichen der Liebe zu 
90105 3 eurem 


Lend gemacht: umguͤrtet die 


* 


* * h 
* 


46. 
euren Genuf 
Ui weil ihr durchs Blu⸗ 
te des La umes erkauffet, . 
fraͤulich zu leben, damit ihr 
zugleich gantz rein ohne Fle⸗ 
cken ihm ſtetig nachlauffet, 
daß ihr mit ererbet das goͤtt⸗ 
liche Reich. 97 
6. O heiliges Leben, O herr⸗ 
licher Handel! wenn ihr ſo er⸗ 
geben der oberen Zucht, daß 
euere Wege mit göttlichen 
Wandel geziehret, und keines 
verbleibe ohn Frucht. 
‚7. So bleib ich mit allen in 
Liebe verbunden, und trette im 
Glauben gantz freudig mit an, 
auch treu zu verbleiben, wenn 
kommen die Stunden der Lei⸗ 
90 ich lauffe die goͤttliche 
ahn. 


mia 73 | 
un alle mit Freuden, 

ihr Schweſtern und Bruͤ⸗ 
der, und helffet betreten den 
ſchmaleſten Steg, wir ſind ja 


! 


1 
I 
I 


| 


| 


1 


nicht beffer als unfere Glieder, 


die vor uns gewandelt in Mar: 
ter und Schläg. | 
2. Weil IEſus Fuͤrſprecher 


— — 


geworden fuͤr allen, die mit 


ihm aufrichten im Ereutze den 
Bund: drum laßt uns nur ſe⸗ 
hen, daß wir ihm gefallen, zu. 
kuͤſſen den Liebſten mit heilt⸗ 
gem Mund. | 
3. So koͤnnen wir oͤfters ver⸗ 
kuͤnden mit Freuden den Todte 
des HErren und tragen am 
Leib das Zeichen des Ereutzes 
voll Schmertzen und Leiden, 
daß nichts an uns finde das 
huriſche Weib. „n 
4. Laßt brennen in Flammen 
der Hiebe die Hertzen, und lieben 
den König mit innigſter Brunſt 
umfaſſet und kuͤßt ihn mit hei⸗ 
ligem Schertzen, weil er uns 
begabet mit himmliſcher Zunſt 
5. Dein Leben, O FEfu! 
werd taͤglich vermehret in al⸗ 
len den Deinen, die tragen den 
Bund, damit fit kein Reitzung 
noch Lockung bethoͤret, dir 
leben zu Ehren all Tage und 
Stun ‚ler. r 


Ommt Bruͤder⸗Hertzen ſa⸗ 
get mir, wer iſt der Mann 
bringet hier fein himliſch 

Erbe 


* 
* 


der 


Erbe wieder ein, 
Hertz beſtellet ſeyn. 
2. Wer ohne Falſch den Wan⸗ 


#7 


del fuhrt, in deſſen Mund wird getretten an. 


nicht geſpuͤhrt ein Wort, das 
Luͤgen in ſich hat, um zu ver⸗ 
drehen Gottes Rath. 
3. Wer ſtets auftichtig geht 
einher, den keine Wind bewe⸗ 
gen mehr, und der nicht aͤndert 
einen Sinn, wann die Ver⸗ 
ſuchung ſtoßt auf ihn. 
4. Der nicht verlaͤßt den 
ſchmalen Weg, wann ihn das 
Fleiſch will machen träg: und 
die Vernunft nicht zieht zu 
Rath, wann ihm entgehet 
Gottes Gnad. 
5. Der ſich erwehlet ſolche 
Bahn, die Fleiſch und Blut 
nicht ſtehet an: der fliehet, 
was ihn hier begluͤckt, und lie: 
bet was ihn unterdtuͤckt. 
6. Der eitler Ehr nicht gehet 
nach, und haͤlt ſich ſtets an 
Chriſti Schmach, der wan⸗ 
delt grad und haſſet krulſt dem 
ſchadet nichts / er kommt nicht 


uin. | 14 
7. Und wann er auch ſchon 


Das 51. Cap. Eſaja 6: f 


Y 9. 
N Ach dich im Geiſt recht 
munter auf, mach dich 
auf, du bedraͤngter Hauf, 
Zion zeuch Macht und Staͤrcke 
an, die alle Macht beſiegen 
kan, und ſchmuͤck dich herrlich 
ſchoͤn, du heil'ge Stadt, Jeru⸗ 
ſalem, die GOtt zum Koͤnig hat. 
2. Dann es wird nun und 
nmimmermehr hinfort ein Un⸗ 
beſchnittener, der noch nicht iſt 
von Hertzen rein, in dir Re⸗ 
gent und König ſeyn; mach dich 
derhalben aus dem Staube 
auf, ſteh auf, Jeruſalem, du 
g'fangner Hauf. | 
3. Mach deinen Hals nun 
loß und frey, reiß alle Babels 
Tochter Zion lang gefangen 
warſt im Zwang und Drang; 
ſo ſpricht der HErr: ihr ſeyd ver 
kaufft umſonſt, und werdt 
ohn Geld geloͤßt aus freyer 
Gunſt. 14. Mein 


Band entzwey, worin du 


IG 


48 

4. Mein Volck (ſo ſpricht pred gen uns vom hoͤchſtẽ Gut: 
des HErren Mund:) welchs die da zu Zion ſagen freudig⸗ 
trat am erſten in den Bund, lich: dein GOtt iſt König in 
zog bald dem Land Egypten zu dir ewiglich. u, 
um Welt⸗genuß und Fleiſches 8. Der Waͤchter Stimm und 
Ruh, und wurd daſelbſt vor Lob⸗gethoͤn ſchallt laut und 
niir ein fremder Gaſt, von hell gantz wunderſchoͤn, und 
Aſſurs Macht und Gwalt auch ruͤhmen mit vereinter Kraft 
ſehr belaſt, = den HErrn, der Zion Heil vers 
5. Wie thut man mir dann haft; dieweil nun bald mit 
nun jetzund, fo ſpricht und Augen jederman das neu⸗be⸗ 
fragt des HErren Mund; kehrte Zion ſehen kan. 
mein Volck, welch's noch im 9. Laßt mit einander frölich 
Mund mich fuͤhrt, wird irr ſeyn, und ruͤhmen, was zuvor 
und gantz uinſonſt verfuͤhrt; unrein und wuͤſt war zu Se: 
weil feine Herrſcher, bloß aus ruſalem, das wird dem HErrn 


Heucheley, viel Heulens ma⸗ ſeyn angenehm, der nun fein. 
chen und ein ber Sehen. Volck ſo reichlich hat getroͤſt, 


5. Mein Name, ſpricht der und ſein Jeruſalem mit Macht 
groſe HErr, von ſolchen wird erloͤßt. 
verlaͤſtert ſehr: derhalben fell! ro. Der Herr hat offenbar 
mein Voſck, das ich mir aus⸗ gemacht ſein'n heiligen Arm 
erwaͤhlet, kennen mich, welchs und ſtarcke Macht, daß aller 
nun zur Zeit mein n Namen Heyden Augen ſehn, wie Gott 
heilig preißt, durch welche ich ſein Zion thut erhoͤhn; ja gar 
elbſt rede aus dem Geiſt. bis an der Welt End fichet 
7. Wie lieblich find die Fuͤß man das Heil, das GOtt an 
‚and Tritt der Botten, die da ſeinem Volck gethan. g 
Heil und Fried verkündigen 1x. Weicht, weicht, und zie⸗ 
mit Freud und Muth, und het aus von dann, Want e 


45 


: 9 5 | 
12. Ihr folt mit Eilen nicht dazu bereit, fein Ackerwerck zu 


ſammlen bald aus aller Welk. Herr und Meiſter, der iſt ges 
= | recht und fehr entſtelſt gegen 


He den n, Pf. e en n un 
‘fg 48% 


Ein Geiſt iſt oft von Ju⸗ Seile von mir weg gewandt, 


50 


ſchien, ſo wachſt doch keine und Schmach muſt tragen, ſo 
Frucht darin, wird duͤrr, eh wart t doch auf dich Ruh und 
mans ausrauffet. Freud, auf deine Plager Pla⸗ 
7. Davon der Schnitter ſeine gen. Der Wechſel iſt gantz 
Hand nach Wunſch nicht kan wunderlich, wer in der Zeit 
voll kriegen: ſo iſt quch frucht⸗ erhebet ſich, wir d nach der Zeit 
loß all ihr Tand, 1 fie, . cet Ae ee 
nur betrugen, der Gärben⸗ 12. Wer aber hier in diefer 
Binder (merckt gar wohl) der Zeit ausſtehet viele Proben, 
kan noch Hand, noch Arme und beugt ſich unter Exeutz und 
voll auf ihrem Acker ſammlen. Leid, wird dort von GOtt er⸗ 
8. Und welche ihnen gehn hoben: der ſteh mit Geiſt und 
vorbey, durchaus nicht moͤgen Kraft uns bey, daß wir im 
prechen: des HErren Segen Leiden recht getreu bis an das 
auf euch ſey, daß euch nichts End verharren. 
mög gebrechen, wir ſegnen 12. Preiß Lob, Ehr, Ruhm, 
euch un Namen des HErrn, und Herrlichkeit mit Freuden 
der wird von ſolchem Babel werd geſungen GOtt, und dem 
fern, auf Zion aber bleiben. Lamm in Ewigkeit von aller 
Suat. Dolcker Zungen: der Zion 
9. Drum, Zion, auf! lo bſihm hat auserwaͤhlt, auch uns 
deinen GOtt, und preiße dei⸗ hat mit zur Zahl gezaͤhlt, die 
nen Koͤnig, und kehr dich nicht GOtt wird ewig loben. 2 5 
an Babels Spott, der fen dir] g nn am 
viel zu wenig, Babel wird 0 


f Mein 


wien nach viel gehabteim Leid weil in dem erſten Flug ich 


r 2 


ich Vermögen hat. _— das viel Fog und Gu⸗ 


fi 


7. Ach GOtt! e nie iin Leiden müde, wars auch 

zu geben, wann 
nie 11 
2. 


zu. 


52 8 * . 


au (ben, fogshter nl gaus Gott vom Hummel her⸗ 
9 805 in meiner Blu- macht ruhn, waũ man iſt 
the und bloͤden a Kinder⸗Sinn müde in ſtillem riedens⸗Meer. 
offt wurd von Seu zen muͤde, 24. Da legt ſich alles Brau⸗ 
Gedult traͤgt alles hin. ſen, da weht ein ſanfter Wind, 
17. Es macht. letzt geneſe was oͤfters machte Brausen iſt 
aus Gottes Freundlichkeit: nun an ſeinem End. 
wo man betruͤbt geſ 


ſeſſen in ſo 25. So muß es dann gelin⸗ 
viel bittrem Leid. gen, wer nur im Leiden treu, 
18. Daß ich mich ſo hingeben der kan mit Freuden ſi fingen, 
in meiner Jugend Blüt, war was Gottes Gute ſey. 
um ein reines Leben, und um 26. Die in ſo vielen Preſſen 
das ew'ge Gut und manchen rauhen Wind 
19. Wo teiht und wol gelit⸗ zuletzte macht geneſen⸗ daß 
Pd in dem verliebten Sinn: inan ein Gottes⸗Kind. 
ommt ein der 0 5 Frieden, 27. Wie ſchoͤn wird da geſun⸗ 
BER 5 Fa et h f 125 ee denen inmen DR 
iſt der Zweig der Kir⸗0heißt es iſtgelu en, wa 
8 ſo lehret Gottes Rath e def ers kon. * 5 17 
iß machet reine Furchen, daß 28. Die Segen volle cu 
gruͤnet unſre Saat. mich oft fo. überhaͤufft / d 
„ar, So muß zum 1 die⸗ Hertz Sinn und e ale 
nen, dem der iſt recht getreu: wie W r erſaͤuft. 
I Saat muß lieblich grüne Nin rind ſuſe ſchla⸗ 
1 91 1 ee ſey. fen i im Schooß der reinen 17 
N 75 n nichts mehr zu ſchaf⸗ 
| | uſter ſchwartz und | 
gen ac I | 


A 0 4 { 8 
Di een Sir Du ee 


83 
80 e gage — Han mei Lebenlang, was 


5 en e A einſchencken in 
aged dane ol noch hai em arten, Drang 


werben a — 90 Am jener ef ee Göttl ſche Gedeyen 


mas 1 95 E 8, macht 
neh dre dei Ha: reuen in un⸗ 
WER San wird fa recht ; jere ottes Haus. | 
ſcheinen, was hier im Creu⸗ 39 O allerliebſte Seelen! 


ctzes⸗Thal verdeckt bey e blüht ein groſes Heyl: es 
Deinen der auserwaͤhlten heißt mit Gordvefmaͤhlen die 
Zahl. daran haben Theil 
33. O was vor ſchoͤne Se 40. Die Weſenheit von oben 
chen wird man da hoͤrn und will fich gern brin en 27 15 
un 


ſehni der Trauer⸗Mu wi rd nur ſte k feſt in © 5 8 
he die at neh wehr ach ; 9 tan von d 0 
ih 


1 55 "Ba bringt man ſeine ten, ad Hana 
Garben mit groſen Freuden daman in! N 
ein, wo andre müffen darben, hat geliebet Shen. 1 
N man u 94 42. Die 


4 DIS dene A 
reicht ſelbſt die ie 
e 
N 1 die h 
1 155 1 5 deſes kan ertragen, 
leech 1 


5 cen 
30 aer 1 eh : Die nit 


Kr da geleget bey, wer 
den Trü ale T n 
e 


6 


Kir kur rein e r Ach! ach, 1 1 
, Kaum 0 Peeſſen, die ohne 55 und 
ko me l wwe hei die 
vas el bigs B. u u fe ME er- Straas 
s ein nißt. Wer haͤtte ſollen 1 an, 
er aus d den, 81 1 bey ſo langem Leid nicht 
ebe e auf ſolt hoͤrn das Kraͤncken. 


iſt in G0 Ott ve rſune O! der betruͤbten Zeit, wann 
der ih ihn Br 1 5 1505 oU pge 
47. 4 Alle muß ihn la⸗Stille⸗ſeyn, kom! men noch haͤr⸗ 


115 19 1 ee e Piel die mir geine fen: 


die te e ade 
tt erfreut. 
Hi 1 mir! 1 1 


ein. 
3. Wis foll. man daun nan 
0 agen uber dien N 


72 75 Ae e € 11 ebenen ein Ki fü 127 
15 ier a 05 1 70707 al . den ſüſen BR 


155 

N 

u 1 at 

15 . 
M ein 1 


ei un 


ch wei⸗ 


Maaß mir wen u einge. u Ä 


55. 


ſchi eigen, das Dencken hoͤret 9 Diß fi nd des Glaubens 
auf, diß brigget tiefes Beugen Schranckt, ſo lehrt ein Ottes 
ih dem ſo ihuͤden Lauf: ſo Find, wer darinn bleibt ohn 
muß ich immer wandern in, Wanckeh der kommt zum gu⸗ 
ſcht bett übtem S Sinn, von; eis ten End. Drum wol, es iſt ge⸗ 
ner Noht aut andern, biß al ſchehen, ich gehe meinen Gang, 
le Kraft dahin. dort werd ich EOtt erhoͤken 
6. Doch iſt mir dieſes blieben mi vielem b⸗Geſang. nr 
in meinem vielen Leid, wie in 6:4 3 
ſo viel Betruͤben die groſe Gů⸗ d JE h lieber Pilger, bitte; 
tigkeit mir hat vor dien en ſen Jah⸗ l cke auf, wie alles eilt; nit 
ren in de m 855 
aus wah sfahren gehelf- 100 ente zu: dach daß wir ei 1 
ren immerhin. auch hinzu Au unsers Geiles 
Wann Schergen mich wahren R 
| ug 51 d viele Lic 2. Der Degel in, der Luft, 
chenckt G Ott das Liebſt im ſich freut, der Fiſch im Waſ⸗ 
Leben nach 5 bettübten Zeit. ſer ſich erneut, der Stein eilt 
So bin ich La berathen mit nach der Erden zu: ach daß 
nd hau gleich, wollt wir eilten auch gaz, zu unsers, 
ich m Kg 1 ade, verſchertzt Geiſtes ſtillen Ruh! 
ich Gottes 3. Die Erde iſt ein tuner 
8. "Dam like ſch bebangen Ball, wer ſich drauf ſetzet,, 
an ſeiner Freundlichkeit, dort kommt zu Fall: drum ruffet 
werd in Ehren prangen nach dir ja alles zu: ach eile doch du 
viel gehabtem Leid. Die Freu⸗ auch hinzu zu deines Geiſtes 
de in dem Leben, ſo einſt all⸗ ſtillen Ruh. 
dort erſcheint, wird die Erlö⸗ 4. Diß Leben iſt ein Trauer⸗ 
füng geben, wann Knggenng Spiel, wer viel drauf ſetzt, 
geweint. ne verlicret viel, drum hoͤr 173 
au g ni 


7 


was 79 mid 1115 110 1 0 „daß ich 520 A i 
U den 92 Ku oh ‚oa dal . 


ſes doch as ſenc 

And in Gott die 1 Aug enbil ick u N EA 1 
7. Wann man mich ſchmaͤ⸗ in Gottes Willen ruh. 
het und vergcht t, mein Thun 12. Ein jeder wuͤrcke, was 

als Thorheit nur verlacht, ſo er kan, mein Wuͤrcken heiſſet 
nimmt mir dieſes nicht die nichts gethan: drum ſchließ ich 
Ruh, weil ich von ſelbſt mit ſe⸗ meine Augen zu, mein Hertze 
15 19 und halt verdächtig, wuͤnſcht Aug im era, „daß 
Sich thu. ich nu 1 775 in Gott d tuh, 
2 Zwar wird der Welt @tück 13. Ein jeder ſtreite, was er 

hoch geſchaͤtzt; mich aber die⸗ kan, wer leidet, 10 00 Himel 
ſes nicht ergetzt, mich treibts an, erlange ich diß noch darzu, 
im Hertzen immerzu, bey al⸗ daß ich im Willen Gottes ruh, 

lein, was ich denck u. thu⸗daß ſo kanns nicht beſſer gehen zu. 
ich in SOtt moͤcht finden Ruh 14. Wann einer auch weiſ⸗ 
9. Gott iſt das choc ſagete, und eee 

ete 


37 


redete, und hätte dieſes nicht ben mußt erwerben, was in 
darzu, daß er in Gottes Mil Adam war verfherßt. 
len ruh fo heißts: es taugt 4. Das hoͤchſte Gut u wahre 

nichts, was ich thu. Weſen, das ſelig macht, und 

15. Mein eignes Thun heißt giebt Gchefen, wohnt in GOt⸗ 
nichts gethan, wie gut ichs tes Hertz allein: und quillt 
immer fange an, forufft mir aus durch Ze Wunden, 


- 


IeEſus immer zu: ohn mich wer das funden, der kan froh 


find't Niemand wahre Ruh, 
drum eil ich nur nach Ihme zu 
pma 334. abe 
| N ch viel und manchen 
1 Trauer⸗Stunden wird 
endlich doch der Schatz gefun⸗ 
den, der in Gott Geneſen 
heißt: da wird bey verliebten 
Sachen froͤlich lachen der zu⸗ 
vor gedruͤckte Geiſt. er 
2. In dieſer Welt iſt nicht 
zu finden, was unſern Jam⸗ 
mer macht verſchwinden, und 
das Hertz koͤnt machen ſatt: 
daun es kan niemand geneſen 
in dem Weſen, das nur Schein 
und Luͤgen hat. 
3. Wer wolt dann da ſein 


Gutes hoffen, wo Adam hat J 


der Todt getroffen, welches 


Gott fo ſehr geſchmertzt: daß 
er guch durch Todt und en 


und frölich ſeyn. er 
5. Wem diefer Brunnen iſt 


geſchencket, der wird nach lan⸗ 


gem Durſt getraͤncket, und ge⸗ 
genieſet Lebens⸗Brodt, das der 
Seelen⸗Hunger naͤhret und 
verzehret endlich Schmertzen, 
Augſt und Noth. 


6. Da wohnet das vollkom̃⸗ 
ne Gute, da gruͤnt die duͤrre 
Aarons⸗Muthe, als des Prie⸗ 
ſters Looß und Theil: und das 
Salb⸗Oel der Genaden macht 
den Schaden unſers Geiſtes 
wieder heil. | 
7, In dieſes zweyten Adams 
Seite find't man das Kleinod 
aller Freude, welches Weh und 
Jammer ſtillt: und in Adams 
Schlaf entwichen, da verbil⸗ 
91 ‚fein verklaͤrtes GOttes⸗ 


Bild. 1140 
8. Doch 


8. Doch wer diß Kleinod ſchencket ein: wann fein Joch 


recht will faſſen, muß alles wir ohne Klagen ihm nachtra⸗ 
andre fahren laſſen, was durch gen, weicht von uns der Sor⸗ 
falſche Luft bethoͤrt: wer er⸗gen⸗Stein. 1 
wehlt die Eine Reine, muß 13. Kommt alle, die ihr ſeyd 
alleine innigſt ihr ſeyn zuge⸗ beladen, rufft IEſus, ich will 
kehrt. euch berathen, lernt ſanfftmuͤ⸗ 

9. Dann ſie allein kan uns thig ſeyn von mir: dann von 
ergoͤtzen, und unſern Geiſt zu Hertzen Demuth uͤben, bringet 


frieden ſetzen; obſchon in der Lieben, Ruh und Freude für 


Sterblichkeit Creutz und Elend und für." e 
uns noch druͤcket, ſie erquieket, |; 14. So kommt zum Ziel das 
und verfüßer alles Leid. lange Hoffen, die Liebe macht 
10. Doch laͤßt ſichs nicht nach den Himmel offen, die nichts 
eignem Wille mit dieſer Speiß weiß von Ich und Mein: wen 


den Hunger ſtillen, wer noch fie kan zum Kindlein machen, 


Selbheit in ſich hegt, muß der deſſen Sachen lauffen endlich 
Sünden Luft erſt büßen, als richtig ein. 5 805 
genieſen, was der Baum des 18. Dann ſie treibet durch ih⸗ 
Lebens traͤgt. re Flammen die reine Geiſter 
11. Von Innen lebt der Geiſt ſtets zuſammen in des Himels 
im Frieden, wann er von allem Harmonie: allwo GOttes 
iſt geſchieden, was zur Zeit Luſt⸗Spiel klinget, und ver⸗ 
und Welt gehört: wann der ſchlinget allen Jammer, Angſt 
ſonſt zertheilte Wille eins und und Muͤh. 1 
1515 ſich zu ſeinem Urſprung 16. Was Lob und Danck 
£> t Ie 


geſtorben, dann iſt die wahre der ewig iſt und war, wird 
Ruh erworben, die uns FEfus man alle Kronen bringen, 140 


* 


A * 


ehrt. 11 24119 7 wird da von Allen dem groſen 
12. Wenn unſte Selbheit iſt GOtt zu Ehr erſchallen, dem 


2 
7 
2 7 
y 4 


59 
wird klingen: Er iſt alles, er du wirſt nicht zu Epotte® 
iſts gar. ſchaͤndt man dich deiner Jung⸗ 

25,54. Cap. Eſajad frauſchafft, veracht man deine 
6:be 3. Wittwenſchafft, und fragt, ob 
Mu freue dich, und ruͤhme wuͤſt ſt du nichts von BDtte. 
U ſehr, die du unfruchtbar 5. Wird er doch, der dich hat 
biſt bisher, und jauchze, die gemacht, von Ewigkeit ihm zus 
nie ſchwanger worden; denn, gedacht, (Jehovah groß iſt er 
die einſam gelaſſen war, hat erkennet,) ſeyn dein Heil and, 
eine groͤßre Kinder⸗Schaar „HErr Zebaoth, der Heil ge, 
als die den Mann hat zum und Iſtaels Gott, von aller 
Conſorten. „Welt nach fo genennet. N 
2. Mach weit den Raum der 6. Und ob du im Geſchrey 
Huͤtten dein, und breite aus muſt ſeyn, daß du detruͤbt im 
die Teppig fein, thu ihrer hin⸗Hertzen dein, als wie ein Weib 
fort nicht verſchonen: ſpann vom Mann verlaſſen, das ſehr 
deine Liebes⸗Seile aus zum verſtoſſen ſich befindt, faſt gar 
Schmuck und Zierd in GOttes als ein gejagte Hind, ſpricht 
Haus, denn du wirft ewig drin⸗ Gott: ich will dich doch um⸗ 
nen wohnen. . CR faſſeit. K ei 
3. Du wirſt nun bald in kur⸗ 7. Ich hab dich einen Augen⸗ 
ger Zeit zur rechten und zur blick verlaffen, daß ich dich er⸗ 
lincken Seit ausbrechen, daß in quick mit ew'ger Gnade und 
allen Landen dein Saam beerb Erbarmen, wenn ich meine 
das Heidenthum, und wird Barmhertzigkeit auef chütte 
bewohnen rings herum die nahe, weit und breit, zu ſam̃⸗ 
Staͤdte derer, die zu ſchanden. len dich in meine Armen. 
4. Drum fuͤrchte dich hinfort 8. Denn ſolches ſoll mir alſo 
nicht mehr, du wirſt zu ſchan⸗ ſeyn als wie das Waſſer, da 
| kg eingetreten / einen BES 


6 


zu machen, der bleibet ſtehen Gott, dein König, wohnt in N: 


immerhin, daß ich nach dem dir, der wird dich ewig fuͤr und 


verlobten Sinn in Liebe ſchlich⸗ für mit feinen Gnaden⸗Fluͤgeln 
te alle Sachen. decken. f N 

9. Und ob ſchon Berge gehn 13. Denn wer nun wider 
zu Grund, und Hügel fallen; 
[OU mein Bund des Friedens ſchaͤmen und zu Spott; weil 
nimmer von dir weichen: du ſolchs wird ohne mich geſchehe: 
wirſt in der betruͤbten Zeit ſehn wer will den überfallen dich, 


meine Haͤnde ausgebreit, und, wer kan dir ſchaden, dieweil ich 
dir ſelbſten will zur Seiten 


was dein Aug erſah, erreichen. 

10. Denn Gott iſt ſelb ſt ſtehen. | | 
dein Schmuck und Zierd, der 14. Und ob fie dir ſchon ma⸗ 
deine Steine legen wird zumſchen bang, daß du oft ſchreyeſt 


dich ſich rott, wird ſelbſt ſich 


Grund des Baues mit Saphi⸗ für Geſang, weil groſſt Truͤb⸗ 


ren; die Fenſter von Eryſtallen ſal noch vorhanden, hab ich es 
rein, die Thore von Rubinen doch gerichtet aus, und ſie ge⸗ 
fein, mit Edelſtein die Graͤn⸗ ſtoſſen gantz hinaus, ſo das ſie 
tzen zieren. | alle ſind zuſchanden. 
zz. Und deiner Kinder groſe 15. Denn aller Zeug, der wi⸗ 
Zahl, gelehrt vom HErren all⸗ der dich wird zubereitet emſig⸗ 
zumal, beſitzen Ruh und groſ⸗ lich von denen, die gerott zu⸗ 
ſen Frieden, der ihnen ewig ſammen, daß ſie mit ihrer Laͤ⸗ 
bleiben wird, weil ſie der Frie⸗ ſter⸗Zeug dir machen nur Ver⸗ 
dens⸗Geiſt regiert, und fie von hinderung, den wirſt du ime⸗ 
allem abgeſchieden. richt verdammen. 
12. Denn du wirſt durch Ge⸗ 16. Das iſt das Erb von mir 
rechtigkeit zum Opfer gaͤntzlich bereit, das iſt derer Gerechtig⸗ 
zubereit, daß keine Furcht dich keit, ſpricht GOtt der HErr, 
mehr wird ſchrecken; denn die meine Knechte, drum fingen 


7 fie: 


eure — 


61 


fie ſchon in der Zeit, in Freu⸗ Wunder⸗Rath wohl ſiebenfach 
den und in Traurigkeit, von verfiegelt; kein Menſch, kein 
ihres groſſen Könige Rechte. Engel oͤffnen kan: das Laͤm̃lein 
17. Der Winter iſt nun bald thuts, drum lobe man! 
davon, die Turtel⸗Taub ver⸗ 3. Die hoͤchſte Geiſter allzu⸗ 
kuͤndigt ſchon den Fruͤhling, der mal nun dir die Knie beugen, 
iſt im Beginnen; ob manſchon der Engel Millionen Zahl dir 
hoͤrt ihr n Trauer⸗Thon, wirds goͤttlich Ehr erzeigen, ja alle 
doch der Tochter von Zion Treatur dir ſchreyt: Lob, Ehr, 
noch groſſe Freud und Ruhe Preiß, Macht in Ewigkeit. 
bringen. 4. Die Patriarchen erſter 
18. Des freuet ſich, und ruͤh⸗Zeit den lang⸗ verlangten gruͤ⸗ 
met ſehr die noch Verſchloſſene ſen, und die Propheten ſind 
bisher, im Vorſchmack des, erfreut, daß ſies nun mit genies 
was ſie erblicket; und ruͤſtet fen: auch die Apoſtel ſingen dir 
ſich, zu ſtehn bereit, wenn ich Hoſana mit uns Kindern hier. 
eroͤffne ſolche Zeit, worin ſie 3. Der Märtrer Kron von 
wird von Gott begluͤcket. Gelde glaͤntzt, fie bringen dir 
ber: Zr: die Palmen: die Jungfern 
in lobet alle Gottes weiß und ſchoͤn gekraͤntzt die 
Sohn, der die Erloͤſung ſingen Hochgelt⸗Pſalnten ‚fie 


funden; beugt eure Knie vor ruſfen wie aus einem Munde: 
ſeinem Thron, ſein Blut hat das hat des Lammes Blut ge⸗ NB 


überwinden; Preiß, Lob, Ehr, gekon t a 
515 ck, Krafft, Weisheit, 6. Die Vaͤter aus der Wuͤ⸗ 
Macht ſey dem erwuͤrgten Lam̃ ſteney mit reichen Garben 
gebracht. | 0. [Fommenz die Creutzes⸗Traͤger 
2. Es war uns GOttes Licht mancherley: wer zaͤhlt die an⸗ 
und Gnad und Leben hart ver⸗ dern Frommen? ſie ſchreiben 
riegelt! ſein tiefer Sinn, ſein deinem Blute zu den tapffern 
aun e Sieg 


b 


Genter. 1 


A2 

Sieg, die edle Rah. Streit, damit wir es wider 
ie Nan deinerkaufftes Volck dle Feinde fo wagen, zuſtehen 
allhie ſpricht Halleluja Amen! als Helden, bis daß fie geſchla⸗ 
wir beugen jetzt ſchon unſte gen, und endlich im Triumph 
Knie in deinem Blut und die Kron davon tragen. 0 
Numen: bis du uns bringſt 2. Dann ich hoͤr im Geiſte 
zuſammen dort aus allem von oben erſchallen, daß Ba⸗ 
Volck, Geſchlecht und Ort. bel die Stoltze nun balde wird 
8. Was wird das ſeyn, wie fallen, der Waͤchter ruft: wa⸗ 
werden wir von ewger Gnade chet! mit goͤttlicher Stimm, 
fügen? wie uns dein Wunder⸗ ſehr hoch von der Zinnen, da⸗ 
Fuͤhrer hier geſucht, erloͤßt, mit man vermmm, daß Zion 
getragen: da jeder ſeine Harfft nun balde zur Ruhe ſoll kom⸗ 
bringt, und ſein beſonders Kob⸗ men, u. GOtt wird erlöfen die 
Lied ſingt. „ . heiligen Frommen, an Babel 
9. Des freuen wir uns allzu ſich rächen, damit ſte umkom⸗ 
ſamm im Ereutzes⸗Thal hle⸗ ien: n de EB 3 
mieden, und folgen diesem hol⸗ 3. Drum freu ich mich innigſt 
den Lamm, von aller Welt der goͤttlichen Gnade die er 
geſchieden! da jedes ſtimmt mir erwieſen, daß ich auf dein 
ſein Theil mit an, fo gut es Pfade der Tugenden lauffe, 
hat, ſo gut es kan. 


. 
7 


Oi Brüder und Schwe⸗ zu Theil, daß ich kan ſehr freu⸗ 
altern, thut ja nicht ein⸗ dig in Kampfe beſtehen, zum 
ſchlaffen, ergreiffet vielmehro Trotz meiner Feinde, wann fie 
de göttlichen Waſſen; den es anfehen, daß ich mit den 
Zarniſch am Leibe, das Siegern dort werde eingehen. 

chwerdte zur Seit, und zie- . Drum guͤrt ich aufs neue 


. und 


het gantz freudig in Kampfe u. mein Shwerdt an die Lenden, 
DL, W 


gantz ohne Verweil, dieweil 


r 1 


an 


8 obet 


63 


und will noch mehr Ernſte u. 2. Wir ſehen zwar noch imn⸗ 
Eiffer anwenden, dieweil es merdar das Feuer in uns gluͤ⸗ 
thut gelten ein ewige Kron, en; doch will nicht gantz der 
die Faͤulen die werden zum Lichtes⸗Glantz die Hertzen uͤ⸗ 
Spotte und Hohn, vom Fein⸗ 16 da mancher Rauch 
de geſchlagen, verwundet, ge⸗ verblendt das Aug, daß man 
fangen, hergegen die Kaͤmpf⸗ nicht frey kan ſehen, wie es 
fer un Triumph dort prangen, pflegt herzugehen: 
dieweil ſte die Krone des Sie⸗ 3. 
ges empfangen. Liebe ſeyn, einander nicht be⸗ 

5. Drum auf! ihr Mitbruͤ⸗truͤben, kein Arges ſehn, ſich 
der und Schweſtern zuſamen, nicht aufblehn, in Demuth 
entbrennet in goͤttlichem Eif⸗ſich ſtets uͤben, von Falſchheit 
fer als Flammen, und werdet frey ohn Heucheley in Liebe 
aufs neue ermuntert zu gehn immer brennen, und nimmer⸗ 
die heiligen Wege, um freu⸗ mehr ſich trennernn 
2iß zu ſtehn, als Helden, die 4. Drum der du biſt, OIEs 
alles um alles mit wagen, den ſu Ehrift! am Creutzes⸗ Stam 
75 nicht weichen, bis daß geſtorben, und Gottes Gunſt 
fie. geſchlagen, fo. könnt ihr im durch deine Brunſt haſt wies 
Siege die Beut davontragen derum erworben, viel Heil u. 


Band! wodurch wir feſt und unſern Schaden heilen. 
verbunden. O Bruder⸗Lieb! 5. Oft rufen wir, O H Err! 
O reiner Trieb! ſo alles über- zu dir, laß doch die Lieb dͤurch⸗ 
wunden, was noch unrein, dringen ein jedes Hertz; obs 
und was gemein, wird ferner gleich viel Schmertz dein Her⸗ 
hin vertrieben, wann wir nur be ſolte bringen: mach weich 
immer lieben. und zart, was noch paß 


3. Wann Brüder rein voll 


O Ereutzes⸗Stand! Oedles wolſt du uns nun mittheilen, 


6 4 


daß unſre Hertzens⸗Erde voll weil die Erloͤſung ſich nun hat 
Liebes⸗Fruͤchte werde. gefunden. * 
6. Voll Blümmelein, da je⸗ 2. Erwuͤnſchtegeit brich doch 
des Schein das andre herrlich herfuͤr mit deiner Schoͤne, 
mache. O Liebes⸗Sonn! O daß man die ſeh erhöht, die 
Gnaden⸗Wonn! doch bald zur jetzt ſo ſehr bedraͤngt, gib doch 
Freud aufwache, damit die dabey, daß ſich ein jeder ſo ge⸗ 
Bluͤth die man noch ſieht vor wöhne, und lerne, was man 
Kälte hart verſchloſſen, doch dort vor ſchoͤne Lieder ſingt. 
möge recht ausſproſſen. So wird allmahlich in dem 
7. Dein heller Schein hat ins⸗Gang und dem ſo bittren Treu⸗ 
Na die Glieder ſchwartz ges tzes⸗Orang gebohren aus, bey 
rennet, weil jedes nicht das vielem Weinen, was dorten 
hohe Licht an ſich und andern wird in jener Welt erſcheinen. 
kennet: drum brich hervor, 3. O wie ſo wohl wirds dem 
O Licht im Flor, wie vormals zuͤletzte noch gerathen, wer ſei⸗ 
oft geſchahe, du biſt uns ja ne Zeit allhier im Elend zu⸗ 
ſehr nage. gebracht, wie wird er plotzlich 
39 dDdeoh ſeyn aller Sorg entladen, 
O Groſes Heyl! ſo einſt all⸗ weil er allhier hat GOtt ge⸗ 
—dorten wird erſcheinen, dienet Tag und Nacht. Es iſt 
wann man nach ſo viel Leid fuͤrwahr ein groſes Gut, wer 
wird die Erloͤſung ſehn, ſo hier allhier kaͤmpffet bis aufs Blut, 
auf dieſer Welt verdeckt durch und thut es bis aufs Aeuſerſt 
langes Weinen, und Zion als⸗ wagen, der lernt zuletzt von 
dann wird aus feinem Kercker Gottes Güte ſagen: 
ehn. Dann wird die lange 4. Wie ſelbe dult und traͤgt 
Traue r⸗Nacht, die öfters ſo bey fo viel Niedrigkeiten. Be⸗ 
viel Leid gemacht, vergeſſen ſonders denen, die ſich auf das 
ſeyn und gantz verſchwunden, aͤuſerſt hin gegeben bis 35 


f 
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34 


* 


VT 65 
Tod in den betrübten Zeiten ten zul gebracht, und kan nach 
S was ein groſes Gut komt den betrübten Zeiten ſich dort 
ein mit viel Gewinn! Drum ohn End auf Zions Auen wei⸗ 
find wir alle fleiſſig dran, daß den. | 
jedes thue, was es kan, daß 7. Wäs iſts dann Wunder, 
keinem fehl, wann man wird daß wir uns fo innigſt ſehnen, 
ſehen, daß Zions Herrlichkeit daß Zions Herrlichkeit möcht 
wird ſchnell angehen. werden offenbar, die vor ſo 
5. Dann wird man Wunder lang verſteckt bey viel gehab⸗ 
ſehn die jetzt nicht auszuſagen, ten Thraͤnen. O komm: ach 
wann ein ſo groſe Freud wird komme bald! du frohes Freu⸗ 
werden offenbahr: die hier den⸗Jahr. Die gantze Schoͤpf⸗ 
auf dieſer Welt ſo hart von fung ſtimmt init an: Ach 
Gott geschlagen, find dort GOtt! loß bald den ſchweren 
das Allerſchoͤnſt bey der ſo lie Bann, fo thut die Creatur 
ben Schaar Drum iſts mit beſchweren, daß moͤg das 
denen wohl beſtellt, die 12 aͤngſtlich Harren bald aufhöre. 
leiden auf der Welt, und laſſen 8. Wir find ja ſtets bereit 
in dem Todt verderben, was um würdig zu erſcheinen mit 
dorten Gottes Reich nicht kan allen Heiligen vor deinem Aus 
ererben. geſicht, drum hoͤre das Gebaͤt, 
6. Die ſchwere Leidenſchafft / das oft mit fo viel Weinen vor 
womit wir find: umgeben, dem Genaden⸗Stuhl nach dei⸗ 
treibt oft den Geiſt ſo ein, daß ner Huͤlf gericht. Doch o wir 
alle Luſt vergeht, drum iſt kein ſchon ſo hart beſchwert, daß 
Wunder, daß man öfters mud wir oft ſind wie ausgezehrt: 
zu leben, und ſtreckt ſich aus ſo halten wir doch an mit Fle⸗ 
nach dem, was uns alldort er⸗hen: laß Zion bald aus ſeinem 
hoͤht. O ſelig! wer diß ſtets Kercker gehen. een 
betracht, der wird zum rech? 


1 
wi SZ 
A. N 


6 9 


ſtte ſtehn, daß das, was er ge⸗ 
O Jet! m 12 du biſt der macht, nicht ſolt zu grunde 
kechte Prieſter worden, gehn. 
niemand kommt ohne dich zu 5. Drum fuhr BD weiter 
dieſem reinen Orden: der Va⸗ fort, und lieſe es geſchehen, 
ter hat mich auch erſehn zu daß endlich aus dem Saam 
dien Spiel, drum bleibt dein des Weibs hervor thaͤt gehen 
Vorgang mir mein Vorbild ein Prieſterlich Geſchlecht, 
und mein Ziel. nnach ſeinem Sinn bereit, das 
2. Nur daß ich nicht gewußt, waͤr von allem Fall in Ewig⸗ 
und mußt es erſt erfahren, daß keit befreyt. 
Adam fiel, als er mit Eva 6. Dann GOtt war nun⸗ 
ſich thaͤt paaren: erſt ſtund er mehr aus ſich ſelbſtẽ ausgegan 
unter GOtt, und war darzu gen, da ihn Marta hat durch 
gemacht, daß durch ihn wuͤrd ſeinen Geiſt empfangen: und 
ans Licht der Weisheit Spiel hat zu einem maal, da er ſtarb 
gebracht. als ein Lamm, die Hoͤlle ſaint 
3. Der Teuftl muß te ſich hier⸗ dem Tod beſiegt a Creutzes⸗ 
über hefftig ſchaͤmen, weil Stamm. 
ihn der erſte Menſch den 7. Die IE ſum nun allhier 
Thron⸗Sitz thaͤt einnehmen: ale ihren HErrn erkennen, die 
allein er war gar bald auf Hin⸗ konnen ſich init Recht auch bi: 
derliſt bedacht, und hat ihn oh⸗ ter⸗Prieſter nennen: dann: 
2 ne Müh um ſeine Krafft ge⸗ ihm ſo nachgeht, ein Prie 4 
bracht. mit ihm iſt, und opfert ſchſo 
4. Daß er in Eva fiel, und auf ohn alie Hinderliſt. 
hat alſo verlohren den reinen 8. Und wer es alſo ben. 
Prieſter⸗Stand, worzu er durch deſſen Geiſt iſt worde 
war erkohren: doch mußte der kan ſich zehlen n 
Hottes Rath und Vorſatz fe⸗ er reinen Orden: 150 105 
erſoͤh⸗ 


—— 


Verſöohnungs⸗Amt mit ihm 
vor ſeine Leut, und bleibt ein 


PIE auch dort in der Ewig- Ch 
eit a a 


9. Amen, mach du es wahr 
an mir und allen denen, die 
dich davor erſehn, damit wir 
uns gewoͤhnen, daß wir vor 
Gott ſo ſtehn, vergeben je: 
derman, und bitten, daß ſie 


GOtt in Gnaden nehme an. 
8 D Nachklang. 
$ 


67 


hen durch das Friedens⸗Thor 
zu dem verlobten Prleſter⸗ 
Chor. 2 
5. Amen, amen in deinem 
Nahmen, O Jeſu! bringe 
uns zuſammen, dein vorer⸗ 
wehltes Eigenthum, zu dei⸗ 
nes Nahmens Lob und Ruhm. 
1 henter - 41. 
IeEſun der du mich erkoh⸗ 
ten zu deinem Schatz 
und Eigenthum, durch deinen 
Geiſt auch neu gebohren: drum 
geb ich dir Preiß, Danck, und 


Er mir hat dieſes laſſen 

flieſen ins Hertz, der wol⸗ ir Pr 
le auch) eingieſen den Geiſt in Ruhm, O heil ge Wahl! daß 
mich, eh ich werd alt, und ich zur Zahl gezaͤhlet, da ſein 
mich nicht laſſen werden kalt. Wunder⸗Macht ſehr herrlich 
2. Damit ich hier auf dieſer wird ans Licht gebracht. 
Erden moͤg Rh zubereitet 2. Drum auf! und laßt uns 
werden: bis endlich ich dahin weiter gehen, ſeht! wie der 
gelang, allwo man lobet mit HErr ſelbſt geht voran, durch 
Geſang. ihn wir auch im Kampff be⸗ 
3. Den Hohen⸗Prieſter, der ſtehen, daß uns der Feind nicht 
erworben das Heyl, als er für ſchaden kan: dann feine Krafft 
uns geſtorben, und uns durch macht uns ſieghafft, drum zie⸗ 
ſeines Geiſtes Krafft zum Gu⸗ hen wir getroſt ins Feld, wie⸗ 
ten machet tugendhafft. der den Teufſel und die Welt. 
4. O wie ſo herrlich wird es 3. Wird uns ſchon offtmals 
eh wann ich nach vielem angſt und bange, daß unſer 


Creutz und Wehen rd de Geben 115 
3 . 724 ar: ene 2 8 1 * 1 un 
Fang ua | 


us 
uus ſchießt die alte Schlange, nem Blut, drum faſſe ich oft 
mit ihrein gantzen Hoͤllen⸗Heer neuen Muth. 
durch ihren Gruͤnm, gantz G⸗Henker 1174. 
ungeſtüͤm̃, ſo fiegen wir durchs O Eſu Kraft der treuen 
Lammes Blut, und faſſen wie⸗ elen, die fich dir ga 
der neuen Muth. ergeben hin, und dir mit Ern 
4. Kan dann der Feind ſo ſſich anbefehlen, fo daß fie hier 
nichts gewinnen, durch ſeinen nach deinem Sinn, im engen 
Gifft und Grünnmen Wuth, Weg, und ſchmalen Steg, 
ſo thut er andre Liſt erſinnen, nur leben in gantz reiner Zier, 
und ſchleicht in unſer Fleiſch daß fe allein gefallen dir. 
Und Blut, durch falfcheLuft,| 2. Und allem haben abgeſa⸗ 
die unbewuſt den Kaͤmpffen, get, mit vollem Ernſt die Welt 
die nicht werden weich, big ſie verflucht, ſich ſelbſt 
gehn ein in Gottes BR verleugnet und gewaget 
J. Da fie dann nach viel mit JEſu in die ſcharffe Zucht 
Glaubens ⸗Probẽ ererben, was der Ereutzes⸗Noth, biß in den 
ift beygelegt, und gehen ein den Todt, zu folgen nach ohn allen 
Erru zu loben, wo jedes feine) Schein, daß fie ihm gantz er⸗ 
rone traͤgt, die ſie erbeut t, geben ſeyn. 


hier in dem Streit. Drum 3. Die hat der Vatter ſich er 


freu ich mich in meinem Sinn, kohren, geſammlet aus der 
daß ich auch mit gezaͤhlet bin. 14 75 Welt, in IEſu Chri⸗ 
6. Und laß nicht ab im Kampf 


die gantze Nacht, dieweil ich einer Braut, die ihm vertraut, 
werde helffen ſingen mit denen, und ſie mit JEſu Blut erbeut t 
die zuſammen bracht, von da ſie erbaut aus ſeiner Seit. 
Abrams Saam, die ſich das 4. Wir ſind nun feſt mit ihm 
Lamm erkauffet hat mit ſei⸗ verbunden, zu halten . ey 
n . | einer 


o neu gebohren, und gantz 
zu ringen, und währt es ſchon zum Eigenthum erwaͤhlt, zu 


r 


8 
„ 
3 


feiner Treu, weil er den Tul ohe: 43, 
überwunden, und macht uns O Leben! das da ewig waͤh⸗ 
von ihm los und frey, damit iet, das nichts von einem 
wir nur auf feiner Spur fort Abgang weiß, das mir die Lie⸗ 
wandeln in dem Lebens⸗Weg: be hat beſcheret: was geb ich 
ach! werde doch ja keines trag dir vor einen Preiß? wer kan 
F. Wir koͤnnen Gottes Guͤte doch wohl den Werth aus ſa⸗ 
preiſen, die er an uns erwie⸗ gen, den dem die Lieb pflegt 
fen hat, daß er uns gantz ohn beyzutragen, den nach viel 
alles Gleiſſen, gebracht zu ſol⸗ ausgeſtandner Buß erfreut 
cher hohen Gnad, ja ſo daß ihr ſeligſter Genuß. 
wir nur ihm allhier, zu Ehren 2. Wie lange bin ich ſchon 
leben auf der Welt, biß wir geloffen um dich, du edles Klei⸗ 
vor feinen Thron geſtellt. nod du, in wie viel Schmertzen, 
6. Drum ſollen wir GOtt Dulden, Hoffen geſehnet mich 
ſtets erheben, weil er uns aus nach deiner Ruh, da oft er⸗ 
bedachtem Rath n ae muͤdet vor Verlangen, und 
reinen Gottes⸗Leben, gefiellt bald vor Leid war gar vergan⸗ 
in ein beſondern Grad der gen, in dem der bittre Licbes⸗ 
Seligkeit, die er bereit t den Schmertz ſehr hart gedrückt 
‚seinen, die hier keuſch und rein mein mattes Hertz. 
zu eigen ihm ergeben ſeyn. | 3. Wie haft du mich nun üe 
7. So daß fie in ihm haben berſchwemmet, ich leb, und 
Frieden, in ſtiller Ruh und weiß oft ſelbſt nicht wie, was 
Hertzens⸗Freud, dabey ſich iſts? das dieſe Quelle hemmet, 
gaͤntzlich abgeſchieden von aller die mir ſtets flieſſet ohn Müh: 
Ungeſtüm nugkeit, und alfo jemehr fie ſich in mich ergiefet, 
fort, nach Gottes Wort, im jemehr wird alles Leid verfüs 
Leben a früh und fpath,ifet, jemehr gepreſſet und ge⸗ 
biß fie errtichen Salems Stadt. drückt, jemehr von oben her 
n 33. begluͤckt 


70 | | r 
hegluͤckt. r das Heil ge gangen ein, dar 
4. Mein Leben kommt nun wird des Streites Ende ſeyn. 
aus dein Sterben, jemehr Ver⸗ b: 44. 
luſt, jemehr Gewinn, wo al⸗ J Sanfte Ruh, O! Her⸗ 
les ſcheinet zu verderben, da gens ⸗Freud, die man ge⸗ 
waͤchſt der tapffre Glaubens⸗ nießt ſchon in der Zeit, wann 
Sina, der bloß im Nichts⸗ unſer Geiſt wird hingeruͤckt zu 
ſeyn iſt gegruͤndet, und in dem⸗Gott, daß er vor Lieb ent⸗ 
ſelben alles findet, wo ale zuckt, und ſo im Schauen ſie⸗ 
les gantz zu Boden liegt, wird het ſchon hinein, wo GOttee 
i elt und Suͤnd ya in Freud wird herrlich 
fliegt. eyn. 
a ein ſoll mein Hertz nun 2. Jeruſalem, du GoOttes 
ſtetig loben den, der mir ſchien Stadt, dein Schoͤnheit mich 
ſo hart zu ſeyn, und in den bewogen hat, dieweil ich dich 
bittern Leidens⸗Proben mich im Geiſt g eſchaut, wie du ſo 
(oft gelaſſen gantz allein: da⸗ herrlich ſch n erbaut: drum ich 
mit die falſche Lieb verzehret, von Hertzen ſehr verlangend 
Glaub, Hoffnung und Gedult bin, daß ich bald vollig werd ge⸗ 
bewaͤhret, dabey das Hertz in nommen hin | 
Gott gegruͤndt. O Liebe! die 3. O! theures werthes Got⸗ 
nichts uͤberwindt. ſtes⸗Lamm, der reinen Seelen 
6. Sie iſt auch an demEEreu Braͤutigam, weil du der keu⸗ 
erſtorben, und ward ins Gra ſchen Jungfrau 'n Sohn, drum 
hinein geſenckt, wodurch. fie beug ich mich vor deinem Thron 
endlich uns erworben eingeben, und gebe dir von Hertzen wil⸗ 
das nicht wird gekraͤnckt von lig hin den tief gebeugten und 
Jammer, Leiden, Schmertz verlobten Sin mn 
und Banden, dann es iſt von 4. Ich werde ſchon im Ei 
dem Tod erſtanden, und in gewahr, daß bald 1 ab 
Wr er su 


* 
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Jubel Jahr, da die verlobte and he 
Jungfrau'n⸗Zahl e e oller Ueberflußl 
aͤlt das Abend⸗Mahl, was ſo quillt aus Gottes Her⸗ 
Freuden⸗Wonne mich ſchonſtzen gleich einem ſtarcken Waf⸗ 
jetzt erquickt, dieweil ich ſolches ſer⸗Guß, und treibt weg allen 
hab im Geiſt erblickt. Schmertzen: macht leicht die 
F. Drum eil ich, daß ich Fein ſonſt ſo ſchwere Laſt, und nimt 
zum End, und fo mit Freud hinweg den Hertzens⸗Praſt. 
den Lauff vollend, damit ich 2. Ergieß doch auch in mei⸗ 
auch geſammlet werd zu denen, ne Seel den angenehmen Re⸗ 
die allhier auf Erd erwuͤrget, gen, du ſanft und ſuſes Lie⸗ 
und nun ſchon im Wartẽ ſtehn, bes⸗Oel, ertheil mir deinen 
daß ſie empfangen uns, wenn Segen: verſchaff, daß meine 
wir eingehn: Lampe brenn, und ich mich 
6. Jus obere Jeruſalem, da ſelber recht erkenn. 
ſich geſammlet die zwoͤlf Staͤm 3. Die Dunckelheit der frü: 
Iſraels, die gefolget mit dem ben Nacht wird ja durch dich 
LCamme hier auf jeden Tritt: vertrieben, das Harte wird ge⸗ 
drum ſpielen ſie ſchoͤn an dem ſchlacht gemacht durch dein ſo 
glaͤſern Meer mit Gottes zartes Lieben: wie oft erqui⸗ 


Harpffen ihm dem Lamm zu cket Hertz und Muth die ange⸗ 
Ehr. nehme Gnaden⸗Fluth. 


7. Halleluja! gelobt ſey der, 4. Es mangelt hier auf kei⸗ 
ein maͤchtig und wahrhaffti⸗ ner Seit, ſein Licht uns ſtets 
ger, der uns durch Lieb gezo⸗ erleuchtet, ſein Waſſer auch 
gen hat, daß wir erfahren ſei⸗ zu rechter Zeit das duͤrre Hertz 
nen Rath: drum ſingen wir befeuchtet, und was ver⸗ 
aus vollem Hertzens⸗Grund, ſchmachtet iſt, erfriſcht, fein 
zund dancken ihm dafuͤr zu je⸗ Feuer bey uns nie verliſcht. 
der Stund. inn nn a ih es elke 

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Ann. e 
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115 


73 
nelein? daraus ehmals getrun⸗ 


bittern Tod, und daß er uns 
cken die Patriarchẽ ins gemein: entnommen. O Schmertzen⸗ 
iſt diß nicht auch der Fumcken, volles Liebes⸗Spiel! du haſt 
der oft ihr Hertz entzündt ſo hier weder Maaß noch Ziel. 
gar, daß keiner wußte, wer ro. Zuletzt wird doch das 
er war. i | Gottes:Lamımn, fo hier auf 
6. Ein jeder war in den ver⸗ dieſer Erden geſchlachtet ward 
liebt, der noch nicht war er⸗ am Crentzes⸗Stamm, noch 
ſchienen: was iſts dann? das hoch erhoben werden: dann 
uns noch betruͤbt, jetzt koͤnnen e ge⸗ 
wir ihm dienen, dann der iſt buͤhret Lob und Ehr allei 
nun aus Licht gebracht, wor⸗ 11. Drum auf, O werthe 
nach die Vaͤter lang getracht. Zions⸗Heerd! gedenck an deſ⸗ 
7. Ach! aber ach! O groſes ſen Treue, der uns erkauffet 
Leid! jetzt will den niemand von der Erd, auf daß er uns 
kennen, der unſert halben alle⸗ erfreue mit feinem Troſt in je⸗ 
zeit in heiſſer Lieb thät breũen: ner Welt, wann dieſe Huͤtt dar⸗ 
auf den fie hofften insgemein, niederfaͤlt : 
muß jetzt ein Gaſt und Freind⸗ Glam 
ling ſeyn. . | 


ech 16. 
S Sclig iſt derſelbe Meuſch 

8. Er wird ja von der gan⸗ 8 Gott und 
tzen Schaar zum Creutzes⸗Tod feinen Naͤchſten hertzlich liebt: 
verwieſen, und die ihn liebten dann niemand wird mehr ne⸗ 
immerdar, auch damals ihn ben uns betrübt, wo dieſes rei⸗ 
verliefen: O unerhoͤrte Liebes⸗ ne ne pflegt zw brennen. 
Pein! bis in den Tod getreu zu Soll aber fie in mir ſtets gruͤ⸗ 

eyn. nen, ſo muß ich ihr anhaltend 
9. Das Warten war der Vaͤ⸗ dienen, und meine gantze We⸗ 
ter Noth auf den, der jetzt ge⸗ 
kommen: wir klagen an den ſtehn bereit. | 


bens⸗Zeit zu ihrem Dienſte 


73 
2. Drum koſtets Fleiß, auf den und von Hindernuͤſſen, u. 
ihrer Bahn zu bleiben: man wandelt ſtetig auf der Bahn, 
muß ihr ſtets ein reines Opf⸗ die richtig geht nach Canaan. 
fer ſeyn, und durch das Ster⸗ 5. Wer lebt in dieſem Ruf 


ben in ſie dringen ein, will 
man ſich ihrer Gunſt recht ein⸗ 
verleiben: dann wer gedencket 
ſolcher maaßen mit Eruft zu 
wandeln ihre Straaßen, der 
muß des eignen Lebens Haß 
beleben ohne Unterlaß. 

3. Wie manche Tag und 
Jahr pflegt man zu gehen 
der Meynung nach den ſchma⸗ 
len Lebens⸗Pfad, und kan 
daneben Gottes weiſen Rath 
ſo ſchwerlich faſſen und im 
Grund verſtehen. Es muß 
uns ſeine Gnad umgeben, ſo 
man verlaͤugnen ſoll das Le⸗ 


ben, das in der Feindſchafft 


und Guaden⸗Lichte, vergreif⸗ 
fet ſich an ſeinem Naͤchſten 
nicht, er haͤlt ſich ſelber lieber 
im Gericht: und kehret imer 
einwarts das Geſichte, da 
lernt er feiner wahr zu nehmen 
und ſeine Menſchheit zu bezaͤ⸗ 
men. Wer iſt in dieſen Stand 
verſetzt, niemand betruͤbet und 
verletzt. f 

6. So hat die ſchmale Bahn 
zum neuen Leben zum erſten 
ſelbſt gebahnt der Held im 
Streit, als er des Todes Gift 
und Bitterkeit und unſer viel 
und langes Widerſtreben hat 
an des Creutzes Stamm be⸗ 


aufgewacht, und unſermGeiſt zwungen, und weil es ihm zu 
viel Schmertzen macht. erſt gelungen, ſo kanns auch 
4 So gruͤnet dann der neue denen fehlen nicht, die ihm in 
Bund der Gnaden, der uns das Liebe ſind verpflicht. 
Gnaden⸗Licht hat beygelegt, 7. Dann dieſe haben auch ſo 
das ſtets der Liebe ſüͤſe Fruͤch⸗ viel zu ſtreiten, dieweil der 
te tragt: wer mit demſelben Fuͤrſt der hohen Ritterſchafft 
reichlich iſt beladen, der wird ihr Leben haͤlt gefangen in Ver⸗ 
eloſet im Gewiſſen von Buͤr⸗ le drum muͤſſen ſie ſo ie 
f 8 Juin fr 


74 
ge Zeiten leiden: doch wann von der Erden, und ſeynd dem 
fr OOtt um Hilf anſchreyen, Lamm im ſchmalen Ci eutzes⸗ 
ſo merckt ſein Ohr auf die Ber Gang gefolget nach, verſtehen 
treuen, und feine Hilfe bald den Geſang: daneben ferner 
er ſcheint, weil fie vor ihin ge⸗ ihnen folge werden, die nach 
beuget ſeynd. . geendten Leidens⸗Tagen nun 
Nachklang. ſchoͤne weiſſe Kleider tragen, ein 
NEruſalem die Mutter, die unbegreifflich groſſe Schaar, 
dort oben, erlangt zuletzt die GOtt verehren immerdar. 
noch eine groſe Zahl, die hier 4. Die haben ihr Gewand in 
im Streit beſieget allzumal duncklen Zeiten im Blut des 
des Todes Macht und ihrer Lammes weiß und hell ge⸗ 
Feinde Toben. Wann einſt der macht, und ſtehn vor Gottes 
Hochzeit⸗Tag wird kommen, Stuhl nun Tag und Nacht, 
da werden ſammlen ſich die das Lamm wird fie alldorten 
Froinmen, die allhier in der ſicher weiden, wo reine friſche 
Creutzes⸗Eh gebohren find in Waſſer quillen, und wird ihr 
vielem Weh. langes Weinen ſtillen. So 
2. Dann wird man auf dem wird das Wunder jener Welt 
Berge Zion ſehen die Braut, fuͤrtrefflich werden dargeſtellt. 
die da die reine Taub allein: 5. Der zwar, fo JIEſu an 
der Jungfrauen, die ſchoͤn ge- der Seit gelegen, hat dieſes 
kleidet ſeyn, iſt keine Zahl, die Wunder im Geſicht betracht, 
ihr zur Seiten ſtehen. Da wird und in der Offenbahrung kund 
man dan, zu Gottes Ehren gemacht: doch wann ſich ſolt 
von Gnad und Guͤte ſingen die Ewigkeit bewegen, und ih⸗ 
hören, wann einſt das Harf⸗ 


wird am gläfern Meer. dann Gottes Wunder⸗volles 
3. Nur die, ſo hier erkauffet Licht kann unſer Aug begreif⸗ 
f ‚fen nicht. 47. O 


re Wunder aus ſich laſſen, ſo 
fen⸗Spieler Heer erſcheinen kan kein Sterblicher fie faſſen, 


6: haumaı L 
47. 
Unbegreifflichs Gnaden⸗ 


O Licht! das mir zur Zeit 
der Mitternacht erſchienen 5 
u. hat mich reichlich unterricht, 
wie ich ſoll GOtt im Geiſt u. 
Wahrheit dienen: nun nahet 


ſich die frohe Zeit, da Frieden 


Ruh und Sicherheit wird mei⸗ 
nes Hertzens Sehnen ſtillen, 
und Gott wird meine Bitt 
erfuͤllen. 

2. So oft die reine Gnaden⸗ 


Fluth den muͤden Geiſt auf uns ein 
feiner Reiß erquicket, ſo oft 5. D 


verſpielet Fleiſch und Blut, 
und wird in ſeinem Leben un⸗ 
terdruͤcket: dann niemand ge⸗ 
hẽ kont zuvor durch dieſes feſt 
verſchloſſne Thor, bis JEſus 
ſelbſt den Todt gerochen, und 
Ei die Schiedwand abgebro⸗ 
en. 


! 


3. Zwar ſprach dort David 
im Geſicht: man ſoll des Le 
bens Thore weit aufmachen: 
doch kont er gleichwohl ſelbſten 
nicht vernichtigen des Todtes 
Rachen: es bliebe ſtehen das 

Gericht, bis IEſus ſelbſt den 
FR 5 


verzehrt, daß 
K 2800 daß 


75 
Streit geſchlicht, da gieng er 
ein mit denen Choͤren, die 
Gott in reinem Geiſt verehren. 


4. Mein treuer IEſu! big 


mir doch, und laſſe mirs in 
meinem Streit gelingen, da⸗ 
mit ich mög das Sünden⸗Joch 
in meinem Leben noch alſhier 
bezwingen, das in ſich keine 
Nahrung hat, und meinen 
Geiſt nicht machet ſatt: dann 
wo das Fleiſch nicht wird ge⸗ 
kraͤncket, da wird kein Troſt 
geſchencket. 
rum iſt es ſchwer und 


muͤheſam zu dringen durch, 


weil uns die Zeit verſchlungen: 
der Eindruck fehlet, wie das 
Lamm iſt durch den Todt zum 
Leben eingedrungen, und hat 
die Welt mit Gott verföhnt, 
da es mit Dornen ward ge⸗ 
kroͤnt, und auch zugleich die 
eind gebunden, und Todt und 
ölle überwunden. | 
6. Dann als uns alle hat 
bethört die Schlang durch das 
vergiffte Verſen⸗Stechen, 
da ward des Geiſtes Krafft 
wir nicht konten 
ihr 


— 


FE TEE .. I a 
ihr den Kopff zerbrechen: drum ſo nicht erſehen von GOtt in 
hat im Blut⸗gefaͤrbten Kleid, der Genadenwahl entſeeleteinſt 
das Adam, da er in die Zeit wird zur Verweſung gehen. 
verwieſen wurde, mußte tra⸗Es hal ja anders keinen Grund 
gen, das Lamm den alten Feind als daß es ſtets den Geiſt ver⸗ 
geſchlagen. wundt, und legt ihm Stricke, 
7. Dig iſt die ſchwere Laſt Netz und Banden, dann es iſt 
und Bürd, fo lang wir ſolche auſer Gott entftanden. a 
an uns muͤſſen tragen, die 10. Ich hab nun feſt bey mir 
Suͤnd nicht gar ertoͤdtet wird bedacht, nach Gottes Rath den 
und pflegt das Creutz am Ders ſchmalen Weg zu wallen, und 
tzen uns zu nagen: bis wieder will nicht hoͤher ſeyn geacht, 
iſt in Todt gebracht, was war als die, fd vor mir haben GOtt 
iu Adams Fall erwacht, und gefallen: die danckten ihm in 
das, ſo hier in Schmach und Leid und Freud, und haben ſich 
chanden war eingewickelt, auch nicht geſcheut, ſich hier 
auferſtanden. als Fremdlinge zu tragen; dort 
8. So hab ich nun in mir wird ihr Zweig zur Fruchtbar⸗ 
zernicht, was mich beſchwert keit gusſthla gen. 
und quält in den Gedancken, rr. Und ob das Fleiſch ſchon 
weil es dem Glauben wider⸗ oͤfters trag, ſo will ich mich doch 
ſpricht, und laͤßt mich bleiben unermuͤdet üben, zu uͤberwin⸗ 
nicht in dent Schrancken, wor⸗ den fein Zehaͤg, und will daben 
auf mein. Aug allein gericht, befliſſen ſehn zu lieben: wanns 
und weil mir oͤfters Licht ges auch ſchon oft dem Geiſt g: 
bricht in Gottes Wegen, die bricht, daß er im Blut beſudelt 
verborgen, wird er am beſten ligt, ſo wird doch Gott in 
vor mich ſorgen. meinen Sachen zuletzt ein gu⸗ 
9. Wir hoffen darauf allzu⸗ tes Ende machen. G e 
mal, daß das verdrießlich Bild, 12, Dann Simſons Geiſt of 
19 S 5% au 


77 


gufgewacht, und hat die Strick 15. Da werden in den Staub 
und Band der Fuͤnſternuͤſſen, gebuͤckt anbätend endlich kom⸗ 
als er beſiegt der Höllen Macht men muͤſſen, die fie zuvoren 
wie eine ſchwache Schnur ent⸗ hart gedrückt, und legen fich 
zwey geriſſen. O was vor zu ihren Fuͤſen, und ſagen: 
ane groſe Schaar! die ehmals GOtt hat euch geliebt, weil 
gen war, und nicht ihr zur Zeit, da ihr betruͤbt, 
zur Freyheit Font gelangen, und von den Feinden hart ge⸗ 
iſt da zum Kercker qusgegan⸗ ſchlagen, nach feinem Namen 


13. So hat ſich dann das 6:11:11: 58. 10 
Guaden Wort uns eingeleibt Was iſt des Menſchen 


und Gottes Huld erworben: Stand! eite. Trug und lee⸗ 
nun iſt zerſprengt der Hollen res Meinen, wann man alles 
fort , und auferweckt, was angewandt, was das Beſte 
lag im Todt erſtorben. Der pflegt zu ſcheinen, iſt es doch 
eld hat durch des Creutzes nur Menſchen⸗Tand, und ſehr 
rafft beſiegt die hohe Ritter⸗ weit vom Chriſten⸗Stand 
ſchafft, die Adam hat zum Fall 2. Auf der ſchmalen Ereu⸗ 
bewogen, und hat ſie nackend tzes Spur iſt viel Rechtens je 
gusgezoge. eentſtanden, weil der Geiſt und 
24. Er wird auch noch die die Natur ſind einander Pros 
folge Stadt zuletzt mit ſeinen teſtanten: wann die in uns 
Fuͤſen gar zertreten, die ſich ſo werden reg, ſind wir immer 
hoch geſetzet hat, daß ihre Macht uns im Weg. ei 
muß jederman anbaͤten: ale 3. Wann wir oͤfters lang ges 
dann wird er geringe Leut, vor tracht nach dem Ziel, das vor⸗ 
denen jeder ſich geſcheut und geleget, wird es wieder bey 
die veracht in dieſem Leben ‚Jung Nacht, Pop ſich eigne 
mit Ehr und Herrlichkeit er⸗Liebe reget: wer nüt ihr noch 
he. 83 iſt 


28 


N N . 42 5 3 
1 behafft, hat zum Reißen pflegt man hier im Ruf zu 
wenig Krafft. wandeln! und iſt nicht von ſich 
4. O wie manchen hat ſie befreyt, kau ſich nicht zu wi⸗ 

nicht wiederum zuruͤck gewen⸗ der handeln: weil man bey ſt 

det, und mit ihrem falſchen ſelbſt zu Haus, und nicht von 


das Grab, wo andre liegen: 
D der allzu ſchlechten Haab! 


hindurch geholffen hat: endlich 


die alles ſchafft, wenn ſonſten 
alles thut zerrinnen: biſt du 
mit nicht da, ſo bleibet unſer Thun 
Gott verföhnt, darum läßt verlohren, haͤtt man auch ſonſt 

gen: gehts ſchon vor ſich das Beſte auserkohre. 
durch der Holten Pfort, kom 2. Die Weſenheit ſchenckt 
ich doch an meinen Ort. „ Fraͤffte ein, wordurch pie 
8. O wie manche gute Zeit ungfrauſchafft erworben; 


*. ne — 


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S 


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— a nn an — — — 


hält man ſich auf mit leerem waren doch von EDtt erleſen! 
Schein, iſt auch das ſchoͤnſte drum welt er ihre Schoͤrheit 
Spiel verdorben: wann dieſe dort es laſſen ſeben, no ale 
da, ſo iſts, was hie und dort Welt wird druͤber in Erſtau⸗ 
zu werden, man wird erfaufs nen ſtehen. 
85 17 0 den Menſchen und der 6. Diß iſt das @örtliche Ge⸗ 
rden. | 
3. Was nicht von da, macht Kraͤyß gerichtet: jetzt ſſeht nan 
mehr abirrn ven E Ott und ſie als wie geſchwaͤcht, weil 
ſeinem reinen Weſen; thut ihre 
man ſich ſchen aufs ſchoͤnſte O wohl dem! wo das 


— 


Prie⸗ 


ſchlecht, womit der Erden⸗ 


oheit hier vernichtet. 


ziern, fo kommt man doch 
nicht zum Geneſen Wann 
Jungfrauſchafft an uns iſt 
wie zum Weſen worden, ſo iſt 


auch hergeſtellt der rechte Prie⸗ 


ſter⸗Orden. 

4. Hier findet man, was 
Gott anſchaut, und ſich zu 
ſeiner Luſt erkohren; ſo bald 
des Hohen⸗Prieſters Braut 
ſteht da, ſo werden ausgebo⸗ 
ren die Kinder, ſo ſonſt kein 
Geſchlecht allhter auf Er: 
den, drum werden ſie in Maye⸗ 
ſtuͤt verherrlicht werden. 

5. Wann ihre Wayſenſchaft 
zu End, wird man erſt ſehn, 
was ſie geweſen, da ſie oft 
kaum ein reund gekennt; und 


ſterthum allhier iſt worden, 
der wird fo gleich vern hlt 


den. 
7. Dann wo nicht iſt das 
rieſterthum, laͤßt Sophia 
ſich gar nicht ſehen, weil die⸗ 
ſes iſt ihr hoͤchſter Rubm, wo 
man nur heilt der Suͤnden 


Wehen: drum fliehet ſie, wo 


man thut richte und verdame, 
weil diß in Ewigkeit mit ihr 
nicht init zufenn: 


8. Dann wer nur liebt die 


Jungfrauſchafft, und hegt 
nicht Prieſterliche Sitten, 
kommt nicht zu ihrer Tugend 
Krafft, haͤt er auch Tod und 
Welt beſtritten: wie dort des 

Prie⸗ 


dem seinften Jungfraun Or⸗ 


gelen 


Zahl allhier gekommen. 


80 
Prieſters Weib mußt ſeyn ein ſchlaf und träume. | 
ungfrau rein, fo muß der 4. Es freu ſich Ephrata, der 
ungfrau ehen ihr Mann Hochzeit⸗Tag iſt nah, wer 
ein Prieſter ſehn. wills verwehren: daß nicht die 
9. Drum fordert es nur We⸗ Stimme bald man wird in 
ſenheit, allwo man alles hat unſerm Wald mit Freuden 
beyſammen, wer Eins nur hoͤren: 1 
hat, der bleibt gezweyt, kan . Kommt in des Koͤnigs 
nicht aus Gottes Lieb herſtam⸗ Sagl, kommt zu dem Abend⸗ 
men. Drum liebe ich, was mahl, es iſt bezwungen des 
Aarons Prieſterthum thut Feindes Gifft und Neid: nun 
leren, ſo wird Melchiſedech die wird in Ewigkeit GS Ott Lob 
Jungfrau mir zuführen. gesungen, fer. 
et, 5 ‚Jacob! 5 r. eU, ;, 
O Wie bin ich erfreut! daß Wie wohl iſts dem gelun⸗ 
mich die Gnaden⸗Zeit hat aen! der gekommen aͤn den 
aufgenommen: und daß ich in Ort, wo die heil ge 1 
die Wahl der keuſch⸗verlobten der frommen kommet vor nach 
kor Gottes Wort, dann da wird 
2. Nun wird aufs allerbeſt das Hertz geſchlacht, und wird 
aufs nahe Oſter⸗Feſt der erſt hervor tee was ſich 
Schmuck bereitet: wann an Gott zum Dienſt erleſen, nach 
dem Jubel⸗Jahr wird die er⸗ des Geiſtes wahren Weſen. 
kauffte Schaar nach Haus ge⸗ 2. Dann wann unſre Gei⸗ 
leitet, mu. * ſtes Kraͤffte preiſen Gott im 
3. Driüm rußft uns Icſus Heiligthum, lernen wir des 
zu, auf daß die Sabbaths⸗Ruh HErrn Geſchaͤffte, auszubrei⸗ 
niemand verſaͤume: damit ten ſeinen Ruhm: er hat uns 
nicht, wann die Braut ihm darzu erwehlt, und gebracht 
einſtens wird vertraut, er in ſein Gezelt, wo der Geistes 


| 81 


Geiſtes⸗Wille ruhet in der ſolchen, die ſehr enge in Ver⸗ 
Segens⸗FJuͤlle. hafft mit dem Geiſt verbunden 
3. O wie theuer find die Stun⸗ſind, der gebiert zu Gottes 
den! darin wir gekommen find, Kind, daß fie in dem Gnaden⸗ 
wer mit Gottes Rath verbun⸗ Leben koͤnnen Gottes Güt er⸗ 
den, und ihm als ein kleines heben. 
Kind folget, der wird erſt ge 7. Darum wollen wir ſtets 
wahr, wie ihn GOtt fo man⸗ preißen unſers Gottes Lieb u. 
che Jahr hat getragẽ auf de Ar⸗Treu, und ihm Lob und Ehr 
men ſeiner Liebe mit Erbarmen. erweiſen, weil er wieder uns 
4. Darum, O du meine See⸗ aufs neu, ſpeiſet mit der Him⸗ 
le! lobe G Ott aus aller Krafft, mels⸗Koſt, und uns giebet 
dancke ſeiner Segens⸗Quelle, neuen Troſt. Dann wann wir 
die uns ſo viel Guts geſchafft: auf ihn ſtets achten, laͤſſet er 
fein Genaden⸗reiches Licht laß uns nicht verſchmachten. 
bey dir verloͤſchen nicht, und 8. HErr du wolleſt uns ftete. 
ermuntere dich wieder, fing ihm ziehen auf dem rechten ſchmalẽ 
Lob⸗und Liebes⸗Lieder. Pfad, daß dem Ungluͤck wir 
5. Dann die neue Erde bluͤ⸗ entfliehen durch die Liebe und 
het, breit ſich aus zur Frucht⸗ Genad; die uns machet täglich: 
barkeit, wer ſich recht darum neu, wann wir bleiben ihr ge⸗ 
bemuͤhet, daß er werde zube⸗ treu. Darum auff ihr Rlugen 
reit zu der heil gen Glieder⸗ alle, lobet GOtt mit frohem 
Zahl, die nach Gottes weiſer Schalle. 65 bei le 
Wahl find zu feinem Diet z. O Gre. 
erkohren, und aus ſeinem Geiſt Seht! wie des Davids Geiſt 
gebohren. 5 O ſchon durch die Feinde 
6. Dem wird Gottes Guͤte reißt, thut trefflich ſiegen, und 
folgen und des Paradieſes ſchwingt die Fahn mit Pracht, 
Kraft, die ſich theilet mit Er weil durch fein groſe 1 


R rn re a 


82 


der Feind muß liegen. Grimm, und groſeslingeſtüm 
2. Die Botten ſind ſchon kan ihn nicht ſchaden: dann 
auf, daß ſie dem frommen Gott ſtreit vor ſein Heer, er⸗ 
Hauff uf Heyl verkünden, rettet feine Ehr, weil ſie in 
fo lang verborgen war, weil Gnaden. 
kommt das frohe Jahr, das 8. Es kommt ein Friedens⸗ 
wird abwenden. Bott, der zeiget an, das Lot 
3. Die Leid⸗und Trauerzeit, nun wieder ledig von ſeiner 
da ſie in vielem Streit art Feinde Macht, die ihn mit 


muſten ringen, die gehet nun groſem 48 07 geraubt ruhm⸗ 


dahin, na ich Gottes Rath und redig. 
Siun: davon thun fingen. 9. Ber Frieden iſt gemacht, 
4. Die Friedens⸗Botten weil kommen von der Schlacht 


ſchoͤn, die nun ſehr freudig Abram mit Namen. Die Fein⸗ 


gehn die Friedens⸗Straſen, de ſind veracht, und gantz zu 

und tragen Thriſti Bild, den nicht gemacht, der ſtoltze Saa⸗ 

reinen Glaubens ⸗Schild, und men. 

Geiſtes Waffen. 10. Melchiſedech kommt an, 
5. Sie haben Schwerdter all: und bringet Abraham von 

man hoͤrt Poſaunen⸗Schall Gott den Seegen trägt Brod 

in ihremczehen: das Lamm iſt und Wein ihm auf, weil er 


in der Mitt, und thut ſehr ſanfte Dt Feinde Hauff thaͤt nieder 


Tritt, ſchoͤn anzufehen. legen. 


6. Sie ziehen in das Feld, 11. Nun ruhet alles wol, iſt 
‚Asyyiagiı tapffrer Held um⸗ Fried und Sreuden-voll, mit 
gukt die Lenden, mit Wahr⸗Danck und Loben; weil GOtt 


heit angethan, und ſtehen als durch feine Macht, hat gantz 
ein e den Stab in Haͤn⸗ 20 11 0 gemacht der Va 


55 
Der Feinde Gifft und 


53. Sehr 


1 


2 — . nn nn LU. 0 


: F. g. yurß: fen ee 83 


| 53. faſſen, bald drauf kam an ein 
Ehr lang und viel hab ich neue Maͤhr von jenen Friedens⸗ 
S gekracht, wie mir mein Straaßen: die Botten waren 
Heil moͤcht werden, dabey der voller Freud, das Wunder an 
eitlen Welt verſagt, und aller zu prelßen von der fo groſen 
Freud der Erden, allein das Seligkeit, die lang von GOtt 
Beſte blieb zuruͤck, worin mich verheiſſen. 
ſchwer kont faſſen, dieweil die 5. Das ſuͤſe Evangelium, 
Welt und gal der Gluͤck mich von IEſu angeprießen, macht 
noch nicht hat verlaſſen. bald das Eitle ſtumm und 
2. So gienge ich dann hin dumm, und thut die Luſt ver⸗ 
und her, und ſucht auf allen ſuͤſen, wodurch das Himmel⸗ 
Straaßen, ob moͤchte finden, reich erjagt, weil man ſich 
wo der waͤr, den ich gern wolt Gott ergeben: wer ſo hat al⸗ 
umfaſſen: viel leerer Dunſt lem abgeſagt, wird dort in 
bließ inich oft an, daß meint, Freuden ſchweben 
es war das Weſen; doch blieb 6. Diß iſt das Heil, ſo uns 
verfehlt die rechte Bahn, woſanbracht, die lauter Gutes ſa⸗ 
man kommt zum Geneſen. gen, dabey der eitlen Welt ver⸗ 
3. Die Eleinenten dieſer Welt ſagt, und Gott im Hertzen 
brachten mir zu viel Sorten tragen. Drauf wurd der wei⸗ 
von Menſchen die im Scheinſſe Gottes⸗Rath, den er in Lie⸗ 
verſtellt bey vielen ſchoͤnen bes⸗Drangen geſtifft im Tauf 
Worten: daß meint, es waͤr und Waſſer⸗Bad, mit Freuden 
die rechte Sach, ich hät mein untergaungen. ingrdilbied 
Glück gefunden; allein wann 7. Da wurd gebaut ein Got⸗ 
ſah von hinten nach, ſo war tes⸗Haus voll Himmels ſuͤſen 
es wie verſchwunden. Lehren, und wer nur da gin 
4. Als ich fo wanckte hin ein und aus, thaͤt Gottes Lob 
u. her, und wußt e vermehren; das Hinimelreich 
Wal a war 


84 


war offenbar, die Welt wolt 
faſt vergehen; was lang ver⸗ 
deckt verborgen war, ließ ſei⸗ 
ne Wunder feben. 

8. Der allerreinſte Kirchen⸗ 
Zweig thaͤt wiederum ausgruͤ⸗ 
nen in Gottes und in Chriſti 
Reich, das mußt zum Segen 


N een 


Prieſter Orden. 

11. Diß ſetzt ſich wider GOtt 
und Chriſt, auch Gottes Dienſt 
daneben, ſtellt ſich, als ob es 
beſſer wuͤßt, wie man ſoll Gott 
erheben, und giebt dem Suͤn⸗ 
den⸗Meuſchen Preiß, wornach 
ihn thut geluͤſten, macht ihn 


dienen: doch blieb die Herrlich⸗daneben Dinge weiß, wo jene 


keit zuruͤck, die dort erſt wird 
erſcheinen, das recht erwuͤnſch⸗ 


nichts drum wuͤßten. 
12. Setzt ſich wider die Ma⸗ 


te volle Stück blieb noch ver⸗ jeſtaͤt, thut die Herrſchafft ver⸗ 


deckt im Weinen. 

9. Das Thier, ſo vor geweſen 
war, und iſt; doch nicht auf 
Erden, mußt erſt noch werden 
offenbar, eh es gericht kont wer⸗ 
den: und wann es ſteigt vom 
Abgrund auf, wo es ein weil 
verſchloſſen, ſo hemmet es den 
Glaubens⸗Lauf der ſonſt macht 
unverdroſſen. a 

10. Diß iſt das alte Sünden: 
Thier, das noch entdeckt muß 


werden, eh Chriſti Reich uns 


bricht herfuͤr, und wir verherr⸗ 
kicht werden: diß wohnt in uns, 
eh wir verklaͤrt, und Gottes 
eigen worden, diß iſt, ſo Chri⸗ 
ſti Kirch verſtoͤhrt, und heil gen 


achten, wo nur ein Prieſter 
und Prophet, der muß ſich 
laſſen ſchlachten, und wuͤrgen 
durch den Bruder⸗Haß, den 
Cain angeerbet: wer einmal 
trinckt aus dieſem Faß, in E⸗ 
wigkeit verdirbet. | 
13. Diß iſt die Suͤnd, ſo hier 
noch dort, noch jemal wird 
vergeben, die Rache waͤhret 
fort und fort, hier und in je⸗ 
nem Leben, die Bande von des 
Todts Gewalt ſind nimmer 
auf zu loͤſen, bis aller Frevel 
en l ſo ausgeübt im Bde 
en. | 
14. Dies 
erwacht, thut hier im Segen 
| bluͤhen 


errlichkeit, fo dort 


BAR 


blühen, wo man Gott dienet nur lauter Guͤt, die mich fo 
Tag und Nacht, und ſich nur wolte uͤben, weil ich in meiner 
thut bemuͤhen, daß man getreu Jugend Bluͤth mich hatte 
in feinem Thun, noch Gottes GOtt verſchrieben. 
Wohlgefallen, der wird ſuͤß 18. Ach was ſeh ich mir dor⸗ 
nach der Arbeit ruhn vor vie⸗ ten bluͤhn! wann alles Leid zu 
len andern allen. Ende, und nach ſo vielerley 
15. Wie bin ich doch ſo hertz⸗Bemuͤhn ruhen die muͤde Haͤn⸗ 
lich wohl, daß es bisher ge⸗ de. Nach viel⸗gehabter Tages⸗ 
lungen, weil oft im Schmerz Laſt folgt Friede nach dem Lei⸗ 
tzen Kummer⸗voll im Segen den, wie Gott es alles abge⸗ 
durchgetrungen: wann mein faßt, und lohnet mit viel Freu⸗ 
verboßtes Suͤnden⸗Thier mich den. | 
thatedrücken, quälen, fobrach| 19. Wann öffnen ſich die 
ein neues Licht herfuͤr, zum ew'ge Thor, wo Zion ein wird 
Troſt der armen Seelen. kommen, ſo wird der ſchwartze 
16. Die Hoffnung thaͤt der Trauer⸗Flor der Kirchen ab⸗ 
Ancker ſeyn in meinen Truͤb⸗ genommen. O was ein Wun⸗ 
ſals⸗Tagen, GOtt ſchenckt mir der wird man fehn! wañ ſie mit 
nun gantz anders ein, daß kan groſen Schaaren werden aus 
von Güte ſagen: die Liebe zu ihrem Kercker gehn, wo fie ges 
dem hoͤchſten Gut, bracht mich fangen waren. 4 
aus den Gefahren, wo öfters) 20. Mit Weinen werden fie 
fiel der Helden⸗Muth in mei⸗ ausziehn, andre mit groſen 
nen Kinder⸗Jahren. reuden: viel Voͤlcker werden 
17. Ob gleich ſehr oft das ſich bemuͤhn, die Wunder aus⸗ 
Ziel verfehlt, bey fo viel guten zubreiten; Jeruſaſem wird 
Meinen, daß mußte ſeyn als ſeyn erbaut, erhoͤhet in viel 
wie entſeelt von viel und lan⸗Ehren, der Tempel wird da⸗ 
gem Weinen: ſo war es doch 00 geſchaut, kefenut Wen 
e | 3 er 


— w Zu A u 


86 | MR | 
der⸗Lehren. Reich wird man nichts anders 
rr. Von Morgen und von finden, als Frieden und Ge⸗ 
Abend her wird man Geſchenck rechtigkeit, die ſtets ein inder 
darbringe, vom auſern Ende an kuͤſſen: denn dieſe angenehme 
dein Meer wird manLob⸗Hie⸗ Zeit wird alles Leid verfüfen, 
der ſinge zu Ehre dem Allmaͤch⸗ 25. Nach der ſo langen Trau⸗ | 
tigen, der fie fo ſchoͤn erbauet: er⸗Nacht allhier in Meſechs 


was nie zuvor ein Aug geſehn, Pforten, da Zion zum Lied⸗ 


wird nua im Licht geſchauet. lein gemacht, und hart gedraͤn⸗ 
22. An allen Orten rund get worden, Kein Schwerdt 
umher wird man im Segen noch Spieß iſt da zu ſehn, noch 
wohnen, der Friede wird ſeyn von dergleichen Waffen, wo 
wie ein Meer, womit GOtt man einander machet Wehn U 
ſelbſt wird lohnen. Dann wird noch thut dergleichen fi affen. 
ein jeder mit viel Freud ruhen 26. Die Schlange ſelbſt kan 
in ſeiner Huͤtten, in ſtoltzer ihren Gifft nun niemand mehr 
Ruh und Sicherheit und un- einmeſſen, weil ſie allein das 
verwelckten Frieden. | Unglück trifft, daß fie muß Er⸗ | 
23. Nun hoͤret man kein boͤß den eſſen. Die gantze Schoͤpf⸗ 
Geſchreh auf dieſer gantzenEr⸗ fung iſt befreyt vom Fluch und 
den, weil nichts als lauter Lieb Bann, daneben erloͤßt vom 
und Treu mehr wird gehoͤret Dienſt der Eitelkeit in dieſem 
weeden kein reiſſend Thier wird Freuden⸗Leben. 
ſeyn zu ſehn auf Zions gruͤnen 27. Anjetzt iſt ſte mit uns be⸗ 
Heyden, weil Wolf und Lam ſchwert, die wir ſind Gottes 
zuſammen gehn, und mit ein⸗Waͤyſen, und ſeufzen, daß er⸗ 
ander weiden. ö | fuͤllet werd, was er ſo lang ver⸗ 
24. Auch Küh nnd Bären heiſſen. Wir ſehne uns den gan⸗ 
init zugleich in Eines ſich ver= Ken Tag, Ach ZO tt! laß bald 
binden, in dieſem neuen Zions erſcheinen, wo auf maß BE 
18 i A 


87 
alle Klag, vergeſſen alles Wei⸗ 4. Drum werden Kudblein 
nen. gerüſtet zum Streiten, damit 
28. Das iſt das End von ie ſchlagen die Feinde zur Sei⸗ 
dieſeim Lied, die Hoffnung blei⸗ ten, weil ſelbſt der König 


bet ſtehen, bis daß man aller thut fornen angehen, konnen 
Orten ficht, daß weg ſind alle ſie freudig im Kampffe beſte⸗ 


Wehen, und kein Geſchrey noch hen. 

Hertzendleid man mehr wird 5. Juͤnglinge werden nun 
ſehn noch hoͤren: auch in die wieder gebohren, die ſich dem 
Laͤng der Ewigkeit wird dieſe HErren zu eigen verſchworen, 
5 waͤhren. und achten ſelbſten ihr Blut 
eise: 44 

Sdoaer lobſinget, ihr Kin⸗ hen wie Golde im Feuer. 

der der Liebe, die ihr gez) 6. Prieſter, die täglich ins 
zogen aus heiligem Triebe; Heiligthum gehen, ſtetig ge⸗ 
ruͤhmet die Wunder des Koͤ⸗beuget vors Lammes Stuhl 


nicht zu theuer, daß ſie beſte⸗ 


nigs von oben, der uns hilft 
ſiegen in Leiden und Proben. 

2. Dann er e die Ar⸗ 
men, Elenden, biß ſich ihr Lei⸗ 
den in Freuden muß wenden, 
und thut ſie richtig die Wege 
fort fuͤhren, wo auch die Tho⸗ 
ren nicht koͤnnen auf irren. 

3. Helden, ſo oͤffters die Fein⸗ 


ſtehen, tragen zwoͤlff Perlen, 
die kuͤnſtlich bereitet, gehen 
ſehr praͤchtig und herrlich ge⸗ 
kleidet. f 

7. Koͤnig und Fuͤrſten die 
kommen gegangen, jauchzend, 
frolockend mit treflichem 
Prangen, ſpielen und fingen 
mit heiligen Freuden, damit 


de geſchlagen, und fie ſehr ſſie ſtaͤrcken die Armen im Lei⸗ 
praͤchtig zur Schaue getragen, den. 1 46 
find. nun verwundet vorm. Ewig und ewig iſt nim̃er 


Feinde zu Schanden, liegen kein Schweigen, wo des ams 
gefangen inFeſſel und Banden. Jungfrauen gehen am Reigen, 
n | | mit 


8 0 


b: leffe: 


88 


mit den Geſpielen, die ſchoͤn ſie daß man Gerechtigkeit wird 
begleiten, ſehr praͤchtig ſtehen ſehn in ihr, wie einen Glantz, 
an ihnen zur Seiten. aufgehn, ihr Heil entbrennen, 
9. Joſeph thut wachſen und wie ein Fackel, in Rein⸗und 
ſchoͤn ſich ausbreiten, daß es Klarheit, ohne Mackel. 
auch Freude wird bringen den 2. Daß auch die Heiden in 
Heyden: und ob die Feinde dem Lichte ſehen dein ſo hell 
ſchon wider ihn kriegen, wird ſcheinende Gerechtigkeit, und 
er doch nimmer im Kampffe alle Könige beſtuͤrtzet ſtehen, 
erliegen. wenn ſie anſchauen deine Herr⸗ 
10. Benjamin wird bald das lichkeit: da wirſt du denn fuͤr 
Königreich führen, alles was deine Schand mit einem neuen 
männlich iſt, wird er regieren, Nam genannt, welchen des 
und wird beſiegen die Hohen HErzen Mund wird nennen, 
auf Erden: fo wird Jehova lden ſelbſt muß alle Welt be⸗ 
verherrlichet werden. kennen. | 
11. Drum ſingt ihr Kinder 3. Dann wirſt du ſeyn ein 
der Liebe zuſammen, und Krone ſchöͤn gezieret ins HEr⸗ 
brennt in GoͤttlichemEiffer als ren Hand, die groſſes an dir 
Flammen, daß davon Himel thut, und deinem Gott, der 
und Erde erſchalle, und alſo auf dem Thron regieret, in ſei⸗ 
unſerem Koͤnig gefalle. ner Hand ein koͤniglicher Hut; 
55. „ da ſoll es heiſſen nimmermehr, 
Das 62. Cap. Bfais. daß dich verlaſſen hab der 
Un Zion willen will ich nim⸗HErr, noch jemand dein Land 
mer ſchweigen, noch um wuͤſte ſchelten, das nun erleuch⸗ 
Jerusalem mich halten ſtill: tet alle Welten. 
ich will von ihr im Geiſt er⸗ 4. Du ſolt von Gott den 
muntert zeugen, weil ihre Hof⸗ ſchoͤnen Namen haben, er wird 
nung bald geht in die Full; dich nennen: meine Luſt 5 
| | ihr 


ihr; und dein Land, damit er 
dich wird begaben, ſein lieber 
Buhle heiſſen für und fuͤr: dan 
der HErr, der dich ewig liebt, 
und oft hat laſſen ſeyn betrübt, 
Dar En Aach und N 
gefallen, und ein Lan 
für andern allen. sa | 
5. Wie ein verliebtes Hertz 
liebt ihren Buhlen, ſo werden 
auch die lieben Kinder dein ſich 
täglich übe indenLiebes- Schu: 
len, in deiner Liebe dir getreu zu 
ſeynzund wie eins Braͤut gams 
ſeine Braut ſich freuet, die 
ſich ihm vertraut, ſo wird dein 
Gott ſich deiner freuen, und 
ſein Lieb oft zu dir verneuen. 
6. Jeruſalem, ich will auf 
deine Mauren beſtellen durch 
den Geiſt ein ſtarcke Wacht 


89 
Gott darzu gewürdigt, vers 
ſchweiget nicht des Hoͤchſten 


Lieb und Treu, bis daß Jeru⸗ 


ſalem wird ausgefertigt, dann 
wird Gotts Lob auf Erden 
werden neu: was GOtt mit 
Eid hat feſt gemacht bey ſei⸗ 
nes rechten Armes Macht, und 
was er Zion hat verſprochen, 
haͤlt er ihr ewig ungebrochen. 

8. Ich will (ſpricht GOtt) 
nicht mehr den Feinden geben 
zur Speiß dein eingefamletes 
Getrayd: du ſollt von deiner 
Frucht hinfuͤhro leben, die du 
erworben haſt durch viel Ar⸗ 
beit; ich will auch deinen Freu⸗ 
den⸗Moſt, der dich viel Muͤhe 
hat gekoſt, nicht mehr die Frem⸗ 


den trincken laſſen, noch von 
der Kelter laſſen faſſen. 


von treuen Waͤchtern, die da 9. Die in der Erndte einge⸗ 
ſollen lauren auf alle falſche ſammlet haben, die eſſen billig 


Geiſter Tag und Nacht, und 
hinfort nimmer ſtille ſeyn, den 


auch ihr eigne Spieß, und weil 
fie GOtt füllt mit viel Geiſtes⸗ 


HErrn im Geiſt bedienen rein“ Gaben, fo fingen fie dem HEr⸗ 
und ſtets von ſeinen Wundern ren Ruhm und Preiß: und die 


zeugen, auf daß bey ihnen ſey 
kein Schweigen. | 
| 7. Ihr, die i 


einbracht den truͤben Moſt, die 
trincken billig auch getroſt des 


hr nun von Weins, der rein iſt ohne He⸗ 
| M fen 


90 


— nn u m nn — 


fen, in Sottes Heiligthums⸗ des HErrn Erloͤſeten von 
Vorhoͤfen. f 

10. Geht hin, mein Volck, wird dich heiſſen eine Stadt, 
geht hin durch alle Thore, und die GOtt in bieb beſuchet hat, 


zeigt den Voͤlckern meinen Wil⸗ und ewiglich bleibt unverlaſſen, 
len an: bereit den Weg dein weil GOttes Arme fie um⸗ 
Volck, das ich erkohren, und faſſen. J. Fremen 

56 


machet fürfie eine ebne Bahn: 


raumt auf all harte Anſtoß⸗ Spy Geiebte des Lammes, du 


Stein, daß ihr der Blinden O himmliſcher Chor, du goͤtt⸗ 
ie mögt ſeyn: thut das Pa⸗ liche Wonne, verachtet zuvor, 
mer der Lieb aufſtecken, zur bald wirſtu floriren, und ewig⸗ 
Hieh die Voͤlcker zu erwecken lich ziehren den Himmel, drum 
r. Der HErr laͤßt durch den hebe die Hertzen empor. 
Geiſt bereit ſich hören, fein) 2. Nun wirſt du gekroͤnet mit 
Stimm erſchallt bis an das Himliſcher Zier, dieweil du in 
nd der Welt: wer ſich von mancherley Probẽ allhier haft 


feinem Geiſt noch laſſet lehren, ohneErkalte, den Glaube behal⸗ 


der wird der Tochter Zion zu ten: drum hat GOtt ſein Luſt⸗ 
gezuͤhlt. Sagt der zerſtreuten ſpiel und Freude mit dir. 
Zion an; dein Heil kommt; 3. Verbirgt ſich auch oftmals 
mach dich auf die Bahn, er in deinem Gemuͤth die Sonne 
wird dir in der Liebe lohnen, der Gnaden, ſo werde nicht 
Babel vergelten, und nicht mud: dann in den Stein⸗Ri⸗ 
ſchonen. tzen das Taͤublein muß ſitzen, 
12, Man wird alsdann das wann alles am Himmel ver⸗ 
Volck von Zion nennen, (wañ finſtert ausſieht. | | 
alles Leid von ihn n wird ſeyn 4. Bald blickt dich der liebſte 
gewandt) das heil ge Volck, Freund wiederum an, und lo⸗ 
das ſeinen GOtt wird kennen, cket dein Hertze, zu fate 1 
. | ahn 


Schmach und Schand. Man 


Baer 


91 


Bahn in ſeinen Fußſteigen, jungfraͤulich und rein, ſo ſind 
bis du wirſt erreichen die ewi⸗ wir vereinet mit dieſer Gemein: 
ge Klarheit, da alles gethan. und wollen mit ihnen Fußfaͤl⸗ 
5. Dann unſer GOtt ſelbſten lig bedienen den, dem da ges 
iſt Sonne und Schild, ſein buͤhret die Ehre allein. 
Antlitz erfreulich erquickend u. ge enter 55. 
mild: O herrliche Thaten! die 
trefflich gerathen, wann einſt e 
Ei erwachen nach Goͤttlichem 
bild 


ich das Prangen des 
Lichts, ſo zeigt den Sabbath 
Bild. ö an, der Morgen⸗Stern iſt auf⸗ 
6. In Chriſto die Pforte ge- gegangen, und zeiget mir die 
oͤffnet erſcheint, wer aus ihm Lebens⸗Bahn: drum freu ich 
gebohren, hat ſeligſt geweint: mich in feinem Licht, und will 
weil aͤngſtliche Stunden ſind fort eilen gantz behend, damit 
endlich verſchwunden. O him̃⸗ ich bald den Lauf vollend. 

liſche Zierrath! wer haͤtt es ge⸗ 2. Ich ſeh im Geiſte offen ſte⸗ 
meint. j)hheen die Pforten von Jeruſa⸗ 
7. O ſelig! wer dieſes von lem, allwo zuſammen bald 
Hertzen bedenckt, daß uns iſt eingehen die zwoͤlff erwaͤhlte 
in Chriſto ſo vieles geſchenckt; Jaqcobs⸗Staͤmm, die hier im 


der lernet den Willen in De⸗ Gang, Mit Lobgeſang, dem 


muth zu ſtillen, wann er ſich Lamm gefolget fruͤh und ſpat, 
in dieſes Geheimnuß erſenckt. drum gehn fie ein in Gottes 
8. Da findt er die Roſe und Stadt. 905 | 
himmliſche Frucht, die buͤckend 3. Ich ſeh die Morgen⸗Roͤthe 
die Engel zu ſehen geſucht: auch leuchten in meinem Geiſt mit 
ſieht er da wohnen viel himm⸗groſſer Freud, ihr Thau thut 
liſche Thronen, die alle lobſin⸗ alles Land befeuchten zur vol⸗ 
gen in reineſter Zucht. len Lieb und Fruchtbarkeit, 
9. Und weil wir ſind hel drum freu ich iich hertztüig er 
r der 


Ach auf, mein Geiſt und 


92 e e ere eee e 


der Treu und groſſen Lieb und 7. Das neue Reich bricht nun 
Gnad, die mir mein Gott er- herfüre, da alles voller Freud 
wieſen hat. wird ſeyn es offnet ſich die guͤld⸗ 
4 Ich wandle nun am Strohm ne Thuͤre, wo IEſus bald wird 
des Lebens, der dent 9 7 fuͤhren ein die heilge Zahl 
dem Paradies, Und krincke zum Hochzeit⸗Mahl, da ihm 
Waſſer, das vergebens auf al⸗ die Braut zur rechten ſteht, 
le durſt ge Seelen fließt; und im guͤldnen Schmuck ſchoͤn 
eß dabey, ich ſag es frey, vom einher geht. 
Lebene⸗Brod, das mir giebt 8. Man ſteht die Ritter⸗Kraͤn⸗ 
Staͤrck, fo daß ich feine Krafft tze tragen in dieſer ſchoͤnen neu⸗ 
vermerck. en Welt, dieweil fie hier das 
5. Ihr Auſerwaͤhlte Bunde: Creutz getragen, im Kampff 
Genoſſen, mit denen ich ver⸗sgeſtanden als ein Held. Drum 
bunden bin, ich will aufs neu faß ich Muth, und wags aufs 
mich unverdroſſen mit euch Blut, will achten weder Spott 
im reinen Jungfrauen Sinn noch Hohn, daß ich auch trag 
machen bereit zu der Hoch⸗ 
zeit, und folgen treulich nach yur ua 
denLamm, als meinem ſchoͤn⸗ Wo auf, O meines Gei⸗ 
ſten Braͤutigam. tes Luft! und mich in 
. Dann ich hör ſchon die dich verſetze: mir ſey nichts 
Waͤchter ſingen, und ſpielen anders mehr bewußt, als daß 
mit viel Lobgethön: fie thun ich mich ergöge an deiner Schoͤ⸗ 
die froͤlich Bottſchafft brin⸗ ne ewiglich, damit mein Au 
gen, daß Zion ſoll zur Ruh nur ſeh auf dich, und mi 
eingehn, und nun die Freud kein Feind verletze. | 
und Seeligkeit ererben, ſo uns 2. Du haſt mich ja von Ju⸗ 
I Eſus hat geſchenckt aus un: ‚gend an init deinem Troſt ge⸗ 
verdienter Gnad. leitet, und mich auf meiner 
7 ö | Cxeutzes 


mn ——ů— 


die Beut davon. | 
1 ss. Jenfeman 


8 3 


= 
a in a 


93 
Creutzes⸗Bahn in Liebe ein⸗ groß, wer ſolte dich nicht eh⸗ 
gekleidet: drum iſt nach meinem ren, weil du bift deiner Kin⸗ 
Leidens⸗Stand in meinem der Looß: laß ihre Freud ſich 
rechten Vatterland das Erbe mehren. Hilff ihnen in dem 
mir bereitet. f ſchweren Streit beſiegen allen 
3. Du ſieheſt tief ins Hertz Zorn und Neid, die ihre Ruh 
hinein, was darin pflegt zu verſtoͤren. 
wohnen: find ſich darin noch 7. Es hat dein Geiſt vom 
Heuchel⸗Schein, ſo wollſt du Gnaden⸗Lohn in dieſen dunck⸗ 
nicht verſchonen: damit in mir len Zeiten uns etwas ja ent⸗ 
werde zernicht, was nicht kan decket ſchon: drum thun wir 
ſtehn, wann dein Gericht die uns bereiten auf jenen frohen 
Menſchen wird belohnen. Freuden⸗Tag, wo ohne Noth 
4. Laß meinen Geiſt ermuͤ⸗ und ohne Klag du fie wirft ſi⸗ 
den nicht den ſchmalen Weg cher leiten, d 
u lieben, weil mich dein ho⸗ h: Jacob 59. Mar tm 
es Gnaden⸗Licht vorlaͤng⸗ Winde wohl 
ſtens hat verſchrieben zu der Sbetracht, und darauf gie⸗ 
ſo lieb⸗ und werthen Schaar, bet fleiſig acht, wie jeder iſt zur 
die unterm Creutze immerdar Welt gewandt, und macht von 
in deinem Lob fi uͤben. Gottes Wort nur Tand: ſo 
5. Wie manchen ſüͤſenLiebes⸗ wird man druͤber ſehr im Geiſt 
Blick hab ich ja ſchon genoſ⸗ betruͤbt, weil man an Gottes 
fen, da oft durch unvermu⸗ ſtatt die Welt nur liebt. 
thes Gluͤck mit Freud ward 2. Man redet viel von Gottes 
übergofien. Drum bitt ich, Weg und von dem ſchmalen 
O mein treuer Hort! bring Creutzes⸗Steg, worauf ein 
mich doch durch die enge Thor nicht irren kan, und wer 
Pfort mit allen Bundsgenoſſe. denſelben tretet an, der wird 
6. Es ſind ja deine Wercke allhier verſpott, verhoͤhnt, 
1 01 M3 veracht 


9 | Ä 


— man m nn en — —UI—œ— 


veracht, und von der Welt Geiſt gehoͤrt; und ſeynd doch 
zum Narren gar gemacht. wieder umgekehrt, bis endlich 
3. Der Meuſch von ſich ſelbſt ſie durch ihren Schein Betrug 
gar nicht weiß, was iſt des den Geiſt gedaͤmpfft und ſei⸗ 
neuen Menſchen Speiß: er ſie⸗ nen Gnaden⸗Zug. 
hets nur vor Thorheit an, was 7. Drum wann Gott wer⸗ 
Chriſti Geiſt ſchafft, thut und den ſoll der Preiß, ſo koſtets 
kan. Dann wann der Menſch uns viel Muͤh und Fleiß, daß 
nicht alſo leben kan, fo ſieht uns mit ihrer falſchen Lehr die 
ers an als einen Fluch und Hur zu Babel nicht bethoͤr: 
Bann. die ihren Gifft und ſuͤſen Zau⸗ 
4 Ein Chriſt der Welt lebt ber⸗-Wein ftatt Chriſti Lehr 
zum Verdruß, der Engeliden Menſchen ſchencket ein. 
Schau⸗Spiel werden muß, 8. Ein jeder eyle fort aufs 
1 & iſt 1 IR 5 5 on Schein, dea g de 
creutziget und lebt in GOtt. Heucheley zu wallen auf der 
O Geben das da Paradis Lebens⸗Bahn, weil wir ges 
heißt, und das nur gruͤnet aus ſchworen zu der Fahn, die uͤn⸗ 
durch Chriſti Geiſt. ſer Held hat ſelbſten ausge⸗ 
5. Es iſt zwar zu beklagen ſſtreckt, und dadurch unſern 
hier, daß man muß ſehen, Geiſt zum Streit erweckt. 
wie das Thier ſich uͤbergiebet 9. Wann er den Herrn der 
auch der Hur, für dieſe Wund Fuͤnſternuß und ihrer Macht 
iſt keint Eur: fo wird noch al⸗ begegnen muß, ſamt dem ver⸗ 
les unter ſie gebracht, und derbten Fleiſch und Blut und 
Chriſti Kirch zu einem Spott der vergifften Schlangen: 
gemacht. Brut: dann dieſe Feinde ma⸗ 
6. Es haben viele abgeſagt chen ihre Beut, wann unſer 
der Hur mit ihrem ſtoltzen Glaube ſinckt und Schiff bruch 
Pracht: des Lebens Wort im leidt. hi An 35 = 
1 % * g 4 2 10. un. 


— 


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2 u u ee Me ii ee u FR 2 


95 


. ͤ v e ee eee "ur 
10. Nun wird die Hur ge⸗ neuen Welt dem Hohen⸗Prie⸗ 
feier bald, es geht zu End ſter ewig zugeſellt. 
des Thiers Gewalt, das Pa⸗ y Fig: 60. 
radies wird offenbar, es komt Syyp Anm mein Jammer ab⸗ 
das Freuden⸗reiche Jahr: der gewogen, waͤr ich hin zu 
Anfang erndt das Ende wie⸗GOtt gezogen, lebte in gar 
der ein, Erquickung wird des ſüſer Raͤſt. So muß vieles 
Streites Ende ſeyn. I dulden tragen, daß auch darff 
11. Der lang⸗gehoffte Abend⸗kein Mörtlein ſagen, waͤrs 
Schein der Sabbaths⸗Ruhe auch ſchon die ſchwerſte 
bricht herein, und was die Laſt. | 
Frommen mit Begier erwar⸗ 2. Gantz unendlich iſt der 
teten, iſt vor der Thuͤr: dann Schmertze, den ich trage in dem 
ſeht die Hur zum Triumph Hertzen, weil mein Wunſch 
wird gefuͤhrt, es wird geſam⸗ nicht kan geſchehn, daß die 
let, was da war verirrt. ſchoͤnen Zions⸗Pforten oͤffne⸗ 
12, O Schande l wer in dieſer ten fich aller Orten, wie es 
Zeit mit Eſau feine Seligkeit vormals war zu fehn. 
verſchertzet um ein Linßen⸗ 3. Hot ich gleich die Lieder 
Muuß der kommt zu kurtz in ſingen, muß ich doch die Zeit 
feiner Buß: dann wer durchs zubringen in viel Hertzens 
Feuer geht, der bleibet klein, Engigkeit: weil ſonſt alles, 
und geht ſchon hier zu ſeiner was ſeh machen, nichts als 
Ruhe ein. lauter ſolche Sachen, die ver⸗ 
13. Dann wer ſich hier dem gehen mit der Zeit. 
Lainm vertraut, und wirddes 4. Wer das Hoͤchſte Gut er⸗ 
Hohen Prieſters Braut, re⸗ leſen iſt bey vielen wie vergeſ⸗ 
gieret nicht nur tauſend Jahr) ſen muß einſam perlaſſen ſtehn, 
fein Regiment bleibt imerdar: weil ihm alles abgeneu⸗ 
es bleibt die Jungfrau in der get wird er tief uh 
1 euge 


95 


— 


gent muß in vielem Elend die das Ziel doch nicht getrof⸗ 
ehen 


E | | ffen, weil fie haben diß verſehn, 
5. Viele auch der beſten Hoͤn⸗ und nicht bey dem einen blie⸗ 


ner ſind nur Schein⸗u. Mund⸗ ben, dabey aufgehört zu lieben: 


Bekenner, hangen an der ſieht man fie nun ruͤckwerts 
Nichtigkeit. Was ſoll man gehn. . 
noch weiter ſagen? viele Wun⸗ ro. Ach! der toll⸗und blin⸗ 
den ſind geſchlagen, drum ſuch de Handel ſchwaͤcht den reinen 
ich die Einſamkeit. Lebens⸗Wandel, diß iſt ein be⸗ 
6. Gantz unmeßlich iſt mein truͤbte Sach. Wer ſich nicht 
Stoͤhnen, unaufloͤßlich meine in GOtt kan faſſen, ſich und 
Thraͤnen, die oft wie ein tiefes alles fahren laſſen, hat viel 
Meer mich bedecken und um⸗Reu auf jenen Tag. | 
2575 weilen lauter Wider⸗ 11. Diß ſoll bleiben meine 
255 ſeh von allen Orten Krone, GOtt zu lieben ohne 


er. | Lohne, weil er felbften ſo ge⸗ 
7. Ach! du ſeliges Betruͤben, than. Wer einmal das Ziel 


wer nicht hoͤret auf zu lieben getroffen, der iſt recht und 
in des Lebens Bitterkeit: wer wohl geloffen hier auf ſeiner 
in Hoffnung nicht verzaget u. Glaubens⸗Bahn. 


es bis aufs euſerſt waget, 12. Drum will leiden, was 


wird zuletzt von G Ott erfreut. mich graͤmet, und vertragen 
8. Wer aushaͤlt in allen was mich zaͤhmet: weil man 
Preſſen, wird zuletzt in GOtt ſo wird zubereit zu dem rech⸗ 
geneſen, bringet ſeine Ernde ein; ten Freuden⸗Leben, das uns 


aber wer nicht treulich han⸗Gott alldort wird geben in 


delt, und auf zweyen Wegen der 2 Ewigkeit. 
wandelt, iſt bereit viel ſchwere 5: ober: 61. 
reude wird ver⸗ 


Pein. | Ms F 
9. O wie viele find. geloffen! Wßpuhe, wo Jens ſelbſt 


7» PU 


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3 ————— —— —jç—ç— 


31 97 


regiert die Seelen, die gantz Streit ſchon oft zu Grund ge⸗ 


kleine, die Hertzen, die gantz gangen, und pfleg am Creutz 
reine: was Freud wird da ver⸗ zu hangen, da ſtets der ſchwe⸗ 
fpürt, wo JEſus ſelbſt regiert. re Streit vermehrt das bittre 
2. Doch O ein harter Todt! Leid. 


zu ſterben ohne Noth, wo 7. Doch leidet ſichs noch 


man ſich frey begeben der hoͤch⸗ wohl, wo nachmals Freuden⸗ 


ſten Luft im Leben, wo man voll das Hertze wird beglucket, 
N N | vun. eglüchet 

41 of a ſich ſelbſten daß man oft wie entzuͤcket if 
5 Die ſtarcke Liebes Macht in Fe [ uk), 
hat mich dahin gebracht mein " 10 140 ar 
Leben zu entfagen, und mich „8. Wo aber dieſe Klag er⸗ 
in Todt zu wagen, worzu ſcheiner alle Tag, daß auch im 
mich hat gebracht die ſtarcke Todt erſtorben, was man in 
Liebes⸗Macht. BDEE erworben, das iſt ein 
‘4. Doch bleibt mir noch ein 5 Klag, ſo ſterben alle 
Schmertz, der drucket ſehr das 1— 5 | 

Hertz, weil ich nicht gantz kan 9. Die höchfte' Liebes Lust, 
werden befreyt von den Be⸗ die mir ehmals bewußt, laͤßt 

ſchwerden, die drucken ſehr nuch doch nie verderben: auch 
das Hertz, O welch ein bitt⸗ mitten in dem Ster ben bleibt 
rer Schmertz! mmir nunmehr bewußt die 

F. Der Erden ihre Ding find hoͤchſte Liebes⸗Cuſt. 


mir zwar ſehr gering; doch iſt ro, Ich bin vun fanft und 


noch was daneben, das iſt ſtill in meines Gottes Will, 
nicht hingegeben, das iſt nicht weil ich zur Ruh gekommen, 
ſo gering als dieſer Erden Ding. indem ich mir entnommen, 
6, Ich bin zwar durch viel drum inf ich fanft und ſtill in 
Leid und manchen ae, Gottes Will. 
Bl 11. 


Gil g; Nat hats doch ein treue 


Es 


98 


„ar, Sein Will iſt meine wenns auch geht durch Creutz 
Speiß auf meiner Pilger⸗ und Schmach. 
Reiß, drum ich um nichts 4. Ja G Ott hat ſich ſelbſt 
mehr flehe, als nur: dein Will auserwaͤhlet die Seelen, die 
geſchehe, der iſt auf meiner ſich gantz allein mit ſeinem lieb⸗ 
Reiß nunmehr die beſte Speifj. ſten Sohn vermaͤhlet, ſo daß 
| 62. ſi keuſch geblieben ſeyn, geſa⸗ 
get ab, auch bis ins Grab, der 
II Siele, die ſich mit JEſu Welt und aller falſchen Luſt, die 
ſelbſt verbindt: dann alle Kraft IEſus Liebe unbewuſt. 
auch aus der Hölle fie weder 5. Die reine Liebe macht ver⸗ 
ſchwaͤcht, noch uͤberwindtz weilſſchwinden all eitle Luft zur 
Gottes Lam, ihr Braͤutigam, Creatur: ſo hald wir une mit 
fie haͤlt in feinen Armen feſt, ihr verbinden, und folgen treu⸗ 
und pfleget ihr aufs allerbeft.. lich ihrer Spur, ſo ſpricht ſie 
2. Es iſt auch nichts auf dieſer ein, daß keuſch und rein wir 
Erden, das dieſem zu verglei⸗ gantz in unverfaͤlſchter Treu, 
chen ſey: von allem Kummer ohn allen Trug und Heucheley. 
und Beſchwerden macht IE⸗ 6. Ja Liebe hat Gott ſelbſt 
ſus ſolche Seele frey, die keuͤſch bewogen, daß er dahin gab ſei⸗ 
und rein, nur ihm allein zu nen Sohn, die hat uns auch an 
Ehren lebt als ſeine Braut, ihn gezogen „daß wir ihm dies 
und ſtetig nur auf ihne ſchaut. nen ohne Lohn; dieweil um⸗ 
3. Den hohen Ruff und groſ⸗ ſonſt, aus freyer Gunſt, er uns 
ſen Adel man ſchwerlich hier aus gantz geheimer Wahl ge⸗ 
ausſprechen kan der Seelen, bracht zur keuſchen Jungfraun 
die gantz ohne Tadel, und treu Zah 


4 


d Lammes Spur inſlig beugen vor ihm, als ſeine 
Alle 


in folget treulich nach, und werthe Braut, ja gar zu en 


1 7 
— 


10 


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geblieben ihrem Mann; fo daß 7. Drum ſollen wir uns bil⸗ 


— 
3 


99 
EEE STETTEN Su tagen rare ER RERLR er - 
Fuͤſſen neigen, und werden ſo da Cherubim und Seraphim, 
mit ihm vertraut zu einem erheben werden ihre Stimm. 
Leib, wie Mann und Weib, 11. Wohl mir! weil ich nun 
vertragen Lieb und Leid zu⸗ bin vermaͤhlet des Allerhoͤchſten 
gleich: ſo geht man ein ins liebſten Sohn, und hab die 
Koͤniareich. Schoͤnſte mir erwaͤhlet, die 
8. Kommt, all ihr liebſten täglich ſpielt vor ſeinem Thron, 
Bunds⸗Genoſſen, die ihr mit ſich den theilt mit, die nie er⸗ 
Chriſti Geiſt getaufft, weil muͤdt im keuſchen Kampff die 
IEſus Lieb auf euch gefloſſen, gantze Nacht, bis ſie nach ih⸗ 
und durch fein theures Blut rem Bild erwacht. 
er kaufft zu feinem Ruhin, und 12. Drum ſoll ſie auch die 
Eigenthum, aus allen Voͤlckern Meine bleiben, weil ich erfah⸗ 
auf der Welt, zu ſeinem Lob ren ihre Treu: fie kan der Fein⸗ 
und Dienſt erwaͤhlt. de Macht vertreihen, und macht 
29. Ich will mich nun noch von allem Kummer frey, ſie 
mehr befleiſſen, als ich gethan iſt die Braut, die mir vertraut, 
mein Lebenlang, die Liebes: dazu mein keuſcherEhe⸗Mann: 
Wunder hoch zu preiffen mit ach! fehet doch das wunder an. 
herrlich⸗ſchoͤnem Lob⸗Geſang: 13. Ich bleibe ewig ihr ver⸗ 
weil ich gebohrn, und auser⸗ ſchworen, in wahrer unver⸗ 
kohrn, da JEſus mich nach faͤlſchter Treu, dieweil ſie mich 
ihm genannt, durch unfer treu⸗ hat auserkohren „daß ich ihr 
es Ehe- Band. treu⸗Ergebne ſey, und ſo fort 
10. Drum werd ich auch die an, als Weib und Mann, ver⸗ 
neuen Lieder mit ſtimimen / wer bunden feſt in Leid und Weh: 
die gantze Schaar, als Erſt⸗ das iſt die rechte heilge Eh. 
linge, die meine Brüder, an : E. g· 1 Br hs t 
jenem groſſen Jubel⸗Jahr, im e Naas mei Leben doch 05 
hohẽ W Sbald ON ee O 
840 % en⸗ 


100 Br 


Menſchen⸗Kinder! werdet Flug ſucht ich das Liebſt im Leben; 
und dencket dran: wer meint, allein, ich mußt, eh ichs ver⸗ 
er haͤtt den edlen Schatz ges meint, in vielem Elend ſchwebẽ. 
funden, und bleibet doch nicht 4. Doch ward mein Liebes⸗ 
richtig auf der engen Bahn, Sinn nicht aufgehoben; ob⸗ 
kan plotzlich, eh ers mercken ſchon viel Schmertzen mich um⸗ 
kan, des Richters Stim ne gaben wie ein Meer: nun wer⸗ 
werden: thu Rechenſchafft vou de ich alldort GOtt ewig lo⸗ 
deinem Thun, wie du gelebt ben, wann ſeine Macht erhoͤht 
auf Erden. pon allen Orten her. Drum 
2. Wo wird der arme Geiſt wohl! wer hier ſein deben⸗laug 
wohl übernachten? wanna Dies nichts anders ſucht auf Erden, 
ſe Hütte fälle der auſern Sterb⸗ als wie er dort in jener Welt 
lichkeit, drum wohll wer die- moͤg Gottes Erbe werden. 
ſes fleißig thut betrachten, wie s. Ich habe freylich oft in 
er den Wandel führ all ſeine vielem Stoͤhnen ungangen 
Lebens- Zeit. Wer Gottes hier in vieler Noth und Trau⸗ 
Langmuth und Gedult ſich rigkeit, dabey mein Heil ge⸗ 
nicht laͤßt gehn zu Hertzen, ſucht mit vielen Thraͤnen, 
kan ſich bald überfallen ſehn falſo zugebracht die gantze Lei 
mit vielem Weh und Schmerz bens Zeit. Nun aber hab nach 
zen. SGottes Wahl mein Elend ab! 
5 1 . ſich meine Fahrt geladen: gut Nacht, ihr 
glücklich geendet, weil ich das Frommen allzumal, ich ruh 
wahre Gut geſucht auf dieſer im Schogß der Gnaden. 
Welt: drum hat ſich auch 145 a een ee 
mein Schmertzen umgewen⸗ d Je ſchoͤne ſiehts hier aus 
det, weil ſtets geſucht zu leben, weil nun da ſteht erbaut 
wie es Gott gefallt. Gar) als wie ein Gottes⸗Hauß die 
fſtüͤh in miner Jugend Bluͤth reine JEſus⸗Braut! ich bin 
* — 20 Zr? * ji e v 


P 5 4 
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. er⸗ 


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vereinet mit in ſeligem Gedey⸗ te es auch nur das kleinſte ſeyn 
en, wenn ihre Hoffnung bluͤht, und heiſen daß koͤnt auf dieſer 
thu ich mich mit erfreuen. Spur mit Gottes Guͤte preiſen. 

2. Was mich ſo ſehr erfreut, 6. Der HErr woll nicht ver⸗ 
auch offt in viel Gedraͤng, iſt ſchmaͤhn, was wir fuͤr ihn ge⸗ 
lauter Lieblichkeit und fchöne bracht, wann wir für Ihme 
Lobgeſaͤng. Die Schweſtern flehn in unſter Niedertracht. 
groß und klein find ſtets be⸗ Wenn feine Taͤubelein fo in⸗ 
reit zum Betten ein kleiner Au⸗ nigſt nach Ihm girren, woll 
genſchein macht ſie zuſammen Er ihr ſehnlich ſchreyn im 
kreten. g. 145 Heiligthum erhoͤren. 
3. So geh ich auch mit ein Y: FE | 


| SSA er Ankh RB 
in offuẽ Andacht⸗Raum, trinck Ic ſeelig iſt die Fahrt, 
mit von IEſus⸗Wein und eß Wie gluͤcklich angelaͤndet 
vom Lebens⸗Baum. Dicvich⸗ auf der mühſamen Reiß zur 
ter leuchten ſchoͤn, ſehr lieb⸗ frohen Ewigkeit, das ausge⸗ 
lich anzuſchen, das viele Lob: ſchlaffne Glück hat alles ums 
gethoͤn thut Gottes⸗Lamm gewendet, weil es erwachet iſt 
erhoͤhen. hach der betruͤbten Zeit. Nun⸗ 


4. Deß bin ich Freuden voll mehr iſt vergeſſen das Klagen 


und „rühme Gottes Macht, und Zagen, was in‘ fo viel 


weil Er mir thut 5. e Schnurtzen ich thaͤte umtra⸗ 
mich hieher gebracht. Die vie⸗ gen. 
le Traurigkeit, die ich zuvor 2. Wie viel Bekuͤmmernuß 


— * 


getragen, macht mich nun je⸗ betruͤbte geit vnd Stunden hab 
derzeit von Sotteg Eateſagen ich auf Diefer Welt im Elend 
4 O. möchte ch doch auch zugebracht: die ſchweregeler⸗ 
ein wenig bringen dar, nach Preß hat mich oft zugen un⸗ 
nechtem Kinder Brauch bey den, daß wie best her lend 

de en Schack und fis ven Zipumigtii. der gc 
2 a 


202 


Doch was mir in dieſem Stand übergeben, der von allem Trug 
uͤbrig geblieben, ließ mich und Liſt iſt eutfernet, und dem 
nicht aufhoͤren unendlich zu Pracht dieſer Welt hat abge⸗ 
lieben. flügt: dieſer wird nach dieſen 
3. Dann, der mich hat be⸗Tagen Lob und Danck dem 
dacht, daß ich alldort ſolt Lamme ſagen. 50 
werden ein Erb in Gottes 2. Das fuͤr ihn ſich ſchlach⸗ 
Reich nach dei ſo müden ten laſſen, und geopffert ſei⸗ 
Lauf: und weilen ich verſagt nem GOtt: und fuͤr unſre Miſ⸗ 
die Freude dieſer Erden, weil ſethaten hat getragen Schmach 
ich nach fo viel Leid von Ihm und Spott. O wohl allen de⸗ 
Ban auf in. .feligitet nen! die find befliſſen ſpath 
Wonne mit allen Lieb⸗From⸗ und früh ſeine Liebe zu vereh⸗ 
men, die all aus viel Elend ren, und ſo ihre Zeit verzehren. 
und Truͤbſal ſind kommen. 3. Dieſe werden an dein Rei⸗ 
4. Wohl dann! es iſt voll⸗ hen der vereinten Chriſten⸗ 
bracht, mein Schiff iſt ange⸗ Schaar mit einander ſich er⸗ 
laͤndet nach der ſo ſel gen Fahrt freuen, wann das angenehme 
5 ſtillen Ewigkeit: wie wohl Jahr weg wird nehmen alles 
iſt dem geſchehn, der ſo den Leid, nach der trüb⸗und tun⸗ 
Lauf vollendet, und uͤberwun⸗ ckeln Zeit: drum will auch in 
den hat des Lebens Nichtig⸗ allen Proben Ihn ſchon hier 
keit. Ihr Liebſten im Leben, unendlich loben. 
habt Liebe im Leiden, dort 4. Was wird dann alldort 
wird man belohnet mit Him̃⸗ erſt werden! wann ſich endet 
liſchen Freuden. aller Streit, dann allhier auf 
nee n 0 dieſer Erden findt man lauter 
Ohl dem, der in feinen Traurigkeit. O was Freude! 
rxeben feinem: Heiland wann vorbey aller Jammer 
Fe Chriſt ſich hat gaͤntzlich und Geſchrey, wann oe 
9 81 en 


103 


fen man wird hören das Ge⸗ gelangen, wo der Braͤut' gam 
fang der Hinimels⸗Choͤren. und die Braut werden lieblich 
5. Da wird mon in reinen die empfangen, die ihm allhier 
Flammen loben den, der nun zugetraut: da wird man aufs 
regiert uͤber uns, die Er zu⸗allerbeſt richten zu das Hoch⸗ 
ſamen ſeinem Vater zugefuͤhrt. zeit⸗ Feſt, 5 ſich dann die 
O was wird da ſeyn vor Freud! Seraphinen freuen und die 
wann wir gantz in E Ott er⸗Cherubinen. 
neut; und wann ſich all unſer 9. Hierauf die Propheten 
Leiden wird verwandeln in viel prangen, und der Patriarchen 
Freuden. Zahl, dann ſie warten mit 
6. Was allhier kein Aug ge⸗ Verlangen auf das ſchoͤne 
ſehen, wird dort werden offen⸗Hochzeit⸗Mahl: welches ſeyn 
bar, wann wir vor dem wer⸗ wird zubereit in der Wieder⸗ 
den ſtehen, der hier ſehr ver⸗bringungs⸗Zeit, da wird eyn 
achtet war; dann wird man die Braut des Herren in ſehr 
in ſchoͤnſter Zier ſehen alle die, groſen Pracht und Ehren. 
fo hier find mit muntern Glau⸗ 10. Da wird ſie der König, 
bens⸗Schritten nach gefolgt zieren mit der Unſchuld Per⸗ 
des Lammes Tritten. len⸗Kleid: Wunder ſchoͤn wird 
7. Nun wohlan! du Gottes: fir floriten, weil ihr iſt an ih⸗ 
Saamen, ſey getroſt und un: rer Seit das erwehlte Sie⸗ 
verzagt, weil du es auf ſeinen ges Heer, die da an dem glaͤ⸗ 
Namen in dem Glauben haft ſern Meer loben ihres Gottes 
gewagt: es wird kommen hald Namen, und ihn ewig preißen 
die Zeit der erwuͤnſchten Ser Am. eg A 
ligkeit, da mit vielen Ehren: | Gef: »  67.PINd 0 
Kronen dich der Himmel wird Ohl dir /: die du haſt 
belohnen. EBD geglaubet beym 
8. Dann wirft du zur Freud Creutz und in der en 
1 8 5 ro 


104 ; 


Prob: biſtu:/: gleich troſtloß, der⸗Sach en! die jetzt ſehr treff⸗ 
drm beraubet, das raubt dir lich ſehen aus, wird wohl der 


nicht des Glaubens Lob. Du Todt noch heßlich machen, wen 


traͤgſt das beſte Theil davon, er zerbricht des Leibes Haus: 
G Ott ſelbſt iſt nun dein Schild drum freut ſich Zion, die ver⸗ 
und Lohn: dein Haus bleibt acht, und heßlich iſt allhier ges 
auf dem Felßen ſtehen, dein macht, der Todt wird nicht viel 
Gluck wird nimmermehr ver⸗ an ihr finden, damit er ihren 
gehen. SGSGeeiſt kan binden. | 
2. O Welt: /: wie ſehr wird 5. Das En: /: de wird de An⸗ 
ſichs umwenden, weil du haſt fang kroͤnen, und alles machen 
Gottes Rath veracht: dein klu⸗ offenbar: dañ wird man erſt den 
ger Sinn thaͤt dich verblenden, Glauben kennen, wann kommt, 
daß du nichts haſt auf GOtt was nicht geſehen war. Dann 
gewagt, du haft aufs Sandige alles findet feine Statt, was 
gebaut, weil du aufs Sichbare SOLLE verheiſſen und geredt, 
getraut, des rechten Wegs haſt und wird gewiß erfüllet werde, 
du verfehlet, und dir ein ſchlech⸗ trotz allem Ungluͤck auf der 
tes Theil erwehlet. Erden. ‚9:39 
3. Die du: / als Naren haſt 6. Drum iſt: / gluͤckſelig der 
verlachet, die haben weiß und zu ſchaͤtzen, der Glauben Hält 
wohl gethan: weil ſie die Rech⸗ und Gott bleibt treu: Gedult 
nung drauf gemachet, daß kan ihn zu Frieden ſetzen, bis 
a ohnmoͤglich fügen kan, das Gehoffte kommt herbey. 
er hat die rechte Straaß ge⸗Der kurtzen duncklen Glau⸗ 
reißt, der dem nur glaubt, was bens Zeit folgt nach die frohe 
Gott verheißt, die Thorheit hat Ewigkeit, die das Gottſelige 
noch nie geirret, Welt⸗Klugheit Vertrauen einfuͤhren wird ins 
aber viel verfuͤhret. ſel'ge Schauen. ö 
3. O wie: /: viel ſchoͤne Wun⸗ Du Sau deiſtdas Week 


105 


.2ęEę3qj)F T——T—T—— — . ::..... ᷣ 8 — — 

der Chriſten, und bringet Brod gen, und hingenenunen mieis 

vom Himmel her: er traͤncket nen Sinn, drum werd ich auch 
aus der Liebe Brüͤſten, die ma⸗ durch Lieb bewogen, mich ih⸗ 


ö 


chet leicht, was ſonſt iſt ſchwer. 
Doch iſt der Glaube Gottes 
Gab, u. eine ungemeine Haab: 
die Erde kan nicht Glauben 
geben, fie toͤdtet nur des Blau: 
bens Leben. 

8. Der Glaube iſſet Gottes 
Weſen, und macht in ihm ver⸗ 
gnügt und fatt: macht ſelig 
und in Gott geneſen, fo daß 
man keinen Hunger hat nach 
Welt und nach der Creatur, 
man folget nur der Liebe Spur, 
und wird rerborgentlich genaͤh⸗ 
ret, davon ein Welt⸗Kind 
nichts erfaͤhret. 

ö 6 


a ri mn 8. g 4 
Won mir! weil ich nun hab ich mich 


me gantz zu geben bin, in wah⸗ 
rer Treu, ohn Heucheley, ſo daß 
ich auch zu jeder zeit verbleibe 
ſeinem Winck bereit. | 

3. Und weil es mir fo wohl 
gelungen, daß ich dich meinen 
Freund erblickt, und ich durch 
Liebe gantz bezwungen, daß 
oft davon mein Geiſt entzuͤckt, 
drum bleibt bereit zu jederzeit 
mein Hertz, zu folgen deinem 
Gang, bis ich den vollen Sieg 
erlang. 5 N 

4. Weil du in Langmuth 
mich getragen, und weggenom⸗ 
men meine Sind, drum will 
ich alles auf dich wagen, weil 
ſtarck durch dich be⸗ 


gefunden den allerſchoͤn⸗ find, und weiche nicht, bis mir 
ten liebſten Freund, und hab geſchicht, daß ich mit Freud 


mich feſt mit ihm verbunden, vollend den Lauff, und von dir 
weilers ſo hertzlich gut gemeynt 


da ich verirrt, hat er mein Hirt 
gerufen 


werd genommen auf. 5 
5. Drum will ich mich aufs 


mich durch ſeine neu befleiffen, um mich zu hal⸗ 


Stim; drum will ich treulich ten keuſch und rein, und auch 


folgen ihm. 


im Wandel es erweiſen, daß 


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2. Weiler in Liebe mich gezo⸗ du mir alles biſt allein, mich 
| O ſchei⸗ 


7 


* * 

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2 5 N 4 2 
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106 


ſcheiden ab, bis in das Grab, 
von allem, was auf dieſer Welt, 
15 ich geh ein ins Hunmels⸗ 
Zelt 
6. Da ich werd in verklar⸗ 
tem Leibe auch ſtinmen an das 
neue Lied, mit dem geſchmuͤck⸗ 
ten keuſchen Weibe gezeugt aus 
oͤttlichem Gebluͤt, die IEſus 
hat, durch feine Gnad, erwor⸗ 
ben ihm zum Eigenthum, zu 
1 und Ruhm. 
7. O! all ihr auserwaͤhlte 
Brüder, die ihr noch feſt im 
Bunde ſeyd, ermannet euch 
aufs neue wieder, dieweil der 
Hochzeit⸗Tag nicht weit. Es 


— — 


ſtehẽ ſchon viel vor dem Thron, 
die uns zuruffen allzumal, zu 
4e grole Abendmahl. 


Be Zeit! voller 


nach 
findet man das Ziel und der 
Weisheit Spiel. 

3. Dann ſein Werck im Geiſt 
fine Kraft bew eeißt jetzt in viel 
Gebaͤhrungs⸗Noͤthen; doch er 


wird den Tod bald toͤdten: 


dann die Noth verheißt uns 
den Sieg im Geiſt. 

4. Wenn die Angſt iſt da, iſt 
die Freude nah: wenn das Kind 
zur Welt gebohren, oͤffnen ſich 
die Freuden⸗Thoren. Das 
n folgt auf Golga⸗ 


5. „Wem es nicht gebricht an 
dem Glaubens ⸗Licht, der wird 
weißlich koͤnnen deuten unſrer 
Zeiten Dunckelheiten, da das 
Abend⸗Licht ſchon durchs 
Dunckle bricht. 

6. Und, wer darauf merckt, 


— 


Heimlichkeit, die ſich zeigt wird in GOtt geſtaͤrckt: dann 


Be. © unſern Tagen, mehr als 
nſer Mund kan ſagen: es iſt 
nicht mehr weit die Erqui⸗ 
ckungs⸗Zeit. 

2. Gottes Wunder⸗ Spiel eilt 
zu ſeinem Ziel: die Geburt 
dringt durch die Enge, und. 


man ſieht bey taufend Wehen 


doch ſehr wohl von ſtatten ge⸗ 


hen das Erloͤſungs⸗Werck in 
der Schwachheit Staͤrck. 

7. Wenn ſein Tag anbricht, 
der uns Ruh verfpricht, macht 
ſein Rath, der war weren 

au 


mancherley Gedraͤnge 


* 


N 


207 


aus der Finſternuß den Mors| Kinder ausgebaͤhren: dann 
gen. Was er will, geſchicht, wird offenbar die verlobte 
wann fein Tag anbricht. Schaar. 
8. Durch den Abend⸗Schein 13. Aber die auf Erd war ge⸗ 
dringet jetzt herein die Vol⸗ ehrt u. waͤhrt, weil ſie viele hat 
lendung aller Zeiten, da ſich gebohre, geht ſamt ihrer Frucht 
Tag und Nacht wird ſcheiden, verlohren: dan die reine Heerd 
und nicht mehr wird ſeyn fuͤllt die neue Erd. 
Streit, Geſchrey und Pein. 14. Groß iſt G Ott der HErr, 
y. Auch des Treibers Neid, niemand trotze mehr, dann er 
Ungeſtümm und Streit wird hat der Starcken Wagen, Bo: 
nicht mehr gefunden werden gen, Spieß und Schild zer⸗ 
auf der gantzen weiten Erden: ſchlagen, daß man niemand 
dann die guͤldne Zeit bringt zu mehr forthin kriegen lehr. 


End den Streit. 15. Er wird geben Krafft ſei⸗ 


10. Zions Thraͤnen Saat ner Ritterſchafft, und mit 
wird nach Gottes Rath nun Staͤrck und Macht umguͤrten 
bald ihre Erndte bringen, und ſeinen Koͤnig, ſeinen Hirten: 
das Leid und Weh verſchlin⸗ der durch ſeine Krafft Sieg und 
gen: dann wird werden ſatt, Heyl verſchafft. in 
die gehungert hat. 16. Die verachte Schaar, die 

11. Wann diß bricht herein, verworffen war, wird er aus 
wird es anders ſeyn: wann die dem Staub erheben, und ihr 
Satten dieſer Erden ſich ums Reich und Scepter geben: er 


Brod verkauffen werden: wird ſtellen dar, was verbeie 


ſcheuckt man Freuden⸗Wein fen war. | 
den Betruͤbten ein. 17. Eilends wirds geſchehn, 
12. Die, ſo unfruchtbar und was Gott hat erſehn: unver⸗ 
verlaſſen war, wird mit Freu⸗ muth wird er aufwachen, und 
den, Ruhm und Ehren ven die Feind zu ſchanden mach 118 
2 nd 


* 


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h:obet: 


108 


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und die Miedrigen aus dem oft gebrauchet, treibt er nun 


Staub echoͤhn. die Krämer aus, um) die Art, 
18. Selig iſt, wer wacht, die da nichts tauget, und wan 
und giebt fleißig Acht, daß in med dee Wechsler. Kraam, 
diefen aden Zeiten er mög 90 Du was Blind und 
feine Lamp bereiten: der hats Dil. : 
wohl bedache, felig At, wer + Diet macht er dann ge⸗ 
wacht. ſund, und ſchenckt ihnen ihre 
e Sünden darauf laſſen ich zur 
Sager der Tochter Zion / ſiehe Stund junge Kinder mit ein⸗ 
dein Roͤnig kommt za dir ſanfe⸗ finden: ſia gende mit ſchoͤnem 
muͤthig und reitet auf einem & Thon Hoſianngchottes Sohn. 
ſel und auf einem Fuͤllen der 5. Wird dann ſchon die Kraͤ⸗ 
Luſtbaren Eſelin. merey, und was nicht rein, 
Jon was betruͤbſt du dich / gantz verj get, daß es ſheint, 
Si du ſcheineſt gantz ver⸗ als obs aus ſey: Zion ſey nur 
laſſen, ſiehe wie ſanfftmüchi⸗ unverzaget, daun wann dieſes 
glich will der Koͤnig dich um⸗ iſt geſchehn, pflegt der Koͤnig 
faſſen: reitet nur ein Eſelin, einzugehn. 
drum faß Muth in deinem 6. Dann ſteht min der Juͤn⸗ 
Sinn. ger Schaar freudig da vor ih⸗ 
2. Dann dein gantz verlaͤſſ- me ſtehen, und die Töchter 
ner Stand, drin du ſcheineſt Paar bey Paar mit Geſang 
zu vergehen, iſt ihm ja ſo wohl am Reihen gehen: auch die 
bekannt: aber er will gerne ſe⸗Maͤgde hinten nach geben ihre 
hen, ob du ihm aus Lieb und Freud an Tag. | | 
Treu dienen wilt ohn Mauer Nachklang. 
ley Ach ich hoͤr das troͤſtlich 
3. Sieh wann er im Tem⸗ Schreyen, das mir rufft ſo 


pel⸗Hauß ſtrenge Peitſchen freundlich zu, kan ee 
| | 8 nicht 


n 


1 


109 


nicht drüber freuen, noch im 6. So möcht ich vor Leid 
Hertzen finder Ruh. Niemand rergehen, dann auch ſelbſt der 
forgt vor Zion mehr, ihre Kinder ⸗Schaar thaͤte man 
Straaſen ſtehen leer. mit Freuden ſehen bringen 

1. Ja die Thore ſtehen öde , Opffer zum Altar, huͤpfften 
niemand will mehr geben ein, oft vor Freuden auf bey dern 
und die ſchoͤne Morgen⸗Roͤthe unverfaͤlſchten Tauf. 
ſcheinct gantz erblaßt zu ſtyn, 7. Alte, Juͤngling und Jung⸗ 
auch die Bürger dieſer Staͤdiſfrauen wolten ſich aus reinem 
ſcheinen ſelbſten mud u. matt. Trich mit Jungfrau Sephia 

3. Und die Waͤchter, die dafnauen in geheim und keuſcher 
liefen auf den Gaſſen hin und Lieb. Jedes wolt jungfraͤulich 
her, und mit Freud und Wonſſeyn, voller Tugend, keuſch 
ausriefen die fo ſckoͤne Him⸗ und rein. 2 
mels⸗Lehr, werde oft gering ge] 8. Nr umehr ficht man viele 
acht u. von vielen garverlacht Alten, ſich verkriech en hin und 

4. Auch die wahre Bruder⸗ her, dann die Liebe will erkal⸗ 
Liebe, die fo herrlich ſchöͤn ge⸗ſten, und der Jugend gantzes 
blüht, da die reinen Geiſtee Heer giebt der Welt ertz, 
Triebe brachten Segen, Heil Muth und Sinn gantz getroſt 
und Fried, ſcheint veracht, und freudig hin. 
gering und klein, ſolt nur diß 9. Drum thut Zion billig 
nicht ſchmertzlich ſeyn. kſagen über dieſen Jammer⸗ 
5. Wann ich dencke, wie vor Stand, und mit Leid und 
Jahren alt und junge, groß Wehmuth ſagen: ach wie hat 
und klein oft in Freud beyſam⸗ file umgewandt! ach wie hat. 
men waren, brachen Brod die groſe Freud ſich verkehrt in 
u. Liebes⸗Wein, truncken mit Schmertz und Leid. 
viel Freud und Wonn, lobten 10. O ihr Waͤchter Zic ns 
IEſum Gottes Sohn. werthe werdet doch nickt auch 

f O3 ermuͤdt 


. 
EL. 


ku 
* i 8 


110 . > 


ermuͤdt, ruffet zu der gantzen veracht, haͤttens nicht gemeint, 
Heerde, bietet an viel Heyl daß fo ſchoͤn fir ſcheint, die ver⸗ 
und Fried; bringt mit Klag⸗ acht, die ſie ſo veracht. | 
Gebet vor Gott Zions Jam⸗ 7. Dann ein Kron: / ja ein 
mer, S'ehimertz und Noth. ſchoͤne Kron jeder traͤgt zur 
6: ubret: 17 1. Beut, die ihn ſtets erfreut 
i Age nicht: /: Zion zage nicht, nach dem Hohn. O ein ſchoͤner 


. 
ob die Heerd ſchon klein, iſt Lohn. ; 
ſie doch nun rein ohnen ier 
darum zage nicht. Ur Mitternacht ward ein. 
2. Sieh wie werth: / iſt die J Geſchrey: wacht auf! 
kleine Heerd, und weil ſie ſo wacht auf! es kommt herbey 
klein, kan jte Jungfrau ſeyn: der Braͤutigam  bebende., 
drum iſt auch ſo werth ſie, die Steht auf, die ihr geladen 
kleine Heerd. ſeyd, es iſt nun nicht mehr 
3. Obs ſchon ſcheint: /: mer⸗ Schlafens Zeit, die Nacht 
e, obs ſchon ſcheint, als wolt eilt ſtarck zu Ende. En 
fie vergehn, wird man doch 2. Auf! nehmet wahr der 
105 bald ſehn, wie ſie ſcheint, wie Gnaden⸗Zeit, und fliehet 
Br; ſo ſchoͤn fie ſcheint. Traͤg⸗und Sicherheit: ſteht 
| 4. Dann ihr Kleid: /: dann auf vom Schlaf der Sünden, 
ihr Trauer⸗kleid, das ſie jetzt eh ihr verſchlafft das gro⸗ 
hat an, wird bald abgethan, fe Glück, das allbereits iſt im 
. ja ihr Kleid, ja ihr Trauer⸗Geſchick, und bleiben muͤßt 
5 Kleid. dahinden. | 
5. Dann wird man: /: ja als⸗ 3. Vergeßt die edle Perle 
dann wird man ſehen, wie ſo nicht, die euch in dem Gena⸗ 
schön fie einher wird gehn, den⸗Licht vor zeiten iſt erſchie⸗ 
jederman wird es ſehn alsdañ. nen: da ihr euch auf die Flucht 
6. Die veracht: / die fie. ſo gemacht, und in WW e 
a Maaãit⸗ 


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3. 1 
5 . y : u 
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111 


Mitternacht nicht länger wol⸗ der die Verſoͤhnung lehret. 
tet dienen. 7. Dann Jericho die alte 
4. Und ſteht nicht ſtill in So⸗Stadt, die Mauren bis an 
doms Land, dann Gottes⸗ Himmel hat, wird nicht 
Zorn iſt angebrannt, und ſei⸗ dung Schwerdt geſchlagen: 
ne Tenne feget: es warnet es fo ert hier die Bundes⸗Lad, 
zwar der fromme Loth, und di get man, nach Gottes 
wird darum mit Schmach u. R ſie herum zu tragen. 
Spott von Freund und Feind 8. Mein Hertz und Geiſt iſt 
beleget. hoch erfreut, dann meine Lam⸗ 
5. Dann er iſt fremd und un- pe iſt bereit, E Ott wird das 
bekannt oft denen, die ihm an⸗Oel wohl ſchencken: wann an⸗ 
Terwandt; und darf es doch derſt ich nicht laſſe nach 
nicht ſagen: weil man ſo gerne Ihm nach zu folgen in der 
ſieht zurück, und ſuchet in der Schmach, und die Natur zu 
Welt fein Gluͤck mit Vortheil kraͤncken. 
zu erjagen. 9. Ich weiß auch anders 
6. O treu gebliebne Gottes⸗ nichts zu thun, als nur in ſei⸗ 
Schaar! merck auf, es kom̃t nem Willen rubn von gut⸗ und 
das frohe Jahr, das dein Be: boͤſen Wercken: es fordert we⸗ 
baͤt erhoͤret: dann Moſes der diß noch das, als nur des 
ſchließt die Huͤtte zu, und Jo⸗ eignen Lebens Haß, er woll 
fun bringts Vol zur Ruͤh, uns darin ſtaͤrcken. | 


© 


— — 


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Ach Gott ſchreib mir 3 Der Glaubens Grund 19 ai 


Ach Herkeng- Brüder 4 Die Bruder⸗Lieb 12 
Ach machet euch bereit 5 Die Ewigkeit. 1 
Ach moͤcht ich endlich 6 Die frohe Zeit 19 
Chriſtus der Weg 8 Durch unſre Kraft 23 


Das Heilge Luſt⸗Spiel 9 Es war der Menſch 2 


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Fahr hin O Welt 28 9 1 855 Nr ſu Krafft der 
Gebenedeytes Gottes 29 O Leben das dag 
Ich bin gedruͤckt 388 ſauffte Ruh 70 
Ich dancke Gott 32 O Segeus voller 71 | 
3 dringe ein O yelig iſt derſelbe 72 
h freue mich O was iſt des Menſchen 77 
sch gehe meine Weſenheit aus SOtt 78 
15 1 gehe nun wie bin ich erfreut 80 
Ich hab mit IEſu 38 O wie wohl iſts dem 80 
Ich ſpuͤhre en 39 Seht wie des Davids 81 
ch will von BOH 41 Sehr fang und 83 
eſus iſt der 42 Singet W 87 
Ihr die ihr * | 4% Un Zion willen 895 
Kommt all ih 45 Verlobte des Lammes 90 
Kommt alle mit 46 Wach auf mein 91 
Kommt Hertzens⸗ u 46 Wach auf 0 92 
Mach dich im Geiſt 4 Wann man die Sache 9 3 
Mein Geiſt iſt 49 Wann mein Jammer 95 
Mein Gluck iſt mir 51 Was Freude wird 95 
Mein Leben 19 54 Wie gut hats doch 98 
Mein lieber Pi 5; Wie iſt mein 99 
Nach viel und „ 57 Wie ſchoͤn ſtehts 100 
Nun freue dich un 59 Wie ſelig iſt ee 
Nun lohet alle 61 Wohl dem der 107 
O Bruͤder und 5 62 Do dir „„ 
O Creutzes⸗Stand on mir weil 105 
Ogroſes 1 64 Wunderbare Zeit 5 . 
SIE biſt 66 5 Jim was betrübſt 18 
O FEW, der du mich ur Mitternacht 118 
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